Soundcheck: Jack Harlow - Come Home The Kids Miss You
Cover via Generation Now/Atlantic Recording Corporation

Jack Harlow – Come Home The Kids Miss You // REVIEW

Jack Harlow dürfte den meisten spätestens seit seinem Hit »Whats Poppin« im Jahr 2020 bekannt sein. Darauf folgten Platzierungen auf der XXL Freshman List, eine Listung in „Forbes 30 under 30“ und Nominierungen für die Grammy- und BET-Awards. Nun, knapp anderthalb Jahre nach dem Erscheinen seines Debütalbums »That’s What They All Say«, brachte Harlow am Freitag sein zweites Album »Come Home The Kids Miss You« auf den Markt. Mit diesem will er beweisen, dass er dem Superstar-Status, den der 24-Jährige inne hat, auch gerecht werden kann.

Auf den 15 Anspielstationen gibt sich Jack Harlow, wie man ihn bereits kennengelernt hat: Charmant und mit einem stetigen Augenzwinkern. Raptechnisch beweist er wieder einmal, wie gut er Bildsprache und Wortspiele beherrscht. Nichtsdestotrotz ist »Come Home The Kids Miss You« inhaltlich ein wenig flach, wenn man bedenkt, dass fast jeder Song sich um das Leben als Superstar und beliebter Junggeselle dreht.

Die Platte ist gespickt mit Referenzen an die 00er Jahre und frühen 2010er, in welchen Harlow aufgewachsen ist. So bezeichnet er sich beispielsweise selbst als »Young Harleezy« in Anlehnung an Lil Wayne und sampled auf dem vorab erschienen Hit »First Class« den Song »Glamorous« von Fergie aus dem Jahr 2006 oder »Beautiful« von Snoop Dogg und Pharrell Williams auf »Side Piece«. Auch die Features auf dem Album scheinen eher wie aus dem Jahr 2009. So finden sich auf der Gästeliste Pharrell Williams, Justin Timberlake und Lil Wayne, welche zwar allesamt große Namen sind, allerding ihren Zenit schon vor einigen Jahren überschritten haben. Die einzige Ausnahme unter den Gastmusiker*innen stellt Drake, als aktuell der vielleicht größte Rapper, zurzeit dar. Der kanadische Superstar, den viele als vielleicht größte Inspirationsquelle für Jack Harlow sehen, gibt sich auf »Churchill Downs« die Ehre und liefert einen Featurepart ab, der genauso gut aus »Nothing Was The Same«-Zeiten entstammen könnte.

Alles in allem ist »Come Home The Kids Miss You« ein Album, welches grundsolide ist und durchaus auch seine Glanzpunkte hat. Die fehlende Tiefe lässt sich ganz einfach mit dem Alter des Protagonisten begründen. Ein 24-Jähriger, der gerade zu einem Weltstar aufsteigt möchte, hat nun mal vor allem eines: Spaß. Und eben das bringt »Come Home The Kids Miss You« mit sich, zeigt aber auch, wie viel Luft nach oben noch vorhanden ist.