Fetty Wap hat seine Haftstrafe verbüßt. Am 7. Januar wurde er entlassen – und laut eigener Aussage stand am 10. Januar schon sein neues Album »Zavier.«. Mit den Sounds überrascht er wahrscheinlich selbst seine treuesten Hörer.
Wer Lines über die harte Zeit hinter Gittern erwartet hat, wird enttäuscht: Auf »Zavier.« singt und fokussiert sich Fetty Wap auf das, was er im Gefängnis wohl am meisten vermisst hat: Romantik. Direkt in seinem ersten Track »Right Back To You« macht er das deutlich: „I’ve been gone for a while, but I came right back to you.“
Zwar ist mit Wiz Khalifa (als Feature auf »Like A Taylor«) einer der prägendsten Künstler des 2010er Hip-Hops vertreten, die Sounds sind aber andere als bei Fetty Waps Durchbruch 2015. Er ist reifer und legt viel Gefühl in seine Stimme. Auf Lines wie „Ate a whole eighth of shrooms, roll a big fat J, baby, I’m about to fade away“ verzichtet er aber nicht.
Dennoch überwiegen die romantischen Anteile auf dem Album. Für das Duett »Real Love« mit Honey Bxby setzt er daher auf minimale Sounds und Violinen statt auf Club-Musik. Rap-Beats wie auf »N LUV« mit Monty sind in der ersten Hälfte des Tapes eher die Ausnahme.
Fetty Waps persönliches Highlight des Albums ist die Lead-Single »White Roses«, auf dem auch seine Schwestern gefeatured sind. Von ihrem Zusammenspiel kann man sich im Musikvideo überzeugen:
Elf Jahre sind eine lange Zeit
Nicht nur musikalisch zeigt sich der Künstler anders. Über den Titel sagt er, dass er selbst Zavier sei. Das sei ein verbesserter Fetty Wap. Er zeigt eine andere Seite von sich, nachdem er aus dem Gefängnis entlassen wurde.
Fetty Waps Fans wissen durch seine früheren Projekte, dass er ein versatiler Künstler ist, der auch mit Gefühlen überzeugen kann. Ganz so viele Gefühle ist man vom Rapper aber nicht gewohnt. Fast schon schnulzig wird es auf »Spot Back« mit Rob McCoy. Mit diesem Track erreicht der Romantiker in Fetty Wap eine neue Ebene.
Wer damit nichts anfangen kann und das ikonische „Yeah Baby“-Adlib vermisst, wird vom Artist aber nicht vergessen. Besonders die zweite Hälfte des Albums richtet sich an diese Hörer. »With It Or What« hätte auch auf dem 2015er Album »Fetty Wap« erscheinen können.
Der Schlussspurt des Albums ist garniert mit Features von Artists wie Max B oder G Herbo. Von der romantischen Thematik rückt Fetty Wap auf »Real Ones« und »Never Tell« gänzlich ab. Für letzteren Song nutzt Fetty Wap die Melodie von Polo Gs »RAPSTAR«. Auf den Tracks geht er auf seine Verurteilung sowie das geteilte Schicksal von Weggefährten ein. Fetty Wap betont aber, dass er diese niemals verraten hätte – eine Eigenschaft, die er von anderen vermisst.



