Master Peace - Foto via Royd Ringdahl
Foto via Royd Ringdahl

Master Peace: Die »Stupid Kids« haben es nach oben geschafft

Schon seit Monaten füttert Master Peace seine Fans mit Tracks der neuen EP »Stupid Kids« – jetzt ist sie endlich draußen. Besonders Indie-Liebhaber können sich freuen. Auch wenn es nur sechs Tracks sind, überzeugt Master Peace mit Emotionen, die von Weltuntergangsstimmung bis hin zu »Good Times« reichen.

Master Peace - Stupid Kids
Master Peace – »Stupid Kids«

Auf seinem Debütalbum »How To Make A Master Peace« klang schon viel Indie durch, allerdings experimentierte Master Peace auf der Platte stärker mit elektronischen Beats. Auf seiner neuen EP bewegt sich der junge Brite deutlich näher in Richtung Indie. Das belegt auch FC 26. Die Fußballsimulation von EA Sports ist bekannt dafür, kleineren Indie-Artists eine Bühne zu bieten. Master Peace hat es mit »Spin The Block« und »There‘s No More Underground« gleich doppelt auf das Game geschafft.

Mit letzterem Track startet die EP. Producer Julian Bunetta nutzt markante Synthesizer-Leads, um sofort die Energie von Master Peace deutlich zu machen. Halb singend, halb schreiend erklärt dieser, dass in Zeiten von Handys kein Underground mehr existiert. Doch die Gesellschaftskritik reicht noch viel weiter: „They’re cutting down the Amazon to make more room for Amazon.“

Gute Zeit für gute Zeiten

Wie Indie im Jahr 2026 funktionieren kann, zeigt Master Peace auf »My Guitar«. Seine E-Gitarre und die simple Hook „I’m tryna be like that, I’m tryna be like this“ gehen ins Ohr und bleiben drin. Ein bisschen mehr Komplexität findet man dafür auf »Spin The Block«. Auf dem Song erklärt der Künstler alten Liebschaften, dass es zu spät ist, zu ihm zurückzukehren – er hat genug Leid erfahren.

Nun lebt er ein neues, ein sorgloses Leben und das feiert er auf »Good Times«. Ob One-Night-Stands oder Geld im Stripclub loswerden: Was er macht, das ist ihm egal, denn sein Lebensmotto lautet: „I could die tonight, so it’s a damn good times for good times.“

Der vorletzte Track »Stupid Kids« ist zwar titelgebend für die EP, aber das einzige Lied, das zum Release kein Musikvideo erhielt. Dabei hätte der Track es nicht weniger verdient. Mit der Hymne feiert Master Peace, wie weit es seine Clique geschafft hat – obwohl sie „Stupid Kids“ waren. Von jugendlichen Dummheiten ging es für ihn ins Rockstar-Leben.

»Fuck It Up« ist als letzter Track praktisch eine Verlängerung des vorigen Songs. Ein Highlight ist hier das einzige Feature der EP, Declan McKenna. Schnelle Drums und ein Wechselgesang der beiden Artists sorgen für eine Menge Power und einen krönenden Abschluss des rundum gelungenen Projekts.

Fazit
Fast auf den Tag genau zwei Jahre nach seinem Debütalbum beweist Master Peace, dass er sein Handwerk versteht und einfach starke Mucke macht. Wenn man sich fragt, wieso man Indie hören sollte, wäre diese EP eins der besten Argumente.
9.5