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	<title>Interviews Archive - Mostdope</title>
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	<title>Interviews Archive - Mostdope</title>
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		<title>Lavz ist Indie to the Core und gestaltet die Szene neu</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hannah Wietbrock]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Feb 2026 15:47:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Editorials]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer die größeren UK-Releases von weiblichen Artists der letzten Jahre verfolgt hat, wird bestimmt Alben wie »My 21st Century Blues« von RAYE, »NO, THANK YOU« oder »Lotus« von Little Simz oder »We Go Again« von ENNY oder »What A Devastatiing Turn of Events« von Rachel Chinouriri auf dem Schirm haben. Obwohl all diese Projekte musikalisch in unterschiedliche Richtungen gehen und unterschiedliche Genres repräsentieren, verbindet sie jedoch alle etwas: eine ziemlich große Wut und Überdrüssigkeit über ein sehr tiefsitzendes Problem der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Wer die größeren UK-Releases von weiblichen Artists der letzten Jahre verfolgt hat, wird bestimmt Alben wie »My 21st Century Blues« von RAYE, »NO, THANK YOU« oder »Lotus« von Little Simz oder »We Go Again« von ENNY oder »What A Devastatiing Turn of Events« von Rachel Chinouriri auf dem Schirm haben. Obwohl all diese Projekte musikalisch in unterschiedliche Richtungen gehen und unterschiedliche Genres repräsentieren, verbindet sie jedoch alle etwas: eine ziemlich große Wut und Überdrüssigkeit über ein sehr tiefsitzendes Problem der Musikindustrie – eine Industrie, die bewiesenermaßen sexistisch und rassistisch ist und somit vor allem Frauen gerne nur in einem bestimmten Format abbildet. </strong><br><strong>Für diejenigen, die dazwischenstehen, also BIPoC oder queere Frauen oder – god forbid! – queere BIPoC-Frauen, bedeutet es doppelt so viele Hürden und doppelt so viel Arbeit, um nicht mal die gleiche Anerkennung zu bekommen. Zudem leben wir in einer modernen Welt, die gesteuert wird von Social Media, Streamingplattformen und Algorithmen. Wenn wir uns angucken, wer wirtschaftlich Anteile an diesen Plattformen besitzt, reden wir hier nicht über neutrale Algorithmen, die tatsächlich unserem Geschmack dienen.</strong></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="684" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Big-Weekend-2024-BBC-Introducing-Artist-Portraits-Credit-@bbcintroducing-@samnahirny-9-684x1024.jpg" alt="" class="wp-image-20678" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Big-Weekend-2024-BBC-Introducing-Artist-Portraits-Credit-@bbcintroducing-@samnahirny-9-684x1024.jpg 684w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Big-Weekend-2024-BBC-Introducing-Artist-Portraits-Credit-@bbcintroducing-@samnahirny-9-200x300.jpg 200w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Big-Weekend-2024-BBC-Introducing-Artist-Portraits-Credit-@bbcintroducing-@samnahirny-9-scaled.jpg 1710w" sizes="(max-width: 684px) 100vw, 684px" /><figcaption class="wp-element-caption">Lavz by Sam Nahirny</figcaption></figure>



<div style="height:58px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Obwohl fast jede Person mit einem Laptop Musik machen und veröffentlichen kann, ist es dennoch fast nie so schwierig gewesen, aus der Masse an Artists hervorzustechen. Wir haben in den UK nicht mehr das Phänomen von Artists wie <strong>Arctic Monkeys</strong> oder <strong>Lily Allen</strong>, die in den Noughties quasi durch <strong>MySpace</strong> über Nacht weltweiten Erfolg erlangt haben. Wir haben aber auch nicht mehr das Novum, das Grime-Musik mit sich gebracht hat, dieser DIY-Ethos, der aus unbekannten Artists wie <strong>Dizzee Rascal</strong> und der nachfolgenden Drill-Generation internationale Stars gemacht hat. Heute läuft eigentlich alles über TikTok (oder für die Älteren, mich eingeschlossen, einen Tag später über Instagram). Aber was hat das für Auswirkungen auf Indie-Künstler*innen? Was heißt das für Artists, die DIY sind, genug Talent haben, aber eben von ganz unten in der breiten Masse anfangen müssen, ohne große Hilfe oder Backup von einem Label?</p>



<p>Was all diese Künstlerinnen aber auch verbindet, ist die Art, in der sie Musik veröffentlicht haben, nämlich über viele Umwege und mit wenig Unterstützung von klassischen Major-Labels. Die Londoner Indie-Künstlerin Lavz steht gerade vor diesem riesigen Berg an Problemen, Fragen, aber auch endlosen Möglichkeiten. Wir haben zuerst im Januar 2025 mit ihr gesprochen und nun nach einem Jahr noch mal eine Art <strong>Vanity Fair</strong>-Check-up à la <strong>Billie Eilish</strong> gemacht, um zu gucken, was in einem Jahr alles so passiert ist. Die Veröffentlichung ihrer neuen EP »<a href="https://itslavz.bandcamp.com/album/kaos-on-saturn">Kaos on Saturn</a>« wollten wir einmal als Anlass nehmen, um zu schauen, wie es ihr persönlich ergangen ist und was es aktuell eigentlich bedeutet, sich als Frau musikalisch zu verwirklichen.<br></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Indie to the Core, aber was bedeutet &#8220;Indie&#8221; heute eigentlich?</strong></h2>



<p>Aber zu Anfang erst mal die wichtigste Frage zum Vokabular: „Indie“ – ein Wort, das in der Musikbranche ähnlich ausgelutscht ist wie „Authentisch“. Zum einen wird damit das Genre Indie-Rock-Musik bezeichnet, in diesem Fall geht es aber um zwei andere Aspekte. Zum einen geht es hier um den Status des Artists an sich: Ist die Person bei einem Label unter Vertrag? Und auch hier gibt es wieder Unterschiede zwischen Major-Labels wie Warner oder Sony oder halbwegs Indie-Labels wie z.B. <strong>AWAL</strong> oder <strong>Human Re Sources</strong>, die einen Vertrag mit Artists wie Little Simz, RAYE oder <strong>CMAT</strong> haben und von Distribution über Management unterschiedliche Pakete anbieten. <br>Die Artists sind dann technisch gesehen noch unabhängig mit einem eigenen Label, bekommen aber eben Hilfe in gewissen Bereichen der Branche. Diese Firmen sind dann wie ein Dienstleister für die Artists und lassen ihnen deutlich mehr Freiheit, als ein Major-Label es tun würde. Allerdings gehören beide Beispielfirmen wiederum zu <strong>Sony Music Entertainment</strong>. Es gibt also schon eine gewisse Verbindung zu den drei Major-Labels, die den globalen Markt beherrschen, aber eben über drei Ecken und nicht direkt.<br><br>Zum anderen gibt es dann Artists wie Lavz, die keinen Distributionsdeal und keinen klassischen Plattenvertrag mit einem Major- oder Indie-Label haben. Lavz ist das, was wir als richtige Indie-Künstlerin bezeichnen würden: Sie produziert, veröffentlicht und vermarktet ihre eigene Musik. Klar gibt es da auch künstlerische Kollaborationen mit Producern und anderen Artists, aber niemanden, der ihr Entscheidungen abnimmt oder sich um das Organisatorische kümmert. <br>2025 hat Lavz sich als „Indie to the Core“ beschrieben, weil ihr die kreative Freiheit als unabhängige Künstlerin wichtiger war als ein Vertrag mit einem Major. Vor allem hat sie damals abgeschreckt, dass Artists bei solchen Labels als „Paket“ vermarktet werden – mit Songs, die dafür gemacht sind, der Masse zu gefallen und dadurch fast ein bisschen abgemildert sind und sich zu ähnlich anhören. Als würde man einen richtig leckeren, frisch gepressten Saft mit Wasser verdünnen. Funktioniert, um Kinder reinzulegen, mehr zu trinken, aber auf Dauer ist das nicht richtig befriedigend.<br></p>



<p>Für Lavz hat sich die Einstellung zum Unabhängig sein etwas geändert, aber vor allem auch, weil der Begriff nicht mehr so greifbar ist wie früher: „Ja, ich denke, ich bin immer noch Indie. Aber dann frage ich mich, was ist heutzutage die Definition von unabhängig? Denn es wird irgendwie so vermarktet, dass man sich abrackert und alles neben dem Leben und den Verpflichtungen jongliert und sein Ding durchzieht.“ Außerdem bemerkt Lavz diese neue Struktur, in der wir leben. Artists haben mittlerweile mehr Möglichkeiten, ihren eigenen Idealen treu zu bleiben und trotzdem Unterstützung von einem Label oder einer Distributionsfirma zu bekommen.</p>



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<iframe title="Lavz - Under The Sun (BBC Introducing at Radio 1&#039;s Big Weekend 2024)" width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/vrWDdtQC_uQ?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
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<div style="height:49px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>6x work – die Romantisierung des abmühenden Künstlers ist gar nicht so wirklich romantisch</strong></h2>



<p>Was sich bei Rihanna noch nach Spaß und Girlboss-Energie angehört hat, ist im richtigen Leben für Künstlerinnen – egal aus welchem Medium – nicht mehr ganz so witzig. Lavz beschreibt es als „abrackern“ und hat diese Work/Life/Art-Balance jahrelang mitgemacht. Als wir zuerst mit ihr gesprochen haben, hat sie freiberuflich als Special-Effects-Technikerin für Musikerinnen gearbeitet. Sie war damit verantwortlich für Special Effects wie Konfetti oder Pyrotechnik bei Konzerten. Dann hat sie noch Workshops für jüngere Menschen, Kinder und Teenager gegeben und ihnen quasi Musik beigebracht: Songs schreiben und zum Teil sogar Musiktherapie. Ganz nebenbei war sie dann selbst noch Künstlerin und hat eigene Musik aufgenommen. Der Job als Technikerin war aber der, der alles andere finanziert hat – eine Tatsache, die große Resonanz findet. <br>Im Januar 2025 war Lavz Ende Zwanzig und spiegelt damit ziemlich perfekt die moderne Hustler-Generation wider: Wir wollen nicht einen Vollzeitjob haben, der alles einnimmt und uns eventuell am Wochenende Zeit lässt, kreativ zu sein – wenn man nicht zu kaputt ist von der Woche oder die kurze Freizeit schon mit sozialen Verabredungen vollgepackt hat, wie Lavz es auch in ihrem Freundeskreis beobachtet. Die Alternative ist es also, Teilzeitjobs zu haben, aber ein Teilzeitjob kann nicht wirklich die enormen Lebenskosten decken. Denn auch London als Stadt ist nicht günstiger als Hamburg oder Berlin. Also muss noch ein Zweit- oder Drittjob her. Immerhin war der von Lavz schon in der Musikszene, aber dabei ging es eben nicht um ihre eigene Musik, sondern die von anderen. Zwischen den vielen Jobs arbeitet man auf einmal also mehr als vorher und hat noch weniger Zeit und – noch wichtiger – Energie, um sich mit der eigenen Musik zu befassen.<br></p>



<p>Für Lavz war das eine der größten Veränderungen dieses Jahr: „[…] ich hatte das Gefühl, dass mir das keinen Raum ließ, an meiner eigenen Kunst zu arbeiten. Und ich habe die negativen Auswirkungen davon gesehen. Eigentlich muss ich Dinge erschaffen, ich muss meinen Lebensunterhalt verdienen. Aber ich muss auch, für meinen eigenen Verstand und meinen Ausdruck, Kunst machen. Was auch immer ich also tue, um mich zu finanzieren, muss mir diesen Raum lassen. Also dachte ich mir Ende letzten Jahres tatsächlich: Weißt du was? Dieses Jahr, 2026, werde ich mir eine kleine Auszeit davon nehmen und mich auf andere Aufträge konzentrieren, die mir den Raum und den Platz geben, das zu tun, was ich liebe. Und ich denke, weil ich ein bisschen Musikpädagogik mache […] das nährt diese Seite von mir, während ich gleichzeitig als Künstlerin aktiv bin. Ich denke also, das ist eher das Spektrum dieses Jahr, wie es für mich aussieht.“ Ein Schritt, der aber auch viel Mut verlangt, weil man das Beständige und Sichere gegen etwas Erfüllendes, aber auch sehr Unbeständiges eintauscht.<br></p>



<p>Wichtig ist auch, dass wir uns in Erinnerung rufen, dass Lavz einen Großteil der Artists widerspiegelt, die Musik veröffentlichen und weniger als tausend Hörer*innen pro Woche oder sogar Monat haben. Wenn man bedenkt, dass Artists pro Stream weit unter einem Cent verdienen und davon häufig noch etwas an Labels, Management &amp; Co. abgeben müssen, ist schnell klar, warum hier niemand davon leben kann. Ein Grund, wieso Artists wie James Blake mittlerweile ihre eigene Streamingplattform gründen, um diesen unfairen Verhältnissen entgegenzuwirken.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>KI – Die Konkurrenz aus der Tiefe</strong></h2>



<p>Eine der wohl größten Veränderungen im letzten Jahr war die Entwicklung mit KI – ein Thema, das wir beim letzten Mal noch gar nicht besprochen hatten, weil es keinen Bedarf gab und scheinbar aus dem Nichts (für alle außerhalb der Tech-Branche) gekommen ist und alles vereinnahmt hat. Die Streaming-Plattform <a href="https://newsroom-deezer.com/2025/04/deezer-reveals-18-of-all-new-music-uploaded-to-streaming-is-fully-ai-generated/"><strong>Deezer</strong></a> veröffentlichte im April letzten Jahres einen Bericht, dass fast 18 % der neu hochgeladenen Inhalte durch KI erstellt wurden, das sind ca. 20.000 Lieder, die komplett durch KI erschaffen wurden. Im Januar des gleichen Jahres waren es nur 10 %. Selbst BBC Introducing, über dessen Reihe wir auch auf Lavz gestoßen sind, hatte auf einmal einen KI-Song im Radioprogramm. <br>Etwas, das Lavz vor allem auch in ihrer Arbeit mit Jugendlichen mitbekommt, weil einer der Teilnehmenden in ihrem Kurs einen KI-Song präsentiert hat: „Ich musste sogar einen meiner Teilnehmer, der KI benutzt, um einfach kleine Songs und so zu machen, sanft in eine andere Richtung lenken. Er hat nichts veröffentlicht, aber es ist einfach so: Oh ja, ich habe einen Song gemacht, und ich denke mir, in meinem Kopf&#8230; Ich denke: Das ist KI […]. Aber wir schreiben den Song hier gemeinsam in diesem Raum. Hier ist das Instrument, mit dem wir arbeiten. Lass uns sehen, wie du zu dem, was schon da ist, etwas beitragen kannst. […] Die Inspiration, die wir daraus ziehen, ist nicht&#8230; sie ist nicht greifbar. Es geschieht durch unsere gelebten Erfahrungen. Durch die Dinge, die wir hören, sehen, als ob wir es fühlen. Eine Maschine wird das niemals können.“</p>



<p>Für Lavz ist das undenkbar und gibt der Szene und Artists aber auch eine neue Chance. Denn da, wo KI nicht punkten kann, nämlich live, haben Artists die Chance, durch Auftritte richtige Emotionen und Verbindungen zu Fans aufzubauen, die zunehmende KI wird laut Lavz: „Nachfrage danach schaffen, dass mehr Menschen gemeinsam in Räumen sind, in Gemeinschaft, und Dinge live erleben und zwar kein Hologramm, sondern die Person steht vor mir. Ich kann den Schweiß auf ihrer Stirn sehen.“ Das bestätigen auch die Touren von den bereits erwähnten Artists: Little Simz und ihre Lotus Tour, bei der die Hälfte der Show auf einmal wie zu einem riesigen Rave wurde, weil Simz am DJ-Pult stand. RAYE, die live »Ice Cream Man« in der Royal Albert Hall performt und uns zum Weinen bringt. <strong>Charli xcx</strong>, die nach Jahren in der Szene endlich ihren Moment hatte und mit brat die Welt erobert. <strong>Doechii</strong>, die uns in ihre »Alligator Bites Never Heal«-Welt eintauchen lässt. <br>Authentische menschliche Erfahrungen, die aber auch wichtige Repräsentationen für Indie-Artists wie Lavz sind: „für Doechii war es eine sensationelle Zeit. Und ich finde, das ist ein guter Bezugspunkt für mich. Das ist eine queere Schwarze Frau. Noch dazu dunkelhäutig. Und sie rockt es total.“ Auch wenn der Weg dorthin zwar deutlich schwieriger ist, sind dies alles Erfolgsgeschichten die jungen Artists zeigen das es andere Wege gibt und es neben der Eintönigen KI-Masse auch noch Platz für Individualität und Einzigartigkeit gibt. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Frausein in einem chaotischen Universum.</strong></h2>



<p>Alles Erfahrungen, zu denen es in Lavz’ Werdegang durchaus Parallelen gibt. Ihre neue EP »Kaos on Saturn« ist inspiriert von der <a href="https://www.youtube.com/shorts/JoXUa61ol_w">Saturn-Rückkehr</a> und den damit verbundenen großen Veränderungen in Lavz’ Leben: „Dein Saturn- Return ist im Grunde der Punkt im Leben, wo es heißt: Okay, so war dein Leben bis jetzt. Als würde das Leben dir die Leviten lesen. Das Universum liest dir die Leviten. Bist du wirklich glücklich mit dem, was du tust? Wie du dich zeigst? Die Dinge, an die du glaubst, harmonisieren die noch mit dir? Es ist irgendwie wie ein großer Check-in, den ich mit mir selbst hatte. Und aus diesen Momenten heraus begannen sich die Songs zu formen. Frausein sieht für mich also so aus: mein authentischstes Ich. Sich zeigen. Ohne Entschuldigung.“ Es ging ihr vor allem auch darum, mit den wiederkehrenden Mustern zu brechen und nicht alles hinzunehmen, wie es kommt. Floskeln wie: „Es ist wie es ist“ oder „Alles hat seinen Grund“ – genau mit dieser Mentalität brechen, den eigenen Rhythmus wiederfinden und vor allem Gleichgesinnte finden und etwas Neues aufbauen.</p>



<p>Geschafft hat sie das vor allem durch viel Reflexion, aber auch durch drastische Schritte: die Sicherheit ihres Jobs zum großen Teil aufgeben und dafür die ganze Energie in die eigene Musik stecken. „Das Leben rief mich einfach dazu auf, bestimmten Dingen Aufmerksamkeit zu schenken und vielleicht ein paar Sachen nicht mehr schleifen zu lassen, die ich bisher ignoriert hatte, oder Dinge anzugehen, die ich vermieden habe.“ Unterstützung hatte sie dabei von langen Weggefährten wie Producer <strong>Hurricane</strong>, der aus dem gleichen Viertel kommt wie sie, aber auch von neuen Bekanntschaften, die sie per Zufall im Studio getroffen hat, wie <strong>David Ariza</strong>, wo der Vibe-Check einfach stimmte und man spontan zusammen einen Song aufnehmen konnte. Eine Erfahrung, die auch nur möglich war, nachdem Lavz ihren Lebenswandel geändert hatte.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="Brand New Day (prod. Hurricane) [Visualiser]" width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/3Xohs-OKI8w?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
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<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Die EP behandelt all diese Themen, die sie schon länger mit sich trägt. Den Anfang macht »Under The Sun«, ein Lied, bei dem Lavz die Morde an <strong>George Floyd</strong> und <strong>Sarah Everard</strong> verarbeitet hat: &#8220;Dabei sollten wir unsere eigene Kraft nicht vergessen und nicht vergessen, auf uns selbst zu achten, während wir gegen diese Dinge kämpfen. Gegen diese Systeme kämpfen. Sogar die Redewendung &#8220;unter der Sonne&#8221; deutet auf diesen Kreislauf hin. Du hast das schon einmal gesehen. Es ist nur anders verpackt.“ Ein ziemlich schwerer Einstieg. Obwohl die EP musikalisch sehr jazzig und fast schon lo-fi angehaucht ist, sollte einen das nicht ablenken von dem, was gesagt wird. <br>Der erste Track bleibt nicht der einzig schwere. Lavz verarbeitet in ihren Songs Beziehungen, die vorbeigehen, weil eine Person sich nicht weiterentwickelt. Auf dem dritten Track »<a href="https://itslavz.bandcamp.com/track/backpack">Backpack</a>« verarbeitet sie dann quasi alles, was vorher passiert ist, und diesen riesigen Ballast, den sie wie einen Rucksack mit sich trägt: „Ich kann nicht mit leichtem Gepäck reisen, wenn ich wortwörtlich all das Zeug mitschleppe, das ich mich weigere loszulassen. Ich möchte zwar weitergehen, aber an diesem Punkt bin ich daran gewöhnt, es zu tragen.“ </p>



<p>Abgeschlossen wird »Kaos on Saturn« durch die Tracks »Brand New Day« und »<a href="https://itslavz.bandcamp.com/track/reside-ft-tori-cross">Reside</a>«. Es geht um neue Chancen, um neue Liebe und darum, neue Energien kennenzulernen.</p>



<p>Wir haben Lavz quasi ein Jahr begleitet, auch mit der EP. Es geht um ihre persönliche Reise, die große Resonanz finden sollte, weil es so viele Parallelen zum eigenen Leben gibt. Es ist sicherlich kein einfacher Schritt, aber Lavz hat ihn getan und sich einmal gefragt, wo sie gerade steht und wo sie eigentlich hinwill. Dafür musste sie Opfer bringen und hat aber auch einiges gewonnen. Sie hat Frausein für sich definiert, und das bedeutet für sie, kompromisslos sie selbst zu sein – in einer Industrie, die das nicht gerade zu schätzen weiß. Aber wer »Kaos on Saturn« hört, wird wissen, dass es sich lohnt. Und für Lavz und auch für uns hat das Jahr gerade erst angefangen. Vielleicht sollten wir uns das alle einmal zu Herzen nehmen.</p>
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		<title>Verifiziert über das Dasein als sad baddie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Magnus Menzer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Feb 2026 12:14:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
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		<category><![CDATA[sad baddies]]></category>
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		<category><![CDATA[Wien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Für Veri sind Verletzlichkeit und Selbstbewusstsein keine Gegensätze, sondern grundlegende Bestandteile ihrer Attitüde”, heißt es im ersten Beitrag, den wir 2021 über verifiziert veröffentlicht haben. Seitdem hat die Wienerin eine eindrucksvolle Entwicklung hingelegt. Aus der aufstrebenden Newcomerin ist eine unhatebare Szenegröße – mit einer wholesome Community (samt Discord-Server sowie bald auch Livestreams auf Twitch) und gefragten Songwritingskills (unter anderem für Popstars wie JORIS) – geworden. Inmitten aller Veränderung bleibt Veri sich treu. Wien ist noch immer die Comfort Zone und „Verletzlichkeit [&#8230;]</p>
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<p><strong><em>„Für Veri sind Verletzlichkeit und Selbstbewusstsein keine Gegensätze, sondern grundlegende Bestandteile ihrer Attitüde”,</em> heißt es <a href="https://mostdope.tv/next-up/verifiziert-vertraeumt-durch-wien">im ersten Beitrag</a>, den wir 2021 über verifiziert veröffentlicht haben. Seitdem hat die Wienerin eine eindrucksvolle Entwicklung hingelegt. Aus der aufstrebenden Newcomerin ist eine unhatebare Szenegröße – mit einer wholesome Community (samt <a href="https://discord.gg/sQf9nJycEF">Discord-Server</a> sowie bald auch Livestreams auf Twitch) und gefragten Songwritingskills (unter anderem für Popstars wie JORIS) <strong>–</strong> geworden. <br>Inmitten aller Veränderung bleibt Veri sich treu. Wien ist noch immer die Comfort Zone und „<em>Verletzlichkeit und Selbstbewusstsein” </em>bilden auch auf der jüngst erschienen »sad baddie anthem«-EP das Kernmotiv, vielleicht mehr denn je. Wir haben die Künstlerin Track by Track zu der EP und dem Dasein als <em>sad baddie</em> befragt!</strong></p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="verifiziert - sad baddie anthem (prod. Hnnzy)" width="1170" height="878" src="https://www.youtube.com/embed/zVWs-kUUr_0?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
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<div style="height:26px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Der Titel gibt ja schon einiges vorweg, aber wie würdest du in eigenen Worten beschreiben, was die Grundidee der EP ist, auch in Abgrenzung zum Vorgänger »arizona 2012«?</strong></p>



<p>In der EP geht es im Großen und Ganzen um Trennungen und das nicht nur im romantischen Kontext, sondern auch Trennung von Freundschaften und Trennung von sich selbst, also wenn man sich ein bisschen verliert. Dazu kamen dann meine Sad-Baddie-Features, die ja auch alle vereint, dass sie gut darin sind, traurige Songs zu machen. Ein paar von den Songs sind auch in der Zeit entstanden, in der »arizona 2012« entstanden ist. Aber ich wollte das bewusst aufteilen, weil »Arizona« sich für mich wie ein Sommerprojekt angefühlt hat – und »sad baddie anthem« gehört in die kalte Jahreszeit. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>1. »denk drüber nach</strong>« (mit hidden Feature)</h2>



<p>Feature? Nö, das bin ja alles ich. (<em>lacht</em>) Also »denk drüber nach« ist ein Song, in dem es um eine beste Freundschaft geht. Genauer gesagt um eine beste Freundinnenschaft, die immer schon existiert, mit der man wahnsinnig viel erlebt hat, sowohl Gutes als auch Schlechtes, die sich im Älterwerden zwar verläuft – weil es schwieriger wird, sich regelmäßig zu sehen – die im Kern aber trotzdem noch bestehen bleibt. Dafür habe ich eine gute Musikfreundin gefragt, ob sie nicht zwei Zeilen singen möchte. Der Name wird nicht bekannt gegeben. Aber sie hat mir die Ehre erwiesen und diese Zeilen gesungen, weil sie den Song auch sehr gefühlt hat.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><strong>Wir haben beide geweint, auch wenn nur eine müsste</strong>.</p>
</blockquote>



<p><strong>Ich hatte das Gefühl, dass der Song über diese Freundschaft den Rahmen dafür setzt, dass das »sad baddie anthem«-Motiv auch sehr viel mit Solidarität unter „<em>sad baddies</em>” zu tun hat, die du dann wiederum musikalisch zusammenbringst.&nbsp;</strong></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" width="819" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3038-819x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-20628" style="width:248px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3038-819x1024.jpeg 819w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3038-240x300.jpeg 240w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3038-768x960.jpeg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3038-1229x1536.jpeg 1229w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3038-770x963.jpeg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3038.jpeg 1320w" sizes="(max-width: 819px) 100vw, 819px" /></figure>
</div>


<p>Ja voll! Das war mir auch wichtig im Prozess. Ich habe mich viel mit meinen Girls ausgetauscht und mit anderen Musikerinnen. Es war sehr schön, mit vielen Frauen zu arbeiten. Meine A&amp;R (<strong>Lara Bette</strong>, Anm. der Redaktion), die auch viel mitgewirkt hat, zum Beispiel das Cover und mit mir Social-Media-Pläne erstellt hat, die ist selbst auch eine <em>sad baddi</em>e.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>2. »sex and the city</strong>«</h2>



<p>»sex and the city« ist ja der einzige Song, der keine Single war und der ist recht spontan entstanden. Ich war in einer Songwriting-Session mit einem Musiker, der dann früher gehen musste, bin mit dem Produzenten <strong><a href="https://www.instagram.com/markuswilfinger/">Markus Wilfinger</a></strong> noch im Studio geblieben und dann haben wir einfach diesen Song gemacht. Also es hat sich irgendwie richtig schön ergeben. Ich habe schon ein paar Erinnerungen von mir selbst einfließen lassen, aber eigentlich ist es eher die Geschichte einer fiktiven Person, die daheim rottet in Depression und nichts macht, was eigentlich gut für sie ist, außer <em>Sex and the City</em> zu schauen. Für mich war die Hook so ein Bild davon, dass man sich in dieser Leere, damit man wenigstens irgendwas spürt, einen Bootycall anruft, wo wieder etwas aufflammt, aber gleich wieder weg ist und dann geht der ganze Loop von vorne los. Diese Spirale von sich selbst verlieren und sich selbst ablenken – das ist für mich die Geschichte, die »sex and the city« erzählen soll. Das ist der Song, den ich vorhin meinte, als ich von der „Trennung von sich selbst” gesprochen habe.</p>



<p><strong>Wo du gerade Markus Wilfinger erwähnt hast, kannst du uns vielleicht einen Abriss geben, mit welchen Produzenten du in der Entstehung der EP zusammengearbeitet hast?</strong></p>



<p>Bei den meisten Songs hatte <strong><a href="https://www.instagram.com/pradahenny/">Hnnzy</a></strong> seine Finger im Spiel, weil ich mit ihm jetzt ein gemeinsames Studio habe. Seit der »arizona 2012«-EP ist er ein fester Bestandteil meines Teams und hilft mir viel, zum Beispiel was die Sound-Ästhetik betrifft. Er war übrigens auch der Namensgeber der EP.</p>



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<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Insgesamt sind eigentlich alle, die an der EP beteiligt sind, gute Friends von mir, mit denen ich auch schon davor zusammengearbeitet habe. Es war schon alles so in einem Kreis und es ist alles in Wien entstanden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>3. »besser so</strong>«</h2>



<p>Bei »besser so« war <strong>Luna</strong> in Wien und hat mich gefragt, ob wir nicht einen Tag lang Musik machen wollen. Und ich habe mir gedacht: „Unbedingt!” Wir kannten uns schon von einem Songwriting-Camp und hatten uns da voll gut verstanden. Dann haben wir nach einem gemeinsamen Nenner gesucht, worüber wir schreiben könnten – nicht dass man den zwingend braucht, aber es ist halt schon cool für so einen gemeinsamen Song. Dann sind wir auf das Thema gekommen, dass wir beide, bevor wir Musik gemacht haben, beste Freundinnen hatten, die irgendwann nicht mehr so gut damit umgehen konnten, dass wir jetzt auch in dieser anderen Szene stattfinden, die sie irgendwie nicht verstehen. Das ist ziemlich toxic geworden und hat die Freundschaft sehr anstrengend und stressig gemacht. Außerdem war es bei uns beiden so, dass sich die Freundinnen jeweils noch voll an dieser Freundschaft, wie sie davor war, festgeklammert haben und uns basically gesagt haben, dieser Beruf tue uns nicht gut. Dann sind wir beide zum gleichen Fazit gekommen: Es ist ja jetzt viel besser so. Der Freundin tut es nicht gut, wenn sie sich die ganze Zeit darüber ärgert, was wir machen. Und uns tut es nicht gut, wenn uns die ganze Zeit irgendjemand sagt, dass das kein gutes Umfeld ist. </p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" width="576" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3039-576x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-20629" style="aspect-ratio:0.5625000186588459;width:347px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3039-576x1024.jpeg 576w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3039-169x300.jpeg 169w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3039-768x1366.jpeg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3039-864x1536.jpeg 864w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3039-1152x2048.jpeg 1152w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3039-770x1369.jpeg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3039.jpeg 1320w" sizes="(max-width: 576px) 100vw, 576px" /></figure>
</div>


<p>Long story short: Wir haben den Song dann Wort für Wort gemeinsam geschrieben und damit ist »besser so« entstanden. Kurz gefasst geht es darum, dass Freundschaften sich verlaufen dürfen und dass genau das manchmal auch wichtig ist, wenn man nicht in die gleiche Richtung geht.&nbsp;</p>



<p><strong>Hast du das Gefühl, dass die ganze EP so einen heilsam positiven Grundgedanken verkörpert, auch wenn es eigentlich im ersten Eindruck traurige Songs sind?</strong></p>



<p>Ja, ich finde schon. Ich finde genau dafür das Wort »sad baddie« so passend. Traurigkeit macht einen manchmal ein bisschen schwach. Wenn man traurig ist oder enttäuscht wird, dann wird man kleiner. Aber als <em>Baddie</em> hat man dann trotzdem diese Wut. Die wiederum macht einen viel stärker, wenn man so sauer auf irgendwas reinkommt. Eine »sad baddie« zu sein meint dann das Selbstverständnis: „Hey, wir sind gerade traurig, aber wir sind <em>Baddies</em>, deswegen kriegen wir das schon hin!”</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>4. »mein zimmer</strong>«</h2>



<p>Hier war das Writing ähnlich wie bei Luna, dass wir uns überlegt haben, was uns gerade so beschäftigt und durch den Kopf schwebt. Dann sind wir im Gespräch auf ein Thema gekommen, dass man sich irgendwie manchmal, wenn man in so eine Limerence verfällt, in eine Obsession mit einem Crush, dass man sich teilweise ungewollt total für die Person verändert – dass man dann zum Beispiel sein Zimmer so einrichtet, wie es die Person mögen könnte. Und dass man sich durch diesen riesigen, intensiven Crush selbst voll verliert und gar nicht mehr weiß, wer man ist, was man möchte und ob es das überhaupt wert ist. Dann haben wir auch hier jedes Wort zusammengeschrieben und es war insgesamt ein sehr besonderer Writing-Prozess. Wir waren sicher so zehn Stunden im Studio, <strong>Domiziana</strong> hat uns Tarot gelegt und wir haben Tee getrunken – richtig healing irgendwie. Es sind sogar Tränen geflossen während der Session und es war einfach total schön. Wir waren zu viert, mit Hnnzy und <strong><a href="https://www.instagram.com/johannes_madl/">Johannes Madl</a></strong>, und alle waren ganz beseelt am Ende, als der Song fertig war.&nbsp;&nbsp;</p>



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<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>5. »people pleaser</strong>«</h2>



<p>Ja, »people pleaser«, das bin ich nun mal. Ich glaube, das ist der älteste Song von der EP. Den haben wir immer wieder neu gemacht, gemeinsam mit <strong><a href="https://www.instagram.com/foodforthoughtmusic/">Food for Thought</a></strong>, weil ich nicht ganz zufrieden war und das ist jetzt die neueste Version. Aber die Idee von People Pleaser steht auf jeden Fall schon sehr lange. Das war in einer Zeit, in der ich gemerkt habe: Ich mache Dinge viel lieber für andere als für mich selbst. Seitdem ich das gelernt habe, ist es besser geworden. Aber damals konnte ich sehr gut aus dieser extremen People-Pleaser-Perspektive schreiben, weil ich es so gut von mir kenne, dass man Dinge für andere macht, anstatt für sich selbst. Der Song soll dafür so ein Wake-up-Call sein.</p>



<p><strong>Für dich selbst oder für andere People-Pleaser?</strong>&nbsp;</p>



<p>Für andere, dass sie sich beim Hören selbst ertappt fühlen.&nbsp;</p>



<p><strong>Hast du dann auch Feedback bekommen, dass Leute sich darin wiedergefunden haben?&nbsp;</strong></p>



<p>Ja, sehr viel. Sehr viele Girls, wirklich hauptsächlich Frauen eigentlich. Ich weiß nicht, was das aussagt. Aber auf jeden Fall haben sich viele wiedergesehen in dem Text.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>5. »sad baddie anthem</strong>«</h2>



<p>»sad baddie anthem« hatte auch einen sehr schönen Entstehungsprozess. Das war bei einem Songwriting Camp, wo wir Hnnzy spontan mitgenommen haben, weil ein anderer Produzent ausgefallen ist. Es war der erste Tag des Camps, am Attersee im Mai, also richtig idyllisch. Wir hatten unabhängig voneinander Sessions mit anderen Leuten, die so um 10 am Abend vorbei waren. Und dann haben wir gesagt, irgendwie müssen wir jetzt noch was gemeinsam machen. In dieser Nacht ist »sad baddie anthem« entstanden, innerhalb von drei Stunden. Wenn Songs so schnell entstehen, fühlt sich das immer ganz richtig an. Es war so ein Song, den man nach der Session in Dauerschleife anhört, weil man irgendwie noch gar nichts checkt, was man da gerade gemacht hat. Es geht um gefühlt alle meine Ex-Romanzen und Ex-Beziehungen zusammengefasst als eine Person und darum, zu erkennen, wo ich besseres verdient habe. Und dass es auch okay ist, sowas mal durchzumachen, weil ich im Endeffekt, also durch toxische Beziehungen gelernt habe, wo ich meine Bar setzen möchte. My bar is high! Jetzt kriege ich nur noch Princess Treatment. Das soll andere ermutigen, sie auch hoch anzusetzen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" width="590" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3041-590x1024.jpg" alt="" class="wp-image-20630" style="width:261px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3041-590x1024.jpg 590w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3041-173x300.jpg 173w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3041-768x1334.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3041-885x1536.jpg 885w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3041-1179x2048.jpg 1179w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3041-770x1337.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3041.jpg 1320w" sizes="(max-width: 590px) 100vw, 590px" /></figure>
</div>


<p>Ich finde der Song ist so besonders, weil er sehr explizit auf meine Situation geschrieben ist, aber mir trotzdem so viele Leute geschrieben haben, dass sie damit relaten können. Zum Beispiel die Zeile: „<em>Und was du ihr gibst, hast du alles erst von mir gelernt / Wie du sie glücklich machst, bei mir fiel dir das viel zu schwer</em>.” Da haben mir so viele Leute geschrieben, dass sie den Tränen nahe waren.&nbsp;</p>



<p>Was ich auch sehr gerne mag, ist, dass wir in keiner Sekunde überlegt haben, ob wir da einen Drop einbauen oder Drums. Es war von Anfang an ganz wichtig, dass ganz wenig passiert und Stimme und Text im Vordergrund sind. Mit diesem Song war uns klar, wir müssen eine »sad baddie anthem«-EP machen, weil das der Vibe ist, den wir jetzt fahren wollen.&nbsp;</p>



<p>»denkt drüber nach« und »sad baddie anthem« sind auch in der gleichen Woche entstanden. Stilistisch passen sie auch gut zusammen, gerade die beiden Beats. Es war auch lange die Überlegung, ob das ein Doppel-Release wird, dass es nur diese zwei Songs gibt.&nbsp;</p>



<p><strong>Ich finde es spannend, dass du meintest, die toxischen Erfahrungen haben für dich dafür gesorgt, dass deine Erwartungen hoch sind. Ist das nicht ein bisschen kontraintuitiv? Es ist doch oft so, dass Leute eher gegenteilig konditioniert werden und sich dann schon mit dem Minimum zufriedengeben.&nbsp;</strong></p>



<p>Ja, auf jeden Fall. Ich glaube, das ist mir auch passiert. Aber es wurde immer gesünder. Ich war auch länger in einer Beziehung, wo ich dann gemerkt habe, eigentlich tut es nicht so gut. Und ich glaube, daraus lernt man viel darüber zu reden und sich selbst klar zu werden: Wie will ich eigentlich behandelt werden? Wie hätte ich gern, dass meine zukünftige Tochter behandelt wird? Oder wenn ich zum Beispiel sehe, wie meine besten Freundinnen behandelt werden, die eine hat einen Freund, der nicht gut zu ihr ist und ich bin sauer, und die andere hat einen Freund, der sie vergöttert und ich denke mir: Ja, genau so soll es sein. Das hat alles dazu beigetragen, dass man daraus lernt und am Ende die Bar höher stellt.&nbsp;</p>



<p><strong>Am Ende ist der Titelsong tatsächlich die Essenz der EP, oder? Es schwingt diese Traurigkeit mit – das Nachdenkliche, der Rückblick, was schiefgelaufen ist – aber du gehst stärker daraus hervor und ownst es, indem du sagen kannst, dass du das Beste daraus gemacht hast.</strong></p>



<p>Genau! Ich habe auch die Zeile, dass „<em>ich dafür Applaus krieg</em>’.” Einerseits weil meine Freundinnen, mein Umfeld und auch ich selber damals sehr dankbar für die Trennung waren – andererseits aber auch weil ich so viele Songs daraus geschrieben habe, für die bei Konzerten Applaus bekomme.&nbsp;</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><strong>Hätte vor paar Jahr&#8217;n noch keiner gеdacht<br>Dass es irgendwann aus ist<br>Und ich dafür Applaus krieg&#8217;</strong></p>
</blockquote>



<p><strong>Hast du das Gefühl, mit der EP ist das »sad baddie«-Thema erstmal abgeschlossen?</strong></p>



<p>Es schwebt auf jeden Fall gerade ein sehr prägnanter Song im Raum, der eine neue Richtung vorgibt. Das Stichwort lautet <em>„Veri-Victory-Music</em>”. Mehr werde ich dazu gerade noch nicht sagen. Aber es wird Spaß machen!</p>



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<div style="height:42px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
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			</item>
		<item>
		<title>Track by Track: MARNELE über ihre EP »Steppenwolf«</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michail Weiss]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Dec 2025 14:22:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Track by Track]]></category>
		<category><![CDATA[9inebro]]></category>
		<category><![CDATA[Katanna]]></category>
		<category><![CDATA[Luca Bachmann]]></category>
		<category><![CDATA[MARNELE]]></category>
		<category><![CDATA[Matt Mendo]]></category>
		<category><![CDATA[PLH]]></category>
		<category><![CDATA[prod.suki]]></category>
		<category><![CDATA[Salux]]></category>
		<category><![CDATA[Steppenwolf]]></category>
		<category><![CDATA[Traya]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auf »Steppenwolf«, ihrer mittlerweile dritten EP, nimmt sich die Bochumer Rapperin MARNELE den Klassiker von Hermann Hesse frei als Modell und erzählt ihre eigene Geschichte von Zwiespalt zwischen fälschlicher Assimilation und Ausgrenzung durch Ehrlichkeit – alles verpackt in ein Gerüst aus sphärischen Pads, düsterem Drum’n’Bass und dem gelegentlichen 4-to-the-Floor Einschub.&#160; Den Hintergründen der EP sind wir im ausführlichen Track by Track Interview auf die Spur gekommen. 1. Steppenwolf (Intro) MARNELE: Der Song ist entstanden, als ich das erste Mal außerhalb [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Auf »Steppenwolf«, ihrer mittlerweile dritten EP, nimmt sich die Bochumer Rapperin MARNELE den Klassiker von Hermann Hesse frei als Modell und erzählt ihre eigene Geschichte von Zwiespalt zwischen fälschlicher Assimilation und Ausgrenzung durch Ehrlichkeit – alles verpackt in ein Gerüst aus sphärischen Pads, düsterem Drum’n’Bass und dem gelegentlichen 4-to-the-Floor Einschub.&nbsp;</strong></p>



<p>Den Hintergründen der EP sind wir im ausführlichen Track by Track Interview auf die Spur gekommen.</p>



<div style="height:0px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">1. Steppenwolf (Intro)</h3>



<p><strong>MARNELE:</strong> Der Song ist entstanden, als ich das erste Mal außerhalb von Bochum – wo ich eigentlich herkomme – Musik gemacht habe. In Berlin mit <strong>Matt Mendo</strong>. Generell war ich schon voll aufgeregt, überhaupt mit jemand anderem zusammenzuarbeiten und dann auch noch direkt mit Matt.&nbsp;</p>



<p>Eigentlich ist der Song schon älter. Ich mochte ihn die ganze Zeit, aber habe ihn nie als eigenständigen Song, sondern mehr als Intro gesehen. Bei dieser EP hat es sich richtig angefühlt, ihn als Überthema und Intro draufzupacken. »Steppenwolf« ist ja schließlich auch der Titel der EP. Für mich spiegelt er gut die zwei Seiten, die das Thema der EP sind, wider. Zum einen etwas Nachdenkliches und nach innen gerichtetes und zum anderen etwas nach vorne treibendes und nach außen gerichtetes. Der Begriff steht für mich ein bisschen für die Zerrissenheit zwischen den beiden Welten, die koexistieren, aber auch manchmal im Konflikt zueinander stehen.</p>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">2. Alle gleich</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/250803_MARNELE_DanielNguyen3863_Final_HighRes.jpg"><img decoding="async" width="964" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/250803_MARNELE_DanielNguyen3863_Final_HighRes-964x1024.jpg" alt="" class="wp-image-20216" style="aspect-ratio:0.9414102049783177;width:305px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/250803_MARNELE_DanielNguyen3863_Final_HighRes-964x1024.jpg 964w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/250803_MARNELE_DanielNguyen3863_Final_HighRes-282x300.jpg 282w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/250803_MARNELE_DanielNguyen3863_Final_HighRes-768x816.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/250803_MARNELE_DanielNguyen3863_Final_HighRes-1445x1536.jpg 1445w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/250803_MARNELE_DanielNguyen3863_Final_HighRes-1927x2048.jpg 1927w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/250803_MARNELE_DanielNguyen3863_Final_HighRes-770x818.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/250803_MARNELE_DanielNguyen3863_Final_HighRes-1400x1488.jpg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/250803_MARNELE_DanielNguyen3863_Final_HighRes.jpg 1946w" sizes="(max-width: 964px) 100vw, 964px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Foto via Daniel Nguyen</figcaption></figure>
</div>


<p><strong>MARNELE:</strong> Der Song ist in Wien zusammen mit <strong>prod.suki</strong> entstanden. Das war auch unsere erste Session zusammen und hat direkt harmoniert. Es war geil auf dem Song Genre-mäßig bisschen was anderes auszuprobieren. Er macht ja sowieso viel Drum’n’Bass, Jungle-Sachen. Als ich in die Session gekommen bin, war ich erstmal so „Wow, ich weiß nicht, ob ich mich so doll in dieser Richtung sehe“, aber irgendwie sind wir dann doch da gelandet.&nbsp;</p>



<p>Für mich geht es in dem Song um das Gefühl der (Anfang) 20er. Das Gefühl, dass manchmal alles ein Labyrinth ist. In einem Moment ist man voll auf dem richtigen Weg und im anderen Moment gibt es noch tausend andere Wege und Türen, die man auch hätte wählen können. Bezüglich der zwei Seiten der EP findet »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/7JlUB55lWbjWHzGEaYgyX0?si=5520533631b9472c">Alle Gleich</a>« sehr in der Innenwelt statt und spiegelt meine Gedanken wider.&nbsp;</p>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">3. Flügel feat. 9inebro</h3>



<p><strong>MARNELE:</strong> Bei »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/4wjOdlvSIEGOAOWbjJo1oM?si=e06b1e1ea67c44dd">Flügel</a>« haben wir weniger mit einem Überthema, sondern mehr aus dem Gefühl und Bildern im Kopf heraus gearbeitet. Was ich immer mag, ist ein Gefühl von Melancholie und gleichzeitig von Freiheit. Nachts in der Stadt unterwegs sein und sich frei fühlen. Diese Welt liegt mir voll und in der schreibe ich eh gerne.&nbsp;Das war so der Modus vom Song. Die Zusammenarbeit war auch mega nice. Das war tatsächlich das erste Mal, dass ich mit einer anderen Person im Studio zusammen war und hat direkt voll gevibed.&nbsp;</p>



<p>Es war auch cool, sich bei »Flügel« ein bisschen auf die Arbeitsweise von anderen Leuten im Studio einzulassen und sich da ein bisschen mittreiben zu lassen. Gerade bei jemandem, der schon viel länger Mucke macht als ich, war es cool, sich ein paar Sachen anzugucken und sich inspirieren zu lassen.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="MARNELE - Flügel (ft. 9ine) (Offizielles Musikvideo)" width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/oAXhle5Drus?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">4. Verliebt</h3>



<p><strong>MARNELE:</strong> Den habe ich in Wien gemacht, mit dem Produzenten, mit dem ich schon meine erste EP zusammen gemacht habe, der eigentlich aus Bochum kommt (Anm. d. Red.: <strong>Luca Bachmann</strong>). Wir waren in der Session ein bisschen verkatert und hatten deshalb nicht so richtig einen Plan, was wir machen wollen (lacht). Deswegen ist der voll spontan entstanden und mir sehr leicht von der Feder gerutscht.&nbsp;</p>



<p>Das Thema hat sich einfach für mich angeboten, weil es eh etwas ist, was mir häufiger passiert ist und das ich auch in meinem Freundinnenumfeld beobachtet habe. Bei vielen denke ich mir: „Alter, ne Granate, was die alles macht und wie sie drauf ist und was sie dann teilweise für Loser daten.“. Deswegen ist es auch ein bisschen ein Song für meine Freundinnen</p>



<p>Weil ich es schon gerne mag, ernster zu schreiben, war es nice eine Lachkick-Seite von sich auszuprobieren, einfach loszuschreiben und das ganze ein bisschen witziger anzugehen.&nbsp;</p>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">5. NRW Chayas feat. Katanna</h3>



<p><strong>MARNELE:</strong> Entstanden im Ruhrpott natürlich! Wir haben den in Dortmund bei <strong>Katanna </strong>zuhause gemacht. Ich hatte eh schon voll lange Bock, mit ihr zusammenzuarbeiten, weil uns beiden der Ruhrpott ja sehr am Herzen liegt. Da hat es sich angeboten, zusammen eine kleine Hymne zu schreiben. Der Beat trägt das Ganze sehr nach vorne und transportiert diesen Baddie-Modus. Wir hatten einfach Bock, eine Hymne für NRW-Baddies zu schreiben. Es war geil, das mit ihr zusammen zu machen. Diese Dortmund-Bochum-Connection.</p>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">6. Bei dir</h3>



<p><strong>MARNELE: </strong>Den habe ich in Köln gemacht, zusammen mit <strong>Salux</strong>. Der Song spielt wieder in dieser Nachtwelt, die an die EP davor, »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/album/4bhr4cl5AWlMMdfIae9NWB?si=DfUOfOG8TpWav5hxQeZglA">RAUSCH</a>«, anschließt. Ich habe mich einfach in den Beat fallen gelassen und Assoziationen und Bilder aufgenommen, die mir durch den Kopf geschossen sind. Ich hatte direkt einen bestimmten Film im Kopf: Tunnel, Schnelligkeit und Neonlichter.&nbsp;</p>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">7. Move feat. PLH</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MARNELExPLH_2-2.jpeg"><img decoding="async" width="819" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MARNELExPLH_2-2-819x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-20215" style="aspect-ratio:0.7998138731013394;width:247px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MARNELExPLH_2-2-819x1024.jpeg 819w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MARNELExPLH_2-2-240x300.jpeg 240w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MARNELExPLH_2-2-768x960.jpeg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MARNELExPLH_2-2-770x963.jpeg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MARNELExPLH_2-2.jpeg 1000w" sizes="(max-width: 819px) 100vw, 819px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Foto via Presse</figcaption></figure>
</div>


<p><strong>MARNELE:</strong> Ach, da hatte ich einfach Bock mal wieder einen Auf-die-Fresse, Anti-Macker Track zu machen und feministischen Rage ‘rauszulassen. Es ist einfach ein Thema, das mich viel beschäftigt. Auf meiner ersten EP bzw. auf »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/2lY6dcAYcuUyeIQHj8OawV?si=291d5b81f166491e">Macker</a>« habe ich das schon deutlich gemacht. Ich möchte mit meiner Mucke FLINTA-Personen erreichen und es ist eine schöne Vorstellung, die in einen guten Rage-Modus zu bringen.&nbsp;</p>



<p>Der ist in Köln zusammen mit <strong>Traya</strong> entstanden und <strong>PLH</strong> ist dann im Nachhinein draufgesprungen. Ich habe sie vorher schon voll gefeiert und das war dann wie eine Symbiose.&nbsp;</p>



<p><strong><strong>Wie kamst du eigentlich auf »Steppenwolf« als Titel? Spielt das Buch von Hesse schon länger eine Rolle in deinem Leben?</strong></strong></p>



<p><strong>MARNELE: </strong>Ich hab ihn nicht ganz gelesen &#8211; nur den Anfang. Das Buch war auf jeden Fall nicht die krasseste Inspiration, aber generell nehme ich mir oft Buchtitel als Impulse. Sowieso habe ich eine Faszination für Wörter, bei denen ich direkt Assoziationen entwickle. So war es auch bei „Steppenwolf“.&nbsp;</p>



<p><strong><strong>Im Intro sagst du „Niemand will ein Steppenwolf sein“. Willst du das denn?</strong></strong></p>



<p><strong>MARNELE: </strong>Nein, ich verbinde ein Steppenwolf zu sein nicht mit positiven Assoziationen. Darum geht es ja auch im Intro. Wie viel man sich anpassen und dazugehören will oder sich widersetzt und dann außen vor. Ich glaube, da muss man einen Zwischenweg finden. Ein Steppenwolf möchte ich also nicht sein.&nbsp;</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/250803_MARNELE_DanielNguyen4276_Final_HighRes.jpg"><img decoding="async" width="1024" height="827" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/250803_MARNELE_DanielNguyen4276_Final_HighRes-1024x827.jpg" alt="" class="wp-image-20220" style="aspect-ratio:1.2382220658810523;width:430px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/250803_MARNELE_DanielNguyen4276_Final_HighRes-1024x827.jpg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/250803_MARNELE_DanielNguyen4276_Final_HighRes-300x242.jpg 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/250803_MARNELE_DanielNguyen4276_Final_HighRes-768x621.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/250803_MARNELE_DanielNguyen4276_Final_HighRes-1536x1241.jpg 1536w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/250803_MARNELE_DanielNguyen4276_Final_HighRes-770x622.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/250803_MARNELE_DanielNguyen4276_Final_HighRes-1400x1131.jpg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/250803_MARNELE_DanielNguyen4276_Final_HighRes.jpg 2000w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Foto via Daniel Nguyen</figcaption></figure>
</div>


<p><strong>Du meintest ja, dass du generell gerne über düstere Themen wie zum Beispiel die Nacht schreibst. Gibt es etwas Bestimmtes, was dich an diesem Themenfeld begeistert?</strong></p>



<p><strong>MARNELE:</strong> Es fällt mir irgendwie leichter, dazu interessante Bilder im Kopf zu malen. Dieses Märchenhafte hat für mich eine größere Bandbreite als die Stimmung am Tag, wo alles happy und hell ist. Das Nachtthema bietet mehr Tiefe und spannende Symbole für mich.&nbsp;</p>



<p><strong><strong>»Steppenwolf« ist mittlerweile deine dritte EP. Ist vielleicht ein längeres Projekt in Planung?</strong></strong></p>



<p><strong>MARNELE:</strong> (lacht) We’ll see. Ich hätte natürlich schon Bock, aber mal schauen wann. Das muss man natürlich zeitlich packen, weil es eine andere Intensität ist, sich an ein Album zu setzen. Ich mache ja noch andere Sachen nebenbei. Irgendwann wird aber der richtige Zeitpunkt kommen.&nbsp;<br></p>



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<iframe title="Spotify Embed: Steppenwolf" style="border-radius: 12px" width="100%" height="352" frameborder="0" allowfullscreen allow="autoplay; clipboard-write; encrypted-media; fullscreen; picture-in-picture" loading="lazy" src="https://open.spotify.com/embed/album/3iqpesGdtxtBNUAaRM4J0t?si=4To8ti-GStKwAuWrx-9-fw&amp;utm_source=oembed"></iframe>
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<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/track-by-track/track-by-track-marnele-ueber-ihre-ep-steppenwolf">Track by Track: MARNELE über ihre EP »Steppenwolf«</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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		<title>Track by Track zur Debüt-EP: Shelly Coral im Interview über Anfänge, Banalität und Verwirrung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Magnus Menzer]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Dec 2025 14:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Track by Track]]></category>
		<category><![CDATA[3LNA]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[debüt]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein bisschen fühlt es sich an, als wäre Mostdope »von anfang an« dabeigewesen. Zunächst war es einer der ersten Live-Auftritte auf dem Sägewerk-Festival 2024, dann eine süchtig machende Soundcloud-Single und vor zwei Wochen endlich die offizielle Debüt-EP »stuhl im garten«. Unser Autor Magnus hat die Entwicklung mit Begeisterung verfolgt und sich nun im Zuge der Veröffentlichung mit Shelly Coral getroffen, um ihre ganz persönliche Perspektive auf das Entstehen und Gedeihen des Projektes zu hören. Mehr zu den Hintergründen der fünf [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/track-by-track/track-by-track-shelly-coral-ueber-banalitaeten-verwirrung-und-symbolische-anfaenge">Track by Track zur Debüt-EP: Shelly Coral im Interview über Anfänge, Banalität und Verwirrung</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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<p><strong>Ein bisschen fühlt es sich an, als wäre Mostdope »</strong><a href="https://soundcloud.com/shellycoral/vonanfangan?si=81a7ad66e4624f898f19b7ab8e1c48a6&amp;utm_source=clipboard&amp;utm_medium=text&amp;utm_campaign=social_sharing"><strong>von anfang an</strong></a><strong>« dabeigewesen.</strong> <strong>Zunächst war es einer der ersten Live-Auftritte auf dem <a href="https://mostdope.tv/events/saegewerk-festival-2024-unabhaengige-kultur-in-brandenburg">Sägewerk-Festival 2024</a>, dann eine süchtig machende <a href="https://www.instagram.com/p/DG-r0O-sdKC/">Soundcloud-Single</a> und vor zwei Wochen endlich die offizielle Debüt-EP »<em>stuhl im garten«</em>. Unser Autor Magnus hat die Entwicklung mit Begeisterung verfolgt und sich nun im Zuge der Veröffentlichung mit Shelly Coral getroffen, um ihre ganz persönliche Perspektive auf das Entstehen und Gedeihen des Projektes zu hören. </strong></p>



<p><strong>Mehr zu den Hintergründen der fünf Tracks, zu ihrem bisherigen Werdegang und großen Plänen für das kommende Jahr erfahrt ihr im Interview.</strong> </p>



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<div style="height:26px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Würdest du sagen, es gibt ein Grundkonzept, das sich als roter Faden durch die EP zieht?</strong></p>



<p>Ja, ich glaube, das Grundkonzept ist, dass das unsere ganzen Babys, unsere Anfänge sind. Ich glaube bis auf »<em>stuhl im garten«</em> sind alle Songs vor ein bis zwei Jahren, wenn nicht sogar noch früher, entstanden. Es sind vor allem die Songs, die wir zuerst auf Bühnen gespielt haben, die Sachen, die uns geprägt haben, von Anfang an. Man hätte das auch überspringen können, aber ich fand es wichtig, dass sie jetzt in dem Rahmen alle zusammen für sich stehen dürfen, als EP.</p>



<p>Teilweise haben wir Aufnahmen gar nicht nochmal neu <em>recordet</em>, also es sind wirklich die allerersten Aufnahmen von Nico (Anm. d. Red.: Nicolás Lado) aus dem WG-Zimmer. Wir hatten eine Phase, wo wir zum Beispiel bei »von anfang an« dachten: „Als ob wir jetzt einen Soundcloud-Song hochladen, lass den auf jeden Fall nochmal neu machen.” Und dann haben wir uns eine Woche damit rumgeschlagen und waren so: „Nee, der wird nicht nochmal neu gemacht.” Es gibt diese Erwartungshaltung, dass etwas fertig sein muss, und ich glaube, davon haben wir uns kurz beeinflussen lassen, weil wir dachten, ein Song kann ja noch nicht fertig sein, wenn wir ihm nur einen Nachmittag geschenkt haben. Und daraus ist am Ende das gegenteilige Konzept geworden, dass eigentlich alle Songs genau diesen rohen und authentischen Vibe haben.</p>



<p><strong>Ich hatte das Gefühl, dass die Songs auch auf emotionaler Ebene sehr gut zusammenpassen. Für mich liegt der gemeinsame Nenner im heilsamen Akzeptieren und Zulassen unterschiedlicher Gefühlszustände. Siehst du das ähnlich?</strong></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><img decoding="async" width="634" height="640" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Mittel-PHOTO-2025-10-24-17-37-44.jpeg" alt="" class="wp-image-20111" style="width:250px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Mittel-PHOTO-2025-10-24-17-37-44.jpeg 634w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Mittel-PHOTO-2025-10-24-17-37-44-297x300.jpeg 297w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Mittel-PHOTO-2025-10-24-17-37-44-150x150.jpeg 150w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Mittel-PHOTO-2025-10-24-17-37-44-120x120.jpeg 120w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Mittel-PHOTO-2025-10-24-17-37-44-125x125.jpeg 125w" sizes="(max-width: 634px) 100vw, 634px" /></figure>
</div>


<p>Also wir haben sehr viele Songs aus dieser Zeit und für mich passen diese fünf schon auch in eine emotionale Welt. Aber ich glaube, ich habe eine sehr andere Wahrnehmung, was die Songs für mich bedeuten, als was sie nach außen tragen. Was ja auch geil ist!&nbsp;Eigentlich möchte ich gar nicht zu doll vorwegnehmen, was meine Gedanken dahinter sind, weil es ja total schön ist, wenn du zum Beispiel sagst, du ziehst da ein <em>Gesamtgefühl</em> aus den Songs. Ich finde es total interessant anderen Personen zuzuhören, was sie dabei fühlen und wahrnehmen, weil ich meine Version ja natürlich schon kenne.</p>



<p><strong>Du sprichst immer von „wir”, hast auch Nico schon namentlich erwähnt. Als ich dich auf dem <a href="https://mostdope.tv/events/saegewerk-festival-2024-unabhaengige-kultur-in-brandenburg">Sägewerk-Festival</a> gesehen habe, seid ihr ja sogar noch als Shelly Coral &amp; Lado aufgetreten. Der Künstlername ist jetzt kürzer geworden, aber die meisten Songs sind immer noch von ihm produziert. Wie hat sich eure Zusammenarbeit entwickelt?</strong></p>



<p>Genau, es ist fast alles von ihm produziert. Unsere Geschichte ist ein bisschen so: Lado bzw. Nico hatte sein eigenes Musikprojekt, <em><strong>siebzehnzwölf</strong>,</em> und ich war ein krasser Fan davon.<br>Eines Tages hatte ich einen Anflug und meinte zu ihm: „Guck mal Nico, ich muss jetzt wirklich auch mit Musik anfangen, ich muss Produzieren lernen.”</p>



<p>Dann hat er versucht, es mir beizubringen an zwei Nachmittagen, und ich war extrem ungeduldig. Aber wir hatten trotzdem so viel Spaß daran, dass wir uns dann einfach jeden zweiten Tag gesehen und Mucke gemacht haben – das war ungefähr vor zweieinhalb Jahren. Ich sage immer ganz lieb, dass ich ihn ein bisschen aus seinem eigenen Musikprojekt rausgeklaut habe, was glaube ich auch okay ist, und daraus ist am Ende unser Projekt entstanden.</p>



<p>Für mich ist es auf jeden Fall so, dass hinter dem Projekt zwei Leute stehen und eigentlich auch noch viel, viel mehr. Da steht eine große Welt, ein ganzer Freundeskreis aus voll vielen kreativen Köpfen, dahinter. Irgendwann haben wir es uns ein bisschen leichter gemacht, einfach zu sagen: Es ist Shelly Coral, und wir fühlen uns alle dazugehörig. Was ein bisschen lustig ist, weil es halt mein wirklicher Name ist, aber Nico ist da auf jeden Fall nach wie vor und auch in Zukunft komplett mit dabei. Wir haben beide das Gespür dafür, was unser Projekt bedeutet und was nicht. Und wir haben es gemeinsam auf die Beine gestellt.</p>



<p><strong>Du hast gerade den Moment angesprochen, als du das Gefühl hattest, du musst jetzt anfangen, selbst Musik zu machen. Wo kam dieser Drang her?</strong></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" width="1014" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-39-20-1014x1024.jpg" alt="" class="wp-image-20115" style="width:248px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-39-20-1014x1024.jpg 1014w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-39-20-297x300.jpg 297w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-39-20-150x150.jpg 150w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-39-20-768x776.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-39-20-1521x1536.jpg 1521w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-39-20-120x120.jpg 120w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-39-20-770x778.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-39-20-1400x1414.jpg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-39-20-125x125.jpg 125w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-39-20.jpg 1584w" sizes="(max-width: 1014px) 100vw, 1014px" /></figure>
</div>


<p>Ich finde es immer ein bisschen cringe, das so zu sagen, aber ich habe früher mit meiner Gitarre viele Songs für mich selbst gemacht – damals noch auf Englisch. Irgendwann hat mir das nicht mehr gereicht, weil ich leider nicht wirklich gut Gitarre spiele. Dann kam der Punkt, wo ich dachte: „Entweder ich probiere das jetzt richtig oder ich lasse es.” Aus irgendeinem Grund dachte ich damals, dafür müsste ich Ableton können.&nbsp;Aber zu dem Zeitpunkt habe ich auch noch nicht gedacht, dass ich singen kann.</p>



<p><strong>Fühlt es sich jetzt an, als wäre dann doch alles ganz schnell gegangen in diesen zweieinhalb Jahren?&nbsp;</strong></p>



<p>Jetzt ja, jetzt ging schon alles sehr schnell. Aber davor haben wir das ganz, ganz lange nur für uns gemacht, ohne den Plan, dass es rauskommt. »<em>sonne royale</em>« haben wir als Gag hochgeladen. Wir haben viel Quatsch gemacht ohne richtige Ernsthaftigkeit dahinter.</p>



<p>Dass es jetzt diese Form angenommen hat, verdanken wir Leuten wie <strong>Pavelo &amp; Schnell</strong>, dem <strong>Sägewerk- </strong>und dem <strong>Sensus-Festival</strong> – Menschen, die unsere Demos gehört und uns einfach eingeladen haben. Oder auch Elena (Anm. d. Red.: <strong>3LNA</strong>), einer Freundin von mir, die uns einfach mit auf Tour genommen hat, als wir noch nichts draußen hatten. Und erst als ich zum fünften Mal auf der Bühne stand, habe ich realisiert: „Digga, ich glaube, das ist jetzt das, was wir machen.” Dann haben wir uns explizit nochmal Zeit genommen, uns zu sortieren, und irgendwann war es eine richtige Vision, dass wir die Sachen auch veröffentlichen wollen. Aber es hat auf jeden Fall kurz gedauert, bis es bei uns in den Köpfen angekommen ist.</p>



<p><strong>Das ist doch eine gute Überleitung zum ersten Song der EP.</strong></p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1014" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-37-59-1014x1024.jpg" alt="" class="wp-image-20109" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-37-59-1014x1024.jpg 1014w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-37-59-297x300.jpg 297w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-37-59-150x150.jpg 150w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-37-59-768x776.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-37-59-1521x1536.jpg 1521w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-37-59-120x120.jpg 120w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-37-59-770x778.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-37-59-1400x1414.jpg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-37-59-125x125.jpg 125w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-37-59.jpg 1584w" sizes="(max-width: 1014px) 100vw, 1014px" /></figure>
</div></div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>1. »VON ANFANG AN</strong>«</h2>



<p>Wir waren bei Nico zu Hause und ich meinte: „Elena nimmt uns in zwei Wochen mit auf Tour. Wir müssten vielleicht mal noch ein, zwei Songs machen. Und vielleicht laden wir auch einfach mal einen hoch.” Durch den Tourbeginn standen wir tatsächlich ein bisschen unter Zugzwang. <em>»von anfang an<em>«</em></em> ist dann wirklich innerhalb von zwei, drei Stunden entstanden und danach waren wir uns relativ schnell sicher, den auf Tour spielen zu wollen.&nbsp;</p>



<p>Davor waren wir eigentlich viel mehr in so einer Party-Quatsch-Richtung. Deswegen war »<em>von anfang an«</em> für uns zu dem Zeitpunkt noch total fremd, von der Stimmung und auch der Ästhetik. Gleichzeitig waren wir in diesem Modus, endlich einen Song online haben zu wollen, bevor wir zwölf Tage mit auf Tour gehen. Also haben wir den einfach so hochgeladen. Und es ist irgendwie lustig, weil er »<em>von anfang an«</em> heißt – und so viel ausgelöst hat. Auch wenn er „nur” auf Soundcloud war.</p>



<p>Mittlerweile ist der Song für mich sehr, sehr symbolisch geworden. Es ist auch einer der Songs, die ich gerne von mir selber noch höre und genieße, weil er für mich persönlich so sinnbildlich ist. Ich habe das Gefühl, dass er mit mir mitwächst.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>2. »100 MEILEN</strong>«</h2>



<p>Den habe ich mit Parsa (Anm. d. Red.: Parsa Sarraf) zusammen gemacht. Und das war für mich auf jeden Fall ein klassischer Fall von: Ich hab den gemacht, dann hab ich eine Woche nicht drüber nachgedacht, dann hab ich den gehört und war so: „Was geht? Der ist ja voll nice.” Der war irgendwie einfach plötzlich da.</p>



<p>Ich schreibe gerne aus traurigeren Emotionen heraus, weil die für mich musikalisch am leichtesten zu greifen sind. An dem Tag, als ich den Song geschrieben habe, hatte ich Sehnsucht nach einem Ort der Ruhe – einem Ort, wo man alles ablegen kann und sorglos ist. Das ist bei mir voll assoziiert mit Meer und Sonne. Und aus diesem Gefühl ist »<em>100 meilen«</em> entstanden.</p>



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<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>3. »DELFINE IN DER SPREE</strong>«</h2>



<p>»<em>delfine«</em> habe ich alleine auf Gitarre geschrieben. Das ist ein Jugendsong von mir. Der ist sehr alt, vielleicht vier Jahre.Deshalb ist er für mich sehr weit entfernt, aber gleichzeitig bedeutet er mir nach wie vor wahnsinnig viel. Und weil es jetzt genau darum ging, alle Songs, die unsere Wurzeln und Anfänge darstellen, auf die EP zu packen, war es mir sehr wichtig, dass der auch dabei ist.</p>



<p>Ich habe den für mich geschrieben, lange liegen gelassen und dann haben ihn immer wieder andere Leute gehört, und mich gefragt, ob er noch veröffentlicht wird, weil er so viel in ihnen ausgelöst hat.&nbsp;Es gibt 87 Milliarden Versionen davon. Ich habe ihn mit meiner Mitbewohnerin aufgenommen, wir haben ihn auf Klavier gespielt, wir haben ihn auf Gitarre gespielt, es gibt die Anfangsversion von mir und noch viele mehr. Dieser Song wurde wirklich komplett zerlegt. Aber am Ende haben wir uns auch da wieder für eine relativ ältere, unaufgeregte Version entschieden. Dabei war das so ein Song, wo viele Leute meinten: „Das ist ein Hit. Den machen wir ganz groß.” Gerade deshalb finde ich es sympathisch, dass keiner den so richtig geknackt und zum Hit gemacht hat und wir stattdessen die Entscheidung getroffen haben, ihn einfach so klein zu lassen, wie er am Anfang war. Ich finde, das steht ihm sehr gut und für mich ist er auch gar nicht so traurig.</p>



<p>Es ist wie bei <em>»100 meilen«</em> eine Art Utopie, die ich geschrieben habe, nach dem Gedankenspiel von diesem Kreislauf: Wenn alle heulen würden, dann würden die Tränen wieder in die Wolken gehen. Wenn die Tränen in die Wolken gehen, dann regnet es ganz viel und dadurch kann die Stadt sich regenerieren. Deswegen schwimmen irgendwann Delfine in der Spree.</p>



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<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>4. »STUHL IM GARTEN</strong>«</h2>



<p>»<em>stuhl im garten«</em> haben wir vor einem Monat geschrieben, auch aus dem Bedürfnis heraus, einen aktuelleren Song dabei zu haben.&nbsp;Wir haben uns über meinen Geburtstag aufs Land verkrochen, Nico und ich. Das war schon für sich voll schön, weil wir über die letzten zwei Jahre immer wieder mit anderen Leuten gearbeitet und rechts und links ganz viel ausprobiert haben.<br>So hatten wir nochmal ein paar Tage zu zweit auf dem Land und haben einfach unsere kleinen Songs nach Hause gebracht, unter anderem auch diesen.</p>



<p>Ich habe&nbsp;»<em>stuhl im garten«</em> tatsächlich mit einem konkreten Bild im Kopf geschrieben: Überall sitzen Leute in diesen weißen Plastikstühlen und warten auf den nächsten Tag. Es ist ein generelles Gefühl von Stillstand. Du kannst nicht so richtig was verändern, aber eigentlich willst du. Und gleichzeitig hat es auch etwas total Friedliches, auf diesem Stuhl zu sitzen.&nbsp;Als ich dann Geburtstag hatte, mochte ich den Gedanken, dass man irgendwann, wenn man alt ist, auch auf genau so einem Stuhl in seinem Blumengarten sitzt – dass wir überhaupt alle an den schönsten Orten der Welt auf diesem unglaublich hässlichen Plastikstuhl sitzen. Mit solchen Banalitäten und alltäglichen Sachen spiele ich sehr gerne.&nbsp;</p>



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<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>5. »TAGE NIE GEZÄHLT</strong>«</h2>



<p>»<em>tage nie gezählt« </em>&nbsp;kommt von einem Tag, an dem es mir nicht so gut ging. Die gibt es auch. Da habe ich dann ganz doll Vermissungen oder Sehnsüchte. In dem Fall habe ich an eine Person geschrieben, die ich sehr, sehr vermisse. Das fühlt sich so an, wie <em>mein</em> Song <em>für mich</em>. Er ist wirklich sehr persönlich und deshalb auch keine Single, weil es nichts ist, womit ich mich profilieren möchte. Der Song ist ein Teil des Ganzen und hat da seinen richtigen Platz.</p>



<p>Viel mehr kann ich dazu gar nicht sagen. Im Kern ist die Message: Zähl&#8217; die Tage nicht, am Ende ist es scheißegal, wie lange etwas her ist, wenn das Gefühl da ist. Was auch immer die Person fühlt, die den Song hört – fühl’ es! Und wenn es dir nichts gibt, dann hör’s nicht…</p>



<p><strong>Zur EP gibt es auch eine Release-Party – mit welchen Gefühlen blickst du darauf?</strong><br><br>Das wird sensationell! Das wird so ein Full-Circle-Moment. Alle unsere Leute sind da, die ganzen Menschen, die uns bis hierhin begleitet haben.</p>


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</div>


<p>Ich habe früher, wenn man mich gefragt hat, was ich mal werden möchte, immer gesagt: Egal was es ist, ich will so arbeiten, dass alle meine Freunde mit mir arbeiten können und wir irgendwas Geiles machen. Und heute – als ich mit einer Freundin im Café saß und wir ein Plakat designt haben – hatte ich den Moment, in dem ich realisiert habe, dass wir jetzt genau das machen. Das ist so schön, weil morgen einfach so viele Freunde von mir da sind, die an diesem Projekt mitgearbeitet haben, auf ihre kreative Art und Weise. </p>



<p>Ich habe eine verfickt geile Bubble – wir sind richtig tolle, talentierte Leute. Deswegen ist diese Party für uns alle: Wir haben dieses Projekt nach Hause gebracht, alle zusammen. Darüber freue ich mich total und bin voller Stolz, das morgen zu zeigen.</p>



<p><strong>Was können wir im nächsten Jahr von euch erwarten?</strong></p>



<p>Ich will nicht zu viel vorwegnehmen. Aber es kommen richtig viele geile Projekte. Wir hätten uns nicht so viel Zeit gelassen mit unserem ersten Release, wenn wir nicht schon die nächsten Sachen in Petto hätten. Und ich glaube, es wird sehr überraschend sein.&nbsp;Wir probieren in unserem nächsten Projekt, vieles neu zu denken und etwas zu machen, was man so nicht erwarten würde. Ich finde nämlich, dass Verwirrung ein geiles Tool ist, das man zu wenig nutzt. Es könnte also vielleicht verwirrend sein, aber es wird verwirrend gut!</p>



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		<title>Shut the F*ck up und hört Uzi Freyja zu</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hannah Wietbrock]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Nov 2025 12:40:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hierzulande ist Uzi Freyja noch kein allzu bekannter Name, was sich hoffentlich jetzt ändern wird. Die Künstlerin ist geboren in Kamerun und dann als Teenagerin nach Frankreich gekommen. Musikalisch hätte man ihre Musik früher als Punk bezeichnet, weil es neu und aufregend ist, weil Freyja aber eine schwarze Frau ist, wird sie gerne mal in den Hip-Hop Topf geworfen. Die Einflüsse sind auch da, vor allem in ihrer Art zu rappen, aber das ist zu einfach (und faul) gedacht. Solange [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/shut-the-fck-up-und-hoert-uzi-freyja-zu">Shut the F*ck up und hört Uzi Freyja zu</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Hierzulande ist Uzi Freyja noch kein allzu bekannter Name, was sich hoffentlich jetzt ändern wird. Die Künstlerin ist geboren in Kamerun und dann als Teenagerin nach Frankreich gekommen. Musikalisch hätte man ihre Musik früher als Punk bezeichnet, weil es neu und aufregend ist, weil Freyja aber eine schwarze Frau ist, wird sie gerne mal in den Hip-Hop Topf geworfen. Die Einflüsse sind auch da, vor allem in ihrer Art zu rappen, aber das ist zu einfach (und faul) gedacht. Solange es Musikbegeisterte aber überhaupt dazu bringt, ihr eine Chance zu geben, steht sie da drüber.</strong></p>



<p><strong>Aktuell ist Uzi Freyja als Opening Act für Noga Erez unterwegs. Wir hatten die Gelegenheit mit ihr via Zoom über ihr letztes Album »Bhelize Don&#8217;t Cry« und ihre lange &#8211; und sind wir ehrlich richtig harte &#8211; Reise zu sprechen, die sie durchgemacht hat. Es gibt einiges, das sie wütend macht, aber auch einen Lichtblick am Horizont. Uzi Freyja hat viel zu sagen und verdient es, das man ihr zuhört.</strong></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_Tom_Kleinberg_04.jpeg"><img decoding="async" width="819" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_Tom_Kleinberg_04-819x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-20057" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_Tom_Kleinberg_04-819x1024.jpeg 819w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_Tom_Kleinberg_04-240x300.jpeg 240w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_Tom_Kleinberg_04-768x960.jpeg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_Tom_Kleinberg_04-1229x1536.jpeg 1229w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_Tom_Kleinberg_04-770x963.jpeg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_Tom_Kleinberg_04-1400x1750.jpeg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_Tom_Kleinberg_04.jpeg 1440w" sizes="(max-width: 819px) 100vw, 819px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Uzi Freyja by Tom Kleinberg</figcaption></figure>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Hannah: Du bist bald mit Noga Erez auf Tour und Opener zu sein ist nicht immer eine leichte Aufgabe, je nach Publikum. Wie fühlst du dich damit, gibt es eine gewisse Angst, oder reine Vorfreude?</strong><br>Uzi Freyja: Ich denke, es ist beides, denn als Opener kann man sagen, dass es nicht um einen selbst geht. Manchmal kommen die Leute, wenn du mit dem Singen fertig bist. Man weiß es vorher nicht. Das kann ein bisschen Angst machen, weil man vor zwanzig oder zehn Leuten auftreten kann. Sie sind nicht gekommen, um dich zu sehen, verstehst du? Und das kann ein bisschen stressig sein und man kann denken: &#8220;Oh mein Gott, vielleicht bin ich nicht gut genug.&#8221;</p>



<p>So muss man also an seinem Verstand arbeiten, denn das kann schwierig sein. Aber es ist auch aufregend, weil man die Möglichkeit hat, neue Leute kennenzulernen und seine Arbeit vor Leuten zu zeigen, die einem nie zuhören würden. Und es ist für mich wie ein Speed-Dating. Ich habe sozusagen 30 Minuten Zeit, um ihnen zu zeigen, wer ich bin. Und wenn sie mich lieben, Ja, wenn sie es nicht tun ist das in Ordnung. Aber das ist es, was meiner Meinung nach die beiden Ängste ausmacht. Und ich bin auch super aufgeregt, weil ich nicht weiß, wie man als Opener für eine Künstlerin wie sie auftritt, aber super cool.</p>



<p><strong>Ich finde die Metapher des Speed-Datings wirklich gut.</strong><br>Ja, für mich ist es wirklich wie eine spirituelle Sache. Du hast 30 Minuten Zeit, um dich zu präsentieren und den Leuten zu zeigen, was du ihnen am besten bieten kannst. Also los geht’s.</p>



<p><strong>Ich habe online einige Live-Auftritte von dir gesehen und ich liebe die Energie, die du mit auf die Bühne bringst. Aber was ich auch richtig gut finde, ist deine Band, die nur aus Frauen besteht, was leider nach wie vor sehr selten ist. Das sieht man nicht so oft, wie man sollte. Und ich halte das für sehr, sehr wichtig.</strong><br>Deshalb bin ich auch ein bisschen sauer, da ich ein Opener bin, habe ich nicht viel, was ich vorzeigen kann. Ich werde also meine Show nicht mit meiner Band präsentieren.<br><br><strong>Oh, okay.</strong><br>Ja, das ist wirklich das, was mich mehr beunruhigt, als der Opener zu sein, denn es wird das erste Mal sein, dass ich alleine auftrete, ohne dass meine Mädels im Hintergrund sind und mir Liebe geben und so. <br><br><strong>Und wie bereitet man sich darauf vor?</strong> <br>Als Opener kann man nicht alles machen, was man will. Zumindest, wenn man kein bekannter Opening Act ist. Aber wenn man kein großer Name ist, der die Tür öffnet, dann habe ich nur 30 Minuten Zeit, um den Menschen zu zeigen, wer ich bin. Dem Publikum zu vermitteln, warum sie mich sehen müssen und zu mir kommen sollen, um etwas Größeres und mehr zu erleben. Um mich im Gesamtpaket zu sehen. Ich stimme dir aber vollkommen zu, es ist super seltsam, wenn man eine weibliche Rapperin hat, hat man auch immer einen Mann auf der Bühne. Immer Männer, die irgendwas machen. </p>



<p>Für mich war es wirklich wichtig, dass ich mit meinen Mädels zusammen bin. Ich bin natürlich ich selbst, sie stehlen mir nicht das Licht oder so. Mädchen auf der Bühne zu haben, das ist, als wenn du mit deinen Freundinnen zusammen bist. Als wir in der Highschool waren und die Leute dich schikaniert haben und du nicht wusstest, was du tun sollst und du deine Mädels im Rücken hattest, dachtest du dir: „Ja, ich werde die Schlampe verprügeln. Was soll der Scheiß? Ich werde ihr den Arsch versohlen!“ (lacht). Das ist also der Grund, ich weiß nicht, wie ich diese Energie erklären soll.</p>



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<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Das ist etwas besonderes, vor allem weil es auch zeigt das wir alle Instrumente genauso gut spielen können.&nbsp;</strong><br>Ganz genau. Dazu haben wir eine lustige Geschichte: Ich und meine Schlagzeugerin <strong>Doriane</strong> (Doriane Gamba) traten bei einem Festival in Frankreich auf. Als wir geprobt haben, kam ein Mann – manchmal sage ich einfach: Ich mag keine Männer, aber ich toleriere sie – der kam und sagte: &#8220;Oh, mein Gott, ich bin ein Schlagzeuger. Aber, weißt du, du wirst besser sein, wenn du sitzt, um die Trommel zu schlagen, denn, weißt du, lass es mich dir erklären.“ Der fing an, ein Mansplaining zu machen. Ich habe ihn angeschaut, und ich war kurz davor, zu sagen: „Jo, was soll der Scheiß? Halt die Fresse!.“ Und Doriane sagte zu mir, lass ihn doch sein Ding machen. Sie ist einfach besser als er. Das war&#8217;s.</p>



<p>Sie ist besser als er, weil sie im Stehen auftreten kann. Das kann er nämlich nicht. Deshalb müssen sie kommen und Ihre Schwäche zeigen. Aber diese Art von Menschen gibt es bei uns immer. Also. Ja, Frauen auf der Bühne zu haben, ist ein tolles Gefühl. Wir sind eine Band. Wir können gegen alle Leute kämpfen, aber meistens beschützen sie die Leute vor mir (lacht).<br><br><strong>Es ist also ein gutes Gleichgewicht (lacht)</strong><br>Ja, sie sind bei sowas entspannter als ich. Sie wollen mich beschützen, aber sie sind einfach zu nett. Sie lächeln, Ich? Wenn mir jemand sowas sagen würde, ich würde ihm sagen: „Halt deine Fresse!“. Aber ich bin auch das Baby, ich bin die jüngste in der Band.<br><br><strong>Ja, ich denke wir müssen lernen unsere Energie nicht an solchen Menschen zu verschwenden.</strong><br>Ganz genau. Ich verschwende meine Energie nicht mehr, aber das Problem ist, dass ich meinen Mund zwar halte, aber mein Gesicht zeigt die Untertitel (lacht).</p>



<p><strong>Ich möchte mehr über deinen Sound sprechen, denn deine Musik wird meist als eine Mischung aus Hip-Hop, Techno und Elementen des Punk beschrieben. Nachdem ich »<a href="https://www.youtube.com/watch?v=P5mhzemQh_0&amp;list=PLJkOSRPJdKc_WKOe_XdgUHS--cM4J7cmE">Bhelize Don&#8217;t Cry</a>« gehört habe, verstehe ich das auch. Aber ich finde auch, dass es eine Art “fauler Journalismus“ ist, wenn man versucht, deine Musik in bestimmte Schubladen zu stecken. Es steckt viel mehr dahinter, es gibt viel mehr unterschiedliche Einflüsse. Wie geht es dir damit?</strong><br>Ich kann sagen, dass es wirklich schwer ist, Musik zu machen, wenn man nicht aus einer Familie kommt, die schon einen Fuß in der Musikindustrie hat oder einen finanziell unterstützt und hilft, seine Karriere aufzubauen. <br>Die Leute mögen normale Musik, in Frankreich sind das französische Popsongs, französischer R&amp;B oder was auch immer. Wenn man ihnen also etwas anderes präsentiert, werden die Leute das nicht verstehen. Ich kam einfach so an, mit meinen großen Brüsten, mit meinen Schuhen, mit meiner lauten Stimme und ich sagte: &#8220;Okay, ich bin hier!&#8221; Ich bin einfach angekommen als eine Frau, eine schwarze Frau, die sich einen Dreck um ihre Stadt schert. Als ob ich mich eines Tages langweilen könnte. Meine Haare sind immer anders. Manchmal zeige ich meinen Körper auf der Bühne, weil ich einen Rock trage.</p>



<p>Das können die Leute alles noch tolerieren und dann kommt meine Musik und auf einmal ist es untolerierbar. Am Anfang, als ich meine beiden EPs gemacht habe, war das ein wirklich großer Kampf. Die Leute konnten meine Musik nicht verstehen, deshalb versuchten sie ihr einen Namen zu geben, damit die Leute wissen, was ich tue. Nenne es Hip-Hop, Rap, Punk oder was auch immer du willst. Ich will meine Energie nicht darauf verschwenden. Ich mache Musik. Das war&#8217;s.</p>



<p>Ich finde das ein bisschen heuchlerisch. Die Leute wollen dich immer in ein bestimmtes Genre stecken, aber die gleichen Leute hören ja privat auch nicht nur das gleiche Genre. Zeige mir jemanden, der nur Jazzmusik hört, oder jemanden, der nur Elektromusik hört. Wir hören verschiedene Arten von Musik, denn so ist der Mensch. Aber was ich nicht verstehe ist, warum du versuchst, mich in eine Kiste zu stecken? Damit es für sie einfacher ist, mir zuzuhören und weil sie sich dabei wohl und sicher fühlen. </p>



<p>Das ist Musik. Wenn ich eines Tages einen reinen Rapsong machen möchte, werde ich das tun. Wenn ich einen Popsong machen will, dann tue ich das. Es ist Musik und es sind dieselben Leute, die dich andersrum schikanieren würden, wenn ich immer nur die gleiche Musik machen würde. Dann würden sie sagen, dass ich immer nur den gleichen Scheiß mache und meinen Sound nicht erneuere. Sie haben immer etwas zu sagen. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><strong>Die Menschen sind manchmal so dumm (&#8230;). Sie kennen die Definition von Punk nicht. Punk am Anfang war etwas seltsames, etwas, bei dem man viele Dinge mischt, um etwas neues zu schaffen, das ist es, was ich mache.</strong></p>
</blockquote>



<p>Es ist noch schwieriger, wenn man eine Schwarze Frau ist. Die Leute haben so viel zu sagen über mich: „Du musst solche Musik machen. Oh mein Gott, du bist zu groß, um einen Rock zu tragen, oh mein Gott, so schön bist du nicht. Sei reich, verändere deinen Körper. Tu dies, tu das.“ Lass mich einfach in Ruhe, verdammt. Also tue ich die Dinge, die ich tun möchte. Früher habe ich es zugelassen, dass die Leute mir den Kopf verdrehen und mir das Gefühl geben, dass ich nicht gut genug bin. Als ob ich nicht das Gleiche verdient hätte.</p>



<p>Weißt du, ich sehe so viele Musiker*innen, die mit mir angefangen haben und viel schneller gewachsen sind. Ich habe nicht die gleichen Chancen wie sie und ich arbeite härter. Ich versuche also das was ich tue zu genießen. Wenn du dich also besser fühlst, wenn du einen Namen für meine Art von Musik hast, dann tu es. Aber sie sollen mir diesen Namen nicht aufzwingen. Die Menschen sind manchmal so dumm. Ich weiß nicht, ob man das schreiben kann, aber die Leute sind so dumm. Sie kennen die Definition von Punk nicht. Punk am Anfang war etwas seltsames, etwas, bei dem man viele Dinge mischt, um etwas neues zu schaffen, das ist es, was ich mache.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_010-1024x683.jpeg"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_010-1024x683.jpeg" alt="" class="wp-image-20058" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_010-1024x683.jpeg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_010-300x200.jpeg 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_010-768x512.jpeg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_010-360x240.jpeg 360w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_010-720x480.jpeg 720w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_010-770x513.jpeg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_010-1400x933.jpeg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_010.jpeg 1440w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Uzi Freyja by Tom Kleinberg</figcaption></figure>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Das ist wahr und ich denke, wie du schon sagtest, vor allem du als Schwarze Frau, wirst immer in diese Kategorie gesteckt: es gibt nur R&amp;B und Hip-Hop, und du kannst im Grunde keine andere Art von Musik machen.</strong><br>Ganz genau.<br><br><strong>Das gilt auch für männliche Schwarze Künstler in der Rockindustrie. Aber für Frauen ist es noch schwieriger.</strong><br>Noch härter. Außerdem werde ich mit einer Menge Sexualisierung konfrontiert. Leute, die zu mir kommen und mir sagen, ich sei zu sexuell mit meiner Musik. Ich sage nicht, dass ich garnicht über Sex spreche, aber haben sie mir zugehört? Sie sagen, dass sie darüber besorgt sind. Über die Tatsache, dass ich meine Sexualität so auslebe. Ja, aber das ist nur ein Lied, vielleicht zwei. Aber es gibt 12 Songs auf meinem Album. Wovon zum Teufel reden wir also? Und dann stelle ich die Frage: &#8220;Okay, aber hast du die gleiche Frage auch dem Typen gestellt, der im Grunde genommen nur solche Songs macht?&#8221;<br>Nur Lieder darüber, wie sie eine Frau zerstören werden und dergleichen. Haben Sie die gleiche Frage auch den Männern gestellt? Es ist schwer und ich habe nicht den einfachen Weg gewählt. Aber hier sind wir nun.</p>



<p><strong>Ich denke an die Zeit, als ich eine Teenagerin war. Es gab nur wenige Schwarze Frauen in der Musikbranche, die sehr erfolgreich waren. Aber alle Frauen, mit denen ich musikalisch aufgewachsen bin, waren trotzdem &#8220;ein Typ&#8221;. Sie waren alle sehr, sehr dünn. Sie haben ihre Musik meistens nicht selbst geschrieben. Es war übersexualisiert, aber auf eine Art und Weise, die dem männlichen Publikum gefallen soll. Wie soll ich mich dabei fühlen? Ich finde deine Songs deshalb so großartig, weil es darin um Zustimmung geht und darum, wie man seine eigene Sexualität zu seinen eigenen Bedingungen ausdrückt. Ds ist etwas sehr Wichtiges.</strong><br>Sage das nicht zu laut. Sie hören uns zu und sagen: „Du magst keine Männer“ Ich sage, wie zum Teufel kann ich Männer nicht mögen, meine Katze ist ein Mann. Mein Kater ist buchstäblich ein Mann (lacht).</p>



<p><strong>Ja, es ist wirklich schwer. Und ein anderes Thema, das damit eng verbunden ist, ist Female Rage. Du hast viele Songs über Ärger und Wut auf deinem Album und es sind im Grunde dieselben Leute, die Frauen, egal ob wir über Wut reden, singen oder rappen. Sobald es um Wut geht werden wir alle in einen Topf geworfen…</strong><br>…Du bist immer wütend, du beschwerst dich immer. Ich finde das echt lustig, weil wenn ich Männern zuhöre, einigen Männern heutzutage, die reden ständig darüber, “Gangster“ zu sein. Aber die meisten haben nie jemanden sterben sehen. Die meisten waren nie wirklich in einer Prügelei. Die meisten haben nie eine Waffe gehalten, die meisten sind überhaupt nicht “Gangster“. Ich habe auf der Straße gelebt. Selbst jetzt habe ich nicht genug Geld auf meinem Konto, um meine Katze und mich zu füttern, Gott sei Dank sind wir schon am Ende des Monats. Ich rede über meine Struggles.&nbsp;Aber ich struggle, weil ich drei- oder viermal so hart kämpfen muss wie alle anderen. Weil ich beweisen muss, dass ich hier bin. Und das macht mich wütend, das bringt diese Wut in mir hoch. Abgesehen davon habe ich ja auch noch mein privates Leben.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><strong>Ich will keine starke Frau mehr sein. Ich will einfach nur eine normale Frau sein.</strong></p>
</blockquote>



<p>Ich bin wütend über mein Leben. Ich bin wütend, dass ich als Schwarze Frau geboren wurde, weil ich es lange Zeit gehasst habe, dass ich als Schwarze Frau geboren wurde. Ich hatte das Gefühl, alles stürzt nur auf mich ein. Mein Name klingt nicht „afrikanisch“, also wenn ich zu Jobinterviews gehe und sie mich sehen, sind sie so: „Oh mein Gott, du sprichst so gut Französisch.“ Sie sehen zuerst ein Schwarzes Mädchen, eine große Schwarze Frau. Also komm mir nicht damit, du wüsstest, was Struggle ist. Und ja, sorry, ich bin wütend. Das Land akzeptiert mich nicht wirklich. Ich bin wütend. Ich lebe in einer Welt, in die ich nicht reinpasse, ich bin wütend.<br>Sogar meine eigenen Leute, Schwarze Leute, einige Schwarze Männer, sie mögen mich nicht wirklich so, wie ich bin. Sie sagen, ich sei „zu dies“, „zu das“. Und deshalb denken weiße Männer, sie hätten das Recht, schlecht mit mir zu reden — weil sie gesehen haben, wie Schwarze Männer das tun.<br>Ich bin so wütend, dass wir Frauen gegeneinander kämpfen müssen, Schwarze Frauen gegeneinander. Weil die Kolonisierung uns das beigebracht hat. Ich bin wütend, eine Familie zu haben, die mich nicht unterstützt. Ich bin wütend, allein zu sein. Ich bin wütend, kämpfen zu müssen. Und ich bin wütend, wenn Leute mir sagen, ich sei eine starke Frau. Ich will keine starke Frau mehr sein. Ich will einfach nur eine normale Frau sein.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><strong>Ich bin eine wütende Frau. Wenn wir nicht wütend sind, was bleibt uns dann? Wir haben nichts. Wirklich gar nichts. Wenn du nicht wütend bist, wenn du diese Wut nicht fühlst, glaube ich, verbrennst du innerlich.</strong></p>
</blockquote>



<p>Ich bin 28. Und in 28 Jahren auf dieser Welt habe ich nicht einmal das Leben meines Lebens gelebt. Mit sieben musste ich erwachsen sein. Mit zehn musste ich Mutter sein, weil meine Mom meinen kleinen Bruder bekommen hat. Ich musste mich um dieses Wesen kümmern. Mit zwölf kam ich in dieses Land, zu einer Familie, die ich nicht einmal kenne. Und ich musste kämpfen. Für alles. Mobbing und dies und das. Und mit 17 musste ich hier wieder eine erwachsene Frau sein. Keine Familie, nichts.</p>



<p>Also ja, entschuldige, dass ich wütend bin und darüber rede. Und ja, du bist wütend, wenn sie kein Heilmittel für Krebs finden, aber sie finden auch kein Heilmittel für Menstruationskrämpfe. Ich bin wütend, dass ich für Tampons zahlen muss. Und wenn ich einen Tampon benutze, kann ich daran sterben. Ich bin wütend, eine Frau zu sein. Und das Problem ist: Wir Frauen konzentrieren uns mehr darauf, Männern zu gefallen, statt uns auf uns selbst zu konzentrieren.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="Uzi Freyja - Anger (Lyrics Video)" width="1170" height="878" src="https://www.youtube.com/embed/7flV8gxTzFc?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Ich bin wütend auf weiße Frauen, die über Feminismus reden, aber mich nicht mit einbeziehen. Ich bin wütend, weil ich „zu groß“ bin und sie deswegen nicht über mich sprechen. Ich bin wütend, wenn mich irgendwelche pseudo-feministischen Frauen anmachen mit: „Ja, er hat dich angefasst, weil du einen Rock getragen hast.“<br>Ich bin eine wütende Frau. Wenn wir nicht wütend sind, was bleibt uns dann? Wir haben nichts. Wirklich gar nichts. Wenn du nicht wütend bist, wenn du diese Wut nicht fühlst, glaube ich, verbrennst du innerlich. Wir müssen diese Wut ausdrücken. Manche Leute töten sogar Menschen, um ihre Wut auszudrücken. Macht das nicht. Vielleicht müssen wir einfach ins Gefängnis gehen, weil die Miete so teuer ist, im Gefängnis ist die Miete kostenlos (lacht). Ich sag ja nur, ein Mord, und ich bin einfach da, weil die Miete frei ist und es Essen gibt.<br>Keine Ahnung, diese Welt ist komplett fucked up. Ich glaube, ich trage diese Wut in meinem Leben, und ich versuche, sie nicht mich auffressen zu lassen, sondern mit ihr zu leben. Ja, ich bin wütend, aber ich gebe mir selbst nicht mehr die Schuld.<br>Daran arbeite ich. Und der erste Schritt ist herauszufinden, warum du wütend bist. Und jetzt, wo ich weiß, warum ich wütend bin, weiß ich auch, dass ich nie die Entschuldigungen bekommen werde, die ich mir von den Leuten wünsche, die mich wütend gemacht haben.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="Uzi Freyja ft. Carbon Killer - Medusa (Official Music Video)" width="1170" height="878" src="https://www.youtube.com/embed/RUcZFHclmiw?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
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<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Aber was ich wirklich mochte, ist: Natürlich, da ist Wut. Aber du hast etwas so Schönes daraus gemacht. Du hast ein ganzes wunderschönes Album daraus geschaffen. Und du hast deine Wut geteilt — was wichtig ist, damit andere Menschen wissen, dass es nicht nur dein Kampf ist, sondern dass viele denselben Kampf haben.</strong><br>Genau.<br><br><strong>Viele fühlen sich dadurch gesehen. Das finde ich total wichtig.</strong><br>Und ich weiß, du kannst die komplette Show heute nicht sehen, weil es nur 30 Minuten sind. Nicht viel Zeit, um das zu erschaffen, was ich eigentlich erschaffen will.<br>Aber wenn ich eine eigene Show mache, eine Stunde, dann mache ich etwas wirklich wichtiges bevor ich anfange zu performen: Ich sage den Leuten, dass das eine Stunde ist, in der sie sich ausdrücken dürfen. Eine Stunde, in der sie ihre Emotionen fühlen dürfen.<br>Wenn du auf der Straße weinst, wirst du verurteilt. Wenn du auf der Straße schreist, wirst du verurteilt. Du kannst nicht tun, was du willst. Selbst hinter geschlossenen Türen können Leute um dich rum hören, was du tust. Also will ich, dass die Leute diese eine Stunde genießen, tanzen, an nichts denken. Eine Stunde lang. Ich erzähle immer Witze. Ich lache die ganze Zeit auf der Bühne, weil ich so tollpatschig bin. Ich erzähle von meinem Datingleben, weil hey — euer Girl weiß nicht, wie man Männer aussucht. Woher soll ich wissen, welche ich tolerieren soll? Und ja, Frauen denken, ich sei nicht gay — doch, ich bin gay as fuck.</p>



<p>Weißt du, wie ich meine Musik auswähle? Ich denke mir: Okay, wir haben eine Stunde, also mache ich 45 Minuten Musik und 15 Minuten nur reden, weil das genauso wichtig ist. Diese eine Stunde habe ich die Möglichkeit, etwas zu teilen. Zu teilen, dass ja, ich bin wütend. Ja, ich bin traurig. Ja, so ist meine Sexualität. Ja, ich liebe Geld. Wer nicht? Aber ich bin immer noch hier. Und ich will keine starke Frau mehr sein. Ich will nicht dieses Label. Aber ich habe keine Wahl. Aber ich bin hier und wenn ich hier bin, kannst du auch hier sein. Wir können zusammen kämpfen. Schau dir an, wie Leute mitsingen. Wenn wir diese Energie bündeln könnten und gegen etwas kämpfen würden… ich sag’s ja nur.<br>Vielleicht kandidiere ich für das Präsidentenamt. Ich weiß ja nicht (lacht).<br><br><strong>Meine Stimme hättest du (lacht).</strong><br>Oh mein Gott (lacht).</p>



<p><strong>Was ich auch sehr mochte, ist die Reise auf deinem Album — viel Wut, aber auch viel Liebe und Akzeptanz. Und vom ersten Track, »I Don’t Luv Me«, hast du diese Reise zur Selbstliebe. Das mochte ich total. Wie schaffst du es, auch diese Seite von dir in deine Musik zu bringen?</strong><br>Als wir angefangen haben, das Cover zu gestalten, wollte ich etwas Unterschiedliches für vorne und hinten. Etwas, wo Leute denken: Oh mein Gott, so stark. Und wenn man’s umdreht: Oh mein Gott, du wirkst depressiv. Ich wollte beide Seiten zeigen. Ich weiß nicht, wie ich das mache, für mich ist das normal. Wir haben ein Leben. Und in diesem Leben — ich weiß nicht, wie es bei dir ist — aber ich hatte nie eine Woche voller Glück.<br>Ich werde weinen, ich werde hungrig sein, ich werde nur im Bett liegen wollen und nicht aufstehen wollen. Und das ist das Leben. Das Album ist wie ein Brief an mein siebenjähriges Ich. Jetzt bin ich 28. Da ist viel passiert. Als ich glücklich war, habe ich mich trotzdem gehasst, und so weiter. Und manchmal bin ich traurig. Ich bin am Boden, meine Gefühle sind am Boden. Am nächsten Tag bin ich dann wieder glücklich. Auf geht’s. Es ist okay.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><strong>Liebe dich, wenn du kannst. Das ist die Wahrheit.</strong></p>
</blockquote>



<p>Weißt du, mit Internet und Social Media, Body Positivity oder wie auch immer sie das nennen — es ist Bullshit. Es gibt niemanden auf dieser Welt, der sich von Kopf bis Fuß liebt. Niemand. Du kannst mich nicht vom Gegenteil überzeugen. Also wenn Leute sagen: „Du musst dich selbst lieben“, nein. Liebe dich, wenn du kannst. Das ist die Wahrheit.<br>Ich bin ein großes Mädchen. Aber manchmal ziehe ich ein Kleid an und denke: „Damn, Beyoncé, ich bin Beyoncé!“ Am nächsten Tag ziehe ich dasselbe Kleid an und denke: „Jesus, ich sehe aus wie Shrek. Nein danke! Gebt mir wieder meine Baggy-Klamotten.“<br>Aber das ist normal. Wir müssen das akzeptieren. Ich habe keine Lust mehr auf diese Leute, die sagen: „Ich liebe meinen Bauch, also musst du deinen auch lieben.“ Nein. Lass mich meinen Bauch hassen, wenn ich will. Lass mich mich lieben, wann ich will. Wir müssen Menschen beibringen, sich selbst zu lieben — auf ihre Art. Weil manchmal ist dein Gehirn fucked up und lässt dich Dinge fühlen, die nicht wahr sind. Um herauszufinden, was wahr ist oder nicht, musst du damit leben. Ich will, dass Menschen meine Musik hören und wissen: Ich liebe mich nicht immer und das ist okay.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="819" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_02-819x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-20074" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_02-819x1024.jpeg 819w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_02-240x300.jpeg 240w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_02-768x960.jpeg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_02-1229x1536.jpeg 1229w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_02-770x963.jpeg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_02-1400x1750.jpeg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_02.jpeg 1440w" sizes="(max-width: 819px) 100vw, 819px" /><figcaption class="wp-element-caption">Uzi Freyja by Tim Kleinberg</figcaption></figure>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Das ist super wichtig. Was mich außerdem noch sehr interessiert ist, wie die Reaktionen auf das Album waren? Es ist seit Ende Januar draußen, wie waren die Reaktionen?</strong><br>Oh, ich habe… sagen wir drei Arten von Reaktionen.<br>Die erste: „Oh mein Gott, wir lieben deine Musik, so cool“, aber man merkt, sie lieben einfach den Vibe. Die Musik trifft sie einfach. Dann gibt es Leute, die sagen: „Ja, ich mag es, aber es sind zu viele Genres. Ich kann mich nicht mit einem verbinden, also auch nicht mit dem ganzen Album.“ Und dann gibt es Menschen, die es nicht mögen, weil es ihnen zu viel ist, zu viele Genres, sie sehen keinen Anfang und kein Ende. Aber was soll ich machen? Danke für den Stream, du hast es ja trotzdem gehört. Ich frage Leute gerne nach ihren Top-Drei-Songs und niemand hat dieselben zwei Lieblingssongs. Niemand<br>Ich glaube, meine Musik ist eher Musik, die wächst. Am Anfang sind Leute so: „Keine Ahnung…“ Und jetzt hören sie es wirklich. Und sie sagen: „Oh mein Gott, ich liebe diesen Song, der hat mir eine Nachricht geschickt.“ Leute haben mir erzählt, sie hören »<a href="https://www.youtube.com/watch?v=RUcZFHclmiw">Medusa</a>« nach einem Streit, um dem Boss zu sagen, er soll sich verpissen. Meine Musik hilft euch, gefeuert zu werden (lacht).&nbsp;<br><br><strong>Ein sehr, sehr großes Kompliment (lacht).</strong><br>Thank Lord. Thank Lord. Ich werde Therapeutin. Du willst deinen Boss schlagen? Tu es nicht — hör einfach meine Musik. Vor zwei Jahren war ich total auf Zahlen fixiert. Artists um mich rum sind schnell berühmt geworden, Leute, die gleichzeitig mit mir angefangen haben. Meine Zahlen waren so niedrig, ich war so: Wie soll ich das schaffen? Also habe ich aufgehört, auf Zahlen zu schauen. Ich schaue nicht mehr. Ich weiß, meine größte Stärke ist die Bühne und wie ich mit Menschen spreche. Und ja, Streams zählen heute, aber keine Ahnung — ich mache mein Ding.</p>



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<iframe title="Uzi Freyja - Love Is Unfair (Official Music Video)" width="1170" height="878" src="https://www.youtube.com/embed/YaIFG_vgGJU?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
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<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Als abschließende Frage: Das Album war für dein inneres Kind — gibt es etwas, das du jüngeren Menschen mit auf den Weg geben würdest? Etwas, das du während des Albums oder der Veröffentlichung gelernt hast?</strong><br>Ich habe in dieser Zeit etwas gelernt, während Interviews und Gesprächen mit meinen Leuten. Was ich am meisten gelernt habe: Es ist nicht unsere Schuld. Verstehst du? Es ist nicht unsere Schuld. Du bist ein Kind. Die Aufgabe unserer Eltern ist es, Eltern zu sein.<br>Ich möchte, dass Menschen aufhören, sich selbst die Schuld zu geben, weil sie keine „normalen“ Familien haben. Oder keine Menschen, die an sie glauben. Wir müssen anfangen, zuerst an uns selbst zu glauben. Wir werden alle sterben und dann sind wir Erinnerungen. Wir müssen unser Leben jetzt genießen. Genießen heißt nicht, wütend oder gemein zu anderen zu sein. Es heißt: Mach das, was dich glücklich macht. Mach das, was dir guttut.<br><br><strong>Ja</strong>!<br>Erzwinge nichts. Schritt für Schritt. Wenn du scheiterst, weine. Wenn Leute sagen „Wein nicht, es wird schon“, dann schrei. Bleib in deinem Zimmer. Iss einen Monat lang Eis. Aber wenn du das Zimmer verlässt, fang wieder von vorne an. Versuch es nochmal.<br>Nimm dir Zeit. Lass dir Zeit. Ich habe mein Album vor zwei Jahren fertig geschrieben. Die Vocals habe ich erst im Januar 2024 fertig gemacht. Und das Album kam erst jetzt im Januar raus. Es braucht Zeit.<br>Ich will, dass die nächste Generation… ich glaube, sie fokussiert sich zu sehr auf Social Media. Und sie denken wirklich, dass das Leben einfacher sein kann durch Social Media.<br>Je einfacher etwas ist, desto weniger bleibt es. Wenn du willst, dass etwas bleibt, musst du daran arbeiten. Du musst etwas aufbauen. Wenn du etwas Starkes aufbaust, übersteht es einen Sturm, und du kannst es wieder aufbauen. Aber wenn du einfach irgendwas lose hinlegst — der Sturm wird kommen und viel Glück damit. Und das habe ich gelernt.<br>Sei einfach gut zu dir selbst. Ja, sei gut zu dir selbst. Denn wir sind unsere eigenen Feinde</p>
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		<title>Acidfrank über Generationenwandel, »AUX KIDS« und Charli xcx</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michail Weiss]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Nov 2025 13:26:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Acidfrank]]></category>
		<category><![CDATA[AMIGA]]></category>
		<category><![CDATA[Charli xcx]]></category>
		<category><![CDATA[Chien Brillant]]></category>
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		<category><![CDATA[Daft Punk]]></category>
		<category><![CDATA[Dominic Fike]]></category>
		<category><![CDATA[Erich Fried]]></category>
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		<category><![CDATA[Mac Miller]]></category>
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		<category><![CDATA[The Hellp]]></category>
		<category><![CDATA[Watch The Throne]]></category>
		<category><![CDATA[Witch-House]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Rahmen seines Tapes »CHIEN BRILLANT« ist Acidfrank mit feinstem Trap zwischen Metallica und »Watch The Throne« letztes Jahr das erste Mal auf unserem Radar aufgetaucht. Ein Jahr später liegt uns mit »AUX KIDS« nun sein neuestes Projekt vor, das einem etwas anderen Ansatz folgt: Statt auf dem Inhalt liegt der Fokus bei diesem Album auf dem Sound &#8211; ohne, dass der Inhalt zu kurz kommt. Executive produziert von Acidfrank selbst, bewegt man sich entlang der 15 Tracks durch ein [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/acidfrank-ueber-aux-kids-generationenwandel-und-charli-xcx-2">Acidfrank über Generationenwandel, »AUX KIDS« und Charli xcx</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Im Rahmen seines Tapes »CHIEN BRILLANT« ist Acidfrank mit feinstem Trap zwischen Metallica und »Watch The Throne« letztes Jahr <a href="https://mostdope.tv/spotlights/acidfrank-ich-bin-jetzt-endlich-ich-selbst">das erste Mal auf unserem Radar aufgetaucht</a>. Ein Jahr später liegt uns mit »AUX KIDS« nun sein neuestes Projekt vor, das einem etwas anderen Ansatz folgt: Statt auf dem Inhalt liegt der Fokus bei diesem Album auf dem Sound &#8211; ohne, dass der Inhalt zu kurz kommt. Executive produziert von Acidfrank selbst, bewegt man sich entlang der 15 Tracks durch ein klangliches Spektrum von destruktiven Analog-Synths über ekstatische 4-to-the-Floor Drums bis hin zu schrammelnden Punk-Gitarren.&nbsp;</strong></p>



<p><strong>Im Interview hat uns der Künstler, welcher ursprünglich aus dem Rap-Kontext kommt, mehr über die Hintergründe des Projekts, neue Herausforderungen, Inspirationen wie Charli xcx und Dominic Fike sowie seine Pläne für die Zukunft erzählt.</strong></p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Fangen wir mal ganz grundlegend an. Was bedeutet der Titel (»AUX KIDS«) für dich?&nbsp;</strong></p>



<p>Generell geht es bei dem Album mehr um Sound als Text. Das „AUX“ steht für mich stellvertretend für Verstärker, analogen und experimentellen Sound, Distortions, Synthesizer und alles, was übersteuert und kratzt. Das „KIDS“ verkörpert einen frischen Wind, wie zum Beispiel unsere Neuinterpretation von 80er-Synthies. Gleichzeitig erzeugt es ein gemeinschaftliches Gefühl von Bewegung, was sagt: „Wir sind die neue Generation Sound“.&nbsp;</p>



<p><strong>War der Titel bzw. dieses Konzept denn schon von vornherein klar oder sind diese Sachen erst im Prozess entstanden?&nbsp;</strong></p>



<p>Definitiv erst im Prozess. Es war gar nicht von Anfang an geplant, überhaupt ein Album zu machen. Als ich die ganzen Songs gesammelt hatte, ist diese Idee auf einmal immer realer geworden und ich habe gemerkt, dass wir soundwise in Richtungen gehen, die dem Projekt nicht genug schmeicheln würden, wenn es bloß als EP veröffentlicht wird. Dementsprechend habe ich in meinem Kopf sowieso schon die ganze Zeit nach etwas gesucht, was dieses Gefühl und die Art von Sounds, die ich mir gerade zusammenkrame, einfängt.&nbsp;</p>



<p>Ein Großteil des Albums ist in Wien entstanden. Dort kam mir auch die Idee, dass <strong>»<a href="https://open.spotify.com/intl-de/album/5pUMllFAZPSg0gUeIBKAme?si=tuCZDpnbR9quUTOEolWUfA">AUX KIDS</a>«</strong> das ist, was ich gerade fühle. Das, was Sinn macht und das, was generational klingt. Es hatte für mich die ganze Zeit schon etwas mit Begriffen von Kabeln und Verstärkern zu tun.&nbsp;&nbsp;</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Z631252.jpg"><img decoding="async" width="894" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Z631252-894x1024.jpg" alt="" class="wp-image-20010" style="width:491px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Z631252-894x1024.jpg 894w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Z631252-262x300.jpg 262w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Z631252-768x880.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Z631252-1340x1536.jpg 1340w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Z631252-770x882.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Z631252-1400x1604.jpg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Z631252.jpg 1500w" sizes="(max-width: 894px) 100vw, 894px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Foto via Ben Kümmel</figcaption></figure>
</div>


<p><strong>Inwiefern hat sich der Entstehungsprozess bei dem Album von dem bei deinem letzten Tape »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/album/11QX1ZsgwTnWR7QIUYQrOz?si=5rbWsHE8S5-3Qz0NACKn_w">CHIEN BRILLANT</a>« unterschieden?&nbsp;</strong></p>



<p>Ich stand vor größeren Herausforderungen als vorher. Früher habe ich mich sehr im Rap-Metier bewegt und es wurde einfach viel Trap am Laptop produziert.&nbsp;</p>



<p>Mittlerweile komme ich aber in Räume mit komplett ausgestatteten Bands und muss die Produktion dirigieren. Ich hab’ mit »CHIEN BRILLANT« den Ball vorgelegt und die Leute gehen davon aus, dass ich dementsprechend performe. Ein paar Basics der Musiktheorie kenne ich, aber ich kann das natürlich nicht so gut wie ein klassischer Musiker</p>



<p>Wir haben dieses Mal einfach deutlich maximalistischer gearbeitet. In den Songs finden viel mehr Elemente und Instrumente statt. Insgesamt haben über das ganze Projekt wahrscheinlich 40 Leute mitgearbeitet – alles unter meiner kreativen Leitung. Klar gab es Leute, die mit mir den Sound geshaped haben, aber ich war von der Entstehung der Idee bis zum Master involviert. Außerdem habe ich unter anderem Songs wie »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/0dj0VY0bNqOTM90NpcG6bE?si=2267a04c0aa44f72">silly horse</a>« oder »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/4tO8NVu4qQtZLxA2POEgcs?si=e349b0b624e945a6">NEW DAWN FADES</a>« selbst händisch produziert. Das waren Sachen, die ich vorher nicht konnte und im Prozess gelernt habe.&nbsp;&nbsp;</p>



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<iframe title="Acidfrank - silly horse" width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/yzL1TcdWhIE?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Bei »CHIEN COLORE« warst du „nur“ fürs Rappen zuständig, bei »AUX KIDS«« warst du nun auch Executive Producer. Fühlt sich das Ergebnis jetzt anders an?&nbsp;</strong></p>



<p>Ich finde, es klingt einfach deutlich mehr nach mir und dem, was mir wirklich gefällt. Früher hatte ich solche Ressourcen nicht. Ich konnte zwar rappen und Sachen schreiben, aber keine Produktion anleiten. Vor allem in den Anfangsjahren hatte ich das ganze technische Knowhow nicht und keine Ahnung, wie man richtig mit Leuten arbeitet. Bei »AUX KIDS« habe ich mir Features draufgeholt, mit denen ich sowieso sehr Lust hatte Musik zu machen und konnte diese sogar dazu bringen, das zu adaptieren, was ich soundtechnisch vorhatte.</p>



<p>Es war ein Rollercoaster, dieses Ding fertig zu machen. Auf jeden Fall hat es mich viel gelehrt, von dem, was ich weiß bis zu dem, was ich nicht weiß und noch lernen kann. Das Ergebnis davon ist wundervoll. Im Endeffekt ist es ein Produkt von harter Arbeit und vielen neuen musikalischen Zusammenarbeiten in Städten, in denen ich vorher gar nicht stattgefunden habe, zu: „Ich hab die halbe Wiener Newcomerszene auf meinem Tape.“</p>



<p><strong>Das Klangbild von »AUX KIDS« ist ein wandelndes Spektrum von digital-analogem Sound und dröhnenden Bässen bis zum Indie-Punk. Welche Einflüsse waren dafür prägend?</strong></p>



<p>Da ich ja aus diesem Underground-Rap-Trap-Kontext komme, hatte ich einen guten Zugang zu diesem elektronischen-Synthesizer-Sound, den man jetzt aus neuen Wellen wie Hoodtrap in Deutschland kennt. Trotzdem war ich schon immer ein großer Sympathisant von der anderen Seite und bin viel mit Rock aufgewachsen. Ich bin ein Riesenfan von warmen Indie-Gitarrenklängen, wie z.B. von <strong>Dominic Fike</strong> und <strong>Mac Miller</strong>. Von der Synthesizer Seite aus hat mich viel elektronische Musik inspiriert: <strong>Daft Punk</strong>, <strong>The Hellp</strong>, <strong>Charli xcx</strong>, <strong>Crystal Castles</strong>. Von Witch-House bis zu 2010er-Synthies. Die Idee war es dann, das alles, also alles was ich mag, zu vereinen und umzusetzen.</p>



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<iframe title="Acidfrank - COKE LIGHT (prod. luzifersfinest)" width="1170" height="878" src="https://www.youtube.com/embed/0zAP6iVg6V4?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Theoretisch findet man auf jedem Song etwas von diesen Elementen wieder. Einzeln betrachtet hat jeder Song seine crazy Synthies, seine Gitarren und seine Samples. Es ist irgendwie eine Mischung aus Alt-Indie-Rock und Synth-Pop, die sich dann in warmen Mac Miller-esquen Rap-Klängen fängt. Es hat viele Ecken und Kanten und ist dennoch keine allzu schwere Kost im Hinblick darauf, wie viel Arbeit drinsteckt.&nbsp;</p>



<p><strong>Du meintest gerade schon, dass du versucht hast, aus deinen Features eine andere Seite herauszuholen, die besser zum Projekt passt. Welcher Gast hat sich am meisten von seinem regulären Stil abgewandelt bzw. wer hat dich am meisten überrascht?</strong></p>



<p>Am meisten bin ich vom <strong>Luzine</strong>-Feature begeistert! Sie ist generell jemand, die mehr aus dem Indie-Pop Bereich kommt, trotzdem aber Darkwave-Einflüsse hat. Ihre Musik hat immer etwas Kleines, Düsteres in sich, das einen aber nicht unbedingt herunterzieht.&nbsp;</p>



<p>»<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/7H8n35LdAfRxog3qCPpPyW?si=4005721fdf7b4ce3">Letzte Seite</a>« startet ja mit einem nach Charli xcx klingenden Synthesizer, der irgendwo in eine grime-artige Richtung abbiegt und am Ende durch einen Indie-Bass abgerundet wird.</p>



<p>Die bright-klingende Melodie ist einfach ein Sound, den man von Luzine nicht erwartet und diesen Kontrast finde ich so geil. Es ist einfach ein perfektes Add-on zu diesem Song.&nbsp;</p>



<p><strong>Zum Thema Samples ist mir »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/3Z20S2PlV4kUc7qrQ1sfoz?si=545dac6d74a64453">Eliza Dover</a>« besonders aufgefallen. Das Sample am Anfang des Songs hat mich stark an alte AMIGA-Platten aus der DDR erinnert. Gab es einen spezifischen Grund, warum du das benutzt hast?</strong></p>



<p>Tatsächlich ist das meine 60 Jahre alte Nachbarin Sylvie Norhausen. Wir haben uns irgendwann zufällig draußen getroffen und zusammen länger eine Zigarette geraucht. Im Gespräch habe ich ihr dann gesagt, dass ich Musiker und dementsprechend viel unterwegs bin. Sie hat dann begeistert erzählt, dass sie schon seit frühester Kindheit Musik macht und in diversen Bands gespielt hat. Nachdem sie mir etwas vorgesungen hat, meinte ich, dass sie mir gerne etwas zum Anhören geben soll.&nbsp;</p>



<p>Sie hat mir dann eine Live-Aufnahme von ihr auf Youtube geschickt, in der sie ein berühmtes Gedicht von <strong>Erich Fried</strong> mit Live-Band gecovert hat. Im selben Gespräch hat sie auch betont, dass sie es cool fänden würde, wenn man das remixt oder ihre alten Sachen in Form einer Neuinterpretation wieder das Tageslicht erblicken.&nbsp;</p>



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<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Irgendwie hat dieses Sample direkt den richtigen Nerv getroffen. Zwei, drei Wochen vor Albumabgabe war ich in Berlin um letzte Sachen zu mixen und hatte eine Session mit <strong>Immo H</strong>. Dort haben wir dann etwas auf das Sample probiert, in zwanzig Minuten einen Beat gebaut und dann lief das Ding von selbst.</p>



<p><strong>Obwohl das Album sehr vom Sound geleitet wird, gibt es trotzdem eine thematische Ebene. Beim Hören erkennt man vor allem einen stetigen Wechsel zwischen Hoch- und Tiefphasen sowie allem, was dir dazwischen durch die Finger gleitet und verloren geht. Inwiefern ist dieser Zustand autobiografisch und wie fühlst du dich damit?&nbsp;</strong></p>



<p>Ich würde eigentlich alles, was ich mache, als autobiografisch betiteln. Natürlich gibt es Dinge, die teilfiktiv stattfinden. Grundsätzlich mag ich es meine Musik so zu konzeptionieren, dass man beim Hören der Projekte weiß, wo ich gerade mit meinem Kopf stehe. Wer bin ich? Wo habe ich mich hin entwickelt und was passiert in meinem Leben? Genau so gehören dazu die Ups and Downs.&nbsp;</p>



<p>In der Art, in der ich schreibe, ist es meistens extrem. Generell habe ich das Gefühl, dass man im Leben eines Künstlers viele Erfolgserlebnisse hat.&nbsp;Gerade ist das Album draußen und ich fühle mich himmlisch. Ich kriege die Aufmerksamkeit dafür und freue mich sehr. Wenn das aber abklingt – und das ist so eine ganz typische Künstlerkrankheit – fällt man in ein Loch und da richtig die Mitte zu finden ist hart. Ich weiß gar nicht, wie ich die für mich selbst definieren würde. Irgendwie bin ich immer super euphorisch oder komplett am Ende.&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Wenn ich Musik mache, versetze ich mich oft in eine Melancholie. Erst danach entscheide ich, ob sie in eine positive oder traurige Richtung geht. Es gibt einfach einen Zustand von Traurigkeit, in dem ich mich verletzlich fühle. Je mehr ich davon zeige – und das kann genauso gut bei Euphorie sein – desto besser kann ich Kunst machen. In diesen Momenten ist man sehr pur, sehr du selbst.&nbsp;</p>


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<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Z631473.jpg"><img decoding="async" width="817" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Z631473-817x1024.jpg" alt="" class="wp-image-20011" style="width:440px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Z631473-817x1024.jpg 817w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Z631473-239x300.jpg 239w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Z631473-768x962.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Z631473-1226x1536.jpg 1226w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Z631473-770x965.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Z631473-1400x1754.jpg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Z631473.jpg 1480w" sizes="(max-width: 817px) 100vw, 817px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Foto via Ben Kümmel</figcaption></figure>
</div>


<p><strong>Du beschäftigst dich in deiner Musik schon länger mit dem Thema des Hustles, der Jagd nach dem Erfolg. Wird es irgendwann einen Punkt geben, an dem du zufrieden bist?</strong></p>



<p>Ich weiß nicht, ob es überhaupt etwas Physisches ist, woran ich das festmachen kann. Ob es ist, wenn ich eine besondere Venue gespielt habe oder einen teuren Wagen fahre.</p>



<p>Ich glaube, ich muss mir selbst immer noch was beweisen. Auch wenn ich schon seit sechs Jahren Musik mache, werd’ ich immer noch als Newcomer gesehen und fühle mich recht frisch in diesem Game. Man ist auf der Jagd nach seinem Respekt und seiner Erkennung. Wo und wann für mich der Moment von „Ich habe genug“ liegt weiß ich nicht, aber genau das thematisiere ich gerne.</p>



<p><strong>Was steht nach »AUX KIDS« für dich an?</strong></p>



<p>Ich will nicht zu viel vorab nehmen. Erstmal möchte ich, dass das Album wirkt und bei den Leuten ankommt. Es ist deutlich maximalistischer als alles, was ich im Vorhinein gemacht habe.&nbsp;</p>



<p>Keine Gewähr darauf, vielleicht denke ich morgen anders, aber gerade habe ich Bock auf entschleunigtere Sachen. Minimalistischer, nur Gitarre und Stimme. Da wird auch dieses Jahr noch etwas Spannendes in diese Richtung kommen, mit einem wundervollen Feature. Stay tuned!&nbsp;</p>



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<iframe title="Spotify Embed: AUX KIDS" style="border-radius: 12px" width="100%" height="352" frameborder="0" allowfullscreen allow="autoplay; clipboard-write; encrypted-media; fullscreen; picture-in-picture" loading="lazy" src="https://open.spotify.com/embed/album/5pUMllFAZPSg0gUeIBKAme?si=d8HGR_AvSYShBoHIdRkABA&#038;utm_source=oembed"></iframe>
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		<title>Track by Track: Orbit über sein Debütalbum »Countless Feelings but So Few Words«</title>
		<link>https://mostdope.tv/interviews/track-by-track/track-by-track-orbit-ueber-sein-debuetalbum-countless-feelings-but-so-few-words</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Lara Marie Binge]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Nov 2025 14:50:43 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Das Warten hat ein Ende. Nach einer fünfjährigen Reise gipfelt das Projekt Orbit nun im Debütalbum »Countless Feelings But So Few Words« – eine Coming-of-Age-Story getränkt in Nostalgie und jugendlicher Leichtigkeit. Es bleibt uns also nichts anderes übrig, als die Augen zu schließen, tief durchzuatmen und abzutauchen in die Welt des Orbit. Marcel Heym, besser bekannt unter dem Alias Orbit, nimmt uns per Video Call mit auf einen Spaziergang durch seine Heimatstadt, durch seine Gefühlswelt und hin zu den Ursprüngen, [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/track-by-track/track-by-track-orbit-ueber-sein-debuetalbum-countless-feelings-but-so-few-words">Track by Track: Orbit über sein Debütalbum »Countless Feelings but So Few Words«</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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<p><strong>Das Warten hat ein Ende. Nach einer fünfjährigen Reise gipfelt das Projekt Orbit nun im Debütalbum »<a href="https://www.youtube.com/watch?v=2oCqAPaubJA">Countless Feelings But So Few Words</a>« – eine Coming-of-Age-Story getränkt in Nostalgie und jugendlicher Leichtigkeit. Es bleibt uns also nichts anderes übrig, als die Augen zu schließen, tief durchzuatmen und abzutauchen in die Welt des Orbit</strong>.</p>



<p><strong>Marcel Heym, besser bekannt unter dem Alias Orbit, nimmt uns per Video Call mit auf einen Spaziergang durch seine Heimatstadt, durch seine Gefühlswelt und hin zu den Ursprüngen, die sein erstes Album prägen.</strong></p>



<p><strong>Orbit:</strong> Ich kann mal ein bisschen Kontext geben: Ich habe das Album in den letzten zwei Jahren geschrieben, aber es sind auch viele Songs drauf, die schon ein bisschen älter sind. Das Album ist für mich ein Abschluss von einer Phase meines Lebens, die 2020, mit dem Anfang von Orbit, begonnen hat. 2020 habe ich angefangen, die ersten Songs als <strong>Orbit </strong>rauszubringen. Sie handelten viel vom Kleinstadtleben, davon hier groß zu werden. Ich wohne in der Nähe von Bremen und bin hier mit meinen Freunden aufgewachsen. Darüber habe ich schon von Anfang an viel berichtet. Das Album ist ein Abschluss von dieser Phase, weil ich das Gefühl habe, dass ich in eine neue Ära meines Lebens komme, dass ich erwachsener geworden bin.</p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="679" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/orbit_CFBSFW_1-@Marc-Bischoff-3-1024x679.jpg" alt="" class="wp-image-20018" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/orbit_CFBSFW_1-@Marc-Bischoff-3-1024x679.jpg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/orbit_CFBSFW_1-@Marc-Bischoff-3-300x199.jpg 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/orbit_CFBSFW_1-@Marc-Bischoff-3-768x509.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/orbit_CFBSFW_1-@Marc-Bischoff-3-1536x1019.jpg 1536w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/orbit_CFBSFW_1-@Marc-Bischoff-3-2048x1358.jpg 2048w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/orbit_CFBSFW_1-@Marc-Bischoff-3-360x240.jpg 360w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/orbit_CFBSFW_1-@Marc-Bischoff-3-770x511.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/orbit_CFBSFW_1-@Marc-Bischoff-3-1400x928.jpg 1400w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div></div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>1. »SUMMERTIME</strong>«</h2>



<p><strong>Orbit: </strong>»<a href="https://www.youtube.com/watch?v=IMjsAMRXwBw">Summertime</a>« eröffnet für mich ein bisschen die Sommer-Szenerie, die Erinnerung an den Sommer zu Hause. Ich war in meiner Jugend viel mit meinen Freunden hier am Fluss. Ich kann es euch vielleicht sogar gleich mal zeigen, wenn ich daran vorbeilaufe (Dreht die Kamera und zeigt die Umgebung). Hier sind wir immer zusammen mit dem Fahrrad an den Strand gefahren. Dann haben wir entweder gekickt oder sind schwimmen gegangen. Das war schon sehr Bilderbuch-mäßig. Irgendwann ist die Phase ein bisschen zu Ende gegangen. Ich glaube, der Song ist für mich eine Erinnerung an die Sommer damals, die sich sehr magisch angefühlt haben. Ich zeige es euch mal kurz: Da drüben auf der anderen Seite ist einer dieser Strände (zeigt auf das andere Ufer des Flusses).</p>



<p><strong>Magnus: Ich finde, durch deine ganze Diskographie zieht sich immer so ein sehr warmer, sommerlicher Vibe. Und du sagst, das ist für dich jetzt der Abschluss einer Lebensphase, das Ende von einem scheinbar nie endenden Sommer. Würdest du dann sagen, dass jetzt vielleicht danach, auch eine neue Jahreszeit bevorsteht, neue Temperaturen, die man in deinen Songs hören kann?</strong></p>



<p><strong>Orbit:</strong> Zumindest kann ich von mir selber behaupten, dass ich den Herbst mittlerweile viel, viel lieber mag. Früher konnte ich den nicht ganz annehmen, weil ich für immer im Sommer bleiben wollte. Denn der Sommer hat sich für mich immer nach der Jahreszeit angefühlt, in der ich am meisten lebe. Aber ich habe das Gefühl, dass sich bei mir auf jeden Fall ein bisschen was verändert. Und ich glaube, auch meine Musik wird sich sicherlich verändern. Ob sie dann weniger sommerlich sein wird, weiß ich nicht. Aber es wird auf jeden Fall anders sein. <br>Ich mag auch den Gedanken, davon jetzt Abschied zu nehmen und in eine neue Phase meines Lebens einzutreten.</p>



<p><strong>Magnus: Was verbindest du denn konkret mit dem Herbst? Oder welche metaphorische Veränderung steckt für dich im Wandel von Sommer auf Herbst?</strong></p>



<p><strong>Orbit: </strong>Herbst steht für mich für Ruhe und etwas Behutsames und irgendwie für Sicherheit. Wenn ich es auf mich und mein Leben beziehe, dann ist es das Bedürfnis, sich settlen zu wollen. Ein bisschen weniger den Drang nach dem Leben im Außen zu haben. Ich glaube, ich bin fine damit, dass mein Leben nicht mehr ganz so turbulent ist, nicht mehr diese Achterbahnfahrt. Ja, so ein bisschen ankommen. Weniger suchen.</p>



<p><strong>Lara: Suchen und am Ende den Weg zurückzufinden – das klingt nach einer sehr guten Überleitung zum zweiten Song des Albums.</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>2. »BERLIN</strong>«</h2>



<p><strong>Orbit:</strong> Ja, genau, »Berlin« steht symbolisch dafür, sich auf die Reise zu machen. Diesen Drang zu haben, etwas erleben zu wollen. Berlin war für uns als Teenager in der Kleinstadt immer genau dieser Ort, der uns motiviert hat, auszubrechen. Es war so ein magischer Sog, in diese Großstadt zu kommen und dort das spannende Leben zu leben. Ich habe all das ausprobiert und dann gemerkt, dass es nicht die richtige Richtung für mich ist. Ich habe dort viel produziert und erlebt und Berlin hat nach wie vor eine wichtige Bedeutung für mich. </p>



<p>Dieses Gefühl von damals, diesen Drang, kann ich immer noch nachvollziehen. Ich finde die Stadt unglaublich spannend, aber ich habe festgestellt, dass das nicht die Stadt ist, in der ich mich zu Hause fühle. Ich habe dort ganz viel über mich selbst gelernt und darüber, wer ich sein will und wer ich dachte, wer ich sein müsste. Genau diese ganzen Erkenntnisse sind mit in den Song geflossen.</p>



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<div style="height:60px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Lara: Denkst du, dass diese Zeit trotzdem irgendwie fundamental wichtig dafür war, jetzt andere Songs machen zu können, die dir eben das Gefühl von nach Hause kommen geben?</strong></p>



<p><strong>Orbit:</strong> Ja, ich glaube, das ist so ein bisschen eine der Aufgaben in meinem Leben gewesen. <br>Berlin war sozusagen einfach nur symbolisch für etwas, was ich in meinem Leben erst mal herausfinden musste. Sozusagen eine Challenge, die ich bestehen und verstehen musste, um dann auch wieder andere Sachen erkennen zu können. Und ich glaube, dadurch hat sich auch meine Musik noch mal intensiviert.<br><br><strong>Magnus: Hattest du einen Moment, wo es sich angefühlt hat wie ein Scheitern, dass du nicht glücklich geworden bist in Berlin? Oder war es durchweg positiv, dass du gesagt hast, ich höre jetzt auf mein Herz und ich gehe zurück und das fühlt sich alles richtig an?</strong></p>



<p><strong>Orbit:</strong> Das ist eine sehr gute Frage. Da muss ich ganz kurz drüber nachdenken. Ja, ich glaube schon, dass es sich kurz so angefühlt hat. Es war so lange ein Traum von mir, Musik zu produzieren. Ich denke, ich habe auf jeden Fall länger mit der Entscheidung abgewartet, gerade weil ich das Gefühl hatte, ich muss mir etwas beweisen. Ich muss mir dieses Narrativ, das ich von mir selbst hatte, oder diesen Traum, in Berlin zu leben und Musikproduzent zu werden, erfüllen. Dieses Bild, das ich von mir selber hatte, konnte ich sehr lange nicht aufgeben. Bis es mir körperlich und mental nicht gut ging und ich irgendwann gezwungen war, zu reflektieren, was ich eigentlich will. Und dann bin ich zurückgezogen. Es gab schon diesen Moment des Scheiterns. Aber dann auch das Gefühl, dass es vielleicht gar nicht Scheitern, sondern eine total wichtige und gute Erkenntnis ist.</p>



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<h2 class="wp-block-heading"><strong>3. »YOUTH</strong>«</h2>



<p><strong>Orbit:</strong> Ich habe dem Song den Titel eigentlich eher aus einem Gefühl heraus gegeben. <br>So entstehen Songs oft bei mir. Ich mumble irgendwas und dann muss ich dafür später Worte finden. Erst bestand der Song nur aus diesen  Mumble-Lyrics, und dann habe ich überlegt, wonach sich dieser Song anfühlt. Und der Song hat sich für mich angefühlt wie mit meinen Freunden früher durch Gärten zu jumpen. Ein bisschen dumm, ich weiß (lacht). Wir haben in einem Garten angefangen und sind dann irgendwie so weit gekommen, bis wir von anderen Leuten gestoppt wurden oder irgendwas passiert ist. Ich weiß nicht, ob andere Menschen das auch machen, aber die Erinnerung daran transportiert ein sehr energetisches Gefühl von Jugend, davon unterwegs zu sein und immer seine Freund*innen um sich zu haben. Ich glaube, es ist ein sehr gedankenbefreites Leben, einfach nur da zu sein und Scheiße zu bauen. Genau das ist der Song für mich. Dann lassen sich die Lyrics auch ein bisschen von alleine schreiben.</p>



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<div style="height:61px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>4. »BACARDI BEACH</strong>«</h2>



<p><strong>Lara: Geht »Bacardi Beach« dann auch in eine ähnliche Zeit zurück?</strong></p>



<p><strong>Orbit:</strong> Ja, der Bacardi Beach war einer unserer Treffpunkte. Es gibt viele verschiedene Kleinstadt-Mythen, weswegen er so heißt. Woher der Name  genau kommt, weiß ich nicht. Aber der Song hat nichts mit irgendeiner Vorliebe zu Alkohol zu tun oder so. Bacardi ist auch echt nicht so geil, finde ich. Die erste Idee vom Song ist an einem Tag entstanden, an dem ich mit meinen Freunden am Bacardi Beach war und dann abends nach Hause gekommen bin. Jahre später habe ich diese Skizze wiedergefunden und weitergemacht.</p>



<p><strong>Lara: Aber konntest du denn auch nach diesen Jahren immer noch genau am selben Gefühl anknüpfen?</strong></p>



<p><strong>Orbit: </strong>Ja, das kann ich irgendwie ziemlich gut. Manchmal neige ich dazu, mich stark in Gefühle reinzusteigern und werde sehr nostalgisch. Das ist eine Stärke und vielleicht zugleich auch eine Schwäche von mir. Aber ich bin auf jeden Fall gut darin, mich in gewisse Situationen zurückzuversetzen, wieder an diesem Ort, in dieser Zeit zu sein und kann das dann in Musik zu übersetzen. Viel Musik entsteht bei mir aus Erinnerungsstücken.</p>



<p><strong>Magnus: Ich habe mich gefragt, ob du vielleicht ein konkretes Setting im Kopf hast, in welcher Landschaft oder an welchem Ort man das Album so am besten aufnehmen und am besten hören kann.</strong></p>



<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<p><strong>Orbit:</strong> Also ich weiß nicht genau, ob es ein Ort ist, den ich beschreiben kann, ich würde aber sagen, dass der geistige Zustand auf jeden Fall Ruhe sein sollte. Ich kenne es von mir selber, es ist auch manchmal schwierig, diese Ruhe in den Alltag zu integrieren. Wenn ich in so einem Rush-Modus bin, gerade viel auf dem Zettel habe und nicht so richtig bei mir bin, konsumiere ich Musik ganz anders, als wenn ich mir beispielsweise eine Platte im Wohnzimmer anmachen würde. Von daher wäre es das Allerschönste, wenn Menschen das Album so hören würden, aber das kann ich natürlich von niemandem erwarten, vor allem heutzutage. Aber ja, in Ruhe, in einem Setting, wo man sich wohlfühlt, das wäre meiner Meinung nach die schönste Weise, dieses Album wahrzunehmen, weil ich auch das Gefühl habe, dass man so am besten in diese Welt eintauchen kann.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img decoding="async" width="1024" height="679" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/orbit_CFBSFW_3-@Tobewhy-2-1024x679.jpg" alt="" class="wp-image-20016" style="width:600px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/orbit_CFBSFW_3-@Tobewhy-2-1024x679.jpg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/orbit_CFBSFW_3-@Tobewhy-2-300x199.jpg 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/orbit_CFBSFW_3-@Tobewhy-2-768x509.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/orbit_CFBSFW_3-@Tobewhy-2-1536x1019.jpg 1536w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/orbit_CFBSFW_3-@Tobewhy-2-2048x1358.jpg 2048w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/orbit_CFBSFW_3-@Tobewhy-2-360x240.jpg 360w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/orbit_CFBSFW_3-@Tobewhy-2-770x511.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/orbit_CFBSFW_3-@Tobewhy-2-1400x928.jpg 1400w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div></div></div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>5. »FORMULA</strong>«</h2>



<p><strong>Orbit:</strong> »<a href="https://www.youtube.com/watch?v=HpsWmmP0cYY&amp;list=OLAK5uy_k88yxOopmYdHsFkBY1e9Av0bz9i1JRRXQ&amp;index=5">Formula</a>« ist eine Drum&#8217;n&#8217;Bass-Partyserie im <strong><a href="https://www.droen.de">Dröönläänd</a></strong>, einem Club in Achim, der tatsächlich relativ<strong> </strong>renommiert in der Drum&#8217;n&#8217;Bass-Szene ist. Total witzig, weil Achim eigentlich eine relativ konservative, mittelständische Normalo-Stadt ist. Und dann gibt es diesen einen Club, der echt ziemlich underground und cool ist. In diesem Song geht es um eine Beobachtung von mir selbst, wie ich bei einem Event dieser Partyreihe eine Person kennengelernt habe, die mich sehr geflasht hat. Das ist tatsächlich eine sehr konkrete Erinnerung.&nbsp;<br><br><strong>Magnus: Wenn du wieder dort wohnst, wo du aufgewachsen bist und so viele Orte etwas in dir auslösen, passiert es&nbsp; dann oft, dass dich plötzlich alte Gefühle oder Erinnerungen überfallen, ohne dass du darauf vorbereitet bist?</strong></p>



<p><strong>Orbit: </strong>Ja, manchmal werde ich dadurch nostalgisch und muss aufpassen, dass ich nicht in der Vergangenheit lebe oder da zu tief eintauche, weil sich Dinge natürlich verändern. Aber ja, ich bin schon immer damit konfrontiert.</p>



<p><strong>Magnus: Hast du das Gefühl, du kannst gut damit umgehen, wenn sich dort Dinge verändern?&nbsp;</strong><br><br><strong>Orbit:</strong> Ich habe mich mittlerweile besser damit abgefunden, aber eine lange Zeit konnte ich echt schlecht mit Veränderungen umgehen. Es fiel mir total schwer, mich von Dingen zu verabschieden, in neue Kapitel reinzugehen und vor allem von meiner Kindheit loszulassen. Auch nach der Schule war ich der Einzige, der nicht richtig gefeiert hat, dass wir jetzt alle durch sind mit dem Abi und uns irgendwo verstreuen. Ich wusste nicht, ob ich diese Vorstellung so schön finde. Mittlerweile bin ich, glaube ich, ganz gut darin geworden, Veränderungen anzunehmen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>6. »SEPTEMBER</strong>«</h2>



<p><strong>Orbit:</strong> Ich glaube, das, was gerade schon thematisiert wurde, passt auch sehr gut zu diesem Song. Es geht ums Loslassen. Die Blätter fallen und es beginnt etwas Neues. Und vor allem geht es darum, genau das zu akzeptieren. Den Song<strong> </strong>gab es auch schon vorher als Demo-Version auf einem anderen Tape. Und irgendwie hat er sich nach einem wichtigen Bestandteil der Geschichte dieses Albums angefühlt, sodass ich ihn auf jeden Fall unbedingt drauf haben wollte.</p>



<p><strong>Lara: Ich weiß nicht, wie groß die Intention dahinter war, aber hast du ihn auch gezielt in der Mitte des Albums platziert? Als eine Art Wendepunkt?</strong></p>



<p><strong>Orbit: </strong>To be honest, ich habe die Platzierung der Songs gar nicht so sehr nach einer Geschichte, sondern viel mehr nach einem Gefühl sortiert. Aber ich finde es krass, dass es gerade total Sinn ergibt. Vielleicht male ich es mir auch gerade<strong> </strong>einfach so schön, aber ich finde es total passend, weil der Sommer sich dem Ende neigt. Und ich finde September ist auch irgendwie so der Monat, der für mich immer am melancholischsten war.</p>



<p>Die Sonne hat noch geschienen, man war schon auch noch viel draußen mit Freunden. Aber man hat schon gespürt, dass all das bald ein Ende hat. Man spürt diese Endlichkeit von Dingen. Der Geruch und das Licht zu dieser Zeit triggern so viele Erinnerungen. Ich glaube, vielleicht ist es auch das, warum ich es deswegen heute besser annehmen kann, weil ich mich auf diese Art von Nostalgie mittlerweile immer ein bisschen freue.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
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<div style="height:60px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>7. »CATO</strong>«</h2>



<p><strong>Orbit: </strong>»<a href="https://www.youtube.com/watch?v=HxfJLKUE2i4&amp;list=OLAK5uy_k88yxOopmYdHsFkBY1e9Av0bz9i1JRRXQ&amp;index=7">Cato</a>« ist benannt nach meiner Schule, die wiederum benannt ist nach <strong>Cato Bontjes van Beek</strong>, einer Widerstandskämpferin aus NS-Zeiten. Der Song hat keine Lyrics, aber er besteht aus&nbsp;einem Voice-Sample, was sich für mich immer angehört hat, wie Schulkinder, die auf dem Schulhof rumschreien. Die Schulzeit ist für mich irgendwie immer etwas, an das ich mich sehr gerne zurück erinnere. Also habe ich diesen Song meiner Schulzeit gewidmet.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>8. »YOU</strong>«</h2>



<p><strong>Orbit: </strong>Ich habe am Anfang gedacht, dass ich den Song über eine Person schreibe. Aber es geht eigentlich eher um das Gefühl, an eine Person zu denken. Ich habe das dann sehr personifiziert mit einer Person, die mir sehr lange sehr wichtig war. Eine Person, an die ich sehr viel gedacht habe. Aber es geht eigentlich eher um dieses Gefühl, jemanden nicht aus seinem Kopf zu bekommen und um die Intensität dieses Gefühls, als um die Person selbst.</p>



<p><strong>Lara: Ein spannender Ansatz, diese Differenzierung, dass es eben nicht um die Person als solche geht, sondern um das, was sie in einem auslöst. Auch wenn beides wahrscheinlich häufig vermischt wird.</strong></p>



<p><strong>Orbit:</strong> Total. Das ist auch eine Sache, die ich für mich noch nicht ganz geklärt&nbsp;habe. Inwiefern man sozusagen eine Person romantisiert und dieses Gefühl nur auf eine Person, wie in einer Traumvorstellung, projiziert.</p>



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<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p></p>
</div>
</div>



<p><strong>Lara: Gibt es einen Bezug zwischen »<a href="https://www.youtube.com/watch?v=IVJ3005KDSY&amp;list=OLAK5uy_k88yxOopmYdHsFkBY1e9Av0bz9i1JRRXQ&amp;index=8">You</a>« und dem nächsten Track oder stehen sie komplett unabhängig&nbsp;voneinander? Denn beim Hören wirken sie, als würden sie zusammengehören.</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>9. »LOSING</strong>«</h2>



<p><strong>Orbit: </strong>Auf jeden Fall haben beide Songs die gleiche Bedeutungsebene. Ich habe sie nicht deswegen unbedingt so platziert, aber ich habe<strong> </strong>»Losing«<strong> </strong>da platziert, weil es für mich einen poetischen&nbsp;Sinn ergeben hat, das Album so mehr oder weniger zu beenden.<strong> </strong>»Losing«<strong> </strong>ist für mich der Abschied von ganz Vielem. Unter anderem von Personen, aber auch von Gefühlen. Von ganz vielen Dingen, an denen ich immer sehr lange gehangen habe und sehr, sehr lange gebraucht habe zu lernen, wie man sie gehen lässt.&nbsp;Und der Song hat mir dabei geholfen. »Losing« klingt heute für mich sehr positiv nach Leichtigkeit und Hoffnung.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>10. »COUNTLESS FEELINGS BUT SO FEW WORDS« (OUTRO)</strong></h2>



<p><strong>Orbit:</strong> Dieser Song verbindet für mich all das Gesagte:&nbsp;Alle Gefühle&nbsp;sind da und dürfen auch&nbsp;da sein. Ich glaube auch, die Erkenntnis, nur weil ich sie losgelassen habe oder weil ich mich verabschiedet habe von einer Zeit, von einer Ära, von Menschen in meinem Leben, sind sie trotzdem auch immer noch ein Teil von mir. Und das ist etwas sehr Schönes. Dieses Album hat mir geholfen zu akzeptieren, dass sich alles in einem fließenden Zustand befindet. Es war sehr selbsttherapierend dieses Album zu machen.</p>



<p><strong>Lara: Würdest du sagen, dass du das leichter akzeptieren kannst, eben weil du viele dieser Gefühlen und Lebensphasen in deinen Songs konserviert hast?&nbsp;</strong><br><br><strong>Orbit:</strong> Ja, also ich glaube erstmal, durchs Musikmachen selber passiert schon total viel. Weil ich dann erst Gefühle zulasse, die ich sonst nirgendwo ausspreche.&nbsp;Viele Dinge, die mir auf dem Herzen liegen, die ich aber gar nicht so richtig beschreiben kann, kann ich dann in dieser Musik transportieren. Ich habe mir mit dem Album auch schon ein bisschen vorgenommen, Dinge ganz bewusst loszulassen. Das ist für mich die Quintessenz des Albums: dass ich mein Stück Frieden in allem finde, sich der Kreis schließt und ich wieder neu aufatmen kann.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



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<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/track-by-track/track-by-track-orbit-ueber-sein-debuetalbum-countless-feelings-but-so-few-words">Track by Track: Orbit über sein Debütalbum »Countless Feelings but So Few Words«</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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		<title>fyne über Mephisto, Metaphorik und ihre zweite EP »mp2«</title>
		<link>https://mostdope.tv/interviews/fyne-ueber-mephisto-metaphorik-und-ihre-zweite-ep-mp2</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michail Weiss]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Nov 2025 13:08:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Bob Marley]]></category>
		<category><![CDATA[Fyne]]></category>
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		<category><![CDATA[L'Impératrice]]></category>
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		<category><![CDATA[mp2]]></category>
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		<category><![CDATA[The Marías]]></category>
		<category><![CDATA[Tobias Kuhn]]></category>
		<category><![CDATA[vorgestern]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Während ihre erste EP »vorgestern« noch von einer Laune des Ausprobierens geprägt war, zeigt sich fyne auf »mp2« nun mit einer gefestigten Vision. Kontrollverlust trifft auf gezügeltes Chaos, Surfpop auf Autotune und wird zusammengehalten durch eine transluzide Bildsprache.  Anlässlich der ersten Veröffentlichung von »mp2«, einem fortlaufenden Projekt das mittlerweile durch einen neuen Song (»Regen«) ergänzt wurde, haben wir uns Anfang September mit der Hamburger Newcomerin im Herzen von St. Pauli auf einen Kaffee getroffen. Im Interview teilt sie Einblicke in [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/fyne-ueber-mephisto-metaphorik-und-ihre-zweite-ep-mp2">fyne über Mephisto, Metaphorik und ihre zweite EP »mp2«</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Während ihre erste EP »vorgestern« noch von einer Laune des Ausprobierens geprägt war, zeigt sich fyne auf »mp2« nun mit einer gefestigten Vision. Kontrollverlust trifft auf gezügeltes Chaos, Surfpop auf Autotune und wird zusammengehalten durch eine transluzide Bildsprache. </strong></p>



<p><strong>Anlässlich der ersten Veröffentlichung von »mp2«, einem fortlaufenden Projekt das mittlerweile durch einen neuen Song (»Regen«) ergänzt wurde, haben wir uns Anfang September mit der Hamburger Newcomerin im Herzen von St. Pauli auf einen Kaffee getroffen. Im Interview teilt sie Einblicke in den Entstehungsprozess der EP, ihren besonderen Schreibstil, musikalische Einflüsse und ihre persönliche Verbindung zur Figur des Mephisto. </strong></p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>In den letzten Monaten war viel los bei dir. Ein Festival-Sommer voller Gigs und ein intensives Rollout mit mehreren Release-Konzerten zu den Singles. Wie geht es dir nach dieser Zeit?</strong></p>



<p>Gut. Es sind immer sehr viele Eindrücke. Ich glaube aber, man wächst richtig krass daran. Auf dem Weg zum Interview habe ich darüber nachgedacht und gemerkt, wie viel ich erlebt habe. Ich glaube, ich brauche jetzt erstmal Zeit, um herunterzukommen.&nbsp;</p>



<p>Währenddessen kann man das eigentlich nicht verarbeiten, weil man nur von A nach B unterwegs ist. Trotzdem hat es sehr viel Spaß gemacht. Ich liebe halt auch meine Band und mein Team. Deswegen hat es bei uns immer ein bisschen Klassenfahrt-Vibes. Es ist chaotic, aber auch sympathisch.&nbsp;</p>



<p><strong>Inwiefern unterscheidet sich die Herangehensweise an »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/album/6ekEjSoI6AMcTudUFKH6Vr?si=AJiZ8S0LRuiu8_E3gh6zDw">mp2</a>« von deiner ersten EP »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/album/5daSP3RsdrEdH2IdTUdRD1?si=EuH_P6RvSgOi8nHIbKwfZA">vorgestern</a>«?</strong></p>



<p>Ich war am Anfang gar nicht in der Bubble und hatte nicht auf dem Schirm, dass es überhaupt eine Option ist, Musik zu machen. Ich bin sehr chaotisch reingestartet und hatte dann mega viele Sessions. Das klingt ein bisschen kitschig, aber ich wusste nicht, wer ich bin, was ich will und mag. Erstmal ist natürlich alles toll und crazy, aber man merkt halt erst mit der Zeit, welche Dinge man nicht so feiert.&nbsp;</p>



<p>Über das Jahr habe ich sehr viele Erfahrungen gesammelt und erst richtig verstanden, was ich eigentlich für Musik machen möchte. Es fühlt sich ein bisschen wie ein Neuanfang an. Eine neue Ära. Ich habe meinen allerliebsten Produzenten gefunden (Anm. d. Red.: <strong>Tobias Kuhn</strong>) und würde am liebsten nur mit ihm in Wien zusammenarbeiten. </p>



<p><strong>Hast du die neuen Songs alle in Wien aufgenommen?</strong></p>



<p>Ja, aber manchmal treffen wir uns auch in Berlin. Ich habe natürlich auch noch andere Sessions, weil Tobias sehr busy ist, viel ‘rumreist und noch viele andere Sachen macht. </p>



<p>Was auch immer krass kommt, ist mit meinem Gitarristen zuhause zu jammen. Das sind aber Ideen, die dann gerne noch ein bisschen reifen und später weiter gedacht werden. </p>



<p><strong>Das hat bestimmt auch seine Vorteile, wenn du so deine Arbeit in Wien und Berlin von deinem Zuhause in Hamburg räumlich trennen kannst.&nbsp;</strong></p>



<p>Ja, ich finde das wirklich wichtig. Manchmal ist es ein bisschen nervig, weil man nicht immer ins Studio kann und viele Sachen außerhalb der Musik, wie z.B. Content, in Hamburg bleiben und viel Raum einnehmen. Dann fühlt es sich immer ein bisschen wie Urlaub an, wenn man zum Musik machen fährt. Außerdem mache ich natürlich in meinem Zimmer noch Mucke und habe da auch viel Spaß dran.&nbsp;</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/ingaswenson-2-1.jpg"><img decoding="async" width="780" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/ingaswenson-2-1-780x1024.jpg" alt="" class="wp-image-19962" style="width:347px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/ingaswenson-2-1-780x1024.jpg 780w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/ingaswenson-2-1-228x300.jpg 228w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/ingaswenson-2-1-768x1009.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/ingaswenson-2-1-1170x1536.jpg 1170w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/ingaswenson-2-1-770x1011.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/ingaswenson-2-1-1400x1839.jpg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/ingaswenson-2-1.jpg 1500w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Foto via Inga Swenson</figcaption></figure>
</div>


<p><strong>Die Visualisierung von »mp2« sticht besonders heraus. In einzelne Kapitel aufgeteilt, wird die Geschichte der EP nochmal auf einer weiteren Ebene erzählt und ausgesponnen. Woher kam der Wunsch dazu?&nbsp;</strong></p>



<p>Meine Interessen sind schon sehr breit aufgestellt. Ich glaube, ich werde auch nie nur eine Sache in meinem Leben machen und liebe halt auch so visuellen Kram.&nbsp;</p>



<p>Meiner Meinung nach, ist es in Deutschland nicht so weit verbreitet, eine künstlerische Welt zu erschaffen, in die man so richtig eintauchen kann und neuen Shit entdeckt. Ich fahr’ persönlich richtig krass auf sowas ab, wenn man immer neue Sachen über Leute herausfinden kann. Friends zeigen dir zum Beispiel eine neue Website oder ein neues Video von jemandem und man kommt immer tiefer in diese Welt hinein. </p>



<p>Ich habe früher schon gerne Geschichten geschrieben und dadurch macht es mir jetzt sehr Spaß, das alles selbst zu machen. Ein Skript zu schreiben und sich das Zusammenkommen der Bildsprache auszudenken.&nbsp;</p>



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<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Apropos Geschichten schreiben. Dein einzigartiger Schreibstil kommt bei den neuen Songs stark zur Geltung. Einerseits lässt du tief blicken, verrätst aber auch nicht zu viel und spielst mit getrübter Metaphorik. Woher kommt diese Liebe zur Sprache und zum Ausdruck?</strong></p>



<p>Ich denk‘ schon, dass es vom Geschichten schreiben kommt. Wenn ich selbst Musik höre, bin ich auch immer ein Fan davon, wenn nicht alles so direkt ist. Ich find‘ es viel interessanter, wenn man Bilder im Kopf kreieren kann und jeder dazu seine eigenen Vorstellungen hat. Wenn man alles direkt verfasst, dann gibt es auch keinen Spielraum.&nbsp;</p>



<p>Es ist super spannend, eine Mehrdeutigkeit hereinzubringen. Mir macht es Spaß zu hören, was andere Personen damit assoziieren und dadurch dann neuen Input in meine eigenen Sachen bringen. Ich kann darüber nochmal selbst eine andere POV einnehmen.&nbsp;</p>



<p>Es ist einfach eine nicere Art kreativ zu sein und mehr wie Kunst machen. Es fühlt sich ein bisschen an, als würde ich mit Farben herumspritzen.&nbsp;</p>



<p><strong>Wäre es dir zu persönlich, würdest du die Sachen direkt ausschreiben? Ein Beispiel, das mir hier in den Kopf kommt, sind Artists, die zuerst auf Englisch Musik machen, um sich hinterm Schutzmantel einer Sprache, die nicht ihre Muttersprache ist, zu verstecken und dadurch eine gewisse Distanz zwischen ihrer Kunst und ihrer Persona schaffen. </strong>&nbsp;</p>



<p>Check ich voll. In gewisser Art und Weise heißt Kunst machen immer blankziehen. Man exposed sich ja immer sehr. Am Ende fühlt es sich aber auch nur so an. Ich habe letztens mit meiner Band darüber geredet. Sobald der Track draußen ist, ist es nicht mehr meiner. Wenn ich ihn danach höre, denke ich gar nicht daran, dass ich das gerade singe, und es fühlt sich auch nicht nach mir an. Es ist wie eine out-of-body-experience. Basically ist es für alle Menschen, die die Musik hören auch so, weil jeder damit auf einmal etwas ganz Eigenes assoziiert.&nbsp;</p>



<p>Das ist das Krasse an Musik und Kunst generell. Die Sachen und Erfahrungen, die andere Personen damit verbinden, haben im Endeffekt gar nichts mehr mit der Künstlerperson zu tun. Darin befindet sich dieser Schutzmantel für mich.&nbsp;</p>



<p><strong>Wie läuft dein Schreibprozess generell ab? Woher nimmst du deine Inspirationen?</strong></p>



<p>Bisher habe ich tatsächlich nur aus eigenen Erfahrungen geschrieben. In Situationen, in denen die Emotion super präsent ist und man Zeit hat, seine Gedanken schweifen zu lassen, fällt mir das sehr leicht. Wenn ich unterwegs, in der Bahn bin oder nachts nicht schlafen kann, wird schon mal die ein oder andere Zeile aufgeschrieben. Ich finde es am echtesten, wenn man in der Emotion schreibt. Dann kommt es auch am ehrlichsten rüber.&nbsp;</p>



<p>Weil ich gerade immer in Wien bin, sind meine Studio-Zeiten sehr getimt. Ich habe noch nie einen ganzen Song vorher geschrieben. Ich komme immer mit Inspo ins Studio – meist auch schon mit mehreren Zeilen. Oft fliegen einem die Ideen durch die allgemeine Stimmung, wie zum Beispiel den kalten Winter letztes Jahr, einfach zu. Generell habe ich ganz viele Notizen und die würfeln wir dann zusammen.&nbsp;</p>



<p>Wenn man bestimmte Anhaltspunkte hat, kann man leicht in das Gefühl wieder reindippen und ab dem Moment, wo man ein nices Bild hat, nimmt es eine Abzweigung, bei der es nicht mehr ganz bei meinem Leben bleibt. Es macht viel Spaß, einfach nach Bildern zu gehen.&nbsp;</p>



<p>Bei »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/2alYxyOxq0IdCGRawbGFka?si=afa506c3fce548eb">Sterben Baby</a>« wollte ich zum Beispiel irgendwas übers Lügen schreiben. Dann kam das Bild des Sterbens dazu – es ist auch einfach ein faszinierendes Thema. So spinnt man das weiter und kann es immer wieder in das auslösende Anfangsereignis herein interpretieren. Letztendlich muss man aber sagen, dass es sich irgendwann ein bisschen von der Realität trennt.</p>



<p><strong>Fändest du es interessant, mal einen Song aus einer Perspektive zu schreiben, die gar nichts mit dir zu tun hat?&nbsp;</strong></p>



<p>Ja komplett! Ich hätte richtig Bock mal die Musik zu einer Filmszene zu schreiben oder aus der POV der Figuren etwas zu machen. Das geht auch wieder mehr in die Richtung des Geschichtenschreibens.&nbsp;</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/ingaswenson-3.jpg"><img decoding="async" width="1024" height="768" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/ingaswenson-3-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-19963" style="width:536px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/ingaswenson-3-1024x768.jpg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/ingaswenson-3-300x225.jpg 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/ingaswenson-3-768x576.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/ingaswenson-3-1536x1152.jpg 1536w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/ingaswenson-3-2048x1536.jpg 2048w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/ingaswenson-3-770x578.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/ingaswenson-3-1400x1050.jpg 1400w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Foto via Inga Swenson</figcaption></figure>
</div>


<p><strong>Welche Musik hat dich denn früher als Kind geprägt?&nbsp;</strong></p>



<p>Mein Vater hat auf jeden Fall immer sehr sehr viel Musik immer gehört. Viel Jazz tatsächlich. Ich habe früher auch Jazz gespielt – Klarinette und Saxofon. Ich hatte auch mal Gitarrenunterricht. Außerdem hat mein Vater viel <strong>Bob Marley</strong>, <strong>Jimi Hendrix</strong> und <strong>Radiohead</strong> gehört. Ich habe das immer abgelehnt. Ich weiß gar nicht, woher das kam. Wahrscheinlich einfach aus Prinzip. Normale Rebellion gegen die Eltern</p>



<p><strong>Wie sieht es mit den musikalischen Einflüssen bei »mp2« aus?</strong></p>



<p>Die Einflüsse auf der EP sind tatsächlich super aktuell. Ich habe so viele Musikeinflüsse im letzten Jahr gehabt! Einfach durch meine Band und die Menschen in meinem Umfeld, weil die alle mega die Musik-Nerds sind. Super viel von »mp2« ist französisch inspiriert. Gerade bei »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/2XfoZAW9obk3qWTcH3tfA9?si=a5372b127a204f00">Mephisto</a>« hört man das richtig krass. Bands wie <strong>La Femme</strong> und <strong>L’Impératrice.</strong> <strong>The</strong> <strong>Marías</strong> sind auch voll in der letzten Zeit dazugekommen. </p>



<p>Das Erste, was wir generell im Studio machen, ist erstmal eine Stunde Musik auszutauschen und zu gucken, welche Vibes einen inspirieren.&nbsp;</p>



<p><strong>Bei »Sterben Baby« fällt die Diskrepanz zwischen dem eher leichteren Sound und dem düsteren Thema auf. Spielst du bewusst mit diesem Stilmittel und wenn ja, warum?&nbsp;</strong></p>



<p>Ja, auf jeden Fall. Ich schreibe sehr gerne düsteren Shit und es ist mir immer super schwer gefallen, auf Happy-Chords etwas zu finden, weil es mir irgendwie nicht so zugänglich ist. Musik ist ein Faktor, der die gesamtgesellschaftliche Situation ultrakrass widerspiegelt – egal ob bewusst oder unbewusst. Würde ich ihn analysieren, fände ich »Sterben Baby« ehrlich gesagt ein mega nices Beispiel. Man kann sehr viel reinlesen, was aktuelle Stimmungen angeht. Irgendwo versuchen alle weiterzumachen. Es gibt gefühlt so viel Werbung, wie noch nie. Alle sind super materialistisch unterwegs und es gibt rechte Vibes von überall. Da geht natürlich super viel verloren und ich finde es spannend, diese POV einzunehmen.</p>



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</div></figure>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Ansonsten fällt es mir sehr leicht, poppige Einflüsse mit reinzubringen und catchy Melodien zu schreiben. Ich finde, das Lied hat, rein von der Melodie her, fast etwas von einem Kindersong. Es macht auch einfach Spaß, dem entgegenzuspielen. Obwohl Tod aktuell super relevant ist, ist es immer noch ein Tabuthema.&nbsp;</p>



<p>Klimawandel und Kapitalismus zerstören einfach die gesamte Welt. Ich glaube, das ist der Grund für diese Diskrepanz in unserer Generation, zwischen der einen Gruppe, die nur am hustlen ist und versucht irgendwie ihren Platz im Kapitalismus zu finden und der Idee von „alle können reich werden“ zu folgen sowie der anderen Gruppe, die von einer Weltuntergangsstimmung geprägt ist und sich fragt, ob wir in zwanzig Jahren überhaupt noch hier sind und ob es überhaupt verantwortungsvoll ist in diese Welt noch Kinder zu setzen.&nbsp;</p>



<p>Daher ist der Tod ein hochaktuelles Thema – auch wenn man einmal schaut, was gerade innen- und außenpolitisch abgeht.&nbsp;</p>



<p><strong>Welche Bedeutung hat »Mephisto« für dich? Von all den negativen bzw. negativ konnotierten Themen, die du auf »mp2« ansprichst, ist er nämlich das einzige personifizierte Übel.</strong></p>



<p>In erster Linie geht es um die Auseinandersetzung mit sich selbst. Ich bin ein sehr impulsiver Mensch. Dementsprechend gibt es Situationen, in denen ich impulsiv gehandelt habe, mir kein guter Berater war und auch nicht mehr so glimpflich rausgekommen bin.&nbsp;</p>



<p>Das ist, was »Mephisto« sagt. Man sitzt sich selbst gegenüber und muss sich mit sich und mit den eigenen Entscheidungen, die man getroffen hat, auseinandersetzen – mit den Situationen, in die man sich ja selbst gebracht hat und immer wieder bringt. Man ist sich ja auch manchmal sein eigener Teufel. Eventuell sitzt man dann halt auch so lange in der Küche, bis man sich nicht mehr mag.</p>



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</div></figure>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Ich hatte beim Hören das Gefühl, dass die Geschichte von »mp2« noch nicht ganz auserzählt ist. Wird es eine Fortsetzung o.Ä. geben?&nbsp;</strong></p>



<p>Ja, auf jeden Fall. Ich fahre richtig auf konzeptuelle Sachen ab. Ich denke, die EP wird sich noch zu einem Album stacken. Natürlich geht es da um Gegensätze. Sie hat ja auch zwei Seiten. Von der einen Hälfte kennt man jetzt schon einiges. Das ist eine sehr offen dunkle Welt mit »Mephisto« etc., die stark mit Bildern arbeitet. Die andere Hälfte wird eine leichtere Seite einnehmen. Nicht unbedingt lyrisch – da möchte ich mich noch nicht festlegen – aber auf jeden Fall musikalisch.&nbsp;</p>



<p>Zum einen finde ich es eine super nice Sache, wenn man mehrere Stilrichtungen integrieren kann. Zum anderen kann ich mich auch einfach nicht so gut entscheiden, welche Musik ich am liebsten mache. Deswegen lässt dieses Projekt viel kreativen Raum, in dem man je nach Stimmung, Jahreszeit und Mood frei arbeiten kann.&nbsp;</p>



<p><strong>Was steckt eigentlich hinter dem Titel »mp2«?&nbsp;</strong></p>



<p>Es geht um Doppeldeutigkeit. Die Zwei ist auf jeden Fall das Wichtigste. Ich finde Nummerieren generell spannend. Außerdem geht es musikalisch in eine 80er-, 90er-Welt. Daher die Anlehnung an das MP3-Audioformat.</p>



<p><strong>Worauf freust du dich dieses Jahr noch?&nbsp;</strong></p>



<p>Studio! Ich freue mich so, richtig viel Zeit für Musik zu haben. Das ist mein Main-Ding.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/fyne-ueber-mephisto-metaphorik-und-ihre-zweite-ep-mp2">fyne über Mephisto, Metaphorik und ihre zweite EP »mp2«</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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		<title>JULIA GRÖSCHEL ÜBER »HIP HOP LEBT« LIVE, COMMUNITY UND DEN DRANG NACH INHALTEN</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lara Marie Binge]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Jul 2025 15:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Drake]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Hip Hop]]></category>
		<category><![CDATA[Hip Hop Lebt]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Julia Gröschel]]></category>
		<category><![CDATA[Live Podcast]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In einer Welt, in der Inhalte oft innerhalb weniger Sekunden konsumiert und vergessen werden, geht Julia Gröschel bewusst einen anderen Weg. Mit ihrem Podcast »Hip Hop Lebt« tourt sie seit diesem Jahr durch Deutschland und bringt so das Gespräch zurück ins echte Leben. Das Konzept der Tour ist einzigartig: Den Zuschauer*innen wird nicht nur ein Live-Podcast, sondern außerdem eine exklusive Live-Performance geboten.Ihre Tour ist jedoch nicht nur reines Entertainment – sie ist ein Statement: für mehr Dialog, für echte Begegnungen [&#8230;]</p>
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<p><strong>In einer Welt, in der Inhalte oft innerhalb weniger Sekunden konsumiert und vergessen werden, geht Julia Gröschel bewusst einen anderen Weg. Mit ihrem Podcast »Hip Hop Lebt« tourt sie seit diesem Jahr durch Deutschland und bringt so das Gespräch zurück ins echte Leben. Das Konzept der Tour ist einzigartig: Den Zuschauer*innen wird nicht nur ein Live-Podcast, sondern außerdem eine exklusive Live-Performance geboten.<br>Ihre Tour ist jedoch nicht nur reines Entertainment – sie ist ein Statement: für mehr Dialog, für echte Begegnungen und für das Vertrauen in Inhalte jenseits der Klicks.</strong></p>



<p><strong>In diesem Interview spricht Julia Gröschel über die Vision hinter dem Format und die Kraft von Live-Momenten. Sie erzählt von ihrer Beziehung zu Hip Hop und den Herausforderungen in der Industrie. Es geht um Mut, den Anspruch an sich selbst und darum, was passiert, wenn man sich mitten im Aufbau schon raus traut – auf die Bühne, ins Gespräch und zurück zur Community.</strong></p>



<p></p>



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<h2 class="wp-block-heading">DIE VORBEREITUNG</h2>



<p><strong>Was war deine Idee hinter dieser Tour?</strong></p>



<p>Für so viele Projekte, wie mein eigenes, ist es einfach super schwer, heutzutage digital Gehör zu finden und somit auch organisch zu wachsen. Es gibt so viele Sachen, es gibt so viel Content, und ein Podcast ist auch nur ein weiteres Content Piece – und dann auch noch super longform. Das heißt, die Leute müssen auch Bock haben, sich das eine Stunde zu geben. Und in einem Zeitalter, wo alle nur noch drei Sekunden Aufmerksamkeit haben, habe ich für mich die Lösung gefunden, dass wir uns wieder offline treffen können und wirklich einen Community-Space schaffen, in dem es wieder möglich ist, einem Gespräch zuzuhören, einen Impuls mitzunehmen und in den Austausch zu kommen. </p>



<p>Wir werden es auch trotzdem digital verlängern und als Podcast rausbringen. Das heißt, es war für mich so ein bisschen Best of both Worlds: Ich schaffe endlich den Fokus wieder auf das Offline-Geschäft. Und ich liebe einfach Live-Sachen, ich liebe Konzerte.</p>



<p><strong>Hast du eine Location oder eine Person, auf die du dich besonders freust oder bei der du vielleicht auch ein bisschen aufgeregt bist?</strong></p>



<p>Ehrlicherweise bin ich auf jede Show gespannt, weil die so individuell ist. Das heißt, wir haben kein Schema F, das wir jetzt immer abfrühstücken, und wir sagen nicht: „Ja, jede Show ist gleich und es ändert sich quasi nur der Gast.“ Das heißt, alles ist super individuell, und darauf freue ich mich.</p>



<p>Eine Sache, auf die ich sehr gespannt bin, ist die Show im Admiralspalast in Berlin. Das ist ein sehr geschichtsträchtiges, riesengroßes Theater, wo noch nie Hip-Hop in der Form stattgefunden hat. Und ich greife jetzt die Möglichkeit beim Schopf und sage: Das ist zwar für unsere Verhältnisse viel zu groß – also da passen 1.700 Leute rein, das ist komplett gestört. Aber I’ll give it a try. Das wird ganz sicher eine sehr, sehr besondere Produktion. Das heißt, da versuche ich, das eh schon neue Konzept „Podcast und Konzert“ dann auch noch in einem solchen Setting. Es wird spannend, ob und wie uns das gelingt.</p>



<p></p>



<p><strong>Bereitest du dich auf einen Live-Podcast genauso vor wie auf eine Studioaufzeichnung? Oder lässt du das eher wie ein richtiges Event wirken? Kann man sich überhaupt so richtig darauf vorbereiten?</strong></p>



<p>Ich sage mal, der Anfang der Vorbereitung ist der gleiche. Man geht in die Recherche, man scannt das durch, hört und guckt sich alles an, was es schon gibt. Da habe ich auch Unterstützung. Dann schreibt man ein Skript, damit ich einen Gesprächsfaden habe. Das heißt nicht, dass ich mich immer 100 % an diesen Faden halte. Aber ich möchte eben doch eine Interviewsituation haben und nicht nur eine reine Gesprächssituation. Ich möchte etwas aus meinen Gästen herauskitzeln und dass die Zuhörenden auch etwas mitnehmen aus dem Podcast. Es kann auch sein, dass ich mir ein ultralanges Skript schreibe und am Ende hatte ich ganz viele Fragen, die ich einfach nicht gestellt habe. Weil entweder gerade ein Moment entsteht bei einem Thema, wo ich sage: Okay, das ist gerade so special und so intim, da kann ich jetzt keinen harten Cut machen. Das heißt, das ist immer super individuell. </p>



<p>Aber was gleich ist: die Recherche und das Skriptschreiben. Und dann unterscheiden sie sich natürlich signifikant, dass das eine vor Publikum ist und das andere nicht. Sprich, man ist mit Publikum natürlich aufgeregter als im Studio. Und man muss das Publikum auch ein bisschen lesen, versuchen, sie noch mal ein bisschen zu hooken oder auch mit Humor zu arbeiten. Es gibt viele Parallelen, aber natürlich – emotional – ist live viel auftreibender als eine Studiofolge für mich.</p>



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<p></p>



<p></p>



<h2 class="wp-block-heading">DER EIGENE ANSPRUCH</h2>



<p><strong>Du bringst deine Arbeit bewusst aus dem digitalen Raum auf die Bühne und suchst den direkten Kontakt mit dem Publikum. Geht es dir dabei auch um das unmittelbare Feedback – also um mehr als nur Likes oder Kommentare im Netz? Gibt dir die Live-Reaktion ein anderes Gefühl der Bestätigung?</strong></p>



<p>Ich muss sagen, ich ziehe keine Bestätigung per se aus dem Podcast. Deswegen mache ich das nicht, damit Leute sagen: „Du bist so toll.“ Mir geht es um die Mission dahinter. Ich möchte Einblicke in die Industrie geben und eine andere Gesprächsführung haben als die, die in den anderen Medien gerade häufig stattfindet.<br>Bloß, ich bin eine Frau – eine junge Frau. Darüber kann man streiten: Was ist jung, was ist alt? (lacht) Und die Stimmen gibt es ja eh schon viel zu wenig überall. Das heißt, ich finde es auch wichtig, dass man mal eine andere Perspektive hört – in dem Fall meine –, als jemand, der auch Erfahrung in der Industrie und mit Künstler*innen hat. Ich bringe also ganz viel Expertise mit, weswegen ich ein Gespräch auch einfach nochmal anders führen kann und ein bisschen tiefer gehe und schneller zum Punkt komme, weil ich es eben verifizieren kann.</p>



<p>Und was ich selber als Konsumentin nicht so gerne mag, ist dieses „Abkumpeln“ und man erzählt sich irgendwelche Geschichten, wie geil es früher alles war. Das finde ich ultra boring. Also, was soll ich da mitnehmen? Es sind immer die gleichen Geschichten, die da kommen. Und deswegen versuche ich, einen journalistischen Anspruch an meine Folgen zu haben. Dass man sagt: Klar, man kann lustige Momente haben, man kann auch oberflächliche Momente haben – das ist alles cool. Aber ich sehe es als Infotainment. Man ist eben auch unterhalten und kriegt jetzt nicht eine Stunde Frontalunterricht.</p>



<p><strong>Unterscheidet das »Hip Hop Lebt« von einem klassischen &#8220;Laber-Podcast&#8221; ?</strong></p>



<p>Ich meine Laber-Podcasts können auch Entertainment sein. Und wie man das bewerten möchte oder wann man was konsumieren möchte, ist ja sowieso nochmal eine ganz andere Frage. Denn manchmal braucht man auch dieses leichte Entertainment. Ich will die anderen Formate damit gar nicht downgraden. Ich sage nur, dass ein Podcast, so wie ich ihn mache, auch eine gewisse Schärfe braucht. In der Recherche, in der Durchführung und es eben kein Laber-Podcast ist, die genauso ihre Daseinsberechtigung haben.&nbsp; </p>



<p>Aber ein Gespräch zu führen, auch den Raum für den Gast zu lassen, ist mir sehr wichtig. Oft habe ich natürlich auch meine eigene Meinung und würde am liebsten auch etwas dazu sagen, aber an dem Punkt ist es dann einfach wichtig zu wissen, dass es nicht um mich geht in dem Fall. Denn ich bin eher das Medium, um die Message von dem Gast zu transportieren. Das Feingefühl zu haben, wann man bei einem Thema bleiben sollte und wann man es liegen lassen sollte, ist halt mental schon ein 100-Meter-Lauf. Ich glaube dieses Bild passt ganz gut. Ein Podcast hat ja leider oft den Stempel: <em>diese Person redet einfach nur drauf los</em>.</p>



<p></p>



<h2 class="wp-block-heading">EIN BLICK ZURÜCK</h2>



<p><strong>Wusstest du schon immer, dass du das machen möchtest, also dass du deine Stimme nutzen möchtest und als Medium, wie du es ja beschrieben hast, zu arbeiten?</strong></p>



<p>Ich wollte schon sehr lange so ein Format machen, aber es hat sich nie wirklich passend angefühlt. Ich hatte einfach nicht das Gefühl, dass ich voll und ganz dahinterstehe. Vor über zehn Jahren habe ich an einem kleines Interviewformat auf YouTube mitgewirkt – im Rahmen einer Veranstaltungsreihe. Wir haben dort Backstage einfach Künstler*innen interviewt. Das war ganz simpel, aber es hat mir einen ersten Eindruck gegeben, wie sich das anfühlt. Und da habe ich gemerkt: Ich kann das. Es liegt mir. Damals bin ich selbst überall hingefahren, habe viel organisiert – auch als bewusster Kontrast zu den Jungs, mit denen ich das gemacht habe. Die meisten Künstler, die wir gebucht haben, waren männlich.</p>



<p>Es war eben eine andere Zeit – vor elf, zwölf Jahren. Ich sollte da so ein bisschen &#8220;die Frau im Raum&#8221; sein – als Kontrast. „Setz dich mal hin, mach das mal“ – so ungefähr. Und da habe ich gemerkt: Das macht mir Spaß. Besonders der Kontrast: Ich bin eben kein Kumpel. Kein Bro. Mit mir kann man nicht einfach locker rumhängen, Joints rauchen. Allein dadurch, dass mich viele nicht kennen, entsteht automatisch eine gewisse professionelle Distanz – und das ist ein Vorteil. Ich kann dadurch kritische Fragen stellen. Nicht, weil ich jemanden bloßstellen oder roasten will – sonst würde ich die Person ja gar nicht einladen. Aber kritische Nachfragen sollten möglich sein. Ich will kein reiner Feelgood-Podcast sein. Ich will auch Themen ansprechen, die kontroverser sind – vor allem dann, wenn ich weiß, dass mein Gast dazu eine klare Meinung hat. </p>



<p>Die Idee hatte ich also schon lange, aber erst mit <strong>»Hip Hop Lebt«</strong> vor zweieinhalb Jahren habe ich mich wirklich bereit dafür gefühlt. Persönlich. Und auch, was mein Standing betrifft. Denn wenn man sich in die Öffentlichkeit stellt, wird man – ob man will oder nicht – bewertet und kommentiert. Und das hätte ich in jüngeren Jahren sicher nicht so leicht weggesteckt wie heute.</p>



<p><strong>Erinnerst du dich an diesen einen Moment, in dem du zum ersten Mal das Gefühl hattest, dass Hip-Hop mehr ist als nur Unterhaltung, sondern etwas, über das du in deiner Arbeit sprechen möchtest? Und wie hat sich deine Beziehung zu Hip-Hop seitdem verändert?</strong></p>



<p>Ich glaube, ich habe gar keine andere Wahl, als über Hip-Hop zu sprechen, über Kultur zu sprechen und über das Ökosystem, in dem ich mich bewege, nämlich Musik- und Medienindustrie – das ist zu 100 Prozent meine Expertise. Da kenne ich mich aus, das heißt, es wäre für mich jetzt auch völlig&nbsp;<em>out of character</em>, über Fashion zu sprechen. Also, ich schließe das jetzt nicht kategorisch aus, dass ich irgendwann über etwas anderes sprechen werde, aber intrinsisch ist das immer mein erstes Thema, worüber ich mit Leuten auch sprechen möchte. Also, ich bin vielleicht älter geworden und bin gereift, aber meine Liebe und mein Verständnis für Community und Kultur sind gleich geblieben. Und ich möchte einfach etwas zurückgeben, was mir Hip-Hop gegeben hat. Ich versuche einen Beitrag beizusteuern mit den Mitteln, die ich habe.</p>



<p>Podcast ist ein super dankbares Format, weil es eben auch so lang ist und so individuell, vom Gast abhängig. Man hat die Möglichkeit in die Lebensrealitäten von Künstler*innen, die man feiert oder z.B. von Songwriter*innen, die Nummer-Eins-Hits geschrieben haben, einzutauchen. Was geht denn in denen vor, also sind das normale Menschen oder sind die komplett fernab von meiner Realität? Was sind die Struggles, die die haben? Sind die auch mal unsicher? Wie gehen die mit Streaming-Druck um? Wie gehen die mit Geldsorgen um? Und all das mal wirklich auf den Tisch zu packen um am Ende festzustellen: Überraschung, wir sind alles nur Menschen. </p>



<p></p>



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<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">WÜNSCHE</h2>



<p><strong>Gibt es denn irgendjemanden</strong>, <strong>den du gerne mal als Gast in deinem Podcast hättest, egal ob realistisch oder Träumerei?&nbsp;</strong></p>



<p>Man sagt ja, <em>never meet your idols</em>, von daher, mit Drake wäre bestimmt witzig. Da weiß ich aber nicht, ob ich das wirklich machen wollen würde (lacht). Also klar, ich habe halt gewöhnlich so ein paar Idole, <strong>Drake</strong>, <strong>Stormzy</strong>, <strong>Skepta</strong>, <strong>Jack Harlow</strong>. Das sind so meine Idole, bei denen ich sage, oh Gott, da würde ich wirklich Schnappatmung bekommen, wenn sie plötzlich vor mir stehen. Aber ich finde auch einige Leute aus der Industrie interessant. Persönlichkeiten wie <strong>Scooter Braun</strong>, dem ehemaligen Manager von <strong>Taylor Swift </strong>und <strong>Justin Bieber</strong>. Ich glaube, mit dem könnte man über so einiges sprechen. Bei Personen wie bei ihm ist das Problem, die haben dann natürlich auch ihre Standardantworten, da kommst du wahrscheinlich eh nicht durch und das Gespräch wäre wahrscheinlich nicht wirklich spannend.&nbsp;</p>



<p>Aber ich möchte mich tatsächlich, auch wenn es um meine Gäste geht, gar nicht festlegen. Denn ich habe das Gefühl, es kommt auch immer zu einem. Das heißt, ich versuche die Sachen nicht so zu forcieren und lasse mich da auch einfach ein bisschen treiben.&nbsp;Das ist ein ganz guter roter Faden, für dieses ganze Projekt: einfach offen zu sein, du als Person, aber auch deine Zuhörer*Innen. Ich glaube, das fasst es ganz gut zusammen.</p>



<p><strong>Gibt es denn noch eine Sache oder eine Information, die du Leuten mitgeben möchtest, bevor sie zum Beispiel zu einem Live-Event kommen oder sich in diese Welt rein begeben?&nbsp;</strong></p>



<p>&nbsp;Neugierig zu sein, Lust auf etwas Neues zu haben und auch wieder ein bisschen der Kuration von Menschen zu vertrauen, weg von einem Algorithmus und einer KI. Viele denken sich wahrscheinlich: Ich kenne sie nicht, was ist »Hip Hop Lebt«? Die Zahlen sind auch noch nicht so doll, bla bla bla. Etwas, das irgendwie jeder von uns heutzutage macht: Man scannt erst mal ab, und ganz oft ist die Reaktion: Ich kenne das nicht, das wird von niemandem gehört, interessiert mich nicht. Ich würde mir wünschen, dass Leute sagen: Okay, ich kenne es vielleicht nicht, aber ich mag Hip-Hop, ich mag Gespräche.</p>



<p>Es ist mein Wunsch, dass die Leute einfach offen bleiben und sagen: Hey, ich interessiere mich für das Thema. Ich interessiere mich für Hip-Hop, für Kultur, vielleicht für die Musikindustrie, für persönliche Entwicklungen. Dass sie dem Ganzen eine Chance geben – das würde ich mir wünschen. Das ist ja auch im Grunde genau das, was alle an dieser Industrie oder an dieser ganzen Bubble – mich jedenfalls – total inspiriert: Wenn man dem Ganzen offen gegenübersteht, kriegt man super viel zurück.</p>



<p><strong>Gibt es sonst noch irgendwas, das du gerne zu dieser Tour noch loswerden möchtest?&nbsp;</strong></p>



<p>Dass wir die Ersten sind, die das machen. Wir sind so wirklich die Ersten, die Podcast mit einem Live-Konzert verbinden. Und auch der Mut, den wir als Team haben. Das bin ja nicht nur ich, die man vorne sieht. Es sind ja immer Leute im Hintergrund, die mit mir an dem Projekt arbeiten. Sie sorgen dafür, dass es so aussieht und auch inhaltlich so ist, wie es ist. Und diesem Team bin ich jeden Tag dankbar, dass die mit mir an dieser Vision zusammenarbeiten. Und dafür, dass wir aus eigener Kraft was auf die Beine stellen und jetzt mutig genug sind, unser kleines Format, was noch mitten im Aufbau ist, auf die Bühne zu bringen.</p>



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		<title>FRISO über »Luft zum Atmen«, Rückschläge und Mac Miller</title>
		<link>https://mostdope.tv/interviews/friso-ueber-luft-zum-atmen-rueckschlaege-und-mac-miller</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michail Weiss]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Jun 2025 13:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[10qm]]></category>
		<category><![CDATA[FRISO]]></category>
		<category><![CDATA[Lorde]]></category>
		<category><![CDATA[Luft zum Atmen]]></category>
		<category><![CDATA[Melodrama]]></category>
		<category><![CDATA[Paula Hartmann]]></category>
		<category><![CDATA[Sant]]></category>
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		<category><![CDATA[Tooloudfortheroom]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im August 2024 habe ich FRISO das erste Mal zu seiner EP »10qm« interviewt. Ungefähr neun Monate später sprechen wir im April dieses Jahres, diesmal via Zoom, weil er in Hamburg ist und ich in Athen über die Fortsetzung dieser EP. »Luft zum Atmen« spinnt nicht nur »10qm« weiter, sondern beendet auch das zusammenhängende Projekt. Im Gespräch soll es, neben der Chance nach einem Rückschlag neu anzufangen und dem neuen Lorde-Album, genau darum gehen. Letzten August haben wir über die [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Im August 2024 habe ich FRISO das erste Mal zu seiner EP »10qm« interviewt. Ungefähr neun Monate später sprechen wir im April dieses Jahres, diesmal via Zoom, weil er in Hamburg ist und ich in Athen über die Fortsetzung dieser EP.</strong></p>



<p><strong>»Luft zum Atmen« spinnt nicht nur »10qm« weiter, sondern beendet auch das zusammenhängende Projekt. Im Gespräch soll es, neben der Chance nach einem Rückschlag neu anzufangen und dem neuen Lorde-Album, genau darum gehen.</strong></p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong><strong>Letzten August haben wir über die erste EP des Projekts, »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/album/5jHdseeM7hi0W3CJRUBMwZ?si=g8X4sPXjSqamOoOFjWYbng">10qm</a>«, gesprochen. Möchtest du einmal kurz anreißen, was sich seitdem in deinem Leben und deiner Musik verändert hat?</strong></strong></p>



<p>Ich würde behaupten, gar nicht mal so viel. Es sind schon viele schöne Dinge passiert, aber gefühlt hat sich nicht wirklich etwas verändert.&nbsp;</p>



<p>Der Fokus lag jetzt halt mehr auf meinen Sachen und dann ist irgendwie alles sehr schnell vorbeigegangen und passiert: Der Release im Oktober, wir haben die Live-Session gemacht und es gab ein zwei Konzerte, unter anderem auch mit <strong>Tooloud</strong>(<strong>fortheroom</strong>).</p>



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<iframe title="FRISO - 10qm (Live)" width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/Kl5Uc_NVC5g?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Von daher sind sehr viele Dinge passiert, auf die ich eh schon sehr lange Lust hatte und das erste Mal richtig einen Fokus setzen konnte. Das war cool. Dann war irgendwie schon Ende des Jahres und auf einmal auch wieder Zeit für neue Musik, womit ich von Januar bis ziemlich genau Mitte März beschäftigt war. Mental bin ich gerade noch im Monat Februar, weil sich das alles sehr viel kürzer angefühlt hat, als es dann im Endeffekt war.</p>



<p>Ansonsten ist ein Booking dazu gekommen. Heißt, es gibt (bald) mehr Live-Shows. Man kann sagen, dass alles ein bisschen größer geworden ist. Trotzdem aber immer noch in einem sehr kleinen, überschaubaren Kreis mit Leuten, mit denen ich mir auch ausgesucht habe zu arbeiten.&nbsp;</p>



<p><strong><strong>Ich gehe später auf ein, zwei Punkte genauer ein. Jetzt erstmal eine andere Frage: Wann und warum haben du bzw. ihr euch dazu entschieden, »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/album/5jHdseeM7hi0W3CJRUBMwZ?si=g8X4sPXjSqamOoOFjWYbng">10qm</a>« fortzusetzen?</strong></strong></p>



<p>Ich würde gerne sagen, dass dieser Plan, die EP fortzusetzen, von Anfang an da war. Was aber von Anfang an klar war, ist, dass es zwei EPs geben soll, die irgendwo zusammenhängend sind. Nicht unbedingt thematisch, aber halt konzeptuell.&nbsp;</p>



<p>Ich hatte das glaube ich in unserem letzten Interview auch gesagt, aber dass der Name »10qm« zuerst kam, ist einfach so passiert – vor allem im Zusammenhang mit den ganzen Anekdoten, die es halt eh in den Songs schon gab.&nbsp;</p>



<p>Dann kam die Idee auf, einen Namen zu finden, der zusammenhängend funktionieren kann. So ist dann »Luft zum Atmen« entstanden. Wir haben sehr lange rum überlegt und geguckt, wie man dieses „10qm“ einbauen kann, ohne dass es zu lang bzw. zu einem ganzen Satz wird. Irgendwann kam es einfach aus dem Nichts (schnippst mit den Fingern): Wir machen „Luft zum Atmen“. Das ergibt Sinn. Das ist der letzte Satz der ersten EP – das allerletzte, was gesagt wird auf »10qm«:&nbsp;</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Gib mir Luft zum Atmen</p>
<cite>Seitenstechen</cite></blockquote>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong><strong>Die EPs sind also nacheinander entstanden und nicht in einem zusammenhängenden Prozess?</strong></strong></p>



<p>Genau, es sind zwei unterschiedliche Prozesse gewesen, aber trotzdem mit dem Hintergrund, dass all das, was zu dem Zeitpunkt entstanden ist, bei »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/album/5jHdseeM7hi0W3CJRUBMwZ?si=g8X4sPXjSqamOoOFjWYbng">10qm</a>« oder auch vorher schon immer noch relevant ist. Es war nicht so, dass wir nur den Fokus hatten, neue Musik zu machen, sondern auch ein bisschen geguckt haben: „Hey, was liegt noch rum? Was hat es auf »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/album/5jHdseeM7hi0W3CJRUBMwZ?si=g8X4sPXjSqamOoOFjWYbng">10qm</a>« zum Beispiel nicht geschafft? Was davon kann man verwenden?“</p>



<p>Das heißt, wir haben uns bei »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/album/37wpTRVbyXP6jDwriuykvS?si=jUPW24FITSSSr2SOuCveMQ">Luft zum Atmen</a>« auch wieder an älteren Songs bedient oder auch nur an ihren Texten. Irgendwo kann man schon sagen, dass es ein riesiger Prozess war, weil die Lücke zwischen den beiden EPs nicht so riesig lang war bzw. die zwischen den Entstehungsphasen. Eigentlich sind es aber einzelne Prozesse gewesen.&nbsp;</p>



<p><strong><strong>Ich erinnere mich, dass du irgendwann mal eine Skizze vom zweiten Part von »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/06nAYOuZZOQTCGiyRoes8A?si=fd0387f68b2c45c5">Sad Songs/Winter</a>« gepostet hattest.</strong></strong></p>



<p>Schon ewig her, das war glaube ich vor zwei Jahren. Einfach nur kurz auf TikTok hochgeladen, mehr auch nicht. Seitdem ist der Song so da. Ich fand ihn immer cool und irgendwie hat es dann ganz gut zu dem anderen Teil gepasst, vor allem im Sinne des Plot-Twists.&nbsp;</p>



<p>Es gibt noch einen Lost-Part von <strong>Sant</strong> drauf, den wir runtergenommen haben. Mal gucken, was damit noch passiert – ob man das irgendwann nochmal öffentlich gemacht.&nbsp;</p>



<p><strong><strong>Vielleicht könnt ihr den ja live zusammen spielen.</strong></strong></p>



<p>Ja mal gucken, was wir damit noch machen. Ich bin gespannt.&nbsp;</p>



<p><strong><strong>»<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/1NVwumNnBeIx9WB0l7kQgU?si=09d5b494f270411b">Seitenstechen</a>« hört mit exakt derselben Bitte auf, mit der »Nichts« anfängt und verbindet damit die beiden EPs: „Gib mir Luft zum Atmen“. Generell ist dieses Thema auf der neuen EP sehr präsent. »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/4Me99Knnb14n3MXTSjmV5g?si=96aef4c4e5cf422f">Nichts</a>« beschreibt das Gefühl, von den eigenen Gedanken erdrückt zu werden. Bei »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/1lxHczXyFNx7a5pi3o0rip?si=352bdcc2d8fb43ca">Petrichor</a>« geschieht dies durch den Weltschmerz und zieht sich weiter durch die anderen Songs. Hast du mittlerweile einen Weg gefunden, mit diesen Gefühlen umzugehen und dir so quasi Luft zum Atmen zu verschaffen?</strong></strong></p>



<p>Ich glaube, ich habe noch nicht mal einen Weg gefunden, die Gefühle überhaupt auszudrücken. Klar ist die Musik immer das, womit man es an erster Stelle irgendwie macht. Dazu, dass ich Dinge erst erkenne, wenn ich sie musikalisch schon mal geschrieben habe, hat sich nicht so viel verändert. Das mir also erst nach einem halben Jahr bewusst wird: „Ah, das ergibt Sinn, warum ich mich da so gefühlt habe und warum ich das so geschrieben habe.“ Mir wird dementsprechend auch erst später die Situation bewusst, in der ich mich damals befunden habe. Das ist auch weiterhin so.</p>



<p>Wie schon gesagt, findet mein Ausdruck viel durch Musikmachen statt, wobei ich mir schon häufig denke, dass vieles innerhalb der Musik krasser klingt, als es dann bei mir im Kopf auch ist. Ich drücke mich also extremer aus, als ich mich dann im Endeffekt fühle.&nbsp;</p>



<p>Vielleicht hängt das auch damit zusammen, dass ich den Bezug zu den Gefühlen noch nicht richtig entdeckt, sondern sie erstmal nur ausgedrückt habe, ohne schon zu wissen, was für Gefühle es überhaupt sind. Da könnte man jetzt auf jeden Fall sehr deep gehen… Mehr kann ich da nicht wirklich sagen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/FRISO-Pressefoto-2025-1-Credit-Finn-Dubbeld-2-scaled.jpg"><img decoding="async" width="768" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/FRISO-Pressefoto-2025-1-Credit-Finn-Dubbeld-2-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-18996" style="width:415px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/FRISO-Pressefoto-2025-1-Credit-Finn-Dubbeld-2-768x1024.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/FRISO-Pressefoto-2025-1-Credit-Finn-Dubbeld-2-225x300.jpg 225w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/FRISO-Pressefoto-2025-1-Credit-Finn-Dubbeld-2-1152x1536.jpg 1152w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/FRISO-Pressefoto-2025-1-Credit-Finn-Dubbeld-2-1536x2048.jpg 1536w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/FRISO-Pressefoto-2025-1-Credit-Finn-Dubbeld-2-770x1027.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/FRISO-Pressefoto-2025-1-Credit-Finn-Dubbeld-2-1400x1866.jpg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/FRISO-Pressefoto-2025-1-Credit-Finn-Dubbeld-2-scaled.jpg 1920w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Foto via Finn Dubbeld</figcaption></figure>
</div>


<p><strong><strong>Du erwähnst auf mehreren Songs wie z.B. »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/3IYcGFriYZqObPrFv2m7fd?si=6ca9c5b1d4ca4901">Swimming Circles</a>«, dass du nicht gut mit Worten umgehen kannst und hast gerade im Gespräch gesagt, dass es dir offensichtlich leichter fällt, dich durch Musik auszudrücken. Inwiefern führt das in deinen zwischenmenschlichen Beziehungen zu Problemen, bzw. tut es das überhaupt?</strong></strong></p>



<p>Es gibt schon immer mal hier und wieder Konflikte, auf jeden Fall. Ich glaube, das liegt daran, dass viele Menschen auch das erste Mal über die Musik von Dingen hören, obwohl sie mich persönlich kennen. Einerseits ist das für außenstehende Leute, je nachdem, in welcher zwischenmenschlichen Beziehung man ist, überraschend und vielleicht auch schwer zu hören. Andererseits vergleiche ich das halt immer ganz gerne damit, dass andere Leute Tagebuch schreiben, es halt nur nicht öffentlich machen.&nbsp;</p>



<p>Ansonsten glaube ich, dass ich halt einfach nicht gut mit Worten bin. Das heißt, ich brauche immer sehr viel länger, um mich mit Sachen zu beschäftigen und sie so in Worte fassen zu können, dass sie so ausgedrückt werden, dass Leute verstehen, wie ich sie meine.&nbsp;</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Versuch&#8217; mit Songs in Warteschlange, dir zu sagen wie&#8217;s mir geht</p>
<cite>Swimming Circles</cite></blockquote>



<p><strong><strong>Gibt es diese Barriere, dich konkret ausdrücken zu müssen, im Studio auch?</strong></strong></p>



<p>Im Studio ist es so, dass der Ausdruck und das, was ich sagen will, gar nicht an erster Stelle steht, sondern eher, dass es sich cool anhört, dass es ästhetisch klingt und dass die Reime und der Text cool sind. Mir fällt dann erst im Nachhinein auf, was ich geschrieben habe und worum es eigentlich geht.Von daher ist es eher ein kreativer Prozess, der dann am Ende zeigt, was das Gefühl war. Das ist mir tatsächlich auch gerade zum ersten Mal aufgefallen (lacht).&nbsp;</p>



<p><strong><strong>Okay, sehr spannend, dass das anscheinend unterbewusst stattfindet. Vor allem, weil »Luft zum Atmen«, meiner Meinung nach, introspektiver und ehrlicher als der Vorgänger ist.&nbsp;</strong></strong></p>



<p>Das stimmt. Die war auch deutlich schwerer zu machen, weil der Bezug zu vielen Dingen gefehlt hat bzw. nicht so da war. Vielleicht lag es auch einfach daran, dass es eine neue Situation war mit mehr Druck, weil man ja das vorherige Projekt weitererzählen möchte und nicht ein neues erschafft. Es müssen irgendwo Parallelen sein, es soll vom Sound her auch geil klingen und mindestens so geil wie vorher sein. Ich glaube, das war schon eine Riesenaufgabe, sich darin nicht zu verlieren.&nbsp;</p>



<p><strong><strong>Apropos verlieren.</strong></strong></p>



<p>Mhm. (lacht)&nbsp;</p>



<p><strong>Was ist eigentlich mit dem ursprünglichen Projekt passiert? Wie man auf »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/7K6XCDcKbawCFHPDBxmbXx?si=70cac07a6c9f41df">luft zum atmen verloren</a>« hören kann, ist es anscheinend ja verloren gegangen.&nbsp;</strong></p>



<p>Ja, wir haben es lowkey irgendwie gejinxt. Ich weiß nicht &#8211; es sollte anscheinend so sein.</p>



<p>Es war wieder mitten in der EP-Phase und ist eigentlich ein neuer Laptop gewesen, wo auch alles gebackupt wurde. Dann ist der Laptop halt irgendwann in einer Session einfach abgestürzt, ging danach aber wieder und zwei Tage später war er komplett down. Dann waren alle Projekte, die auf dem Desktop lagen, erstmal weg und irgendwie auch der iCloud Speicher. Irgendwas ist mit dem Ordner in der Cloud passiert. Außerdem ist uns zwei Wochen vorher die externe Festplatte abgeschmiert. Wir hatten also wirklich mit höheren Mächten zu kämpfen.&nbsp;</p>



<p>Dieses Mal kam das aber irgendwie sehr erfrischend. Wir waren auf einmal an einem Knackpunkt und hatten coole Skizzen und Ideen. Diese Ideen waren aber Ideen, die man irgendwie noch nicht so richtig fortführen könnte. Es gab einzelne Momente, von Songs, die irgendwie schon da waren. Es gab einen Song, der schon komplett fertig war, aber der Rest war wirklich erst bei 50%, wenn überhaupt.&nbsp;</p>



<p>Wir haben uns dann aber ein bisschen von diesen einzelnen Momenten entfernt. Das Intro von »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/3xPs6ONaRfW5AWyjuKXh6M?si=b253f1cf3c254d86">Weit weg</a>« war eins der ersten Sachen, die wir gemacht haben. Super hart, aber irgendwie wussten wir nicht ganz weiter und haben dann versucht etwas Neues zu machen.&nbsp;</p>



<p>Das Kaputtgehen des Laptops war wichtig, um einmal alles durchzuhören und zu checken: „Das ist alles gar nicht so weit weg von dem, was wir machen wollen. Wir müssen nur daran festhalten und nicht direkt aufgeben, nur weil man in einer Session nicht weitergekommen ist.“ Gerade auch der Song »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/095PNvhnP1yMrBriajmoar?si=454668e402324cad">geek</a>«. Der war eigentlich fertig und musste drei Wochen später abgegeben werden, war aber nicht geil.&nbsp;Daran hat man es nochmal gemerkt. Wir haben ihn dann aufgebrochen und den zweiten Part plus das Instrumental irgendwie neuer gemacht. Das hat’s für mich dann im Endeffekt voll gemacht, weil ich mit frischer Energie und ein bisschen aus der Vogelperspektive drauf gucken konnte: „Das ist schon alles sehr geil, wir müssen nur diese Momente auserzählen.“ Dementsprechend hoffe ich, dass es nie wieder passieren wird, dass wir etwas verlieren, aber dieses Mal war es geil.</p>



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<iframe title="FRISO - geek (prod. SOMA)" width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/3zYPW-7p2C4?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Ich habe es dieses Mal auch mehr mit Humor genommen. Natürlich war es stressiger, weil wir das Studio blockiert haben, Sachen verschieben und wieder auf Druck arbeiten mussten. Es hat aber was gebracht und wir wussten, wie wir mit so einer Situation umgehen müssen, weil wir es einfach schon einmal durchgemacht haben. Ich finde es irgendwie fast schon wieder schön, dass es auch bei der zweiten EP passiert ist. Dadurch hängt die Geschichte der einzelnen EPs nochmal mehr zusammen.&nbsp;</p>



<p><strong>Also ist das bei »10qm« auch passiert?</strong></p>



<p>Ja, da war es so, dass der Laptop im Urlaub geklaut wurde und wir es nicht gebackupt hatten. Der Laptop war einfach weg und es war nichts mehr zu machen, obwohl die EP schon fertig war. Sie war wirklich an dem Punkt, wo nur gemixt und gemastert werden musste. Dann waren die Projekte weg und wir haben sehr improvisieren müssen. Aber letztendlich hat auch alles funktioniert.</p>



<p><strong>Wie schon erwähnt, hört man an vielen Stellen eine Weiterentwicklung zu »10qm«. Die Liebesbeziehung hat sich vertieft, der Diss-Charakter scheint stärker durch etc. Was hat sich für dich verändert, dass du dich jetzt intensiver und ehrlicher ausdrückst, bzw. hat sich überhaupt etwas verändert?</strong></p>



<p>Ne, gar nicht eigentlich. Ich habe aber schon zwischen den beiden EPs gemerkt, dass ich auf die Skizzen oder generell auf die Songs immer sehr gutes Feedback für die Texte bekommen habe. Ich fand das lustig, weil ich damit einfach immer sehr am strugglen bin und bei viel Belangen bei Texten unsicher bin, ob ich es cool finde und ob diese eine Line nicht zu cheesy kommt.&nbsp;</p>



<p>Wenn ich einen Song höre, stößt mir nicht jede einzelne Line auf, sodass ich mir denke: „Oh, die Line hätte ich jetzt nicht so geschrieben.“ Ich finde es stattdessen einfach geiler, wenn da mindestens zwei Lines drin sind, die einfach komplett nice sind und den Rest in den Hintergrund stellen.</p>



<p>Bei meinen eigenen Songs finde ich es wiederum schwer, mir einzugestehen, dass es okay ist, wenn nicht jede Line ein Hitter ist. Von daher hat sich die Art, wie ich mich ausdrücke, nicht wirklich verändert. Wenn, dann unterbewusst, aber dann habe ich noch nicht erkannt, dass sich da etwas in der Arbeitsweise verändert hat.&nbsp;</p>



<p>Ich glaube, bei dieser EP war das Texten viel bewusster, weil ich mich tatsächlich auch innerhalb der Phase viel mehr aufs Texten fokussieren musste, weil sie irgendwie nicht so geflowt sind. Ich musste mich echt wirklich zu jedem Song richtig hinsetzen und mir Zeit nehmen. Es ging nicht einfach so in der Session runter. Meistens ist das bei mir aber eh nicht der Fall. Dieses Mal war es sehr viel längere Arbeit, was das Texten angeht und deswegen auch weniger aktiver kreativer Input.&nbsp;</p>



<p>Ich habe schon viel kreativen Input gegeben, aber war jetzt nicht so krass am Start wie bei »10qm«, dass ich aktiv neben <strong>SOMA </strong>sitze und wir beide das Instrumental formen. Es war mehr so, dass ich meine Kommentare reingegeben hab und mich sonst weiter aufs Texten konzentriert habe. Man kann schon sagen, dass ich mir mehr Zeit für die Texte genommen habe.&nbsp;</p>



<p><strong>Natürlich ist es toll, wenn jede Line durchdacht ist und tausend Ebenen hat. Trotzdem ist man, finde ich, überraschter bei Songs, die eher leichtere Zeilen haben, ein zwei tiefere zu finden.&nbsp;</strong></p>



<p>Voll! Ich würde auch nicht sagen, dass ich versuche jede Line so zu schreiben, dass sie mehrere Ebenen hat, sondern einfach wirklich eher, dass ich mich damit wohlfühle, diese Line gerade zu sagen. Die kann komplett nichts bedeuten, aber dann muss die Phonetik stimmen und sich schön anhören. Das ist dann eher das, woran ich mich aufhalte.</p>



<p>Ich bin auch niemand, der jetzt sagt, ich muss das Aussehen einer Flasche auf fünf Ebenen beschreiben als Metapher für mein Wohlbefinden. Dafür war ich dann auch zu schlecht, was Interpretieren angeht. Aber, hier und da, wenn das mal vorkommt, ist cool.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><a href="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/FRISO-Pressefoto-2025-2-Credit-Finn-Dubbeld.jpg"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/FRISO-Pressefoto-2025-2-Credit-Finn-Dubbeld-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-18993" style="width:711px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/FRISO-Pressefoto-2025-2-Credit-Finn-Dubbeld-1024x683.jpg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/FRISO-Pressefoto-2025-2-Credit-Finn-Dubbeld-300x200.jpg 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/FRISO-Pressefoto-2025-2-Credit-Finn-Dubbeld-768x512.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/FRISO-Pressefoto-2025-2-Credit-Finn-Dubbeld-1536x1024.jpg 1536w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/FRISO-Pressefoto-2025-2-Credit-Finn-Dubbeld-360x240.jpg 360w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/FRISO-Pressefoto-2025-2-Credit-Finn-Dubbeld-720x480.jpg 720w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/FRISO-Pressefoto-2025-2-Credit-Finn-Dubbeld-770x513.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/FRISO-Pressefoto-2025-2-Credit-Finn-Dubbeld-1400x934.jpg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/FRISO-Pressefoto-2025-2-Credit-Finn-Dubbeld.jpg 1969w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Foto via Finn Dubbeld</figcaption></figure>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Du hast schon recht, dass wenn man leichtere Texte schreibt und dann zwei drei Hitterlines hat, sie einfach viel mehr im Kopf hängen bleiben. Das war ein bisschen bei »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/06nAYOuZZOQTCGiyRoes8A?si=cd647ca9c99e4a0f">Sad Songs/Winter</a>« das Ding für mich. Dieser Song, also »Sad Songs« ohne »Winter« ist zu 90% von mir selber produziert. Uns war wichtig, dass wir einen Song drauf haben, der sehr viel DNA hat. Ich habe den sogar zu Hause produziert. Irgendwie hat es im Studio nicht funktioniert, dann konnte ich nicht pennen gehen, ohne dass ich irgendwas gemacht habe, was mir gefällt. Ich habe mich dann zu Hause hingesetzt und nochmal ein bisschen was gemacht.&nbsp;</p>



<p>Die Idee da war, dass ich einfach alle Gedanken runterschreibe. Der Song muss in sich keinen Sinn ergeben, sondern jeder Gedanke soll für sich stehen. Deswegen hat er auch keine Hook, sondern läuft einfach durch. Alles, was ich sage, ist irgendwie in meinem Kopf gewesen, hat mich genervt oder halt auch nicht. Ich schreibe einfach und da wird schon irgendwas Cooles bei rumkommen. Ich finde, das ist irgendwie auch gelungen (schmunzelt).</p>



<p><strong>Stimmt, mir ist vor allem die Line „Was für zwei Minuten Songs, das sind maximal Teaser (keine schlechten Songs, aber halt maximal Teaser)“ im Kopf geblieben.&nbsp;</strong></p>



<p>(schmunzelt verlegen). Ja, das war respektvoll gemeint, weißt du. Es war so: Ich will niemandem auf die Füße treten, aber irgendwie nervt es mich, weil man so viel mehr erzählen kann, wenn man längere Songs macht. Zum Glück haben wir auch längere Songs gemacht. Ansonsten wäre die Line ein bisschen kacke auf der EP, wenn ich eben auch nur zwei Minuten Songs drin hätte.&nbsp;</p>



<p>»Sad Songs« war auch mit einer der letzten Songs, die entstanden bzw. fertig gemacht wurden. Von daher bezieht sich die Line retrospektiv darauf, dass wir ganz viel Musik gemacht haben und darunter eben auch sehr lange und untypische Songs.&nbsp;</p>



<p>Die Line hat sich auf niemanden persönlich bezogen, sondern dient eher als Kritik an der momentanen Musikkultur – dass alles aktuell sehr kurz und schnelllebig ist und genauso auch von den Artists gefordert wird. Dementsprechend musste ich da einmal was rauslassen.&nbsp;</p>



<p>Ich bin auch ein Fan davon, eine Idee stehen zu lassen. Wenn es nicht weitererzählt werden muss, reicht es auch, wenn der Song anderthalb Minuten lang ist. Aber irgendwie vermisse ich auch lange Songs, wo viel passiert und wo viel erzählt wird. Vielleicht war es eher ein Wunsch an Leute, längere Songs zu machen. Wenn ihr’s nicht macht, dann mach ich es halt und bin happy damit.&nbsp;</p>



<p><strong>Mit 5:30 min ist »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/3IYcGFriYZqObPrFv2m7fd?si=2c0f7ed028774e4e">Swimming Circles</a>« der längste Song auf der EP und gleichzeitig eine offensichtliche Referenz an Mac Millers Alben »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/album/5wtE5aLX5r7jOosmPhJhhk?si=ZzGhSgD1RNWKTwl2_3LRNQ">Swimming</a>« und »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/album/5sY6UIQ32GqwMLAfSNEaXb?si=OPo_zf0lSea5_6cLKarHiQ">Circles</a>«, die wie dein Projekt ebenfalls zusammenhängen. Inwiefern hat dich seine Musik geprägt?</strong></p>



<p>Viel, aber auch erst seit den letzten drei Jahren. Ich bin da irgendwie reingerutscht. Mac Miller kennt man natürlich, aber bis mir »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/album/5wtE5aLX5r7jOosmPhJhhk?si=ZzGhSgD1RNWKTwl2_3LRNQ">Swimming</a>« von SOMA herzlich empfohlen wurde, habe ich nie viel reingehört. Der erste Song, den ich dann gehört hatte, war »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/6dFn6my1sHK2bcf23GlHwM?si=fe92e722d7c049f4">2009</a>« &#8211; der hat mich komplett gecatcht und danach war ich hooked. SOMA hatte mir dann auch seine Interpretation dazu erzählt, da er sich viel mit den thematischen Abläufen beschäftigt hat. Bei »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/album/5wtE5aLX5r7jOosmPhJhhk?si=ZzGhSgD1RNWKTwl2_3LRNQ">Swimming</a>« beschreibt er z.B., dass er eigentlich noch nicht an einem guten Punkt ist und ihn viele Sachen abfucken. Bei »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/album/5sY6UIQ32GqwMLAfSNEaXb?si=OPo_zf0lSea5_6cLKarHiQ">Circles</a>« hört man dann auf jeden Fall eine Besserung, nur ist er leider kurz nach der Entstehung des Albums verstorben.</p>



<p>Ich habe Mac Miller vorher nicht als konzeptuellen Menschen eingeschätzt, was mich immer ein bisschen von seiner Musik ferngehalten hat. Mit dem Hintergrund bin ich reingegangen und habe es zwei Jahre lang durchgehört – immer noch. Es ist immer noch ein Album, für wenn ich lange Zeit unterwegs bin, dann höre ich das durch. Ich glaube musikalisch haben wir gar nicht so Riesenparallelen. Irgendwie hat es aber was mit mir gemacht.&nbsp;</p>



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</div></figure>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Der Fakt, dass er als eigentlicher OG-Rapper aus Amerika den Switch gemacht hat hin zu nur noch das zu machen, worauf er Bock hat – zu singen, auch wenn er nicht der heftigste Sänger ist, ohne Autotune – einfach, weil es sich geil anhört und weil es Gefühle sind. Das hat mich irgendwie geholt. Damit hatte er mich.&nbsp;</p>



<p>Ich habe mich insgesamt viel mit dem gesamten Projekt von »Swimming« und »Circles« auseinandergesetzt und fand es deswegen eine witzige Anekdote, das auch in mein Projekt mit aufzunehmen, da hier die EPs ebenfalls zusammenhängen.&nbsp;</p>



<p><strong>»Luft zum Atmen« deutet stellenweise größere Themen an, die über die vier Wände von »10qm« hinausgehen und damit das Gefühl verschafft, dass sich deine Perspektive (sowohl nach innen als auch nach außen) erweitert hat. Findet diese thematische Entwicklung bewusst statt?</strong></p>



<p>Es gab schon das Konzept, den Fakt, dass es thematisch nicht mehr um meinen Kopf, 10qm Räume und alltägliche Probleme, sondern um ehrlichere Dinge geht, durch einen visuellen Kontrast auszudrücken.&nbsp;&nbsp;</p>



<p>»10qm« findet thematisch in einem WG-Zimmer statt, spielt sich visuell aber nur draußen in der Freiheit ab, quasi da, wo es Luft zum Atmen gibt. Vom Styling her war es ebenfalls sehr unkompliziert, sehr raw. So ziehe ich mich halt normalerweise auch an. Die visuelle Ästhetik ist dem Ziel gefolgt, dass es keinen roten Leitfaden gibt, sondern einfach schön auszusehen.&nbsp;</p>



<p>Bei »Luft zum Atmen« hat es sich wiederum angeboten, das Ganze brachialer zu machen, Wände zu ziehen und gewisse Räume und Abgrenzungen zu schaffen, um ein Gefühl der Einengung zu vermitteln. Das fand auch dadurch statt, dass ich schicker angezogen wurde und mehr Fokus auf dem Aussehen lag. Häufig fühlt man sich zwar geil, wenn man schick angezogen ist, aber man schlüpft, vor allem wenn man sich nicht regelmäßig so anzieht, in eine Art Figur.&nbsp;</p>



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<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Das war der Grund, weshalb wir dachten, dass es passt, mich durch Kleidung und die vielen Layers einzuengen, damit ich dadurch mehr Luft zum Atmen brauche. Das visuelle Konzept von »10qm«, würde, wenn es nur um den Titel geht, thematisch besser zu »Luft zum Atmen« passen. Inhaltlich und textlich macht es aber komplett Sinn, dass »Luft zum Atmen« erwachsener, bedenklicher und ehrlich ist und sich teilweise hinter der visuellen Ästhetik versteckt.&nbsp;</p>



<p><strong>Wie geht es dir, wenn du an deine erste Tour im Mai denkst? Du hast drei Stops angekündigt, die waren direkt sold-out und dann nochmal zehn weitere im Winter.&nbsp;&nbsp;</strong></p>



<p>Ja, es ist sehr wild. Es war krass, dass es schnell ausverkauft war. Es ist sehr bestätigend und schön, weil es das erste Mal ist, dass man überhaupt irgendwas richtig kaufen kann und die Leute auch bereit dazu sind. Ich bekomme jetzt auch das erste Mal so richtig mit, was für Erfahrungen die Leute mit meiner Musik haben und was sie mit was verbinden.&nbsp;</p>



<p>Ich finde Musik ist immer ein Faktor, den man mit Situationen verbindet – zumindest bei mir. Das Feedback kriegt man dann erst in persona, wenn das Publikum im Nachhinein etwas erzählt oder man es über DMs oder andere Wege erfährt. Darauf freue ich mich sehr. Auch darauf zu erfahren, worauf die Leute achten, wenn sie die Musik hören. Vielleicht machen wir auch irgendwas, dass man diese Erfahrungen sammeln, aufschreiben und irgendwo lesen kann. Würde mich auf jeden Fall sehr interessieren.&nbsp;</p>



<p>Andererseits sind es aber immer noch Zahlen, die sehr schwer greifbar sind. Wenn es im Mai dann so weit ist, wird es natürlich nochmal ein ganz anderes Gefühl.&nbsp; Aktuell wird man jeden Tag mit irgendwelchen Zahlen konfrontiert und eine Millionen Streams sind auch nicht mehr so viel wert, wie sie es vor fünf Jahren waren. Von daher hat es mich extrem gefreut und tut es auch immer noch. Richtig wird sich die Freude dann aber erst bei den Shows im Mai und denen im November, Dezember ausdrücken.&nbsp;</p>



<p><strong>Apropos Shows. Das ist jetzt dieses Jahr das erste Jahr, wo du nicht mehr mit Paula Hartmann in deiner Rolle als Live-DJ unterwegs bist. Wirst du die großen Bühnen und die turbulenten Wochenenden vermissen?</strong></p>



<p>Safe. Ich habe darüber lustigerweise vorgestern nachgedacht.&nbsp;</p>



<p>Irgendwie ist es schon cool, sich um nichts außer meine Aufgaben innerhalb der Band kümmern zu müssen und mit den ganzen Leuten zu sein. Gerade auch die großen Bühnen werde ich vermissen. Ich mag es, Platz zu haben auf der Bühne, und das ist bei meiner Größe als Künstler noch nicht so der Fall.&nbsp;</p>



<p>Andererseits freue ich mich aber auch darauf, darauf hinzuarbeiten und diesen Prozess irgendwann an meiner eigenen Person mitzuerleben. Darauf hinzufiebern, dass es irgendwann große Bühnen gibt und sich dann darüber zu freuen.&nbsp;</p>



<p>Das wird jetzt dieses Jahr das erste Mal sein, dass ich eine <strong>Paula Hartmann</strong>-Show von außen sehe, was ich sehr spannend finde. Mal schauen, wie ich das einordne. Ob mich Trauer, Freude etc. überkommt, weiß ich noch nicht. Man fühlt sich natürlich noch als Teil davon, obwohl man weiß, dass man es nicht mehr ist. Schon ein komisches Gefühl.</p>



<p>Vermissen tue ich es auf jeden Fall, aber trotzdem bin ich sehr froh, dass wir im positiven Sinne ein gutes Ende gefunden haben, mit dem alle zufrieden sind und sich auf neue Aufgaben konzentrieren und freuen können.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/paula-hartmann-jakob-furis-1024x683.jpg" alt="Paula Hartmann Credit: Jakob Furis" class="wp-image-19007" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/paula-hartmann-jakob-furis-1024x683.jpg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/paula-hartmann-jakob-furis-300x200.jpg 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/paula-hartmann-jakob-furis-768x512.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/paula-hartmann-jakob-furis-360x240.jpg 360w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/paula-hartmann-jakob-furis-720x480.jpg 720w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/paula-hartmann-jakob-furis-770x513.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/paula-hartmann-jakob-furis.jpg 1080w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Paula Hartmann via Jakob Furis</figcaption></figure>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Ich habe noch eine letzte Frage zu einem anderen Thema. Es geht wieder um Lorde. Dieses Jahr kommt endlich ein neues Album. Was sind deine Gedanken dazu und was erhoffst du dir von dem Projekt?</strong></p>



<p>Ich erhoffe mir sehr viel. Ich finde es geil, weil sie konsequent alle vier Jahre ein Album droppt. Das ist schon wieder so ein kleines Add-on, was mich glücklich macht. Außerdem finde ich es sehr cool, dass aus dem Nichts gefühlt die erste Single kommt. Nicht wie bei einem <strong>Playboi Carti</strong>, der drei Jahre etwas ankündigt und dann nichts macht.&nbsp;</p>



<p>Von dem Snippet, was ich gehört habe, spricht mich auch das Soundbild wieder sehr viel mehr an als beim letzten Album. »Solar Power« war auch super schön, aber irgendwie hatte ich mich auf was anderes eingestellt.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="Lorde - What Was That" width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/1UpoZpMBM9Y?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>(Anm. d. Red.: Das genannte Snippet gehört zu dem, am 24. April 2025 veröffentlichten, Song »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/2jNyiavSywmA472t2m6ZBz?si=41444dfef7284460">What Was That</a>« von Lorde. Das Interview hat vor diesem Release stattgefunden)</p>



<p>Ich bin sehr gespannt, was es für Produktionen werden. Insgesamt kann ich mir ehrlich gesagt gut vorstellen, dass es iconic wird.&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/friso-ueber-luft-zum-atmen-rueckschlaege-und-mac-miller">FRISO über »Luft zum Atmen«, Rückschläge und Mac Miller</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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