Who the Fuck is Dahi?

Die internationalen Neuheiten der Woche im Überblick. Mit dabei sind BINA., Olivia Rodrigo und Dahi.

Dahi – Black Boy (Alternative)

Wer ist eigentlich Dahi? kam als Frage sogar in unserer Redaktion auf. Der Produzent, Composer, Schreiber (und vieles mehr) steckt hinter Hits und, sind wir ehrlich, fast schon Klassikern wie »Money Trees«, »Count Me Out«, »LOYALTY« und wirklich diversen anderen Tracks von Kendrick Lamar. Hat aber zum Beispiel auch »vent« von Baby Keem, »Love Me Not« von Ravyn Lenae, »a lot« von 21 Savage, »Self Care« von Mac Miller oder »90210« von Travis Scott produziert, komponiert und/oder mitgeschrieben. Auch da kratzen wir noch an der Oberfläche. Der Künstler schaffte es dabei, Songs zu entwickeln, die Tiefe haben.
Es fühlt sich eher an wie kleine Soundwelten, durch die wir noch lange nach dem Hören streifen. Nun ist es endlich so weit und Dahi tritt aus dem Schatten, um sein erstes Solalbum namens »Black Boy (Altnernative)« zu veröffentlichen.

Die Range, die Dahi hat, wird schon bei der (sind wir ehrlich, absurden) Liste an Features deutlich: Kendrick Lamar, Fousheé, Childish Gambino, Vince Staples, Channel Tres, French Anthony, Moses Sumney, Mez, Kurtis Wells, Amber Mark, Jesse Boykins III, Baby Rose, Ant Clemons, Obongjayar, Ravyn Lenae und Elmiene. Die Liste an Künstler*innen macht eigentlich deutlich, dass jeder mit dem Mann arbeiten möchte. Wem das jetzt immer noch nicht als Anreiz dient, der hat hier leider wirklich nichts zu suchen. Das Ergebnis ist ein teils recht ruhiges, aber auch vielschichtiges Album, das wahnsinnig viel zu bieten hat.

BINA. – The Art of Anger

Wir lieben Frauen, die ihre Wut endlich nicht mehr runterschlucken, und wir lieben BINA. Wenn BINA. dann auch noch einen Song namens »The Art of Anger« veröffentlicht und damit endlich mit gesellschaftlichen Normen bricht und ihrer Wut freien Lauf lässt, schweben wir auf Wolke 7. Das Ergebnis ist ein magischer Song. „I‘m afraid of me and you should be too“ ist unser neues Lebensmotto. Wut ist eben nicht nur eine Emotion, sondern eine Kunstform.

Olivia Rodrigo – serena joy

„Everything is just fine“. Aber leider eben nicht und deshalb redet Olivia Rodrigo da nicht nur drüber, sondern unternimmt auch etwas. Eigentlich reicht ihre Musik ja schon aus, um aus uns große Fans zu machen. Die Künstlerin macht Pop, wie wir ihn lieben: mit ehrlichen Texten, die einem manchmal das Herz zerreißen, aber gleichzeitig auch clever geschrieben sind. Dazu kommen Ohrwurm-Melodien, die immer wieder auch etwas Richtung Rock abdriften.

Wenn dann die Person hinter der Musik auch noch eine so starke junge Frau ist, dann ist das Gesamtpaket ziemlich perfekt (oder so perfekt, wie ein Mensch halt sein kann).

Rodrigo eroberte langsam auch unsere Millennial-Herzen, indem sie Musiker*innen mit auf die Bühne holt, die jetzt vielleicht nicht wirklich der Demografie ihrer jungen Fans entsprechen.

Wir reden hier zum Beispiel von The Cure Frontsänger Robert Smith oder mit Lily Allen
»Fuck You« performen als Statement gegen diverse Politiker*innen. Mit ersterem hat sie nicht nur zwei Cover-Songs auf ihrem Live-Album, sondern auch einen neuen gemeinsamen Song auf dem aktuellen Projekt. Allen ist mittlerweile wie wir ein absoluter Die Hard Fan. Olivia Rodrigo eröffnet vor allem ihren ganz jungen Fans die Musik, die sie inspiriert hat, und das bringt uns dann manchmal als ältere Fans ein bisschen Pipi in die Augen.

Aber wirklich cool ist, dass sie sich immer deutlich und ohne Blatt vor dem Mund gegen die aktuellen Missstände in den USA, verursacht durch Tyrannenpräsident Trump, äußert. Den Höhepunkt (aber eigentlich auch Anfang einer großartigen Sache) findet dieses Engagement nun im Daisy Chain Fields Music Festival. Alleine der Name, etwas ganz Kindliches und Unschuldiges als Symbol für eine Gegenbewegung. Informieren dazu könnt ihr euch hier und den Song solltet ihr euch unbedingt anhören, wir zitieren: “If you can’t throw a punch, you can learn how to spit” denn “If they do it to them, they’ll do it to you”. Hauptsache, wir wehren uns und nehmen es nicht still hin.