James Blake – Harte Zeiten, die sich verdammt gut anhören

Die internationalen Neuheiten der Woche im Überblick. Mit dabei sind E L U C I D, Sebb Bash, Samara Cyn und James Blake.

James Blake – Trying Times

Kein großes Geheimnis, wir sind absolute James Blake Fans. Sei es als Producer auf Projekten von Beyoncé, Kendrick Lamar, Dave oder eben als Solo Artist, alles was der Mann anfasst, ist (bis auf sehr wenige Ausnahmen) ziemlich gut. Wenn Blake nun also seine neue Platte mit den Worten veröffentlicht, dass es von allen seinen bisherigen Projekten seine Lieblingsplatte ist, sind unsere Erwartungen natürlich hoch. Sie werden aber auch mit dem ersten Track direkt erfüllt. »Trying Times« ist auf der einen Seite im Sound “typisch” James Blake. Dieser Sound, der sich irgendwo zwischen Elektro, Pop, R&B und sphärischen Welten bewegt, aber gleichzeitig ist es in keinster Weise langweilig.
Auch der Titel ist irreführend, bei “harte Zeiten” erwarten wir ein düsteres Album und obwohl es durchaus melancholische Momente gibt (alles andere würde uns auch wundern), geht es auf Songs wie »I Had A Dream She Took My Hand«, »Days Go By« oder »Rest Of Your Life« aber um die ziemlich schöne Liebe zu seiner Partnerin Jameela Jamil, die auch an der Produktion und den Lyrics auf »Trying Times« beteiligt war. Wer Jamil noch nicht kennt, sollte dies schleunigst tun. Die Frau ist nicht nur musikalisch begabt, sondern auch als Schauspielerin bekannt und hat nebenbei ziemlich viele sehr schlaue Dinge zu sagen. Kein Wunder, dass Blake ihr nach so vielen Jahren noch solche Songs widmet. Es geht also vielleicht mehr darum, was/wen man trotz der harten Zeiten an seiner Seite hat: Liebe in Zeiten des Chaos.

Features gibt es auf dem Projekt wenige, neben Monica Martin auf »Didn’t Come To Argue« ist da passenderweise noch Dave auf »Doesn’t Just Happen«. Nach langjähriger Freundschaft und Zusammenarbeit der beiden, zuletzt auf Daves »The Boy Who Played the Harp«, fühlt sich das wie ein Full-Circle-Moment an. Ihr hört also raus, wir sind nicht ganz unvoreingenommen, aber das auch zurecht. »Trying Times« ist ein großartiges Projekt, auf dem James Blake erneut beweist, warum er so einen Stellenwert in der Szene hat, und das ganz ohne Drama oder Exzesse, sondern eher als zurückhaltender Künstler, der seine Musik für sich sprechen lässt.

E L U C I D & Sebb Bash – I Guess U Had To Be There

Indie-kidz aufgepasst, ELUCID hat eine neue Platte draußen. Der Rapper aus New York ist zusammen mit Billy Woods Teil des Duos Armand Hammer. Sowohl als Duo, wie auch Solo haben die beiden sich in den letzten Jahren vor allem einen Namen für alternative Projekte gemacht, die oft schräge, düstere und verdrehte Lyrics mit ähnlich eindringlichen Beats verbinden. Das Ergebnis sind völlig neue Welten, auf die man sich aber einlassen muss. Hört man sie nur nebenbei, geht zu viel verloren. E L U C I D macht Musik für diejenigen, die gerne genau hinhören und sich von der Musik treiben lassen. Das neue Projekt »I Guess U Had To Be There« ist in Kollaboration mit Sebb Bash entstanden. Sehr starkes Projekt.

Samara Cyn – oooshxt!

Auch für diese Künstlerin würden wir sofort einen Fanclub gründen. Wer so verdammt cool ist, lässig rappt und dabei aber auch noch etwas zu sagen hat – und das Ganze über Beats, die diesen Vibe immer perfekt widerspiegeln. Was sollen wir dazu noch mehr schreiben? Überzeugt euch am besten selber mit Samara Cyns neuem Track »oooshxt!«. Fans von Vince Staples oder den weirden Doja Cat Liedern (ihre besten) sollten hier auf jeden Fall Gefallen dran finden.