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	<title>Interviews Archive - Mostdope</title>
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	<title>Interviews Archive - Mostdope</title>
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		<title>„Sollte ich nicht eigentlich ein bisschen Schiss haben?“ &#8211; Leo Kaminski auf der Erfolgswelle</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Stahldecker]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Jun 2026 17:09:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 10. Juli kommt Leo Kaminskis EP »Flugangst« raus. Im Interview mit Mostdope spricht Leo Kaminski über seine Verbindung zu seinem Bruder und seiner Heimatregion. Bereits im letzten Jahr trat er auf dem splash! Festival auf. In diesem Sommer freut er sich auf sein EP-Release. Für ihn ist es etwas besonderes, wenn seine Musik an die Leute kommt. Doch auf das, was danach geplant ist, freut er sich noch mehr. Was studierst du denn nochmal? Design, ist das korrekt? Das [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/sollte-ich-nicht-eigentlich-ein-bisschen-schiss-haben-leo-kaminski-auf-der-erfolgswelle">„Sollte ich nicht eigentlich ein bisschen Schiss haben?“ &#8211; Leo Kaminski auf der Erfolgswelle</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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<p><strong>Am 10. Juli kommt Leo Kaminskis EP »Flugangst« raus. Im Interview mit Mostdope spricht Leo Kaminski über seine Verbindung zu seinem Bruder und seiner Heimatregion. Bereits im letzten Jahr trat er auf dem splash! Festival auf. In diesem Sommer freut er sich auf sein EP-Release. Für ihn ist es etwas besonderes, wenn seine Musik an die Leute kommt. Doch auf das, was danach geplant ist, freut er sich noch mehr.</strong></p>



<p><strong>Was studierst du denn nochmal? Design, ist das korrekt?</strong><br><br>Das ist richtig, ja. Also der Studiengang heißt Integrated Design. Da sind alle möglichen Gestaltungsformen gemischt. Wir haben auch ein Studio in der Uni, was sich ganz gut anbietet.</p>



<p><strong>Also ist im Studium Audio-Design das, was dir am besten gefällt?</strong><br><br>Ja, was ich auch am meisten mache, würde ich sagen. Im Studio ist nie jemand aus der Uni. Und da kann ich mich gratis reinbuchen und mache da auch Teile von meinem eigenen Kram. Das bietet sich an.<br><br><strong>Du studierst und hast nebenbei über 100.000 monatliche Hörer auf Spotify. Das ist jetzt nicht der Normalfall für einen Studenten. Wie ist es so für dich? Wissen das deine Kommilitonen?</strong><br><br>Also so Leute, mit denen ich zu tun habe, natürlich. Einfach weil das mein Lebensinhalt ist und man davon erzählt. Ob andere jetzt darüber Bescheid wissen? Vielleicht, aber das weiß ich nicht. Und für mich ist es schon so, dass das Studium momentan eher nebensächlich ist.</p>



<p><br><strong>Okay, klingt entspannt. Dein Bruder Emil hilft dir beim Schreiben der Texte. Wie ist das denn entstanden? Hat er dich auch zum Musikmachen inspiriert?</strong><br><br>Ja, tatsächlich schon. Ich war schon immer musikinteressiert, habe auch Instrumente gespielt. Aber Emil hat immer schon Texte, Gedichte und Songtexte geschrieben. Er kam dann irgendwann zu mir und meinte: „Du musst mal anfangen zu produzieren, das würde passen. Es wäre geil, wenn du das machst und ich schreibe dann.“ Dann habe ich erstmal drei, vier Jahre Beats für und mit Emil gemacht. Da habe ich Spaß daran gefunden, selbst aufzunehmen und was auszuprobieren. Für den Start war das praktisch, dass ich nicht angewiesen war auf den Produzenten. Ich konnte Tag und Nacht einfach meinen Kram machen und rumprobieren. Dadurch sind coole Sachen entstanden. Ein Großteil meiner meistgestreamten Songs ist auch noch von mir produziert.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/leo-kaminski-2-credit-bmg-1024x576.png" alt="Leo Kaminski im Interview über seine EP Flugangst" class="wp-image-21157" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/leo-kaminski-2-credit-bmg-1024x576.png 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/leo-kaminski-2-credit-bmg-300x169.png 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/leo-kaminski-2-credit-bmg-768x432.png 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/leo-kaminski-2-credit-bmg-1536x864.png 1536w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/leo-kaminski-2-credit-bmg-770x433.png 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/leo-kaminski-2-credit-bmg-1400x788.png 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/leo-kaminski-2-credit-bmg.png 1920w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto via BMG</figcaption></figure>
</div>


<p><br><strong>Du hast aber auch mal gesagt, dass du dich mit deinen Liedern identifizieren können müsst. Wie ist es mit der Identifikation, wenn dein Bruder die Texte schreibt?</strong><br><br>Damals hat Emil Texte für sich selber geschrieben. Aktuell gehen wir zusammen ins Studio. Meistens fange ich mit einer Idee an und er macht den Feinschliff. Er wirft dann Worte oder Reime rein und sagt: „Ey, die Sache kommt eher weniger cool und mach‘ es eher so rum.“ Da hat sich schon so eine Symbiose entwickelt, dass der Text nicht von einem von uns ist. Das ist dann unser Text. Natürlich gibt es noch einige Sessions, wo ich einfach allein schreibe. Aber wenn er dabei ist, dann fühlt es sich nicht so an, als würde jemand für mich schreiben. Er weiß, was mein Stil ist und was ich mag.</p>



<p><br><strong>Hat Musik bei euch in der Familie einen hohen Stellenwert?</strong><br><br>Ich würde nicht sagen extrem hoch, aber meine Mama war schon immer sehr musikalisch. Sie hat Klavier und Saxofon gespielt. Sie hat immer Spaß daran gehabt. Ich glaube, daher kam es auch, dass schon Wert daraufgelegt wurde, dass uns Musik nähergebracht wurde. Aber wir sind jetzt keine Musikerfamilie.</p>



<p><br><strong>Du hast vorhin angesprochen, dass ein Teil deiner Musik in Aachen entsteht. Du selbst bist aus Aachen. Du hast auch mit $ONO$ CLIQ zusammengearbeitet, das ist ja ein Aachener Duo. Und du hast in einem Jugendtreffen im belgischen Raeren einige Musik-Sessions gehabt. Was bedeutet dir denn deine Heimatregion? Was macht sie besonders für dich?</strong><br><br>Dieses Grenzübergreifende macht es sehr besonders. Also dass wir einfach drei Grenzen haben, die sich treffen, und dass man in 20 Minuten oder einer Viertelstunde drüben ist. Dadurch habe ich die Leute in Belgien kennengelernt. Ich glaube, das hast du in kaum einer anderen Stadt, dass es so nah an anderen Kulturen und Ländern dran ist. Und natürlich politisch – Aachen ist bekannt als sehr linke, sehr offene Stadt – was für mich auch wichtig war und in meiner Entwicklung eine große Rolle gespielt hat. </p>



<p>Auch ist Aachen keine Kleinstadt, aber kleiner als Köln und Berlin. Ich habe ja mehrere Shows bei mir zuhause im Musikbunker gespielt. Das war für mich so dieses Gefühl, selbst Kultur zu erschaffen in einer kleinen Stadt, in der es vielleicht weniger Angebote gibt als in Berlin oder Köln oder Hamburg. Das hat sich so besonders angefühlt, weil es da gefühlt eine Venue gibt. Dass man dann das auf die Beine stellt, dass man da ein eigenes Konzert veranstaltet, wo dann Leute hinkommen – das war schon anfangs ein sehr besonderes Gefühl. Und es ist auch immer noch so.<br><br><strong>Du hast gesagt, Aachen ist jetzt nicht wie Berlin. In den letzten Jahren kamen schon einige Musiker aus der Stadt: THIZZY52 und $ONO$ CLIQ zum Beispiel. Kommt da eine Aachener Wave?</strong><br><br>Bestimmt. Aachen bringt schon einiges Gutes hervor. In den letzten Jahren ist die Rap- und Newcomerkultur in Aachen nicht zu unterschätzen.<br><br><strong>Wir können gespannt sein, was noch so aus Aachen kommt. Jetzt zu deiner EP: Am 10. Juli kommt »Flugangst« raus. Hast du selbst Angst vor dem Fliegen?</strong><br><br>Tatsächlich ja, das hat sich irgendwie so entwickelt. Also Angst wäre vielleicht übertrieben, aber ich feiere es auf jeden Fall nicht. Es ist einfach dieser Kontrollverlust. Du kannst überhaupt nichts beeinflussen und man zerdenkt dann zu viel, was gerade eigentlich passiert. Man kann es nicht so ganz erklären. Aber der Name ist nicht nur auf dieses Gefühl bezogen. Es ist vor allem dieses Bild, dass mehr passiert und das Projekt und der Traum größer werden. Träume werden erreicht. Es fühlt sich wie Fliegen an, aber gleichzeitig ist da dieses reflektierende Auge, was draufschaut und überlegt: „Sollte ich nicht eigentlich ein bisschen Schiss haben?“ Ich will nicht abheben. Das fasst es für mich zusammen. Jeder Song ist ein Teil von Selbstentwicklung und Weiterentwicklung und handelt vom Rauskommen aus alten Mustern und dem Erleben von neuen verrückten Dingen.</p>



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<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><br><strong>Wo spürst du den Kontrollverlust jetzt, wo du ein bisschen mehr Erfolg hast?</strong><br><br>Ich glaube der Kontrollverlust ist eher dadurch gekommen, dass ich mehr Kontrolle haben will und merke, dass es einfach teilweise nicht kontrollierbar ist. Gerade lebe ich von der Musik und ich möchte auch weiterhin davon leben. Bei Musik kann es sein, dass ich mir in drei Monaten einen Nebenjob suchen muss, weil es nicht mehr läuft. Oder in einem Jahr läuft es noch besser als jetzt. Das macht für mich den Reiz aus. Man muss aber auch Kontrolle abgeben. Ich versuche das Beste zu machen und meine eigenen Lieblingssongs zu machen. Was damit dann passiert, liegt nicht mehr in meiner Hand.<br><br><strong>Es ist eine krasse Branche, das stimmt. Du hast für die ersten Tracks der EP auch Musikvideos gedroppt. Auf den Bildern zu »Nie im Club« sind Heizstrahler zu sehen. Wie kalt war es denn in dem Gebäude?</strong></p>



<p><br>Der Bunker of Art in Aachen ist meistens sehr kalt. Der kühlt sich im Winter runter und geht im Sommer wieder hoch. Es war ein echt kalter Dreh, aber umso geiler, dass die Leute mit durchgezogen haben. Ich glaube, es waren 30 oder 40 Leute, die waren bis zum Ende dabei und haben kein Mal gemeckert. Es war sehr schön.<br><br><strong>Bei den Musikvideos, dadurch, dass du ja auch Design studierst, so ist ja gemeint, bei dir geht es eher in Richtung Audio Design, konntest du dich da trotzdem auch ein bisschen ausleben? Wie groß ist da dein Einfluss auf die Musikvideos?</strong><br><br>Die Musikvideos macht mein bester Freund und Mitbewohner, Julman (Anm. d. Red.: Julian Mann). Der Großteil der Videos und der Ideen entspringt seinem Kopf. Aber dadurch, dass wir zusammenwohnen und sehr viel Zeit miteinander verbringen, bin ich da schon auch immer tief drin in der Planung. Ich hatte immer Interesse daran, aber ich hatte nie so das Talent wie Julian. Ich kann teilweise meine Ideen reinbringen und weiß, dass er es geil umsetzt.</p>



<p>Ich glaube, wenn man einen Song visuell vernünftig umsetzt, kann man damit nochmal mehr Gefühle erzeugen. So wirkt der Song auch qualitativer. Ich will das weiterhin machen. Da bin ich froh, dass wir da so ein gutes Team haben.</p>



<p><br><strong>Zurück zur EP: Gibt es da ein Lied, das dir besonders wichtig ist?</strong><br><br>Mir sind natürlich alle sehr wichtig. Ich glaube, »Gewinner« ist schon ein Song, der mich am persönlichsten betrifft, beziehungsweise der persönlichste Song, den ich je released habe. Deswegen war&#8217;s mir auch wichtig, den als Single zu droppen. Der Song ist für mich auf jeden Fall ein Kernteil der EP.</p>



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<iframe title="Leo Kaminski - Gewinner" width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/vl96rAtqh9k?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
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<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Wieso ist er so wichtig?</strong></p>



<p>Der Song geht darum, wie man mit dem möglichen Verlust eines Menschen umgeht und wenn Leute sich auf einmal verändern. Man kann nicht mehr einschätzen, was bei Personen abgeht, zum Beispiel was Drogenkonsum und so weiter angeht. Der Titel ist ein bisschen ironisch. Eigentlich sind wir Gewinner, aber es ist trotzdem passiert, das ist die Hook-Line.</p>



<p><br><strong>Ist »Gewinner« dann auch dein Lieblingssong oder ist es nur der Persönlichste?</strong><br><br>Mein Favorit ist die Single »Bauchgefühl«. Der ist ein bisschen anders als alle anderen. Ich glaube, den mag ich am meisten.<br><br><strong>Letztes Jahr hast du auf dem splash! performt. Wie war das denn für dich, damals dort aufzutreten? Dort treten so viele nationale und internationale Größen auf. Wie ist es für dich, an derselben Stelle zu stehen?</strong><br><br>Das war natürlich extrem surreal. Es war tatsächlich mein allererstes Festival überhaupt. Ich war natürlich bei kleineren Campus-Festivals, aber was an diese Größen dann herankommt, da war ich noch nie. Einerseits heißt das natürlich, dass ich nie auf dem splash! war. Ich hatte nie diesen riesigen Splash-Traum. Andererseits war es für mich die völlige Reizüberflutung. Am ersten Tag war mein Slot. Dann waren wir auch noch die restlichen zwei Tage da und haben Party gemacht. Das war schon sehr besonders. </p>



<p>Ich muss sagen, an den Moment, als ich auf der Bühne stand, erinnere ich mich nicht mehr so so klar, weil es einfach ein totaler Rausch war. Ich war nüchtern, aber es war trotzdem ein Rausch. Extrem krass. Auch, dass man dann am gleichen Tag, wie du meintest, internationale Größen gesehen hat. Ich habe hundert Meter von hier selbst eben gespielt. Das ist schon ein besonderer Moment. Da bin ich <strong>Zeitfang </strong>auf jeden Fall dankbar, dass er mir die Möglichkeit gegeben hat.<br><br><strong>Hast du dir denn irgendwelche Ziele für die nächsten Steps gesetzt? Auch trotz des vorher genannten Kontrollverlusts?</strong></p>



<p>Erstmal will ich die EP über die Bühne und endlich zu den Leuten bringen. Das ist für mich immer ein besonderer Moment, wenn man es quasi freilässt und dann wieder einen frischen Kopf hat. Dann will ich mich an mein erstes Album setzen. Das ist auf jeden Fall ein Ziel, was ich habe und was mir sehr wichtig ist. Generell will ich einfach wieder zurückkommen zum Kern der Sache, also Musik machen, die mir und meinen Leuten gefällt. Ich glaube, darauf kann man alles aufbauen.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img decoding="async" width="1024" height="576" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/leo-kaminski-3-credit-bmg-1024x576.png" alt="Leo Kaminski im Interview über seine EP Flugangst" class="wp-image-21158" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/leo-kaminski-3-credit-bmg-1024x576.png 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/leo-kaminski-3-credit-bmg-300x169.png 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/leo-kaminski-3-credit-bmg-768x432.png 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/leo-kaminski-3-credit-bmg-1536x864.png 1536w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/leo-kaminski-3-credit-bmg-770x433.png 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/leo-kaminski-3-credit-bmg-1400x788.png 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/leo-kaminski-3-credit-bmg.png 1920w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto via BMG</figcaption></figure>
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		<title>„Jetzt brauchen wir nur noch deinen Text“ &#8211; Skofi über ihr neues Album, die Wiener Musikszene und das Auflegen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michail Weiss]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jun 2026 11:27:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[070 Shake]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>»Halt Mich Fest«, Skofis neuer Langspieler, bietet augenscheinlich ein Kontrastprogramm zu ihrem Debütalbum »Lass Mich Los« (2023). Die Platte als Sammlung von Affirmationen zu beschreiben, würde dem künstlerischen Ausmaß des Werks nicht gerecht werden, trifft aber trotzdem einen Teil seiner Essenz.  Die Wiener Künstlerin zeigt auf den insgesamt zwanzig Songs ein hohes Maß an Selbstreflexion, wirkt gefestigt und klar. Sie animiert dazu, mehr auf sich selbst und weniger auf andere Personen zu schauen. „Scheiß mal auf dein Bling-Bling, ich muss [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/jetzt-brauchen-wir-nur-noch-deinen-text-skofi-ueber-ihr-neues-album-die-wiener-musikszene-und-das-auflegen">„Jetzt brauchen wir nur noch deinen Text“ &#8211; Skofi über ihr neues Album, die Wiener Musikszene und das Auflegen</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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<p><strong>»Halt Mich Fest«, Skofis neuer Langspieler, bietet augenscheinlich ein Kontrastprogramm zu ihrem Debütalbum »Lass Mich Los« (2023). Die Platte als Sammlung von Affirmationen zu beschreiben, würde dem künstlerischen Ausmaß des Werks nicht gerecht werden, trifft aber trotzdem einen Teil seiner Essenz. </strong></p>



<p><strong>Die Wiener Künstlerin zeigt auf den insgesamt zwanzig Songs ein hohes Maß an Selbstreflexion, wirkt gefestigt und klar. Sie animiert dazu, mehr auf sich selbst und weniger auf andere Personen zu schauen. „Scheiß mal auf dein Bling-Bling, ich muss nicht wie RIN klingen, obwohl ich&#8217;s nicht mal schlimm find&#8217;“, heißt es schon im Intro. Nichtsdestotrotz kommt auch der Hip-Hop-Aspekt auf »Halt Mich Fest« nicht zu kurz. Sei es Boom-Bap oder Jersey Club flowt Skofi mühelos über die Instrumentals von Producern wie Philipp Mülleder und Skyfarmer. </strong></p>



<p>Kurz vor dem Release haben wir uns in einem Café in der Nähe des Wiener Museumsquartiers getroffen, um über das neue Album zu reden. Im Gespräch hat uns Skofi mehr über den Entstehungsprozess, die Wiener Musikszene, ihre DJ-Karriere sowie ihren letzten Ikea-Einkauf verraten.</p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong><strong><strong><strong>Wie geht es dir heute? Wie hast du den Tag bisher verbracht?&nbsp;</strong></strong></strong></strong></p>



<p>Ganz gut. Ich bin grundsätzlich ein bisschen müde, weil jetzt so kurz vor dem Album-Release einfach viel abgeht.&nbsp;Ich hatte heute tatsächlich Therapie und war kurz in der Stadt unterwegs, weil ich einen neuen Duschkopf besorgen musste, weil der in meiner Wohnung meier gegangen ist. Ging zum Glück sehr easy. Ich habe mich davor nie damit auseinandergesetzt, aber es gibt anscheinend so eine Standardgröße in Österreich und Deutschland und Ikea hat geregelt. Dann hatte ich kurz vor unserem noch Treffen eine kurze Session mit der Social-Media-Beauftragten von meinem Verlag, die nochmal ein kurzes Reel zusammenschneidet für den Album-Release.</p>



<p><strong><strong><strong><strong>Ich habe mich gefragt, warum das Intro »Ich mag&#8217;s« und »Graue Wolken« als erste Single ihre jeweiligen Positionen haben. Warum ist es nicht andersrum – sprich »Ich mag&#8217;s« als erste Single und »Graue Wolken« als Intro</strong></strong></strong></strong>?</p>



<p>Da habe ich mir tatsächlich länger Gedanken drüber gemacht. <strong>Philipp Mülleder</strong>, der Produzent von »Ich mag&#8217;s«, hätte da auch sehr Bock drauf gehabt, wenn das eine Single geworden wäre.&nbsp;</p>



<p>Ich finde aber, dass »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/76TheqLz9k0hkym9NBcrqg?si=fa0a260df40f47ed">Ich mag&#8217;s</a>« zu wenig für das ganze Album spricht. »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/4h4ytOvGOzjRRQTUFFypUM?si=936bd27a89474ade">Graue Wolken</a>« hat dann auch in die kälteren Monate noch besser reingepasst. Mir war beim Musik-Releasen immer schon wichtig, dass es ein bisschen zur Jahreszeit passt, weil ich das selber auch mag. Im Frühling höre ich schon andere Mucke als im Herbst. Es hat sich dann einfach besser angefühlt und ich bin sehr happy mit der Entscheidung.</p>



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<iframe title="Skofi - Graue Wolken (prod. Philipp Mülleder) Official Music Video" width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/G2byRMpPyzA?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong><strong><strong><strong>Auf dem Album geht es viel um Themen wie Selbstfindung, Wachstum, gesundes Loslassen und das Wertschätzen und Reflektieren schlechterer Phasen. Was hat dir persönlich bei diesem Prozess geholfen?&nbsp;</strong></strong></strong></strong></p>



<p>In erster Linie das Mucke-Machen. Das ist, glaube ich, wie für andere das Tagebuch-Schreiben. Wenn ich im Studio bin und mit dem Produzenten schaue, worauf man Bock hat, kommt der Text bei mir meistens von allein oder passt sich ein bisschen an die Musik und den Beat an. Ur viele Leute stellen sich vor, dass einem im Studio voll emotional die Tränen herunterrinnen, und man den Ort zum Verarbeiten nutzt. Meistens ist das dann aber schon passiert, wenn ich die Songs aufnehme. Sobald es in dem Song drin ist, ist es erledigt.&nbsp;</p>



<p>Gleichzeitig auch Freundeskreis, Familie, einfach gehalten zu werden. Irgendwo auch immer noch Wien. Ich habe nie woanders gewohnt und bin hier aufgewachsen. Es gibt mir schon sehr viel, sagen zu können, dass mir Wien immer noch nicht auf den Arsch geht. Ich check’ voll, wenn Leute mal einen Tapetenwechsel haben wollen, aber irgendwie reicht mir das immer auf Reisen. Ich mag es schon sehr gerne, egal wie schön ein Urlaub war, zurückzukommen. All diese Punkte helfen einem dann durch schwere Zeiten, I guess (lacht).</p>



<p><strong><strong><strong><strong>Welche Tipps würdest du anderen für mehr Achtsamkeit und Fokus auf sich selbst geben?&nbsp;</strong></strong></strong></strong></p>



<p>Ich glaube, das ist krasses Training und Arbeit. So kitschig es klingt, wahrscheinlich sich immer wieder in Erinnerung zu rufen, was die guten Dinge im Leben sind und was man geschafft hat. Egal wie scheiße eine Zeit sein kann, sich dran erinnern, was man schon durchgemacht hat. Sich auch trauen, mit Leuten darüber zu reden und bestimmte Copingmechanismen zu finden – sei es das Musikmachen, Sport oder andere kreative Dinge.</p>



<p><strong><strong><strong><strong>Zum Ende des Albums sagst du auf »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/1fINHhcS1u2RJjaiQkhv8t?si=d964530cf813465a">Vereinbart</a>«: „Ich hab‘ die ganzen Zweifel satt, statt mit &#8216;ner weißen Fahne, komm‘ ich mit &#8216;nem Feigenblatt.“ Was für eine Bedeutung hat dieses Symbol für dich?&nbsp;</strong></strong></strong></strong></p>



<p>Lustigerweise, ich sag’s ganz ehrlich, ist mir einfach nur der Reim „Feigenblatt“ eingefallen. Ich wusste natürlich, dass es den Feigenbaum mit seinen Blättern gibt. Tatsächlich hat mich dann <strong>Skyfarmer</strong> darauf angesprochen und meinte: „Weißt du eigentlich, dass das voll die christliche Bedeutung hat?“ Grob geht es darum, etwas bedeckt zu halten. Das könnte ich jetzt zwar als Metapher nehmen, aber ehrlicherweise fand ich das Wort irgendwie cool, als Alternative zur weißen Fahne. Feigen auch nettes Obst (lacht).&nbsp;</p>


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<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Skofi-HMF-c-Lea-Horsten-6.jpg"><img decoding="async" width="1024" height="766" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Skofi-HMF-c-Lea-Horsten-6-1024x766.jpg" alt="" class="wp-image-21146" style="aspect-ratio:1.3368418197108212;width:430px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Skofi-HMF-c-Lea-Horsten-6-1024x766.jpg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Skofi-HMF-c-Lea-Horsten-6-300x225.jpg 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Skofi-HMF-c-Lea-Horsten-6-768x575.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Skofi-HMF-c-Lea-Horsten-6-770x576.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Skofi-HMF-c-Lea-Horsten-6.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Foto via Lea Horsten</figcaption></figure>
</div>


<p><strong><strong><strong><strong>Auf dem Album, wie wahrscheinlich auch privat, spielen deine Freund*innen eine große Rolle für dich. Was ist gerade eure Lieblingsaktivität gemeinsam?&nbsp;</strong></strong></strong></strong></p>



<p>Das ist eigentlich sehr schwierig. Meinen engen Freundeskreis, den ich schon seit 10 Jahren habe, kenne ich noch aus der Schulzeit. Es ist mega cool, dass wir immer noch so close und connected sind, aber wir machen halt alle komplett unterschiedliche Dinge im Leben und dadurch ist es einfach schwierig, sich auf eine gemeinsame Aktivität zu einigen. Außer wahrscheinlich in Bars oder draußen abzuhängen. Das funktioniert wieder recht easy hier in Wien.&nbsp;</p>



<p>Da sind wir immer schnell d’accord – sei es 16. Bezirk Yppenplatz oder im 4. die Secession und die Karlsplatz-Gegend. Irgendwo auch immer noch das Zwidemu – das ist der Wiener Begriff für „zwischen den Museen“. Die kleinen Wiesen zwischen dem kunsthistorischen und dem naturhistorischen Museum. Das ist ein bisschen funny, weil das in Wien eigentlich so der Space für alle 14 bis 18-jährigen Schulkids ist. In letzter Zeit, seitdem der Sommer angefangen hat, haben wir aber auch geschaut, dass wir uns immer mal früher, nachmittags treffen. Statt abends auf ein paar Bier, nimmt man dann einen Ball, eine Frisbee oder Kartenspiele mit.&nbsp;</p>



<p><strong><strong><strong><strong>Ein Album mit zwanzig Songs zu veröffentlichen, spricht für eine Liebe zum Format. Was sind aktuell deine Lieblingsalben?&nbsp;</strong></strong></strong></strong></p>



<p>Seit letztem Jahr habe ich wieder viel mehr angefangen, wirklich Alben durchzuhören. Das neueste ist von der Popsängerin <strong>SIENNA SPIRO</strong>. Eigentlich war ich lange gar nicht in dem International-Pop-Game drinnen, aber sie hat jetzt einen Song zum Soundtrack vom neuen „Der Teufel trägt Prada“-Film beigesteuert. Den Film fand ich schrecklich langweilig, aber der Soundtrack hat mir ganz gut gefallen. Dann habe ich mir ihr aktuelles Album »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/album/3I4wGPLbEK018FP6jk124k?si=5XzUpPZ5QBKaennFdkZifQ">SINK NOW, SWIM LATER</a>« angehört. Ihre Stimme und Texte sind einfach crazy. Das Albumcover finde ich auch iconic.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-rich is-provider-spotify wp-block-embed-spotify wp-embed-aspect-21-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="Spotify Embed: SINK NOW, SWIM LATER" style="border-radius: 12px" width="100%" height="352" frameborder="0" allowfullscreen allow="autoplay; clipboard-write; encrypted-media; fullscreen; picture-in-picture" loading="lazy" src="https://open.spotify.com/embed/album/3I4wGPLbEK018FP6jk124k?si=fAf4kg8JTH6AjlzMlBWu8w&amp;utm_source=oembed"></iframe>
</div></figure>



<p><strong><strong><strong><strong>»Halt Mich Fest« erscheint erstmals auch auf Vinyl. Wie geht es dir mit diesem Schritt?&nbsp;</strong></strong></strong></strong></p>



<p>Ich wusste, dass ich mein zweites Album endlich mal auf Vinyl pressen lassen wollte. Was ich aber nicht bedacht habe ist, dass es bei zwanzig Songs gar nicht anders geht, als eine Doppel-Vinyl zu machen, weil auf eine Vinyl-Seite nur bis zu zwanzig Minuten draufpassen – wenn die Qualität halbwegs in Ordnung sein soll.&nbsp;</p>



<p>Ja, es wird crazy. Ich habe es noch nicht in den Händen. Die Bestellung ist abgegeben, aber bis ich die dann kriege, braucht es noch ein paar Wochen. Ich glaube, davor bin ich am nervösesten tatsächlich. Ich habe lange nicht die Kapazitäten oder auch das Cash gehabt, mich mit physischen Sachen zu beschäftigen. Eh auch, weil ich das meiste noch independent mache. Als ich angefangen habe, Mucke zu machen, hätte ich nie gedacht, dass ich dann mal so ein Teil in der Hand halten werde.&nbsp;</p>



<p><strong><strong><strong><strong>Gibt es etwas, was du an der Wiener Szene besonders schätzt?&nbsp;</strong></strong></strong></strong></p>



<p>Wenn man in Wien aufwächst, weiß man, dass die Bubbles sehr schnell connected sind – allein schon durch die Schulzeit. Wien hat eine gute Größe, in der man sich schnell kennt und auch an den gleichen Plätzen in der Jugend chillt.&nbsp;</p>



<p>Dann noch diese Klassiker: <strong>Donna Savage</strong> macht im Sommer fast jede Woche eine Story, wie sie auf der alten Donau Boot fährt, weil sie das schon immer gemacht hat. Man checkt einfach warum. Es ist nicht so, dass wir alle unterschiedliche Hobbys oder Places to Chill haben. Ich bin zwar nicht immer auf der alten Donau, aber verstehe komplett, warum sie es tut.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/VIP-Shooting-c-Nika-Holub-1-2.jpeg"><img decoding="async" width="1024" height="682" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/VIP-Shooting-c-Nika-Holub-1-2-1024x682.jpeg" alt="" class="wp-image-21151" style="aspect-ratio:1.5003805754300503;width:531px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/VIP-Shooting-c-Nika-Holub-1-2-1024x682.jpeg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/VIP-Shooting-c-Nika-Holub-1-2-300x200.jpeg 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/VIP-Shooting-c-Nika-Holub-1-2-768x512.jpeg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/VIP-Shooting-c-Nika-Holub-1-2-1536x1024.jpeg 1536w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/VIP-Shooting-c-Nika-Holub-1-2-360x240.jpeg 360w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/VIP-Shooting-c-Nika-Holub-1-2-720x480.jpeg 720w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/VIP-Shooting-c-Nika-Holub-1-2-770x513.jpeg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/VIP-Shooting-c-Nika-Holub-1-2-1400x933.jpeg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/VIP-Shooting-c-Nika-Holub-1-2.jpeg 2000w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Foto via Nika Holub</figcaption></figure>
</div>


<p><strong><strong><strong><strong>Würdest du sagen, dass es bei Wiener Musikschaffenden den Wunsch gibt in Deutschland Anschluss zu finden oder muss das gar nicht passieren?&nbsp;</strong></strong></strong></strong></p>



<p>Ja, ich würde schon sagen – wir geben es nicht so zu vielleicht. Ich glaube schon, dass Wien nochmal einen eigenen Vibe hat. Österreich hat einfach eine andere Geschichte als Deutschland und vor allem in den letzten 40-50 Jahren eine ganz andere musikalische Geschichte. Vor zwanzig bis fünfzehn Jahren, gab es voll das Loch, in dem gar nicht viel passiert ist – außer <strong>Bilderbuch</strong> und <strong>Wanda</strong>. Mit unserer Generation hat es dann wieder mehr angefangen. Alle haben natürlich mitgekriegt, was in Deutschland passiert, aber wollten dann ein eigenes Ding machen.</p>



<p>Ich glaube nicht, dass es darum geht, komplett herauszustechen. Es ist immer eine Symbiose, die im deutschsprachigen Raum passiert und dann heißt es zu schauen, sich da anzuhängen und dann etwas Eigenes draus zu machen. Das wurde mir jedenfalls von ein paar Industrie-Leuten in Berlin als Feedback gegeben. Da war ich bei einer Freundin auf einer Release-Feier, ungefähr zu der Zeit, als ich angefangen habe, deutsche Musik herauszubringen. Die waren alle so: „Ja krass, Wien hat so einen eigenen Vibe. Die Jugendstil-Häuser und die Pastellfarben.“ Ich war überfordert, was ich dazu sagen soll, aber irgendwie erinnere ich mich an dieses Gespräch. Kind of true nämlich – Wien hat schon so einen Touch.&nbsp;&nbsp;</p>



<p><strong><strong><strong>Neben dem Performen legst du auch noch auf. Inwiefern hilft es dir dich musikalisch und kreativ noch anderweitig auszuleben?</strong></strong></strong></p>



<p>Ich wusste auch schon als Kind, dass ich selbst Mucke machen möchte. Ich hatte einfach Bock Instrumente zu spielen, Musik zu hören und später dann zu singen und zu rappen. In Wahrheit war ich auch schon lange fasziniert von DJ-Sets und elektronischer Mucke.&nbsp;Ich habe mir immer diese DJ-Sets und Boiler Rooms angesehen und war so: „Alter, es muss so Bock machen, seine eigene Selection von Songs oder Genres, die man gerne hört, zu vereinen und Leute zum Tanzen zu bringen“. Dann hatte ich einfach während Corona die Zeit, habe von Skyfarmer seinen ersten Traktor-Mixer ausgeborgt, mich daheim hingesetzt und ein paar Tutorials angeschaut. In Wahrheit ist es echt ein bisschen wie Training. Du musst schon ein paar kleine technische Dinge wissen, aber es gehört trotzdem ur viel Ausprobieren dazu.&nbsp;</p>



<p>Am Anfang war ich, vielleicht als auch Frau in der Szene, eingeschüchtert, dass mir auf die Finger geschaut wird: Wie sind deine Übergänge? Wie ist die Auswahl? In Wahrheit hatte ich aber mega gute Erfahrungen mit anderen erfahrenen DJs. Die meinten eh alle: „Solange du einen Vibe oder deine Passion rüberbringst, ist alles cool.“ Das hat mir echt viel Stress abgenommen und ich habe jetzt sehr viel Spaß dabei.&nbsp;</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img decoding="async" width="771" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Skofi-HMF-c-Lea-Horsten-3-771x1024.jpg" alt="Skofi IV " class="wp-image-21152" style="aspect-ratio:0.7529411764705882;width:285px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Skofi-HMF-c-Lea-Horsten-3-771x1024.jpg 771w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Skofi-HMF-c-Lea-Horsten-3-226x300.jpg 226w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Skofi-HMF-c-Lea-Horsten-3-768x1021.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Skofi-HMF-c-Lea-Horsten-3-1156x1536.jpg 1156w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Skofi-HMF-c-Lea-Horsten-3-1541x2048.jpg 1541w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Skofi-HMF-c-Lea-Horsten-3-770x1023.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Skofi-HMF-c-Lea-Horsten-3-1400x1861.jpg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Skofi-HMF-c-Lea-Horsten-3.jpg 1830w" sizes="(max-width: 771px) 100vw, 771px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto via Lea Horsten</figcaption></figure>
</div>


<p><strong><strong><strong>Auf »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/2lBV8GPH0yprcdGTg0ifWc?si=9b3473feec104a5a">Glas</a>« sagst du: „Ich wollte eigentlich niemals singen, weiß nicht, was damals der Grund war.“ Wie hast du denn ursprünglich zur Musik und zum Musikmachen gefunden?</strong></strong></strong></p>



<p>Meine Family war immer schon recht musikalisch, aber so im hobbymäßigen Sinne. Damals war ich dann auch in einer Art musikalischen Früherziehung. Da steckt man dann vier-, fünfjährige Kids rein, die dann mit Percussion-Instrumenten Rhythmus lernen. Ich glaube, meine Eltern haben immer gesehen, dass mir das Spaß macht. Dann habe ich mit sechs, sieben angefangen, Geige zu spielen. Meine Eltern haben am Wochenende voll oft so Orchester-Sachen im Fernsehen angesehen. Die Geigen sitzen halt in der ersten Reihe. Meine Theorie ist, dass mir das Instrument deshalb als erstes aufgefallen ist und ich dann spannend fand, wie es ausschaut. Dann ist es immer mehr geworden. Mit Zehn habe ich zur Gitarre gegriffen, weil meine Mom eine daheim hatte. Schon auch immer vor mich her gesungen. Als ich mehr Gitarre gespielt habe, habe ich dann auch probiert, mal eigene Chordfolgen zu schreiben, aber textmäßig kam lange nichts.&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Als ich Skyfarmer damals in seiner Jazz, Trip-Hop, Soundcloud-Era kennengelernt habe, bin ich mit meiner E-Gitarre zu ihm ins Studio gefahren und dachte halt, dass wir ein Instrumental aufnehmen. Sobald das dann recht schnell durch war, hat er mich angeschaut und war so: „Jetzt brauchen wir nur noch deinen Text.“ Das war dann eigentlich der krasseste Push.</p>



<p><strong><strong><strong>Welche Künstler*innen würdest du in Bezug auf das Album als musikalische Einflüsse nennen?&nbsp;</strong></strong></strong></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Skofi-BTS-44.jpg"><img decoding="async" width="683" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Skofi-BTS-44-683x1024.jpg" alt="" class="wp-image-21153" style="aspect-ratio:0.6670072545213037;width:291px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Skofi-BTS-44-683x1024.jpg 683w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Skofi-BTS-44-200x300.jpg 200w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Skofi-BTS-44-768x1152.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Skofi-BTS-44-1024x1536.jpg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Skofi-BTS-44.jpg 1500w" sizes="(max-width: 683px) 100vw, 683px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Foto via Georg Baumann</figcaption></figure>
</div>


<p>Fuck, das ist so schwierig. Ich könnte das nur Song-spezifisch machen. Bei »Graue Wolken« auf jeden Fall <strong>070 Shake</strong>. In der Phase habe ich sie viel gehört. Der Song ist im Frühsommer entstanden, während es fett geregnet hat – also typischer Sommerregen. Auf dem Weg zum Studio habe ich 070 Shake gehört und meinte zu Philipp: „Ich habe Bock auf diesen epischen, dystopischen Vibe.“&nbsp;</p>



<p>Ähnlich war es mit »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/3oiyVEuK668LWaM8Shoqvv?si=bb0cc23788304525">20er</a>«, auch von Philipp Mülleder produziert. In der Phase habe ich wieder mehr 2000er-Indie gehört – <strong>Radiohead</strong>, <strong>Coldplay</strong>, Sachen, die er auch feiert.&nbsp;</p>



<p>Bei »Ich mag&#8217;s« kam die Beat-Idee tatsächlich wieder mehr von Philipp. Er meinte, er hat Bock mit diesem Trompeten-Sample einen <strong>Lil Nas X</strong> Vibe zu schaffen. Ich hab nichts gegen ihn und die Songs, die ich kenne, finde ich cool, aber ich habe ihn eigentlich nie viel gehört. Ich finde es eh immer schwieriger, happy Songs zu machen bzw. nicht so deepe Songs. Dann war es ganz gut, dass er mir das vorgeschlagen hat.&nbsp;</p>



<p><strong><strong><strong>Im Oktober spielst du hier in Wien eine Album-Release-Show mit Band. Mit was für einem Gefühl blickst du jetzt auf diesen Abend?&nbsp;</strong></strong></strong></p>



<p>Ahhh, ich habe so Bock. Es ist viel geiler mit Band auf jeden Fall. Ich habe einfach nur Bock.&nbsp;Ich würde sogar sagen, dass ich gestresst bin, aber irgendwie wurde mir dieser Stress durch die Layback-Session, die wir im Frühling aufgenommen haben, abgenommen. Dadurch haben wir einen Großteil vom Album schon drinnen und mal geprobt.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="SKOFI: layback session" width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/rLsPiYOGuFM?start=2062&#038;feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>In der Band hätten auch ein paar Leute Bock gehabt, es ganz akustisch zu probieren. Das war aber nicht der Ansatz, den ich machen wollte. Gar nicht, weil ich Angst hatte, dass die Songs zu anders klingen, sondern weil ich die Produktion schon auch mag und nicht alles aufgeben wollte.&nbsp;Ich finde es auch selbst cool, bei Konzerten zu sein, bei denen noch Elemente Playback-mäßig im Hintergrund laufen. Es kommt immer darauf an, wie man es macht.</p>



<p><strong>Liegt dir sonst noch etwas zum Album auf dem Herzen?&nbsp;</strong></p>



<p>Ich würde mir echt wünschen, dass sich Leute Zeit nehmen, es zumindest einmal durchzuhören. Das finde ich halt das Spannende mit den 20 Songs. Ich wäre schon happy, wenn Leute sagen, sie haben es einmal durchgehört, aber feiern nur zwei Songs. Dann bin ich so: „Hey, fair.“</p>



<p>Ich kenne es nämlich von mir selbst, dass man sich weniger Zeit nimmt, wenn man merkt, dass es sau viele Tracks sind. Ein bisschen mehr Durchhaltevermögen wünsche ich mir von Listeners. Generell, nicht nur bei mir, sondern bei vielen Artists.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-rich is-provider-spotify wp-block-embed-spotify wp-embed-aspect-21-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="Spotify Embed: Halt Mich Fest" style="border-radius: 12px" width="100%" height="352" frameborder="0" allowfullscreen allow="autoplay; clipboard-write; encrypted-media; fullscreen; picture-in-picture" loading="lazy" src="https://open.spotify.com/embed/album/4W0XVV3PJ3ckiid5e7D5q4?si=l69PO8LYSPq76Vs_s2l5GA&amp;utm_source=oembed"></iframe>
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<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/jetzt-brauchen-wir-nur-noch-deinen-text-skofi-ueber-ihr-neues-album-die-wiener-musikszene-und-das-auflegen">„Jetzt brauchen wir nur noch deinen Text“ &#8211; Skofi über ihr neues Album, die Wiener Musikszene und das Auflegen</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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		<title>„Das ist das, was ich gerade schreiben muss“ &#8211; moé über sein Debütalbum, Emotionalität und Tooloudfortheroom </title>
		<link>https://mostdope.tv/interviews/das-ist-das-was-ich-gerade-schreiben-muss-moe-ueber-sein-debuetalbum-emotionalitaet-und-tooloudfortheroom</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michail Weiss]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Jun 2026 11:01:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Eisen]]></category>
		<category><![CDATA[FRISO]]></category>
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		<category><![CDATA[Soma]]></category>
		<category><![CDATA[Tomke Mendt]]></category>
		<category><![CDATA[Tooloudfortheroom]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist kein Geheimnis, dass uns Tooloudfortheroom schon länger ein Begriff ist. Neben zwei Interviews mit Mitglied FRISO, berichteten wir bereits 2024 in einem ausführlichen Spotlight über die Anfänge des Kreativkollektivs. Nun ist es aber Zeit den Scheinwerfer auf einen weiteren verheißungsvollen Artist der Hamburger Gruppe zu richten: moé.&#160; Zwei EPs, eine eigene Tour in Deutschland und Österreich und Auftritte auf Festivals wie dem MS Dockville und dem splash! sprechen für sich. Seit mehreren Jahren ist moé mit seiner bittersüßen, [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/das-ist-das-was-ich-gerade-schreiben-muss-moe-ueber-sein-debuetalbum-emotionalitaet-und-tooloudfortheroom">„Das ist das, was ich gerade schreiben muss“ &#8211; moé über sein Debütalbum, Emotionalität und Tooloudfortheroom </a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Es ist kein Geheimnis, dass uns Tooloudfortheroom schon länger ein Begriff ist. Neben zwei Interviews mit Mitglied FRISO, berichteten wir bereits 2024 <a href="https://mostdope.tv/spotlights/tooloudfortheroom-bald-auf-deiner-box-2">in einem ausführlichen Spotlight</a> über die Anfänge des Kreativkollektivs. Nun ist es aber Zeit den Scheinwerfer auf einen weiteren verheißungsvollen Artist der Hamburger Gruppe zu richten: moé.&nbsp;</strong></p>



<p><strong>Zwei EPs, eine eigene Tour in Deutschland und Österreich und Auftritte auf Festivals wie dem MS Dockville und dem splash! sprechen für sich. Seit mehreren Jahren ist moé mit seiner bittersüßen, von jugendlicher Euphorie getränkten Melancholie aus der deutschen Indie-Rap-Szene nicht mehr wegzudenken. Kontinuierlicher Output, organisches Wachstum und seine Stilfestigung führen unweigerlich zu dem Grund für unser Interview: Sein Debütalbum.&nbsp;</strong></p>



<p>»<a href="https://open.spotify.com/intl-de/album/4ZWKcllgvIA5rQ9LZN2X1G?si=ugmbM_gJTgauxYVItpIZFw">Geschichten, die wir niemandem erzählen</a>« hält genau das, was es verspricht. Die ehrlichste Version eines Künstlers, der indessen für all das Aufgestaute ein Ventil gefunden hat. Ungeschönte Erzählungen, die keinesfalls nach Vergebung, sondern bloß nach Gehör suchen und damit der Welt ein vertontes Bruchstück von <strong>moé</strong>’s Seele offenbaren. Begleitet wird das Album von minimalistischen und zugleich stilbewussten Produktionen von <strong>Leve &amp; Bo</strong>, <strong>Lawin</strong> und <strong>SOMA</strong> sowie Visuals von <strong>Tomke Mendt</strong> und <strong>Jannik Dietz</strong>.&nbsp;</p>



<p>Ein paar Tage vor der Veröffentlichung haben wir uns in einem Café auf St. Pauli getroffen, um über die Hintergründe der Platte zu sprechen. Im Gespräch verriet uns moé mehr über die Entstehung des Albums, wie Therapie seinen Schreibprozess beeinflusst hat und das kommende Tape von <strong>Tooloudfortheroom</strong>.&nbsp;</p>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Triggerwarnung</strong>: In diesem Interview werden u.a. Themen wie Suizid und Depressionen behandelt. Hilfsangebote sind beispielsweise:</p>



<p>Telefonseelsorge: 0800 111 0 111</p>



<p>Nummer gegen Kummer: 116 111</p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong><strong><strong>Du releast schon länger Musik. Dein ältester Song auf den Streamingplattformen ist von 2022. Woher kam der Impuls, jetzt ein vollständiges, kohärentes Projekt wie das Album anzugehen?</strong></strong></strong></p>



<p>Es ist mehr oder weniger organisch entstanden. Mir war klar, dass ich wieder ein Projekt machen wollte, insbesondere weil ich nach meiner letzten EP <a href="https://open.spotify.com/intl-de/album/2BlO7bXeHDgarO01FEdogq?si=YakJYL5rQX-6nrOpKnxEwg">»… bis ich aufprall&#8217;</a>« schon mehrere Singles herausgebracht hatte. Es hätte sich falsch angefühlt, dann genauso weiterzumachen.&nbsp;</p>



<p>Während der Projektarbeit haben wir schnell gemerkt, dass die Stilmittel, die wir etabliert und die Welt, die wir aufgemacht haben, uns zu schade sind, um sie nur auf fünf bis sechs Songs zu erzählen. Außerdem hatten wir schnell so viele geile Skizzen, die wir nicht streichen wollten. Stattdessen entstand dann das erste Mal der Gedanke vom Album.&nbsp;</p>



<p>Daraufhin kamen dann schnell Zweifel auf wie: „Können wir das überhaupt? Was für Erwartungen hat man selbst, wenn man sich entschließt, ein Album zu machen?“ –&nbsp; Ich habe in Phasen das Gefühl gehabt, da gar nicht bereit für gewesen zu sein. Es gab einen Moment, in dem ich mit <strong>Lawin</strong> im Camp saß und wir an diesen Songs weitergearbeitet haben. Ich meinte da zu ihm: „Ich weiß nicht, ob ich mich traue, aus diesen Skizzen ein Album zu machen und generell eins herauszubringen“. Er hat mich dann lächelnd angeguckt und meinte: „Eigentlich ist es schon passiert. Du quälst dich zwar gerade noch um die Entscheidung, aber sie ist eigentlich schon getroffen.“ – Dadurch, dass ich so viele Demos in derselben Zeit gemacht hatte, von denen ich eigentlich alle herausbringen wollte, musste ich das als Album tun: „Alles andere würde überhaupt keinen Sinn ergeben. Finde dich mit der Entscheidung ab, weil irgendwas in dir sie eh schon getroffen hat.“ Das war der Moment, in dem feststand: „Dann wird es jetzt ein Album“ – mit der Zeit ist man dann erst da reingewachsen.</p>



<p><strong><strong><strong>Das heißt der Wunsch ein Projekt in Albumform zu machen, kam in den letzten Jahren, in denen du Musik gemacht hast, nicht auf?&nbsp;</strong></strong></strong></p>



<p>Ne, ich würde sagen, dass in der Zeit davor noch viel Soundfindung in mir selbst und meinem Musizieren stattgefunden. »…bis ich aufprall&#8217;« war für mich zum Beispiel, im Vergleich zu dem, was davor passiert ist, eine ganz neue Welt. Seitdem war jedes Projekt und jede Single etwas Neues, an das man sich heranwagt, bis man fürs Erste einen Sound gefunden hat.</p>



<p>Als ich an diesem Punkt angekommen war, hat es erst Sinn ergeben, ein Album zu machen. Davor ist der Wunsch oder die Idee nicht aufgekommen, weil ich es gar nicht erst hätte machen können.</p>



<p><strong><strong><strong>Als »</strong><a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/3JjB9wIQAujz172OONlUkI?si=43508c82beee4963"><strong>Eisen</strong></a><strong>« im Herbst 2023 herausgekommen ist, habe ich den Prozess, den du gerade beschreibst, sehr gemerkt. Der Kontrast von diesem Song zu der Musik, die du davor gemacht hast, war einschneidend.&nbsp;</strong></strong></strong></p>



<p>Hundertprozentig. Ich habe es auch geliebt. Wenn ich Musik mache, suche ich wirklich immer nach dem nächsten Ding. Nichts soll sich anfühlen, wie das davor.&nbsp;</p>



<p>Das ist sehr schön zu hören. Das war damals genau das Ziel und auch das, worauf man am stolzesten war, in dem Moment als »Eisen« als Aufschlag für die ganze Welt danach herauskam. Es ist im besten Fall auch künstlerisch über dem Level davor. Ich selbst versuche, mich mit jedem Projekt und mit jedem Song skilltechnisch zu steigern.&nbsp;</p>



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<iframe title="moé - &quot;Eisen&quot; (prod. by Soma) (Offizielles Musikvideo)" width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/_h2-DxJkPLE?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
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<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong><strong><strong>Lass uns mal genauer über den Albumtitel sprechen. Wie entstand die Entscheidung, diese intimen Geschichten genau jetzt zu teilen?&nbsp;</strong></strong></strong></p>



<p>Ich glaube, es ist primär durch zwei Sachen entstanden. Zum einen war ich, als ich wusste, ich möchte wieder anfangen zu schreiben, sehr viel auf der Suche nach Sachen, die mich berühren. Wo kommt der Writing-Geek aus mir raus? Der war eine lange Zeit auch nicht vorhanden und ich dachte, ich habe das Schreiben verlernt. Warum kickt mich hier nichts? Irgendwann habe ich versucht, über bestimmte Themen wie Liebe oder gewisse Momente zu schreiben, aber nichts davon hat mich wirklich berührt.&nbsp;</p>



<p>Das lag glaube ich daran – und damit komme ich auch zum zweiten Punkt –, dass ich zu der Zeit sehr tief in mir gegraben habe und angefangen habe Therapie zu machen. Damit kamen dann auf einmal Themen und Gefühle hoch, von denen ich vorher gar nicht wusste, dass sie mich beschäftigen. Gerade durch diesen Therapieprozess und all dem, was in mir passiert ist, gab es dann beim Musikschreiben die Momente, in denen es geklickt hat. Momente in denen es mich, durch die Art von Gefühlen und Geschichten, die ich im Zeitraum der Therapie kennengelernt habe, wieder begeistert hat, zu schreiben. Momente, in denen ich wusste: „Das ist das, was ich gerade schreiben muss“. Bei jedem Song, der es jetzt aufs Album geschafft hat, kann ich für mich mit Sicherheit sagen, dass das genau so war.&nbsp;</p>



<p><strong><strong><strong>Deine Musik war immer schon von einer gewissen Melancholie und Düsternis geprägt. Im Vergleich zu vorherigen Releases fällt jedoch auf, dass du die Sachen jetzt beim Namen nennst &#8211; Themen wie Suizid werden explizit angesprochen. Wie kam es zu diesem Wandel?</strong></strong></strong></p>



<p>Ich hatte das Gefühl, dass ich mich mit so existenziellen Themen beschäftigt habe, dass ich das auch schreiben wollte. Dazu kam dann der Ansatz von Ehrlichkeit. Ich wollte auf dem Album so ehrlich sein, wie ich es noch nie zuvor gewesen bin. Das war eins der großen Leitmotive. So kam es letztendlich dazu, dass der Writing-Stil so direkt ist.&nbsp;</p>



<p>Außerdem habe ich mir vorgenommen, so wenig Metaphern wie möglich zu benutzen. Für mich war der höchste Wert einer Zeile nur, ob sie ehrlich gemeint ist oder nicht – wenn ja, war sie immer besser als eine Zeile mit einer guten Metapher. Das war der einzige Maßstab, nach dem ich geschrieben habe.</p>


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<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-143.jpg"><img decoding="async" width="1024" height="682" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-143-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-21102" style="aspect-ratio:1.5014939687926518;width:534px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-143-1024x682.jpg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-143-300x200.jpg 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-143-768x512.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-143-1536x1024.jpg 1536w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-143-360x240.jpg 360w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-143-720x480.jpg 720w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-143-770x513.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-143-1400x933.jpg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-143.jpg 2000w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Foto via Jannik Dietz</figcaption></figure>
</div>


<p>Musik, die nach gewissen Themen greift – also gerade Depressionen und Ähnliches – stellt eine massive Gefahr dar, dass die Sachen zu plakativ und stumpf dargestellt werden. Sowas macht mich beim Hören gefühlt wütend und gibt mir oft das Gefühl, dass sich Menschen an diesen Themen bedienen, nur um ihrer Musik eine Pseudotiefe zu geben oder einen Schockfaktor hinzuzufügen. Das war wahrscheinlich eine der Sachen, die mich im Albumprozess mit am deutlichsten beschäftigt hat, weil mir so wichtig war, nicht so zu sein.&nbsp;</p>



<p>Am Ende sind alle Songs nur aus meiner Perspektive. Also entweder über meine Themen oder die Themen von Menschen um mich herum, durch meine Beobachtung. Ich habe mir nie angemaßt, in einen Menschen reinzugehen und aus seiner Sicht zu schreiben. Das könnte ich nicht.</p>



<p><strong><strong><strong>Das ist zwar keine herkömmliche Metapher, aber mir ist das Bild der Zeile „Vier Hände kommen auf zwei Ohren“ von »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/73InMSUKJWRQHBpIv3dk33?si=5ad1fdbd0e2b44fc">4-2</a>« am stärksten im Kopf geblieben.&nbsp;</strong></strong></strong></p>



<p>Ja, ich liebe es auch. Ich muss dazu aber sagen, dass ich die tatsächlich nicht geschrieben habe. Obwohl ich eigentlich das gesamte Projekt selbst geschrieben habe – was auch das erste Mal so war – muss man bei dieser Line von »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/73InMSUKJWRQHBpIv3dk33?si=5ad1fdbd0e2b44fc">4-2</a>« tatsächlich Lawin die Credits geben.&nbsp;</p>



<p>Wir haben zusammen an diesem Song gearbeitet, ich kam beim Intro nicht voran und habe ihm dann erzählt, was für ein Bild ich beschreiben wollte. Ich hatte auch so vier bis fünf Ansätze, wie man das beschreiben könnte. Das ist immer so mein Writing-Stil: Für jedes Problem sieben Möglichkeiten finden und dann brauche ich gefühlt jemanden, der mir sagt „Das ist die beste“. Ich bin sehr gut darin, Sachen auf den Tisch zu legen, aber nicht immer so gut im Entscheiden.&nbsp;</p>



<p>Lawin hat dann kurz die Augen zugemacht, kam nach zehn Minuten mit der Idee zurück und meinte „Das ist es“. Ich finde, das ist das Schöne, wenn man mit Leuten arbeitet, die wirklich verstehen, was man machen will. Der ganze Song ist meine Geschichte und dann ist man mit jemandem, der das so gut versteht, dass er selbst noch ein Bild hinzufügen kann, was das Thema genau beschreibt</p>



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<p><strong><strong><strong>Im Intro »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/1tanOzBHi38hCYyoAOb8Ze?si=2dc42bc6731145b2">Geschichten</a>« sagst du „Ich rede seitdem ich klein bin zu viel, nur zu wenig über was mich berührt“. Ich nehme an, das impliziert das Gefühl, dass es keinen Raum dafür gab.&nbsp;</strong></strong></strong></p>



<p>Möglicherweise. Wahrscheinlich.&nbsp;</p>



<p><strong><strong><strong>Woher kam dieses Gefühl und was hättest du dir gewünscht, um diesen Raum zu haben?&nbsp;</strong></strong></strong></p>



<p>Ich weiß gar nicht, warum in mir so doll das Gefühl da war, dass es diesen Raum nicht gibt. Es wird irgendwas gegeben haben, weshalb in mir über so lange Zeit so tief verankert gewesen ist, dass man über gewisse Dinge nicht spricht.</p>



<p>Was ich mir gewünscht hätte, ist das, was ich jedem Menschen wünsche: Von früh an, einen Umgang mit Emotionen zu lernen. Einen Umgang mit wirklich allen Emotionen. Ich glaube, das fällt Kindern oft viel leichter als Erwachsenen. Sehr vielen Menschen wird aufgrund unserer Gesellschaft gerade beim Erwachsenwerden der Zugang zu Emotionen wie Trauer, Angst und Schmerz so abtrainiert, dass sie darin eine Gefahr sehen.</p>



<p>Wenn man einen guten Umgang mit all diesen Emotionen findet, kann das wie eine kleine Superpower sein. Das besagt zum Beispiel auch das Outro »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/5WZVWfnLmJQHbBfonjPuEr?si=06b55af03fc94d60">1000 Worte</a>«. Heißt, durch einen Umgang mit Schmerz, Trauer und Angst tangieren einen diese Gefühle zwar trotzdem, aber man kann sie einfach wahrnehmen und sie werden dadurch Teil des Alltags und Teil vom Leben. Ich glaube, das entspannt sehr viel. Ich würde grundsätzlich jedem, aber insbesondere jungen Menschen wünschen, dass dieses Verhalten früh gefördert wird und sie darin Erfahrungen sammeln können, sodass es normalisiert wird.&nbsp;</p>


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<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-77.jpg"><img decoding="async" width="1024" height="691" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-77-1024x691.jpg" alt="" class="wp-image-21103" style="aspect-ratio:1.4819269862272209;width:453px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-77-1024x691.jpg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-77-300x202.jpg 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-77-768x518.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-77-1536x1036.jpg 1536w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-77-770x519.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-77-1400x944.jpg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-77.jpg 1582w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Foto via Jannik Dietz</figcaption></figure>
</div>


<p><strong><strong><strong>Hast du Ansätze, wie man das (strukturell) angehen könnte?&nbsp;</strong></strong></strong></p>



<p>Ich glaube, einfach Räume dafür schaffen. Das ist etwas, was im besten Fall zu Hause durch die Aufarbeitung der Eltern passiert. Dass Eltern es quasi aushalten können, wenn das Kind zum Beispiel ganz traurig oder ganz wütend ist. Dem können und sollten natürlich Grenzen gesetzt werden, aber im ersten Moment geht es darum, diesen Zustand auszuhalten und dem Kind liebevoll zur Seite stehen zu können, anstatt zu versuchen, die Probleme des Kindes zu lösen. Es ist auch wichtig, dass diese Emotionen nicht als etwas Negatives bewertet werden.</p>



<p>Wir sind durch die Gesellschaft leider tiefgehend auf Funktion geprägt. Grundsätzlich sollte man Kindern auch beibringen, dass auch nicht funktionieren super wertvoll ist. Manchmal vielleicht sogar wertvoller als funktionieren. Da liegt ganz viel Besonderes drin und ganz viel Glück.&nbsp;</p>



<p>Ich glaube, dass gewisse strukturelle Veränderungen gigantisch wären. Gerade sowas wie Social Media trägt nicht dazu bei, dass Menschen gut darin werden, die Seiten ihres Lebens zu akzeptieren, die nicht so geil sind, wenn man dauerhaft mit den präsentierfähigsten Seiten der Menschen konfrontiert ist.</p>



<p><strong><strong><strong>Inwiefern hat dir Musik dabei geholfen diesen Raum zu finden? Wie sahen zum Beispiel deine musikalischen Anfänge aus?&nbsp;</strong></strong></strong></p>



<p>Musik hat mir auf jeden Fall geholfen diesen Raum zu finden. Anfangs mehr emotional als themenbasiert. Ich konnte kein Englisch, als ich angefangen habe, ganz viel englische Musik zu hören. Irgendwas in den Emotionen hat mir aber so doll ein Gefühl gegeben, zu Hause zu sein, und wurde schnell für mich zu einem Sicherheitsort.</p>



<p>Meinen allerersten Text habe ich auf einer Klassenfahrt auf Papier geschrieben, in einem Moment, in dem es mir nicht gut ging – wahrscheinlich Liebeskummer – und dachte, dass es ein cooler Moment wäre, das in Reime zu verpacken, weil ich ein riesen Rap-Fan war. Obwohl er bestimmt unglaublich grässlich geschrieben war, kam es vom Gefühl schon aus dem Herzen und hatte einen verarbeitenden Charakter. So ging es von da an immer weiter.&nbsp;</p>



<p>Ich habe, bevor ich Musik veröffentlicht habe, vier Jahre lang gefühlt drei Tracks die Woche aufgenommen und nie rausgehauen. Von Straßenrap bis zu <strong>Travis Scott</strong> Beats war da wirklich alles dabei. Ich habe aber schon gemerkt, dass mein Sweetspot in dem Verarbeiten von Dingen liegt.&nbsp;</p>



<p>Ich hatte das große Glück, dass <strong>SOMA</strong> das sehr früh gesehen hat. Damit war er einer der wenigen. Viele von meinen Freunden konnten mit meiner Deepness gar nichts anfangen und waren fast schon peinlich berührt davon. Es war gut, dass ich Menschen gefunden habe, die genau das wertgeschätzt haben und mir die Kraft gegeben haben, Musik zu releasen.&nbsp;</p>



<p><strong><strong>Hattest du ein bestimmtes Ziel oder eine bestimmte Wirkung, die du mit der Platte erreichen wolltest?&nbsp;</strong></strong></p>



<p>Ich wünsche mir, dass der Titel »Geschichten, die wir niemandem erzählen«, so auch wahrgenommen wird. Das sind wirklich Geschichten, die ich auf diesem Album zum ersten Mal mir, den Menschen um mich herum und der Welt erzählt habe.&nbsp;</p>



<p>Das große Ziel ist es, Menschen zu inspirieren, sowas auch zu machen. Heißt mehr Kommunikation zu führen – vielleicht auch die Kommunikation, die ich mich nicht getraut habe zu führen. Ich habe im Endeffekt ein Album darüber geschrieben, weil mir das absurderweise viel leichter fällt, als diese Themen persönlich mit Freunden anzusprechen. Hoffentlich schaffen es Menschen – und wenn es nur eine Person ist – dadurch mehr Mut zu haben, Sachen zu kommunizieren, Missstände und Zustände allgemein zu teilen.</p>



<p>Im besten Fall erhoffe ich mir, karrieretechnisch mit dem Album ein Fundament zu bauen. Ein Projekt, auf das man in drei Jahren noch gucken und sagen kann: „Geil, dass es das gibt. Das ist ein wichtiger Baustein meiner künstlerischen Laufbahn.“</p>


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<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-13.jpg"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-13-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-21104" style="aspect-ratio:1.4992850406157778;width:399px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-13-1024x683.jpg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-13-300x200.jpg 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-13-768x512.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-13-1536x1024.jpg 1536w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-13-2048x1366.jpg 2048w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-13-360x240.jpg 360w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-13-720x480.jpg 720w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-13-770x513.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-13-1400x934.jpg 1400w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Foto via Jannik Dietz</figcaption></figure>
</div>


<p><strong><strong>Wäre das ein Projekt gewesen, was du dir als Konsument selbst gewünscht hättest?&nbsp;</strong></strong></p>



<p>Ja, auf jeden Fall. Die Art von Tiefe, gepaart mit einem modernen Sound, habe ich mir auf jeden Fall lange gewünscht. Das Album zu machen, kam auch aus dem Impuls, dass ich mir eigentlich so ein Projekt gewünscht habe. Im internationalen Rahmen gibt es diese zwar, im Deutschen sehe ich sie aber eigentlich nicht. Daher kam das Bedürfnis sich dieser Aufgabe anzunehmen.</p>



<p><strong><strong>Mir ist beim Hören aufgefallen, dass es dir, meinem Gefühl nach, beim Aufarbeiten der Thematiken, in denen es teils auch um Schuld geht bzw. bei denen man theoretisch Schuld zuweisen könnte, nicht um Vergebung geht. Stattdessen finden bloß eine Schilderung und ein Durchleben mit einem wahrscheinlich kathartischen, therapeutischen Effekt statt. Ein Beispiel dafür wäre »4-2«.</strong><br><br></strong>Das ist auf jeden Fall ein sehr persönliches Thema. Ich wollte bloß das beschreiben, was in dem Moment wirklich ist und nicht unbedingt eine Entwicklung von Dingen. Eine Momentaufnahme, um es wieder ehrlicher zu machen. Sonst wäre es ein Prozess. Ich wollte möglichst wenig Prozesse, wie in dem Fall, Fragen von Schuld und Vergebung beschreiben, sondern mehr Ist-Zustände erklären.&nbsp;</p>



<p>Gerade dieses ganze Storytelling birgt immer die Gefahr, dass man wirkt, als würde man auf einem erhabenen Stuhl sitzen und den Menschen erklären, wie die Welt funktioniert. Das bin ich nicht und das will ich auch nicht sein. Deshalb geht es gar nicht um Lösungen, sondern nur um mich in Situationen. Nicht erklären oder verstehen, denn was verstehe ich schon?&nbsp;</p>



<p><strong><strong>Ein weiteres Thema des Albums, das vor allem auf »</strong><a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/02DYvomBFL8SzeR5hMwC8b?si=d41d62bf8d0b4818"><strong>Trends</strong></a><strong>« dominant auftritt, ist eine Antihaltung gegenüber Schnelllebigkeit und Oberflächlichkeit wie sie vor allem in der Musikszene weit verbreitet ist. Ist das ein Grund, weshalb es von dir nur wenige „fröhliche“ Songs gibt?&nbsp;</strong></strong></p>



<p>Nicht unbedingt. Wenn ich den swaggy, coolen, fröhlichen Song bis hierhin hätte schreiben können, dann hätte ich das super gerne gemacht. Es fällt mir einfach schwer, ein fröhliches Gefühl musikalisch einzufangen. Ich war seit dem Album noch nicht viel im Studio, aber ich habe Lust mit den nächsten Dingen wieder in eine ganz neue Richtung zu gehen und mal zu gucken, wie sich leichte Musik von mir anfühlt. Wie will ich, dass sie sich anfühlt? Wo ist da der spannende Punkt, der mich begeistert? Für mich hängt das nicht so sehr mit Fröhlichkeit zusammen. Ich mag es gerne, wenn Songs mehr als eine Ebene beinhalten. Das geht bestimmt auch mit positiven Gefühlen. Ich glaube, es ist nur schwieriger.&nbsp;</p>



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<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong><strong>Fällt dir sowas leichter, wenn du mit Tooloudfortheroom Musik machst? Bei eurem letzten Release »Daydreamer« kam diese sorglosere Seite von dir auf jeden Fall mehr zum Vorschein</strong></strong>.</p>



<p>Das fällt oft leichter, weil man sich dann einfach auf mehr einlässt und es im Schreibprozess weniger um mich, sondern mehr um ein gemeinsames Ziel geht. Es macht auch viel aus, an welchem Ort und zu welchem Zeitpunkt Musik entsteht. Das Tooloudfortheroom-Album ist ja mainly in Marokko entstanden.&nbsp;</p>



<p>Klar, kann man überall Sorgen haben. Aber wenn man in der Sonne ist, dafür selbst keinen Cent bezahlt hat – auch wenn man keinen Cent verdient, aber immerhin hat man auch keinen bezahlt (lacht) – und irgendwo mit Blick aufs Meer mit seinen besten Freunden ist, ist es deutlich leichter Musik entstehen zu lassen, die Spaß macht.</p>



<p>Es gibt ja aber auch Musik, die keinen Spaß machen muss. Musik ist am Ende auch Kunst und Kunst muss nicht immer Spaß machen. Manchmal gibt es Bilder, die du dir nicht angucken willst. Dann gibt es Menschen, die sagen, das hat für mich nichts mit Kunst zu tun und das kann ich voll verstehen. Trotzdem finde ich es unnormal spannend, warum man sich das nicht angucken möchte und wie hat es jemand geschafft etwas zu kreieren, was so eine Wirkung erzielt.&nbsp;</p>



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<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong><strong>Ich habe neulich eine Demo von lex! gehört, auf der er eigentlich auf einem modernen treibenden Beat von romantischem Gefühlen während eines Clubabends erzählt. Irgendwann taucht dann aber die Line „In der Factory waren Kinder und die Kinder nähen flawless“ auf. Ich finde, das ist genau das, was du beschreibst. Man kriegt dadurch so ein ekliges Gefühl und genau deshalb ist es gut.&nbsp;</strong></strong></p>



<p>Ja, genau. Geile Zeile auch. <strong>lex!</strong> ist krass, er checkt schon sehr. Musik muss nicht immer Spaß machen beim Zuhören.&nbsp;</p>



<p><strong><strong>Das tut dein Album ja auch nicht.&nbsp;</strong></strong></p>



<p>Nein, das musste ich mir auch eingestehen. Das ist mir erst im Nachhinein aufgefallen. So wirklich leicht zu hören, ist es auf jeden Fall nicht.&nbsp;</p>



<p><strong><strong>War der Fakt, dass die Musik schwer zu konsumieren und damit auch schwerer zu vermarkten ist, eine Sorge beim Prozess?</strong></strong></p>



<p>Ja, würde ich schon sagen. Vielleicht war es an manchen Stellen weniger eine Sorge, als mehr eine bewusste Entscheidung. Ich habe mir schon gedacht, dass das nicht das Projekt ist, bei dem es unglaublich leicht wird, gerade fremde Menschen davon zu überzeugen. Gerade im Vorhinein des Releasens habe ich versucht, mich auf jede Form der Resonanz einzustellen, von viel bis wenig und von gut bis schlecht.</p>



<p>Auch so kurz vor Albumrelease macht mir das immer noch Angst. Wenn ich mich mal wieder in diesem Musikmarketing verliere, versuchen ich und die Menschen um mich herum immer mich daran zu erinnern, dass das eine bewusste und mit Sicherheit auch eine gute Wahl war. Gerade der Fundament-Punkt ist etwas, an das ich sehr glaube.</p>



<p><strong><strong>Was bedeutet dir die Arbeit mit deinem Kollektiv Tooloudfortheroom?&nbsp;</strong></strong></p>



<p>Die Arbeit bedeutet für mich gemeinsame Visionen. Größere Visionen, als sie allein denkbar sind. Zur selben Zeit komplett an einem Strang zu ziehen ist insane. Das Gefühl von einem Gesamtpaket auch. Das Wissen, dass wir theoretisch alles allein können, was es braucht. Wir haben genug Menschen und genug Expertise, um eigentlich fast alles irgendwie hinzubekommen. Ich finde das unglaublich.&nbsp;</p>



<p>Das bedeutet auch sehr viel Gleichsein in der Sache. Etwas sehr Demokratisches, was sonst in der Musikindustrie eher wenig vorhanden ist. Ansonsten wird immer klar nach Benefit und wirtschaftlicher Erbringung geguckt. Wer kann wie viel Geld zur Sache beisteuern? Wer hat wie viel Reichweite und danach klassifizieren wir die Relevanz von jedem einzelnen Menschen. Sowas haben wir gar nicht. Wir entscheiden alles zusammen und teilen auch alles durch 16. Sowohl das was reinkommt als auch das was rausgeht. Dadurch ist jeder Mensch gleich relevant. Meinetwegen kann ein Label uns sagen, wie viel wir Wert sind, aber innerhalb unserer Gruppe sehen wir uns alle als gleichwertig an. Das ist eben leider eine Rarität.&nbsp;</p>



<p>Zum anderen macht es einfach viel Spaß. Es erinnert daran, dass Musik und Kunst Spaß machen können. An das Gefühl, wegen dem man angefangen hat.</p>



<p><strong><strong>Im August erscheint euer mittlerweile zweites Album als Kollektiv. Kannst du schon etwas darüber verraten?&nbsp;</strong></strong></p>



<p>Es ist ein sehr buntes Album. Es gibt viele, sehr verschiedene Soundwelten und Songs. Ich würde sagen, dass es auf jeden Fall unser bestes Album ist. Ich mag es deutlich lieber als lemvig (Anm.d.Red.: »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/album/69tis1ay5SU50ABmfsNY31?si=QhbgldQ1Roaw1IRR_mbfsQ">tooloud vol.1 (lemvig</a>)«). Es sind viele Songs – ich glaube, fast 20. Man kann echt mit Frieden sagen, dass dieses Album genau der Stand ist von allem Potenzial, was damals da war. Es war uns unnormal wichtig, das Gefühl zu haben, dass wir wirklich alles gegeben haben und nichts unausgeschöpft zu lassen.</p>



<p><strong><strong><strong>Eine letzte Frage noch zum Album. Jetzt, wo es mittlerweile auch abgegeben ist – bist du zufrieden?&nbsp;</strong><br><br></strong></strong>Ich bin noch nie so richtig zufrieden gewesen, in dem Moment, wo man abgibt. Die Zufriedenheit kommt bei mir oft später. Ich habe mir diese Frage vor kurzem selbst gestellt und bin dadurch sehr ins Grübeln gekommen. Dann hat eine Freundin zu mir gesagt: „Das ist gerade gar nicht der Moment, dir diese Frage zu stellen. Frag dich das ein halbes Jahr nach Release, wenn du Abstand von Zahlen hast, Abstand von Promo. Hör es dir nochmal an und entscheide dann“. Das fand ich sehr schlau!</p>



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<iframe title="moé - Hochhaus (prod. by Leve&amp;Bo) (Official Video)" width="1170" height="878" src="https://www.youtube.com/embed/5n-UECXR0ps?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Ich weiß, dass es das Beste war, was ich machen konnte. Das ist meine Musik wirklich immer. Ob ich damit im Nachhinein zufrieden bin, werde ich sehen. So oder so werde ich damit meinen Frieden machen können. Ich habe aber auch sehr viel Lust weiterzumachen. Wir haben vor anderthalb Jahren angefangen, an dem Album zu arbeiten. »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/5AjIxBCf7pVb5ZopqftVsw?si=efe444b1fe814ec1">Hochhaus</a>«, der jetzt mit dem Album herauskommt, ist way back in der ersten Session mit <strong>Leve &amp; Bo</strong> entstanden. Ich glaube, ich muss eine kurze Pause machen, um wieder neue Sachen zu fühlen, die ich erzählen kann. Trotzdem habe ich gerade auch wirklich Bock, diesen Sommer-Drive mitzunehmen und mit dieser Energie Musik zu machen.&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/das-ist-das-was-ich-gerade-schreiben-muss-moe-ueber-sein-debuetalbum-emotionalitaet-und-tooloudfortheroom">„Das ist das, was ich gerade schreiben muss“ &#8211; moé über sein Debütalbum, Emotionalität und Tooloudfortheroom </a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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		<title>„Europäische Musik ist peak!“ – Musikalische Inspiration hinter siovo’s »für immer: babyboy«</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michail Weiss]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Apr 2026 08:17:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Track by Track]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>»Kauft dem Jungen Blumen«, siovo‘s Debütprojekt, liegt mittlerweile fast zwei Jahre zurück. Zwischen Festivalshows, Support-Auftritten bei Zartmann und Zimmer 90 sowie einer ausverkauften Solo-Tour hat der deutsche Künstler offensichtlich auch viel Zeit im Studio verbracht. Ende März erschien mit »für immer: babyboy« sein Debütalbum: Ein Indie-Release, das nur so vor Experimentierfreude und Selbstbestimmung strotzt.&#160; Im Vergleich zu seinem Vorgänger ist »für immer: babyboy« nun deutlich mutiger, verspielter und digitaler, bleibt aber trotzdem siovo’s Spirit treu. Zwischen Orgeln, Synth-Theatralik und Electro-Drums [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/track-by-track/europaeische-musik-ist-peak-musikalische-inspiration-hinter-siovos-fuer-immer-babyboy">„Europäische Musik ist peak!“ – Musikalische Inspiration hinter siovo’s »für immer: babyboy«</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>»Kauft dem Jungen Blumen«, siovo‘s Debütprojekt, liegt mittlerweile fast zwei Jahre zurück. Zwischen Festivalshows, Support-Auftritten bei Zartmann und Zimmer 90 sowie einer ausverkauften Solo-Tour hat der deutsche Künstler offensichtlich auch viel Zeit im Studio verbracht. Ende März erschien mit »für immer: babyboy« sein Debütalbum: Ein Indie-Release, das nur so vor Experimentierfreude und Selbstbestimmung strotzt.&nbsp;</strong></p>



<p><strong>Im Vergleich zu seinem Vorgänger ist »für immer: babyboy« nun deutlich mutiger, verspielter und digitaler, bleibt aber trotzdem siovo’s Spirit treu. Zwischen Orgeln, Synth-Theatralik und Electro-Drums kommt immer noch die wohlbekannte, Autotune-versetzte Melancholie hervor. Bei einem Gespräch vor seinem Tourstopp in Wien hat der Musiker uns eine Sammlung an Songs erstellt, die ihn bei dem Album wie auch allgemein beeinflusst haben.&nbsp;</strong></p>



<p>Neben Anekdoten aus seinen kreativen Kinderschuhen wird deutlich, dass eine bestimmte Art von Musik bei ihm gerade besonders hoch im Kurs steht: <em>„Europäische Musik ist krass!“</em>. In Zeiten der maximalen Vernetzung appelliert <strong>siovo </strong>daran, sich nicht in der Bequemlichkeit der eigenen Muttersprache zu wiegen, sondern auch mal den Blick über den regionalen Tellerrand hinaus zu richten:&nbsp;</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-full is-resized"><a href="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/merch-post-final-1.png"><img decoding="async" width="500" height="667" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/merch-post-final-1.png" alt="" class="wp-image-20914" style="aspect-ratio:0.7496370595222384;width:182px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/merch-post-final-1.png 500w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/merch-post-final-1-225x300.png 225w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Foto via Presse</figcaption></figure>
</div>


<p><em>„Ich kann mir wirklich mit einem Klick alles anhören, was ich will und genießen. In den nächsten Jahren wird sich internationale Musik wahrscheinlich auch noch mehr vermischen. Ich finde es so schade, dass diese Ländergrenzen musikalisch existieren. In diesem Kontext sind Sprachbarrieren meiner Meinung nach eher made up. Am Ende des Tages sind Emotionen das, was die Leute am meisten abholt. Viele sprechen auch kein gutes Englisch und hören trotzdem englische Musik.”</em></p>



<div style="height:0px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">1. ROSALÍA &#8211; »COMO UN G«</h3>



<p>»<a href="https://open.spotify.com/intl-de/album/6jbtHi5R0jMXoliU2OS0lo?si=XFm_qu1HTUW4iCIJdPq9vA">MOTOMAMI</a>« bekommt ja auch ein Shoutout auf »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/0jsK8zf0nVI9GEOYzP3NTJ?si=62600d11fc8f4f2d">BABYBOY</a>«. Für mich war es eins der prägendsten Alben, die ich in meiner späten Jugend gehört habe. Diese Welt aus Balladen und Autotune ist eine, in der mich zum einen musikalisch voll verloren aber dann auch wiedergefunden habe. Auch auf der visuellen Seite war sie schon immer ein Vorbild für mich. <strong>ROSALÍA</strong> macht ein Album nicht nur, um Songs in eine Reihenfolge zu bringen, sondern um eine komplette Idee sowohl musikalisch als auch live umzusetzen. Das ist sehr, was wir versucht haben, mit »für immer: babyboy« und der Tour auch zu machen. Sicherzustellen, dass alles auf dem gleichen Planeten stattfindet – von großen Sachen wie Videos und Bühnenbild bis hin zu Kleinigkeiten wie Outfits oder Schriftarten. Diese Welt blutet in alles, was dazugehört. Bei ihr habe ich das, das erste Mal richtig gesehen und war komplett stoked.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-rich is-provider-spotify wp-block-embed-spotify wp-embed-aspect-21-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="Spotify Embed: COMO UN G" style="border-radius: 12px" width="100%" height="152" frameborder="0" allowfullscreen allow="autoplay; clipboard-write; encrypted-media; fullscreen; picture-in-picture" loading="lazy" src="https://open.spotify.com/embed/track/7MDfNYdpdohHjmFsYK44KU?si=88d8ca1abef04387&amp;utm_source=oembed"></iframe>
</div></figure>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">2. Troye Sivan &#8211; »Rush«</h3>



<p>Ich glaube, das ist der most obvious Song, den ich in dieser Liste habe, weil ich oft mit ihm verglichen werde. Er ist der größte queere Pop-Artist in den Staaten und hat mich auch am meisten geprägt, was männliche Popmusik angeht. Meiner Meinung nach gibt es wenig Männer, auch in Amerika, von denen groß was erwartet wird, wenn es um Pop geht – wie zum Beispiel ein ausproduziertes Rollout. Er ist einer von den Menschen, bei denen die Leute dieselben Anforderungen haben, wie bei den großen Pop-Girls. Ich glaube, dass das eine Sache ist, die sich auch bei mir ins Deutsche übersetzt.&nbsp;</p>



<p>Es gibt einfach so wenig Repräsentation, dass er immer das Erste ist, woran Leute denken. Ich sehe das aber total und höre ihn schon seit Ewigkeiten. »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/album/5UcGyEltve5psjxSRsHx8E?si=rmOf4k7ET7GIMeZdqol37g">Something To Give Each Other</a>«, war auch eines der prägendsten Alben für mich. Das Musikvideo zu »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/4ZnkygoWLzcGbQYCm3lkae?si=c81f4b72cec447ae">Rush</a>« hat er sogar in Berlin gedreht mit Bekannten und Freunden von mir – in Locations in Friedrichshain, die ich kenne. Ich habe mich einfach sehr repräsentiert gefühlt in diesem ganzen Kosmos. Auch wenn nicht unbedingt musikalisch ist er auf jeden Fall von der Message her ein großer Einfluss.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="Troye Sivan - Rush (Official Video)" width="1170" height="878" src="https://www.youtube.com/embed/b53QJYP-lqY?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">3. Ralphie Choo &#8211; »VOYCONTODO«</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/3A0EF7ED-E1A6-4731-BF47-4AEB0755BCDC.jpg"><img decoding="async" width="923" height="1378" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/3A0EF7ED-E1A6-4731-BF47-4AEB0755BCDC-edited.jpg" alt="" class="wp-image-20919" style="aspect-ratio:0.669928319490272;width:174px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/3A0EF7ED-E1A6-4731-BF47-4AEB0755BCDC-edited.jpg 923w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/3A0EF7ED-E1A6-4731-BF47-4AEB0755BCDC-edited-201x300.jpg 201w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/3A0EF7ED-E1A6-4731-BF47-4AEB0755BCDC-edited-686x1024.jpg 686w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/3A0EF7ED-E1A6-4731-BF47-4AEB0755BCDC-edited-768x1147.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/3A0EF7ED-E1A6-4731-BF47-4AEB0755BCDC-edited-770x1150.jpg 770w" sizes="(max-width: 923px) 100vw, 923px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Foto via Presse</figcaption></figure>
</div>


<p><strong>Ralphie Choo</strong> ist ein spanischer Artist, den ich schon jetzt seit einer Weile verfolge, weil er sehr weirden europäischen Pop macht. Ich würde sagen, es ist analoger Hyperpop. Die deutsche Definition von Hyperpop ist manchmal ein bisschen langweilig, weil es hier immer eine gewisse Vorstellung davon gibt, dass es einfach nur verzerrte Sounds sein müssen – 4-to-the-Floor und technoid. Hyperpop muss aber gar nicht diese Verwurzelung in der Techno-Welt haben, sondern kann auch vom Indie-Sound kommen. Das ist eine Welt, die die Spanier bereits gut entdeckt haben.&nbsp;</p>



<p>Inzwischen sind viele Callbacks dazu auf meinem Album. Wir haben super viele Gitarren und Streicher komplett hochgepitcht und zerstückelt, viele Vocals komplett verzogen und verzerrt. In meinen Augen pioneert Ralphie Choo das Ganze. Er spielt dieses Jahr auch beim <strong>Primavera Sound</strong> und ich will lowkey hin, um ihn zu sehen. Europäische Musik ist einfach peak!</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-rich is-provider-spotify wp-block-embed-spotify wp-embed-aspect-21-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="Spotify Embed: VOYCONTODO" style="border-radius: 12px" width="100%" height="152" frameborder="0" allowfullscreen allow="autoplay; clipboard-write; encrypted-media; fullscreen; picture-in-picture" loading="lazy" src="https://open.spotify.com/embed/track/3nktnXU3MIsO50g7pd1f2W?si=aa531dcdcb4647c9&amp;utm_source=oembed"></iframe>
</div></figure>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">4. BLANCO &#8211; »David«</h3>



<p><strong>BLANCO</strong> ist ein italienischsprachiger Artist, der vor Jahren tatsächlich mal beim ESC war (Anm.d.Red: BLANCO vertrat Italien 2022 zusammen mit <strong>Mahmood</strong> beim ESC in Turin). Deswegen ist er aber eigentlich nicht bekannt, sondern war schon davor ein Riesenstar in Italien. Deutsche würden seine Musik wahrscheinlich als Indie in einem Punk-Mantel verstehen. Als ich angefangen habe Musik zu machen, war ich sehr sehr obsessed mit ihm. Viel von meiner Performance und der Art und Weise wie ich Emotionen und Musik herüberbringe, ist daher von ihm inspiriert. Zum einen gibt es die Balladen mit intimen und ruhigen Momenten. Manche Sachen grenzen dann teilweise aber schon an gesungenem Grölen. Ich schreie also auch gerne Leute an bei Live-Shows (lacht). Trotzdem ist es super technisch und dabei eine unglaublich emotionale Art und Weise fragil und trotzdem fast schon Hooligan-mäßig zu singen.&nbsp;</p>



<p>Der Hooligan-Approach hat für mich auf dem ganzen Album eine Rolle gespielt. Auf »BABYBOY« hört man ja auch diesen Chor. Für mich war das in gewisser Art das Reclaiming einer Welt, die einem früher widersprochen und nicht im eigenen Team gespielt hat, aber heute mit und für einen schreit. Bei BLANCO habe ich verstanden, dass diese überdreht maskuline Art auch von einem verletzlichen und emotionalen Punkt ausgehen kann.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="BLANCO - David (Visual)" width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/LxEm6r6XLsM?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">5. ABBA &#8211; »Lay All Your Love On Me«&nbsp;</h3>



<p><strong>ABBA</strong> sind natürlich auch Europäer (lacht). Schweden! Oft vercheckt man, dass die auch aus unserer Ecke sind und eben auch europäische und vor allem weirde Musik machen. Das ist ein Riesenpunkt. Leute experimentieren hier mehr! Leider tendiert man vor allem in der Popmusik dazu, direkt nach Amerika zu schauen. Das ist aber ein bisschen boring, weil deren geleckte und perfekte Soundwelt auf Deutsch eh nicht so geil klingen wird. Außerdem sind es unsere sehr spezifische Kultur und unser markanter, weirder und edgy Musik-Background, die uns ausmachen. Leute die eine Identität haben, wie <strong>Nina Hagen</strong> und <strong>Herbert Grönemeyer</strong>. Ich finde, man sollte das – so wie Europa – mehr embracen. </p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/8FECD307-9D1C-41E9-A381-EEE0CA12F9C4.jpeg"><img decoding="async" width="1024" height="687" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/8FECD307-9D1C-41E9-A381-EEE0CA12F9C4-1024x687.jpeg" alt="" class="wp-image-20918" style="aspect-ratio:1.4905780224433622;width:456px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/8FECD307-9D1C-41E9-A381-EEE0CA12F9C4-1024x687.jpeg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/8FECD307-9D1C-41E9-A381-EEE0CA12F9C4-300x201.jpeg 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/8FECD307-9D1C-41E9-A381-EEE0CA12F9C4-768x515.jpeg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/8FECD307-9D1C-41E9-A381-EEE0CA12F9C4-770x516.jpeg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/8FECD307-9D1C-41E9-A381-EEE0CA12F9C4-1400x939.jpeg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/8FECD307-9D1C-41E9-A381-EEE0CA12F9C4.jpeg 1500w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Foto via Presse</figcaption></figure>
</div>


<p>Meine allererste CD als Kind früher war eben diese von ABBA. Ich glaube, man hört das zwar nicht offensichtlich aus meiner Musik raus, ist aber auf jeden Fall immer meine unbewusste Core-Inspiration gewesen. Dieser ganze tatsächliche Pop-Approach und die Danceability-Faktoren stammen noch aus der Welt von ABBA. Eine Welt des Hochglanz-Pops, die mich immer noch sehr prägt.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-rich is-provider-spotify wp-block-embed-spotify wp-embed-aspect-21-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="Spotify Embed: Lay All Your Love On Me" style="border-radius: 12px" width="100%" height="152" frameborder="0" allowfullscreen allow="autoplay; clipboard-write; encrypted-media; fullscreen; picture-in-picture" loading="lazy" src="https://open.spotify.com/embed/track/4euAGZTszWPrriggYK0HG9?si=fb8fa8d795dc4ef8&amp;utm_source=oembed"></iframe>
</div></figure>



<h3 class="wp-block-heading">6. Andrew Lloyd Webber &#8211; »Memory«</h3>



<p>Dieser Song ist aus »Cats«, dem ersten Musical, das ich als Kind gesehen habe. Ich selbst habe damals auch drei Jahre lang <strong>Tarzan</strong> im Musical gespielt. »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/697kFTt1wZeJglXxS57Dms?si=febccf8cc55349e6">Memory</a>« war der Grund, warum mein Dad meinen Keller umbauen musste und mein Bruder nicht dort spielen durfte. Ich habe eine Bühne gebraucht. Dort habe ich dann Konzerte für meine Familie gegeben, mich mit Taschenlampen angeleuchtet und zu »Cats« gesungen. Nobody tell this to <strong>Andrew Lloyd Webber</strong>, aber ich habe lowkey so viel Geld mit diesem Song gemacht (lacht). Ich habe immer für Taschengeld auf Hochzeiten gesungen und »Memory« war der Song, den sich dann alle von einem Elfjährigen gewünscht haben. Auch wenn der Text eigentlich gar nicht so gut ist und es viel mehr um die Emotionen und das Vocal-Showcase ging.</p>



<p>Das ist auch wieder eine sehr intrinsische Inspo. Es ist die Grundidee von großen Emotionen, Streichern und diesem Musical-esquen, die daher stammt und bis heute noch tief in mir verwurzelt ist. Wenn ich einen Song Karaoke singen müsste, wäre es der. Wenn ich traurig bin und singen möchte, dann ist es Andrew Lloyd Webber-Musik.</p>



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</div></figure>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">7. Charli xcx &#8211; »Chains of Love«</h3>



<p>Ich glaube, sie hatte bei diesem Album die gleichen Influences wie ich. Oft höre ich Sachen von »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/album/4oniyB3TRFhjglVSqVgy9e?si=K-s1Zh2lQ362AKojcWbwxQ">Wuthering Heights</a>« und denke mir: „<em>Krass, wir haben ähnliche Musik gehört</em>“. Als das Album im Februar herauskam, war meins natürlich schon fertig.&nbsp;</p>



<p>Ich bin sehr, sehr begeistert von der Art und Weise, wie sie auch analoge Sounds mit einer sehr synthetischen Welt verbindet. Vor allem da ist alles sehr ausgewogen, nahbar und ehrlich, obwohl es gleichzeitig ein totales Hyperpop-Album ist. Ich hätte gerne alle Songs geschrieben, die da drauf sind (lacht). Es ist eine große Inspiration für mich und ich finde es so toll, dass die Art von Musik jetzt auch eine derartige Fläche und Daseinsberechtigung hat. Statt nur 4-to-the-floor und Hau Drauf geht es fast schon in eine Operesque Richtung und bleibt trotzdem noch Charli. Wahrscheinlich macht das klassische Musik ein bisschen zugänglicher für ein Publikum, das sonst nur Clubmusik hört.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="Charli xcx - Chains of Love (Official Video)" width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/tG1HKY6Jwas?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong><strong><strong>Gab es einen bestimmten Auslöser für den musikalischen Shift von »Kauft dem Jungen Blumen« zu »für immer: babyboy«?</strong><br><br></strong>siovo</strong>: Mein Growth als Person. Ich habe einfach keine Lust mehr gehabt nur komplett traurige Musik zu machen. Früher war das zwar schön und das Richtige, aber diesmal wollte ich einfach mehr Liebe zelebrieren – meinen queeren Background und diese Kultur mehr in den Vordergrund stellen als mein eigenes Leid. Trotzdem kommt die Melancholie durch und ist stets präsent. Das ist wohl einfach die Core-Identität meiner Musik. Egal wie glücklich der Song auch ist, schwingt sie immer mit.&nbsp;</p>



<p>Ich hatte das bei »Kauft dem Jungen Blumen« und auch den Singles vorher nicht, aber dieses Mal bin ich wirklich so überzeugt von meiner Musik. Mein FOH sagt die ganze Zeit wie er krass er es findet, dass ich gar nicht müde von meinen Songs werde. Normalerweise höre ich die nach Release auch nicht mehr – jetzt aber schon. Wahrscheinlich liegt das daran, dass es ein anderes Level von Stolz auf ein Produkt ist. Ich musste so viel kämpfen, damit das Projekt sich jetzt so anhört, anfühlt und aussieht.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/siovo2025-edit47-edited.png"><img decoding="async" width="1334" height="1000" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/siovo2025-edit47-edited-1.png" alt="" class="wp-image-20922" style="aspect-ratio:1.3340191115562654;width:659px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/siovo2025-edit47-edited-1.png 1334w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/siovo2025-edit47-edited-1-300x225.png 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/siovo2025-edit47-edited-1-1024x768.png 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/siovo2025-edit47-edited-1-768x576.png 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/siovo2025-edit47-edited-1-770x577.png 770w" sizes="(max-width: 1334px) 100vw, 1334px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Foto via Presse</figcaption></figure>
</div>


<p><strong><strong><strong>Freust du dich schon darauf, dich in Zukunft noch weiter musikalisch auszuprobieren und kannst du vielleicht schon verraten, wo es hingehen wird?&nbsp;</strong></strong></strong></p>



<p><strong>siovo</strong>: Ich habe schon den Anspruch mit jedem Projekt etwas anderes zu machen, weil ich zu schnell von einer Sache gelangweilt bin. Ich würde zum Beispiel nicht mit demselben Album zweimal auf Tour gehen. Für mich ist das auch, was Popmusik ausmacht. Ich reclaime „Pop“ im Deutschpop. Popmusik bedeutet nicht einfach einen Song zum Mitsingen zu machen. Popmusik ist eine Idee, eine Brand und ein Konzept. Es wird auch immer Konzepte geben, die sich über meine Projekte drüberlegen. Ich habe schon das Gefühl, dass das jetzt auf jeden Fall eine Ära sein wird, die sich in einem Rahmen für längere Zeit halten wird und mit der sich Leute identifizieren können und in der Welt suhlen können. Ab einem gewissen Punkt bin ich dann aber auch froh, weitermachen zu können. Wer da noch dran hängen will, kann das gerne. Für mich kommt dann irgendwann doch die nächste Geschichte.&nbsp;<br><br></p>



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</div></figure>
<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/track-by-track/europaeische-musik-ist-peak-musikalische-inspiration-hinter-siovos-fuer-immer-babyboy">„Europäische Musik ist peak!“ – Musikalische Inspiration hinter siovo’s »für immer: babyboy«</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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		<title>Lavz ist Indie to the Core und gestaltet die Szene neu</title>
		<link>https://mostdope.tv/interviews/lavz-ist-indie-to-the-core-und-gestaltet-die-szene-neu</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hannah Wietbrock]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Feb 2026 15:47:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Editorials]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer die größeren UK-Releases von weiblichen Artists der letzten Jahre verfolgt hat, wird bestimmt Alben wie »My 21st Century Blues« von RAYE, »NO, THANK YOU« oder »Lotus« von Little Simz oder »We Go Again« von ENNY oder »What A Devastatiing Turn of Events« von Rachel Chinouriri auf dem Schirm haben. Obwohl all diese Projekte musikalisch in unterschiedliche Richtungen gehen und unterschiedliche Genres repräsentieren, verbindet sie jedoch alle etwas: eine ziemlich große Wut und Überdrüssigkeit über ein sehr tiefsitzendes Problem der [&#8230;]</p>
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<p><strong>Wer die größeren UK-Releases von weiblichen Artists der letzten Jahre verfolgt hat, wird bestimmt Alben wie »My 21st Century Blues« von RAYE, »NO, THANK YOU« oder »Lotus« von Little Simz oder »We Go Again« von ENNY oder »What A Devastatiing Turn of Events« von Rachel Chinouriri auf dem Schirm haben. Obwohl all diese Projekte musikalisch in unterschiedliche Richtungen gehen und unterschiedliche Genres repräsentieren, verbindet sie jedoch alle etwas: eine ziemlich große Wut und Überdrüssigkeit über ein sehr tiefsitzendes Problem der Musikindustrie – eine Industrie, die bewiesenermaßen sexistisch und rassistisch ist und somit vor allem Frauen gerne nur in einem bestimmten Format abbildet. </strong><br><strong>Für diejenigen, die dazwischenstehen, also BIPoC oder queere Frauen oder – god forbid! – queere BIPoC-Frauen, bedeutet es doppelt so viele Hürden und doppelt so viel Arbeit, um nicht mal die gleiche Anerkennung zu bekommen. Zudem leben wir in einer modernen Welt, die gesteuert wird von Social Media, Streamingplattformen und Algorithmen. Wenn wir uns angucken, wer wirtschaftlich Anteile an diesen Plattformen besitzt, reden wir hier nicht über neutrale Algorithmen, die tatsächlich unserem Geschmack dienen.</strong></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="684" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Big-Weekend-2024-BBC-Introducing-Artist-Portraits-Credit-@bbcintroducing-@samnahirny-9-684x1024.jpg" alt="" class="wp-image-20678" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Big-Weekend-2024-BBC-Introducing-Artist-Portraits-Credit-@bbcintroducing-@samnahirny-9-684x1024.jpg 684w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Big-Weekend-2024-BBC-Introducing-Artist-Portraits-Credit-@bbcintroducing-@samnahirny-9-200x300.jpg 200w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Big-Weekend-2024-BBC-Introducing-Artist-Portraits-Credit-@bbcintroducing-@samnahirny-9-scaled.jpg 1710w" sizes="(max-width: 684px) 100vw, 684px" /><figcaption class="wp-element-caption">Lavz by Sam Nahirny</figcaption></figure>



<div style="height:58px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Obwohl fast jede Person mit einem Laptop Musik machen und veröffentlichen kann, ist es dennoch fast nie so schwierig gewesen, aus der Masse an Artists hervorzustechen. Wir haben in den UK nicht mehr das Phänomen von Artists wie <strong>Arctic Monkeys</strong> oder <strong>Lily Allen</strong>, die in den Noughties quasi durch <strong>MySpace</strong> über Nacht weltweiten Erfolg erlangt haben. Wir haben aber auch nicht mehr das Novum, das Grime-Musik mit sich gebracht hat, dieser DIY-Ethos, der aus unbekannten Artists wie <strong>Dizzee Rascal</strong> und der nachfolgenden Drill-Generation internationale Stars gemacht hat. Heute läuft eigentlich alles über TikTok (oder für die Älteren, mich eingeschlossen, einen Tag später über Instagram). Aber was hat das für Auswirkungen auf Indie-Künstler*innen? Was heißt das für Artists, die DIY sind, genug Talent haben, aber eben von ganz unten in der breiten Masse anfangen müssen, ohne große Hilfe oder Backup von einem Label?</p>



<p>Was all diese Künstlerinnen aber auch verbindet, ist die Art, in der sie Musik veröffentlicht haben, nämlich über viele Umwege und mit wenig Unterstützung von klassischen Major-Labels. Die Londoner Indie-Künstlerin Lavz steht gerade vor diesem riesigen Berg an Problemen, Fragen, aber auch endlosen Möglichkeiten. Wir haben zuerst im Januar 2025 mit ihr gesprochen und nun nach einem Jahr noch mal eine Art <strong>Vanity Fair</strong>-Check-up à la <strong>Billie Eilish</strong> gemacht, um zu gucken, was in einem Jahr alles so passiert ist. Die Veröffentlichung ihrer neuen EP »<a href="https://itslavz.bandcamp.com/album/kaos-on-saturn">Kaos on Saturn</a>« wollten wir einmal als Anlass nehmen, um zu schauen, wie es ihr persönlich ergangen ist und was es aktuell eigentlich bedeutet, sich als Frau musikalisch zu verwirklichen.<br></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Indie to the Core, aber was bedeutet &#8220;Indie&#8221; heute eigentlich?</strong></h2>



<p>Aber zu Anfang erst mal die wichtigste Frage zum Vokabular: „Indie“ – ein Wort, das in der Musikbranche ähnlich ausgelutscht ist wie „Authentisch“. Zum einen wird damit das Genre Indie-Rock-Musik bezeichnet, in diesem Fall geht es aber um zwei andere Aspekte. Zum einen geht es hier um den Status des Artists an sich: Ist die Person bei einem Label unter Vertrag? Und auch hier gibt es wieder Unterschiede zwischen Major-Labels wie Warner oder Sony oder halbwegs Indie-Labels wie z.B. <strong>AWAL</strong> oder <strong>Human Re Sources</strong>, die einen Vertrag mit Artists wie Little Simz, RAYE oder <strong>CMAT</strong> haben und von Distribution über Management unterschiedliche Pakete anbieten. <br>Die Artists sind dann technisch gesehen noch unabhängig mit einem eigenen Label, bekommen aber eben Hilfe in gewissen Bereichen der Branche. Diese Firmen sind dann wie ein Dienstleister für die Artists und lassen ihnen deutlich mehr Freiheit, als ein Major-Label es tun würde. Allerdings gehören beide Beispielfirmen wiederum zu <strong>Sony Music Entertainment</strong>. Es gibt also schon eine gewisse Verbindung zu den drei Major-Labels, die den globalen Markt beherrschen, aber eben über drei Ecken und nicht direkt.<br><br>Zum anderen gibt es dann Artists wie Lavz, die keinen Distributionsdeal und keinen klassischen Plattenvertrag mit einem Major- oder Indie-Label haben. Lavz ist das, was wir als richtige Indie-Künstlerin bezeichnen würden: Sie produziert, veröffentlicht und vermarktet ihre eigene Musik. Klar gibt es da auch künstlerische Kollaborationen mit Producern und anderen Artists, aber niemanden, der ihr Entscheidungen abnimmt oder sich um das Organisatorische kümmert. <br>2025 hat Lavz sich als „Indie to the Core“ beschrieben, weil ihr die kreative Freiheit als unabhängige Künstlerin wichtiger war als ein Vertrag mit einem Major. Vor allem hat sie damals abgeschreckt, dass Artists bei solchen Labels als „Paket“ vermarktet werden – mit Songs, die dafür gemacht sind, der Masse zu gefallen und dadurch fast ein bisschen abgemildert sind und sich zu ähnlich anhören. Als würde man einen richtig leckeren, frisch gepressten Saft mit Wasser verdünnen. Funktioniert, um Kinder reinzulegen, mehr zu trinken, aber auf Dauer ist das nicht richtig befriedigend.<br></p>



<p>Für Lavz hat sich die Einstellung zum Unabhängig sein etwas geändert, aber vor allem auch, weil der Begriff nicht mehr so greifbar ist wie früher: „Ja, ich denke, ich bin immer noch Indie. Aber dann frage ich mich, was ist heutzutage die Definition von unabhängig? Denn es wird irgendwie so vermarktet, dass man sich abrackert und alles neben dem Leben und den Verpflichtungen jongliert und sein Ding durchzieht.“ Außerdem bemerkt Lavz diese neue Struktur, in der wir leben. Artists haben mittlerweile mehr Möglichkeiten, ihren eigenen Idealen treu zu bleiben und trotzdem Unterstützung von einem Label oder einer Distributionsfirma zu bekommen.</p>



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<iframe title="Lavz - Under The Sun (BBC Introducing at Radio 1&#039;s Big Weekend 2024)" width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/vrWDdtQC_uQ?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
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<div style="height:49px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>6x work – die Romantisierung des abmühenden Künstlers ist gar nicht so wirklich romantisch</strong></h2>



<p>Was sich bei Rihanna noch nach Spaß und Girlboss-Energie angehört hat, ist im richtigen Leben für Künstlerinnen – egal aus welchem Medium – nicht mehr ganz so witzig. Lavz beschreibt es als „abrackern“ und hat diese Work/Life/Art-Balance jahrelang mitgemacht. Als wir zuerst mit ihr gesprochen haben, hat sie freiberuflich als Special-Effects-Technikerin für Musikerinnen gearbeitet. Sie war damit verantwortlich für Special Effects wie Konfetti oder Pyrotechnik bei Konzerten. Dann hat sie noch Workshops für jüngere Menschen, Kinder und Teenager gegeben und ihnen quasi Musik beigebracht: Songs schreiben und zum Teil sogar Musiktherapie. Ganz nebenbei war sie dann selbst noch Künstlerin und hat eigene Musik aufgenommen. Der Job als Technikerin war aber der, der alles andere finanziert hat – eine Tatsache, die große Resonanz findet. <br>Im Januar 2025 war Lavz Ende Zwanzig und spiegelt damit ziemlich perfekt die moderne Hustler-Generation wider: Wir wollen nicht einen Vollzeitjob haben, der alles einnimmt und uns eventuell am Wochenende Zeit lässt, kreativ zu sein – wenn man nicht zu kaputt ist von der Woche oder die kurze Freizeit schon mit sozialen Verabredungen vollgepackt hat, wie Lavz es auch in ihrem Freundeskreis beobachtet. Die Alternative ist es also, Teilzeitjobs zu haben, aber ein Teilzeitjob kann nicht wirklich die enormen Lebenskosten decken. Denn auch London als Stadt ist nicht günstiger als Hamburg oder Berlin. Also muss noch ein Zweit- oder Drittjob her. Immerhin war der von Lavz schon in der Musikszene, aber dabei ging es eben nicht um ihre eigene Musik, sondern die von anderen. Zwischen den vielen Jobs arbeitet man auf einmal also mehr als vorher und hat noch weniger Zeit und – noch wichtiger – Energie, um sich mit der eigenen Musik zu befassen.<br></p>



<p>Für Lavz war das eine der größten Veränderungen dieses Jahr: „[…] ich hatte das Gefühl, dass mir das keinen Raum ließ, an meiner eigenen Kunst zu arbeiten. Und ich habe die negativen Auswirkungen davon gesehen. Eigentlich muss ich Dinge erschaffen, ich muss meinen Lebensunterhalt verdienen. Aber ich muss auch, für meinen eigenen Verstand und meinen Ausdruck, Kunst machen. Was auch immer ich also tue, um mich zu finanzieren, muss mir diesen Raum lassen. Also dachte ich mir Ende letzten Jahres tatsächlich: Weißt du was? Dieses Jahr, 2026, werde ich mir eine kleine Auszeit davon nehmen und mich auf andere Aufträge konzentrieren, die mir den Raum und den Platz geben, das zu tun, was ich liebe. Und ich denke, weil ich ein bisschen Musikpädagogik mache […] das nährt diese Seite von mir, während ich gleichzeitig als Künstlerin aktiv bin. Ich denke also, das ist eher das Spektrum dieses Jahr, wie es für mich aussieht.“ Ein Schritt, der aber auch viel Mut verlangt, weil man das Beständige und Sichere gegen etwas Erfüllendes, aber auch sehr Unbeständiges eintauscht.<br></p>



<p>Wichtig ist auch, dass wir uns in Erinnerung rufen, dass Lavz einen Großteil der Artists widerspiegelt, die Musik veröffentlichen und weniger als tausend Hörer*innen pro Woche oder sogar Monat haben. Wenn man bedenkt, dass Artists pro Stream weit unter einem Cent verdienen und davon häufig noch etwas an Labels, Management &amp; Co. abgeben müssen, ist schnell klar, warum hier niemand davon leben kann. Ein Grund, wieso Artists wie James Blake mittlerweile ihre eigene Streamingplattform gründen, um diesen unfairen Verhältnissen entgegenzuwirken.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>KI – Die Konkurrenz aus der Tiefe</strong></h2>



<p>Eine der wohl größten Veränderungen im letzten Jahr war die Entwicklung mit KI – ein Thema, das wir beim letzten Mal noch gar nicht besprochen hatten, weil es keinen Bedarf gab und scheinbar aus dem Nichts (für alle außerhalb der Tech-Branche) gekommen ist und alles vereinnahmt hat. Die Streaming-Plattform <a href="https://newsroom-deezer.com/2025/04/deezer-reveals-18-of-all-new-music-uploaded-to-streaming-is-fully-ai-generated/"><strong>Deezer</strong></a> veröffentlichte im April letzten Jahres einen Bericht, dass fast 18 % der neu hochgeladenen Inhalte durch KI erstellt wurden, das sind ca. 20.000 Lieder, die komplett durch KI erschaffen wurden. Im Januar des gleichen Jahres waren es nur 10 %. Selbst BBC Introducing, über dessen Reihe wir auch auf Lavz gestoßen sind, hatte auf einmal einen KI-Song im Radioprogramm. <br>Etwas, das Lavz vor allem auch in ihrer Arbeit mit Jugendlichen mitbekommt, weil einer der Teilnehmenden in ihrem Kurs einen KI-Song präsentiert hat: „Ich musste sogar einen meiner Teilnehmer, der KI benutzt, um einfach kleine Songs und so zu machen, sanft in eine andere Richtung lenken. Er hat nichts veröffentlicht, aber es ist einfach so: Oh ja, ich habe einen Song gemacht, und ich denke mir, in meinem Kopf&#8230; Ich denke: Das ist KI […]. Aber wir schreiben den Song hier gemeinsam in diesem Raum. Hier ist das Instrument, mit dem wir arbeiten. Lass uns sehen, wie du zu dem, was schon da ist, etwas beitragen kannst. […] Die Inspiration, die wir daraus ziehen, ist nicht&#8230; sie ist nicht greifbar. Es geschieht durch unsere gelebten Erfahrungen. Durch die Dinge, die wir hören, sehen, als ob wir es fühlen. Eine Maschine wird das niemals können.“</p>



<p>Für Lavz ist das undenkbar und gibt der Szene und Artists aber auch eine neue Chance. Denn da, wo KI nicht punkten kann, nämlich live, haben Artists die Chance, durch Auftritte richtige Emotionen und Verbindungen zu Fans aufzubauen, die zunehmende KI wird laut Lavz: „Nachfrage danach schaffen, dass mehr Menschen gemeinsam in Räumen sind, in Gemeinschaft, und Dinge live erleben und zwar kein Hologramm, sondern die Person steht vor mir. Ich kann den Schweiß auf ihrer Stirn sehen.“ Das bestätigen auch die Touren von den bereits erwähnten Artists: Little Simz und ihre Lotus Tour, bei der die Hälfte der Show auf einmal wie zu einem riesigen Rave wurde, weil Simz am DJ-Pult stand. RAYE, die live »Ice Cream Man« in der Royal Albert Hall performt und uns zum Weinen bringt. <strong>Charli xcx</strong>, die nach Jahren in der Szene endlich ihren Moment hatte und mit brat die Welt erobert. <strong>Doechii</strong>, die uns in ihre »Alligator Bites Never Heal«-Welt eintauchen lässt. <br>Authentische menschliche Erfahrungen, die aber auch wichtige Repräsentationen für Indie-Artists wie Lavz sind: „für Doechii war es eine sensationelle Zeit. Und ich finde, das ist ein guter Bezugspunkt für mich. Das ist eine queere Schwarze Frau. Noch dazu dunkelhäutig. Und sie rockt es total.“ Auch wenn der Weg dorthin zwar deutlich schwieriger ist, sind dies alles Erfolgsgeschichten die jungen Artists zeigen das es andere Wege gibt und es neben der Eintönigen KI-Masse auch noch Platz für Individualität und Einzigartigkeit gibt. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Frausein in einem chaotischen Universum.</strong></h2>



<p>Alles Erfahrungen, zu denen es in Lavz’ Werdegang durchaus Parallelen gibt. Ihre neue EP »Kaos on Saturn« ist inspiriert von der <a href="https://www.youtube.com/shorts/JoXUa61ol_w">Saturn-Rückkehr</a> und den damit verbundenen großen Veränderungen in Lavz’ Leben: „Dein Saturn- Return ist im Grunde der Punkt im Leben, wo es heißt: Okay, so war dein Leben bis jetzt. Als würde das Leben dir die Leviten lesen. Das Universum liest dir die Leviten. Bist du wirklich glücklich mit dem, was du tust? Wie du dich zeigst? Die Dinge, an die du glaubst, harmonisieren die noch mit dir? Es ist irgendwie wie ein großer Check-in, den ich mit mir selbst hatte. Und aus diesen Momenten heraus begannen sich die Songs zu formen. Frausein sieht für mich also so aus: mein authentischstes Ich. Sich zeigen. Ohne Entschuldigung.“ Es ging ihr vor allem auch darum, mit den wiederkehrenden Mustern zu brechen und nicht alles hinzunehmen, wie es kommt. Floskeln wie: „Es ist wie es ist“ oder „Alles hat seinen Grund“ – genau mit dieser Mentalität brechen, den eigenen Rhythmus wiederfinden und vor allem Gleichgesinnte finden und etwas Neues aufbauen.</p>



<p>Geschafft hat sie das vor allem durch viel Reflexion, aber auch durch drastische Schritte: die Sicherheit ihres Jobs zum großen Teil aufgeben und dafür die ganze Energie in die eigene Musik stecken. „Das Leben rief mich einfach dazu auf, bestimmten Dingen Aufmerksamkeit zu schenken und vielleicht ein paar Sachen nicht mehr schleifen zu lassen, die ich bisher ignoriert hatte, oder Dinge anzugehen, die ich vermieden habe.“ Unterstützung hatte sie dabei von langen Weggefährten wie Producer <strong>Hurricane</strong>, der aus dem gleichen Viertel kommt wie sie, aber auch von neuen Bekanntschaften, die sie per Zufall im Studio getroffen hat, wie <strong>David Ariza</strong>, wo der Vibe-Check einfach stimmte und man spontan zusammen einen Song aufnehmen konnte. Eine Erfahrung, die auch nur möglich war, nachdem Lavz ihren Lebenswandel geändert hatte.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="Brand New Day (prod. Hurricane) [Visualiser]" width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/3Xohs-OKI8w?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
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<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Die EP behandelt all diese Themen, die sie schon länger mit sich trägt. Den Anfang macht »Under The Sun«, ein Lied, bei dem Lavz die Morde an <strong>George Floyd</strong> und <strong>Sarah Everard</strong> verarbeitet hat: &#8220;Dabei sollten wir unsere eigene Kraft nicht vergessen und nicht vergessen, auf uns selbst zu achten, während wir gegen diese Dinge kämpfen. Gegen diese Systeme kämpfen. Sogar die Redewendung &#8220;unter der Sonne&#8221; deutet auf diesen Kreislauf hin. Du hast das schon einmal gesehen. Es ist nur anders verpackt.“ Ein ziemlich schwerer Einstieg. Obwohl die EP musikalisch sehr jazzig und fast schon lo-fi angehaucht ist, sollte einen das nicht ablenken von dem, was gesagt wird. <br>Der erste Track bleibt nicht der einzig schwere. Lavz verarbeitet in ihren Songs Beziehungen, die vorbeigehen, weil eine Person sich nicht weiterentwickelt. Auf dem dritten Track »<a href="https://itslavz.bandcamp.com/track/backpack">Backpack</a>« verarbeitet sie dann quasi alles, was vorher passiert ist, und diesen riesigen Ballast, den sie wie einen Rucksack mit sich trägt: „Ich kann nicht mit leichtem Gepäck reisen, wenn ich wortwörtlich all das Zeug mitschleppe, das ich mich weigere loszulassen. Ich möchte zwar weitergehen, aber an diesem Punkt bin ich daran gewöhnt, es zu tragen.“ </p>



<p>Abgeschlossen wird »Kaos on Saturn« durch die Tracks »Brand New Day« und »<a href="https://itslavz.bandcamp.com/track/reside-ft-tori-cross">Reside</a>«. Es geht um neue Chancen, um neue Liebe und darum, neue Energien kennenzulernen.</p>



<p>Wir haben Lavz quasi ein Jahr begleitet, auch mit der EP. Es geht um ihre persönliche Reise, die große Resonanz finden sollte, weil es so viele Parallelen zum eigenen Leben gibt. Es ist sicherlich kein einfacher Schritt, aber Lavz hat ihn getan und sich einmal gefragt, wo sie gerade steht und wo sie eigentlich hinwill. Dafür musste sie Opfer bringen und hat aber auch einiges gewonnen. Sie hat Frausein für sich definiert, und das bedeutet für sie, kompromisslos sie selbst zu sein – in einer Industrie, die das nicht gerade zu schätzen weiß. Aber wer »Kaos on Saturn« hört, wird wissen, dass es sich lohnt. Und für Lavz und auch für uns hat das Jahr gerade erst angefangen. Vielleicht sollten wir uns das alle einmal zu Herzen nehmen.</p>
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		<title>Verifiziert über das Dasein als sad baddie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Magnus Menzer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Feb 2026 12:14:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Für Veri sind Verletzlichkeit und Selbstbewusstsein keine Gegensätze, sondern grundlegende Bestandteile ihrer Attitüde”, heißt es im ersten Beitrag, den wir 2021 über verifiziert veröffentlicht haben. Seitdem hat die Wienerin eine eindrucksvolle Entwicklung hingelegt. Aus der aufstrebenden Newcomerin ist eine unhatebare Szenegröße – mit einer wholesome Community (samt Discord-Server sowie bald auch Livestreams auf Twitch) und gefragten Songwritingskills (unter anderem für Popstars wie JORIS) – geworden. Inmitten aller Veränderung bleibt Veri sich treu. Wien ist noch immer die Comfort Zone und „Verletzlichkeit [&#8230;]</p>
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<p><strong><em>„Für Veri sind Verletzlichkeit und Selbstbewusstsein keine Gegensätze, sondern grundlegende Bestandteile ihrer Attitüde”,</em> heißt es <a href="https://mostdope.tv/next-up/verifiziert-vertraeumt-durch-wien">im ersten Beitrag</a>, den wir 2021 über verifiziert veröffentlicht haben. Seitdem hat die Wienerin eine eindrucksvolle Entwicklung hingelegt. Aus der aufstrebenden Newcomerin ist eine unhatebare Szenegröße – mit einer wholesome Community (samt <a href="https://discord.gg/sQf9nJycEF">Discord-Server</a> sowie bald auch Livestreams auf Twitch) und gefragten Songwritingskills (unter anderem für Popstars wie JORIS) <strong>–</strong> geworden. <br>Inmitten aller Veränderung bleibt Veri sich treu. Wien ist noch immer die Comfort Zone und „<em>Verletzlichkeit und Selbstbewusstsein” </em>bilden auch auf der jüngst erschienen »sad baddie anthem«-EP das Kernmotiv, vielleicht mehr denn je. Wir haben die Künstlerin Track by Track zu der EP und dem Dasein als <em>sad baddie</em> befragt!</strong></p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
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<div style="height:26px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Der Titel gibt ja schon einiges vorweg, aber wie würdest du in eigenen Worten beschreiben, was die Grundidee der EP ist, auch in Abgrenzung zum Vorgänger »arizona 2012«?</strong></p>



<p>In der EP geht es im Großen und Ganzen um Trennungen und das nicht nur im romantischen Kontext, sondern auch Trennung von Freundschaften und Trennung von sich selbst, also wenn man sich ein bisschen verliert. Dazu kamen dann meine Sad-Baddie-Features, die ja auch alle vereint, dass sie gut darin sind, traurige Songs zu machen. Ein paar von den Songs sind auch in der Zeit entstanden, in der »arizona 2012« entstanden ist. Aber ich wollte das bewusst aufteilen, weil »Arizona« sich für mich wie ein Sommerprojekt angefühlt hat – und »sad baddie anthem« gehört in die kalte Jahreszeit. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>1. »denk drüber nach</strong>« (mit hidden Feature)</h2>



<p>Feature? Nö, das bin ja alles ich. (<em>lacht</em>) Also »denk drüber nach« ist ein Song, in dem es um eine beste Freundschaft geht. Genauer gesagt um eine beste Freundinnenschaft, die immer schon existiert, mit der man wahnsinnig viel erlebt hat, sowohl Gutes als auch Schlechtes, die sich im Älterwerden zwar verläuft – weil es schwieriger wird, sich regelmäßig zu sehen – die im Kern aber trotzdem noch bestehen bleibt. Dafür habe ich eine gute Musikfreundin gefragt, ob sie nicht zwei Zeilen singen möchte. Der Name wird nicht bekannt gegeben. Aber sie hat mir die Ehre erwiesen und diese Zeilen gesungen, weil sie den Song auch sehr gefühlt hat.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><strong>Wir haben beide geweint, auch wenn nur eine müsste</strong>.</p>
</blockquote>



<p><strong>Ich hatte das Gefühl, dass der Song über diese Freundschaft den Rahmen dafür setzt, dass das »sad baddie anthem«-Motiv auch sehr viel mit Solidarität unter „<em>sad baddies</em>” zu tun hat, die du dann wiederum musikalisch zusammenbringst.&nbsp;</strong></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" width="819" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3038-819x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-20628" style="width:248px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3038-819x1024.jpeg 819w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3038-240x300.jpeg 240w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3038-768x960.jpeg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3038-1229x1536.jpeg 1229w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3038-770x963.jpeg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3038.jpeg 1320w" sizes="(max-width: 819px) 100vw, 819px" /></figure>
</div>


<p>Ja voll! Das war mir auch wichtig im Prozess. Ich habe mich viel mit meinen Girls ausgetauscht und mit anderen Musikerinnen. Es war sehr schön, mit vielen Frauen zu arbeiten. Meine A&amp;R (<strong>Lara Bette</strong>, Anm. der Redaktion), die auch viel mitgewirkt hat, zum Beispiel das Cover und mit mir Social-Media-Pläne erstellt hat, die ist selbst auch eine <em>sad baddi</em>e.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>2. »sex and the city</strong>«</h2>



<p>»sex and the city« ist ja der einzige Song, der keine Single war und der ist recht spontan entstanden. Ich war in einer Songwriting-Session mit einem Musiker, der dann früher gehen musste, bin mit dem Produzenten <strong><a href="https://www.instagram.com/markuswilfinger/">Markus Wilfinger</a></strong> noch im Studio geblieben und dann haben wir einfach diesen Song gemacht. Also es hat sich irgendwie richtig schön ergeben. Ich habe schon ein paar Erinnerungen von mir selbst einfließen lassen, aber eigentlich ist es eher die Geschichte einer fiktiven Person, die daheim rottet in Depression und nichts macht, was eigentlich gut für sie ist, außer <em>Sex and the City</em> zu schauen. Für mich war die Hook so ein Bild davon, dass man sich in dieser Leere, damit man wenigstens irgendwas spürt, einen Bootycall anruft, wo wieder etwas aufflammt, aber gleich wieder weg ist und dann geht der ganze Loop von vorne los. Diese Spirale von sich selbst verlieren und sich selbst ablenken – das ist für mich die Geschichte, die »sex and the city« erzählen soll. Das ist der Song, den ich vorhin meinte, als ich von der „Trennung von sich selbst” gesprochen habe.</p>



<p><strong>Wo du gerade Markus Wilfinger erwähnt hast, kannst du uns vielleicht einen Abriss geben, mit welchen Produzenten du in der Entstehung der EP zusammengearbeitet hast?</strong></p>



<p>Bei den meisten Songs hatte <strong><a href="https://www.instagram.com/pradahenny/">Hnnzy</a></strong> seine Finger im Spiel, weil ich mit ihm jetzt ein gemeinsames Studio habe. Seit der »arizona 2012«-EP ist er ein fester Bestandteil meines Teams und hilft mir viel, zum Beispiel was die Sound-Ästhetik betrifft. Er war übrigens auch der Namensgeber der EP.</p>



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<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Insgesamt sind eigentlich alle, die an der EP beteiligt sind, gute Friends von mir, mit denen ich auch schon davor zusammengearbeitet habe. Es war schon alles so in einem Kreis und es ist alles in Wien entstanden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>3. »besser so</strong>«</h2>



<p>Bei »besser so« war <strong>Luna</strong> in Wien und hat mich gefragt, ob wir nicht einen Tag lang Musik machen wollen. Und ich habe mir gedacht: „Unbedingt!” Wir kannten uns schon von einem Songwriting-Camp und hatten uns da voll gut verstanden. Dann haben wir nach einem gemeinsamen Nenner gesucht, worüber wir schreiben könnten – nicht dass man den zwingend braucht, aber es ist halt schon cool für so einen gemeinsamen Song. Dann sind wir auf das Thema gekommen, dass wir beide, bevor wir Musik gemacht haben, beste Freundinnen hatten, die irgendwann nicht mehr so gut damit umgehen konnten, dass wir jetzt auch in dieser anderen Szene stattfinden, die sie irgendwie nicht verstehen. Das ist ziemlich toxic geworden und hat die Freundschaft sehr anstrengend und stressig gemacht. Außerdem war es bei uns beiden so, dass sich die Freundinnen jeweils noch voll an dieser Freundschaft, wie sie davor war, festgeklammert haben und uns basically gesagt haben, dieser Beruf tue uns nicht gut. Dann sind wir beide zum gleichen Fazit gekommen: Es ist ja jetzt viel besser so. Der Freundin tut es nicht gut, wenn sie sich die ganze Zeit darüber ärgert, was wir machen. Und uns tut es nicht gut, wenn uns die ganze Zeit irgendjemand sagt, dass das kein gutes Umfeld ist. </p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" width="576" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3039-576x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-20629" style="aspect-ratio:0.5625000186588459;width:347px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3039-576x1024.jpeg 576w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3039-169x300.jpeg 169w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3039-768x1366.jpeg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3039-864x1536.jpeg 864w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3039-1152x2048.jpeg 1152w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3039-770x1369.jpeg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3039.jpeg 1320w" sizes="(max-width: 576px) 100vw, 576px" /></figure>
</div>


<p>Long story short: Wir haben den Song dann Wort für Wort gemeinsam geschrieben und damit ist »besser so« entstanden. Kurz gefasst geht es darum, dass Freundschaften sich verlaufen dürfen und dass genau das manchmal auch wichtig ist, wenn man nicht in die gleiche Richtung geht.&nbsp;</p>



<p><strong>Hast du das Gefühl, dass die ganze EP so einen heilsam positiven Grundgedanken verkörpert, auch wenn es eigentlich im ersten Eindruck traurige Songs sind?</strong></p>



<p>Ja, ich finde schon. Ich finde genau dafür das Wort »sad baddie« so passend. Traurigkeit macht einen manchmal ein bisschen schwach. Wenn man traurig ist oder enttäuscht wird, dann wird man kleiner. Aber als <em>Baddie</em> hat man dann trotzdem diese Wut. Die wiederum macht einen viel stärker, wenn man so sauer auf irgendwas reinkommt. Eine »sad baddie« zu sein meint dann das Selbstverständnis: „Hey, wir sind gerade traurig, aber wir sind <em>Baddies</em>, deswegen kriegen wir das schon hin!”</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>4. »mein zimmer</strong>«</h2>



<p>Hier war das Writing ähnlich wie bei Luna, dass wir uns überlegt haben, was uns gerade so beschäftigt und durch den Kopf schwebt. Dann sind wir im Gespräch auf ein Thema gekommen, dass man sich irgendwie manchmal, wenn man in so eine Limerence verfällt, in eine Obsession mit einem Crush, dass man sich teilweise ungewollt total für die Person verändert – dass man dann zum Beispiel sein Zimmer so einrichtet, wie es die Person mögen könnte. Und dass man sich durch diesen riesigen, intensiven Crush selbst voll verliert und gar nicht mehr weiß, wer man ist, was man möchte und ob es das überhaupt wert ist. Dann haben wir auch hier jedes Wort zusammengeschrieben und es war insgesamt ein sehr besonderer Writing-Prozess. Wir waren sicher so zehn Stunden im Studio, <strong>Domiziana</strong> hat uns Tarot gelegt und wir haben Tee getrunken – richtig healing irgendwie. Es sind sogar Tränen geflossen während der Session und es war einfach total schön. Wir waren zu viert, mit Hnnzy und <strong><a href="https://www.instagram.com/johannes_madl/">Johannes Madl</a></strong>, und alle waren ganz beseelt am Ende, als der Song fertig war.&nbsp;&nbsp;</p>



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<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>5. »people pleaser</strong>«</h2>



<p>Ja, »people pleaser«, das bin ich nun mal. Ich glaube, das ist der älteste Song von der EP. Den haben wir immer wieder neu gemacht, gemeinsam mit <strong><a href="https://www.instagram.com/foodforthoughtmusic/">Food for Thought</a></strong>, weil ich nicht ganz zufrieden war und das ist jetzt die neueste Version. Aber die Idee von People Pleaser steht auf jeden Fall schon sehr lange. Das war in einer Zeit, in der ich gemerkt habe: Ich mache Dinge viel lieber für andere als für mich selbst. Seitdem ich das gelernt habe, ist es besser geworden. Aber damals konnte ich sehr gut aus dieser extremen People-Pleaser-Perspektive schreiben, weil ich es so gut von mir kenne, dass man Dinge für andere macht, anstatt für sich selbst. Der Song soll dafür so ein Wake-up-Call sein.</p>



<p><strong>Für dich selbst oder für andere People-Pleaser?</strong>&nbsp;</p>



<p>Für andere, dass sie sich beim Hören selbst ertappt fühlen.&nbsp;</p>



<p><strong>Hast du dann auch Feedback bekommen, dass Leute sich darin wiedergefunden haben?&nbsp;</strong></p>



<p>Ja, sehr viel. Sehr viele Girls, wirklich hauptsächlich Frauen eigentlich. Ich weiß nicht, was das aussagt. Aber auf jeden Fall haben sich viele wiedergesehen in dem Text.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>5. »sad baddie anthem</strong>«</h2>



<p>»sad baddie anthem« hatte auch einen sehr schönen Entstehungsprozess. Das war bei einem Songwriting Camp, wo wir Hnnzy spontan mitgenommen haben, weil ein anderer Produzent ausgefallen ist. Es war der erste Tag des Camps, am Attersee im Mai, also richtig idyllisch. Wir hatten unabhängig voneinander Sessions mit anderen Leuten, die so um 10 am Abend vorbei waren. Und dann haben wir gesagt, irgendwie müssen wir jetzt noch was gemeinsam machen. In dieser Nacht ist »sad baddie anthem« entstanden, innerhalb von drei Stunden. Wenn Songs so schnell entstehen, fühlt sich das immer ganz richtig an. Es war so ein Song, den man nach der Session in Dauerschleife anhört, weil man irgendwie noch gar nichts checkt, was man da gerade gemacht hat. Es geht um gefühlt alle meine Ex-Romanzen und Ex-Beziehungen zusammengefasst als eine Person und darum, zu erkennen, wo ich besseres verdient habe. Und dass es auch okay ist, sowas mal durchzumachen, weil ich im Endeffekt, also durch toxische Beziehungen gelernt habe, wo ich meine Bar setzen möchte. My bar is high! Jetzt kriege ich nur noch Princess Treatment. Das soll andere ermutigen, sie auch hoch anzusetzen.</p>


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<figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" width="590" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3041-590x1024.jpg" alt="" class="wp-image-20630" style="width:261px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3041-590x1024.jpg 590w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3041-173x300.jpg 173w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3041-768x1334.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3041-885x1536.jpg 885w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3041-1179x2048.jpg 1179w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3041-770x1337.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3041.jpg 1320w" sizes="(max-width: 590px) 100vw, 590px" /></figure>
</div>


<p>Ich finde der Song ist so besonders, weil er sehr explizit auf meine Situation geschrieben ist, aber mir trotzdem so viele Leute geschrieben haben, dass sie damit relaten können. Zum Beispiel die Zeile: „<em>Und was du ihr gibst, hast du alles erst von mir gelernt / Wie du sie glücklich machst, bei mir fiel dir das viel zu schwer</em>.” Da haben mir so viele Leute geschrieben, dass sie den Tränen nahe waren.&nbsp;</p>



<p>Was ich auch sehr gerne mag, ist, dass wir in keiner Sekunde überlegt haben, ob wir da einen Drop einbauen oder Drums. Es war von Anfang an ganz wichtig, dass ganz wenig passiert und Stimme und Text im Vordergrund sind. Mit diesem Song war uns klar, wir müssen eine »sad baddie anthem«-EP machen, weil das der Vibe ist, den wir jetzt fahren wollen.&nbsp;</p>



<p>»denkt drüber nach« und »sad baddie anthem« sind auch in der gleichen Woche entstanden. Stilistisch passen sie auch gut zusammen, gerade die beiden Beats. Es war auch lange die Überlegung, ob das ein Doppel-Release wird, dass es nur diese zwei Songs gibt.&nbsp;</p>



<p><strong>Ich finde es spannend, dass du meintest, die toxischen Erfahrungen haben für dich dafür gesorgt, dass deine Erwartungen hoch sind. Ist das nicht ein bisschen kontraintuitiv? Es ist doch oft so, dass Leute eher gegenteilig konditioniert werden und sich dann schon mit dem Minimum zufriedengeben.&nbsp;</strong></p>



<p>Ja, auf jeden Fall. Ich glaube, das ist mir auch passiert. Aber es wurde immer gesünder. Ich war auch länger in einer Beziehung, wo ich dann gemerkt habe, eigentlich tut es nicht so gut. Und ich glaube, daraus lernt man viel darüber zu reden und sich selbst klar zu werden: Wie will ich eigentlich behandelt werden? Wie hätte ich gern, dass meine zukünftige Tochter behandelt wird? Oder wenn ich zum Beispiel sehe, wie meine besten Freundinnen behandelt werden, die eine hat einen Freund, der nicht gut zu ihr ist und ich bin sauer, und die andere hat einen Freund, der sie vergöttert und ich denke mir: Ja, genau so soll es sein. Das hat alles dazu beigetragen, dass man daraus lernt und am Ende die Bar höher stellt.&nbsp;</p>



<p><strong>Am Ende ist der Titelsong tatsächlich die Essenz der EP, oder? Es schwingt diese Traurigkeit mit – das Nachdenkliche, der Rückblick, was schiefgelaufen ist – aber du gehst stärker daraus hervor und ownst es, indem du sagen kannst, dass du das Beste daraus gemacht hast.</strong></p>



<p>Genau! Ich habe auch die Zeile, dass „<em>ich dafür Applaus krieg</em>’.” Einerseits weil meine Freundinnen, mein Umfeld und auch ich selber damals sehr dankbar für die Trennung waren – andererseits aber auch weil ich so viele Songs daraus geschrieben habe, für die bei Konzerten Applaus bekomme.&nbsp;</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><strong>Hätte vor paar Jahr&#8217;n noch keiner gеdacht<br>Dass es irgendwann aus ist<br>Und ich dafür Applaus krieg&#8217;</strong></p>
</blockquote>



<p><strong>Hast du das Gefühl, mit der EP ist das »sad baddie«-Thema erstmal abgeschlossen?</strong></p>



<p>Es schwebt auf jeden Fall gerade ein sehr prägnanter Song im Raum, der eine neue Richtung vorgibt. Das Stichwort lautet <em>„Veri-Victory-Music</em>”. Mehr werde ich dazu gerade noch nicht sagen. Aber es wird Spaß machen!</p>



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<div style="height:42px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
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		<item>
		<title>Track by Track: MARNELE über ihre EP »Steppenwolf«</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michail Weiss]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Dec 2025 14:22:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Track by Track]]></category>
		<category><![CDATA[9inebro]]></category>
		<category><![CDATA[Katanna]]></category>
		<category><![CDATA[Luca Bachmann]]></category>
		<category><![CDATA[MARNELE]]></category>
		<category><![CDATA[Matt Mendo]]></category>
		<category><![CDATA[PLH]]></category>
		<category><![CDATA[prod.suki]]></category>
		<category><![CDATA[Salux]]></category>
		<category><![CDATA[Steppenwolf]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auf »Steppenwolf«, ihrer mittlerweile dritten EP, nimmt sich die Bochumer Rapperin MARNELE den Klassiker von Hermann Hesse frei als Modell und erzählt ihre eigene Geschichte von Zwiespalt zwischen fälschlicher Assimilation und Ausgrenzung durch Ehrlichkeit – alles verpackt in ein Gerüst aus sphärischen Pads, düsterem Drum’n’Bass und dem gelegentlichen 4-to-the-Floor Einschub.&#160; Den Hintergründen der EP sind wir im ausführlichen Track by Track Interview auf die Spur gekommen. 1. Steppenwolf (Intro) MARNELE: Der Song ist entstanden, als ich das erste Mal außerhalb [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Auf »Steppenwolf«, ihrer mittlerweile dritten EP, nimmt sich die Bochumer Rapperin MARNELE den Klassiker von Hermann Hesse frei als Modell und erzählt ihre eigene Geschichte von Zwiespalt zwischen fälschlicher Assimilation und Ausgrenzung durch Ehrlichkeit – alles verpackt in ein Gerüst aus sphärischen Pads, düsterem Drum’n’Bass und dem gelegentlichen 4-to-the-Floor Einschub.&nbsp;</strong></p>



<p>Den Hintergründen der EP sind wir im ausführlichen Track by Track Interview auf die Spur gekommen.</p>



<div style="height:0px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">1. Steppenwolf (Intro)</h3>



<p><strong>MARNELE:</strong> Der Song ist entstanden, als ich das erste Mal außerhalb von Bochum – wo ich eigentlich herkomme – Musik gemacht habe. In Berlin mit <strong>Matt Mendo</strong>. Generell war ich schon voll aufgeregt, überhaupt mit jemand anderem zusammenzuarbeiten und dann auch noch direkt mit Matt.&nbsp;</p>



<p>Eigentlich ist der Song schon älter. Ich mochte ihn die ganze Zeit, aber habe ihn nie als eigenständigen Song, sondern mehr als Intro gesehen. Bei dieser EP hat es sich richtig angefühlt, ihn als Überthema und Intro draufzupacken. »Steppenwolf« ist ja schließlich auch der Titel der EP. Für mich spiegelt er gut die zwei Seiten, die das Thema der EP sind, wider. Zum einen etwas Nachdenkliches und nach innen gerichtetes und zum anderen etwas nach vorne treibendes und nach außen gerichtetes. Der Begriff steht für mich ein bisschen für die Zerrissenheit zwischen den beiden Welten, die koexistieren, aber auch manchmal im Konflikt zueinander stehen.</p>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">2. Alle gleich</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/250803_MARNELE_DanielNguyen3863_Final_HighRes.jpg"><img decoding="async" width="964" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/250803_MARNELE_DanielNguyen3863_Final_HighRes-964x1024.jpg" alt="" class="wp-image-20216" style="aspect-ratio:0.9414102049783177;width:305px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/250803_MARNELE_DanielNguyen3863_Final_HighRes-964x1024.jpg 964w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/250803_MARNELE_DanielNguyen3863_Final_HighRes-282x300.jpg 282w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/250803_MARNELE_DanielNguyen3863_Final_HighRes-768x816.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/250803_MARNELE_DanielNguyen3863_Final_HighRes-1445x1536.jpg 1445w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/250803_MARNELE_DanielNguyen3863_Final_HighRes-1927x2048.jpg 1927w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/250803_MARNELE_DanielNguyen3863_Final_HighRes-770x818.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/250803_MARNELE_DanielNguyen3863_Final_HighRes-1400x1488.jpg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/250803_MARNELE_DanielNguyen3863_Final_HighRes.jpg 1946w" sizes="(max-width: 964px) 100vw, 964px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Foto via Daniel Nguyen</figcaption></figure>
</div>


<p><strong>MARNELE:</strong> Der Song ist in Wien zusammen mit <strong>prod.suki</strong> entstanden. Das war auch unsere erste Session zusammen und hat direkt harmoniert. Es war geil auf dem Song Genre-mäßig bisschen was anderes auszuprobieren. Er macht ja sowieso viel Drum’n’Bass, Jungle-Sachen. Als ich in die Session gekommen bin, war ich erstmal so „Wow, ich weiß nicht, ob ich mich so doll in dieser Richtung sehe“, aber irgendwie sind wir dann doch da gelandet.&nbsp;</p>



<p>Für mich geht es in dem Song um das Gefühl der (Anfang) 20er. Das Gefühl, dass manchmal alles ein Labyrinth ist. In einem Moment ist man voll auf dem richtigen Weg und im anderen Moment gibt es noch tausend andere Wege und Türen, die man auch hätte wählen können. Bezüglich der zwei Seiten der EP findet »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/7JlUB55lWbjWHzGEaYgyX0?si=5520533631b9472c">Alle Gleich</a>« sehr in der Innenwelt statt und spiegelt meine Gedanken wider.&nbsp;</p>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">3. Flügel feat. 9inebro</h3>



<p><strong>MARNELE:</strong> Bei »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/4wjOdlvSIEGOAOWbjJo1oM?si=e06b1e1ea67c44dd">Flügel</a>« haben wir weniger mit einem Überthema, sondern mehr aus dem Gefühl und Bildern im Kopf heraus gearbeitet. Was ich immer mag, ist ein Gefühl von Melancholie und gleichzeitig von Freiheit. Nachts in der Stadt unterwegs sein und sich frei fühlen. Diese Welt liegt mir voll und in der schreibe ich eh gerne.&nbsp;Das war so der Modus vom Song. Die Zusammenarbeit war auch mega nice. Das war tatsächlich das erste Mal, dass ich mit einer anderen Person im Studio zusammen war und hat direkt voll gevibed.&nbsp;</p>



<p>Es war auch cool, sich bei »Flügel« ein bisschen auf die Arbeitsweise von anderen Leuten im Studio einzulassen und sich da ein bisschen mittreiben zu lassen. Gerade bei jemandem, der schon viel länger Mucke macht als ich, war es cool, sich ein paar Sachen anzugucken und sich inspirieren zu lassen.</p>



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<iframe title="MARNELE - Flügel (ft. 9ine) (Offizielles Musikvideo)" width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/oAXhle5Drus?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">4. Verliebt</h3>



<p><strong>MARNELE:</strong> Den habe ich in Wien gemacht, mit dem Produzenten, mit dem ich schon meine erste EP zusammen gemacht habe, der eigentlich aus Bochum kommt (Anm. d. Red.: <strong>Luca Bachmann</strong>). Wir waren in der Session ein bisschen verkatert und hatten deshalb nicht so richtig einen Plan, was wir machen wollen (lacht). Deswegen ist der voll spontan entstanden und mir sehr leicht von der Feder gerutscht.&nbsp;</p>



<p>Das Thema hat sich einfach für mich angeboten, weil es eh etwas ist, was mir häufiger passiert ist und das ich auch in meinem Freundinnenumfeld beobachtet habe. Bei vielen denke ich mir: „Alter, ne Granate, was die alles macht und wie sie drauf ist und was sie dann teilweise für Loser daten.“. Deswegen ist es auch ein bisschen ein Song für meine Freundinnen</p>



<p>Weil ich es schon gerne mag, ernster zu schreiben, war es nice eine Lachkick-Seite von sich auszuprobieren, einfach loszuschreiben und das ganze ein bisschen witziger anzugehen.&nbsp;</p>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">5. NRW Chayas feat. Katanna</h3>



<p><strong>MARNELE:</strong> Entstanden im Ruhrpott natürlich! Wir haben den in Dortmund bei <strong>Katanna </strong>zuhause gemacht. Ich hatte eh schon voll lange Bock, mit ihr zusammenzuarbeiten, weil uns beiden der Ruhrpott ja sehr am Herzen liegt. Da hat es sich angeboten, zusammen eine kleine Hymne zu schreiben. Der Beat trägt das Ganze sehr nach vorne und transportiert diesen Baddie-Modus. Wir hatten einfach Bock, eine Hymne für NRW-Baddies zu schreiben. Es war geil, das mit ihr zusammen zu machen. Diese Dortmund-Bochum-Connection.</p>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">6. Bei dir</h3>



<p><strong>MARNELE: </strong>Den habe ich in Köln gemacht, zusammen mit <strong>Salux</strong>. Der Song spielt wieder in dieser Nachtwelt, die an die EP davor, »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/album/4bhr4cl5AWlMMdfIae9NWB?si=DfUOfOG8TpWav5hxQeZglA">RAUSCH</a>«, anschließt. Ich habe mich einfach in den Beat fallen gelassen und Assoziationen und Bilder aufgenommen, die mir durch den Kopf geschossen sind. Ich hatte direkt einen bestimmten Film im Kopf: Tunnel, Schnelligkeit und Neonlichter.&nbsp;</p>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">7. Move feat. PLH</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MARNELExPLH_2-2.jpeg"><img decoding="async" width="819" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MARNELExPLH_2-2-819x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-20215" style="aspect-ratio:0.7998138731013394;width:247px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MARNELExPLH_2-2-819x1024.jpeg 819w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MARNELExPLH_2-2-240x300.jpeg 240w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MARNELExPLH_2-2-768x960.jpeg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MARNELExPLH_2-2-770x963.jpeg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MARNELExPLH_2-2.jpeg 1000w" sizes="(max-width: 819px) 100vw, 819px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Foto via Presse</figcaption></figure>
</div>


<p><strong>MARNELE:</strong> Ach, da hatte ich einfach Bock mal wieder einen Auf-die-Fresse, Anti-Macker Track zu machen und feministischen Rage ‘rauszulassen. Es ist einfach ein Thema, das mich viel beschäftigt. Auf meiner ersten EP bzw. auf »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/2lY6dcAYcuUyeIQHj8OawV?si=291d5b81f166491e">Macker</a>« habe ich das schon deutlich gemacht. Ich möchte mit meiner Mucke FLINTA-Personen erreichen und es ist eine schöne Vorstellung, die in einen guten Rage-Modus zu bringen.&nbsp;</p>



<p>Der ist in Köln zusammen mit <strong>Traya</strong> entstanden und <strong>PLH</strong> ist dann im Nachhinein draufgesprungen. Ich habe sie vorher schon voll gefeiert und das war dann wie eine Symbiose.&nbsp;</p>



<p><strong><strong>Wie kamst du eigentlich auf »Steppenwolf« als Titel? Spielt das Buch von Hesse schon länger eine Rolle in deinem Leben?</strong></strong></p>



<p><strong>MARNELE: </strong>Ich hab ihn nicht ganz gelesen &#8211; nur den Anfang. Das Buch war auf jeden Fall nicht die krasseste Inspiration, aber generell nehme ich mir oft Buchtitel als Impulse. Sowieso habe ich eine Faszination für Wörter, bei denen ich direkt Assoziationen entwickle. So war es auch bei „Steppenwolf“.&nbsp;</p>



<p><strong><strong>Im Intro sagst du „Niemand will ein Steppenwolf sein“. Willst du das denn?</strong></strong></p>



<p><strong>MARNELE: </strong>Nein, ich verbinde ein Steppenwolf zu sein nicht mit positiven Assoziationen. Darum geht es ja auch im Intro. Wie viel man sich anpassen und dazugehören will oder sich widersetzt und dann außen vor. Ich glaube, da muss man einen Zwischenweg finden. Ein Steppenwolf möchte ich also nicht sein.&nbsp;</p>


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<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/250803_MARNELE_DanielNguyen4276_Final_HighRes.jpg"><img decoding="async" width="1024" height="827" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/250803_MARNELE_DanielNguyen4276_Final_HighRes-1024x827.jpg" alt="" class="wp-image-20220" style="aspect-ratio:1.2382220658810523;width:430px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/250803_MARNELE_DanielNguyen4276_Final_HighRes-1024x827.jpg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/250803_MARNELE_DanielNguyen4276_Final_HighRes-300x242.jpg 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/250803_MARNELE_DanielNguyen4276_Final_HighRes-768x621.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/250803_MARNELE_DanielNguyen4276_Final_HighRes-1536x1241.jpg 1536w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/250803_MARNELE_DanielNguyen4276_Final_HighRes-770x622.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/250803_MARNELE_DanielNguyen4276_Final_HighRes-1400x1131.jpg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/250803_MARNELE_DanielNguyen4276_Final_HighRes.jpg 2000w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Foto via Daniel Nguyen</figcaption></figure>
</div>


<p><strong>Du meintest ja, dass du generell gerne über düstere Themen wie zum Beispiel die Nacht schreibst. Gibt es etwas Bestimmtes, was dich an diesem Themenfeld begeistert?</strong></p>



<p><strong>MARNELE:</strong> Es fällt mir irgendwie leichter, dazu interessante Bilder im Kopf zu malen. Dieses Märchenhafte hat für mich eine größere Bandbreite als die Stimmung am Tag, wo alles happy und hell ist. Das Nachtthema bietet mehr Tiefe und spannende Symbole für mich.&nbsp;</p>



<p><strong><strong>»Steppenwolf« ist mittlerweile deine dritte EP. Ist vielleicht ein längeres Projekt in Planung?</strong></strong></p>



<p><strong>MARNELE:</strong> (lacht) We’ll see. Ich hätte natürlich schon Bock, aber mal schauen wann. Das muss man natürlich zeitlich packen, weil es eine andere Intensität ist, sich an ein Album zu setzen. Ich mache ja noch andere Sachen nebenbei. Irgendwann wird aber der richtige Zeitpunkt kommen.&nbsp;<br></p>



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<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/track-by-track/track-by-track-marnele-ueber-ihre-ep-steppenwolf">Track by Track: MARNELE über ihre EP »Steppenwolf«</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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		<title>Track by Track zur Debüt-EP: Shelly Coral im Interview über Anfänge, Banalität und Verwirrung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Magnus Menzer]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Dec 2025 14:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Track by Track]]></category>
		<category><![CDATA[3LNA]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[debüt]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
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		<category><![CDATA[Nicolas Lado]]></category>
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		<category><![CDATA[stuhl im garten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein bisschen fühlt es sich an, als wäre Mostdope »von anfang an« dabeigewesen. Zunächst war es einer der ersten Live-Auftritte auf dem Sägewerk-Festival 2024, dann eine süchtig machende Soundcloud-Single und vor zwei Wochen endlich die offizielle Debüt-EP »stuhl im garten«. Unser Autor Magnus hat die Entwicklung mit Begeisterung verfolgt und sich nun im Zuge der Veröffentlichung mit Shelly Coral getroffen, um ihre ganz persönliche Perspektive auf das Entstehen und Gedeihen des Projektes zu hören. Mehr zu den Hintergründen der fünf [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/track-by-track/track-by-track-shelly-coral-ueber-banalitaeten-verwirrung-und-symbolische-anfaenge">Track by Track zur Debüt-EP: Shelly Coral im Interview über Anfänge, Banalität und Verwirrung</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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<p><strong>Ein bisschen fühlt es sich an, als wäre Mostdope »</strong><a href="https://soundcloud.com/shellycoral/vonanfangan?si=81a7ad66e4624f898f19b7ab8e1c48a6&amp;utm_source=clipboard&amp;utm_medium=text&amp;utm_campaign=social_sharing"><strong>von anfang an</strong></a><strong>« dabeigewesen.</strong> <strong>Zunächst war es einer der ersten Live-Auftritte auf dem <a href="https://mostdope.tv/events/saegewerk-festival-2024-unabhaengige-kultur-in-brandenburg">Sägewerk-Festival 2024</a>, dann eine süchtig machende <a href="https://www.instagram.com/p/DG-r0O-sdKC/">Soundcloud-Single</a> und vor zwei Wochen endlich die offizielle Debüt-EP »<em>stuhl im garten«</em>. Unser Autor Magnus hat die Entwicklung mit Begeisterung verfolgt und sich nun im Zuge der Veröffentlichung mit Shelly Coral getroffen, um ihre ganz persönliche Perspektive auf das Entstehen und Gedeihen des Projektes zu hören. </strong></p>



<p><strong>Mehr zu den Hintergründen der fünf Tracks, zu ihrem bisherigen Werdegang und großen Plänen für das kommende Jahr erfahrt ihr im Interview.</strong> </p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
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<div style="height:26px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Würdest du sagen, es gibt ein Grundkonzept, das sich als roter Faden durch die EP zieht?</strong></p>



<p>Ja, ich glaube, das Grundkonzept ist, dass das unsere ganzen Babys, unsere Anfänge sind. Ich glaube bis auf »<em>stuhl im garten«</em> sind alle Songs vor ein bis zwei Jahren, wenn nicht sogar noch früher, entstanden. Es sind vor allem die Songs, die wir zuerst auf Bühnen gespielt haben, die Sachen, die uns geprägt haben, von Anfang an. Man hätte das auch überspringen können, aber ich fand es wichtig, dass sie jetzt in dem Rahmen alle zusammen für sich stehen dürfen, als EP.</p>



<p>Teilweise haben wir Aufnahmen gar nicht nochmal neu <em>recordet</em>, also es sind wirklich die allerersten Aufnahmen von Nico (Anm. d. Red.: Nicolás Lado) aus dem WG-Zimmer. Wir hatten eine Phase, wo wir zum Beispiel bei »von anfang an« dachten: „Als ob wir jetzt einen Soundcloud-Song hochladen, lass den auf jeden Fall nochmal neu machen.” Und dann haben wir uns eine Woche damit rumgeschlagen und waren so: „Nee, der wird nicht nochmal neu gemacht.” Es gibt diese Erwartungshaltung, dass etwas fertig sein muss, und ich glaube, davon haben wir uns kurz beeinflussen lassen, weil wir dachten, ein Song kann ja noch nicht fertig sein, wenn wir ihm nur einen Nachmittag geschenkt haben. Und daraus ist am Ende das gegenteilige Konzept geworden, dass eigentlich alle Songs genau diesen rohen und authentischen Vibe haben.</p>



<p><strong>Ich hatte das Gefühl, dass die Songs auch auf emotionaler Ebene sehr gut zusammenpassen. Für mich liegt der gemeinsame Nenner im heilsamen Akzeptieren und Zulassen unterschiedlicher Gefühlszustände. Siehst du das ähnlich?</strong></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><img decoding="async" width="634" height="640" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Mittel-PHOTO-2025-10-24-17-37-44.jpeg" alt="" class="wp-image-20111" style="width:250px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Mittel-PHOTO-2025-10-24-17-37-44.jpeg 634w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Mittel-PHOTO-2025-10-24-17-37-44-297x300.jpeg 297w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Mittel-PHOTO-2025-10-24-17-37-44-150x150.jpeg 150w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Mittel-PHOTO-2025-10-24-17-37-44-120x120.jpeg 120w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Mittel-PHOTO-2025-10-24-17-37-44-125x125.jpeg 125w" sizes="(max-width: 634px) 100vw, 634px" /></figure>
</div>


<p>Also wir haben sehr viele Songs aus dieser Zeit und für mich passen diese fünf schon auch in eine emotionale Welt. Aber ich glaube, ich habe eine sehr andere Wahrnehmung, was die Songs für mich bedeuten, als was sie nach außen tragen. Was ja auch geil ist!&nbsp;Eigentlich möchte ich gar nicht zu doll vorwegnehmen, was meine Gedanken dahinter sind, weil es ja total schön ist, wenn du zum Beispiel sagst, du ziehst da ein <em>Gesamtgefühl</em> aus den Songs. Ich finde es total interessant anderen Personen zuzuhören, was sie dabei fühlen und wahrnehmen, weil ich meine Version ja natürlich schon kenne.</p>



<p><strong>Du sprichst immer von „wir”, hast auch Nico schon namentlich erwähnt. Als ich dich auf dem <a href="https://mostdope.tv/events/saegewerk-festival-2024-unabhaengige-kultur-in-brandenburg">Sägewerk-Festival</a> gesehen habe, seid ihr ja sogar noch als Shelly Coral &amp; Lado aufgetreten. Der Künstlername ist jetzt kürzer geworden, aber die meisten Songs sind immer noch von ihm produziert. Wie hat sich eure Zusammenarbeit entwickelt?</strong></p>



<p>Genau, es ist fast alles von ihm produziert. Unsere Geschichte ist ein bisschen so: Lado bzw. Nico hatte sein eigenes Musikprojekt, <em><strong>siebzehnzwölf</strong>,</em> und ich war ein krasser Fan davon.<br>Eines Tages hatte ich einen Anflug und meinte zu ihm: „Guck mal Nico, ich muss jetzt wirklich auch mit Musik anfangen, ich muss Produzieren lernen.”</p>



<p>Dann hat er versucht, es mir beizubringen an zwei Nachmittagen, und ich war extrem ungeduldig. Aber wir hatten trotzdem so viel Spaß daran, dass wir uns dann einfach jeden zweiten Tag gesehen und Mucke gemacht haben – das war ungefähr vor zweieinhalb Jahren. Ich sage immer ganz lieb, dass ich ihn ein bisschen aus seinem eigenen Musikprojekt rausgeklaut habe, was glaube ich auch okay ist, und daraus ist am Ende unser Projekt entstanden.</p>



<p>Für mich ist es auf jeden Fall so, dass hinter dem Projekt zwei Leute stehen und eigentlich auch noch viel, viel mehr. Da steht eine große Welt, ein ganzer Freundeskreis aus voll vielen kreativen Köpfen, dahinter. Irgendwann haben wir es uns ein bisschen leichter gemacht, einfach zu sagen: Es ist Shelly Coral, und wir fühlen uns alle dazugehörig. Was ein bisschen lustig ist, weil es halt mein wirklicher Name ist, aber Nico ist da auf jeden Fall nach wie vor und auch in Zukunft komplett mit dabei. Wir haben beide das Gespür dafür, was unser Projekt bedeutet und was nicht. Und wir haben es gemeinsam auf die Beine gestellt.</p>



<p><strong>Du hast gerade den Moment angesprochen, als du das Gefühl hattest, du musst jetzt anfangen, selbst Musik zu machen. Wo kam dieser Drang her?</strong></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" width="1014" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-39-20-1014x1024.jpg" alt="" class="wp-image-20115" style="width:248px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-39-20-1014x1024.jpg 1014w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-39-20-297x300.jpg 297w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-39-20-150x150.jpg 150w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-39-20-768x776.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-39-20-1521x1536.jpg 1521w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-39-20-120x120.jpg 120w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-39-20-770x778.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-39-20-1400x1414.jpg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-39-20-125x125.jpg 125w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-39-20.jpg 1584w" sizes="(max-width: 1014px) 100vw, 1014px" /></figure>
</div>


<p>Ich finde es immer ein bisschen cringe, das so zu sagen, aber ich habe früher mit meiner Gitarre viele Songs für mich selbst gemacht – damals noch auf Englisch. Irgendwann hat mir das nicht mehr gereicht, weil ich leider nicht wirklich gut Gitarre spiele. Dann kam der Punkt, wo ich dachte: „Entweder ich probiere das jetzt richtig oder ich lasse es.” Aus irgendeinem Grund dachte ich damals, dafür müsste ich Ableton können.&nbsp;Aber zu dem Zeitpunkt habe ich auch noch nicht gedacht, dass ich singen kann.</p>



<p><strong>Fühlt es sich jetzt an, als wäre dann doch alles ganz schnell gegangen in diesen zweieinhalb Jahren?&nbsp;</strong></p>



<p>Jetzt ja, jetzt ging schon alles sehr schnell. Aber davor haben wir das ganz, ganz lange nur für uns gemacht, ohne den Plan, dass es rauskommt. »<em>sonne royale</em>« haben wir als Gag hochgeladen. Wir haben viel Quatsch gemacht ohne richtige Ernsthaftigkeit dahinter.</p>



<p>Dass es jetzt diese Form angenommen hat, verdanken wir Leuten wie <strong>Pavelo &amp; Schnell</strong>, dem <strong>Sägewerk- </strong>und dem <strong>Sensus-Festival</strong> – Menschen, die unsere Demos gehört und uns einfach eingeladen haben. Oder auch Elena (Anm. d. Red.: <strong>3LNA</strong>), einer Freundin von mir, die uns einfach mit auf Tour genommen hat, als wir noch nichts draußen hatten. Und erst als ich zum fünften Mal auf der Bühne stand, habe ich realisiert: „Digga, ich glaube, das ist jetzt das, was wir machen.” Dann haben wir uns explizit nochmal Zeit genommen, uns zu sortieren, und irgendwann war es eine richtige Vision, dass wir die Sachen auch veröffentlichen wollen. Aber es hat auf jeden Fall kurz gedauert, bis es bei uns in den Köpfen angekommen ist.</p>



<p><strong>Das ist doch eine gute Überleitung zum ersten Song der EP.</strong></p>



<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1014" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-37-59-1014x1024.jpg" alt="" class="wp-image-20109" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-37-59-1014x1024.jpg 1014w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-37-59-297x300.jpg 297w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-37-59-150x150.jpg 150w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-37-59-768x776.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-37-59-1521x1536.jpg 1521w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-37-59-120x120.jpg 120w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-37-59-770x778.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-37-59-1400x1414.jpg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-37-59-125x125.jpg 125w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-37-59.jpg 1584w" sizes="(max-width: 1014px) 100vw, 1014px" /></figure>
</div></div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>1. »VON ANFANG AN</strong>«</h2>



<p>Wir waren bei Nico zu Hause und ich meinte: „Elena nimmt uns in zwei Wochen mit auf Tour. Wir müssten vielleicht mal noch ein, zwei Songs machen. Und vielleicht laden wir auch einfach mal einen hoch.” Durch den Tourbeginn standen wir tatsächlich ein bisschen unter Zugzwang. <em>»von anfang an<em>«</em></em> ist dann wirklich innerhalb von zwei, drei Stunden entstanden und danach waren wir uns relativ schnell sicher, den auf Tour spielen zu wollen.&nbsp;</p>



<p>Davor waren wir eigentlich viel mehr in so einer Party-Quatsch-Richtung. Deswegen war »<em>von anfang an«</em> für uns zu dem Zeitpunkt noch total fremd, von der Stimmung und auch der Ästhetik. Gleichzeitig waren wir in diesem Modus, endlich einen Song online haben zu wollen, bevor wir zwölf Tage mit auf Tour gehen. Also haben wir den einfach so hochgeladen. Und es ist irgendwie lustig, weil er »<em>von anfang an«</em> heißt – und so viel ausgelöst hat. Auch wenn er „nur” auf Soundcloud war.</p>



<p>Mittlerweile ist der Song für mich sehr, sehr symbolisch geworden. Es ist auch einer der Songs, die ich gerne von mir selber noch höre und genieße, weil er für mich persönlich so sinnbildlich ist. Ich habe das Gefühl, dass er mit mir mitwächst.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>2. »100 MEILEN</strong>«</h2>



<p>Den habe ich mit Parsa (Anm. d. Red.: Parsa Sarraf) zusammen gemacht. Und das war für mich auf jeden Fall ein klassischer Fall von: Ich hab den gemacht, dann hab ich eine Woche nicht drüber nachgedacht, dann hab ich den gehört und war so: „Was geht? Der ist ja voll nice.” Der war irgendwie einfach plötzlich da.</p>



<p>Ich schreibe gerne aus traurigeren Emotionen heraus, weil die für mich musikalisch am leichtesten zu greifen sind. An dem Tag, als ich den Song geschrieben habe, hatte ich Sehnsucht nach einem Ort der Ruhe – einem Ort, wo man alles ablegen kann und sorglos ist. Das ist bei mir voll assoziiert mit Meer und Sonne. Und aus diesem Gefühl ist »<em>100 meilen«</em> entstanden.</p>



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<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>3. »DELFINE IN DER SPREE</strong>«</h2>



<p>»<em>delfine«</em> habe ich alleine auf Gitarre geschrieben. Das ist ein Jugendsong von mir. Der ist sehr alt, vielleicht vier Jahre.Deshalb ist er für mich sehr weit entfernt, aber gleichzeitig bedeutet er mir nach wie vor wahnsinnig viel. Und weil es jetzt genau darum ging, alle Songs, die unsere Wurzeln und Anfänge darstellen, auf die EP zu packen, war es mir sehr wichtig, dass der auch dabei ist.</p>



<p>Ich habe den für mich geschrieben, lange liegen gelassen und dann haben ihn immer wieder andere Leute gehört, und mich gefragt, ob er noch veröffentlicht wird, weil er so viel in ihnen ausgelöst hat.&nbsp;Es gibt 87 Milliarden Versionen davon. Ich habe ihn mit meiner Mitbewohnerin aufgenommen, wir haben ihn auf Klavier gespielt, wir haben ihn auf Gitarre gespielt, es gibt die Anfangsversion von mir und noch viele mehr. Dieser Song wurde wirklich komplett zerlegt. Aber am Ende haben wir uns auch da wieder für eine relativ ältere, unaufgeregte Version entschieden. Dabei war das so ein Song, wo viele Leute meinten: „Das ist ein Hit. Den machen wir ganz groß.” Gerade deshalb finde ich es sympathisch, dass keiner den so richtig geknackt und zum Hit gemacht hat und wir stattdessen die Entscheidung getroffen haben, ihn einfach so klein zu lassen, wie er am Anfang war. Ich finde, das steht ihm sehr gut und für mich ist er auch gar nicht so traurig.</p>



<p>Es ist wie bei <em>»100 meilen«</em> eine Art Utopie, die ich geschrieben habe, nach dem Gedankenspiel von diesem Kreislauf: Wenn alle heulen würden, dann würden die Tränen wieder in die Wolken gehen. Wenn die Tränen in die Wolken gehen, dann regnet es ganz viel und dadurch kann die Stadt sich regenerieren. Deswegen schwimmen irgendwann Delfine in der Spree.</p>



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<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>4. »STUHL IM GARTEN</strong>«</h2>



<p>»<em>stuhl im garten«</em> haben wir vor einem Monat geschrieben, auch aus dem Bedürfnis heraus, einen aktuelleren Song dabei zu haben.&nbsp;Wir haben uns über meinen Geburtstag aufs Land verkrochen, Nico und ich. Das war schon für sich voll schön, weil wir über die letzten zwei Jahre immer wieder mit anderen Leuten gearbeitet und rechts und links ganz viel ausprobiert haben.<br>So hatten wir nochmal ein paar Tage zu zweit auf dem Land und haben einfach unsere kleinen Songs nach Hause gebracht, unter anderem auch diesen.</p>



<p>Ich habe&nbsp;»<em>stuhl im garten«</em> tatsächlich mit einem konkreten Bild im Kopf geschrieben: Überall sitzen Leute in diesen weißen Plastikstühlen und warten auf den nächsten Tag. Es ist ein generelles Gefühl von Stillstand. Du kannst nicht so richtig was verändern, aber eigentlich willst du. Und gleichzeitig hat es auch etwas total Friedliches, auf diesem Stuhl zu sitzen.&nbsp;Als ich dann Geburtstag hatte, mochte ich den Gedanken, dass man irgendwann, wenn man alt ist, auch auf genau so einem Stuhl in seinem Blumengarten sitzt – dass wir überhaupt alle an den schönsten Orten der Welt auf diesem unglaublich hässlichen Plastikstuhl sitzen. Mit solchen Banalitäten und alltäglichen Sachen spiele ich sehr gerne.&nbsp;</p>



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<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>5. »TAGE NIE GEZÄHLT</strong>«</h2>



<p>»<em>tage nie gezählt« </em>&nbsp;kommt von einem Tag, an dem es mir nicht so gut ging. Die gibt es auch. Da habe ich dann ganz doll Vermissungen oder Sehnsüchte. In dem Fall habe ich an eine Person geschrieben, die ich sehr, sehr vermisse. Das fühlt sich so an, wie <em>mein</em> Song <em>für mich</em>. Er ist wirklich sehr persönlich und deshalb auch keine Single, weil es nichts ist, womit ich mich profilieren möchte. Der Song ist ein Teil des Ganzen und hat da seinen richtigen Platz.</p>



<p>Viel mehr kann ich dazu gar nicht sagen. Im Kern ist die Message: Zähl&#8217; die Tage nicht, am Ende ist es scheißegal, wie lange etwas her ist, wenn das Gefühl da ist. Was auch immer die Person fühlt, die den Song hört – fühl’ es! Und wenn es dir nichts gibt, dann hör’s nicht…</p>



<p><strong>Zur EP gibt es auch eine Release-Party – mit welchen Gefühlen blickst du darauf?</strong><br><br>Das wird sensationell! Das wird so ein Full-Circle-Moment. Alle unsere Leute sind da, die ganzen Menschen, die uns bis hierhin begleitet haben.</p>


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<figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" width="1014" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-38-31-1014x1024.jpg" alt="" class="wp-image-20112" style="aspect-ratio:0.9902534113060428;width:243px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-38-31-1014x1024.jpg 1014w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-38-31-297x300.jpg 297w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-38-31-150x150.jpg 150w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-38-31-768x776.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-38-31-1521x1536.jpg 1521w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-38-31-120x120.jpg 120w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-38-31-770x778.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-38-31-1400x1414.jpg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-38-31-125x125.jpg 125w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-38-31.jpg 1584w" sizes="(max-width: 1014px) 100vw, 1014px" /></figure>
</div>


<p>Ich habe früher, wenn man mich gefragt hat, was ich mal werden möchte, immer gesagt: Egal was es ist, ich will so arbeiten, dass alle meine Freunde mit mir arbeiten können und wir irgendwas Geiles machen. Und heute – als ich mit einer Freundin im Café saß und wir ein Plakat designt haben – hatte ich den Moment, in dem ich realisiert habe, dass wir jetzt genau das machen. Das ist so schön, weil morgen einfach so viele Freunde von mir da sind, die an diesem Projekt mitgearbeitet haben, auf ihre kreative Art und Weise. </p>



<p>Ich habe eine verfickt geile Bubble – wir sind richtig tolle, talentierte Leute. Deswegen ist diese Party für uns alle: Wir haben dieses Projekt nach Hause gebracht, alle zusammen. Darüber freue ich mich total und bin voller Stolz, das morgen zu zeigen.</p>



<p><strong>Was können wir im nächsten Jahr von euch erwarten?</strong></p>



<p>Ich will nicht zu viel vorwegnehmen. Aber es kommen richtig viele geile Projekte. Wir hätten uns nicht so viel Zeit gelassen mit unserem ersten Release, wenn wir nicht schon die nächsten Sachen in Petto hätten. Und ich glaube, es wird sehr überraschend sein.&nbsp;Wir probieren in unserem nächsten Projekt, vieles neu zu denken und etwas zu machen, was man so nicht erwarten würde. Ich finde nämlich, dass Verwirrung ein geiles Tool ist, das man zu wenig nutzt. Es könnte also vielleicht verwirrend sein, aber es wird verwirrend gut!</p>



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<div style="height:60px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/track-by-track/track-by-track-shelly-coral-ueber-banalitaeten-verwirrung-und-symbolische-anfaenge">Track by Track zur Debüt-EP: Shelly Coral im Interview über Anfänge, Banalität und Verwirrung</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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		<title>Shut the F*ck up und hört Uzi Freyja zu</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hannah Wietbrock]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Nov 2025 12:40:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Bhelize Don't Cry]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hierzulande ist Uzi Freyja noch kein allzu bekannter Name, was sich hoffentlich jetzt ändern wird. Die Künstlerin ist geboren in Kamerun und dann als Teenagerin nach Frankreich gekommen. Musikalisch hätte man ihre Musik früher als Punk bezeichnet, weil es neu und aufregend ist, weil Freyja aber eine schwarze Frau ist, wird sie gerne mal in den Hip-Hop Topf geworfen. Die Einflüsse sind auch da, vor allem in ihrer Art zu rappen, aber das ist zu einfach (und faul) gedacht. Solange [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/shut-the-fck-up-und-hoert-uzi-freyja-zu">Shut the F*ck up und hört Uzi Freyja zu</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Hierzulande ist Uzi Freyja noch kein allzu bekannter Name, was sich hoffentlich jetzt ändern wird. Die Künstlerin ist geboren in Kamerun und dann als Teenagerin nach Frankreich gekommen. Musikalisch hätte man ihre Musik früher als Punk bezeichnet, weil es neu und aufregend ist, weil Freyja aber eine schwarze Frau ist, wird sie gerne mal in den Hip-Hop Topf geworfen. Die Einflüsse sind auch da, vor allem in ihrer Art zu rappen, aber das ist zu einfach (und faul) gedacht. Solange es Musikbegeisterte aber überhaupt dazu bringt, ihr eine Chance zu geben, steht sie da drüber.</strong></p>



<p><strong>Aktuell ist Uzi Freyja als Opening Act für Noga Erez unterwegs. Wir hatten die Gelegenheit mit ihr via Zoom über ihr letztes Album »Bhelize Don&#8217;t Cry« und ihre lange &#8211; und sind wir ehrlich richtig harte &#8211; Reise zu sprechen, die sie durchgemacht hat. Es gibt einiges, das sie wütend macht, aber auch einen Lichtblick am Horizont. Uzi Freyja hat viel zu sagen und verdient es, das man ihr zuhört.</strong></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_Tom_Kleinberg_04.jpeg"><img decoding="async" width="819" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_Tom_Kleinberg_04-819x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-20057" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_Tom_Kleinberg_04-819x1024.jpeg 819w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_Tom_Kleinberg_04-240x300.jpeg 240w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_Tom_Kleinberg_04-768x960.jpeg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_Tom_Kleinberg_04-1229x1536.jpeg 1229w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_Tom_Kleinberg_04-770x963.jpeg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_Tom_Kleinberg_04-1400x1750.jpeg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_Tom_Kleinberg_04.jpeg 1440w" sizes="(max-width: 819px) 100vw, 819px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Uzi Freyja by Tom Kleinberg</figcaption></figure>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Hannah: Du bist bald mit Noga Erez auf Tour und Opener zu sein ist nicht immer eine leichte Aufgabe, je nach Publikum. Wie fühlst du dich damit, gibt es eine gewisse Angst, oder reine Vorfreude?</strong><br>Uzi Freyja: Ich denke, es ist beides, denn als Opener kann man sagen, dass es nicht um einen selbst geht. Manchmal kommen die Leute, wenn du mit dem Singen fertig bist. Man weiß es vorher nicht. Das kann ein bisschen Angst machen, weil man vor zwanzig oder zehn Leuten auftreten kann. Sie sind nicht gekommen, um dich zu sehen, verstehst du? Und das kann ein bisschen stressig sein und man kann denken: &#8220;Oh mein Gott, vielleicht bin ich nicht gut genug.&#8221;</p>



<p>So muss man also an seinem Verstand arbeiten, denn das kann schwierig sein. Aber es ist auch aufregend, weil man die Möglichkeit hat, neue Leute kennenzulernen und seine Arbeit vor Leuten zu zeigen, die einem nie zuhören würden. Und es ist für mich wie ein Speed-Dating. Ich habe sozusagen 30 Minuten Zeit, um ihnen zu zeigen, wer ich bin. Und wenn sie mich lieben, Ja, wenn sie es nicht tun ist das in Ordnung. Aber das ist es, was meiner Meinung nach die beiden Ängste ausmacht. Und ich bin auch super aufgeregt, weil ich nicht weiß, wie man als Opener für eine Künstlerin wie sie auftritt, aber super cool.</p>



<p><strong>Ich finde die Metapher des Speed-Datings wirklich gut.</strong><br>Ja, für mich ist es wirklich wie eine spirituelle Sache. Du hast 30 Minuten Zeit, um dich zu präsentieren und den Leuten zu zeigen, was du ihnen am besten bieten kannst. Also los geht’s.</p>



<p><strong>Ich habe online einige Live-Auftritte von dir gesehen und ich liebe die Energie, die du mit auf die Bühne bringst. Aber was ich auch richtig gut finde, ist deine Band, die nur aus Frauen besteht, was leider nach wie vor sehr selten ist. Das sieht man nicht so oft, wie man sollte. Und ich halte das für sehr, sehr wichtig.</strong><br>Deshalb bin ich auch ein bisschen sauer, da ich ein Opener bin, habe ich nicht viel, was ich vorzeigen kann. Ich werde also meine Show nicht mit meiner Band präsentieren.<br><br><strong>Oh, okay.</strong><br>Ja, das ist wirklich das, was mich mehr beunruhigt, als der Opener zu sein, denn es wird das erste Mal sein, dass ich alleine auftrete, ohne dass meine Mädels im Hintergrund sind und mir Liebe geben und so. <br><br><strong>Und wie bereitet man sich darauf vor?</strong> <br>Als Opener kann man nicht alles machen, was man will. Zumindest, wenn man kein bekannter Opening Act ist. Aber wenn man kein großer Name ist, der die Tür öffnet, dann habe ich nur 30 Minuten Zeit, um den Menschen zu zeigen, wer ich bin. Dem Publikum zu vermitteln, warum sie mich sehen müssen und zu mir kommen sollen, um etwas Größeres und mehr zu erleben. Um mich im Gesamtpaket zu sehen. Ich stimme dir aber vollkommen zu, es ist super seltsam, wenn man eine weibliche Rapperin hat, hat man auch immer einen Mann auf der Bühne. Immer Männer, die irgendwas machen. </p>



<p>Für mich war es wirklich wichtig, dass ich mit meinen Mädels zusammen bin. Ich bin natürlich ich selbst, sie stehlen mir nicht das Licht oder so. Mädchen auf der Bühne zu haben, das ist, als wenn du mit deinen Freundinnen zusammen bist. Als wir in der Highschool waren und die Leute dich schikaniert haben und du nicht wusstest, was du tun sollst und du deine Mädels im Rücken hattest, dachtest du dir: „Ja, ich werde die Schlampe verprügeln. Was soll der Scheiß? Ich werde ihr den Arsch versohlen!“ (lacht). Das ist also der Grund, ich weiß nicht, wie ich diese Energie erklären soll.</p>



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<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Das ist etwas besonderes, vor allem weil es auch zeigt das wir alle Instrumente genauso gut spielen können.&nbsp;</strong><br>Ganz genau. Dazu haben wir eine lustige Geschichte: Ich und meine Schlagzeugerin <strong>Doriane</strong> (Doriane Gamba) traten bei einem Festival in Frankreich auf. Als wir geprobt haben, kam ein Mann – manchmal sage ich einfach: Ich mag keine Männer, aber ich toleriere sie – der kam und sagte: &#8220;Oh, mein Gott, ich bin ein Schlagzeuger. Aber, weißt du, du wirst besser sein, wenn du sitzt, um die Trommel zu schlagen, denn, weißt du, lass es mich dir erklären.“ Der fing an, ein Mansplaining zu machen. Ich habe ihn angeschaut, und ich war kurz davor, zu sagen: „Jo, was soll der Scheiß? Halt die Fresse!.“ Und Doriane sagte zu mir, lass ihn doch sein Ding machen. Sie ist einfach besser als er. Das war&#8217;s.</p>



<p>Sie ist besser als er, weil sie im Stehen auftreten kann. Das kann er nämlich nicht. Deshalb müssen sie kommen und Ihre Schwäche zeigen. Aber diese Art von Menschen gibt es bei uns immer. Also. Ja, Frauen auf der Bühne zu haben, ist ein tolles Gefühl. Wir sind eine Band. Wir können gegen alle Leute kämpfen, aber meistens beschützen sie die Leute vor mir (lacht).<br><br><strong>Es ist also ein gutes Gleichgewicht (lacht)</strong><br>Ja, sie sind bei sowas entspannter als ich. Sie wollen mich beschützen, aber sie sind einfach zu nett. Sie lächeln, Ich? Wenn mir jemand sowas sagen würde, ich würde ihm sagen: „Halt deine Fresse!“. Aber ich bin auch das Baby, ich bin die jüngste in der Band.<br><br><strong>Ja, ich denke wir müssen lernen unsere Energie nicht an solchen Menschen zu verschwenden.</strong><br>Ganz genau. Ich verschwende meine Energie nicht mehr, aber das Problem ist, dass ich meinen Mund zwar halte, aber mein Gesicht zeigt die Untertitel (lacht).</p>



<p><strong>Ich möchte mehr über deinen Sound sprechen, denn deine Musik wird meist als eine Mischung aus Hip-Hop, Techno und Elementen des Punk beschrieben. Nachdem ich »<a href="https://www.youtube.com/watch?v=P5mhzemQh_0&amp;list=PLJkOSRPJdKc_WKOe_XdgUHS--cM4J7cmE">Bhelize Don&#8217;t Cry</a>« gehört habe, verstehe ich das auch. Aber ich finde auch, dass es eine Art “fauler Journalismus“ ist, wenn man versucht, deine Musik in bestimmte Schubladen zu stecken. Es steckt viel mehr dahinter, es gibt viel mehr unterschiedliche Einflüsse. Wie geht es dir damit?</strong><br>Ich kann sagen, dass es wirklich schwer ist, Musik zu machen, wenn man nicht aus einer Familie kommt, die schon einen Fuß in der Musikindustrie hat oder einen finanziell unterstützt und hilft, seine Karriere aufzubauen. <br>Die Leute mögen normale Musik, in Frankreich sind das französische Popsongs, französischer R&amp;B oder was auch immer. Wenn man ihnen also etwas anderes präsentiert, werden die Leute das nicht verstehen. Ich kam einfach so an, mit meinen großen Brüsten, mit meinen Schuhen, mit meiner lauten Stimme und ich sagte: &#8220;Okay, ich bin hier!&#8221; Ich bin einfach angekommen als eine Frau, eine schwarze Frau, die sich einen Dreck um ihre Stadt schert. Als ob ich mich eines Tages langweilen könnte. Meine Haare sind immer anders. Manchmal zeige ich meinen Körper auf der Bühne, weil ich einen Rock trage.</p>



<p>Das können die Leute alles noch tolerieren und dann kommt meine Musik und auf einmal ist es untolerierbar. Am Anfang, als ich meine beiden EPs gemacht habe, war das ein wirklich großer Kampf. Die Leute konnten meine Musik nicht verstehen, deshalb versuchten sie ihr einen Namen zu geben, damit die Leute wissen, was ich tue. Nenne es Hip-Hop, Rap, Punk oder was auch immer du willst. Ich will meine Energie nicht darauf verschwenden. Ich mache Musik. Das war&#8217;s.</p>



<p>Ich finde das ein bisschen heuchlerisch. Die Leute wollen dich immer in ein bestimmtes Genre stecken, aber die gleichen Leute hören ja privat auch nicht nur das gleiche Genre. Zeige mir jemanden, der nur Jazzmusik hört, oder jemanden, der nur Elektromusik hört. Wir hören verschiedene Arten von Musik, denn so ist der Mensch. Aber was ich nicht verstehe ist, warum du versuchst, mich in eine Kiste zu stecken? Damit es für sie einfacher ist, mir zuzuhören und weil sie sich dabei wohl und sicher fühlen. </p>



<p>Das ist Musik. Wenn ich eines Tages einen reinen Rapsong machen möchte, werde ich das tun. Wenn ich einen Popsong machen will, dann tue ich das. Es ist Musik und es sind dieselben Leute, die dich andersrum schikanieren würden, wenn ich immer nur die gleiche Musik machen würde. Dann würden sie sagen, dass ich immer nur den gleichen Scheiß mache und meinen Sound nicht erneuere. Sie haben immer etwas zu sagen. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><strong>Die Menschen sind manchmal so dumm (&#8230;). Sie kennen die Definition von Punk nicht. Punk am Anfang war etwas seltsames, etwas, bei dem man viele Dinge mischt, um etwas neues zu schaffen, das ist es, was ich mache.</strong></p>
</blockquote>



<p>Es ist noch schwieriger, wenn man eine Schwarze Frau ist. Die Leute haben so viel zu sagen über mich: „Du musst solche Musik machen. Oh mein Gott, du bist zu groß, um einen Rock zu tragen, oh mein Gott, so schön bist du nicht. Sei reich, verändere deinen Körper. Tu dies, tu das.“ Lass mich einfach in Ruhe, verdammt. Also tue ich die Dinge, die ich tun möchte. Früher habe ich es zugelassen, dass die Leute mir den Kopf verdrehen und mir das Gefühl geben, dass ich nicht gut genug bin. Als ob ich nicht das Gleiche verdient hätte.</p>



<p>Weißt du, ich sehe so viele Musiker*innen, die mit mir angefangen haben und viel schneller gewachsen sind. Ich habe nicht die gleichen Chancen wie sie und ich arbeite härter. Ich versuche also das was ich tue zu genießen. Wenn du dich also besser fühlst, wenn du einen Namen für meine Art von Musik hast, dann tu es. Aber sie sollen mir diesen Namen nicht aufzwingen. Die Menschen sind manchmal so dumm. Ich weiß nicht, ob man das schreiben kann, aber die Leute sind so dumm. Sie kennen die Definition von Punk nicht. Punk am Anfang war etwas seltsames, etwas, bei dem man viele Dinge mischt, um etwas neues zu schaffen, das ist es, was ich mache.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_010-1024x683.jpeg"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_010-1024x683.jpeg" alt="" class="wp-image-20058" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_010-1024x683.jpeg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_010-300x200.jpeg 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_010-768x512.jpeg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_010-360x240.jpeg 360w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_010-720x480.jpeg 720w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_010-770x513.jpeg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_010-1400x933.jpeg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_010.jpeg 1440w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Uzi Freyja by Tom Kleinberg</figcaption></figure>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Das ist wahr und ich denke, wie du schon sagtest, vor allem du als Schwarze Frau, wirst immer in diese Kategorie gesteckt: es gibt nur R&amp;B und Hip-Hop, und du kannst im Grunde keine andere Art von Musik machen.</strong><br>Ganz genau.<br><br><strong>Das gilt auch für männliche Schwarze Künstler in der Rockindustrie. Aber für Frauen ist es noch schwieriger.</strong><br>Noch härter. Außerdem werde ich mit einer Menge Sexualisierung konfrontiert. Leute, die zu mir kommen und mir sagen, ich sei zu sexuell mit meiner Musik. Ich sage nicht, dass ich garnicht über Sex spreche, aber haben sie mir zugehört? Sie sagen, dass sie darüber besorgt sind. Über die Tatsache, dass ich meine Sexualität so auslebe. Ja, aber das ist nur ein Lied, vielleicht zwei. Aber es gibt 12 Songs auf meinem Album. Wovon zum Teufel reden wir also? Und dann stelle ich die Frage: &#8220;Okay, aber hast du die gleiche Frage auch dem Typen gestellt, der im Grunde genommen nur solche Songs macht?&#8221;<br>Nur Lieder darüber, wie sie eine Frau zerstören werden und dergleichen. Haben Sie die gleiche Frage auch den Männern gestellt? Es ist schwer und ich habe nicht den einfachen Weg gewählt. Aber hier sind wir nun.</p>



<p><strong>Ich denke an die Zeit, als ich eine Teenagerin war. Es gab nur wenige Schwarze Frauen in der Musikbranche, die sehr erfolgreich waren. Aber alle Frauen, mit denen ich musikalisch aufgewachsen bin, waren trotzdem &#8220;ein Typ&#8221;. Sie waren alle sehr, sehr dünn. Sie haben ihre Musik meistens nicht selbst geschrieben. Es war übersexualisiert, aber auf eine Art und Weise, die dem männlichen Publikum gefallen soll. Wie soll ich mich dabei fühlen? Ich finde deine Songs deshalb so großartig, weil es darin um Zustimmung geht und darum, wie man seine eigene Sexualität zu seinen eigenen Bedingungen ausdrückt. Ds ist etwas sehr Wichtiges.</strong><br>Sage das nicht zu laut. Sie hören uns zu und sagen: „Du magst keine Männer“ Ich sage, wie zum Teufel kann ich Männer nicht mögen, meine Katze ist ein Mann. Mein Kater ist buchstäblich ein Mann (lacht).</p>



<p><strong>Ja, es ist wirklich schwer. Und ein anderes Thema, das damit eng verbunden ist, ist Female Rage. Du hast viele Songs über Ärger und Wut auf deinem Album und es sind im Grunde dieselben Leute, die Frauen, egal ob wir über Wut reden, singen oder rappen. Sobald es um Wut geht werden wir alle in einen Topf geworfen…</strong><br>…Du bist immer wütend, du beschwerst dich immer. Ich finde das echt lustig, weil wenn ich Männern zuhöre, einigen Männern heutzutage, die reden ständig darüber, “Gangster“ zu sein. Aber die meisten haben nie jemanden sterben sehen. Die meisten waren nie wirklich in einer Prügelei. Die meisten haben nie eine Waffe gehalten, die meisten sind überhaupt nicht “Gangster“. Ich habe auf der Straße gelebt. Selbst jetzt habe ich nicht genug Geld auf meinem Konto, um meine Katze und mich zu füttern, Gott sei Dank sind wir schon am Ende des Monats. Ich rede über meine Struggles.&nbsp;Aber ich struggle, weil ich drei- oder viermal so hart kämpfen muss wie alle anderen. Weil ich beweisen muss, dass ich hier bin. Und das macht mich wütend, das bringt diese Wut in mir hoch. Abgesehen davon habe ich ja auch noch mein privates Leben.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><strong>Ich will keine starke Frau mehr sein. Ich will einfach nur eine normale Frau sein.</strong></p>
</blockquote>



<p>Ich bin wütend über mein Leben. Ich bin wütend, dass ich als Schwarze Frau geboren wurde, weil ich es lange Zeit gehasst habe, dass ich als Schwarze Frau geboren wurde. Ich hatte das Gefühl, alles stürzt nur auf mich ein. Mein Name klingt nicht „afrikanisch“, also wenn ich zu Jobinterviews gehe und sie mich sehen, sind sie so: „Oh mein Gott, du sprichst so gut Französisch.“ Sie sehen zuerst ein Schwarzes Mädchen, eine große Schwarze Frau. Also komm mir nicht damit, du wüsstest, was Struggle ist. Und ja, sorry, ich bin wütend. Das Land akzeptiert mich nicht wirklich. Ich bin wütend. Ich lebe in einer Welt, in die ich nicht reinpasse, ich bin wütend.<br>Sogar meine eigenen Leute, Schwarze Leute, einige Schwarze Männer, sie mögen mich nicht wirklich so, wie ich bin. Sie sagen, ich sei „zu dies“, „zu das“. Und deshalb denken weiße Männer, sie hätten das Recht, schlecht mit mir zu reden — weil sie gesehen haben, wie Schwarze Männer das tun.<br>Ich bin so wütend, dass wir Frauen gegeneinander kämpfen müssen, Schwarze Frauen gegeneinander. Weil die Kolonisierung uns das beigebracht hat. Ich bin wütend, eine Familie zu haben, die mich nicht unterstützt. Ich bin wütend, allein zu sein. Ich bin wütend, kämpfen zu müssen. Und ich bin wütend, wenn Leute mir sagen, ich sei eine starke Frau. Ich will keine starke Frau mehr sein. Ich will einfach nur eine normale Frau sein.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><strong>Ich bin eine wütende Frau. Wenn wir nicht wütend sind, was bleibt uns dann? Wir haben nichts. Wirklich gar nichts. Wenn du nicht wütend bist, wenn du diese Wut nicht fühlst, glaube ich, verbrennst du innerlich.</strong></p>
</blockquote>



<p>Ich bin 28. Und in 28 Jahren auf dieser Welt habe ich nicht einmal das Leben meines Lebens gelebt. Mit sieben musste ich erwachsen sein. Mit zehn musste ich Mutter sein, weil meine Mom meinen kleinen Bruder bekommen hat. Ich musste mich um dieses Wesen kümmern. Mit zwölf kam ich in dieses Land, zu einer Familie, die ich nicht einmal kenne. Und ich musste kämpfen. Für alles. Mobbing und dies und das. Und mit 17 musste ich hier wieder eine erwachsene Frau sein. Keine Familie, nichts.</p>



<p>Also ja, entschuldige, dass ich wütend bin und darüber rede. Und ja, du bist wütend, wenn sie kein Heilmittel für Krebs finden, aber sie finden auch kein Heilmittel für Menstruationskrämpfe. Ich bin wütend, dass ich für Tampons zahlen muss. Und wenn ich einen Tampon benutze, kann ich daran sterben. Ich bin wütend, eine Frau zu sein. Und das Problem ist: Wir Frauen konzentrieren uns mehr darauf, Männern zu gefallen, statt uns auf uns selbst zu konzentrieren.</p>



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<iframe title="Uzi Freyja - Anger (Lyrics Video)" width="1170" height="878" src="https://www.youtube.com/embed/7flV8gxTzFc?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
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<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Ich bin wütend auf weiße Frauen, die über Feminismus reden, aber mich nicht mit einbeziehen. Ich bin wütend, weil ich „zu groß“ bin und sie deswegen nicht über mich sprechen. Ich bin wütend, wenn mich irgendwelche pseudo-feministischen Frauen anmachen mit: „Ja, er hat dich angefasst, weil du einen Rock getragen hast.“<br>Ich bin eine wütende Frau. Wenn wir nicht wütend sind, was bleibt uns dann? Wir haben nichts. Wirklich gar nichts. Wenn du nicht wütend bist, wenn du diese Wut nicht fühlst, glaube ich, verbrennst du innerlich. Wir müssen diese Wut ausdrücken. Manche Leute töten sogar Menschen, um ihre Wut auszudrücken. Macht das nicht. Vielleicht müssen wir einfach ins Gefängnis gehen, weil die Miete so teuer ist, im Gefängnis ist die Miete kostenlos (lacht). Ich sag ja nur, ein Mord, und ich bin einfach da, weil die Miete frei ist und es Essen gibt.<br>Keine Ahnung, diese Welt ist komplett fucked up. Ich glaube, ich trage diese Wut in meinem Leben, und ich versuche, sie nicht mich auffressen zu lassen, sondern mit ihr zu leben. Ja, ich bin wütend, aber ich gebe mir selbst nicht mehr die Schuld.<br>Daran arbeite ich. Und der erste Schritt ist herauszufinden, warum du wütend bist. Und jetzt, wo ich weiß, warum ich wütend bin, weiß ich auch, dass ich nie die Entschuldigungen bekommen werde, die ich mir von den Leuten wünsche, die mich wütend gemacht haben.</p>



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<iframe title="Uzi Freyja ft. Carbon Killer - Medusa (Official Music Video)" width="1170" height="878" src="https://www.youtube.com/embed/RUcZFHclmiw?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
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<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Aber was ich wirklich mochte, ist: Natürlich, da ist Wut. Aber du hast etwas so Schönes daraus gemacht. Du hast ein ganzes wunderschönes Album daraus geschaffen. Und du hast deine Wut geteilt — was wichtig ist, damit andere Menschen wissen, dass es nicht nur dein Kampf ist, sondern dass viele denselben Kampf haben.</strong><br>Genau.<br><br><strong>Viele fühlen sich dadurch gesehen. Das finde ich total wichtig.</strong><br>Und ich weiß, du kannst die komplette Show heute nicht sehen, weil es nur 30 Minuten sind. Nicht viel Zeit, um das zu erschaffen, was ich eigentlich erschaffen will.<br>Aber wenn ich eine eigene Show mache, eine Stunde, dann mache ich etwas wirklich wichtiges bevor ich anfange zu performen: Ich sage den Leuten, dass das eine Stunde ist, in der sie sich ausdrücken dürfen. Eine Stunde, in der sie ihre Emotionen fühlen dürfen.<br>Wenn du auf der Straße weinst, wirst du verurteilt. Wenn du auf der Straße schreist, wirst du verurteilt. Du kannst nicht tun, was du willst. Selbst hinter geschlossenen Türen können Leute um dich rum hören, was du tust. Also will ich, dass die Leute diese eine Stunde genießen, tanzen, an nichts denken. Eine Stunde lang. Ich erzähle immer Witze. Ich lache die ganze Zeit auf der Bühne, weil ich so tollpatschig bin. Ich erzähle von meinem Datingleben, weil hey — euer Girl weiß nicht, wie man Männer aussucht. Woher soll ich wissen, welche ich tolerieren soll? Und ja, Frauen denken, ich sei nicht gay — doch, ich bin gay as fuck.</p>



<p>Weißt du, wie ich meine Musik auswähle? Ich denke mir: Okay, wir haben eine Stunde, also mache ich 45 Minuten Musik und 15 Minuten nur reden, weil das genauso wichtig ist. Diese eine Stunde habe ich die Möglichkeit, etwas zu teilen. Zu teilen, dass ja, ich bin wütend. Ja, ich bin traurig. Ja, so ist meine Sexualität. Ja, ich liebe Geld. Wer nicht? Aber ich bin immer noch hier. Und ich will keine starke Frau mehr sein. Ich will nicht dieses Label. Aber ich habe keine Wahl. Aber ich bin hier und wenn ich hier bin, kannst du auch hier sein. Wir können zusammen kämpfen. Schau dir an, wie Leute mitsingen. Wenn wir diese Energie bündeln könnten und gegen etwas kämpfen würden… ich sag’s ja nur.<br>Vielleicht kandidiere ich für das Präsidentenamt. Ich weiß ja nicht (lacht).<br><br><strong>Meine Stimme hättest du (lacht).</strong><br>Oh mein Gott (lacht).</p>



<p><strong>Was ich auch sehr mochte, ist die Reise auf deinem Album — viel Wut, aber auch viel Liebe und Akzeptanz. Und vom ersten Track, »I Don’t Luv Me«, hast du diese Reise zur Selbstliebe. Das mochte ich total. Wie schaffst du es, auch diese Seite von dir in deine Musik zu bringen?</strong><br>Als wir angefangen haben, das Cover zu gestalten, wollte ich etwas Unterschiedliches für vorne und hinten. Etwas, wo Leute denken: Oh mein Gott, so stark. Und wenn man’s umdreht: Oh mein Gott, du wirkst depressiv. Ich wollte beide Seiten zeigen. Ich weiß nicht, wie ich das mache, für mich ist das normal. Wir haben ein Leben. Und in diesem Leben — ich weiß nicht, wie es bei dir ist — aber ich hatte nie eine Woche voller Glück.<br>Ich werde weinen, ich werde hungrig sein, ich werde nur im Bett liegen wollen und nicht aufstehen wollen. Und das ist das Leben. Das Album ist wie ein Brief an mein siebenjähriges Ich. Jetzt bin ich 28. Da ist viel passiert. Als ich glücklich war, habe ich mich trotzdem gehasst, und so weiter. Und manchmal bin ich traurig. Ich bin am Boden, meine Gefühle sind am Boden. Am nächsten Tag bin ich dann wieder glücklich. Auf geht’s. Es ist okay.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><strong>Liebe dich, wenn du kannst. Das ist die Wahrheit.</strong></p>
</blockquote>



<p>Weißt du, mit Internet und Social Media, Body Positivity oder wie auch immer sie das nennen — es ist Bullshit. Es gibt niemanden auf dieser Welt, der sich von Kopf bis Fuß liebt. Niemand. Du kannst mich nicht vom Gegenteil überzeugen. Also wenn Leute sagen: „Du musst dich selbst lieben“, nein. Liebe dich, wenn du kannst. Das ist die Wahrheit.<br>Ich bin ein großes Mädchen. Aber manchmal ziehe ich ein Kleid an und denke: „Damn, Beyoncé, ich bin Beyoncé!“ Am nächsten Tag ziehe ich dasselbe Kleid an und denke: „Jesus, ich sehe aus wie Shrek. Nein danke! Gebt mir wieder meine Baggy-Klamotten.“<br>Aber das ist normal. Wir müssen das akzeptieren. Ich habe keine Lust mehr auf diese Leute, die sagen: „Ich liebe meinen Bauch, also musst du deinen auch lieben.“ Nein. Lass mich meinen Bauch hassen, wenn ich will. Lass mich mich lieben, wann ich will. Wir müssen Menschen beibringen, sich selbst zu lieben — auf ihre Art. Weil manchmal ist dein Gehirn fucked up und lässt dich Dinge fühlen, die nicht wahr sind. Um herauszufinden, was wahr ist oder nicht, musst du damit leben. Ich will, dass Menschen meine Musik hören und wissen: Ich liebe mich nicht immer und das ist okay.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="819" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_02-819x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-20074" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_02-819x1024.jpeg 819w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_02-240x300.jpeg 240w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_02-768x960.jpeg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_02-1229x1536.jpeg 1229w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_02-770x963.jpeg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_02-1400x1750.jpeg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PRESS_BHELIZE_DONT_CRY_02.jpeg 1440w" sizes="(max-width: 819px) 100vw, 819px" /><figcaption class="wp-element-caption">Uzi Freyja by Tim Kleinberg</figcaption></figure>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Das ist super wichtig. Was mich außerdem noch sehr interessiert ist, wie die Reaktionen auf das Album waren? Es ist seit Ende Januar draußen, wie waren die Reaktionen?</strong><br>Oh, ich habe… sagen wir drei Arten von Reaktionen.<br>Die erste: „Oh mein Gott, wir lieben deine Musik, so cool“, aber man merkt, sie lieben einfach den Vibe. Die Musik trifft sie einfach. Dann gibt es Leute, die sagen: „Ja, ich mag es, aber es sind zu viele Genres. Ich kann mich nicht mit einem verbinden, also auch nicht mit dem ganzen Album.“ Und dann gibt es Menschen, die es nicht mögen, weil es ihnen zu viel ist, zu viele Genres, sie sehen keinen Anfang und kein Ende. Aber was soll ich machen? Danke für den Stream, du hast es ja trotzdem gehört. Ich frage Leute gerne nach ihren Top-Drei-Songs und niemand hat dieselben zwei Lieblingssongs. Niemand<br>Ich glaube, meine Musik ist eher Musik, die wächst. Am Anfang sind Leute so: „Keine Ahnung…“ Und jetzt hören sie es wirklich. Und sie sagen: „Oh mein Gott, ich liebe diesen Song, der hat mir eine Nachricht geschickt.“ Leute haben mir erzählt, sie hören »<a href="https://www.youtube.com/watch?v=RUcZFHclmiw">Medusa</a>« nach einem Streit, um dem Boss zu sagen, er soll sich verpissen. Meine Musik hilft euch, gefeuert zu werden (lacht).&nbsp;<br><br><strong>Ein sehr, sehr großes Kompliment (lacht).</strong><br>Thank Lord. Thank Lord. Ich werde Therapeutin. Du willst deinen Boss schlagen? Tu es nicht — hör einfach meine Musik. Vor zwei Jahren war ich total auf Zahlen fixiert. Artists um mich rum sind schnell berühmt geworden, Leute, die gleichzeitig mit mir angefangen haben. Meine Zahlen waren so niedrig, ich war so: Wie soll ich das schaffen? Also habe ich aufgehört, auf Zahlen zu schauen. Ich schaue nicht mehr. Ich weiß, meine größte Stärke ist die Bühne und wie ich mit Menschen spreche. Und ja, Streams zählen heute, aber keine Ahnung — ich mache mein Ding.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="Uzi Freyja - Love Is Unfair (Official Music Video)" width="1170" height="878" src="https://www.youtube.com/embed/YaIFG_vgGJU?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
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<p><strong>Als abschließende Frage: Das Album war für dein inneres Kind — gibt es etwas, das du jüngeren Menschen mit auf den Weg geben würdest? Etwas, das du während des Albums oder der Veröffentlichung gelernt hast?</strong><br>Ich habe in dieser Zeit etwas gelernt, während Interviews und Gesprächen mit meinen Leuten. Was ich am meisten gelernt habe: Es ist nicht unsere Schuld. Verstehst du? Es ist nicht unsere Schuld. Du bist ein Kind. Die Aufgabe unserer Eltern ist es, Eltern zu sein.<br>Ich möchte, dass Menschen aufhören, sich selbst die Schuld zu geben, weil sie keine „normalen“ Familien haben. Oder keine Menschen, die an sie glauben. Wir müssen anfangen, zuerst an uns selbst zu glauben. Wir werden alle sterben und dann sind wir Erinnerungen. Wir müssen unser Leben jetzt genießen. Genießen heißt nicht, wütend oder gemein zu anderen zu sein. Es heißt: Mach das, was dich glücklich macht. Mach das, was dir guttut.<br><br><strong>Ja</strong>!<br>Erzwinge nichts. Schritt für Schritt. Wenn du scheiterst, weine. Wenn Leute sagen „Wein nicht, es wird schon“, dann schrei. Bleib in deinem Zimmer. Iss einen Monat lang Eis. Aber wenn du das Zimmer verlässt, fang wieder von vorne an. Versuch es nochmal.<br>Nimm dir Zeit. Lass dir Zeit. Ich habe mein Album vor zwei Jahren fertig geschrieben. Die Vocals habe ich erst im Januar 2024 fertig gemacht. Und das Album kam erst jetzt im Januar raus. Es braucht Zeit.<br>Ich will, dass die nächste Generation… ich glaube, sie fokussiert sich zu sehr auf Social Media. Und sie denken wirklich, dass das Leben einfacher sein kann durch Social Media.<br>Je einfacher etwas ist, desto weniger bleibt es. Wenn du willst, dass etwas bleibt, musst du daran arbeiten. Du musst etwas aufbauen. Wenn du etwas Starkes aufbaust, übersteht es einen Sturm, und du kannst es wieder aufbauen. Aber wenn du einfach irgendwas lose hinlegst — der Sturm wird kommen und viel Glück damit. Und das habe ich gelernt.<br>Sei einfach gut zu dir selbst. Ja, sei gut zu dir selbst. Denn wir sind unsere eigenen Feinde</p>
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		<title>Acidfrank über Generationenwandel, »AUX KIDS« und Charli xcx</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michail Weiss]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Nov 2025 13:26:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
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		<category><![CDATA[AMIGA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Rahmen seines Tapes »CHIEN BRILLANT« ist Acidfrank mit feinstem Trap zwischen Metallica und »Watch The Throne« letztes Jahr das erste Mal auf unserem Radar aufgetaucht. Ein Jahr später liegt uns mit »AUX KIDS« nun sein neuestes Projekt vor, das einem etwas anderen Ansatz folgt: Statt auf dem Inhalt liegt der Fokus bei diesem Album auf dem Sound &#8211; ohne, dass der Inhalt zu kurz kommt. Executive produziert von Acidfrank selbst, bewegt man sich entlang der 15 Tracks durch ein [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/acidfrank-ueber-aux-kids-generationenwandel-und-charli-xcx-2">Acidfrank über Generationenwandel, »AUX KIDS« und Charli xcx</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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<p><strong>Im Rahmen seines Tapes »CHIEN BRILLANT« ist Acidfrank mit feinstem Trap zwischen Metallica und »Watch The Throne« letztes Jahr <a href="https://mostdope.tv/spotlights/acidfrank-ich-bin-jetzt-endlich-ich-selbst">das erste Mal auf unserem Radar aufgetaucht</a>. Ein Jahr später liegt uns mit »AUX KIDS« nun sein neuestes Projekt vor, das einem etwas anderen Ansatz folgt: Statt auf dem Inhalt liegt der Fokus bei diesem Album auf dem Sound &#8211; ohne, dass der Inhalt zu kurz kommt. Executive produziert von Acidfrank selbst, bewegt man sich entlang der 15 Tracks durch ein klangliches Spektrum von destruktiven Analog-Synths über ekstatische 4-to-the-Floor Drums bis hin zu schrammelnden Punk-Gitarren.&nbsp;</strong></p>



<p><strong>Im Interview hat uns der Künstler, welcher ursprünglich aus dem Rap-Kontext kommt, mehr über die Hintergründe des Projekts, neue Herausforderungen, Inspirationen wie Charli xcx und Dominic Fike sowie seine Pläne für die Zukunft erzählt.</strong></p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Fangen wir mal ganz grundlegend an. Was bedeutet der Titel (»AUX KIDS«) für dich?&nbsp;</strong></p>



<p>Generell geht es bei dem Album mehr um Sound als Text. Das „AUX“ steht für mich stellvertretend für Verstärker, analogen und experimentellen Sound, Distortions, Synthesizer und alles, was übersteuert und kratzt. Das „KIDS“ verkörpert einen frischen Wind, wie zum Beispiel unsere Neuinterpretation von 80er-Synthies. Gleichzeitig erzeugt es ein gemeinschaftliches Gefühl von Bewegung, was sagt: „Wir sind die neue Generation Sound“.&nbsp;</p>



<p><strong>War der Titel bzw. dieses Konzept denn schon von vornherein klar oder sind diese Sachen erst im Prozess entstanden?&nbsp;</strong></p>



<p>Definitiv erst im Prozess. Es war gar nicht von Anfang an geplant, überhaupt ein Album zu machen. Als ich die ganzen Songs gesammelt hatte, ist diese Idee auf einmal immer realer geworden und ich habe gemerkt, dass wir soundwise in Richtungen gehen, die dem Projekt nicht genug schmeicheln würden, wenn es bloß als EP veröffentlicht wird. Dementsprechend habe ich in meinem Kopf sowieso schon die ganze Zeit nach etwas gesucht, was dieses Gefühl und die Art von Sounds, die ich mir gerade zusammenkrame, einfängt.&nbsp;</p>



<p>Ein Großteil des Albums ist in Wien entstanden. Dort kam mir auch die Idee, dass <strong>»<a href="https://open.spotify.com/intl-de/album/5pUMllFAZPSg0gUeIBKAme?si=tuCZDpnbR9quUTOEolWUfA">AUX KIDS</a>«</strong> das ist, was ich gerade fühle. Das, was Sinn macht und das, was generational klingt. Es hatte für mich die ganze Zeit schon etwas mit Begriffen von Kabeln und Verstärkern zu tun.&nbsp;&nbsp;</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Z631252.jpg"><img decoding="async" width="894" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Z631252-894x1024.jpg" alt="" class="wp-image-20010" style="width:491px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Z631252-894x1024.jpg 894w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Z631252-262x300.jpg 262w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Z631252-768x880.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Z631252-1340x1536.jpg 1340w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Z631252-770x882.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Z631252-1400x1604.jpg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Z631252.jpg 1500w" sizes="(max-width: 894px) 100vw, 894px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Foto via Ben Kümmel</figcaption></figure>
</div>


<p><strong>Inwiefern hat sich der Entstehungsprozess bei dem Album von dem bei deinem letzten Tape »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/album/11QX1ZsgwTnWR7QIUYQrOz?si=5rbWsHE8S5-3Qz0NACKn_w">CHIEN BRILLANT</a>« unterschieden?&nbsp;</strong></p>



<p>Ich stand vor größeren Herausforderungen als vorher. Früher habe ich mich sehr im Rap-Metier bewegt und es wurde einfach viel Trap am Laptop produziert.&nbsp;</p>



<p>Mittlerweile komme ich aber in Räume mit komplett ausgestatteten Bands und muss die Produktion dirigieren. Ich hab’ mit »CHIEN BRILLANT« den Ball vorgelegt und die Leute gehen davon aus, dass ich dementsprechend performe. Ein paar Basics der Musiktheorie kenne ich, aber ich kann das natürlich nicht so gut wie ein klassischer Musiker</p>



<p>Wir haben dieses Mal einfach deutlich maximalistischer gearbeitet. In den Songs finden viel mehr Elemente und Instrumente statt. Insgesamt haben über das ganze Projekt wahrscheinlich 40 Leute mitgearbeitet – alles unter meiner kreativen Leitung. Klar gab es Leute, die mit mir den Sound geshaped haben, aber ich war von der Entstehung der Idee bis zum Master involviert. Außerdem habe ich unter anderem Songs wie »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/0dj0VY0bNqOTM90NpcG6bE?si=2267a04c0aa44f72">silly horse</a>« oder »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/4tO8NVu4qQtZLxA2POEgcs?si=e349b0b624e945a6">NEW DAWN FADES</a>« selbst händisch produziert. Das waren Sachen, die ich vorher nicht konnte und im Prozess gelernt habe.&nbsp;&nbsp;</p>



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<iframe title="Acidfrank - silly horse" width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/yzL1TcdWhIE?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Bei »CHIEN COLORE« warst du „nur“ fürs Rappen zuständig, bei »AUX KIDS«« warst du nun auch Executive Producer. Fühlt sich das Ergebnis jetzt anders an?&nbsp;</strong></p>



<p>Ich finde, es klingt einfach deutlich mehr nach mir und dem, was mir wirklich gefällt. Früher hatte ich solche Ressourcen nicht. Ich konnte zwar rappen und Sachen schreiben, aber keine Produktion anleiten. Vor allem in den Anfangsjahren hatte ich das ganze technische Knowhow nicht und keine Ahnung, wie man richtig mit Leuten arbeitet. Bei »AUX KIDS« habe ich mir Features draufgeholt, mit denen ich sowieso sehr Lust hatte Musik zu machen und konnte diese sogar dazu bringen, das zu adaptieren, was ich soundtechnisch vorhatte.</p>



<p>Es war ein Rollercoaster, dieses Ding fertig zu machen. Auf jeden Fall hat es mich viel gelehrt, von dem, was ich weiß bis zu dem, was ich nicht weiß und noch lernen kann. Das Ergebnis davon ist wundervoll. Im Endeffekt ist es ein Produkt von harter Arbeit und vielen neuen musikalischen Zusammenarbeiten in Städten, in denen ich vorher gar nicht stattgefunden habe, zu: „Ich hab die halbe Wiener Newcomerszene auf meinem Tape.“</p>



<p><strong>Das Klangbild von »AUX KIDS« ist ein wandelndes Spektrum von digital-analogem Sound und dröhnenden Bässen bis zum Indie-Punk. Welche Einflüsse waren dafür prägend?</strong></p>



<p>Da ich ja aus diesem Underground-Rap-Trap-Kontext komme, hatte ich einen guten Zugang zu diesem elektronischen-Synthesizer-Sound, den man jetzt aus neuen Wellen wie Hoodtrap in Deutschland kennt. Trotzdem war ich schon immer ein großer Sympathisant von der anderen Seite und bin viel mit Rock aufgewachsen. Ich bin ein Riesenfan von warmen Indie-Gitarrenklängen, wie z.B. von <strong>Dominic Fike</strong> und <strong>Mac Miller</strong>. Von der Synthesizer Seite aus hat mich viel elektronische Musik inspiriert: <strong>Daft Punk</strong>, <strong>The Hellp</strong>, <strong>Charli xcx</strong>, <strong>Crystal Castles</strong>. Von Witch-House bis zu 2010er-Synthies. Die Idee war es dann, das alles, also alles was ich mag, zu vereinen und umzusetzen.</p>



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<iframe title="Acidfrank - COKE LIGHT (prod. luzifersfinest)" width="1170" height="878" src="https://www.youtube.com/embed/0zAP6iVg6V4?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Theoretisch findet man auf jedem Song etwas von diesen Elementen wieder. Einzeln betrachtet hat jeder Song seine crazy Synthies, seine Gitarren und seine Samples. Es ist irgendwie eine Mischung aus Alt-Indie-Rock und Synth-Pop, die sich dann in warmen Mac Miller-esquen Rap-Klängen fängt. Es hat viele Ecken und Kanten und ist dennoch keine allzu schwere Kost im Hinblick darauf, wie viel Arbeit drinsteckt.&nbsp;</p>



<p><strong>Du meintest gerade schon, dass du versucht hast, aus deinen Features eine andere Seite herauszuholen, die besser zum Projekt passt. Welcher Gast hat sich am meisten von seinem regulären Stil abgewandelt bzw. wer hat dich am meisten überrascht?</strong></p>



<p>Am meisten bin ich vom <strong>Luzine</strong>-Feature begeistert! Sie ist generell jemand, die mehr aus dem Indie-Pop Bereich kommt, trotzdem aber Darkwave-Einflüsse hat. Ihre Musik hat immer etwas Kleines, Düsteres in sich, das einen aber nicht unbedingt herunterzieht.&nbsp;</p>



<p>»<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/7H8n35LdAfRxog3qCPpPyW?si=4005721fdf7b4ce3">Letzte Seite</a>« startet ja mit einem nach Charli xcx klingenden Synthesizer, der irgendwo in eine grime-artige Richtung abbiegt und am Ende durch einen Indie-Bass abgerundet wird.</p>



<p>Die bright-klingende Melodie ist einfach ein Sound, den man von Luzine nicht erwartet und diesen Kontrast finde ich so geil. Es ist einfach ein perfektes Add-on zu diesem Song.&nbsp;</p>



<p><strong>Zum Thema Samples ist mir »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/3Z20S2PlV4kUc7qrQ1sfoz?si=545dac6d74a64453">Eliza Dover</a>« besonders aufgefallen. Das Sample am Anfang des Songs hat mich stark an alte AMIGA-Platten aus der DDR erinnert. Gab es einen spezifischen Grund, warum du das benutzt hast?</strong></p>



<p>Tatsächlich ist das meine 60 Jahre alte Nachbarin Sylvie Norhausen. Wir haben uns irgendwann zufällig draußen getroffen und zusammen länger eine Zigarette geraucht. Im Gespräch habe ich ihr dann gesagt, dass ich Musiker und dementsprechend viel unterwegs bin. Sie hat dann begeistert erzählt, dass sie schon seit frühester Kindheit Musik macht und in diversen Bands gespielt hat. Nachdem sie mir etwas vorgesungen hat, meinte ich, dass sie mir gerne etwas zum Anhören geben soll.&nbsp;</p>



<p>Sie hat mir dann eine Live-Aufnahme von ihr auf Youtube geschickt, in der sie ein berühmtes Gedicht von <strong>Erich Fried</strong> mit Live-Band gecovert hat. Im selben Gespräch hat sie auch betont, dass sie es cool fänden würde, wenn man das remixt oder ihre alten Sachen in Form einer Neuinterpretation wieder das Tageslicht erblicken.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="DARBAHAR - Was es ist" width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/rgbImxPs6P0?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Irgendwie hat dieses Sample direkt den richtigen Nerv getroffen. Zwei, drei Wochen vor Albumabgabe war ich in Berlin um letzte Sachen zu mixen und hatte eine Session mit <strong>Immo H</strong>. Dort haben wir dann etwas auf das Sample probiert, in zwanzig Minuten einen Beat gebaut und dann lief das Ding von selbst.</p>



<p><strong>Obwohl das Album sehr vom Sound geleitet wird, gibt es trotzdem eine thematische Ebene. Beim Hören erkennt man vor allem einen stetigen Wechsel zwischen Hoch- und Tiefphasen sowie allem, was dir dazwischen durch die Finger gleitet und verloren geht. Inwiefern ist dieser Zustand autobiografisch und wie fühlst du dich damit?&nbsp;</strong></p>



<p>Ich würde eigentlich alles, was ich mache, als autobiografisch betiteln. Natürlich gibt es Dinge, die teilfiktiv stattfinden. Grundsätzlich mag ich es meine Musik so zu konzeptionieren, dass man beim Hören der Projekte weiß, wo ich gerade mit meinem Kopf stehe. Wer bin ich? Wo habe ich mich hin entwickelt und was passiert in meinem Leben? Genau so gehören dazu die Ups and Downs.&nbsp;</p>



<p>In der Art, in der ich schreibe, ist es meistens extrem. Generell habe ich das Gefühl, dass man im Leben eines Künstlers viele Erfolgserlebnisse hat.&nbsp;Gerade ist das Album draußen und ich fühle mich himmlisch. Ich kriege die Aufmerksamkeit dafür und freue mich sehr. Wenn das aber abklingt – und das ist so eine ganz typische Künstlerkrankheit – fällt man in ein Loch und da richtig die Mitte zu finden ist hart. Ich weiß gar nicht, wie ich die für mich selbst definieren würde. Irgendwie bin ich immer super euphorisch oder komplett am Ende.&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Wenn ich Musik mache, versetze ich mich oft in eine Melancholie. Erst danach entscheide ich, ob sie in eine positive oder traurige Richtung geht. Es gibt einfach einen Zustand von Traurigkeit, in dem ich mich verletzlich fühle. Je mehr ich davon zeige – und das kann genauso gut bei Euphorie sein – desto besser kann ich Kunst machen. In diesen Momenten ist man sehr pur, sehr du selbst.&nbsp;</p>


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<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Z631473.jpg"><img decoding="async" width="817" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Z631473-817x1024.jpg" alt="" class="wp-image-20011" style="width:440px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Z631473-817x1024.jpg 817w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Z631473-239x300.jpg 239w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Z631473-768x962.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Z631473-1226x1536.jpg 1226w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Z631473-770x965.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Z631473-1400x1754.jpg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Z631473.jpg 1480w" sizes="(max-width: 817px) 100vw, 817px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Foto via Ben Kümmel</figcaption></figure>
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<p><strong>Du beschäftigst dich in deiner Musik schon länger mit dem Thema des Hustles, der Jagd nach dem Erfolg. Wird es irgendwann einen Punkt geben, an dem du zufrieden bist?</strong></p>



<p>Ich weiß nicht, ob es überhaupt etwas Physisches ist, woran ich das festmachen kann. Ob es ist, wenn ich eine besondere Venue gespielt habe oder einen teuren Wagen fahre.</p>



<p>Ich glaube, ich muss mir selbst immer noch was beweisen. Auch wenn ich schon seit sechs Jahren Musik mache, werd’ ich immer noch als Newcomer gesehen und fühle mich recht frisch in diesem Game. Man ist auf der Jagd nach seinem Respekt und seiner Erkennung. Wo und wann für mich der Moment von „Ich habe genug“ liegt weiß ich nicht, aber genau das thematisiere ich gerne.</p>



<p><strong>Was steht nach »AUX KIDS« für dich an?</strong></p>



<p>Ich will nicht zu viel vorab nehmen. Erstmal möchte ich, dass das Album wirkt und bei den Leuten ankommt. Es ist deutlich maximalistischer als alles, was ich im Vorhinein gemacht habe.&nbsp;</p>



<p>Keine Gewähr darauf, vielleicht denke ich morgen anders, aber gerade habe ich Bock auf entschleunigtere Sachen. Minimalistischer, nur Gitarre und Stimme. Da wird auch dieses Jahr noch etwas Spannendes in diese Richtung kommen, mit einem wundervollen Feature. Stay tuned!&nbsp;</p>



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