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	<title>Yo Gotti Archive - Mostdope</title>
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	<title>Yo Gotti Archive - Mostdope</title>
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		<title>New Kung Fu Kenny: Kendrick Lamar releast »Mr. Morale &#038; The Big Steppers«</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nico Maturo]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 May 2022 13:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Um euch einen Einblick in die Gedankenwelt von Kendrick zu verschaffen wird in dieser Ausgabe des Soundcheck jeder Song für sich betrachtet. Dabei ist zu sagen, dass dies nur eine kurze Betrachtung ist, die keinesfalls den Song als Ganzes abbilden oder gar analysieren kann. Knapp 5 Jahre ist es nun her, dass Kendrick Lamar sein fast schon legendäres Album »DAMN.« releast hat. Im August 2021 kündigte er dann über die eigens erstellte Webpage oklama.com sein nächstes Release und damit den [&#8230;]</p>
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<p><em>Um euch einen Einblick in die Gedankenwelt von Kendrick zu verschaffen wird in dieser Ausgabe des Soundcheck jeder Song für sich betrachtet. Dabei ist zu sagen, dass dies nur eine kurze Betrachtung ist, die keinesfalls den Song als Ganzes abbilden oder gar analysieren kann.</em></p>



<p><strong>Knapp 5 Jahre ist es nun her, dass Kendrick Lamar sein fast schon legendäres Album »DAMN.« releast hat. Im August 2021 kündigte er dann über die eigens erstellte Webpage <a href="https://oklama.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">oklama.com </a>sein nächstes Release und damit den Abgang von seiner langjährigen Labelheimat Top Dawg Entertainment an. Eben dieses erschien nun am Freitag in Form eines Doppelalbums mit jeweils 9 Songs – welche die wohl persönlichsten seiner Karriere sind.</strong></p>



<p>Über das Privatleben von <strong>Kendrick Lamar</strong> war bisher nie viel bekannt. Weder in Songs noch in Interviews hat der 34-Jährige sonderlich viel von sich als Person preisgegeben. Das dies auf »Mr. Morale &amp; The Big Steppers« anders sein wird, hat sich bereits bei der Veröffentlichung des Covers abgezeichnet. Denn das von <strong>Renell Medrano</strong> – eine New Yorker Fotografin, welche bereits mit Musikgrößen wie <strong>Jay-Z</strong> oder Modemarken wie <strong>Prada </strong>zusammengearbeitet hat – geschossene Foto hat die Geburt von Kendricks zweiten Kind publik gemacht und strotzt nur so vor Symboliken. Die ramponierte Wand, die stillende Mutter, der in den Fokus gerückte Kendrick mit Kind auf dem Arm, Waffe in der Hose und einem iced-out Rosenkranz auf dem Kopf &#8211; allein das bietet viel Raum zur Interpretation.</p>



<h3 class="wp-block-heading">United in Grief</h3>



<p>Abseits vom Cover wird gleich auf dem ersten Song deutlich wie persönlich »Mr. Morale &amp; The Big Steppers« ist, denn im Intro des Songs ist <strong>Whitney Alford</strong> – Kendricks Verlobte, welche auch auf dem Cover abgebildet ist – zu hören, die ihn auffordert: „Tell them the truth“. Auf dem Song verarbeitet er dann verschiedenste Themen wie Therapiebesuche, die Unfähigkeit sich an Materiellem zu erfreuen, Familienprobleme und auch die Untreue gegenüber seiner Verlobten.</p>



<p>Hier zeigt sich wie voll von musikalischen Ideen und Ansätzen das Album ist. Stakkato Akkorde und rückwärts gespielte Drums wechseln sich im Laufe des Songs mit einem hektischen Break und sanften Streichern ab. Gleich sieben Produzenten waren hier am Werk, beispielsweise Kendrick selbst und TDE-Hausproducer <strong>Sounwave</strong>, der unter anderem die Hits »Bitch Don&#8217;t Kill My Vibe« und »Poetic Justice« mitproduziert hat.</p>



<h3 class="wp-block-heading">N95</h3>



<p>Bereits im September 2020 wurde Kendrick beim Dreh eines Musikvideos gesehen, dieses sollte dann aber erst am 14.05.2022 – einen Tag nach Albumrelease – erscheinen. Das Musikvideo zu »N95« greift ebenfalls eines der Themen aus dem Coverart auf. Denn in einigen Sequenzen ist Kendrick zu sehen, wie er in einer Pose schwebt, die Jesus am Kreuz ähnelt, während er auf dem Cover eine Dornenkrone trägt. Auch hier sind unzählige weitere versteckte Querverweise und Referenzen eingebaut. Gleich in den ersten Sekunden wird aber bereits klar: „This Shit Hard“</p>



<p>Im Song spricht Kendrick über die großen Diskussionen unserer Zeit, wie die Covid-19 Pandemie – der Titel des Songs bezieht sich auf N95 Masken, welche ähnlichen Standards folgen wie die in Europa gebräuchlichen FFP2 Masken. Darüber hinaus schneidet er Themen wie Cancel Culture, Verschwörungstheorien und Fake Streams an und fordert im ersten Part auf, all das abzulegen.</p>



<p>Diesen Inhalt präsentiert er mit einem regelrechtem Maschinengewehrflow. Der passende trappige Soundteppich geht straight nach vorne und ist ein echter Banger. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass sich unter den vier beteiligen Producern Hitgarant <strong>Boy1da</strong> und Kendricks jüngerer Cousin <strong>Baby Keem</strong> befinden, der auch im Video zu sehen ist,</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="Kendrick Lamar - N95" width="1170" height="878" src="https://www.youtube.com/embed/zI383uEwA6Q?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Worldwide Steppers</h3>



<p>Auf »Worldwide Steppers« reflektiert Kendrick die letzten fünf Jahre, die er weitestgehend abseits von Kameras und Medienrummel gelebt hat. Anscheinend erlebte er in dieser Zeit eine längere Schreibblockade und sogar körperliche Gebrechen &#8211; offensichtlich aber auch eine Art spirituelle Erleuchtung. Am meisten dürfte ihn sicherlich die Geburt seiner beiden Kinder beeinflusst haben, über welche er ebenfalls spricht. Auch hier greift er wiederholt die Untreue gegenüber seiner Verlobten auf und bezeichnet sie sogar als Sucht. Insbesondere spricht er hier über seine Verhältnisse zu weißen Frauen. Insgesamt kommt »Worldwide Steppers« sehr selbstkritisch daher. Beispielsweise greift Kendrick einen Vorfall auf, bei dem während einer Charity Aktion des Labels Essen verteilt wurde, das Herz und Kreislauf schädigen konnte.</p>



<p>Der Song wirkt soundtechnisch fast wie eine Spoken-Word-Nummer und das Instumental von dreien der TDE-Hausproduzenten klingt fast wie aus einem alten Tonbandgerät. Die gedämpften Pianoakkorde untermalen perfekt den Redeschwall von Kendrick.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Hard</h3>



<p>Auf der vierten Anspielstation der Platte lassen sich auch die ersten Gastparts finden. So steuern der 2020 XXL-Freshman-Class-Member <strong>Blxst </strong>und die begnadete Sängerin <strong>Amanda Reifer</strong> jeweils einen Chorus bei und unterstützen Kendrick dabei, sich weiter selbst zu reflektieren. Auch auf »Die Hard« findet die Beziehung zu Kendricks Verlobter einen großen Platz. Er stellt sich die Frage, ob er sich vollends öffnen kann und kämpft mit der Angst davor verurteilt zu werden. So singt er: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Can I open up? Is it safe or not? I&#8217;m afraid a little, you relate or not?</p>
</blockquote>



<p>»Die Hard« kommt wie eine eher ruhige R&#8217;n&#8217;B Ballade daher und birgt definitiv großes Radiopotential. Auch hier war wieder ein ganzes Team aus Produzenten am Werk. Beispielsweise <strong>FNZ</strong>, welcher unter anderem an »<a href="https://www.youtube.com/watch?v=YvkHPdsjQQs" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Lemon Pepper Frestyle</a>« vom <strong>Drake </strong>und <strong>Rick Ross</strong> beteiligt war.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Father Time</h3>



<p>Im Intro zu »Father Time« ist eine Konversation zwischen Kendrick und Whitney zu hören, in welcher er ihre Versuche ihn zu einer Therapie zu überreden mit den Worten „Real n**** need no therapy, fuck you talkin&#8217; about?“ abschmettert. Der Song handelt von den Problemen die Kendrick mit seinem eigenen Vater hatte und den daraus resultierenden „Daddy Issues“. An dieser Stelle spielt toxische Maskulinität, welche über Generationen weitergegeben wurde, eine besonders große Rolle. So rappt Kendrick „Daddy issues made me lеarn losses, I don&#8217;t take those well. Momma said, &#8220;That boy is exhausted,&#8221; he said, &#8220;Go fuck yourself&#8221;“. Auch thematisiert er den Beef von Drake und<strong> Kanye West</strong> und wie eben dieser ihm seine eigenen Egoprobleme aufgezeigt hat.</p>



<p>All das geschieht über fast schon versöhnlich klingende Pianosamples, reversed Vocalsamples und klassischen Hip-Hop Drums, welche bis zum Anschlag mit einem Bitcrusher bearbeitet wurden. Unterstützt wird Kendrick auf dem Song von gleich sieben Produzenten und vom englischem R&#8217;n&#8217;B- und Soulsänger <strong>Sampha </strong>mit einer wunderbar gefühlvollen Hook.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Rich (Interlude)</h3>



<p>Im ersten von zweien Interludes auf dem Album ist <strong>Kodak Black</strong> mit einem Spoken Word Part zu hören, in welchem er all die Probleme und Struggles auf seinem Weg zum Rap-Millionär und den daraus resultierenden Traumata reflektiert. Das gerade er als Gast ausgewählt wurde, sorgt momentan für viel Gesprächsstoff, denn <a href="https://www.mic.com/culture/kendrick-lamar-kodak-black-mr-morale-big-steppers" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kodak ist im Gegensatz zu Kendrick alles andere als Everybodys Darling</a>. Kodaks gereimte Erzählungen werden untermalt von einem Piano-Solo von Multiinstrumentalist <strong>Duval Timothy</strong>.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Rich Spirit</h3>



<p>Darauf folgt dann ein regelrechter Representer. Auf »Rich Spirit« agiert ein ignoranter und abgehobener Kendrick, der seiner Konkurrenz droht: „Stop playin&#8217; with me &#8216;fore I turn you to a song“. Niemand geringeres als <strong>DJ Mustard</strong>, welcher unter anderem für »Rack City« von <strong>Tyga </strong>verantwortlich war, hat hier mitgewirkt und ensprechend clubtauglich kommt der Beat daher, auf dem man sonst eher einen R&#8217;n&#8217;B Sänger erwarten würde</p>



<h3 class="wp-block-heading">We Cry Together</h3>



<p>»We Cry Together« ist ein ganz besonderer Song. So ist er gänzlich als Dialog eines sehr heftig streitenden Paares konzipiert. Kendricks Gegenüber ist hier die Schauspielerin <strong>Taylour Paige</strong>, die aus Filmen wie »White Boy Rick« bekannt ist. Beide nehmen dabei eine unglaublich toxische Position ein und der Zuhörer ist geneigt, keinem von beiden beizupflichten. So wirft Kendrick ihr an den Kopf:“ &#8220;I swear, I&#8217;m tired of these emotional-ass, ungrateful-ass bitches. Unstable-ass, confrontational-ass dumb bitches. You wanna bring a n**** down, even when I&#8217;m tryna do right“ während sie antwortet: „Fuck you n****, you love a pity party, I won&#8217;t show up. Always act like your shit don&#8217;t stink, motherf*cker, grow up. Forever late for shit, won&#8217;t buy shit, sit around and deny shit.“</p>



<p>Am Instrumental war unter anderem <strong>The Alchemist</strong> beteiligt, dessen Einfluss deutlich herauszuhören ist. So wird der Song von einem finsterem Pianosample getragen und von staubtrockenen Drums begleitet.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="Kendrick Lamar - We Cry Together ft. Taylour Paige (Official Audio)" width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/C_s9JJnqQqM?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Purple Hearts</h3>



<p>Die neunte Anspielstation – und damit das Ende des ersten Teils des Doppelalbums – beschäftigt sich mit der eigenen Spiritualität, alten seelischen Narben und der eigenen Widersprüchlichkeit. Dies wird mit Zeilen wie „Crown on Bob Marley, wrist on Yo Gotti“ noch einmal sehr deutlich, denn mit »Crown« ist hier die „Rastacap“ – eine einfache Kopfbedeckung, der sehr genügsam lebenden Rastafari – gemeint, während der Rapper <strong>Yo Gotti</strong> dafür bekannt ist, Millionen von Dollar in seine Uhrensammlung investiert zu haben. Begleitet wird Kendrick von <strong>Summer Walker</strong> mit ihrer butterweichen Stimme und <strong>Wu-Tang</strong> Veteran <strong>Ghostface Killah</strong>. Der Titel des Songs bezieht sich auf eine Auszeichnung des US-Amerikanischen Militärs, welche verliehen wird, wenn ein Soldat im Einsatz schwer verletzt oder gar getötet wird.</p>



<p>Soundtechnisch ist hier schon fast ein klassischer Hip-Hop Song zu hören, welcher getragen ist von kräftigen Drums und smoothen Synthies. Diese Sounds stammen unter anderem aus der Feder <strong>DJ Khalils</strong>, der schon die Multi-Platin Single »The Man« von <strong>Aloe Blacc</strong> produziert hat.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Count Me Out</h3>



<p>Mit »Count Me Out« beginnt der zweite Teil von »Mr. Morale &amp; The Big Steppers«. Im Intro ist zu hören, wie Whitney sagt: „Session 10 – Breakthrough“ und damit anteasert, dass sich Kendrick in diesem Song von einer großen Last befreien kann. So beispielsweise von einer toxischen Person, die er im Song direkt anspricht. Auch scheint auf »Count Me Out« tatsächlich eine Art Durchbruch stattzufinden.&nbsp;So sind die Lyrics gespickt von Einsicht und guten Vorsätzen wie „Wipe my ego, dodge my pride“</p>



<p>Der Song beginnt mit gospelartigen Gitarren- und Vocalsample, in welchem von einem Chor zu hören ist: „And I&#8217;m tripping and falling“ &#8211; um dann nach einem deutlichen Break in einen waschechten Trapbeat überzugehen. Der Beat stammt sowohl von Kendrick selbst, als auch von »Money Trees«-Producer <strong>DJ Dahi</strong> und drei weiteren Musikern.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Crown</h3>



<p>Der elfte Song des Projektes reflektiert Kendricks innere Zerrissenheit aus dem Wunsch, es als Anführer eines Movements jedem recht zu machen und der Einsicht, eben dies nie zu können. Die Lyrics erscheinen die meiste Zeit wie ein Selbstgespräch: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>You walk around like everything is in control. Favor comes with favors and you can&#8217;t say no. Go out the way to make the coin available. That&#8217;s what I call love.</p>
</blockquote>



<p>Auch hat der Pulizer-Preisträger im Song Referenzen an biblische Texte und <strong>William Shakespeare</strong> untergebracht.</p>



<p>»Crown« ist der einzige Song, bei welchem der Soundteppich von nur einem einzigen Produzenten stammt &#8211; von den Interludes einmal abgesehen. <strong>Duval Timothy</strong> sorgt hier mit einem ergreifendem Pianostück für die passende Untermalung.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Silent Hill</h3>



<p>Nachdem Kodak Black bereits auf »Rich (Interlude)« zu hören war, findet sich hier ein richtiges Feature. Der Song ist ein waschechter Representer. Während Kendrick unterstreicht, wie weit er über dem Rest der Szene steht, erzählt Kodak von seinem Reichtum und seiner Haftentlassung.</p>



<p>Der Song liefert entspannten Laidback Trapsound und ist der vielleicht fröhlichste des ganzen Albums. Auch hier war wieder Multi Platin-Produzent Boy1da beteiligt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Savior (Interlude)</h3>



<p>Auf dem zweiten Interlude von »Mr. Morale &amp; The Big Steppers« ist wieder ein Gast zu hören. Dieses Mal ist es Kendricks jüngerer Cousin Baby Keem. Dieser berichtet, begleitet von dramatischen Streichern, von seinem Leben vor dem Reichtum und den Umständen in der Gegenwart. Für den Soundteppich haben Kendrick selbst, <strong>J. LBS</strong> und Sounwave gesorgt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Savior</h3>



<p>Anspielstation Nummer 14 findet sich wiederum eine Hook von Baby Keem und Vocals von <strong>Sam Dew</strong>, welcher bereits ein paar kleinere Auftritte auf dem Album hatte. Auf dem Song widmet sich Kendrick gleich mehreren Themen. So beschäftigt er sich mit dem Rassismusproblem in den USA, dem Coronavirus, der russischen Aggression und Political Correctness. Im letzten Part stellt Kendrick, welcher oft von politischen Aktivisten vor den Karren gespannt wurde, fest: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>The cat is out the bag, I am not your savior</p>
</blockquote>



<p>Der Beat ist trotz der ernsten Inhalte schon fast tanzbar, aber bietet Kendrick dennoch genug Platz, um zu zeigen, was er flowtechnisch drauf hat. Dazu hat er gleich wieder fünf Produzenten um sich geschart. Neben <strong>Cardo </strong>findet sich hier auch Grammy-Preisträger <strong>Rascal </strong>alias Tobias Breuer aus Aachen, den einige als Producer für <strong>Serious Klein</strong> auf dem Schirm haben könnten.</p>



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<iframe title="Kendrick Lamar - Savior ft. Baby Keem &amp; Sam Dew (Official Audio)" width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/HTAQxUXq674?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Auntie Diaries</h3>



<p>Gleich die ersten Zeilen des Songs zeigen die hier erzählte Geschichte: „My auntie is a man now. I think I&#8217;m old enough to understand now“. Kendrick erzählt wie er mit einer, seiner Familie angehörigen Transperson auswächst und selbst erst lernen muss, damit umzugehen. So ersetzt er im Laufe des Songs beispielsweise das Wort „F*ggot“ durch „F-Bomb“, denn er reflektiert, wie sehr er sich selbst durch das N-Wort angegriffen fühlt. Am Ende des Songs heisst es: „F*ggot, f*ggot, f*ggot, we can say it together. But only if you let a white girl say N****“. Dieser Part der Geschichte bezieht sich auf einen <a href="https://www.youtube.com/watch?v=KEcugkqcHO8" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Vorfall aus dem Jahr 2018</a>, als er mit einem weißen Fan zusammen auf der Bühne performte, die das N-Wort mitgerappt  hat.</p>



<p>Kendrick erzählt die Geschichte in absolut ruhiger Tonlage über ein überaus sanftes Instrumental mit sehr zurückhaltenden Drums und verträumten Synthesizersounds, welche wie fast das gesamte Album von einem Team von Producern zusammengestellt wurden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Mr. Morale</h3>



<p>Auf »Mr. Morale« findet sich die erste Kollaboration zwischen Kendrick Lamar und <strong>Tanna Leone</strong>, nachdem er im Jahr 2021 auf <strong>pgLang </strong>gesignt wurde. In jedem Fall präsentiert dieser seine prägnante Stimme und macht Hunger auf mehr Projekte, nachdem er gerade erst sein pgLang-Album »Sleepy Soldier« veröffentlicht hat. Inhaltlich beschäftigt sich der Song vornehmlich mit Generationstraumata und wie man diese Kreisläufe von Missbrauch durchbrechen könnte. So eröffnet er den Song mit: „Enoch, your father&#8217;s just detoxed, my callin&#8217; is right on time“.</p>



<p>Das Instrumental stammt von niemand geringerem als <strong>Pharrell Williams</strong> und <strong>Beach Noise</strong>. Der Sound des Songs lässt leichte »<a href="https://www.youtube.com/watch?v=q604eed4ad0" target="_blank" rel="noreferrer noopener">BLKKK SKKKN HEAD</a>«-Assoziationen zu und wirkt aggressiv und technoid.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Mother I Sober</h3>



<p>Auf Track Nummer 17 intensiviert Kendrick das Thema des Missbrauchs noch weiter und schafft es nun endgültig, sich zu öffnen. Beispielsweise erzählt er davon, ständig von seiner Mutter gefragt worden zu sein, ob einer seiner Cousins ihn jemals angefasst hätte. Diese fragen rührten daher, dass seiner Mutter selbst in ihrer Jugend von einem Familienangehörigem missbraucht wurde. Nach Erzählungen wie diesen lässt der Song einen natürlich mit einem beklemmenden Gefühl zurück.</p>



<p>Das schlichte und zurückhaltende Pianosample vom TDE-Hausproduzenten-Team ist perfekt um Kendricks Worte zu untermalen, ohne von ihnen abzulenken. Der Refrain wird hier von <strong>Beth Gibbons</strong> gesungen, welche bereits in den 90ern durch ihre Trip-Hop Band <strong>Portishead </strong>bekannt geworden ist.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Mirror</h3>



<p>Der letzte Song auf »Mr. Morale &amp; The Big Steppers« macht noch einmal klar, welche Entscheidung Kendrick für sich getroffen hat: Er will nicht der Retter der Welt sein, sondern sich selbst retten. „I choose me, I&#8217;m sorry“ heißt es im Chorus. Die sieben beteiligten Producer schaffen ein abwechslungsreiches Instumental, auf welchem Kendrick zwischen Gesang und Rap switcht.</p>



<p>Abschließend lässt sich sagen, dass »Mr. Morale &amp; The Big Steppers« ein Album ist welches vor allem eines braucht – Zeit. Erst nach mehrmaligen Hören kann man begreifen, durch welchen Prozess Kendrick gegangen ist und immer noch geht. So finden sich einige Themen, welche sich durch die gesamte Platte ziehen. Vor allem die Beziehung zu seiner Verlobten, sein Glauben und Therapie sind wiederkehrende Motive. Im Bezug auf Letztes kann man immer wieder Querverweise auf <strong>Eckhart Tolle</strong>, einen deutschen Lebensberater, der mit seinem Buch »Jetzt &#8211; Die Macht der Gegenwart« einige Bekanntheit erlangen konnte finden. Darüber hinaus wird er in den Visuals rund um das Album immer wieder als Messias in Szene gesetzt, sagt aber gleichzeitig, dass er eben dies nicht sein möchte. Insgesamt bietet das Projekt unendlich viel Projektionsfläche und Interpretationsspielraum &#8211; so viel, dass es sicherlich noch Monate dauern wird, bis jeder Querverweis entdeckt und jede Referenz verstanden ist.&nbsp;</p>
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		<title>Jeezy &#8211; The Recession 2 // REVIEW</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nico Maturo]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Nov 2020 22:26:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Kurz nach dem viel besprochenem Verzuz Battle zwischen Gucci Mane und Jeezy, releaste der »Snowman« am Freitag sein heiß erwartetes Album »The Recession 2«, den Nachfolger seines Erfolgsalbums aus dem Jahr 2008, welches er damals noch unter seinem früheren Künstlernamen Young Jeezy auf den Markt brachte. Keine leichte Herausforderung, wenn man bedenkt, dass der erste Teil sich über eine Million Mal verkauft hat und als echter Klassiker gilt. Auf den knapp 48 Minuten Spielzeit liefert Jeezy einen wenig anbiedernden Sound. Natürlich ist dieser nun ein gänzlich anderer [&#8230;]</p>
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<p><strong>Kurz nach dem viel besprochenem Verzuz Battle zwischen Gucci Mane und Jeezy, releaste der »Snowman« am Freitag sein heiß erwartetes Album »The Recession 2«, den Nachfolger seines Erfolgsalbums aus dem Jahr 2008, welches er damals noch unter seinem früheren Künstlernamen Young Jeezy auf den Markt brachte. Keine leichte Herausforderung, wenn man bedenkt, dass der erste Teil sich über eine Million Mal verkauft hat und als echter Klassiker gilt.</strong></p>



<p><br>Auf den knapp 48 Minuten Spielzeit liefert <strong>Jeezy</strong> einen wenig anbiedernden Sound. Natürlich ist dieser nun ein gänzlich anderer als vor 12 Jahren, jedoch sind die klassischen Dirty South-Einflüsse nicht zu überhören. Einige Songs der Platte erinnern noch deutlich an den Vorgänger. Besonders die zweite Anspielstation »Here We Go« mit Jeezys Trademark-Adlib zu Beginn, lässt schnell ein nostalgisches Gefühl aufkommen. Ebenso wie die R’n‘B Hymne »The Glory« mit <strong>NeYo</strong>. Bei all der Nostalgie stellen Highlights des Albums allerdings trotzdem die Tracks »Ni**az« und »Stimulus Check« dar, welche wenig mit dem Young Jeezy aus dem Jahr 2008 zu tun haben und eher smooth als brachial klingen.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
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<p><br>Insgesamt scheint Jeezy gesetzter als auf vorherigen Releases. Mit Ausnahme der Disses gegen <strong>Freddie Gibbs</strong> und <strong>50 Cent</strong> auf der Leadsingle »Therapy for My Soul«, sowie dem gemeinsam Song »Back« (feat. <strong>Yo Gotti</strong>), welcher dann doch etwas zu sehr auf Playlisten und Airplay abzielt. Co-Produziert wurde der Song von den deutschen Zwillingen <strong>CuBeatz</strong>, die sich in den letzten Jahren in den Staaten einen Namen gemacht haben. Den größten Teil des Albums produzierten allerdings <strong>Don Cannon</strong> und die <strong>JUSTICE League</strong>, welche schon seit 2005 mit Jeezy zusammenarbeiten.</p>



<p><br>Alles in allem lässt sich sagen, dass Jeezy einen würdigen Nachfolger für »The Recession« geschaffen hat. Und einen äquivalenten zweiten Teil eines Klassikeralbums zu releasen ist etwas, das nicht viele Rapper bisher geschafft haben. Auch wenn er wahrscheinlich nicht an den kommerziellen Erfolg von damals anknüpfen kann.</p>
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