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	<title>Dizzee Rascal Archive - Mostdope</title>
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	<title>Dizzee Rascal Archive - Mostdope</title>
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		<title>Lavz ist Indie to the Core und gestaltet die Szene neu</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hannah Wietbrock]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Feb 2026 15:47:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Editorials]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer die größeren UK-Releases von weiblichen Artists der letzten Jahre verfolgt hat, wird bestimmt Alben wie »My 21st Century Blues« von RAYE, »NO, THANK YOU« oder »Lotus« von Little Simz oder »We Go Again« von ENNY oder »What A Devastatiing Turn of Events« von Rachel Chinouriri auf dem Schirm haben. Obwohl all diese Projekte musikalisch in unterschiedliche Richtungen gehen und unterschiedliche Genres repräsentieren, verbindet sie jedoch alle etwas: eine ziemlich große Wut und Überdrüssigkeit über ein sehr tiefsitzendes Problem der [&#8230;]</p>
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<p><strong>Wer die größeren UK-Releases von weiblichen Artists der letzten Jahre verfolgt hat, wird bestimmt Alben wie »My 21st Century Blues« von RAYE, »NO, THANK YOU« oder »Lotus« von Little Simz oder »We Go Again« von ENNY oder »What A Devastatiing Turn of Events« von Rachel Chinouriri auf dem Schirm haben. Obwohl all diese Projekte musikalisch in unterschiedliche Richtungen gehen und unterschiedliche Genres repräsentieren, verbindet sie jedoch alle etwas: eine ziemlich große Wut und Überdrüssigkeit über ein sehr tiefsitzendes Problem der Musikindustrie – eine Industrie, die bewiesenermaßen sexistisch und rassistisch ist und somit vor allem Frauen gerne nur in einem bestimmten Format abbildet. </strong><br><strong>Für diejenigen, die dazwischenstehen, also BIPoC oder queere Frauen oder – god forbid! – queere BIPoC-Frauen, bedeutet es doppelt so viele Hürden und doppelt so viel Arbeit, um nicht mal die gleiche Anerkennung zu bekommen. Zudem leben wir in einer modernen Welt, die gesteuert wird von Social Media, Streamingplattformen und Algorithmen. Wenn wir uns angucken, wer wirtschaftlich Anteile an diesen Plattformen besitzt, reden wir hier nicht über neutrale Algorithmen, die tatsächlich unserem Geschmack dienen.</strong></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="684" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Big-Weekend-2024-BBC-Introducing-Artist-Portraits-Credit-@bbcintroducing-@samnahirny-9-684x1024.jpg" alt="" class="wp-image-20678" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Big-Weekend-2024-BBC-Introducing-Artist-Portraits-Credit-@bbcintroducing-@samnahirny-9-684x1024.jpg 684w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Big-Weekend-2024-BBC-Introducing-Artist-Portraits-Credit-@bbcintroducing-@samnahirny-9-200x300.jpg 200w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Big-Weekend-2024-BBC-Introducing-Artist-Portraits-Credit-@bbcintroducing-@samnahirny-9-scaled.jpg 1710w" sizes="(max-width: 684px) 100vw, 684px" /><figcaption class="wp-element-caption">Lavz by Sam Nahirny</figcaption></figure>



<div style="height:58px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Obwohl fast jede Person mit einem Laptop Musik machen und veröffentlichen kann, ist es dennoch fast nie so schwierig gewesen, aus der Masse an Artists hervorzustechen. Wir haben in den UK nicht mehr das Phänomen von Artists wie <strong>Arctic Monkeys</strong> oder <strong>Lily Allen</strong>, die in den Noughties quasi durch <strong>MySpace</strong> über Nacht weltweiten Erfolg erlangt haben. Wir haben aber auch nicht mehr das Novum, das Grime-Musik mit sich gebracht hat, dieser DIY-Ethos, der aus unbekannten Artists wie <strong>Dizzee Rascal</strong> und der nachfolgenden Drill-Generation internationale Stars gemacht hat. Heute läuft eigentlich alles über TikTok (oder für die Älteren, mich eingeschlossen, einen Tag später über Instagram). Aber was hat das für Auswirkungen auf Indie-Künstler*innen? Was heißt das für Artists, die DIY sind, genug Talent haben, aber eben von ganz unten in der breiten Masse anfangen müssen, ohne große Hilfe oder Backup von einem Label?</p>



<p>Was all diese Künstlerinnen aber auch verbindet, ist die Art, in der sie Musik veröffentlicht haben, nämlich über viele Umwege und mit wenig Unterstützung von klassischen Major-Labels. Die Londoner Indie-Künstlerin Lavz steht gerade vor diesem riesigen Berg an Problemen, Fragen, aber auch endlosen Möglichkeiten. Wir haben zuerst im Januar 2025 mit ihr gesprochen und nun nach einem Jahr noch mal eine Art <strong>Vanity Fair</strong>-Check-up à la <strong>Billie Eilish</strong> gemacht, um zu gucken, was in einem Jahr alles so passiert ist. Die Veröffentlichung ihrer neuen EP »<a href="https://itslavz.bandcamp.com/album/kaos-on-saturn">Kaos on Saturn</a>« wollten wir einmal als Anlass nehmen, um zu schauen, wie es ihr persönlich ergangen ist und was es aktuell eigentlich bedeutet, sich als Frau musikalisch zu verwirklichen.<br></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Indie to the Core, aber was bedeutet &#8220;Indie&#8221; heute eigentlich?</strong></h2>



<p>Aber zu Anfang erst mal die wichtigste Frage zum Vokabular: „Indie“ – ein Wort, das in der Musikbranche ähnlich ausgelutscht ist wie „Authentisch“. Zum einen wird damit das Genre Indie-Rock-Musik bezeichnet, in diesem Fall geht es aber um zwei andere Aspekte. Zum einen geht es hier um den Status des Artists an sich: Ist die Person bei einem Label unter Vertrag? Und auch hier gibt es wieder Unterschiede zwischen Major-Labels wie Warner oder Sony oder halbwegs Indie-Labels wie z.B. <strong>AWAL</strong> oder <strong>Human Re Sources</strong>, die einen Vertrag mit Artists wie Little Simz, RAYE oder <strong>CMAT</strong> haben und von Distribution über Management unterschiedliche Pakete anbieten. <br>Die Artists sind dann technisch gesehen noch unabhängig mit einem eigenen Label, bekommen aber eben Hilfe in gewissen Bereichen der Branche. Diese Firmen sind dann wie ein Dienstleister für die Artists und lassen ihnen deutlich mehr Freiheit, als ein Major-Label es tun würde. Allerdings gehören beide Beispielfirmen wiederum zu <strong>Sony Music Entertainment</strong>. Es gibt also schon eine gewisse Verbindung zu den drei Major-Labels, die den globalen Markt beherrschen, aber eben über drei Ecken und nicht direkt.<br><br>Zum anderen gibt es dann Artists wie Lavz, die keinen Distributionsdeal und keinen klassischen Plattenvertrag mit einem Major- oder Indie-Label haben. Lavz ist das, was wir als richtige Indie-Künstlerin bezeichnen würden: Sie produziert, veröffentlicht und vermarktet ihre eigene Musik. Klar gibt es da auch künstlerische Kollaborationen mit Producern und anderen Artists, aber niemanden, der ihr Entscheidungen abnimmt oder sich um das Organisatorische kümmert. <br>2025 hat Lavz sich als „Indie to the Core“ beschrieben, weil ihr die kreative Freiheit als unabhängige Künstlerin wichtiger war als ein Vertrag mit einem Major. Vor allem hat sie damals abgeschreckt, dass Artists bei solchen Labels als „Paket“ vermarktet werden – mit Songs, die dafür gemacht sind, der Masse zu gefallen und dadurch fast ein bisschen abgemildert sind und sich zu ähnlich anhören. Als würde man einen richtig leckeren, frisch gepressten Saft mit Wasser verdünnen. Funktioniert, um Kinder reinzulegen, mehr zu trinken, aber auf Dauer ist das nicht richtig befriedigend.<br></p>



<p>Für Lavz hat sich die Einstellung zum Unabhängig sein etwas geändert, aber vor allem auch, weil der Begriff nicht mehr so greifbar ist wie früher: „Ja, ich denke, ich bin immer noch Indie. Aber dann frage ich mich, was ist heutzutage die Definition von unabhängig? Denn es wird irgendwie so vermarktet, dass man sich abrackert und alles neben dem Leben und den Verpflichtungen jongliert und sein Ding durchzieht.“ Außerdem bemerkt Lavz diese neue Struktur, in der wir leben. Artists haben mittlerweile mehr Möglichkeiten, ihren eigenen Idealen treu zu bleiben und trotzdem Unterstützung von einem Label oder einer Distributionsfirma zu bekommen.</p>



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<iframe title="Lavz - Under The Sun (BBC Introducing at Radio 1&#039;s Big Weekend 2024)" width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/vrWDdtQC_uQ?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
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<div style="height:49px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>6x work – die Romantisierung des abmühenden Künstlers ist gar nicht so wirklich romantisch</strong></h2>



<p>Was sich bei Rihanna noch nach Spaß und Girlboss-Energie angehört hat, ist im richtigen Leben für Künstlerinnen – egal aus welchem Medium – nicht mehr ganz so witzig. Lavz beschreibt es als „abrackern“ und hat diese Work/Life/Art-Balance jahrelang mitgemacht. Als wir zuerst mit ihr gesprochen haben, hat sie freiberuflich als Special-Effects-Technikerin für Musikerinnen gearbeitet. Sie war damit verantwortlich für Special Effects wie Konfetti oder Pyrotechnik bei Konzerten. Dann hat sie noch Workshops für jüngere Menschen, Kinder und Teenager gegeben und ihnen quasi Musik beigebracht: Songs schreiben und zum Teil sogar Musiktherapie. Ganz nebenbei war sie dann selbst noch Künstlerin und hat eigene Musik aufgenommen. Der Job als Technikerin war aber der, der alles andere finanziert hat – eine Tatsache, die große Resonanz findet. <br>Im Januar 2025 war Lavz Ende Zwanzig und spiegelt damit ziemlich perfekt die moderne Hustler-Generation wider: Wir wollen nicht einen Vollzeitjob haben, der alles einnimmt und uns eventuell am Wochenende Zeit lässt, kreativ zu sein – wenn man nicht zu kaputt ist von der Woche oder die kurze Freizeit schon mit sozialen Verabredungen vollgepackt hat, wie Lavz es auch in ihrem Freundeskreis beobachtet. Die Alternative ist es also, Teilzeitjobs zu haben, aber ein Teilzeitjob kann nicht wirklich die enormen Lebenskosten decken. Denn auch London als Stadt ist nicht günstiger als Hamburg oder Berlin. Also muss noch ein Zweit- oder Drittjob her. Immerhin war der von Lavz schon in der Musikszene, aber dabei ging es eben nicht um ihre eigene Musik, sondern die von anderen. Zwischen den vielen Jobs arbeitet man auf einmal also mehr als vorher und hat noch weniger Zeit und – noch wichtiger – Energie, um sich mit der eigenen Musik zu befassen.<br></p>



<p>Für Lavz war das eine der größten Veränderungen dieses Jahr: „[…] ich hatte das Gefühl, dass mir das keinen Raum ließ, an meiner eigenen Kunst zu arbeiten. Und ich habe die negativen Auswirkungen davon gesehen. Eigentlich muss ich Dinge erschaffen, ich muss meinen Lebensunterhalt verdienen. Aber ich muss auch, für meinen eigenen Verstand und meinen Ausdruck, Kunst machen. Was auch immer ich also tue, um mich zu finanzieren, muss mir diesen Raum lassen. Also dachte ich mir Ende letzten Jahres tatsächlich: Weißt du was? Dieses Jahr, 2026, werde ich mir eine kleine Auszeit davon nehmen und mich auf andere Aufträge konzentrieren, die mir den Raum und den Platz geben, das zu tun, was ich liebe. Und ich denke, weil ich ein bisschen Musikpädagogik mache […] das nährt diese Seite von mir, während ich gleichzeitig als Künstlerin aktiv bin. Ich denke also, das ist eher das Spektrum dieses Jahr, wie es für mich aussieht.“ Ein Schritt, der aber auch viel Mut verlangt, weil man das Beständige und Sichere gegen etwas Erfüllendes, aber auch sehr Unbeständiges eintauscht.<br></p>



<p>Wichtig ist auch, dass wir uns in Erinnerung rufen, dass Lavz einen Großteil der Artists widerspiegelt, die Musik veröffentlichen und weniger als tausend Hörer*innen pro Woche oder sogar Monat haben. Wenn man bedenkt, dass Artists pro Stream weit unter einem Cent verdienen und davon häufig noch etwas an Labels, Management &amp; Co. abgeben müssen, ist schnell klar, warum hier niemand davon leben kann. Ein Grund, wieso Artists wie James Blake mittlerweile ihre eigene Streamingplattform gründen, um diesen unfairen Verhältnissen entgegenzuwirken.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>KI – Die Konkurrenz aus der Tiefe</strong></h2>



<p>Eine der wohl größten Veränderungen im letzten Jahr war die Entwicklung mit KI – ein Thema, das wir beim letzten Mal noch gar nicht besprochen hatten, weil es keinen Bedarf gab und scheinbar aus dem Nichts (für alle außerhalb der Tech-Branche) gekommen ist und alles vereinnahmt hat. Die Streaming-Plattform <a href="https://newsroom-deezer.com/2025/04/deezer-reveals-18-of-all-new-music-uploaded-to-streaming-is-fully-ai-generated/"><strong>Deezer</strong></a> veröffentlichte im April letzten Jahres einen Bericht, dass fast 18 % der neu hochgeladenen Inhalte durch KI erstellt wurden, das sind ca. 20.000 Lieder, die komplett durch KI erschaffen wurden. Im Januar des gleichen Jahres waren es nur 10 %. Selbst BBC Introducing, über dessen Reihe wir auch auf Lavz gestoßen sind, hatte auf einmal einen KI-Song im Radioprogramm. <br>Etwas, das Lavz vor allem auch in ihrer Arbeit mit Jugendlichen mitbekommt, weil einer der Teilnehmenden in ihrem Kurs einen KI-Song präsentiert hat: „Ich musste sogar einen meiner Teilnehmer, der KI benutzt, um einfach kleine Songs und so zu machen, sanft in eine andere Richtung lenken. Er hat nichts veröffentlicht, aber es ist einfach so: Oh ja, ich habe einen Song gemacht, und ich denke mir, in meinem Kopf&#8230; Ich denke: Das ist KI […]. Aber wir schreiben den Song hier gemeinsam in diesem Raum. Hier ist das Instrument, mit dem wir arbeiten. Lass uns sehen, wie du zu dem, was schon da ist, etwas beitragen kannst. […] Die Inspiration, die wir daraus ziehen, ist nicht&#8230; sie ist nicht greifbar. Es geschieht durch unsere gelebten Erfahrungen. Durch die Dinge, die wir hören, sehen, als ob wir es fühlen. Eine Maschine wird das niemals können.“</p>



<p>Für Lavz ist das undenkbar und gibt der Szene und Artists aber auch eine neue Chance. Denn da, wo KI nicht punkten kann, nämlich live, haben Artists die Chance, durch Auftritte richtige Emotionen und Verbindungen zu Fans aufzubauen, die zunehmende KI wird laut Lavz: „Nachfrage danach schaffen, dass mehr Menschen gemeinsam in Räumen sind, in Gemeinschaft, und Dinge live erleben und zwar kein Hologramm, sondern die Person steht vor mir. Ich kann den Schweiß auf ihrer Stirn sehen.“ Das bestätigen auch die Touren von den bereits erwähnten Artists: Little Simz und ihre Lotus Tour, bei der die Hälfte der Show auf einmal wie zu einem riesigen Rave wurde, weil Simz am DJ-Pult stand. RAYE, die live »Ice Cream Man« in der Royal Albert Hall performt und uns zum Weinen bringt. <strong>Charli xcx</strong>, die nach Jahren in der Szene endlich ihren Moment hatte und mit brat die Welt erobert. <strong>Doechii</strong>, die uns in ihre »Alligator Bites Never Heal«-Welt eintauchen lässt. <br>Authentische menschliche Erfahrungen, die aber auch wichtige Repräsentationen für Indie-Artists wie Lavz sind: „für Doechii war es eine sensationelle Zeit. Und ich finde, das ist ein guter Bezugspunkt für mich. Das ist eine queere Schwarze Frau. Noch dazu dunkelhäutig. Und sie rockt es total.“ Auch wenn der Weg dorthin zwar deutlich schwieriger ist, sind dies alles Erfolgsgeschichten die jungen Artists zeigen das es andere Wege gibt und es neben der Eintönigen KI-Masse auch noch Platz für Individualität und Einzigartigkeit gibt. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Frausein in einem chaotischen Universum.</strong></h2>



<p>Alles Erfahrungen, zu denen es in Lavz’ Werdegang durchaus Parallelen gibt. Ihre neue EP »Kaos on Saturn« ist inspiriert von der <a href="https://www.youtube.com/shorts/JoXUa61ol_w">Saturn-Rückkehr</a> und den damit verbundenen großen Veränderungen in Lavz’ Leben: „Dein Saturn- Return ist im Grunde der Punkt im Leben, wo es heißt: Okay, so war dein Leben bis jetzt. Als würde das Leben dir die Leviten lesen. Das Universum liest dir die Leviten. Bist du wirklich glücklich mit dem, was du tust? Wie du dich zeigst? Die Dinge, an die du glaubst, harmonisieren die noch mit dir? Es ist irgendwie wie ein großer Check-in, den ich mit mir selbst hatte. Und aus diesen Momenten heraus begannen sich die Songs zu formen. Frausein sieht für mich also so aus: mein authentischstes Ich. Sich zeigen. Ohne Entschuldigung.“ Es ging ihr vor allem auch darum, mit den wiederkehrenden Mustern zu brechen und nicht alles hinzunehmen, wie es kommt. Floskeln wie: „Es ist wie es ist“ oder „Alles hat seinen Grund“ – genau mit dieser Mentalität brechen, den eigenen Rhythmus wiederfinden und vor allem Gleichgesinnte finden und etwas Neues aufbauen.</p>



<p>Geschafft hat sie das vor allem durch viel Reflexion, aber auch durch drastische Schritte: die Sicherheit ihres Jobs zum großen Teil aufgeben und dafür die ganze Energie in die eigene Musik stecken. „Das Leben rief mich einfach dazu auf, bestimmten Dingen Aufmerksamkeit zu schenken und vielleicht ein paar Sachen nicht mehr schleifen zu lassen, die ich bisher ignoriert hatte, oder Dinge anzugehen, die ich vermieden habe.“ Unterstützung hatte sie dabei von langen Weggefährten wie Producer <strong>Hurricane</strong>, der aus dem gleichen Viertel kommt wie sie, aber auch von neuen Bekanntschaften, die sie per Zufall im Studio getroffen hat, wie <strong>David Ariza</strong>, wo der Vibe-Check einfach stimmte und man spontan zusammen einen Song aufnehmen konnte. Eine Erfahrung, die auch nur möglich war, nachdem Lavz ihren Lebenswandel geändert hatte.</p>



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<iframe title="Brand New Day (prod. Hurricane) [Visualiser]" width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/3Xohs-OKI8w?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
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<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Die EP behandelt all diese Themen, die sie schon länger mit sich trägt. Den Anfang macht »Under The Sun«, ein Lied, bei dem Lavz die Morde an <strong>George Floyd</strong> und <strong>Sarah Everard</strong> verarbeitet hat: &#8220;Dabei sollten wir unsere eigene Kraft nicht vergessen und nicht vergessen, auf uns selbst zu achten, während wir gegen diese Dinge kämpfen. Gegen diese Systeme kämpfen. Sogar die Redewendung &#8220;unter der Sonne&#8221; deutet auf diesen Kreislauf hin. Du hast das schon einmal gesehen. Es ist nur anders verpackt.“ Ein ziemlich schwerer Einstieg. Obwohl die EP musikalisch sehr jazzig und fast schon lo-fi angehaucht ist, sollte einen das nicht ablenken von dem, was gesagt wird. <br>Der erste Track bleibt nicht der einzig schwere. Lavz verarbeitet in ihren Songs Beziehungen, die vorbeigehen, weil eine Person sich nicht weiterentwickelt. Auf dem dritten Track »<a href="https://itslavz.bandcamp.com/track/backpack">Backpack</a>« verarbeitet sie dann quasi alles, was vorher passiert ist, und diesen riesigen Ballast, den sie wie einen Rucksack mit sich trägt: „Ich kann nicht mit leichtem Gepäck reisen, wenn ich wortwörtlich all das Zeug mitschleppe, das ich mich weigere loszulassen. Ich möchte zwar weitergehen, aber an diesem Punkt bin ich daran gewöhnt, es zu tragen.“ </p>



<p>Abgeschlossen wird »Kaos on Saturn« durch die Tracks »Brand New Day« und »<a href="https://itslavz.bandcamp.com/track/reside-ft-tori-cross">Reside</a>«. Es geht um neue Chancen, um neue Liebe und darum, neue Energien kennenzulernen.</p>



<p>Wir haben Lavz quasi ein Jahr begleitet, auch mit der EP. Es geht um ihre persönliche Reise, die große Resonanz finden sollte, weil es so viele Parallelen zum eigenen Leben gibt. Es ist sicherlich kein einfacher Schritt, aber Lavz hat ihn getan und sich einmal gefragt, wo sie gerade steht und wo sie eigentlich hinwill. Dafür musste sie Opfer bringen und hat aber auch einiges gewonnen. Sie hat Frausein für sich definiert, und das bedeutet für sie, kompromisslos sie selbst zu sein – in einer Industrie, die das nicht gerade zu schätzen weiß. Aber wer »Kaos on Saturn« hört, wird wissen, dass es sich lohnt. Und für Lavz und auch für uns hat das Jahr gerade erst angefangen. Vielleicht sollten wir uns das alle einmal zu Herzen nehmen.</p>
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		<title>Priorität echt bleiben: nikan über »Fremde« und sein Producer-Alias A9</title>
		<link>https://mostdope.tv/interviews/prioritaet-echt-bleiben-nikan-ueber-fremde-und-sein-producer-alias-a9</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Magnus Menzer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Sep 2024 13:48:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Modebrands zur Seite, Rappershit zur Seite&#8230;&#8221; &#8211; Auf »Fremde« zeigt nikan sich persönlich, politisch und verletzlich wie nie zuvor. Doch nicht nur diese Facette ist neu im musikalischen Kosmos des Düsseldorfers. Seit Juli releast nikan unter dem Alias A9 als Producer und möchte sogar ein ganzes Producer-Tape an den Start bringen. Wir haben ihn auf dem Splash gemeinsam mit seinem Kindheitsfreund Ian exklusiv für euch interviewt, um mehr über seine Beweggründe zu erfahren. Auf »Fremde« öffnest du eine für deine [&#8230;]</p>
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]]></description>
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<p><strong>„Modebrands zur Seite, Rappershit zur Seite&#8230;&#8221; &#8211; Auf »Fremde« zeigt nikan sich persönlich, politisch und verletzlich wie nie zuvor. Doch nicht nur diese Facette ist neu im musikalischen Kosmos des Düsseldorfers. Seit Juli releast nikan unter dem Alias A9 als Producer und möchte sogar ein ganzes Producer-Tape an den Start bringen. Wir haben ihn auf dem Splash gemeinsam mit seinem Kindheitsfreund Ian exklusiv für euch interviewt, um mehr über seine Beweggründe zu erfahren. </strong> </p>



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<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong><strong>Auf »Fremde«</strong> öffnest du eine für deine Diskographie ganz neue inhaltliche Ebene. Woher kam der Impuls, einen derart persönlichen Song zu veröffentlichen?</strong></p>



<p>Mir ist es wichtig, echt zu bleiben in der Musik! Und was ich auf »Fremde« erzähle, ist auf jeden Fall ein großer Teil von meinem Leben: Flucht, das Leben hier und viele Erfahrungen, die damit einhergehen. Am Anfang habe ich mir sehr lange erstmal die Zeit gegeben, um in der Szene anzukommen und mich selbst zu finden. Irgendwann kam dann der Moment, wo ich wusste, okay &#8211;&nbsp; jetzt kann ich darüber sprechen, jetzt fühle ich mich dazu in der Lage. Wir saßen auch sehr lange an dem Song, bis der Punkt kam, dass wir bereit waren, ihn zu veröffentlichen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><strong>Es gab kein Release, das mich bisher so glücklich gemacht hat.&nbsp;</strong></p>
<cite>nikan über seinen Song<em> »Fremde«</em></cite></blockquote>



<p><strong>Würdest du sagen, der Writing-Prozess war schwieriger als bei anderen Songs oder ging das einfach von der Seele runter?</strong></p>



<p>Ich glaube, es war eine gute Mischung. Klar, es gab ein paar Sätze, die waren schon sehr hart. Aber ich fand gar nicht mal das Recorden und Schreiben schwer, sondern vor allem den Song dann meinen Eltern und meinen Freunden zu zeigen. Dafür bin ich sehr froh, wie die darauf reagiert haben und wie ich bis heute noch Nachrichten bekomme. Das zeigt mir einfach, dass ich den Leuten da was gegeben habe und das macht mich unfassbar glücklich. Es gab kein Release, das mich bisher so glücklich gemacht hat.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/nikan-ian-live-muenchen-scaled.jpg"><img decoding="async" width="768" height="1024" data-id="15801" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/nikan-ian-live-muenchen-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-15801" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/nikan-ian-live-muenchen-768x1024.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/nikan-ian-live-muenchen-225x300.jpg 225w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/nikan-ian-live-muenchen-1152x1536.jpg 1152w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/nikan-ian-live-muenchen-1536x2048.jpg 1536w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/nikan-ian-live-muenchen-500x667.jpg 500w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/nikan-ian-live-muenchen-800x1067.jpg 800w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/nikan-ian-live-muenchen-1280x1707.jpg 1280w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/nikan-ian-live-muenchen-scaled.jpg 1920w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/nikan-ian-live-muenchen-770x1027.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/nikan-ian-live-muenchen-1400x1867.jpg 1400w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Foto via Noah Fackelmann (@nhfklmn)</figcaption></figure>
</figure>



<p>&nbsp;</p>



<p><strong>Könntest du dir vorstellen, dass nochmal ein Song in diese Richtung kommt?</strong></p>



<p>In die Richtung kann ich nicht sagen, aber wir wollen auf jeden Fall genauso echt bleiben und wenn wir echt bleiben, wird es immer wieder Themen geben. Ich lebe jetzt schon seit 24 Jahren hier und habe genügend Erfahrungen gemacht, genügend Schmerz, den man mit den Leuten teilen kann</p>



<p><strong>Ian:</strong> Aber auch positive Sachen, die man mit den Leuten teilen kann.</p>



<p>Klar. Wir haben schon immer den Mund aufgemacht, wenn uns etwas nicht gepasst hat und das ändert sich dann auch nicht, wenn man mehr Reichweite hat.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="A9 FEAT. IAN - DUS AIRWAYS (OFFICIAL AUDIO)" width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/WnS7PCW0KO0?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Es kam ja auch ein bisschen überraschend, dass du jetzt unter neuem Pseudonym als Producer releast. Wie kam es zu der Entscheidung?</strong></p>



<p>Ich produziere ja schon extrem lang. Meine ersten Songs habe ich auch komplett selbst produziert.</p>



<p><strong>Ian:</strong> Hast du nicht sogar damit angefangen?</p>



<p>Ja genau, der Anfang war eigentlich so eine Mischung aus produzieren und DJ-Sein, weil ich mich da noch gar nicht getraut habe zu rappen. Das hätte ich meinen Eltern damals gar nicht erzählen können, dass ich jetzt „rappe”.</p>



<p>Auf jeden Fall hatte ich bei allen Songs, die ich später veröffentlicht habe, meine Finger im Spiel bei der Produktion. Mir war immer sehr wichtig, dass ich da entweder Welten vereine oder meine eigene Welt erschaffe. </p>



<p>Dadurch dass wir uns jetzt auch eine sehr lange Auszeit genommen hatten, konnten wir in Ruhe überlegen, was die nächsten Steps sein sollen. Da wurde ziemlich schnell klar, dass wir ein Produzenten-Tape machen wollen. Der Name kommt daher, dass ich in die Zukunft denke und Bock habe, mit <strong>A9 </strong>eine neue Welt zu eröffnen, die nicht nur auf Deutschrap beschränkt ist, sondern auch europaweite bzw. generell internationale Connections möglich macht. Ich habe einfach Bock, mit frischen Leuten im Studio zu sitzen und deren Welt mit meiner zu kombinieren. Dann entstehen immer die geilsten Sachen.</p>



<p><strong>Es sind also noch mehr Kollaborationen geplant?</strong></p>



<p>Auf jeden Fall! Ich musst einfach erstmal mit so einem OG Sample von <strong>Dizzee Rascal </strong>reinstarten. Als nächstes war auch klar, dass <strong>Ian</strong>, mein Kindheitsfreund gefeatured werden muss. Dann kommt noch ein Song mit <strong>Anthony Wills</strong> und wir haben auch schon ein paar andere coole Namen am Start. Da will ich aber mal noch nicht zu viel verraten.</p>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Für mehr von nikan &amp; Ian, folgt ihnen auf Social Media:</strong></p>



<p><strong>nikan</strong> Instagram: <a href="https://www.instagram.com/nikankhm/?hl=de">https://www.instagram.com/nikankhm</a><br><strong>nikan</strong> YouTube: <a href="https://www.youtube.com/@nikankhm">https://www.youtube.com/@nikankhm</a><br><strong>A9</strong> Instagram: <a href="https://www.instagram.com/__angelnine">https://www.instagram.com/__angelnine</a><br><strong>Ian</strong> Instagram: <a href="https://www.instagram.com/wusgoodg">https://www.instagram.com/wusgoodg</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/prioritaet-echt-bleiben-nikan-ueber-fremde-und-sein-producer-alias-a9">Priorität echt bleiben: nikan über »Fremde« und sein Producer-Alias A9</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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		<title>Dizzee Rascal über »Don&#8217;t Take It Personal«, seinen Arbeitsprozess und seine Rolle für Grime</title>
		<link>https://mostdope.tv/interviews/dizzee-rascal-ueber-dont-take-it-personal-seinen-arbeitsprozess-und-seine-rolle-fuer-grime</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Roman Zingel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Feb 2024 11:55:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eigentlich bedarf Dizzee Rascal keiner Einleitung mehr. Wer sich jemals mit Rap aus dem Vereinigten Königreich beschäftigt, wird zwangsläufig über Tracks wie »I Luv U«, »Jus&#8217; a Rascal« oder eben auch »Dance Wiv Me« stolpern. Der East-Londoner bereitete mit seinem eklektischem und unverkennbarem Debüt »Boy In Da Corner« einem ganzen Genre den Weg und etablierte Grime als eigenständige Bewegung in der Musikszene der Insel. Das Album wurde noch in seinem Erscheinungsjahr mit dem renommierten Mercury Prize ausgezeichnet und feierte vor [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/dizzee-rascal-ueber-dont-take-it-personal-seinen-arbeitsprozess-und-seine-rolle-fuer-grime">Dizzee Rascal über »Don&#8217;t Take It Personal«, seinen Arbeitsprozess und seine Rolle für Grime</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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<p><strong>Eigentlich bedarf Dizzee Rascal keiner Einleitung mehr. Wer sich jemals mit Rap aus dem Vereinigten Königreich beschäftigt, wird zwangsläufig über Tracks wie »I Luv U«, »Jus&#8217; a Rascal« oder eben auch »Dance Wiv Me« stolpern. Der East-Londoner bereitete mit seinem eklektischem und unverkennbarem Debüt »Boy In Da Corner« einem ganzen Genre den Weg und etablierte Grime als eigenständige Bewegung in der Musikszene der Insel. Das Album wurde noch in seinem Erscheinungsjahr mit dem renommierten Mercury Prize ausgezeichnet und feierte vor einigen Monaten sein 20-jähriges Jubiläum. Es folgten noch viele weitere, teils kommerziellere, aber auch erfolgreichere Alben.</strong></p>



<p><strong>Doch anstatt sich zur Ruhe zu setzen, ist Dizzee auch heute noch überaus aktiv und veröffentlichte am 9. Februar sein bereits achtes Studioalbum »Don&#8217;t Take It Personal«. Wir hatten im Vorfeld die Chance, ihm dazu per Videocall einige Fragen zu stellen, um herauszufinden, was ihn heute inspiriert und wie er auf die Entwicklung der letzten Jahre zurückblickt.</strong></p>



<p><strong>Das Album kommt am Freitag raus. Wie fühlst du dich?</strong></p>



<p>Es ist an der fucking Zeit. Ich will einfach, dass es jetzt rauskommt, damit ich nicht daran denken muss, dass es rauskommt.</p>



<p><strong>Also, auch wenn es jetzt dein achtes Album ist, ist es nicht nur eine Routine, die du einfach abspielen kannst und das war&#8217;s?</strong></p>



<p>Ja, weil ich es promoten und alles machen musste. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich mir kein Album, das ich gemacht habe, öfter angehört habe als dieses. Ich spiele es tatsächlich und genieße es sehr. Und ich bin nicht jemand, der seine eigene Musik oft hört. Aber dieses Album höre ich mir wirklich gerne an. Es macht Lust darauf, mehr Musik zu machen. Das ist echt gut.</p>



<p><strong>Du hast dich also wieder gut eingelebt. Arbeitest du schon am nächsten Projekt?</strong></p>



<p>Ja, ich habe angefangen, neue Musik zu machen. Auf jeden Fall.</p>



<p><strong>Interessant! Aber jetzt wollen wir uns natürlich auf dieses Projekt konzentrieren. Der Titel »Don&#8217;t Take It Personal« ist durchaus interessant. Was ist die Bedeutung dahinter?</strong></p>



<p>Es sind sehr sensible Zeiten und jeder nimmt alles persönlich. Wir leben in einem Zeitalter, in dem sich alle in Dinge einmischen, die sie nichts angehen, um sie zu kommentieren. Und sie reden darüber, wie empört sie sind. Wenn sie sich um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern würden, würden sie sich nicht aufregen. Das ist es also. &#8220;Nimm&#8217;s nicht persönlich&#8221;. Auch generell, wenn du das Gefühl hast, dass die Leute dich nicht so behandeln, wie du denkst, dass du behandelt werden solltest. Es geht nicht immer um dich, es geht um sie.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="1017" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-02-1024x1017.jpg" alt="Ein wütender Dizzee Rascal mit Handy in der Hand" class="wp-image-13748" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-02-1024x1017.jpg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-02-300x298.jpg 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-02-150x150.jpg 150w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-02-768x763.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-02-1536x1526.jpg 1536w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-02-500x497.jpg 500w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-02-800x795.jpg 800w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-02-1280x1272.jpg 1280w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-02-1920x1908.jpg 1920w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-02-120x120.jpg 120w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-02-770x765.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-02-1400x1391.jpg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-02-125x125.jpg 125w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-02.jpg 2000w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto via RANKIN</figcaption></figure>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Du sprichst auf dem Album offensichtlich einige dieser Themen und Dinge an, die einige Leute vielleicht persönlich genommen haben, aber auch klanglich ist das Album besonders. Es schlägt teils eine neue Richtung ein. Was hat dich in dieser Hinsicht inspiriert?</strong></p>



<p>Als ich anfing, Beats zu machen und zu produzieren, habe ich mich mehr auf Upbeat-Sachen konzentriert. Ich wollte hauptsächlich einfach ein lustiges, leichtes Album machen. Und dann hat es natürlich auch noch andere Teile. Es wird immer ein paar entspannte, eher nachdenkliche Songs geben. Das habe ich schon immer gemacht. Aber ja, ich bin sehr basslastig auf diesem Album, eher die britische Art von Drum-and-Bass-Garage-Basslines. Es klingt sehr britisch.</p>



<p><strong>Es klingt definitiv nach Großbritannien. In der Pressemitteilung zu diesem Album heißt es, dass es deine Interpretation der 90er Raves ist. Inwiefern?</strong></p>



<p>Der Sound von Drum and Bass und Garage war ziemlich genau Ende der 90er, Anfang der 2000er. Aber auch beim Gesamtsound war ich sehr auf Analoges bedacht. Ich weiß, wenn man anfängt, über dieses Zeug zu reden, kommt das nicht bei jedem gut an. Aber ich wollte da raus, dass man alles ganz steril abmischt – also digitales Mixing. Deshalb habe ich mich für Hardware entschieden.</p>



<p>Vieles auf dem Album wurde mit Synthesizern, Kabeln und Dingen wie der Bass Station eingespielt. War es Proteus? Wie heißt das andere? Ich kann mich nicht mehr an die Namen der Keyboards erinnern. Aber Proteus war wie ein Modul, also alte Module und so ein Kram. Ich habe versucht, einen wirklich organischen und analogen Sound hinzubekommen, und in meinem kleinen Studio habe ich alles durch SSL und dann Neve-Kompressoren und all das Zeug geschickt. Dinge, für die ich mich vorher nie interessiert habe. Ich habe mich viel mehr darauf eingelassen. Auch Novation-Keyboards. Ich wollte diesen analogen Sound der 90er Jahre.</p>



<p><strong>Der Sound ist bei einigen Tracks ziemlich ausgefallen, und einer davon ist »Switch and Explode«, der super eklektisch ist und von dir selbst produziert wurde. Bei allem, was darauf passiert, habe ich mich gefragt, wo fängt man mit so einem Beat an, zu produzieren?</strong></p>



<p>(Dizzee steht auf und geht hinüber in seinen Wohnbereich, wo er mir seine Einrichtung zeigt).</p>



<p>Guck mal, hier habe ich den gemacht. In der Küche, während die Beerdigung der Queen lief. Der Name des aktuellen Beats ist »Full Coverage«, weil sie in voller Länge gespielt haben. Es war die volle Berichterstattung über die Beerdigung der Queen. Das habe ich also gemacht, bevor ich den Song überhaupt aufgenommen habe. Ich habe also diesen Beat und »POV« am gleichen Tag gemacht. Die Prozession lief durch West London und all das in der Nähe von meinem Haus. Ich habe immer gedacht, es ist ein bisschen peinlich, das zu sagen, oder komisch, ich weiß. (beide lachen)</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="785" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-03-785x1024.jpg" alt="Dizzee Rascal, wie er verrückt in die Kamera guckt und sich an den Kopf greift" class="wp-image-13746" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-03-785x1024.jpg 785w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-03-230x300.jpg 230w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-03-768x1002.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-03-1177x1536.jpg 1177w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-03-500x652.jpg 500w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-03-800x1044.jpg 800w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-03-1280x1670.jpg 1280w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-03-770x1005.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-03-1400x1826.jpg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-03.jpg 1533w" sizes="(max-width: 785px) 100vw, 785px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto via RANKIN</figcaption></figure>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Der Song hört sich nicht so an, als wäre das die Situation gewesen.</strong></p>



<p>Ich habe nicht gesagt, dass es der Soundtrack ist. Das war, was ich gerade getan hab’, ich hatte das im Hintergrund und habe ihn gespielt. Damit habe ich einfach angefangen. Ich mag Splice wirklich (Anm. d. Red.: Splice ist eine cloudbasierte Plattform, die vor allem als Sample-Bibliothek genutzt wird). Ich denke, es ist sehr nützlich. Um ehrlich zu sein, habe ich das alles vielleicht mit Splice gemacht. Ich habe einfach die Sounds gefunden. Das ist es, was ich an Ableton liebe. Es ist so einfach, Dinge zu schneiden und zu sampeln, sie zu platzieren und zu manipulieren und mit ihnen das zu tun, was man will. Es gibt eine Menge cooler Sounds.</p>



<p>Das Einzige ist, dass die Sounds manchmal etwas dünn klingen, aber dafür habe ich ja die Kompressoren und Equalizer und das Mischpult, um sie aufzuwärmen und sie größer und fetter klingen zu lassen. Sie klingen dann nicht mehr so wie im Schlafzimmer. Und dann auch das Mastering, das Finden des richtigen Masters und all das. Einige dieser Stücke wurden so oft neu abgemischt, aber das ist nun mal so. Ich habe einfach versucht, all die verschrobenen Sounds zu verwenden und sie zusammenzufügen. Ich hatte einfach nur Spaß und wusste nicht, was es werden würde.</p>



<p><strong>Es gibt also keine Formel dahinter? Du nimmst einfach alles, von dem du denkst, dass es zusammenpassen könnte, und überlegst dir dann einen Weg?</strong></p>



<p>Das bin ich im Allgemeinen. Ich schreibe nie Songs über etwas. Normalerweise fängt es mit einem Beat an, und vielleicht habe ich nicht einmal einen Refrain oder ein Thema. Ich lege einfach los. Wenn mich also der Beat anspricht, fange ich einfach wo auch immer an. Ich murmle vor mich hin und finde ein Reimschema, bevor ich überhaupt Worte eingefügt habe, wie bei einem Puzzle. Jeder Song ist wie ein Puzzle. Es ist, als würde man ein Puzzle zusammensetzen, von dem man das Bild noch nicht gesehen hat, und dann einfach wissen, wann man aufhören muss.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="Dizzee Rascal - Switch and Explode (Official Music Video)" width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/Xvp--0m_zvA?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Dieses Puzzle fügt sich manchmal recht gut zu einem Gesamtbild zusammen. Einer der Tracks mit einem klareren Konzept ist wahrscheinlich »How Did I Get So Calm«. Für mich ist dieser Song auch eine Reflexion über das Älterwerden und das Erwachsenwerden.</strong></p>



<p>Und es zu akzeptieren.</p>



<p><strong>Bist du schon da? Hast du es akzeptiert?</strong></p>



<p>Ja, 100%. Ich denke, das war bei diesem Album sogar noch wichtiger. Ich höre immer von allen, dass ich zurückkehren soll. Das geht vielen Künstlern so, vor allem, wenn es um ihr erstes oder ihr früheres Material geht. Alle wollen, dass sie dahin zurückkehren. Also bin ich in dem Sinne zurückgegangen, dass ich einen Großteil dieses Albums produziert habe. Ich habe viele meiner anderen Alben produziert, aber ich wollte unbedingt, dass dieses Album mich heute widerspiegelt. Vor allem in den Dingen, die ich gesagt habe, so dass es, wenn ich es mir in 5 oder 10 Jahren anhöre, wie ein Schnappschuss dessen ist, wo ich heute war.</p>



<p><strong>Dein letztes Album »E3 AF</strong><strong>«</strong><strong> hat sich in gewisser Weise auch wie eine Rückkehr angefühlt, aber inwiefern hat sich das in Bezug auf deine Herangehensweise bei der Produktion dieses Projekts geändert?</strong></p>



<p>Ich glaube, bei »E3« habe ich nicht so viel produziert. Bei diesem Projekt habe ich die Hälfte produziert, definitiv die Hälfte. Lass mal sehen. Ich habe »POV« komplett produziert, »Switch And Explode«, »Calm«, »Keep That Same Energy«.</p>



<p><strong>»London Boy«.</strong></p>



<p>Ja, »London Boy« komplett. Und dann habe ich »Tell Me About It« und »Stay in Your Lane« mitproduziert. Das ist also mehr als die Hälfte davon. Es gibt mehr meiner Einflüsse als auf »E3 AF«. Da habe ich vielleicht 3 oder 4 produziert. Darum ging es mir.</p>



<p><strong>In gewisser Weise klingt es auch ein bisschen experimenteller.</strong></p>



<p>Ich glaube, bei »E3« ging es mehr um Rap oder Hip-Hop. Das hier hat ein bisschen mehr von dem Dance-Element an sich. Ziemlich genau fünf dieser Tracks habe ich gerade erwähnt. Die sind alle um die 144 bpm oder so.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="667" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-04-1024x667.jpg" alt="Dizzee Rascal von etwas weiter weg mit offenen Armen" class="wp-image-13750" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-04-1024x667.jpg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-04-300x195.jpg 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-04-768x500.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-04-1536x1001.jpg 1536w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-04-500x326.jpg 500w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-04-800x521.jpg 800w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-04-1280x834.jpg 1280w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-04-1920x1251.jpg 1920w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-04-770x502.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-04-1400x912.jpg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-04.jpg 2000w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto via RANKIN</figcaption></figure>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Du hast immer betont, dass Dance ein wichtiges Element im Hip Hop und auch Grime ist. Gilt das heute immer noch? Ist das etwas, zu dem die Leute deiner Meinung nach zurückkehren?</strong></p>



<p>Ich habe einfach für mich persönlich gefühlt. Es ist nicht einmal immer so, dass ich Dance machen will. Ich entdecke einfach diese Genres, besonders Drum and Bass. Ich denke, die sind die Besten, was die Sounds angeht, die sie verwenden. Gestern habe ich im Auto <strong>Bou</strong> gehört und habe mir all diese Tracks auf Spotify gegeben. Einige der Sounds und Synthesizer und die Art und Weise, wie sie verwendet werden. Du musst dir mal einen Song namens <a href="https://www.youtube.com/watch?v=aUURI3SuWP0">»Nan Slapper«</a> anhören.</p>



<p><strong>Okay. (beide lachen)</strong></p>



<p>Ich weiß, es klingt verrückt, aber die Bassline darauf klingt wie ein böses wissenschaftliches Experiment, wenn diese Bassline wie nirgendwo sonst droppt. Ich sehe niemand anderes, der das hinbekommt. Und das, ohne dass es so abwegig ist, dass man es nicht will oder dass es zu schräg ist. Es ist immer noch organisiert. Die klangliche Qualität, die Drum and Bass und viele Garage-Sounds hatten, schätze ich jetzt, wo ich älter bin, noch mehr. Der Einbezug dieser Sounds macht die Dinge für mich einfach viel interessanter. Deshalb habe ich mich bei diesem Album wohl auch mehr damit beschäftigt.</p>



<p><strong>Man kann diese Einflüsse ganz klar heraushören. Ich würde aber gerne auf »How Did I Get So Calm« zurückkommen. Es gibt da eine interessante Zeile. Du sagst: „Wieso habe ich mich wie 40 gefühlt, obwohl ich erst 30 war?“ Konntest du diese Frage schon beantworten?</strong></p>



<p>Ja, ich wusste es schon, als ich es gesagt habe. Es liegt einfach daran, dass ich ziemlich jung so bekannt wurde. Aber dann war ich in der Lage, mich in eine Position zu bringen, in der ich eine Menge Verantwortung hatte. Es gab Vorschüsse, Zeitpläne und so einen Scheiß, den viele Leute nicht erreichen, bis sie in ihren 40ern, späten 50ern sind.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p></p>



<p>How did I feel like 40 when I was only 30?</p>
<cite>»How Did I Get So Calm«</cite></blockquote>



<p><strong>Die 40er sind quasi die nächste Ära, in die du eintrittst. Du wirst ja dieses Jahr 40.</strong> <strong>Fühlst du dich jetzt mehr deinem Alter entsprechend?</strong></p>



<p>Manchmal, körperlich schon. Manchmal bin ich müde, oder ich habe Rückenschmerzen und so einen Scheiß. Oder meine Kinder nerven mich zu Tode und ich bin einfach kaputt. (lacht) Aber ich weiß nicht, ich war gestern Abend mit jemandem unterwegs. Ich habe <strong>Eliza Rose</strong> getroffen, ganz zufällig bei einer Party getroffen. Sie hat diesen Song <a href="https://www.youtube.com/watch?v=KtGFByAJRQQ">»The Baddest Of Them All«</a> mit Interplanetary DJs gemacht.</p>



<p>Ich ging zu einem Typen namens <strong>LZee</strong>, der das Musikvideo gedreht hat. Er hat mich dorthin eingeladen, aber es war nur ein Haufen 20-Jähriger. Und ich hab’ zu ihr gesagt, dass ich mich dort wie ein alter Onkel fühle. Sie meinte: „Nein, Mann, du alterst nicht so.“ Und ich dachte darüber nach. Ich sehe das auch so.</p>



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<iframe title="Dizzee Rascal - How Did I Get So Calm (Official Video)" width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/aSWLJUIQMvA?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" allowfullscreen></iframe>
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<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Auf dem Album sind eine Menge lokaler Legenden wie P Money, D Double E und viele bekannte Künstler aus deiner Gegend und London im Allgemeinen vertreten. Aber welche jüngeren Künstler, die nicht auf diesem Album vertreten sind, hörst du derzeit?</strong></p>



<p>Oh, okay. Wie ich schon sagte, <strong>LZee</strong>. Ich mag <strong>Kwengface </strong>total. Ich habe gerade angefangen, <strong>Nemzzz</strong> aus Manchester zu hören. Ich liebe die Beats, die er benutzt. Ich mag den Sound seiner Musik. Das sind nur ein paar Namen.</p>



<p><strong>Es gibt also keine große Kluft zwischen der jüngeren und der älteren Generation, wenn man so will?</strong></p>



<p>Nein. Ich bin nicht mehr dem Punkt, an dem ich als erstes von Newcomern höre. Aber wenn ich es mitbekomme und tatsächlich anhöre, fühle ich es normalerweise.</p>



<p><strong>Es war interessant, das <a href="https://www.youtube.com/watch?v=Tyt1Dv0j2Js&amp;t">Interview zu sehen, das du mit Kwengface gemacht hast,</a> und die Kommentare zu lesen. Die Leute haben gesagt, dass es da eine kleine Lücke gibt.</strong></p>



<p>Fast 20 Jahre liegen zwischen uns! Das ist schon ein bisschen verrückt, weil wir alle aus demselben Ort kommen, aber man merkt gar nicht, wie unterschiedlich es ist. Ich sehe seinen Onkel oft beim Training und plaudere mit ihm. Er ist ein bisschen älter als ich, aber er gehört irgendwie zu meiner Generation. Es gibt Dinge, die wir mögen und über die wir reden, die Kwengface nicht verstehen wird.</p>



<p><strong>Aber es ist schön, dass du dir seine Musik trotzdem anhörst. Wenn es um die alte Generation und lokale Gegenden und Wahrzeichen geht, ist »What You Know About That</strong><strong>«</strong> <strong>ein </strong><strong>ziemlich wichtiger Song, in dem du all diese Orte aufzählst. Warum ist es so wichtig, über diese Dinge Bescheid zu wissen?</strong></p>



<p>Genauso wie wir so viel über die Bronx wissen und die ganze Geschichte, die sich dort zugetragen hat. Es ist unsere Version, vor allem da, wo das Vereinigte Königreich ziemlich einflussreich war. Musikalisch gesehen ist Drum and Bass gerade wieder in aller Munde. Auch Garage macht sein eigenes Ding. Grime ist fest etabliert und sogar britischer Drill hat amerikanischen Drill beeinflusst. All diese Sachen, auf die <strong>Pop Smoke</strong> aufgesprungen ist. Er war im Begriff, der größte Artist der Welt zu werden. Das war eine britische Variante einer ursprünglich amerikanischen Sache, genauso wie bei Garage. UK-Garage war auch eine Adaption von Chicago-House, aber es hatte seine eigene Identität. Es war also gut, das zu zeigen. Diese Orte, die ich erwähnt habe, waren auch ein Markenzeichen für Garage und Drum and Bass. Wir haben diese Orte gemeinsam genutzt. Wenn man sich die Kommentare anschaut, gibt es Leute, die diese Orte besucht haben, mit Grime aber überhaupt nichts am Hut hatten.</p>



<p><strong>Ich nehme an, das sind auch die Orte, an denen du damals angefangen hast, als DJ zu arbeiten, oder?</strong></p>



<p>Es war mehr zu der Zeit, als ich ein MC war. Na ja, einige von ihnen waren, als ich ein DJ war, einige der Piratensender.</p>



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<iframe title="Dizzee Rascal - What You Know About That feat. JME &amp; D Double E (Official Music Video)" width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/OWARoFa9Pzw?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" allowfullscreen></iframe>
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<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Du warst die ganze Zeit bei all diesen Entwicklungen dabei. Grime und vor allem Drill sind heute auf einem viel größeren Level als vielleicht vor 10 oder 15 Jahren. Was ist eine Entwicklung, die du miterlebt hast, die dem Genre am meisten geholfen hat, und was ist eine Sache, von der du kein so großer Fan bist?</strong></p>



<p>Das ist eine gute Frage, Mann. Das Internet und die sozialen Medien haben uns sehr geholfen. Das Gatekeeping-Element gibt es nicht mehr so sehr. Den Leuten steht es frei, ihre eigenen Sachen zu veröffentlichen. Natürlich müssen sie einen Vertrieb finden, aber sie müssen sich erst einmal selbst bekannt machen. Das hat geholfen. Das Gleiche ist aber auch ärgerlich, denn manchmal muss man nicht hören oder sehen, was die Leute über das eigene Zeug denken. Ich habe Künstler gesehen, die wegen des Kommentarbereichs auf YouTube sehr gestresst waren. Das haben wir alle irgendwann mal, aber zumindest bin ich älter, also bin ich alt genug dafür.</p>



<p>Meine Musik kam vor YouTube raus. Die Top-Kommentare waren ein Thema, als ich mit einem anderen jüngeren Künstler zusammen war. Er meinte: „Oh, es ist bei den Top-Kommentaren,“ und so weiter. Ich habe dieses Konzept nicht verstanden. Aber er ist jünger, also wächst er in einer anderen Zeit auf, und das ist ein Hindernis. Wäre das ganze Zeug schon draußen gewesen, hätte ich vielleicht bei <a href="https://www.youtube.com/watch?v=YH0KWX2a8zY">»I Luv U«</a> aufgehört. Denn zu der Zeit, als der Song rauskam, war er so abgefahren und so verrückt, dass die Meinung der Leute darüber mich vielleicht zum Nachdenken gebracht hätte. Oder »Boy In Da Corner&#8221;. Nicht alle haben dieses Album geliebt, als es herauskam. Es gab Momente, da dachten die Leute, das wäre Autounfall-Musik. Was zum Teufel ist das? Das ist doch Scheiße. Das gab es auch oft. Vielleicht hätte ich mir das zu Herzen genommen, wenn ich es schriftlich auf meinem Handy gesehen hätte.</p>



<p><strong>Es ist komisch, das zu hören mit dieser zeitlichen Distanz, denn jetzt hat man das Gefühl, dass sich alle auf dieses Album einigen können. Aber eine andere Ära deiner Musik, über die sich nicht alle einig sind, ist die Zeit, als du all diese großen Dance-Songs mit Calvin Harris und Co. gemacht hast. Mit welchem Popkünstler oder -künstlerin hättest du damals gerne zusammengearbeitet, bist aber nie dazu gekommen?</strong></p>



<p>Oh, das ist eine gute Frage. Um ehrlich zu sein, ich weiß es nicht. Ich bin eigentlich ganz zufrieden damit, wie es gelaufen ist. Aber was die Popkünstler angeht, die ich immer bewundert habe – und ich sehe sie als Maßstab dafür, wie man sich über die verschiedenen Epochen hinweg neu erfindet – ist <strong>Madonna</strong>. Wenn man ihre Karriere betrachtet und weiß, wie sie das in großem Stil und auf recht glaubwürdige Weise geschafft hat. Selbst jetzt, wo sie zurückkommt und ihren ersten Top-20-Song seit 15 Jahren oder so hat. (Anm. d. Redaktion: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=K6WCcBP4lSs">»Popular«</a> mit The Weeknd und Playboi Carti ist im UK auf Platz 10 gechartet) Ich habe das Gefühl, sie ist der Maßstab. Seit wie vielen Jahrzehnten ist sie schon relevant?</p>



<p><strong>Ich schaffe es gar nicht mehr, mitzuzählen.</strong></p>



<p>Das ist es halt. Es gibt so viele ikonische Momente aus dieser Zeit mit verschiedenen Stilen. Die meisten Leute würden nicht erwarten, das von mir zu hören, aber alles von »Human Nature« bis zu fucking &nbsp;»Evita«. Oder auch »Like A Prayer«. Jedes Mal, wenn sie im Fernsehen auftauchte, war es etwas Großes, wie mit »Don&#8217;t Cry For Me Argentina«. Nicht, dass ich diese Lieder mag, aber ich respektiere sie. Und jetzt bin ich in der Branche und verstehe, was es einem abverlangt. Damals hat sie Filme für Musikvideos gedreht und ist damit weltweit viral gegangen, bevor es einfacher war, dies über die sozialen Medien zu tun, manchmal auch aus Versehen. Verstehst du, was ich damit sagen will?</p>



<p><strong>Auf jeden Fall.</strong></p>



<p><strong>Beyoncé </strong>hat sich auch gut geschlagen. Natürlich hätte ich gerne ein paar Songs mit Beyoncé oder <strong>Rihanna </strong>oder so gemacht. Aber nein, ich bin wirklich froh, dass ich mit <strong>Calvin Harris </strong>gearbeitet habe. Einfach zu sehen, wie viel er arbeitet und wie weit er es gebracht hat. Es ist wirklich verrückt. Und je mehr er macht, desto mehr habe ich das Gefühl, dass ich verdammt nochmal richtig lag. (beide lachen) Ich mag das. Man sollte ihn wirklich erwähnen werden, wenn man bedenkt, dass er Produzent, Autor, Sänger, Künstler, all das ist. Er ist einer der produktivsten Produzenten vielleicht aller Zeiten. Er hat es nur in kürzerer Zeit geschafft, und die Leute haben ihre Meinung darüber, was sie für gute Musik halten, oder was auch immer. Aber sein Rap-Sheet ist verrückt. Wenn du es einfach auf Spotify nachsiehst – das ist abgefahren. Ich bin mir sicher, dass nur jemand wie <strong>Max Martin </strong>(Anm. d. Red.: ein schwedischer Songwriter)<strong> </strong>so viele Hits hat wie er haben könnte, wenn wir mal ganz ehrlich sind.</p>



<p><strong>Er ist definitiv einer der größten Künstler dieser Generation. Um aber auf dich zurückzukommen – in einem <a href="https://www.laut.de/Dizzee-Rascal/Interviews/Ich-bin-eher-Produzent-als-Rapper-06-10-2004-246">älteren Interview mit Laut.de,</a> das war ungefähr zu der Zeit, als »Showtime« herauskam, hast du einmal gesagt, dass du kein Rapper bist, sondern hauptsächlich ein Produzent. In <a href="https://www.nme.com/big-reads/dizzee-rascal-cover-interview-2020-e3-af-2761243">einem Interview mit NME</a> zu »E3 AF« hast du gesagt, du bist ein „fucking serious rapper“. Das ist eine ziemlich interessante Veränderung. Was denkst du, wo du mit diesem Album stehst?</strong></p>



<p>Jetzt ist es ein Gleichgewicht. Ich habe nicht als Rapper angefangen, denn ich habe eigentlich gelernt, auf Drum and Bass zu spitten. Ich habe keinen richtigen Hip-Hop gelernt. Aber ich denke, im Großen und Ganzen ist es Rappen. Nach »Tongue n&#8217; Cheek« habe ich mit dem Produzieren ganz aufgehört. Erst mit der »Don&#8217;t Gas Me« EP von 2017 habe ich wieder angefangen. Das war quasi, um neu zu lernen und es wieder bis zu diesem Punkt aufzubauen. Jetzt würde ich sagen, ich bin 50/50, aber wahrscheinlich immer noch mehr Rapper als Produzent. Ich habe die Hälfte der Tracks produziert oder ein bisschen mehr, aber ich habe auf allen gerappt.</p>



<p><strong>Fair. Die Rechnung geht auf.</strong></p>



<p>Math is mathing. (beide lachen)</p>



<p><strong>Herzlichen Dank! Ich bin neugierig, wohin du als nächstes gehen wirst.</strong></p>



<p>Jederzeit, Mann.</p>



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		<title>Stormzy &#8211; Der Mann, der Englands Musikszene umgekrempelt hat</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Matthi Hilge]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Jul 2020 13:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Blinded by your Grace]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Michael Omari alias Stormzy ist im Süden Londons großgeworden und damit inmitten des Hauptgeschehens des Grimes, einer roughen und düsteren Musikrichtung mit Einflüssen aus Jungle, Dancehall und Hiphop. Zwar hatte es in den 2000ern in Form von bspw. Wiley oder Dizzee Rascal schon einige kommerziell erfolgreiche Künstler aus dieser Szene gegeben, doch größtenteils spielte sich das meiste im Untergrund ab. Dass Grime-Künstler heutzutage Dauergäste in den UK-Charts sind und regelmäßig Musikpreise abräumen, liegt zu großen Teilen auch an Stormzy. Er [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/spotlights/stormzy-der-mann-der-englands-musikszene-umgegraben-hat">Stormzy &#8211; Der Mann, der Englands Musikszene umgekrempelt hat</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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<p><strong>Michael Omari alias Stormzy ist im Süden Londons großgeworden und damit inmitten des Hauptgeschehens des Grimes, einer roughen und düsteren Musikrichtung mit Einflüssen aus Jungle, Dancehall und Hiphop. Zwar hatte es in den 2000ern in Form von bspw. Wiley oder Dizzee Rascal schon einige kommerziell erfolgreiche Künstler aus dieser Szene gegeben, doch größtenteils spielte sich das meiste im Untergrund ab. </strong></p>



<p>Dass Grime-Künstler heutzutage Dauergäste in den UK-Charts sind und regelmäßig Musikpreise abräumen, liegt zu großen Teilen auch an Stormzy. Er kam 2014 durch seine »Wicked Skengman«-Reihe zu lokaler und 2015 mit dem »Shut Up«-Video zu internationaler Bekanntheit und wurde dann rasend schnell von Jahr zu Jahr größer. Von dem ersten independent veröffentlichten Nr. 1 Grime-Album der Geschichte (2017) bis hin zum Headlinen von Glastonbury 2019 als erster schwarzer britischer Rapper – Stormzy brachte sich und die Grime-Kultur in die Mitte von Großbritannien und hat dort mittlerweile einen weitaus größeren Status als „nur“ ein Künstler zu sein.</p>



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<iframe title="Stormzy - Blinded by Your Grace, Pt. 2 (Glastonbury 2019)" width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/DxsjQ967kV8?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe>
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<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Durch seine fortwährenden und unverblümten Statements mit Blick auf die Regierenden ist er längst auch zur politischen Stimme geworden, sein Wort hat Gewicht. Die Time kürte ihn 2019 zu einem der Next Generation Leader &#8211; und das alles mit nun gerade mal 27 Jahren.</p>
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