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	<title>Saftboys Archive - Mostdope</title>
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	<title>Saftboys Archive - Mostdope</title>
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		<title>Shacke One über das Graffiti-Kneipen-Image, seine musikalische Entwicklung und die neue Generation Actionrap</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Tom Wittpohl]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Aug 2022 14:54:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zwei Tage nach dem Release von Shacke One&#8217;s viertem Soloalbum »S1« schmeiße ich mich in die für die Platte namensgebende Bahnlinie, um dem Nordberliner einen Besuch in seinem Kiez abzustatten. Am Strom der Panke spreche ich mit ihm über seine musikalische Abstinenz, Berlin, Graffiti und die neue LP. Grüß dich Shacke, du hast zur Feier deines Album-Releases vorgestern und gestern jeweils eine Show im Astra Kulturhaus gespielt. Da frage ich mich natürlich, ob du heute stark verkatert bist.Ja, aber das [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/shacke-one-ueber-das-graffiti-kneipen-image-seine-musikalische-entwicklung-und-die-neue-generation-actionrap-%ef%bf%bc">Shacke One über das Graffiti-Kneipen-Image, seine musikalische Entwicklung und die neue Generation Actionrap</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Zwei Tage nach dem Release von Shacke One&#8217;s viertem Soloalbum »S1« schmeiße ich mich in die für die Platte namensgebende Bahnlinie, um dem Nordberliner einen Besuch in seinem Kiez abzustatten. Am Strom der Panke spreche ich mit ihm über seine musikalische Abstinenz, Berlin, Graffiti und die neue LP.</strong></p>



<div style="height:2px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="548" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/IMG_20220824_151005_398-1-1024x548.jpg" alt="" class="wp-image-7054" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/IMG_20220824_151005_398-1-1024x548.jpg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/IMG_20220824_151005_398-1-300x161.jpg 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/IMG_20220824_151005_398-1-768x411.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/IMG_20220824_151005_398-1-1536x822.jpg 1536w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/IMG_20220824_151005_398-1-2048x1096.jpg 2048w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/IMG_20220824_151005_398-1-500x268.jpg 500w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/IMG_20220824_151005_398-1-800x428.jpg 800w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/IMG_20220824_151005_398-1-1280x685.jpg 1280w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/IMG_20220824_151005_398-1-1920x1028.jpg 1920w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/IMG_20220824_151005_398-1-770x412.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/IMG_20220824_151005_398-1-1400x749.jpg 1400w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Tom &amp; Shacke One unterwegs an der Panke</figcaption></figure>



<div style="height:3px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Grüß dich Shacke, du hast zur Feier deines Album-Releases vorgestern und gestern jeweils eine Show im Astra Kulturhaus gespielt. Da frage ich mich natürlich, ob du heute stark verkatert bist.</strong><br>Ja, aber das ist so ein Verkatert-Sein, was auch mit Müdigkeit zu tun hat.&nbsp;Also ich habe schon ordentlich getrunken, aber ich habe mich jetzt nicht komplett aus dem Leben geschossen. Vor allem am Freitag nicht, weil ich ja gestern auch noch klarkommen musste. Ich bin schon gut geledert, aber mir gehts gut, ich bin erleichtert.</p>



<p><strong>Das freut mich. Dein neues Album »S1« ist jetzt, im Sommer 2022, auf den Markt gekommen, wobei die vorherigen Releases beide schon im Jahr 2019 erschienen sind. Man könnte die Theorie aufstellen, dass sich die Album Pause durch die obligatorische Live-Pause begründen lässt.</strong><br>Nein, das war Zufall und vielleicht auch ganz gut. Ich hätte wahrscheinlich eine Macke bekommen, wenn alle die ganze Zeit live spielen und ich keine neue Platte fertigkriege. Ich habe das Album einfach nicht fertigbekommen und das hatte bestimmte Gründe. Gar nicht wegen der totalen Schreibblocklade &#8211; es lag eher daran, dass der Produzent, mit dem ich das Album gemacht habe, <strong>Achim Funk</strong>, auch mein Geschäftspartner ist. Mit dem mache ich das Label, mit dem leite ich das Nordberliner-Biergeschäft und mit dem produziere ich halt auch die Musik.&nbsp;<br>Es hat sich alles dadurch krass verzögert, dass wir uns Zeit erkämpfen mussten, um überhaupt Musik zu machen. Wir machen viel mit Klamotten, wir haben einen eigenen Street-Store und es muss ja auch alles zusammen funktionieren.<br>Außerdem wollte ich das Album auch auf ein bestimmtes Level bringen.&nbsp;<br>Ich hatte einen hohen Anspruch an das Album und wollte viele neue Sachen ausprobieren, die trotzdem nach etwas klingen, was nur wir machen könnten.&nbsp;<br>Das musst du dann auch erstmal erreichen.&nbsp;</p>



<p><strong>Du sagst gerade schon, dass du auf dem Album neue Sachen ausprobieren wolltest.&nbsp;Wenn ein Otto-Normal-Deutschrap-Fan die Alben »Bossen und Bumsen« (2017) und »S1« hört, würde er wahrscheinlich sagen, das klingt relativ ähnlich. Eine ähnliche Art von Rap, sprich Sample-Beats und BoomBap. Ich habe aber auch das Gefühl, dass sich da musikalisch beziehungsweise soundtechnisch etwas getan hat. Wie anders klingt »S1« im Vergleich zu Shacke One aus dem Jahre 2017?</strong><br>»S1« ist ein Stück weit wie eine Collage.&nbsp;Es gibt einen Song, »Mein Streifen«, der hat einen Beat, der aus 2012 von Achim Funk sein könnte. Es gibt solche Songs, die vom Musikalischen her voll in dieser Tradition drin stecken, aber die meisten Songs auf dem Album haben einen neuen Twist.&nbsp;Die sind auch Sample-lastig und mit roughen Drums, aber haben dann eine 808 untergemischt. Ich würde sagen, es ist ein Stück weit musikalischer und vielfältiger vom Soundbild, auch moderner, aber nicht auf jedem Song.&nbsp;»<a href="https://www.youtube.com/watch?v=qJDF9tIaA0c&amp;ab_channel=Nordachse">Prahlen &amp; Vorangehen</a>« zum Beispiel ist halt classsic Shacke, aber es gibt andere Songs, wie »<a href="https://www.youtube.com/watch?v=-GUv4HPPD5c">Diskohengst</a>« – so ein Soundbild habe ich noch nie gemacht.&nbsp;<br>Ich habe teilweise auch Songs auf dem Album, wo ich finde, das Soundbild gab es noch gar nicht.&nbsp;Ich habe noch nie einen Song wie »<a href="https://www.youtube.com/watch?v=-GUv4HPPD5c">Papi Chulo</a>« gehört, der auf einen Latino-Salsa-Drumbreak, einen 808-Bass hat.&nbsp;»<a href="https://www.youtube.com/watch?v=e1J4LseGr2Y&amp;ab_channel=Nordachse">Unter Strom</a>« ist so ein Hybrid aus Trap-Style und BoomBap, in ein bisschen düster und industrial. So einen Beat habe ich auch noch nie gehört.&nbsp;»Motiviert«, der hat eine völlig zerschredderte Snare-Drum drauf, das klingt am Ende wie ein Südberlin-Maskulin Beat, den es nie gab.&nbsp;Daher finde ich, ist das Soundbild schon vielfältiger und weiterentwickelt, aber ich habe trotzdem meine Roots drauf.&nbsp;</p>



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<iframe title="Shacke One - Diskohengst / Papi Chulo ► prod. Achim Funk [Official Video]" width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/-GUv4HPPD5c?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe>
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<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Apropos Samples: Wenn man mal guckt, was du für Playlisten auf Spotify zusammenstellst, wird einem klar, dass du eine ziemliche Soul- und Funk-Vorliebe hast.</strong> <strong>Wie findet das Einfluss in deine eigene Musik? Insbesondere wenn man beachtet, dass du eng mit deinen Produzenten zusammenarbeitest.&nbsp;</strong><br>In erster Linie ist es die allgemeine Liebe zur Musik. Ich liebe Funk und Soul, aber wir samplen auch Sachen wie Garage Rock oder Ambient. Da bin ich noch vielfältiger. Der Fokus liegt auf dieser Latin-Mucke, das ist ja gar kein Funk oder Soul.&nbsp;Achim und ich, oder<strong> Klaus Layer</strong>, der auch für mich produziert,&nbsp; und ich, wir hängen halt die ganze Zeit rum und tauschen Musik aus, machen zusammen Partys.&nbsp;Es gibt einen Song, den habe ich jetzt zum Albumrelease rausgebracht: »<a href="https://www.youtube.com/watch?v=f-tb0otmqSQ&amp;ab_channel=Nordachse">Fame</a>«. Die Platte habe ich seit 8 Jahren und das Sample ist auch seit 8 Jahren im Raum. Aber dadurch, dass das so ein 70 bpm Ding ist, wussten wir nie, wie wir das nutzen sollen, da ich ja keine Doubletime Musik gemacht habe, sondern diesen 90 bpm Style gefahren bin. Aber Achim und ich wussten, es wird der Tag kommen, wo wir musikalisch so weit sind, dass wir einen Beat bauen und ich auch eine Song-Idee dazu habe. Das ist erst jetzt der Fall gewesen. Das ist ein 70er Jahre Sample mit modernen Sounds drin, mit einer 808. Natürlich wird der in keine Playlist reinpassen, aber ich scheiß komplett drauf. Ich scheiß zu 100 Prozent auf diese Spotify Playlists. Andere Leute richten ernsthaft ihren Song danach aus, dass der in eine Playlist kommt. Ich verstehe das aus finanziellen Gründen oder Karriere-Moves, aber dann suche ich mir einen Job. Dann mach’ ich was anderes.&nbsp;</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p><strong>&nbsp;Ich will nicht der Typ sein, der nur Graffiti-Rapper ist oder der nur Kneipen-Songs macht. Ich will überraschen und will auch mich überraschen.</strong></p></blockquote>



<p><strong>Dann kann man eigentlich, wie du es gerade am Beispiel »Fame« gezeigt hast, sagen, dass dein Musikgeschmack dich sogar dazu verleitet, auch beim Rappen neue Wege zu gehen?</strong><br>Ich versuche meine musikalischen Vorlieben einfließen zu lassen in meine Mucke und trotzdem beizubehalten, dass es eine coole Rap-Platte ist. Aber ich teste mich gerne aus, versuche auch mal, mich in einem Song softer zu machen, soweit es mir nicht zu corny ist. Ich habe keinen Bock auf eine Schublade. Ich will nicht der Typ sein, der nur Graffiti-Rapper ist oder der nur Kneipen-Songs macht. Ich will überraschen und will auch mich überraschen. Auf meine Sachen, für die die Leute mich kennen, kann ich immer zurückgreifen. Ich will die Leute ja auch nicht verprellen, indem ich was ganz Neues mache, aber natürlich muss ich mich entwickeln und mich ausprobieren, sonst gehe ich als Künstler ein. Es gibt auch Graffiti-Sprüher, die immer das gleiche Piece malen, das sind Bomber, die malen immer ihr Bombing. Ich war schon immer jemand, der sich an Styles ausprobiert hat. Auch als DJ lege ich nicht seit 8 Jahren die gleichen Songs auf, da ist die ganze Zeit eine Entwicklung drin. Meine DJ Sets werden immer eklektischer. Es fließen immer mehr Sachen ein und trotzdem soll es am Ende ein Soundbild sein, wenn ich auflege, wie kein anderer auflegen kann. So will ich auch rappen und so will ich auch malen, das ist mein Anspruch an mich.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="Shacke One - Fame ► prod. Achim Funk [Official Video]" width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/f-tb0otmqSQ?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe>
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<div style="height:28px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Das finde ich sportlich. Du hast eben schon gewisse Andeutungen in Richtung der Inhalte gemacht, also lass uns ein bisschen über die textliche Ebene Sprechen. Erstmal zum Albumtitel, »S1«. Eine S-Bahn-Linie…</strong><br>…und Shacke One halt. S1 – Shacke One.&nbsp;</p>



<p><strong>Okay, ich dachte das hat vielleicht auch eine tiefere Bedeutung. Die S-Bahn-Fahrt durch dein inneres Ich oder so?</strong><br>Ist es auch. Das ist die nächste Ebene. Ich komme vom Graffiti und bin ein S-Bahn-Kind. Ich bin immer S-Bahn gefahren, weil ich weiter draußen groß geworden bin. Ich bin mit der S1 groß geworden, das ist wie die Pulsader in meinem Leben. Ich wohne jetzt an der S1, ich habe davor an der S1 gewohnt. Ich habe schon an verschiedenen Bahnhöfen der S1 gewohnt, deswegen ist das wie eine Fahrt durch mein Leben, genau.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p><strong>Ich wollte mir selbst mal zeigen , dass ich halt auch coolen Rap, der in die Fresse geht und Attitude hat, machen kann, ohne dass ich in jeder Strophe eine krasse Beleidigung reinbaue.</strong></p></blockquote>



<p><strong>Wenn es um Inhalt geht, kann man natürlich einerseits gucken, wie schreibst du jetzt deine Texte und andererseits, worum geht es. Wenn wir erstmal darauf gucken, wie du deine Texte formulierst, dann habe ich das Gefühl, dass es schon weniger provokant ist als früher. Es ist nicht weichgewaschen, aber so, dass Leute wahrscheinlich weniger sagen würden, es geht unter die Gürtellinie. Wie siehst du das?</strong><br>Ja und ein Stück weit war das Zwangsvulgarismus.&nbsp;<br>Das war das, was ich mit dem Album machen wollte und das musste ich selbst erst rausfinden. Ich habe das nicht gemacht, weil ich ein Kind bekommen habe oder so. Ich wollte mir selbst mal zeigen , dass ich halt auch coolen Rap, der in die Fresse geht und Attitude hat, machen kann, ohne dass ich in jeder Strophe eine krasse Beleidigung reinbaue. So haben meine Texte ja zum Teil funktioniert, weil mir das sonst zu soft war. Ich wollte mir halt zeigen, dass ich auch einen dopen Part machen kann oder einen Battlerap-Song machen kann, aber nicht extra eine harte Beleidigung einbauen oder auf dem Album 20 neue Begriffe für Ficken erfinden muss. Ich finde das natürlich immer noch lustig, aber ich habe es halt auch schon so oft gemacht, dass mich das dann selber langweilt. Ich kann darauf immer zurückgreifen, ich werde auch nochmal einen Song machen, der richtig asi ist, wenn ich Bock darauf habe. Aber das Album wollte ich ein Stück weit erwachsener werden lassen und ich wollte roughe Songs machen, aber auch Songs, die eine gewisse Schönheit haben oder mal eine Geschichte erzählen. Einfach ohne dass ich um jeden Preis krass beleidigen oder provozieren muss.&nbsp;Ich war auch nie der Typ, als Privatperson, der immer übelst provozieren wollte. Bomber und ich waren da auch schon immer unterschiedliche Typen.&nbsp;Ich will gar keine Provokation. Ich will keine Rapper beim Namen beleidigen. Das ist für mich voll noch so dieses Teenage-Ding, wo ich jetzt rausgewachsen bin. Ich muss jetzt nicht mehr alles so machen wie mit 25.&nbsp;Ich höre mir das gerne von den Nachwuchs-Rappern an und finde das auch lustig, aber ich sitze nicht am Fliesentisch mit 8 Atzen, Sonntag, 16 Uhr und baller mir Pappen rein.&nbsp;</p>



<p><strong>Aber dann verstehe ich das eher als persönliche Entwicklung und weniger als, was irgendwer dir vielleicht anmaßen würde, Versuch der politischen Korrektheit.&nbsp;</strong><br>Das ist mir eigentlich egal. Das war mir vorher auch egal. Natürlich geht es vielleicht auch ein Stück weit Hand in Hand, dass ich selber in so einem Prozess bin und gleichzeitig diese Feminismus Sache sensibler geworden ist. Aber man merkt ja, man kann trotzdem nach wie vor völlig drauf scheißen. Es ist ja nicht so, dass<strong> Bonez MC</strong> weniger erfolgreich ist, weil er völlig drauf scheißt.&nbsp;Es gibt schon bestimmte Wörter, die ich nicht mehr benutzen würde in meinen Texten.&nbsp;Derbe Sprache feiere ich halt und natürlich ist die Freiheit der Sprache da ein Stück weit gefährdet, aber wenn irgendjemand sich von einem Wort angegriffen fühlt, dann nehme ich halt ein anderes Wort.<strong> </strong>Warum will ich dich unbedingt weiterhin so nennen können? Ich bin der weiße Mann, ich bin nicht die Randgruppe. Tut mir nicht weh, auf Wörter zu verzichten.&nbsp;Ich rappe natürlich trotzdem über Ficken und so und hab auch ein paar derbe Sachen drauf, die krasser sind als was andere rappen. Aber es ist weniger geworden bei der Platte auf jeden Fall. Aber mal über Sex zu rappen mit derber Sprache, will ich mir eigentlich nicht nehmen lassen.&nbsp;<br>Also ich bin nicht immer der politisch Korrekteste, aber ich muss nicht um jeden Preis provozieren. Vielleicht trifft es das ganz gut.&nbsp;</p>



<p><strong>Halten wir so fest. Neben der Wortwahl lässt sich bei den Texten auch über die Themen sprechen. Wenn es darum geht, worüber du rappst, habe ich das Gefühl, dass da Songs dabei sind, die etwas nachdenklicher sind. »Back 2 the streets« zum Beispiel oder »Fame«. Woher kommt der Drang jetzt solche Songs zu machen, nach 3 vorherigen Solo-Alben, auf denen so etwas eigentlich keine Rolle gespielt hat?</strong><br>Ja, es sind Sachen drauf, die auf jeden Fall mehr Tiefgang haben. Das ist halt einfach eine persönliche Entwicklung. Als ich »Bossen und Bumsen« gemacht habe, war das mein Leben. Ich habe nur auf die Kacke gehauen. Da ist nicht eine selbstkritische oder nachdenkliche Zeile drauf. Das Album ist nur nach vorne, ‘wir sind die größten‘, nur Party und so war ich auch immer.&nbsp;Aber die letzten drei Jahre haben auch mit mir etwas gemacht. So eine apokalyptische Stimmung, die über der Gesellschaft schwebt, hat natürlich ein Stück weit einen Zugang auf mein neues Album gefunden. »Unter Strom« hat am meisten diesen Abfuck mit drin, dieses Ein-Typ-Sein, der immer Power hat, verbunden mit diesem düsteren die-Welt-ist-am-Arsch.&nbsp;<br>»Back 2 the Streets«, den Song wollte ich schon auf »Bossen und Bumsen« und auf »Shackitistan« machen. Ich wollte einen Song machen, der ein bisschen retrospektiv und ein bisschen persönlicher ist. Das habe ich auf den Alben davor nicht geschafft, weil mir das zu corny war. Ich habe es jetzt bei dem Song geschafft, dass ich den cool finde. Das ist für mich mein Lieblingssong auf der Platte, weil da halt Lines drauf sind, die ich mich nicht getraut hätte vor vier Jahren, weil ich gedacht hätte, ich will Battlerap machen.&nbsp;Aber so Lines wie „manchmal will ich fliehen vor dem Hustle, aber dann weiß ich, das Ziel ist nur das Ende, dann wird’s langweilig, deshalb denk ich oft, doch nie zu Ende, weil wie es aussieht, langweilt mich zu wissen, wie es ausgeht“. Das finde ich nicht pseudo-deep, das finde ich geil.&nbsp;Ich habe es versucht cool zu machen, dass man den Song auch hören kann, ohne so viel hineinzuinterpretieren. Was übrigens auf dem Album öfter vorkommt. Ich habe versucht, dass man mehr reininterpretieren kann, aber es funktioniert auch, wenn man es relativ leicht hört, wie bei dem »Fame« Song.&nbsp;<br>Ich mag es nicht, wenn man sich denkt, boah alter, ‘was ist das für ein Latein die ganze Zeit, das ist mir zu krass, ich schalte ab‘. Man kann es leicht hören, man kann es aber auch tiefgründiger hören und das ist etwas, wo ich stolz drauf bin.&nbsp;Ich habe versucht, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen, mehr persönliche Sachen zu machen und trotzdem der roughe Shacke zu bleiben wie auf »Prahlen und Vorangehen«.&nbsp;<br>Ich merke auch, dass die Leute das Album erst jetzt verstehen, wo es komplett draußen ist, weil die Singles so weit auseinandergegangen sind. Zwischen »Unter Strom« und »Papi Chulo«, wie weit kann es auseinandergehen? Das ist nicht mehr nur Shacke macht In-die-Fresse-BoomBap.&nbsp;Ich glaube man versteht jetzt erst diese Reise, metaphorisch mit der S-Bahn, durch meinen Kopf.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p><strong>Ich mache einfach, was ich machen will. Je weiter das weg ist von dem, was andere machen, desto mehr bediene ich eine Nische, wo ich gar nicht mit so vielen in Konkurrenz stehe.&nbsp;</strong></p></blockquote>



<p><strong>Du sagst schon, dass die letzten Jahre auch etwas mit dir gemacht haben. Das gleiche kann man, denke ich auch, über die Deutschrap-Szene an sich sagen. Man bekommt den Eindruck, dass das Rappen als solches, zumindest bei den kommerziell-erfolgreichsten Hip-Hop-Acts, noch weiter in den Hintergrund gerückt ist, als es ohnehin schon war. Also dass das, was du wahrscheinlich zu deinem Steckenpferd gemacht hast, dieses gut Rappen können, einen heftigen Part kicken und die sickesten Flows haben, immer weniger von Bedeutung ist.</strong> <strong>Fuckt dich das ab?</strong><br>Nö, das fuckt mich überhaupt nicht ab. Jeder soll sein Ding machen. Ich steh gerne für etwas ein, was einzigartig ist oder mache gerne Sachen, die andere nicht machen.&nbsp;Ich mache einfach, was ich machen will. Je weiter das weg ist von dem, was andere machen, desto mehr bediene ich eine Nische, wo ich gar nicht mit so vielen in Konkurrenz stehe.&nbsp;Es gibt ja trotzdem Menschen, die gerne auf ein Konzert gehen, wo jemand Skills auf der Bühne hat. Natürlich gibt es irgendein Level, wenn keiner meine Musik hören würde oder keiner zu meinen Konzerten kommen würde, wo ich mich hinterfragen müsste.&nbsp;Aber ich will eher in dem, was ich mache, noch besser werden und noch crazier auf der Bühne sein.&nbsp;Ich könnte das überhaupt nicht, irgendwie ein Playback laufen zu lassen. Ich bin auch ein Typ, der mit Platten auflegt als DJ. Ich kann gar nicht digital auflegen. Ich muss es doch fühlen.&nbsp;</p>



<p><strong>Du bist natürlich auch nicht der einzige, der diesen BoomBap-Battlerap macht. Man sieht aber schon, wie du selber sagst, dass das eine krasse Nische oder ein kleines Subgenre ist. Dadurch ist das Ganze nach oben natürlich stark limitiert. Man wird damit wahrscheinlich nie auf die 1 gehen in Deutschland. Kannst du erklären, warum dir das, wie ich vermute, völlig egal ist?</strong><br>Ich komme aus einem anderen Geist. Ich glaube, mein Geist ist manchmal noch mehr oldschool als ich es eigentlich bin. Ich habe schon als 15-jähriger Sachen gehört die älter waren, habe 2005 auch Musik gehört aus 1995.&nbsp;Ich habe nicht angefangen Musik zu machen, weil ich an die Charts gedacht habe. Ich habe mich auch noch nie in den Charts listen lassen. Da muss man wahrscheinlich irgendwie anrufen oder eine Mail schreiben.&nbsp;Das interessiert mich nicht. Ich sehe ja, was ich für Verkäufe hab, wieviel ich über Spotify mache, wieviel ich über Live mache, wie viel ich über Merch mache, wie viel Vinyls ich verkaufe. Das ist das, was mich interessiert. Für mein Verständnis war Musik aus den Charts fast immer scheiße. Da war ja nie Mucke, die ich cool fand als Jugendlicher. Da habe ich doch nicht gesagt, guck mal auf Platz 1 ist irgendein Ballermann-Song. War das etwas, was ich cool fand, warum ich angefangen habe zu rappen? Nein, war es auf jeden Fall nicht.&nbsp;</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p><strong>Dieses Kneipen &amp; Graffiti Ding, da haben Bomber und ich glaube ich so ein bisschen eine Tür eingetreten. Da gibt es Leute, die sich damit damals identifiziert haben und jetzt mit dem Sound, der in ihrer Generation mehr gehört wird, um die Ecke kommen und das ist doch geil. Das ist doch auch Hip-Hop für mich.</strong></p></blockquote>



<p><strong>Wo wir gerade bei dem Thema Subgenre sind. Du hast vorhin schonmal den Nachwuchs angesprochen. Diese Nische, wie man sie auch immer nennen will, Eckkneipen-Action-Rap oder so, umfasst aktuell auch ein bisschen was an Newcomern. Du bist schon ein paar Jahre älter und vor allem auch schon seit dem Album »Nordachse« mit MC Bomber (2014) dabei. Was sagst du zu dem Nachwuchs aus der Sparte? Gibt ja ein paar Namen, die gerade hochkommen, wie die Saftboys, die du auf deinem Album gefeatured hast.</strong><br>Ja, das ist schon inspiriert von uns (lacht). <strong>Saftboys</strong> ist vielleicht eine Generation unter uns, aber die, die jetzt nachkommen, also <strong>GlenGang</strong>, <strong>Tiefbasskommando</strong>, die sind nochmal neuer. Es gibt unglaublich viel Nachwuchs, gerade aus unserer Region, der mit unserem Sound groß geworden sind, wenn ich vor allem von Bomber und mir rede. Das sagen die uns auch. Die tragen das halt weiter.&nbsp;<br>Leute wie GlenGang, <strong>Teuterekordz</strong> oder Tiefbasskommando sind Gruppierungen, die natürlich ganz anderen Sound machen, viel moderner und rave lastiger. Die sind aber total beeinflusst von uns und haben ähnliche Themen, verpacken das halt nur anders. Ich feier das übelst. Wir supporten uns.&nbsp;Das wächst zusammen. Also jedenfalls, wenn ich von diesem Berlin beziehungsweise diesem Nordberlin-Kosmos spreche. Im Endeffekt bleiben beim Rap die Themen auch oft gleich.&nbsp;Dieses Kneipen &amp; Graffiti Ding, da haben Bomber und ich glaube ich so ein bisschen eine Tür eingetreten. Da gibt es Leute, die sich damit damals identifiziert haben und jetzt mit dem Sound, der in ihrer Generation mehr gehört wird, um die Ecke kommen und das ist doch geil. Das ist doch auch Hip-Hop für mich.</p>



<p><strong>Weil du jetzt schon Nord-Berlin angesprochen hast: Warum ist in Berlin und vor allem im Berliner-Rap die Zugehörigkeit zu einem Bezirk oder Stadtteil so wichtig, dass quasi kein Berliner Rapper nicht erwähnt, wo er herkommt.&nbsp;</strong><br>Weil Berlin so groß ist. Man identifiziert sich und grenzt sich ab damit innerhalb einer Stadt. Ist doch klar, dass man nicht erzählt, aus welchem Viertel man in Hildesheim kommt, aber Berlin ist so eine große Stadt. Wieviel habe ich zu tun mit Spandau? Wie viel habe ich zu tun mit Steglitz? Frag mal ein Steglitzer, was er von Pankow hält. Die sagen, alter in den scheiß Osten will ich gar nicht fahren. Das ist gar nicht mal übertrieben.&nbsp;Das finde ich so cool an dem Nordberlin-Movement. Einen Begriff, den ich wahrscheinlich am meisten gepusht habe. Für mich ist die Idee hinter Nordberlin, dass man nicht mehr von West und Ost redet, sondern dass Nordberlin beides ist. Pankow – Reinickendorf, Wedding – Prenzlberg, das ist die Idee dahinter. Wenn man von Südberlin redet, redet man nicht von Ostberlin, obwohl Grünau Süd-Osten ist. Süd-Berlin ist der Süden von Westberlin. Das war immer so eine Teilung. Nordberlin ist das erste Mal, dass beides damit gemeint ist. Mein Leben findet halt auf beiden Seiten statt, aber das ist mein persönliches Ding.&nbsp;</p>



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<div style="height:15px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p><strong>Graffiti ist immer noch die coolste Subkultur des Hip-Hop, weil sie einfach nicht kommerziell ist. Klar gibt es bestimmte Crews, die das kommerziell machen, aber Graffiti ist zu 95% nicht kommerziell und deswegen so cool.</strong></p></blockquote>



<p><strong>Eine andere Sache, die ähnlich wie dein Kiez in deiner Musik immer wieder Thema war, ist das Sprühen. Du bist auch im Graffiti-Film Grenzgebiet zu sehen und wie du selbst schon sagtest, verbindet man Shacke One auch damit. Ich habe auch schon mit Luvre47 darüber gesprochen, weil ich das Gefühl habe, dass das in den letzten Jahren so eine kleine Renaissance erlebt hat und wieder deutlich mehr Thema ist, auch im Deutschrap. Siehst du das auch so und wenn ja woran liegt das?</strong><br>Ja, weißt du warum das so ist? Weil Graffiti mit Abstand das coolste ist, was aus diesem Hip-Hop Kontext gekommen ist. Graffiti ist immer noch die coolste Subkultur des Hip-Hop, weil sie einfach nicht kommerziell ist. Klar gibt es bestimmte Crews, die das kommerziell machen, aber Graffiti ist zu 95% nicht kommerziell und deswegen so cool.&nbsp;Es ist einfach das gleiche geblieben im Kern. Leute gehen noch immer raus und lassen sich irgendwas einfallen, um eine U-Bahn zu besprühen, wie 1973 in New York.&nbsp;Im Endeffekt ist alles ein Kreis und wie jeder Mode-Hype irgendwann wiederkommt, ist halt Graffiti was, was jetzt auf einmal wieder cooler ist. Für uns war es immer cool, aber ich kann mir vorstellen, für manche Leute ist es auch cooler, weil vielleicht Leute wie Ufo oder 187 den Hintergrund haben. Die sind damit genauso groß geworden wie ich. Jeder hat halt andere Facetten, die einen sind mehr Straße, mehr G, ich bin mehr so der Kiez-Späti Typ.&nbsp;</p>



<p><strong>Demnach ist Graffiti also auch cooler als Rap?</strong><br>Klar ist Graffiti cooler als Rap, dikka!&nbsp;<br>Rap ist mittlerweile so mainstream poppig geworden, alles ist so gleich geworden und die Leute sehen auch alle gleich aus. Das habe ich in meinem letzten Album auch gesagt, „wo sind all die Punks hin, wo sind all die Freaks hin“. Wo sind die Subkulturen hin?&nbsp;Alles wird gleich und Rap ist das Sprachrohr dafür. Ich will gar nicht meckern, aber ich bin halt mit Graffiti groß geworden und weiß, warum ich deshalb so ein cooler Motherfucker geworden bin. Das hat einfach einen Spirit, der immer noch da ist. Das ist für mich der Grund, warum es einfach immer noch so verdammt cool ist.&nbsp;</p>



<p><strong>Gutes Schlusswort. Danke dir!</strong></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/shacke-one-ueber-das-graffiti-kneipen-image-seine-musikalische-entwicklung-und-die-neue-generation-actionrap-%ef%bf%bc">Shacke One über das Graffiti-Kneipen-Image, seine musikalische Entwicklung und die neue Generation Actionrap</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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		<title>Luvre47 über »Herz«, die Stigmatisierung seiner Musik und die ewige Frage der Authentizität</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Tom Wittpohl]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 May 2022 13:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Im Februar dieses Jahres hat der Neuköllner Luvre47 sein Debütalbum »Herz« veröffentlicht. Grund genug sich am Ort seiner Releaseparty, dem berühmt berüchtigten Burgeramt in Berlin-Friedrichshain, zu treffen, um mit ihm über seine Musik und deren Hintergründe zu sprechen. Dabei geht es um Schubladendenken in der Industrie, das Ausbrechen aus diesem und die Frage, wer eigentlich wo seine Musikvideos drehen darf. Das Album hat ja relativ lang auf sich warten lassen. Du bist schon länger dabei und hast auch gefühlt schon [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/luvre47-ueber-herz-die-stigmatisierung-seiner-musik-und-die-ewige-frage-der-authentizitaet">Luvre47 über »Herz«, die Stigmatisierung seiner Musik und die ewige Frage der Authentizität</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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<p><strong>Im Februar dieses Jahres hat der Neuköllner Luvre47 sein Debütalbum »Herz« veröffentlicht. Grund genug sich am Ort seiner Releaseparty, dem berühmt berüchtigten Burgeramt in Berlin-Friedrichshain, zu treffen, um mit ihm über seine Musik und deren Hintergründe zu sprechen. Dabei geht es um Schubladendenken in der Industrie, das Ausbrechen aus diesem und die Frage, wer eigentlich wo seine Musikvideos drehen darf.</strong></p>



<div style="height:2px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-11-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-5699" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-11-1024x683.jpg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-11-300x200.jpg 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-11-768x512.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-11-360x240.jpg 360w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-11-720x480.jpg 720w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-11-770x513.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-11-1400x933.jpg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-11.jpg 1500w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Foto via Vanessa Seifert (v.l.n.r. Luvre47, Tom Wittpohl &amp; Krow)</figcaption></figure>



<div style="height:3px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Das Album hat ja relativ lang auf sich warten lassen. Du bist schon länger dabei und hast auch gefühlt schon 100 EPs rausgebracht. Damit könnte man natürlich auch immer weitermachen und Ep nach EP rausbringen. Was war der Schlüsselmoment, wo du gesagt hast: „Jetzt ist es an der Zeit für ein Album“?</strong><br>Ich hatte schon die ganze Zeit den Wunsch, ein Album zu bringen, aber ich finde, es muss halt auch immer der richtige Zeitpunkt dafür sein. Ich habe ja sehr lange unter nicht ganz so professionellen Verhältnissen Musik gemacht. Erst über die letzten anderthalb bis zwei Jahre hat sich dann dieses professionellere Umfeld ergeben, mit mehr Optionen für Studios, mehr Freiraum für Qualität.<br>Über die letzten zwei Jahre sind einfach immer so Songs entstanden, bei denen ich gesagt habe, okay das sind für mich Album-Dinger. Die wurden dann erstmal beiseite gelegt und ich habe mich weiter auf die EPs konzentriert. Irgendwann war mehr oder weniger der Zeitpunkt fällig – also noch länger hätte ich, glaube ich, nicht warten dürfen. Ich finde, so eines Debütalbums bedarf es schon. Ich glaube, nur EPs machen ist kacke. Du musst irgendwann mal dieses Debütalbum gemacht haben, aber es wird bestimmt auch wieder kleinere Projekte von mir geben. Also jetzt gerade will ich noch ein Album machen, aber wenn ich danach Bock habe, eine EP zu machen, ist es wieder eine EP.</p>



<p><strong>Auf deinem Album befinden sich einige Songs, die im Vergleich zu deinen bisherigen Veröffentlichungen auffällig ruhig sind. Auf diesen gibst du auch persönlichere Einblicke in dein Privatleben, deine Familie und so. Wie kam es zu diesem Schritt, weil das davor ja eher eine Seltenheit war?</strong><br>Mir war schon immer wichtig vielfältig zu sein oder halt das zu machen, worauf ich Bock habe in dem Moment. Gerade bei meinen Anfängen war ich direkt in so einer aggressiven Straßenrap-, Graffitirap-Schublade und das hat mir mies nicht gefallen, dass man so darin festgesteckt hat. Deswegen habe ich schon am Anfang Songs gemacht wie zum Beispiel »<a href="https://www.youtube.com/watch?v=0TmmlVUDhU8&amp;ab_channel=LUVRE47">Jeden Tag</a>« damals und das hat dann auch relativ gut funktioniert. Danach hätte man wahrscheinlich noch mal sowas düsteres bringen müssen, stattdessen habe ich aber wieder eine ruhigere, nachdenklichere Nummer gebracht, was dann businesstechnisch nicht so smart war. Aber es hat halt immer dieses Mindset unterstrichen: Okay ich mach das, worauf ich Lust habe, ohne mich davon leiten zu lassen, was vom Soundbild oder vom Inhalt erwartet wird. Jetzt beim Album war es mir einfach wichtig, dass das Tiefe hat, weil sonst wäre es nur wie eine weitere EP gewesen. Mit dem Titel hatte ich dann schon ein Gerüst, wo es auch erlaubt war, sowas einfließen zu lassen. Natürlich jetzt nicht auf so eine verliebte Art und Weise, aber ohne dass einem das übel genommen wird.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="LUVRE47 x PAULA HARTMANN -  KEIN BOCK (PROD. CADENCE)" width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/XZhPV0sbtkk?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<div style="height:28px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Was den ruhigeren Sound angeht, hast du in einem deiner Videoblogs auf YouTube gesagt, dass die Resonanz an sich sehr gut ist, aber ein paar Leute gesagt hätten, die hätten gern mehr In-Die-Fresse-Rap gehabt.</strong> <strong>Dann habt ihr die Deluxe-Version gemacht und da waren dann 5 weitere Songs drauf, und abgesehen von »<a href="https://www.youtube.com/watch?v=XZhPV0sbtkk">Kein Bock</a>«, sind da schon mindestens drei Songs dabei, wie »<a href="https://www.youtube.com/watch?v=HPpY9z3upCc">Knocki</a>« oder »<a href="https://www.youtube.com/watch?v=0MEnmAeIl0I">Kahn</a>«, die gut nach vorne gehen. War das Absicht, um die Leute zu besänftigen oder was war da der Plan?</strong><br>Die erste Single »<a href="https://www.youtube.com/watch?v=jZSIUyajris">Tags &amp; Packs</a>« geht ja auch nach vorne und ab danach ging es dann immer ein Stückchen ruhiger und melancholischer oder melodischer zur Sache. Da habe ich schon die ganze Zeit gemerkt, okay das kommt auch gut an und das holt neue Leute mit auf den Schirm. Man darf sich danach ja nicht biegen, aber es gibt trotzdem Leute, die wollen dann immer dieses eine, wofür sie dich kennengelernt haben. Ich wollte irgendwie alle glücklich machen, weißt du? Aber diese Songs so »<a href="https://www.youtube.com/watch?v=HPpY9z3upCc">Knocki</a>« oder »<a href="https://www.youtube.com/watch?v=0MEnmAeIl0I">Kahn</a>« oder sowas, oder auch »<a href="https://www.youtube.com/watch?v=FEehKCWiU4Q">Flip</a>«, die habe ich halt nicht auf dem Kern-Album gesehen. Ich wollte sie trotzdem rausbringen, weil sie in meinen Augen gut genug waren, um sie zu veröffentlichen. Deswegen habe ich diese Deluxe Album Version gemacht und da wollte ich dann auch so Nach-Vorne-Dinger mit draufhaben. Gerade weil »<a href="https://www.youtube.com/watch?v=XZhPV0sbtkk">Kein Bock</a>« mit drauf war zum Beispiel, der ja wieder in die komplett andere Richtung geht.</p>



<p><strong>Da habe ich mich auch gefragt, bei dem »<a href="https://www.youtube.com/watch?v=XZhPV0sbtkk">Kein Bock</a>«-Song, der kam ja schon letztes Jahr raus. Warum habt ihr euch dazu entschieden, den Song auf die Deluxe-Version zu packen, aber nicht auf das Kernalbum, wo der ja eigentlich soundmäßig gut raufgepasst hätte?</strong><br>Der hätte voll raufgepasst. Wie erklär ich das? Das Ding ist, Paula hat ja auch einen gewissen Release-Zyklus. Wir kriegen ja alle mit, Paula wird einen sehr guten, steilen Weg gehen. Man musste schon berücksichtigen, wo passt das jetzt wie in die Release-Pläne rein. Wir waren halt schon voll in der Album-VÖ-Phase und ich wollte auf meinem Album kein Feature haben. Das war mir sehr wichtig. Deswegen war die Frage: Wie kriegen wir es aufs Album, ohne es aufs Album zu packen? Wir wussten, wir machen die Deluxe-Version und dann war halt alles klar. Wir packen den auf die Deluxe rauf. Dann ist er Teil des Albums, aber nicht in diesem 13-Song-Konstrukt mit drin, weil dann wärs mir tatsächlich auch zu ruhig gewesen. Ich glaub, das wäre dann ein zu krasses Gewicht auf so ruhigen, melancholischen Songs gewesen. Aber es war einfach auch eine Sache, die mit Zeit- und Releaseplan zu tun hatte, warum der Song so veröffentlicht wurde.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="LUVRE47 - HERZ (PROD. DTP)" width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/KtrFUNFQo5A?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Thema Sound: Dass so ein Song wie »<a href="https://www.youtube.com/watch?v=KtrFUNFQo5A">Herz</a>«, der eher persönlich ist, kein In-Die-Fresse-Song sein kann, ist klar. Aber auch die aktuellen Songs, die mehr nach vorne gehen, klingen schon anders als auf deiner »No Face No Name«-EP von 2017. Damals war es schon auch von den Drums her traplastiger, du hast viel mehr mit AdLibs gearbeitet, hast anders geflowt und deine Stimme anders eingesetzt. Wie kommt es&nbsp;zu so einer Veränderung?</strong><br>Veränderung ist unvermeidlich. Ich glaube, man geht einfach immer ein paar Steps weiter mit seiner persönlichen und musikalischen Entwicklung. Es macht eben keinen Spaß,&nbsp;immer das Gleiche zu machen. Das ist gar nicht unbedingt eine bewusste Entscheidung, sondern einfach eine stetige Weiterentwicklung oder normale Veränderungen des Stils. Also der Stil ist ja eigentlich nicht mal abhanden gekommen, aber ich weiß, was du meinst. Es ist nicht mehr ganz so dreckig und rough wie vorher. Aber ey, bei »No Face no Name« war ich glaub ich auch einfach vier Jahre jünger als jetzt oder so.</p>



<p><strong>Ist das dann auch so das Finden eines eigenen Sounds?</strong><br>Ja, voll! Da bin ich jetzt mittlerweile viel weiter und auch das nächste Album wird ganz anders klingen als »Herz«. Das ist glaube ich ganz natürlich, dass man sich da immer so ein Stückchen weiterentwickelt und&nbsp;die Musik sich natürlich entsprechend auch. Ich orientiere mich jetzt nicht immer unbedingt am Zeitgeist, der gerade vorherrscht, aber nichtsdestotrotz will ich auch nichts machen, was zu spät ist. Weißt du, also was jetzt irgendwie vor zwei Jahren cool war. Man versucht schon immer so einen Mittelweg zu finden zwischen aktuellem Sound und seinen eigenen Sound fahren. Deswegen ist das ein ganz normaler Prozess gewesen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-7-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-5646" width="770" height="513" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-7-1024x683.jpg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-7-300x200.jpg 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-7-768x512.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-7-360x240.jpg 360w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-7-720x480.jpg 720w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-7-770x513.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-7-1400x933.jpg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-7.jpg 1500w" sizes="(max-width: 770px) 100vw, 770px" /><figcaption>Foto via Vanessa Seifert</figcaption></figure>



<div style="height:1px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p><strong>Berlin war glaube ich noch nie so gefragt wie jetzt. Ich würde behaupten, in Berlin wird aktuell deutlich mehr gemalt als in New York zu den besten Zeiten.</strong></p><cite>Luvre47 über die Entwicklung von Graffiti</cite></blockquote>



<p><strong>Was sich hingegen nicht verändert, ist die inhaltliche Thematik rund ums Sprühen. Auf den ruhigeren Songs natürlich weniger, aber du sprichst es schon immer wieder an. Ich habe so das Gefühl, dass die Graffiti-Thematik allgemein eine kleine Renaissance im Deutschrap erlebt in den letzten Jahren. Dass es einfach wieder mehr Thema ist zu Malen, nicht nur bei dir, sondern auch bei Shacke One, Papke, Saftboys oder so. Siehst du diese Entwicklung auch und wenn ja, woran glaubst du liegt das?</strong><br>Ich wollte grad sagen, Shacke war ja sogar ein bisschen früher dran als ich. Aber ich habe gemerkt, dass danach irgendwie auf einmal jeder irgendwo Graffitis und besprühte Züge in seinem Video hat. Also es hat auf jeden Fall eine neue Akzeptanz und einen neuen Reiz für viele gefunden. Ich glaube generell, Graffiti ist einfach krass populär geworden, hat sich sehr doll weiterentwickelt. Man hätte auch denken können, dass das Internet Graffiti irgendwie uninteressant macht, weil alle in Multimedia sind, aber im Gegenteil, das hat Graffiti nochmal einen ganz anderen Push gegeben. Ich glaube, das war noch nie so international vernetzt wie aktuell. Und Berlin war glaube ich noch nie so gefragt wie jetzt. Ich würde behaupten, in Berlin wird aktuell deutlich mehr gemalt als in New York zu den besten Zeiten.</p>



<p><strong>Also du glaubst, es liegt jetzt nicht daran, dass einfach mehr Leute darüber rappen, sondern auch dass die Szene einfach aktuell größer ist, also einfach auch mehr gemalt wird?</strong><br>Ich glaube, Graffiti war eine Zeit lang total verschrien. So Baggy-Pants-, Rucksackträger, ohne Namedropping jetzt, aber einfach diese Trueschooler-Filme, dass es halt so ein lachhaftes Hobby war. Über die letzten Jahre ist es halt ein bisschen bewusster geworden, gerade in Berlin. Sehr viele Unterwelt-Leute haben auch gemalt und sowas, also das ist gar nicht so weit weg hier von der wirklichen Straße. Deswegen hat das glaube ich auch über die letzten Jahre wieder eine andere Akzeptanz gefunden, weil mehr Vertreter wieder auf den Schirm gekommen sind, die die ganze Nummer jetzt nicht so lachhaft repräsentieren. Aber ich versuche es auf jeden Fall weniger einfließen zu lassen, wie gesagt, wegen dieser Schubladen-Geschichte. Ich versuche schon vielseitig zu sein und das jetzt nicht in jedem Song zu thematisieren. Aber es kommt immer mal wieder rein.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p><strong>Auf Industrieseiten haben auch ganz oft Leute ein Problem, mich in irgendwelche Schubladen reinzupacken und sind dann ganz oft einfach so richtig planlos, wie sie die Themen arbeiten sollen</strong></p><cite>Luvre47 über Genreschubladen</cite></blockquote>



<p><strong>Apropos Schubladen: Letztens kam eine <a href="https://www.youtube.com/watch?v=okVaMkr9o4A">Puls Musik Analyse</a> über dich heraus. Dort wurdest du als Teil der Berliner New Wave bezeichnet. Ist das ein Label, was dich überhaupt erstmal juckt und was denkst du darüber, ist das was, wo du dich zuordnen kannst?</strong><br>Ich mich selber ist nochmal eine ganz andere Schublade, aber ich glaube, gerade in Deutschland ist das irgendwie so ein Ding, dass Leute immer diese Schublade brauchen. Auf Industrieseiten haben auch ganz oft Leute ein Problem, mich in irgendwelche Schubladen reinzupacken und sind dann so richtig planlos, wie sie die Themen bearbeiten oder wie die das einschätzen sollen. Erst wenn sie dann auf einem Konzert waren oder mal das Album dreimal hintereinander gehört haben, fällt bei denen der Groschen, was es tatsächlich für eine Kunst ist.<br>Zum Thema Label, also jucken tut es mich gar nicht, ich kann mich schon selber da drin sehen, ich mach ja neumodischeren Sound. Das ist jetzt kein BoomBap, aber ich zähl mich eigentlich bei nix dazu. Ich mache immer mehr mein eigenes Süppchen als auf jedem Event zu sein. Das ist auch eine Sache, wo ich versuche, dran zu arbeiten, dass ich nicht komplett abseits des Kosmos bleibe. Insgesamt sehe mich da eher so ein bisschen außen vor, aber natürlich trotzdem mehr bei diesem New Wave Label als irgendwie Trueschooler, Boom Bap, Oldschool Hip-Hop oder so.</p>



<p><strong>Eine Sache, die dir dann auch immer gerne nachgesagt wird, nicht nur bei Puls sondern auch in Texten, die über dich geschrieben werden, ist, dass du wahnsinnig “schlaue” Texte schreibst, also Straßenrap, der besonders gescheit und irgendwie besonders gesellschaftskritisch daherkommt. Sind das Sachen, ohne die anzuzweifeln, die du dir selbst auf die Fahne schreibst, wo du sagst, mit der Motivation gehe ich jetzt ins Studio…</strong><br>…und schreibe einen schlauen Text. (lacht)</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-5-1-1024x683.jpg" alt="Interview mit Luvre47 über »Herz«, die Stigmatisierung seiner Musik und die ewige Frage der Authentizität" class="wp-image-5641" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-5-1-1024x683.jpg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-5-1-300x200.jpg 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-5-1-768x512.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-5-1-360x240.jpg 360w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-5-1-720x480.jpg 720w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-5-1-770x513.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-5-1-1400x933.jpg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-5-1.jpg 1500w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Foto via Vanessa Seifert</figcaption></figure>



<div style="height:3px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Nee gar nicht, passiert einfach. Das ist halt nicht bewusst, weißt du. Also wenn ich mir ein Bild male oder irgendeinen Gedankengang habe, den ich jetzt sagen will, dann sag ich den einfach und ich glaube auch die Anspruchshaltung an dich selber entscheidet darüber, was dann passiert. Wenn ich mir zum Beispiel sage, okay ich will jetzt vielleicht nicht <em>Casino, Tarantino, Robert De Niro</em> reimen, weil das schon 1 Million Mal passiert ist und überlege lieber dreimal, was kann ich für andere Wörter und Formulierungen benutzen. Du kannst ja ein Bild auf 100.000 verschiedene Arten malen. Ich sag im Prinzip auch auf ganz vielen Songs nix Neues. Ich sag es nur auf meine Art und Weise oder aus meinem Blickwinkel. Ich glaube, das ist entscheidend, dass du deinen eigenen Anspruch an die Formulierung und an die Lyrik so hochstellst, dass es nicht austauschbar ist. Das ist ein Punkt, wo viele sagen, das klingt jetzt bisschen schlauer oder „wie Straße aber auf klüger&#8221;. Ich bin jetzt nicht auf den Kopf gefallen, das ist mir schon bewusst, aber es ist nicht so, dass ich mir denke, okay wie sag ich das jetzt so schlau wie möglich. Also das ist dann aufgrund meines Duktus&#8217; oder so keine Ahnung.</p>



<p><strong>Duktus…&nbsp; (lacht)</strong></p>



<p>Ja, das ist halt einfach mein Sprachgebrauch. Genauso wie auch Wörter dazwischen sind, die wieder voll aus dem, wie soll man sagen, Street-Dictionary sind. Das ist so ein Mix aus allem. Ist ja auch nicht jeder Song sozialkritisch, das sind immer so kleine Pikser. Weißt du? Also ich gehe auch gar nicht so ran und sag, okay was will ich kritisieren, was will ich beleuchten. Zum Beispiel »<a href="https://www.youtube.com/watch?v=jBfXqM9gMdw&amp;ab_channel=LUVRE47">Hamsterrad</a>« ist einfach so entstanden. Ich hatte die Hook und die Hook hat halt dieses Konzept vorgegeben. Da wusste ich, ich muss dieses Bild malen, warum ist das ein Hamsterrad oder sowas, aber trotzdem schreib ich einfach frei Schnauze los. Wenn ich mir dann bei irgendwas denke, das ist nicht gut genug, dann wird es halt ersetzt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-10-1-1024x683.jpg" alt="Interview mit Luvre47 über »Herz«, die Stigmatisierung seiner Musik und die ewige Frage der Authentizität" class="wp-image-5688" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-10-1-1024x683.jpg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-10-1-300x200.jpg 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-10-1-768x512.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-10-1-360x240.jpg 360w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-10-1-720x480.jpg 720w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-10-1-770x513.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-10-1-1400x933.jpg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-10-1.jpg 1500w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Foto via Vanessa Seifert</figcaption></figure>



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<p><strong>Im Intro-Song sprichst du über dein Verhältnis zu Geld und auch auf anderen Songs umschreibst du es quasi als Gegenleistung zur Musik. Gleichzeitig legst du es aber weder darauf an dir möglichst populäre Features zu organisieren noch möglichst mainstreamige bzw. massentaugliche Mucke zu machen, um einen möglichst großen wirtschaftlichen Erfolg zu erzielen. Wie und wo ziehst du da diese Linie?</strong><br>Ich glaube das hat was mit langfristig Denken zu tun. Ich könnte jetzt eine Platte machen, die voll poppig und mainstream aber identitätslos ist. Die hilft mir aber nur temporär. Also wenn ich dann Glück habe und mein Team arbeitet die Platte gut und kriegt die auf den Markt, dann läuft die. Das heißt aber nicht, dass die Leute sich dann mit der Identität dahinter identifizieren, sondern der Erfolg kommt dann daher, dass du eine poppige Melodie hast oder ein geilen Song. Ich bin schon Fan davon nicht Top-Ten gehen zu müssen, aber trotzdem gutes Geld damit zu verdienen, weil du dir über Jahre halt eine richtig gesunde Fanbase aufgebaut hast. So à la <strong>Trettmann</strong>, das ist für mich viel wertvoller, weil es auch viel nachhaltiger ist. Ich meine, rappen ist ja auch so eine Sache. Also ich bin gespannt, wie lange die Generationen über uns durchhalten &#8211; ich weiß einfach nicht, wie lange du rappen kannst. Ab wann nervt&#8217;s oder du denkst dir so, okay Dikka mach mal Rente jetzt, weißt du. Ich bin gespannt, wann z.B. <strong>Sido</strong> usw. aufhören.</p>



<p><strong>Der ist mit den Jahren ja auch immer poppiger/mainstreamiger geworden. Also hast du auch noch Zeit später in deiner Karriere die Pop-Mucke zu machen?!</strong><br>Ist nicht mal mein Ziel, aber ich würde schon gerne welche machen können mit meiner kredibilen Geschichte dahinter. Zum Beispiel »<a href="https://www.youtube.com/watch?v=XZhPV0sbtkk">Kein Bock</a>« ist jetzt ja nicht unpoppig.</p>



<p><strong>Aber es wirkt nicht aufgezwungen.</strong><br>Ja genau, aber der ist trotzdem massentauglich. Also auch von den Zahlen, was der einfährt und so. Den hätte man sogar bestimmt viel größer aufziehen können, wenn ich schon an einem anderen Punkt wäre und Paula an nochmal einem anderen. Also der ist jetzt, wo er ist, sehr groß für uns beide, ist für uns beide der erfolgreichste Song bisher. Aber ich weiß nicht, wie der in zwei Jahren funktioniert hätte, wenn wir vielleicht beide noch weiter wären, dann könnte es vielleicht viel größer sein. Also ich glaube, es gibt schon Songs, die auch Massentauglichkeit hätten, aber halt aufgrund des Standings und nicht wegen dieses aufgezwungenen Major-Konstrukts dahinter mit Promo, PR, Presse und irgendwo 20 Tik-Toker einkaufen, die deine Sachen benutzen und so. Ich meine, so funktioniert die Scheiße ja.&nbsp;</p>



<p><strong>Bezüglich Geld hast du auch auf dem Titelsong »<a href="https://www.youtube.com/watch?v=KtrFUNFQo5A">Herz</a>« gesagt, dass du in deiner Ausbildung entschieden hast, du willst niemand anderen reich machen. Das ist natürlich auch in der Musikbranche schwer. Also man macht natürlich, auch wenn man Musik macht, irgendwelche Leute zumindest reicher. Wo ist da für dich so der Unterschied?</strong><br>Man sieht sie nicht, ich habe keinen Plan wer bei den Labels wie mit verdient. Aber ich kann von meinen Erfahrungen in meiner Ausbildungszeit sprechen. Dort habe ich meinen Chef jeden Tag gesehen. Meine Arbeitszeit startete um 7 Uhr, seine um 10 Uhr.</p>



<p><strong>Das siehst du beim Label nicht?</strong><br>Beim Plattenlabel haben die Mitarbeiter feste und geregelte Arbeitszeiten, das ist bei mir persönlich anders. Ich bin selbstständig und arbeite oftmals bis tief in die Nacht an meinen Sachen. Dadurch trage ich auch die Verantwortung für meine Einnahmen. Dementsprechend&nbsp;kann man das nicht von Leuten erwarten, die bei einem Konzern arbeiten und ihr festes Gehalt beziehen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-4-1024x683.jpg" alt="Interview mit Luvre47 über »Herz«, die Stigmatisierung seiner Musik und die ewige Frage der Authentizität" class="wp-image-5633" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-4-1024x683.jpg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-4-300x200.jpg 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-4-768x512.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-4-360x240.jpg 360w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-4-720x480.jpg 720w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-4-770x513.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-4-1400x933.jpg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/interview-luvre47-4.jpg 1500w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Foto via Vanessa Seifert</figcaption></figure>



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<p><strong>Was die Live-Auftritte angeht, gab es bislang noch gar nicht so viele von dir. Man könnte ja behaupten, dass die älteren Songs wie »<a href="https://www.youtube.com/watch?v=_akx8ixUWKY&amp;ab_channel=LUVRE47">U7 Freestyle</a>« und so, was so Abriss angeht, die live-tauglicheren Songs wären im Vergleich zu den Neuen. Wie würde sich so ein Liveset, wenn du jetzt einen Auftritt hättest, zusammensetzen?</strong><br>Kommt auf das Setting an. Also bei meiner eigenen Tour habe ich schon den Anspruch, dass Vielfalt drin ist. Zum Beispiel jetzt beim Release Konzert, das war vor zwei Wochen, war es meiner Meinung nach nicht möglich auf »<a href="https://www.youtube.com/watch?v=XZhPV0sbtkk&amp;ab_channel=LUVRE47">Kein Bock</a>« zu verzichten, weil das der größte Song ist und da kommen definitiv Leute, um den Song zu hören, selbst wenn Paula krank ist, sie konnte halt da nicht kommen an dem Abend. Trotzdem war es irgendwie meine Pflicht, auch diese Songs zu spielen. Ich finde, bei einer Tour ist wichtig, dass du halt so einen Wechsel hast aus aktuell und alt oder ruhig und in die Fresse. Es ist wie in einem Club, ein DJ spielt ja auch nicht 3 Stunden lang nur Banger. Der hat ja auch die Aufgabe mal so alle 6, 7 Songs einen Scheißsong zu spielen, damit die Leute an die Bar gehen und sich ein Getränk holen können. So ähnlich ist es auch, ich will zwar nicht, dass die sich Getränke holen gehen, aber ich kann jetzt nicht anderthalb Stunden spielen und bei jedem Song Moshpits anzetteln, weil die dann beim letzten Song da stehen, gar keine Laune mehr haben und eigentlich nur im Arsch sind. Bei einem 30 Minuten Festival Slot ist es wieder komplett anders, da würde ich dann nur auf „in die Fresse&#8221; gehen. Die Releaseshow haben wir auch genutzt &#8211; wir haben das komplette Album gespielt &#8211; um herauszufinden, wie funktionieren welche Songs für die Tour am Ende des Jahres. Und da gibt es auch Songs wie »<a href="https://www.youtube.com/watch?v=ZSkXKW-HvSE&amp;ab_channel=Luvre47-Topic">G</a>«, die vermeintlich ruhiger sind, die auch voll abgerissen haben, wo Moshpits waren, obwohl das eigentlich so eine Mama-Dankeshymne ist. Genauso »<a href="https://www.youtube.com/watch?v=jBfXqM9gMdw">Hamsterrad</a>«, habe ich auch immer gedacht, boah der ist schwierig live, geht jedes mal übertrieben krass ab. Deswegen kann man da schon einen Mix aus allem machen, ohne dass die Leute jetzt stehen und die Hände vorm Bauch verschlagen.&nbsp;&nbsp;</p>



<p><strong>Deine Songs klingen von den Texten her so, als dass du sie eher an den Orten schreibst, von denen sie auch handeln. Jetzt warst du in Panama im Urlaub. Kommen dir dann auf einmal so Sommerhits, Lelele Hooks in den Kopf (lacht)?</strong><br>Nee, das ist wirklich hart, weil da wo du bist, das schreibst du. Das habe ich krass festgestellt. Wir waren auch schon vor zwei Jahren auf Malle mal und haben eine Woche Mucke gemacht und so. Das verzerrt dann schon. Also natürlich, so Konzeptschreiber, die sich hinsetzen, welches Thema will ich machen, welche Wörter will ich sagen, die können dann natürlich anders arbeiten. Aber ich bin einer, ich schreib sehr viel aus dem Bauch raus, aus den Momenten, aus den Empfindungen, und das verzerrt bei sowas dann schon hart meine Musik. Ich wollte jetzt keinen krassen Sommerhit machen. Ich habe zum Beispiel letztes Jahr in Valencia eine Hook geschrieben, die kommt jetzt auch, das wird evtl. ne Single vom nächsten Album. Das ist dann ein bisschen sommerlicher Sound, aber die Parts heben es wieder ein bisschen auf. In Panama hatte ich vor, Sachen fertig zu schreiben für das nächste Album. Ich hab gar nichts geschrieben.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p><strong>Wenn du eine Kamera hast, dann film das doch. Zeig mir doch deine &#8220;Hood&#8221;, und wenn deine Hood nicht wie eine Hood aussieht, dann sag nicht Hood.</strong></p><cite>Luvre47 über fehlende Authentizität</cite></blockquote>



<figure class="wp-block-embed is-type-rich is-provider-spotify wp-block-embed-spotify wp-embed-aspect-21-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="Spotify Embed: HOOD" style="border-radius: 12px" width="100%" height="80" frameborder="0" allowfullscreen allow="autoplay; clipboard-write; encrypted-media; fullscreen; picture-in-picture" src="https://open.spotify.com/embed/track/4meT0e06cNCZYIw6uEo397?si=f6462cdf07d043d1&#038;utm_source=oembed"></iframe>
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<p><strong>Das geht ja dann auch so ein bisschen in die Authentizitäts-Richtung und du hast auch auf dem letzten Song gesagt</strong> <strong>„Ihr redet nur von Hood, wir leben da”. Ist das sowas, was dich richtig abfuckt, wenn Leute darüber reden und es nicht leben, findest du da gehört zwangsweise ein gewisser Leidensweg dazu, damit das cool ist darüber zu rappen?</strong><br>Ja, scheiß auf Leidensweg, aber manche Leute stellen sich in so eine Umgebung rein, in der sie eigentlich gar nicht sind oder verkörpern etwas, dass sie vielleicht gar nicht sind. Wenn du dich dann, um dein Mucke authentisch rüberzubringen, in die Brennpunkte von Berlin schleusen musst, um da irgendwie heimlich oder auf schnell ein Video zu drehen, ist das für mich irgendwie unauthentisch und geht so in die Cap Richtung. Wenn ich jetzt rappe und sage, mein Bruder verkauft das und das Ott an dem und dem Block, dann fahre ich in ein Viertel, wo ich noch nie in meinem Leben war, einfach nur weil da geile Blocks stehen, das ist als würde ich nach Harlem gehen und vor <strong>Asap Ferg</strong>s altem Haus drehen und halt voll einen auf Hoodrat aus New York machen, aber ich kenn nicht einen Typen von da.</p>



<p>Kennt ihr <strong>Eda Vendetta</strong>? Sie ist bei uns aus dem Block und Influencerin. Eda hat das Problem in einem Post auf Twitter richtig treffend zusammengefasst.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-rich is-provider-twitter wp-block-embed-twitter"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<blockquote class="twitter-tweet" data-width="550" data-dnt="true"><p lang="de" dir="ltr">Vielleicht ab jetzt jeden Rapper, der fürn Videodreh vor meinen Block kommt einfach „abstechen“.<br><br>Dreht eure Rapvideos doch einfach aus Kredibilitätsgründen vor dem Reihenhaus eurer Eltern oder in dem Vorort aus dem ihr kommt. Dann klappts auch mit dem euch ernst nehmen.🙄</p>&mdash; Eda Vendetta (blauer Haken) (@EdaVendetta) <a href="https://twitter.com/EdaVendetta/status/1198555511769223173?ref_src=twsrc%5Etfw">November 24, 2019</a></blockquote><script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script>
</div></figure>



<p>Bruder, wenn du das bist, was du machst, dann geh an deinen Block und zeig mir deine Welt. Deswegen will ich auch immer so viel bei uns drehen, weil ich rappe ja auch darüber. Wenn du eine Kamera hast, dann film das doch. Zeig mir doch deine „Hood”, und wenn deine Hood nicht wie eine Hood aussieht, dann sag nicht Hood. </p>



<p>Ich hab das auch oft, dieses „boah übertrieben Ghetto dies das“. Natürlich, ist eine bisschen schlimmere Ecke, wo ich herkomme, aber es gibt in ganz Deutschland eklige Ecken. Ich will gar nicht sagen, wenn jetzt einer aus Niedersachsen kommt, dass es da keine schlimmen Ecken gibt. Zeig mir deine krasse Ecke von Hannover, gibt es safe. Wahrscheinlich gibt es auch in Göttingen einen Block, wo es scheiße ist. Aber dann zeig mir den und zeig mir den auf deine Art und Weise. Fahr nicht nach Berlin jedes Wochenende und dreh deine Videos hier.</p>



<p>Du hast ein schlimmes Fass aufgemacht hier grade. Ich muss Woosah machen. (lacht)</p>



<p></p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="498" height="249" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/bad-boys-2-martin-lawrence-woosaah.gif" alt="" class="wp-image-5649"/></figure>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Dann machen wir zum Abschluss lieber nochmal eine nette Frage und damit das Fass dann auch zu.</strong><br>Sorry, dikka, ja, wenig Schlaf. (lacht)</p>



<p></p>



<p><strong>Was die Entstehung deiner Musik angeht, würde mich interessieren, wer mit dir im Studio sitzt, abgesehen von Produzenten? Wem zeigst du deine Mucke, bevor du sie veröffentlichst? Hast du da Leute, die im Schaffungsprozess immer eingebunden sind – auch vielleicht im Hinblick auf die erwähnte Authentizität?</strong><br>Tatsächlich eigentlich bloß so, zwei, drei Personen. Einer meiner engsten Freunde, der auch Mucke macht, der veröffentlicht auch bald seine erste EP, <strong>TNF47</strong>, mit dem habe ich auch schon zwei Features gemacht. Von dem hol ich mir viel Feedback, weil wir auch die gleiche Musik hören und einen ähnlichen Musikgeschmack und ein ähnliches Musikverständnis haben. Aber das ist dann auch nicht so, dass ich mir das bewerten lasse, sondern eher so, wie findest du das, cool, weniger cool, interessant, nicht interessant. Ansonsten hol&#8217; ich mir fast nur noch Feedback von <strong>Jessie</strong>, meiner Managerin. Abgesehen davon vertraue ich da fast komplett auf mich. Ich habe das früher viel mehr Leuten gezeigt, bevor es VÖs gab. Zum Beispiel <strong>Bilal</strong> mit dem ich mein Büro und Lager zusammen mache, dem spiel&#8217; ich mal was vor. Der macht das Management von <strong>absent</strong>, hat also auch ein gewisses Musikverständnis. Aber ich habe aufgehört meinem ganzen Freundeskreis irgendwie jeden Sonntag meine Lieder zu zeigen und auf jede Meinung Wert zu legen.</p>



<p></p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-medium-font-size">Vielen Dank geht an das <a href="https://l.instagram.com/?u=https%3A%2F%2Fwww.burgeramt.com%2F&amp;e=ATOAyBKJMxdRawK53UzQlNk2fIqhgDYSNbglrEVrOUFV3dHKP6m9aaveBacqmqQFOrDZV_o55gjDhthnSDoqY2bb7P5dB_WZDWIn-g&amp;s=1">Burgeramt</a> und <a href="https://www.instagram.com/heyvanessaseifert/?hl=de">Vanessa &#8216;Vanessagraphie&#8217; Seifert</a>.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/luvre47-ueber-herz-die-stigmatisierung-seiner-musik-und-die-ewige-frage-der-authentizitaet">Luvre47 über »Herz«, die Stigmatisierung seiner Musik und die ewige Frage der Authentizität</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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