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	<title>Kultur Archive - Mostdope</title>
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		<title>Redeverbot im Namen der Freiheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Aslı Köroğlu]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Nov 2025 18:00:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Editorials]]></category>
		<category><![CDATA[Ausladung]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Deutschland soll Meinungsfreiheit heilig sein. Doch wer Solidarität mit Palästina zeigt, riskiert immer häufiger, dass man ihm die Bühne wegnimmt oder ihn ganz auslädt. Das vermeintlich offene Kulturland gerät unter Druck seiner eigenen Förder*innen. Ein Blick auf zwei Fälle: Nura und das Lunatic-Festival. Nura, bekannt für ihren ehrlichen und gesellschaftskritischen Sound, hat sich mit ihrem Engagement für Palästina in ein gefährliches Fahrwasser begeben. Ein auf Instagram geteilter Screenshot aus ihrem Musikvideo zu »FUBU«, der sie vor einem Graffiti mit [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>In Deutschland soll Meinungsfreiheit heilig sein. Doch wer Solidarität mit Palästina zeigt, riskiert immer häufiger, dass man ihm die Bühne wegnimmt oder ihn ganz auslädt. Das vermeintlich offene Kulturland gerät unter Druck seiner eigenen Förder*innen. Ein Blick auf zwei Fälle: Nura und das Lunatic-Festival.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nura, bekannt für ihren ehrlichen und gesellschaftskritischen Sound, hat sich mit ihrem Engagement für Palästina in ein gefährliches Fahrwasser begeben. Ein auf Instagram geteilter Screenshot aus ihrem Musikvideo zu »FUBU«, der sie vor einem Graffiti mit der Aufschrift “Free Palestine” zeigt, wird als deutliches politisches Statement gelesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das blieb aber natürlich nicht ohne Konsequenzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">ProSieben lud sie aus ihrer Sendung “Late Night Berlin” aus, nachdem dieser Post viral ging. Ein Sprecher des Senders begründete die Absage nicht mit einem klaren Wort, was vieles offen lässt, aber signalisiert, dass das Statement Nuras zu heiß war. In ihrer eigenen Stellungnahme schrieb sie später: “Krieg ist nie eine Lösung… für das, was aktuell passiert, stehe ich nicht als Befürworterin.” Dennoch sieht sie sich einer Debatte ausgeliefert, in der Solidarität offenbar als moralisch toxisch gilt. Zumindest in Teilen der deutschen Öffentlichkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist kein Zufall, kein Missverständnis. Es ist ein strukturelles Problem. Deutschland lobt sich selbst für seine demokratischen Werte, aber wenn eine Künstlerin mit “nicht-konformen” politischem Statement die Bühne verlässt, ist die Rhetorik des offenen Diskurses reine Fassade. Wir erleben, wie kritische Haltung gegen die israelische Politik zunehmend als “Hass” interpretiert wird, nicht als legitime politische Haltung.  Je radikaler ein Statement, desto lauter muss man schweigen. Die Metapher ist brutal. Man gibt dir ein Mikrofon, aber nur, wenn deine Botschaft genehm ist.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Lunatic-Festival: Selbstzensur unter Förderdruck</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Zensurmechanismus ist nicht nur auf große Medienhäuser beschränkt. Gerade in studentisch organisierten, kulturell progressiven Räumen zeigt sich, wie systematisch das Problem ist. Das Lunatic-Festival an der Leuphana Universität Lüneburg ist ein Paradebeispiel. Ursprünglich sollten zwei Veranstaltungen mit “Students for Palestine” stattfinden, unteranderem eine Diskussion zum “grünen Kolonialismus in Palästina”.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch dann wurden beide Programmpunkte kurz vor dem Festival gestrichen. Offiziell, weil “kritische Reaktionen” und vor allem Fördergeber*innen Druck ausgeübt hätten. Sponsor ist die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM). Der Verband Jüdischer Studierender bat darum, die Förderung einzustellen, falls die pro-palästinensischen Gruppen nicht ausgeladen würden. Das Festival-Team begründete die Absage damit, dass sie <a href="https://www.landeszeitung.de/lokales/lueneburg-lk/lueneburg/lunatic-festival-2025-veranstaltungen-abgesagt-nach-antisemitismus-vorwuerfen-MK2DXJAOENDWFCCVZ5MZWKWPIE.html">&#8220;nicht über die strukturellen Ressourcen&#8221;</a> verfüge, um die politische Debatte in dieser Form zu verantworten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Problem hier ist nicht nur die Absage. Es ist die Logik hinter ihr. Kulturförderung wird politisch instrumentalisiert. Wenn Fördergelder an Bedingungen geknüpft sind, wer sprechen darf und wer nicht, dann bleibt von echter Meinungsfreiheit wenig übrig. In studentischen Orten, die traditionell für progressives Denken stehen, wird so ein Raum für lebendige politische Debatten kaputt. Und es ist fatal, denn die Absage wird als “eigenverantwortliche Entscheidung” verkauft. Gleichzeitig zieht aber genau dieser Druck wegen der Förderströme die Fäden. Sowas ist keine freie Kunst, das ist Zensur mit rosa Handschuhen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Welche Kunst hält dieses Land aus?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese beiden Fälle stehen nicht isoliert da. Sie sind Teil eines besorgniserregenden Trends. “Meinungsfreiheit”, die in Deutschland hochgehalten wird, hat Grenzen. Und diese Grenzen ziehen sich genau dort entlang, wo Solidarität artikuliert wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir müssen uns also fragen: Wollen wir wirklich in einem Land leben, in dem Kulturförderung zur politischen Zensurmaschine wird? In dem Geld nicht mehr Mittel zur Kreativität ist, sondern zur Disziplinierung? Wo Redefreiheit nur solange gilt, wie sie keine empfindlichen Machtstrukturen berührt?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und gerade wir, die aus dem Hip-Hop kommen, wissen wie absurd das ist. Wir kennen die Wurzeln dieser Kultur. Sie sind nie dort gewachsen, wo sich Macht wohlfühlt. Hip-Hop ist entstanden, weil Menschen systematisch ausgeschlossen, verdrängt, mundtot gemacht wurden und trotzdem ihre Stimme lauter gestellt haben, als irgendjemand ertragen konnte. Es war immer ein Werkzeug gegen Ungerechtigkeit und ein Ventil gegen staatliche Kontrolle und soziale Stille.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb geht es hier nicht nur um Nura. Nicht nur um ein Festival in Lüneburg. Es geht um die Frage, ob dieses Land bereit ist, die Kultur, die sie so gern feiert, auch dann zu ertragen, wenn sie unbequem wird.&nbsp;Und wir als Kinder dieser Kultur, als Liebhaber*innen von Beats, Bars und Widerstand, wissen: Kunst, die keine Reibung erzeugen darf, ist keine Kunst.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Ezhel bringt Farben in die Diaspora: Performance bei A COLORS SHOW</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Krow]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Nov 2024 17:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der in Berlin lebende türkische Rapper Ezhel feiert sein COLORS-Debüt mit seiner neuen Single »KEDI« – ein Vorbote seines kommenden Albums »Derdo«, das am 22. November 2024 erscheint. Vor der ikonischen, monochromen Kulisse von A COLORS SHOW präsentiert Ezhel den Track »KEDI« der das Leben zwischen zwei Welten beleuchtet. Persönliche Kämpfe und Identität stehen im Zentrum und werden durch die perfekt abgestimmte Farbgebung der Bühne in Szene gesetzt. &#8220;All COLORS, no genres – mit dieser Philosophie hat sich COLORS als [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der in Berlin lebende türkische Rapper Ezhel feiert sein COLORS-Debüt mit seiner neuen Single »KEDI« – ein Vorbote seines kommenden Albums »Derdo«, das am 22. November 2024 erscheint.</strong></p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
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<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Vor der ikonischen, monochromen Kulisse von <strong>A COLORS SHOW </strong>präsentiert <strong>Ezhel</strong> den Track »KEDI« der das Leben zwischen zwei Welten beleuchtet. Persönliche Kämpfe und Identität stehen im Zentrum und werden durch die perfekt abgestimmte Farbgebung der Bühne in Szene gesetzt. &#8220;All COLORS, no genres – mit dieser Philosophie hat sich COLORS als Plattform für genreübergreifende, minimalistische Performances von Artists aus aller Welt einen Namen gemacht. Nun reiht sich auch Ezhel in diese Riege ein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein bisschen Ankara, ein bisschen Kreuzberg – Wer ist Ezhel?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ezhel – oder wie die Nachbarn im Berliner Treppenhaus ihn kennen, <strong>Sercan İpekçioğlu</strong> – wuchs in Ankara auf und fand seine musikalische Heimat in Berlin. Sein Stil: ein wilder Mix aus Trap, Hip-Hop, Reggae und anatolischen Einflüssen, der Ankaras Hinterhöfe mit Berlins urbanem Puls verschmelzen lässt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">2017 brachte er mit seinem Debütalbum »<a href="https://open.spotify.com/intl-de/album/5mo701EsMb8GFdF4YL3NG8?si=dbboR1KyT3aWnl0rzt4JAA">Müptezhel</a>« einen frischen Wind in die türkische Rap-Szene. Seither thematisiert er in seinen Texten das Leben zwischen zwei Kulturen und greift gesellschaftliche sowie politische Themen auf. &#8220;Was bedeutet Heimat? Wo finde ich meinen Platz? Diese Fragen stellt er sich nicht nur selbst, sondern auch seinen Hörer*innen&#8221; – und gibt so der Diaspora eine Stimme – für alle, die sich nach einem verlorenen Zuhause sehnen oder in der Fremde nach Halt suchen. Er steht für eine Generation, die zwischen Heimat und Fremde lebt, und verarbeitet Themen wie Migration, Identität und soziale Gerechtigkeit. Ein Exilant, der trotz aller Distanz sein Heimatgefühl und seine politische Haltung nicht abgelegt hat. 2018 geriet er mit türkischen Behörden in Konflikt und musste kurzzeitig ins Gefängnis, nachdem ihm &#8220;Anstiftung zum Drogenkonsum&#8221; vorgeworfen wurde. Doch die Widrigkeiten machten ihn nur stärker.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit seinem Auftritt bei A COLORS SHOW unterstreicht Ezhel erneut seinen Status als Grenzgänger – ein Künstler, der sich zwischen Ankara und Berlin bewegt und dabei die Grenzen von Musik und Identität neu definiert.</p>
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