Die internationalen Neuheiten der Woche im Überblick. Mit dabei sind Flo Milli, L’Rain, Nemzzz und Jungle.
Jungle – Sunshine
Mit dem letzten Album »Volcano« hat Jungle ein Album geschaffen, das perfekt den Zenit des Sommers eingefangen hat. Das neue Projekt »Sunshine« wird zwar dem Albumtitel gerecht, hört sich aber eher wie der faule Sonntag nach »Volcano« an. Es ist etwas weniger experimentell und etwas einheitlicher. Die perfekte Musik, um an einem lauen Sommertag Rad zu fahren, während einem der Wind durch die Haare streift oder für ein Treffen mit Freunden im Park.
Es wird immer noch getanzt, vor allem in den wirklich großartigen Visualisierungen, die genauso erfrischend sind wie zuvor, aber musikalisch ist das Projekt etwas gefälliger und homogener. Das könnte aber vor allem auch daran liegen, dass es dieses Mal keine Features gibt. Die Frontfrau der Band, Lydia Kitto, ist die einzige Stimme neben Tom McFarland und Josh Lloyd-Watson. Insgesamt schafft es das neue Projekt also nicht aus dem Schatten der Vorgängerin heraus, aber die Messlatte lag da auch so weit oben, dass das völlig okay ist. »Sunshine« macht trotzdem Spaß, besonders in Kombination mit den Musikvideos.
Flo Milli – To Bo$$y
„Flo Milli Shit“! Viel mehr müssen wir eigentlich nicht mehr dazu schreiben. Ein typischer Beat, auf dem Flo Milli typisch auf die Fresse und direkt rappt. Aber das meinen wir nicht negativ, sondern im Gegenteil, es ist genau das, was wir manchmal brauchen.
Ein Selbstbewusstseinsboost, wie nur sie es kann. Manche würden sagen: zu Boss für uns, niemals bossy genug.
L’Rain – fata morgana
Ein Projekt, das besonders ist und in Deutschland leider noch als Geheimtipp gilt, ist »Fata Morgana« von L’Rain. Die Künstlerin aus Brooklyn macht wahnsinnig spannende Musik und lässt sich (wie wir es am liebsten haben) nicht einem Genre zuordnen. Auf Instagram schrieb sie selbst dazu: „I hope to make one thing clear – I do what the fuck I want“ In Bezug darauf, dass sie gerne mal dem Jazz zugeordnet wird, weil man als Schwarze Künstler*in laut dem Mainstream ja nur Jazz, Hip-Hop, Soul oder R&B machen kann. Das ist aber nicht nur äußerst rassistisch, sondern auch ziemlich faul.
L’Rain zieht ihre Inspirationen aus viel zu vielen Einflüssen und macht Musik, die man am besten laut hört, um alle Dimensionen zu verstehen. Inhaltlich geht es viel um Selbstzweifel und das Gefühl, sich manchmal wie ein Alien zu fühlen. Uns überzeugt es sehr und wir legen es allen ans Herz.
Nemzzz – 4AM
Für die UK-Rap-Fans haben wir heute auch noch eine Perle von Nemzzz. Seit Mai herrscht der Rapper aus Manchester über die UK-Charts mit dem Song »GEEKIN« (mit Feature von
Lil Yachty). Es folgten weitere Singles und schließlich diese Woche der Track »4AM«. Wie immer reflektiert Nemzzz über sein Leben, aber gleichzeitig ist es auch eine Ansage: Trotz allem, was er schon in seinen recht jungen Jahren gesehen hat, ist dies nur der Anfang und wir werden ihn (zum Glück) so schnell nicht mehr loswerden.



