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	<title>lex! Archive - Mostdope</title>
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		<title>„Das ist das, was ich gerade schreiben muss“ &#8211; moé über sein Debütalbum, Emotionalität und Tooloudfortheroom </title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michail Weiss]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Jun 2026 11:01:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist kein Geheimnis, dass uns Tooloudfortheroom schon länger ein Begriff ist. Neben zwei Interviews mit Mitglied FRISO, berichteten wir bereits 2024 in einem ausführlichen Spotlight über die Anfänge des Kreativkollektivs. Nun ist es aber Zeit den Scheinwerfer auf einen weiteren verheißungsvollen Artist der Hamburger Gruppe zu richten: moé.&#160; Zwei EPs, eine eigene Tour in Deutschland und Österreich und Auftritte auf Festivals wie dem MS Dockville und dem splash! sprechen für sich. Seit mehreren Jahren ist moé mit seiner bittersüßen, [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/das-ist-das-was-ich-gerade-schreiben-muss-moe-ueber-sein-debuetalbum-emotionalitaet-und-tooloudfortheroom">„Das ist das, was ich gerade schreiben muss“ &#8211; moé über sein Debütalbum, Emotionalität und Tooloudfortheroom </a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Es ist kein Geheimnis, dass uns Tooloudfortheroom schon länger ein Begriff ist. Neben zwei Interviews mit Mitglied FRISO, berichteten wir bereits 2024 <a href="https://mostdope.tv/spotlights/tooloudfortheroom-bald-auf-deiner-box-2">in einem ausführlichen Spotlight</a> über die Anfänge des Kreativkollektivs. Nun ist es aber Zeit den Scheinwerfer auf einen weiteren verheißungsvollen Artist der Hamburger Gruppe zu richten: moé.&nbsp;</strong></p>



<p><strong>Zwei EPs, eine eigene Tour in Deutschland und Österreich und Auftritte auf Festivals wie dem MS Dockville und dem splash! sprechen für sich. Seit mehreren Jahren ist moé mit seiner bittersüßen, von jugendlicher Euphorie getränkten Melancholie aus der deutschen Indie-Rap-Szene nicht mehr wegzudenken. Kontinuierlicher Output, organisches Wachstum und seine Stilfestigung führen unweigerlich zu dem Grund für unser Interview: Sein Debütalbum.&nbsp;</strong></p>



<p>»<a href="https://open.spotify.com/intl-de/album/4ZWKcllgvIA5rQ9LZN2X1G?si=ugmbM_gJTgauxYVItpIZFw">Geschichten, die wir niemandem erzählen</a>« hält genau das, was es verspricht. Die ehrlichste Version eines Künstlers, der indessen für all das Aufgestaute ein Ventil gefunden hat. Ungeschönte Erzählungen, die keinesfalls nach Vergebung, sondern bloß nach Gehör suchen und damit der Welt ein vertontes Bruchstück von <strong>moé</strong>’s Seele offenbaren. Begleitet wird das Album von minimalistischen und zugleich stilbewussten Produktionen von <strong>Leve &amp; Bo</strong>, <strong>Lawin</strong> und <strong>SOMA</strong> sowie Visuals von <strong>Tomke Mendt</strong> und <strong>Jannik Dietz</strong>.&nbsp;</p>



<p>Ein paar Tage vor der Veröffentlichung haben wir uns in einem Café auf St. Pauli getroffen, um über die Hintergründe der Platte zu sprechen. Im Gespräch verriet uns moé mehr über die Entstehung des Albums, wie Therapie seinen Schreibprozess beeinflusst hat und das kommende Tape von <strong>Tooloudfortheroom</strong>.&nbsp;</p>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Triggerwarnung</strong>: In diesem Interview werden u.a. Themen wie Suizid und Depressionen behandelt. Hilfsangebote sind beispielsweise:</p>



<p>Telefonseelsorge: 0800 111 0 111</p>



<p>Nummer gegen Kummer: 116 111</p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong><strong><strong>Du releast schon länger Musik. Dein ältester Song auf den Streamingplattformen ist von 2022. Woher kam der Impuls, jetzt ein vollständiges, kohärentes Projekt wie das Album anzugehen?</strong></strong></strong></p>



<p>Es ist mehr oder weniger organisch entstanden. Mir war klar, dass ich wieder ein Projekt machen wollte, insbesondere weil ich nach meiner letzten EP <a href="https://open.spotify.com/intl-de/album/2BlO7bXeHDgarO01FEdogq?si=YakJYL5rQX-6nrOpKnxEwg">»… bis ich aufprall&#8217;</a>« schon mehrere Singles herausgebracht hatte. Es hätte sich falsch angefühlt, dann genauso weiterzumachen.&nbsp;</p>



<p>Während der Projektarbeit haben wir schnell gemerkt, dass die Stilmittel, die wir etabliert und die Welt, die wir aufgemacht haben, uns zu schade sind, um sie nur auf fünf bis sechs Songs zu erzählen. Außerdem hatten wir schnell so viele geile Skizzen, die wir nicht streichen wollten. Stattdessen entstand dann das erste Mal der Gedanke vom Album.&nbsp;</p>



<p>Daraufhin kamen dann schnell Zweifel auf wie: „Können wir das überhaupt? Was für Erwartungen hat man selbst, wenn man sich entschließt, ein Album zu machen?“ –&nbsp; Ich habe in Phasen das Gefühl gehabt, da gar nicht bereit für gewesen zu sein. Es gab einen Moment, in dem ich mit <strong>Lawin</strong> im Camp saß und wir an diesen Songs weitergearbeitet haben. Ich meinte da zu ihm: „Ich weiß nicht, ob ich mich traue, aus diesen Skizzen ein Album zu machen und generell eins herauszubringen“. Er hat mich dann lächelnd angeguckt und meinte: „Eigentlich ist es schon passiert. Du quälst dich zwar gerade noch um die Entscheidung, aber sie ist eigentlich schon getroffen.“ – Dadurch, dass ich so viele Demos in derselben Zeit gemacht hatte, von denen ich eigentlich alle herausbringen wollte, musste ich das als Album tun: „Alles andere würde überhaupt keinen Sinn ergeben. Finde dich mit der Entscheidung ab, weil irgendwas in dir sie eh schon getroffen hat.“ Das war der Moment, in dem feststand: „Dann wird es jetzt ein Album“ – mit der Zeit ist man dann erst da reingewachsen.</p>



<p><strong><strong><strong>Das heißt der Wunsch ein Projekt in Albumform zu machen, kam in den letzten Jahren, in denen du Musik gemacht hast, nicht auf?&nbsp;</strong></strong></strong></p>



<p>Ne, ich würde sagen, dass in der Zeit davor noch viel Soundfindung in mir selbst und meinem Musizieren stattgefunden. »…bis ich aufprall&#8217;« war für mich zum Beispiel, im Vergleich zu dem, was davor passiert ist, eine ganz neue Welt. Seitdem war jedes Projekt und jede Single etwas Neues, an das man sich heranwagt, bis man fürs Erste einen Sound gefunden hat.</p>



<p>Als ich an diesem Punkt angekommen war, hat es erst Sinn ergeben, ein Album zu machen. Davor ist der Wunsch oder die Idee nicht aufgekommen, weil ich es gar nicht erst hätte machen können.</p>



<p><strong><strong><strong>Als »</strong><a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/3JjB9wIQAujz172OONlUkI?si=43508c82beee4963"><strong>Eisen</strong></a><strong>« im Herbst 2023 herausgekommen ist, habe ich den Prozess, den du gerade beschreibst, sehr gemerkt. Der Kontrast von diesem Song zu der Musik, die du davor gemacht hast, war einschneidend.&nbsp;</strong></strong></strong></p>



<p>Hundertprozentig. Ich habe es auch geliebt. Wenn ich Musik mache, suche ich wirklich immer nach dem nächsten Ding. Nichts soll sich anfühlen, wie das davor.&nbsp;</p>



<p>Das ist sehr schön zu hören. Das war damals genau das Ziel und auch das, worauf man am stolzesten war, in dem Moment als »Eisen« als Aufschlag für die ganze Welt danach herauskam. Es ist im besten Fall auch künstlerisch über dem Level davor. Ich selbst versuche, mich mit jedem Projekt und mit jedem Song skilltechnisch zu steigern.&nbsp;</p>



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<iframe title="moé - &quot;Eisen&quot; (prod. by Soma) (Offizielles Musikvideo)" width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/_h2-DxJkPLE?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
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<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong><strong><strong>Lass uns mal genauer über den Albumtitel sprechen. Wie entstand die Entscheidung, diese intimen Geschichten genau jetzt zu teilen?&nbsp;</strong></strong></strong></p>



<p>Ich glaube, es ist primär durch zwei Sachen entstanden. Zum einen war ich, als ich wusste, ich möchte wieder anfangen zu schreiben, sehr viel auf der Suche nach Sachen, die mich berühren. Wo kommt der Writing-Geek aus mir raus? Der war eine lange Zeit auch nicht vorhanden und ich dachte, ich habe das Schreiben verlernt. Warum kickt mich hier nichts? Irgendwann habe ich versucht, über bestimmte Themen wie Liebe oder gewisse Momente zu schreiben, aber nichts davon hat mich wirklich berührt.&nbsp;</p>



<p>Das lag glaube ich daran – und damit komme ich auch zum zweiten Punkt –, dass ich zu der Zeit sehr tief in mir gegraben habe und angefangen habe Therapie zu machen. Damit kamen dann auf einmal Themen und Gefühle hoch, von denen ich vorher gar nicht wusste, dass sie mich beschäftigen. Gerade durch diesen Therapieprozess und all dem, was in mir passiert ist, gab es dann beim Musikschreiben die Momente, in denen es geklickt hat. Momente in denen es mich, durch die Art von Gefühlen und Geschichten, die ich im Zeitraum der Therapie kennengelernt habe, wieder begeistert hat, zu schreiben. Momente, in denen ich wusste: „Das ist das, was ich gerade schreiben muss“. Bei jedem Song, der es jetzt aufs Album geschafft hat, kann ich für mich mit Sicherheit sagen, dass das genau so war.&nbsp;</p>



<p><strong><strong><strong>Deine Musik war immer schon von einer gewissen Melancholie und Düsternis geprägt. Im Vergleich zu vorherigen Releases fällt jedoch auf, dass du die Sachen jetzt beim Namen nennst &#8211; Themen wie Suizid werden explizit angesprochen. Wie kam es zu diesem Wandel?</strong></strong></strong></p>



<p>Ich hatte das Gefühl, dass ich mich mit so existenziellen Themen beschäftigt habe, dass ich das auch schreiben wollte. Dazu kam dann der Ansatz von Ehrlichkeit. Ich wollte auf dem Album so ehrlich sein, wie ich es noch nie zuvor gewesen bin. Das war eins der großen Leitmotive. So kam es letztendlich dazu, dass der Writing-Stil so direkt ist.&nbsp;</p>



<p>Außerdem habe ich mir vorgenommen, so wenig Metaphern wie möglich zu benutzen. Für mich war der höchste Wert einer Zeile nur, ob sie ehrlich gemeint ist oder nicht – wenn ja, war sie immer besser als eine Zeile mit einer guten Metapher. Das war der einzige Maßstab, nach dem ich geschrieben habe.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-143.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-143-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-21102" style="aspect-ratio:1.5014939687926518;width:534px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-143-1024x682.jpg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-143-300x200.jpg 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-143-768x512.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-143-1536x1024.jpg 1536w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-143-360x240.jpg 360w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-143-720x480.jpg 720w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-143-770x513.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-143-1400x933.jpg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-143.jpg 2000w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Foto via Jannik Dietz</figcaption></figure>
</div>


<p>Musik, die nach gewissen Themen greift – also gerade Depressionen und Ähnliches – stellt eine massive Gefahr dar, dass die Sachen zu plakativ und stumpf dargestellt werden. Sowas macht mich beim Hören gefühlt wütend und gibt mir oft das Gefühl, dass sich Menschen an diesen Themen bedienen, nur um ihrer Musik eine Pseudotiefe zu geben oder einen Schockfaktor hinzuzufügen. Das war wahrscheinlich eine der Sachen, die mich im Albumprozess mit am deutlichsten beschäftigt hat, weil mir so wichtig war, nicht so zu sein.&nbsp;</p>



<p>Am Ende sind alle Songs nur aus meiner Perspektive. Also entweder über meine Themen oder die Themen von Menschen um mich herum, durch meine Beobachtung. Ich habe mir nie angemaßt, in einen Menschen reinzugehen und aus seiner Sicht zu schreiben. Das könnte ich nicht.</p>



<p><strong><strong><strong>Das ist zwar keine herkömmliche Metapher, aber mir ist das Bild der Zeile „Vier Hände kommen auf zwei Ohren“ von »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/73InMSUKJWRQHBpIv3dk33?si=5ad1fdbd0e2b44fc">4-2</a>« am stärksten im Kopf geblieben.&nbsp;</strong></strong></strong></p>



<p>Ja, ich liebe es auch. Ich muss dazu aber sagen, dass ich die tatsächlich nicht geschrieben habe. Obwohl ich eigentlich das gesamte Projekt selbst geschrieben habe – was auch das erste Mal so war – muss man bei dieser Line von »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/73InMSUKJWRQHBpIv3dk33?si=5ad1fdbd0e2b44fc">4-2</a>« tatsächlich Lawin die Credits geben.&nbsp;</p>



<p>Wir haben zusammen an diesem Song gearbeitet, ich kam beim Intro nicht voran und habe ihm dann erzählt, was für ein Bild ich beschreiben wollte. Ich hatte auch so vier bis fünf Ansätze, wie man das beschreiben könnte. Das ist immer so mein Writing-Stil: Für jedes Problem sieben Möglichkeiten finden und dann brauche ich gefühlt jemanden, der mir sagt „Das ist die beste“. Ich bin sehr gut darin, Sachen auf den Tisch zu legen, aber nicht immer so gut im Entscheiden.&nbsp;</p>



<p>Lawin hat dann kurz die Augen zugemacht, kam nach zehn Minuten mit der Idee zurück und meinte „Das ist es“. Ich finde, das ist das Schöne, wenn man mit Leuten arbeitet, die wirklich verstehen, was man machen will. Der ganze Song ist meine Geschichte und dann ist man mit jemandem, der das so gut versteht, dass er selbst noch ein Bild hinzufügen kann, was das Thema genau beschreibt</p>



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</div></figure>



<p><strong><strong><strong>Im Intro »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/1tanOzBHi38hCYyoAOb8Ze?si=2dc42bc6731145b2">Geschichten</a>« sagst du „Ich rede seitdem ich klein bin zu viel, nur zu wenig über was mich berührt“. Ich nehme an, das impliziert das Gefühl, dass es keinen Raum dafür gab.&nbsp;</strong></strong></strong></p>



<p>Möglicherweise. Wahrscheinlich.&nbsp;</p>



<p><strong><strong><strong>Woher kam dieses Gefühl und was hättest du dir gewünscht, um diesen Raum zu haben?&nbsp;</strong></strong></strong></p>



<p>Ich weiß gar nicht, warum in mir so doll das Gefühl da war, dass es diesen Raum nicht gibt. Es wird irgendwas gegeben haben, weshalb in mir über so lange Zeit so tief verankert gewesen ist, dass man über gewisse Dinge nicht spricht.</p>



<p>Was ich mir gewünscht hätte, ist das, was ich jedem Menschen wünsche: Von früh an, einen Umgang mit Emotionen zu lernen. Einen Umgang mit wirklich allen Emotionen. Ich glaube, das fällt Kindern oft viel leichter als Erwachsenen. Sehr vielen Menschen wird aufgrund unserer Gesellschaft gerade beim Erwachsenwerden der Zugang zu Emotionen wie Trauer, Angst und Schmerz so abtrainiert, dass sie darin eine Gefahr sehen.</p>



<p>Wenn man einen guten Umgang mit all diesen Emotionen findet, kann das wie eine kleine Superpower sein. Das besagt zum Beispiel auch das Outro »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/5WZVWfnLmJQHbBfonjPuEr?si=06b55af03fc94d60">1000 Worte</a>«. Heißt, durch einen Umgang mit Schmerz, Trauer und Angst tangieren einen diese Gefühle zwar trotzdem, aber man kann sie einfach wahrnehmen und sie werden dadurch Teil des Alltags und Teil vom Leben. Ich glaube, das entspannt sehr viel. Ich würde grundsätzlich jedem, aber insbesondere jungen Menschen wünschen, dass dieses Verhalten früh gefördert wird und sie darin Erfahrungen sammeln können, sodass es normalisiert wird.&nbsp;</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-77.jpg"><img decoding="async" width="1024" height="691" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-77-1024x691.jpg" alt="" class="wp-image-21103" style="aspect-ratio:1.4819269862272209;width:453px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-77-1024x691.jpg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-77-300x202.jpg 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-77-768x518.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-77-1536x1036.jpg 1536w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-77-770x519.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-77-1400x944.jpg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-77.jpg 1582w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Foto via Jannik Dietz</figcaption></figure>
</div>


<p><strong><strong><strong>Hast du Ansätze, wie man das (strukturell) angehen könnte?&nbsp;</strong></strong></strong></p>



<p>Ich glaube, einfach Räume dafür schaffen. Das ist etwas, was im besten Fall zu Hause durch die Aufarbeitung der Eltern passiert. Dass Eltern es quasi aushalten können, wenn das Kind zum Beispiel ganz traurig oder ganz wütend ist. Dem können und sollten natürlich Grenzen gesetzt werden, aber im ersten Moment geht es darum, diesen Zustand auszuhalten und dem Kind liebevoll zur Seite stehen zu können, anstatt zu versuchen, die Probleme des Kindes zu lösen. Es ist auch wichtig, dass diese Emotionen nicht als etwas Negatives bewertet werden.</p>



<p>Wir sind durch die Gesellschaft leider tiefgehend auf Funktion geprägt. Grundsätzlich sollte man Kindern auch beibringen, dass auch nicht funktionieren super wertvoll ist. Manchmal vielleicht sogar wertvoller als funktionieren. Da liegt ganz viel Besonderes drin und ganz viel Glück.&nbsp;</p>



<p>Ich glaube, dass gewisse strukturelle Veränderungen gigantisch wären. Gerade sowas wie Social Media trägt nicht dazu bei, dass Menschen gut darin werden, die Seiten ihres Lebens zu akzeptieren, die nicht so geil sind, wenn man dauerhaft mit den präsentierfähigsten Seiten der Menschen konfrontiert ist.</p>



<p><strong><strong><strong>Inwiefern hat dir Musik dabei geholfen diesen Raum zu finden? Wie sahen zum Beispiel deine musikalischen Anfänge aus?&nbsp;</strong></strong></strong></p>



<p>Musik hat mir auf jeden Fall geholfen diesen Raum zu finden. Anfangs mehr emotional als themenbasiert. Ich konnte kein Englisch, als ich angefangen habe, ganz viel englische Musik zu hören. Irgendwas in den Emotionen hat mir aber so doll ein Gefühl gegeben, zu Hause zu sein, und wurde schnell für mich zu einem Sicherheitsort.</p>



<p>Meinen allerersten Text habe ich auf einer Klassenfahrt auf Papier geschrieben, in einem Moment, in dem es mir nicht gut ging – wahrscheinlich Liebeskummer – und dachte, dass es ein cooler Moment wäre, das in Reime zu verpacken, weil ich ein riesen Rap-Fan war. Obwohl er bestimmt unglaublich grässlich geschrieben war, kam es vom Gefühl schon aus dem Herzen und hatte einen verarbeitenden Charakter. So ging es von da an immer weiter.&nbsp;</p>



<p>Ich habe, bevor ich Musik veröffentlicht habe, vier Jahre lang gefühlt drei Tracks die Woche aufgenommen und nie rausgehauen. Von Straßenrap bis zu <strong>Travis Scott</strong> Beats war da wirklich alles dabei. Ich habe aber schon gemerkt, dass mein Sweetspot in dem Verarbeiten von Dingen liegt.&nbsp;</p>



<p>Ich hatte das große Glück, dass <strong>SOMA</strong> das sehr früh gesehen hat. Damit war er einer der wenigen. Viele von meinen Freunden konnten mit meiner Deepness gar nichts anfangen und waren fast schon peinlich berührt davon. Es war gut, dass ich Menschen gefunden habe, die genau das wertgeschätzt haben und mir die Kraft gegeben haben, Musik zu releasen.&nbsp;</p>



<p><strong><strong>Hattest du ein bestimmtes Ziel oder eine bestimmte Wirkung, die du mit der Platte erreichen wolltest?&nbsp;</strong></strong></p>



<p>Ich wünsche mir, dass der Titel »Geschichten, die wir niemandem erzählen«, so auch wahrgenommen wird. Das sind wirklich Geschichten, die ich auf diesem Album zum ersten Mal mir, den Menschen um mich herum und der Welt erzählt habe.&nbsp;</p>



<p>Das große Ziel ist es, Menschen zu inspirieren, sowas auch zu machen. Heißt mehr Kommunikation zu führen – vielleicht auch die Kommunikation, die ich mich nicht getraut habe zu führen. Ich habe im Endeffekt ein Album darüber geschrieben, weil mir das absurderweise viel leichter fällt, als diese Themen persönlich mit Freunden anzusprechen. Hoffentlich schaffen es Menschen – und wenn es nur eine Person ist – dadurch mehr Mut zu haben, Sachen zu kommunizieren, Missstände und Zustände allgemein zu teilen.</p>



<p>Im besten Fall erhoffe ich mir, karrieretechnisch mit dem Album ein Fundament zu bauen. Ein Projekt, auf das man in drei Jahren noch gucken und sagen kann: „Geil, dass es das gibt. Das ist ein wichtiger Baustein meiner künstlerischen Laufbahn.“</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-13.jpg"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-13-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-21104" style="aspect-ratio:1.4992850406157778;width:399px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-13-1024x683.jpg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-13-300x200.jpg 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-13-768x512.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-13-1536x1024.jpg 1536w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-13-2048x1366.jpg 2048w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-13-360x240.jpg 360w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-13-720x480.jpg 720w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-13-770x513.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/MOE_DREH_BILDER_HOCHHAUS-13-1400x934.jpg 1400w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Foto via Jannik Dietz</figcaption></figure>
</div>


<p><strong><strong>Wäre das ein Projekt gewesen, was du dir als Konsument selbst gewünscht hättest?&nbsp;</strong></strong></p>



<p>Ja, auf jeden Fall. Die Art von Tiefe, gepaart mit einem modernen Sound, habe ich mir auf jeden Fall lange gewünscht. Das Album zu machen, kam auch aus dem Impuls, dass ich mir eigentlich so ein Projekt gewünscht habe. Im internationalen Rahmen gibt es diese zwar, im Deutschen sehe ich sie aber eigentlich nicht. Daher kam das Bedürfnis sich dieser Aufgabe anzunehmen.</p>



<p><strong><strong>Mir ist beim Hören aufgefallen, dass es dir, meinem Gefühl nach, beim Aufarbeiten der Thematiken, in denen es teils auch um Schuld geht bzw. bei denen man theoretisch Schuld zuweisen könnte, nicht um Vergebung geht. Stattdessen finden bloß eine Schilderung und ein Durchleben mit einem wahrscheinlich kathartischen, therapeutischen Effekt statt. Ein Beispiel dafür wäre »4-2«.</strong><br><br></strong>Das ist auf jeden Fall ein sehr persönliches Thema. Ich wollte bloß das beschreiben, was in dem Moment wirklich ist und nicht unbedingt eine Entwicklung von Dingen. Eine Momentaufnahme, um es wieder ehrlicher zu machen. Sonst wäre es ein Prozess. Ich wollte möglichst wenig Prozesse, wie in dem Fall, Fragen von Schuld und Vergebung beschreiben, sondern mehr Ist-Zustände erklären.&nbsp;</p>



<p>Gerade dieses ganze Storytelling birgt immer die Gefahr, dass man wirkt, als würde man auf einem erhabenen Stuhl sitzen und den Menschen erklären, wie die Welt funktioniert. Das bin ich nicht und das will ich auch nicht sein. Deshalb geht es gar nicht um Lösungen, sondern nur um mich in Situationen. Nicht erklären oder verstehen, denn was verstehe ich schon?&nbsp;</p>



<p><strong><strong>Ein weiteres Thema des Albums, das vor allem auf »</strong><a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/02DYvomBFL8SzeR5hMwC8b?si=d41d62bf8d0b4818"><strong>Trends</strong></a><strong>« dominant auftritt, ist eine Antihaltung gegenüber Schnelllebigkeit und Oberflächlichkeit wie sie vor allem in der Musikszene weit verbreitet ist. Ist das ein Grund, weshalb es von dir nur wenige „fröhliche“ Songs gibt?&nbsp;</strong></strong></p>



<p>Nicht unbedingt. Wenn ich den swaggy, coolen, fröhlichen Song bis hierhin hätte schreiben können, dann hätte ich das super gerne gemacht. Es fällt mir einfach schwer, ein fröhliches Gefühl musikalisch einzufangen. Ich war seit dem Album noch nicht viel im Studio, aber ich habe Lust mit den nächsten Dingen wieder in eine ganz neue Richtung zu gehen und mal zu gucken, wie sich leichte Musik von mir anfühlt. Wie will ich, dass sie sich anfühlt? Wo ist da der spannende Punkt, der mich begeistert? Für mich hängt das nicht so sehr mit Fröhlichkeit zusammen. Ich mag es gerne, wenn Songs mehr als eine Ebene beinhalten. Das geht bestimmt auch mit positiven Gefühlen. Ich glaube, es ist nur schwieriger.&nbsp;</p>



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<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong><strong>Fällt dir sowas leichter, wenn du mit Tooloudfortheroom Musik machst? Bei eurem letzten Release »Daydreamer« kam diese sorglosere Seite von dir auf jeden Fall mehr zum Vorschein</strong></strong>.</p>



<p>Das fällt oft leichter, weil man sich dann einfach auf mehr einlässt und es im Schreibprozess weniger um mich, sondern mehr um ein gemeinsames Ziel geht. Es macht auch viel aus, an welchem Ort und zu welchem Zeitpunkt Musik entsteht. Das Tooloudfortheroom-Album ist ja mainly in Marokko entstanden.&nbsp;</p>



<p>Klar, kann man überall Sorgen haben. Aber wenn man in der Sonne ist, dafür selbst keinen Cent bezahlt hat – auch wenn man keinen Cent verdient, aber immerhin hat man auch keinen bezahlt (lacht) – und irgendwo mit Blick aufs Meer mit seinen besten Freunden ist, ist es deutlich leichter Musik entstehen zu lassen, die Spaß macht.</p>



<p>Es gibt ja aber auch Musik, die keinen Spaß machen muss. Musik ist am Ende auch Kunst und Kunst muss nicht immer Spaß machen. Manchmal gibt es Bilder, die du dir nicht angucken willst. Dann gibt es Menschen, die sagen, das hat für mich nichts mit Kunst zu tun und das kann ich voll verstehen. Trotzdem finde ich es unnormal spannend, warum man sich das nicht angucken möchte und wie hat es jemand geschafft etwas zu kreieren, was so eine Wirkung erzielt.&nbsp;</p>



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<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong><strong>Ich habe neulich eine Demo von lex! gehört, auf der er eigentlich auf einem modernen treibenden Beat von romantischem Gefühlen während eines Clubabends erzählt. Irgendwann taucht dann aber die Line „In der Factory waren Kinder und die Kinder nähen flawless“ auf. Ich finde, das ist genau das, was du beschreibst. Man kriegt dadurch so ein ekliges Gefühl und genau deshalb ist es gut.&nbsp;</strong></strong></p>



<p>Ja, genau. Geile Zeile auch. <strong>lex!</strong> ist krass, er checkt schon sehr. Musik muss nicht immer Spaß machen beim Zuhören.&nbsp;</p>



<p><strong><strong>Das tut dein Album ja auch nicht.&nbsp;</strong></strong></p>



<p>Nein, das musste ich mir auch eingestehen. Das ist mir erst im Nachhinein aufgefallen. So wirklich leicht zu hören, ist es auf jeden Fall nicht.&nbsp;</p>



<p><strong><strong>War der Fakt, dass die Musik schwer zu konsumieren und damit auch schwerer zu vermarkten ist, eine Sorge beim Prozess?</strong></strong></p>



<p>Ja, würde ich schon sagen. Vielleicht war es an manchen Stellen weniger eine Sorge, als mehr eine bewusste Entscheidung. Ich habe mir schon gedacht, dass das nicht das Projekt ist, bei dem es unglaublich leicht wird, gerade fremde Menschen davon zu überzeugen. Gerade im Vorhinein des Releasens habe ich versucht, mich auf jede Form der Resonanz einzustellen, von viel bis wenig und von gut bis schlecht.</p>



<p>Auch so kurz vor Albumrelease macht mir das immer noch Angst. Wenn ich mich mal wieder in diesem Musikmarketing verliere, versuchen ich und die Menschen um mich herum immer mich daran zu erinnern, dass das eine bewusste und mit Sicherheit auch eine gute Wahl war. Gerade der Fundament-Punkt ist etwas, an das ich sehr glaube.</p>



<p><strong><strong>Was bedeutet dir die Arbeit mit deinem Kollektiv Tooloudfortheroom?&nbsp;</strong></strong></p>



<p>Die Arbeit bedeutet für mich gemeinsame Visionen. Größere Visionen, als sie allein denkbar sind. Zur selben Zeit komplett an einem Strang zu ziehen ist insane. Das Gefühl von einem Gesamtpaket auch. Das Wissen, dass wir theoretisch alles allein können, was es braucht. Wir haben genug Menschen und genug Expertise, um eigentlich fast alles irgendwie hinzubekommen. Ich finde das unglaublich.&nbsp;</p>



<p>Das bedeutet auch sehr viel Gleichsein in der Sache. Etwas sehr Demokratisches, was sonst in der Musikindustrie eher wenig vorhanden ist. Ansonsten wird immer klar nach Benefit und wirtschaftlicher Erbringung geguckt. Wer kann wie viel Geld zur Sache beisteuern? Wer hat wie viel Reichweite und danach klassifizieren wir die Relevanz von jedem einzelnen Menschen. Sowas haben wir gar nicht. Wir entscheiden alles zusammen und teilen auch alles durch 16. Sowohl das was reinkommt als auch das was rausgeht. Dadurch ist jeder Mensch gleich relevant. Meinetwegen kann ein Label uns sagen, wie viel wir Wert sind, aber innerhalb unserer Gruppe sehen wir uns alle als gleichwertig an. Das ist eben leider eine Rarität.&nbsp;</p>



<p>Zum anderen macht es einfach viel Spaß. Es erinnert daran, dass Musik und Kunst Spaß machen können. An das Gefühl, wegen dem man angefangen hat.</p>



<p><strong><strong>Im August erscheint euer mittlerweile zweites Album als Kollektiv. Kannst du schon etwas darüber verraten?&nbsp;</strong></strong></p>



<p>Es ist ein sehr buntes Album. Es gibt viele, sehr verschiedene Soundwelten und Songs. Ich würde sagen, dass es auf jeden Fall unser bestes Album ist. Ich mag es deutlich lieber als lemvig (Anm.d.Red.: »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/album/69tis1ay5SU50ABmfsNY31?si=QhbgldQ1Roaw1IRR_mbfsQ">tooloud vol.1 (lemvig</a>)«). Es sind viele Songs – ich glaube, fast 20. Man kann echt mit Frieden sagen, dass dieses Album genau der Stand ist von allem Potenzial, was damals da war. Es war uns unnormal wichtig, das Gefühl zu haben, dass wir wirklich alles gegeben haben und nichts unausgeschöpft zu lassen.</p>



<p><strong><strong><strong>Eine letzte Frage noch zum Album. Jetzt, wo es mittlerweile auch abgegeben ist – bist du zufrieden?&nbsp;</strong><br><br></strong></strong>Ich bin noch nie so richtig zufrieden gewesen, in dem Moment, wo man abgibt. Die Zufriedenheit kommt bei mir oft später. Ich habe mir diese Frage vor kurzem selbst gestellt und bin dadurch sehr ins Grübeln gekommen. Dann hat eine Freundin zu mir gesagt: „Das ist gerade gar nicht der Moment, dir diese Frage zu stellen. Frag dich das ein halbes Jahr nach Release, wenn du Abstand von Zahlen hast, Abstand von Promo. Hör es dir nochmal an und entscheide dann“. Das fand ich sehr schlau!</p>



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<iframe title="moé - Hochhaus (prod. by Leve&amp;Bo) (Official Video)" width="1170" height="878" src="https://www.youtube.com/embed/5n-UECXR0ps?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
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<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Ich weiß, dass es das Beste war, was ich machen konnte. Das ist meine Musik wirklich immer. Ob ich damit im Nachhinein zufrieden bin, werde ich sehen. So oder so werde ich damit meinen Frieden machen können. Ich habe aber auch sehr viel Lust weiterzumachen. Wir haben vor anderthalb Jahren angefangen, an dem Album zu arbeiten. »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/5AjIxBCf7pVb5ZopqftVsw?si=efe444b1fe814ec1">Hochhaus</a>«, der jetzt mit dem Album herauskommt, ist way back in der ersten Session mit <strong>Leve &amp; Bo</strong> entstanden. Ich glaube, ich muss eine kurze Pause machen, um wieder neue Sachen zu fühlen, die ich erzählen kann. Trotzdem habe ich gerade auch wirklich Bock, diesen Sommer-Drive mitzunehmen und mit dieser Energie Musik zu machen.&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/das-ist-das-was-ich-gerade-schreiben-muss-moe-ueber-sein-debuetalbum-emotionalitaet-und-tooloudfortheroom">„Das ist das, was ich gerade schreiben muss“ &#8211; moé über sein Debütalbum, Emotionalität und Tooloudfortheroom </a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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		<title>»Katharsis?« &#8211; Kann ein Album die Seele reinigen?</title>
		<link>https://mostdope.tv/spotlights/katharsis-kann-ein-album-die-seele-reinigen</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michail Weiss]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Jun 2025 10:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Spotlights]]></category>
		<category><![CDATA[Cyan]]></category>
		<category><![CDATA[lex!]]></category>
		<category><![CDATA[Longj]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Katharsis“ ist ein Begriff aus der altgriechischen Theaterwelt, der die Läuterung der Seele durch das Durchleben aufgestauter Emotionen beschreibt und stark von Aristoteles geprägt wurde. lex! verwendet diesen Ausdruck in seiner gleichnamigen neuen EP, um zu untersuchen, ob er die Konflikte, die er auf seinem Album »Goliath« geschildert hat, durch dessen Release überwunden hat. Spoilerwarnung: Hat er nicht.&#160; Ende August letzten Jahres setzte der Hamburger mit seinem Debütprojekt erste Statements. Im Rahmen dessen haben wir den Newcomer auch in einem [&#8230;]</p>
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<p><strong><strong><strong>„Katharsis“ ist ein Begriff aus der altgriechischen Theaterwelt, der die Läuterung der Seele durch das Durchleben aufgestauter Emotionen beschreibt und stark von Aristoteles geprägt wurde. lex! verwendet diesen Ausdruck in seiner gleichnamigen neuen EP, um zu untersuchen, ob er die Konflikte, die er auf seinem Album »Goliath« geschildert hat, durch dessen Release überwunden hat. Spoilerwarnung: Hat er nicht.&nbsp;</strong></strong></strong></p>



<p>Ende August letzten Jahres setzte der Hamburger mit seinem Debütprojekt erste Statements. Im Rahmen dessen haben wir den Newcomer auch in einem <a href="https://mostdope.tv/next-up/lex-welcher-mensch-stirbt-schon-durch-einen-stein">Next Up &#8211; Beitrag</a> vorgestellt. »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/album/09SpIxERbSjbCOzwVp9UDV?si=jLjEAFgFTUGojjSiA_8f_w">Goliath</a>« handelt vor allem von der zerstörerischen Ambivalenz zwischen hoher Ambition und Selbsthass und bedient sich dabei an der Metapher der alttestamentlichen Sage von David und Goliath. Tatsächlich war die Idee von Katharsis schon bei der Entstehung des Albums ein antreibender Gedanke: Das Ausleben der Triebe, um sich letztendlich davon zu befreien. Wie sich anhand der neuen Songs erkennen lässt, wurde diese Erwartungshaltung jedoch nicht erfüllt. Es wirkt fast schon so, als hätte sich der Zustand von lex! noch verschlimmert.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><strong>Wenn man zu viel über gewisse Dinge nachdenkt, kann man sich schnell so tief reinsteigern und reinleben, dass es am Ende sogar schlimmer und nicht besser wird.</strong></p>
<cite>lex! über das Verarbeiten seiner Probleme</cite></blockquote>



<h2 class="wp-block-heading"><strong><strong>Mein Zimmer ist kein Zimmer</strong></strong></h2>



<p>Neben den bereits angesprochenen wiederkehrenden Themen reflektiert lex! im Rahmen einer inhaltlichen Entwicklung auf mehreren Wegen den Albumprozess von »Goliath«. So wandelt sich etwa die Beschreibung seines Zimmers in Hamburg (, welches auch als Studio fürs Album fungiert hat,) von einem „Lazarett“ (»<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/7KYKyXLXqcr7OT5rIUKQxT?si=841af74689e144d4">Nächstes Mal</a>«) zu einem verwahrlosten Ort, der schlichtweg nach „Tod“ riecht (»<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/4HW6jZzizJ1HJ1ZbSHycMH?si=57b89d67e3784daf">Erbsen</a>«).&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="lex! - Erbsen" width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/9cgDPZZz0aw?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong><strong>Fluchtinstikt?</strong></strong></h2>



<p>An anderer Stelle spricht lex! viel vom Umzug in eine andere Stadt, welcher möglicherweise auch durch die stark negative Behaftung seines Kinderzimmers ausgelöst wurde.&nbsp;</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Diese Stadt verflucht mich, keine Liebe hier</p>
<cite>lex! &#8211; Fluch</cite></blockquote>



<p>Im Rahmen dessen setzt er sich mit Feigheit, der Frage “Was wäre wenn?” und vor allem Konfrontation auseinander. Sowohl mit sich selbst als auch mit anderen Personen. Auf »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/7KYKyXLXqcr7OT5rIUKQxT?si=841af74689e144d4">Nächstes Mal</a>« wird jedoch deutlich, dass dies nicht immer gelingt.&nbsp;</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Gross-lex-02823-1.jpeg"><img decoding="async" width="682" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Gross-lex-02823-1-682x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-19079" style="width:291px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Gross-lex-02823-1-682x1024.jpeg 682w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Gross-lex-02823-1-200x300.jpeg 200w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Gross-lex-02823-1-768x1152.jpeg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Gross-lex-02823-1-770x1155.jpeg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Gross-lex-02823-1.jpeg 853w" sizes="(max-width: 682px) 100vw, 682px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Foto via @8uhr7 und Rufus Engelhard</figcaption></figure>
</div>


<h2 class="wp-block-heading"><strong><strong>Gefangen in der Melancholie</strong></strong></h2>



<p>Überspitzt kritisiert lex! auf »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/4HW6jZzizJ1HJ1ZbSHycMH?si=e939da3ae0f54d57">Erbsen</a>« nicht nur die restliche Musikwelt, sondern primär sich selbst für die Gewohnheit, sich in schmerzlicher Melancholie zu suhlen – ein Motiv, das aktuell, vor allem aus der deutschen Indie Welt, nicht wegzudenken ist.&nbsp;</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Melancholie ist todespeinlich, Schlechte Artists können nichts anderes.</p>
<cite>lex! &#8211; Erbsen</cite></blockquote>



<p>Hiermit drückt er den Wunsch aus, die Bequemlichkeit eben dieser Melancholie und damit auch der eigenen Komfortzone zu verlassen, um sich künstlerisch zu neuen Bereichen hin zu entwickeln, wobei lex! klar ist, dass er aktuell noch selber in dieses Muster fällt.&nbsp;</p>



<p>Mit diesem Gedanken ist er aber nicht alleine. Aktuell werden immer wieder Stimmen laut, die sich zurecht über eine waltende Monotonie in der deutschen (Indie-)Musik und ihren Themen beschweren und von den Artists ein gewisses Maß an Innovation fordern und nicht ein bloßes Kopieren bereits etablierter Acts. Das UNÜBERHÖRBAR &#8211; Magazin hat dies zum Beispiel <a href="https://www.instagram.com/p/DJBpKQ8IKF2/?utm_source=ig_web_copy_link&amp;igsh=MzRlODBiNWFlZA==">kürzlich in einem Beitrag</a> gut auf den Punkt gebracht.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Natur und Technik</strong></h2>



<p>Im Vergleich zum sperrigen und ungemütlichen Sound von »Goliath« klingt »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/album/6ZwxHWcscfHE3qQeOHxddf?si=6dgDdS6cTk6COthGxwJQ0w">Katharsis?</a>« deutlich melodischer, angenehmer und freier. Zwischen Einflüssen von Pop und Trap wird das Klangbild kohärent durch das filigrane Einpflegen von Botanica-Sounds zusammengehalten.&nbsp;Botanica ist ein Subgenre, was vor allem auf Youtube stattfindet, und das Nachahmen organischer, naturgetreuer Klänge durch technische Hilfsmittel beinhaltet. Auf dem Titelsong »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/0UXHMzWkO1isx8pLpEs6pP?si=1802c4a17e1b46fb">Katharsis?</a>« hört man an vielen Stellen Geräusche, die z.B. an Vogelzirpen erinnern, in Wirklichkeit aber komplett synthetisch sind.&nbsp;</p>



<p>Während Goliath fast komplett in Eigenproduktion entstanden ist, hat dieses Mal sein Freund und Mitproduzent <strong>Cyan</strong> die Hälfte zu verantworten. Außerdem findet sich auf »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/2mCCR2rsBPsT52JFWih344?si=5b36c13a481e489b">Keine Liebe</a>«, dessen schallernde Snares ordentlich Eindruck hinterlassen, mit <strong>longJ</strong>, wie schon auf »Goliath«, das einzige Feature.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="lex! &amp; longJ - Keine Liebe" width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/zqwuWQ7ays4?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Problemlösung?</strong></h2>



<p>Wie schon im Next-Up prophezeit, hat sich lex! mit »Katharsis?« zwar soundtechnisch von der Schwere auf »Goliath« entfernt, inhaltlich jedoch nicht. Die EP konfrontiert viele Probleme, die nach dem Album offen geblieben sind, kommt dabei aber nicht wirklich zu einer Lösung. Möglicherweise gibt es diese einfach nicht.&nbsp;</p>



<p>Fakt ist jedoch, dass ein weiteres Projekt, was sich erneut in diesem Themenbereich abspielt, sowohl ihm als Person, wie auch der Zuhörerschaft vermutlich nicht gut tun würde. Aus den Texten lässt sich aber gut erkennen, dass er sich, vielleicht auf einem kommenden Release, von dieser Tristesse loslösen möchte.&nbsp;</p>
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			</item>
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		<title>lex! – Welcher Mensch stirbt schon durch einen Stein?</title>
		<link>https://mostdope.tv/next-up/lex-welcher-mensch-stirbt-schon-durch-einen-stein</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michail Weiss]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Sep 2024 12:22:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Next Up]]></category>
		<category><![CDATA[Das Neue Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[FIeber]]></category>
		<category><![CDATA[Fredo]]></category>
		<category><![CDATA[Funkvater Frank]]></category>
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		<category><![CDATA[lex!]]></category>
		<category><![CDATA[OG Keemo]]></category>
		<category><![CDATA[Souly]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jeder kennt das Gefühl, vor einer unbezwingbaren Herausforderung zu stehen und am Druck zu zermürben. Ähnlich ging es David im Alten Testament und auch lex! bei seinem Debütalbum. Er ist ein junger Künstler aus Hamburg-West, der sich mit seinem besonderen Stil von der Masse abheben möchte. Inspirationen wie Albert Camus, Kanye West, Jamie xx und die Musik der Romantik bilden die Grundlage für das Werk „Goliath“ auf dem lex! jedem, der bereit ist zuzuhören, seine eigene Geschichte erzählt Julian Lex [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/next-up/lex-welcher-mensch-stirbt-schon-durch-einen-stein">lex! – Welcher Mensch stirbt schon durch einen Stein?</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Jeder kennt das Gefühl, vor einer unbezwingbaren Herausforderung zu stehen und am Druck zu zermürben. Ähnlich ging es David im Alten Testament und auch lex! bei seinem Debütalbum. Er ist ein junger Künstler aus Hamburg-West, der sich mit seinem besonderen Stil von der Masse abheben möchte. Inspirationen wie Albert Camus, Kanye West, Jamie xx und die Musik der Romantik bilden die Grundlage für das Werk „Goliath“ auf dem lex! jedem, der bereit ist zuzuhören, seine eigene Geschichte erzählt</strong></p>



<p>Julian Lex Hergert, wie <strong>lex!</strong> mit bürgerlichem Namen heißt, ist quasi seit seiner Kindheit für eine Karriere als Musiker prädestiniert. Aufgewachsen in einem kreativen Haushalt, hatte er früh Gitarren- und Saxophonunterricht und spielte daraufhin erfolgreich in Jazz-Combos. Gleichzeitig begann er aber schon mit 12 seine eigenen Beats zu produzieren, was immer mehr zu seiner Priorität wurde. Nach einer längeren Phase des Ausprobierens, mit zwei Singles (<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/6VGuyGS0lvM2IrsVkSQGzJ?si=e4b5a5b0d27b43f9">»Weg Von Hier«</a> und <a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/2RLgGPUFZvv5flN2Gr3Ce3?si=6e97ca8db9654909">»Action«</a>), die eher eine kommerzielle Agenda verfolgten, festigte sich seine Vision im kürzlich erschienenen Debütalbum <a href="https://open.spotify.com/intl-de/album/09SpIxERbSjbCOzwVp9UDV?si=iYM33P6gQ6apED6RvIciHQ">»Goliath«</a> zu einem individuellen Stil.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ambition vs. Selbstzweifel</strong></h2>



<p>Die Grundidee des Albums entstand letztes Jahr im Sommer bei einem Besuch im Kunsthistorischen Museum Wien. Inspiriert vom Gemälde des italienischen Barockkünstlers Caravaggio „David mit dem Haupt des Goliath“, begann er, gerade fertig mit der Schule, seine eigenen Erfolge zu überdenken. Das Kunstwerk zeigt einen David, der trotz vollbrachter Heldentat nicht ganz zufrieden scheint.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Michelangelo_Merisi_gen._Caravaggio__Kunsthistorisches_Museum_Wien_Gemaeldegalerie_-_David_mit_dem_Haupt_des_Goliath_-_GG_125_-_Kunsthistorisches_Museum-1.jpg"><img decoding="async" width="1024" height="797" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Michelangelo_Merisi_gen._Caravaggio__Kunsthistorisches_Museum_Wien_Gemaeldegalerie_-_David_mit_dem_Haupt_des_Goliath_-_GG_125_-_Kunsthistorisches_Museum-1-1024x797.jpg" alt="" class="wp-image-15836" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Michelangelo_Merisi_gen._Caravaggio__Kunsthistorisches_Museum_Wien_Gemaeldegalerie_-_David_mit_dem_Haupt_des_Goliath_-_GG_125_-_Kunsthistorisches_Museum-1-1024x797.jpg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Michelangelo_Merisi_gen._Caravaggio__Kunsthistorisches_Museum_Wien_Gemaeldegalerie_-_David_mit_dem_Haupt_des_Goliath_-_GG_125_-_Kunsthistorisches_Museum-1-300x233.jpg 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Michelangelo_Merisi_gen._Caravaggio__Kunsthistorisches_Museum_Wien_Gemaeldegalerie_-_David_mit_dem_Haupt_des_Goliath_-_GG_125_-_Kunsthistorisches_Museum-1-768x598.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Michelangelo_Merisi_gen._Caravaggio__Kunsthistorisches_Museum_Wien_Gemaeldegalerie_-_David_mit_dem_Haupt_des_Goliath_-_GG_125_-_Kunsthistorisches_Museum-1-500x389.jpg 500w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Michelangelo_Merisi_gen._Caravaggio__Kunsthistorisches_Museum_Wien_Gemaeldegalerie_-_David_mit_dem_Haupt_des_Goliath_-_GG_125_-_Kunsthistorisches_Museum-1-800x622.jpg 800w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Michelangelo_Merisi_gen._Caravaggio__Kunsthistorisches_Museum_Wien_Gemaeldegalerie_-_David_mit_dem_Haupt_des_Goliath_-_GG_125_-_Kunsthistorisches_Museum-1-1280x996.jpg 1280w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Michelangelo_Merisi_gen._Caravaggio__Kunsthistorisches_Museum_Wien_Gemaeldegalerie_-_David_mit_dem_Haupt_des_Goliath_-_GG_125_-_Kunsthistorisches_Museum-1-770x599.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Michelangelo_Merisi_gen._Caravaggio__Kunsthistorisches_Museum_Wien_Gemaeldegalerie_-_David_mit_dem_Haupt_des_Goliath_-_GG_125_-_Kunsthistorisches_Museum-1-1400x1089.jpg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Michelangelo_Merisi_gen._Caravaggio__Kunsthistorisches_Museum_Wien_Gemaeldegalerie_-_David_mit_dem_Haupt_des_Goliath_-_GG_125_-_Kunsthistorisches_Museum-1.jpg 1500w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Michelangelo Merisi da Caravaggio, „David mit dem Haupt des Goliath“, um 1600</figcaption></figure>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Dieses Bild spiegelt sich im Album wider: Es ergründet, insbesondere auf Songs wie <a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/2SzdXBW637gWUIAGrioPgR?si=45d7737cf7474163">»David«</a>, den Konflikt zwischen hoher Ambition und Selbsthass, der oft Erfüllung den Weg versperrt. Der hohe Anspruch ist ein zweischneidiges Schwert, das den Prozess der Selbstoptimierung vorantreibt, gelegentlich aber auch zu überheblichen Passagen wie auf <a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/77CvBLpqX0PxheDixvKucK?si=f1f8b26154d14816">»Ich Dich Auch«</a> führt.</p>



<p>Das Album soll dennoch Mut machen. Obwohl Goliath, der (unter anderem) die beschriebenen Ängste und Selbstzweifel verkörpert, wie ein unbezwingbarer Riese wirkt, wird er durch Davids Steinwurf, menschlich und verletzlich. Derartige Gefühle können also bekämpft werden.</p>



<p>Darüber hinaus schildert lex! ehrlich und ungeschönt die Geschichte einer Trennung. Songs wie <a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/0mlEjacboB83AkrzqJWLDs?si=d4d30ea329214ec1">»Wann«</a> und <a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/0NYRzPAuopwITfWBO9znLe?si=2d30bcaf4ffa42ac">»Geh«</a> sind ein Auf und Ab zwischen Wut, Trauer, Einsamkeit und der Hoffnung auf Besserung, die im Outro <a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/7aTs0J3ilGKcHsvQafw0Jx?si=a827230be1324a5c">»Weiterleben«</a> still und resignativ versiegt.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zwischen Musiktheorie und Jersey Club</strong></h2>



<p>Musikalisch folgt »Goliath« ebenfalls einem roten Faden. Zwischen Jersey Club, Trap und Akustik-Gitarren verbindet lex!, der fast komplett für Produktion und Texte verantwortlich ist, die Tracks durch passende Kadenzen so, dass sie tonal ineinander übergehen.&nbsp;</p>



<p>Inspiriert von Vorbildern wie <strong>Fredo </strong>und <strong>Souly</strong>, spielt lex! in seinen Vocals mit Betonung und Stimmfarbe und bringt mit dieser erweiterten Ausdrucksform eine gewisse Fragilität in seine Musik.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Nächste Hamburg</strong></h2>



<p>Das Gesamtwerk des Albums schließt auch den visuellen Bereich mit ein. Im Laufe der hochwertigen Musikvideos erzählt lex! die Geschichte von »Goliath« stilvoll weiter. </p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
https://www.youtube.com/watch?v=tfZBop30zU0
</div></figure>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



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<div class="wp-block-group is-nowrap is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-ad2f72ca wp-block-group-is-layout-flex">
<p>Hierbei greift er Caravaggio‘ Stil gekonnt auf und verwendet eine innovative Infrarot-Filmtechnik, um atmosphärische Schwarz-Weiß Bilder zu erschaffen.</p>
</div>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Artboard-1DNH-Logo-DARKGRUEN-SCHWARZ.png"><img decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Artboard-1DNH-Logo-DARKGRUEN-SCHWARZ-1024x1024.png" alt="" class="wp-image-15827" style="width:180px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Artboard-1DNH-Logo-DARKGRUEN-SCHWARZ-1024x1024.png 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Artboard-1DNH-Logo-DARKGRUEN-SCHWARZ-300x300.png 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Artboard-1DNH-Logo-DARKGRUEN-SCHWARZ-150x150.png 150w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Artboard-1DNH-Logo-DARKGRUEN-SCHWARZ-768x768.png 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Artboard-1DNH-Logo-DARKGRUEN-SCHWARZ-1536x1536.png 1536w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Artboard-1DNH-Logo-DARKGRUEN-SCHWARZ-2048x2048.png 2048w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Artboard-1DNH-Logo-DARKGRUEN-SCHWARZ-500x500.png 500w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Artboard-1DNH-Logo-DARKGRUEN-SCHWARZ-800x800.png 800w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Artboard-1DNH-Logo-DARKGRUEN-SCHWARZ-1280x1280.png 1280w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Artboard-1DNH-Logo-DARKGRUEN-SCHWARZ-1920x1920.png 1920w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Artboard-1DNH-Logo-DARKGRUEN-SCHWARZ-120x120.png 120w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Artboard-1DNH-Logo-DARKGRUEN-SCHWARZ-240x240.png 240w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Artboard-1DNH-Logo-DARKGRUEN-SCHWARZ-360x360.png 360w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Artboard-1DNH-Logo-DARKGRUEN-SCHWARZ-540x540.png 540w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Artboard-1DNH-Logo-DARKGRUEN-SCHWARZ-720x720.png 720w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Artboard-1DNH-Logo-DARKGRUEN-SCHWARZ-770x770.png 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Artboard-1DNH-Logo-DARKGRUEN-SCHWARZ-1400x1400.png 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Artboard-1DNH-Logo-DARKGRUEN-SCHWARZ-125x125.png 125w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<p>Verantwortlich für die Visuals ist das Team des Hamburger Kreativkollektivs <a href="https://www.instagram.com/dasnaechstehamburg/">„Das Nächste Hamburg“</a>, die das gesamte Albumprojekt begleitet haben.</p>



<p>Ihr Ziel ist es, langfristig einen Rahmen zu kreieren, in dem sich eine klare Hamburger Szene und Identität bilden kann.</p>



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<div style="height:1px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wie geht es weiter?</strong></h2>



<p>Mit »Goliath« hat lex! es geschafft, der allgegenwärtigen Schnelllebigkeit einen eigenen Entwurf entgegenzusetzen. Konträr zum Zeitgeist, in dem Songs mehr und mehr für Tiktok Snippets optimiert werden, hat er ein komplexes Album mit dem Fokus auf das künstlerische Gesamtprodukt erschaffen. In Hinblick darauf, dass er vor diesem Projekt nur zwei losgelöste Songs veröffentlicht hat, legt er die Messlatte für zukünftige Releases damit hoch an. Es bleibt zum einen gespannt zu warten, ob es wieder ein Konzeptalbum wird oder ob er sich, ähnlich wie <strong>OG Keemo</strong> und <strong>Funkvater Frank </strong>mit <a href="https://open.spotify.com/intl-de/album/7dGH4nr5sFVyGJQ2f6D3jl?si=0RrKr3plTGuFq3Nd1MMaOg">»Fieber«</a>, nach diesem vielschichtigen Projekt ein wenig austobt. Fakt ist: lex! hat sich mit diesem Album als vielversprechender Künstler bewiesen, den man definitiv im Auge behalten sollte.&nbsp;</p>



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