Soundcheck: Megaloh - Drei Kreuze
Cover via Chinonso Records

Megaloh – Drei Kreuze // Review

Seit bereits knapp 20 Jahren schlägt sich Megaloh aus Berlin durch die Deutschrapszene. Dabei hat er sich sowohl einen Namen als einer der lyrisch besten Rapper Deutschlands gemacht, als auch als echter Live MC. So konnten ihn nicht einmal zwei gebrochene Arme in diesem Jahr davon abhalten, die Mainstage auf dem splash! zu bespielen. Dennoch gilt er für die breite Masse eher als ewiger Geheimtipp. Nun erschien am Freitag das vierte Soloalbum von Megaloh mit dem Titel »Drei Kreuze«.

Bereits der Titel und das Cover mit dem Dornenkranz beinhalten biblische Referenzen, so weit das Auge reicht. Dies setzt sich auch über die 35 Minuten Spielzeit fort. So nennt sich bereits der Opener auf der Platte »Letztes Abendmahl«, auf dem er Zeilen wie „Schreib mein neues Testament umringt von Pharisäern“ rappt. Inhaltlich beschäftigt sich Megaloh mit Themen wie Abschied, Tod und übt sich dabei auch in Sozialkritik, wie beispielsweise auf »Endless War«. Des Weiteren stellt er auch die wichtigen »Fragen (Wer, Wie, Was)« über ein Sesamstraßen-Sample und stellt »Moral vs. Realität« gegenüber. „Moralvorstellung versus Realität ist plötzlich nicht mehr dasselbe, wenn das Paper dir fehlt […] wenn ich überlebe, tut es mir nicht leid dafür“ heißt es auf dem Song, der zweifellos einer der beeindruckendsten auf dem Album ist. Abseits von tiefgreifenden Themen rechnet Megaloh auch mit der deutschen Rapszene ab und stellt sich gegen Cloutchasing, Sexismus und alle möglichen weiteren Abgründe, die sich in der heimischen Raplandschaft auftun. Er geht sogar so weit zu sagen: „Ich schäme ich, dass ich zu so ‘ner Szene gehöre“.

Soundtechnisch ist »Drei Kreuze« sehr breit gefächert. Von Boom Bap-Beats, bis zu Autotune-Hooks hat das Album viele verschiedene Facetten zu bieten, ohne dabei jedoch random zu klingen. Der Großteil der Instrumentals wurde von ihm selber unter seinem Producer-AKA Oga Beats produziert. Des Weiteren waren Truva, HKMK und Rhymezi Tunes an den Produktionen beteiligt. Die Gäste des Albums sind MONSOUN, Garey Godson, Soul-Legende Cassandra Steen und – völlig überraschend – Die Prinzen-Frontmann Sebastian Krumbiegel.

Insgesamt ist »Drei Kreuze« ein sehr gutes Album, das allerdings einige Fragen offenlässt. Beispielsweise fragt man sich, ob sein Frust auf die Deutschrap-Szene wirklich schon größer als die Liebe zur Musik ist. Auch hat Megaloh darauf angespielt, dass »Drei Kreuze« sein letztes Album gewesen sein könnte. „Ich habe das Album mit dem Mindset gemacht, dass es das letzte sein könnte“, sagte er vor dem Release. Auch das geht nicht klar aus dem Inhalt des Albums hervor. Allerdings kann das auch von Megaloh gewollt sein. Somit bleibt Fans ein letzter Funken Hoffnung auf weitere Projekte des Veteranen.