Soundcheck: Ari Lennox- age/sex/location
Cover via Dreamville/Interscope Records

Ari Lennox – age/sex/location // Review

Ari Lennox dürfte spätestens seit ihrem Signing bei Dreamville Records – dem Label von Rap-Ikone J. Cole – im Jahr 2016 allen Hip-Hop/R&B-Begeisterten ein Begriff sein. Auch hat die Goldkehle bereits mit ihrem Debütalbum »Shea Butter Baby« Fans und Kritiker*innen von sich überzeugen können. Leider mussten ebendiese nun fast drei Jahre auf eine Release warten. Vor knapp zwei Wochen erschien dann die fünf Song starke »Away Message«-EP als Appetizer, bevor vergangenen Freitag nun ihr zweites Studioalbum »age/sex/location« veröffentlicht wurde.

Auf den etwa 40 Minuten Spielzeit verzaubert Ari Lennox die Hörer*innen mit ihrer butterweichen Stimme. Inhaltlich beschäftigt sie sich mit ihrem Innersten, der Liebe und widmet sich auch spirituellen Themen. Sie wirkt erwachsener und gefestigter als noch auf »Shea Butter Baby«. Gleich auf dem Opener »POF« reflektiert sie ihr Verhältnis zur Männerwelt und ihre Suche nach Bestätigung in der Liebe. Damit setzt sie gleich zu Anfang den thematischen Schwerpunkt ihres Albums. Auch ihr Gesang wirkt sicherer und weniger verspielt als noch vor drei Jahren, was den Melodien allerdings keinen Abbruch tut.

Zwar macht Ari Lennox recht klassischen R&B und Soul, jedoch wirkt das Soundbild stets frisch und modern. Die Produktionen der 12 Songs auf »age/sex/location« stammen von mehr als 15 verschiedenen Producer*innen – unter anderem die R&B-Producerlegende Jermaine Dupri oder die Dreamville Hausproduzenten Elite und Ron Gilmore haben sich auf dem Album verewigt. Wie bereits erwähnt, wird hier R&B und Neo-Soul nach altbekannten Formeln produziert, ohne dabei jedoch in irgendeiner Form altbacken zu klingen. Die Instrumentals sind allesamt entspannt und lassen viel Raum für die Stimme von Ari Lennox.

Alles in allem ist »age/sex/location« ein sehr gelungenes Album, welches beweist, dass die Aussage „R&B is dead“ absolut nicht wahr ist. Auf der Platte wird nicht versucht, sich anzubiedern und einen neuen TikTok Hit zu kreieren, sondern einfach nur gute Musik zu releasen – was auch durchaus gelingt. Ari selbst nennt »age/sex/location« übrigens ihr persönliches »Eat Pray Love«, nur dass es hier nicht um eine Reise in fremde Länder geht, sondern um eine spirituelle. Dies wird auch aus einer von J. Cole veröffentlichten Nachhicht erkennbar: