Apsilon hat sein neues Album angekündigt und plötzlich fühlt sich alles vertraut und gleichzeitig offen an. Kein lauter Knall, kein künstlicher Neustart, sondern diese leise Gewissheit, dass die Geschichte weitergeht. Nach »Haut wie Pelz« wirkt »Glanz Null« weniger wie ein nächster Release als wie das nächste Kapitel eines Künstlers, der Hip-Hop nicht nur macht, sondern denkt.
Ein neues Kapitel, kein Zufall
»Glanz Null« soll am 24. Juli 2026 erscheinen und schon die Art der Ankündigung fühlt sich an wie ein Statement und nicht wie ein bloßer Release-Termineintrag. Der Prolog auf seinen Kanälen, das stückweise Auslegen von Symbolik und Gefühl. Das ist kein klassisches Marketing, das ist ein Konzept, ein Fortsetzen einer Geschichte, die seit seinen EPs und seinem Debüt »Haut wie Pelz« langsam gewachsen ist.
Was hier passiert, ist nicht einfach ein Albumwechsel, sondern die nächste Etappe in der Entwicklung einer Stimme, die längst mehr ist als nur Rap, sondern ein sozialer Kommentar in Sound und Lyrik.
Warum »Glanz Null« wie eine Fortsetzung wirkt
Apsilon ist schon lange nicht mehr dieser geheimnisvolle Insider-Favorit aus Moabit, der 2021 mit »Sport/Ich leb« startete und sich über EPs wie »Gast«, »32 Zähne« und »Blei« hochgearbeitet hat. Seine Texte haben immer schon die Schichten der Gesellschaft freigelegt wie Rassismus, Klassengesellschaft, Selbstzweifel und emotionale Verletzlichkeit und dabei diese Balance gefunden zwischen direkter Analyse und Poetik.
»Haut wie Pelz« hat diese Sprache auf Albumlänge erstmals voll erforscht. Weniger roh vielleicht als Frühwerke, aber dafür reifer, tiefer, mit Features, die zeigen, dass Apsilon verstanden hat, wie man kritisches Bewusstsein und musikalische Zugkraft verbindet.
Und genau dort setzt »Glanz Null« als Weiterdenken an. Es ist, als würdest du ein Buch lesen, das du schon kennst, und plötzlich gehen alle Hinweise aus den ersten Kapiteln auf. Sein nächster Schritt fühlt sich deshalb nach einem organischen Fortschritt an.
Dieses Land frisst meine Leute seit den 70ern
Apsilon – »Ich leb«
Redet dann von Toleranz und Freiheit, verpiss dich ma’
Was wir erwarten dürfen
Jetzt, wo ein neues Werk ansteht, sind die Erwartungen hoch. Die erste Single »Weg hier raus« ist schon am Freitag gefallen und allein der Titel klingt wie ein Ruf aus dem Innersten. Raus aus alten Mustern, raus aus dem Status-Quo, raus aus der Komfortzone des Sounds. Genau das ist Apsilons Kraft. Er rappt nicht nur über Wut und Widerstand, jedoch über Wege daraus.
Wenn man hört, wie er auf Tracks wie »Grau« mit Paula Hartmann tiefe Sehnsucht und Reflexion zusammenbringt oder wie »Baba« gesellschaftliche Masken enttarnt, dann weiß man, dass er nicht stehen bleibt.
Und genau das macht uns jetzt schon heiß auf den Sommer!




