Die internationalen Neuheiten der Woche im Überblick. Mit dabei sind Vince Staples, FreshMula und ovrkast.
ovrkast – STRIKING
Ein Album, bei dem unsere Vorfreude wirklich extrem hoch war, vor allem nach der letzten Single »KNOCK« mit Samara Cyn und MAVI. Der Rest des Albums überzeugt uns zum Glück genauso. Jazzige, zum Teil fast schon Lo-Fi-loopige Beats, die uns langsam einlullen, aber im positiven Sinne. Ovrkast stellt sein ganzes Talent als Producer und Rapper zur Schau, auch solo, aber am meisten glänzt er für uns in Kollaboration mit anderen Artists. Sehr grandios zum Beispiel auf »STATIC« mit Joey Bada$$ und Nali oder »HEROES & VILLAINS« mit
MARCO PLUS und Ben Reilly.
Es hat schon einen Grund, warum er mit Earl Sweatshirt auf Tour war, denn genau in dieser Nische überzeugt er auch. Der einzige Schatten, der gerade über Ovrkast liegt, kommt von Outkast, die den Künstler absurderweise verklagen, weil sich die beiden Namen zu ähnlich anhören. Irritiert uns ein bisschen, da wir das nicht von Andre 3000 und Big Boi erwartet hätten. Wir drücken die Daumen, dass sich dieser wirklich dumme Fall legt und dahinter nur gierige Label Executives stecken und nicht Outkast persönlich. Wir empfehlen auf jeden Fall den Namen Lil Wilson, weil der ist wirklich einzigartig.
FreshMula – FUORI DI TESTA
Wenn wir Google Translate glauben dürfen, bedeutet der neue Titel so viel wie „völlig verrückt“. Gefühlt könnte das auch die letzte Zeit des Künstlers FreshMula perfekt zusammenfassen. Ehrlicherweise haben wir den Artist erst auf dem Schirm, weil er als Opening Act für
Tyler, the Creator in Mailand aufgetreten ist. Passenderweise wurde ihm auch der Spitzname Italian Tyler verliehen, der neue Track zeigt ganz gut, wieso. »FUORI DI TESTA« bewegt sich musikalisch zwischen »DON’T TAP THE GLASS« und dem entspannten House, den wir von Artists wie KAYTRANADA kennen.
Aber fast noch mehr als musikalisch überzeugt der Funky-House-Track durch das beeindruckende Schwarz-Weiß-Video, bei dem FreshMula sogar selbst Regie geführt hat. Wir haben schon lange nicht mehr ein Musikvideo gesehen, in dem so wahnsinnig viel Stil gezeigt wurde. Es wird getanzt, aber gleichzeitig auch gezeigt, wie politisch Mode sein kann. Ein wahres Fashion Statement, kein Wunder, dass auch Tyler persönlich Fan ist.
Vince Staples – Tulsa, OK
Es bleibt politisch und da sind wir natürlich direkt bei Vince Staples. Das neue Album
»Cry Baby« wird bei uns immer noch intensiv rauf und runter gehört. Für die Vinyllovers unter uns ist der Track daher nichts Neues, aber alle, die nur auf Streaming-Plattformen unterwegs sind, können nun auch endlich die Single »Tulsa, OK« hören. Es bleibt musikalisch gitarrenlastiger, auch wenn das für einige Fans eine harte Umstellung war, wundert es uns nach wie vor, warum, da auch schon die ersten Projekte deutlich alternativer waren.
Thematisch geht es um den Überfall von Tulsa im Jahr 1921, bei dem weiße Terroristen (auch wenn die USA das bis heute nicht so labeln möchte) eine hauptsächlich Schwarze Nachbarschaft angegriffen haben. In Zeiten, wo wir aktuell wieder von Lynchmorden lesen, denn Selbstmorde sind das sicher nicht, hat der Song leider wieder eine ziemlich aktuelle Relevanz. Aber Vince Staples hat Recht und es gibt nicht das, was mehr Gangsta ist, als sich der Widerstandsbewegung anzuschließen und für das Richtige und Wichtige zu kämpfen.




