Soundcheck: IVE - Bauch
Cover via Oiyo Records

IVE – Bauch // Review

IVE ist zur Zeit noch ein echter Geheimtipp in der Deutschrapszene. Vor seinen ersten Releases im Jahr 2018 war der 28-Jährige passionierter Kampfsportler, musste seine Karriere aber aus gesundheitlichen Gründen an den Nagel hängen. Seitdem sieht er Hip-Hop als neuen Antrieb, versucht sich in der Deutschrapszene einen Namen zu machen und bringt kontinuierlich Musik auf den Markt. So erschien am Freitag sein viertes Album »Bauch« über das Frankfurter Label Oyio Records.

Über die knapp 25 Minuten Spielzeit liefert IVE Realtalk auf raptechnisch höchstem Niveau. Geschickt platzierte Reime treffen auf lebhafte Bildsprache und entspannte Flows. Inhaltlich beschäftigt sich der Mainzer dabei zum größten Teil mit sich, seinem Innenleben und seinem Werdegang, streut aber auch lockere Songs wie beispielsweise »Netflix« in die Playlist.

Die gesamte Platte über liefern Producer wie beispielsweise HTN oder naims einen zeitlosen, samplebasierten Sound. Besonders fällt auf, dass bei fast allen Produktionen die Drums ungewöhnlich weit im Hintergrund stehen oder gar nicht erst vorhanden sind. Das gibt »Bauch« einen sehr speziellen Vibe, welcher etwas an die Soundästhetik der Griselda Records-Crew erinnert, ohne jedoch ein Abklatsch von ebendieser zu sein. Auf der Gästeliste des Projektes finden sich unter anderem Bico, NALI und der Rhein-Main Lokalmatador Döll.  

Abschließend lässt sich sagen, dass »Bauch« ein sehr gelungenes Release ist, welches dieses Jahr definitiv im oberen Viertel der Deutschrap-Veröffentlichungen mitspielt und wegen des zeitlosen Sounds auch noch in einigen Jahren hörbar sein wird. Besonders das Feature mit einem vergleichsweise großen Act wie Döll könnte Türen aufstoßen und dafür sorgen, dass IVE in der deutschen Rapszene einen größeren Spot bekommt – den er definitiv verdient.