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	<title>Interview Archive - Mostdope</title>
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	<title>Interview Archive - Mostdope</title>
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		<title>Verifiziert über das Dasein als sad baddie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Magnus Menzer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Feb 2026 12:14:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Für Veri sind Verletzlichkeit und Selbstbewusstsein keine Gegensätze, sondern grundlegende Bestandteile ihrer Attitüde”, heißt es im ersten Beitrag, den wir 2021 über verifiziert veröffentlicht haben. Seitdem hat die Wienerin eine eindrucksvolle Entwicklung hingelegt. Aus der aufstrebenden Newcomerin ist eine unhatebare Szenegröße – mit einer wholesome Community (samt Discord-Server sowie bald auch Livestreams auf Twitch) und gefragten Songwritingskills (unter anderem für Popstars wie JORIS) – geworden. Inmitten aller Veränderung bleibt Veri sich treu. Wien ist noch immer die Comfort Zone und „Verletzlichkeit [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/verifiziert-track-by-track-ueber-traurigkeit-wut-und-heilung">Verifiziert über das Dasein als sad baddie</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong><em>„Für Veri sind Verletzlichkeit und Selbstbewusstsein keine Gegensätze, sondern grundlegende Bestandteile ihrer Attitüde”,</em> heißt es <a href="https://mostdope.tv/next-up/verifiziert-vertraeumt-durch-wien">im ersten Beitrag</a>, den wir 2021 über verifiziert veröffentlicht haben. Seitdem hat die Wienerin eine eindrucksvolle Entwicklung hingelegt. Aus der aufstrebenden Newcomerin ist eine unhatebare Szenegröße – mit einer wholesome Community (samt <a href="https://discord.gg/sQf9nJycEF">Discord-Server</a> sowie bald auch Livestreams auf Twitch) und gefragten Songwritingskills (unter anderem für Popstars wie JORIS) <strong>–</strong> geworden. <br>Inmitten aller Veränderung bleibt Veri sich treu. Wien ist noch immer die Comfort Zone und „<em>Verletzlichkeit und Selbstbewusstsein” </em>bilden auch auf der jüngst erschienen »sad baddie anthem«-EP das Kernmotiv, vielleicht mehr denn je. Wir haben die Künstlerin Track by Track zu der EP und dem Dasein als <em>sad baddie</em> befragt!</strong></p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
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<div style="height:26px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Der Titel gibt ja schon einiges vorweg, aber wie würdest du in eigenen Worten beschreiben, was die Grundidee der EP ist, auch in Abgrenzung zum Vorgänger »arizona 2012«?</strong></p>



<p>In der EP geht es im Großen und Ganzen um Trennungen und das nicht nur im romantischen Kontext, sondern auch Trennung von Freundschaften und Trennung von sich selbst, also wenn man sich ein bisschen verliert. Dazu kamen dann meine Sad-Baddie-Features, die ja auch alle vereint, dass sie gut darin sind, traurige Songs zu machen. Ein paar von den Songs sind auch in der Zeit entstanden, in der »arizona 2012« entstanden ist. Aber ich wollte das bewusst aufteilen, weil »Arizona« sich für mich wie ein Sommerprojekt angefühlt hat – und »sad baddie anthem« gehört in die kalte Jahreszeit. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>1. »denk drüber nach</strong>« (mit hidden Feature)</h2>



<p>Feature? Nö, das bin ja alles ich. (<em>lacht</em>) Also »denk drüber nach« ist ein Song, in dem es um eine beste Freundschaft geht. Genauer gesagt um eine beste Freundinnenschaft, die immer schon existiert, mit der man wahnsinnig viel erlebt hat, sowohl Gutes als auch Schlechtes, die sich im Älterwerden zwar verläuft – weil es schwieriger wird, sich regelmäßig zu sehen – die im Kern aber trotzdem noch bestehen bleibt. Dafür habe ich eine gute Musikfreundin gefragt, ob sie nicht zwei Zeilen singen möchte. Der Name wird nicht bekannt gegeben. Aber sie hat mir die Ehre erwiesen und diese Zeilen gesungen, weil sie den Song auch sehr gefühlt hat.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><strong>Wir haben beide geweint, auch wenn nur eine müsste</strong>.</p>
</blockquote>



<p><strong>Ich hatte das Gefühl, dass der Song über diese Freundschaft den Rahmen dafür setzt, dass das »sad baddie anthem«-Motiv auch sehr viel mit Solidarität unter „<em>sad baddies</em>” zu tun hat, die du dann wiederum musikalisch zusammenbringst.&nbsp;</strong></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="819" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3038-819x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-20628" style="width:248px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3038-819x1024.jpeg 819w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3038-240x300.jpeg 240w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3038-768x960.jpeg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3038-1229x1536.jpeg 1229w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3038-770x963.jpeg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3038.jpeg 1320w" sizes="(max-width: 819px) 100vw, 819px" /></figure>
</div>


<p>Ja voll! Das war mir auch wichtig im Prozess. Ich habe mich viel mit meinen Girls ausgetauscht und mit anderen Musikerinnen. Es war sehr schön, mit vielen Frauen zu arbeiten. Meine A&amp;R (<strong>Lara Bette</strong>, Anm. der Redaktion), die auch viel mitgewirkt hat, zum Beispiel das Cover und mit mir Social-Media-Pläne erstellt hat, die ist selbst auch eine <em>sad baddi</em>e.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>2. »sex and the city</strong>«</h2>



<p>»sex and the city« ist ja der einzige Song, der keine Single war und der ist recht spontan entstanden. Ich war in einer Songwriting-Session mit einem Musiker, der dann früher gehen musste, bin mit dem Produzenten <strong><a href="https://www.instagram.com/markuswilfinger/">Markus Wilfinger</a></strong> noch im Studio geblieben und dann haben wir einfach diesen Song gemacht. Also es hat sich irgendwie richtig schön ergeben. Ich habe schon ein paar Erinnerungen von mir selbst einfließen lassen, aber eigentlich ist es eher die Geschichte einer fiktiven Person, die daheim rottet in Depression und nichts macht, was eigentlich gut für sie ist, außer <em>Sex and the City</em> zu schauen. Für mich war die Hook so ein Bild davon, dass man sich in dieser Leere, damit man wenigstens irgendwas spürt, einen Bootycall anruft, wo wieder etwas aufflammt, aber gleich wieder weg ist und dann geht der ganze Loop von vorne los. Diese Spirale von sich selbst verlieren und sich selbst ablenken – das ist für mich die Geschichte, die »sex and the city« erzählen soll. Das ist der Song, den ich vorhin meinte, als ich von der „Trennung von sich selbst” gesprochen habe.</p>



<p><strong>Wo du gerade Markus Wilfinger erwähnt hast, kannst du uns vielleicht einen Abriss geben, mit welchen Produzenten du in der Entstehung der EP zusammengearbeitet hast?</strong></p>



<p>Bei den meisten Songs hatte <strong><a href="https://www.instagram.com/pradahenny/">Hnnzy</a></strong> seine Finger im Spiel, weil ich mit ihm jetzt ein gemeinsames Studio habe. Seit der »arizona 2012«-EP ist er ein fester Bestandteil meines Teams und hilft mir viel, zum Beispiel was die Sound-Ästhetik betrifft. Er war übrigens auch der Namensgeber der EP.</p>



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<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Insgesamt sind eigentlich alle, die an der EP beteiligt sind, gute Friends von mir, mit denen ich auch schon davor zusammengearbeitet habe. Es war schon alles so in einem Kreis und es ist alles in Wien entstanden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>3. »besser so</strong>«</h2>



<p>Bei »besser so« war <strong>Luna</strong> in Wien und hat mich gefragt, ob wir nicht einen Tag lang Musik machen wollen. Und ich habe mir gedacht: „Unbedingt!” Wir kannten uns schon von einem Songwriting-Camp und hatten uns da voll gut verstanden. Dann haben wir nach einem gemeinsamen Nenner gesucht, worüber wir schreiben könnten – nicht dass man den zwingend braucht, aber es ist halt schon cool für so einen gemeinsamen Song. Dann sind wir auf das Thema gekommen, dass wir beide, bevor wir Musik gemacht haben, beste Freundinnen hatten, die irgendwann nicht mehr so gut damit umgehen konnten, dass wir jetzt auch in dieser anderen Szene stattfinden, die sie irgendwie nicht verstehen. Das ist ziemlich toxic geworden und hat die Freundschaft sehr anstrengend und stressig gemacht. Außerdem war es bei uns beiden so, dass sich die Freundinnen jeweils noch voll an dieser Freundschaft, wie sie davor war, festgeklammert haben und uns basically gesagt haben, dieser Beruf tue uns nicht gut. Dann sind wir beide zum gleichen Fazit gekommen: Es ist ja jetzt viel besser so. Der Freundin tut es nicht gut, wenn sie sich die ganze Zeit darüber ärgert, was wir machen. Und uns tut es nicht gut, wenn uns die ganze Zeit irgendjemand sagt, dass das kein gutes Umfeld ist. </p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" width="576" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3039-576x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-20629" style="aspect-ratio:0.5625000186588459;width:347px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3039-576x1024.jpeg 576w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3039-169x300.jpeg 169w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3039-768x1366.jpeg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3039-864x1536.jpeg 864w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3039-1152x2048.jpeg 1152w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3039-770x1369.jpeg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3039.jpeg 1320w" sizes="(max-width: 576px) 100vw, 576px" /></figure>
</div>


<p>Long story short: Wir haben den Song dann Wort für Wort gemeinsam geschrieben und damit ist »besser so« entstanden. Kurz gefasst geht es darum, dass Freundschaften sich verlaufen dürfen und dass genau das manchmal auch wichtig ist, wenn man nicht in die gleiche Richtung geht.&nbsp;</p>



<p><strong>Hast du das Gefühl, dass die ganze EP so einen heilsam positiven Grundgedanken verkörpert, auch wenn es eigentlich im ersten Eindruck traurige Songs sind?</strong></p>



<p>Ja, ich finde schon. Ich finde genau dafür das Wort »sad baddie« so passend. Traurigkeit macht einen manchmal ein bisschen schwach. Wenn man traurig ist oder enttäuscht wird, dann wird man kleiner. Aber als <em>Baddie</em> hat man dann trotzdem diese Wut. Die wiederum macht einen viel stärker, wenn man so sauer auf irgendwas reinkommt. Eine »sad baddie« zu sein meint dann das Selbstverständnis: „Hey, wir sind gerade traurig, aber wir sind <em>Baddies</em>, deswegen kriegen wir das schon hin!”</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>4. »mein zimmer</strong>«</h2>



<p>Hier war das Writing ähnlich wie bei Luna, dass wir uns überlegt haben, was uns gerade so beschäftigt und durch den Kopf schwebt. Dann sind wir im Gespräch auf ein Thema gekommen, dass man sich irgendwie manchmal, wenn man in so eine Limerence verfällt, in eine Obsession mit einem Crush, dass man sich teilweise ungewollt total für die Person verändert – dass man dann zum Beispiel sein Zimmer so einrichtet, wie es die Person mögen könnte. Und dass man sich durch diesen riesigen, intensiven Crush selbst voll verliert und gar nicht mehr weiß, wer man ist, was man möchte und ob es das überhaupt wert ist. Dann haben wir auch hier jedes Wort zusammengeschrieben und es war insgesamt ein sehr besonderer Writing-Prozess. Wir waren sicher so zehn Stunden im Studio, <strong>Domiziana</strong> hat uns Tarot gelegt und wir haben Tee getrunken – richtig healing irgendwie. Es sind sogar Tränen geflossen während der Session und es war einfach total schön. Wir waren zu viert, mit Hnnzy und <strong><a href="https://www.instagram.com/johannes_madl/">Johannes Madl</a></strong>, und alle waren ganz beseelt am Ende, als der Song fertig war.&nbsp;&nbsp;</p>



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<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>5. »people pleaser</strong>«</h2>



<p>Ja, »people pleaser«, das bin ich nun mal. Ich glaube, das ist der älteste Song von der EP. Den haben wir immer wieder neu gemacht, gemeinsam mit <strong><a href="https://www.instagram.com/foodforthoughtmusic/">Food for Thought</a></strong>, weil ich nicht ganz zufrieden war und das ist jetzt die neueste Version. Aber die Idee von People Pleaser steht auf jeden Fall schon sehr lange. Das war in einer Zeit, in der ich gemerkt habe: Ich mache Dinge viel lieber für andere als für mich selbst. Seitdem ich das gelernt habe, ist es besser geworden. Aber damals konnte ich sehr gut aus dieser extremen People-Pleaser-Perspektive schreiben, weil ich es so gut von mir kenne, dass man Dinge für andere macht, anstatt für sich selbst. Der Song soll dafür so ein Wake-up-Call sein.</p>



<p><strong>Für dich selbst oder für andere People-Pleaser?</strong>&nbsp;</p>



<p>Für andere, dass sie sich beim Hören selbst ertappt fühlen.&nbsp;</p>



<p><strong>Hast du dann auch Feedback bekommen, dass Leute sich darin wiedergefunden haben?&nbsp;</strong></p>



<p>Ja, sehr viel. Sehr viele Girls, wirklich hauptsächlich Frauen eigentlich. Ich weiß nicht, was das aussagt. Aber auf jeden Fall haben sich viele wiedergesehen in dem Text.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>5. »sad baddie anthem</strong>«</h2>



<p>»sad baddie anthem« hatte auch einen sehr schönen Entstehungsprozess. Das war bei einem Songwriting Camp, wo wir Hnnzy spontan mitgenommen haben, weil ein anderer Produzent ausgefallen ist. Es war der erste Tag des Camps, am Attersee im Mai, also richtig idyllisch. Wir hatten unabhängig voneinander Sessions mit anderen Leuten, die so um 10 am Abend vorbei waren. Und dann haben wir gesagt, irgendwie müssen wir jetzt noch was gemeinsam machen. In dieser Nacht ist »sad baddie anthem« entstanden, innerhalb von drei Stunden. Wenn Songs so schnell entstehen, fühlt sich das immer ganz richtig an. Es war so ein Song, den man nach der Session in Dauerschleife anhört, weil man irgendwie noch gar nichts checkt, was man da gerade gemacht hat. Es geht um gefühlt alle meine Ex-Romanzen und Ex-Beziehungen zusammengefasst als eine Person und darum, zu erkennen, wo ich besseres verdient habe. Und dass es auch okay ist, sowas mal durchzumachen, weil ich im Endeffekt, also durch toxische Beziehungen gelernt habe, wo ich meine Bar setzen möchte. My bar is high! Jetzt kriege ich nur noch Princess Treatment. Das soll andere ermutigen, sie auch hoch anzusetzen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" width="590" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3041-590x1024.jpg" alt="" class="wp-image-20630" style="width:261px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3041-590x1024.jpg 590w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3041-173x300.jpg 173w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3041-768x1334.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3041-885x1536.jpg 885w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3041-1179x2048.jpg 1179w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3041-770x1337.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Kopie-von-IMG_3041.jpg 1320w" sizes="(max-width: 590px) 100vw, 590px" /></figure>
</div>


<p>Ich finde der Song ist so besonders, weil er sehr explizit auf meine Situation geschrieben ist, aber mir trotzdem so viele Leute geschrieben haben, dass sie damit relaten können. Zum Beispiel die Zeile: „<em>Und was du ihr gibst, hast du alles erst von mir gelernt / Wie du sie glücklich machst, bei mir fiel dir das viel zu schwer</em>.” Da haben mir so viele Leute geschrieben, dass sie den Tränen nahe waren.&nbsp;</p>



<p>Was ich auch sehr gerne mag, ist, dass wir in keiner Sekunde überlegt haben, ob wir da einen Drop einbauen oder Drums. Es war von Anfang an ganz wichtig, dass ganz wenig passiert und Stimme und Text im Vordergrund sind. Mit diesem Song war uns klar, wir müssen eine »sad baddie anthem«-EP machen, weil das der Vibe ist, den wir jetzt fahren wollen.&nbsp;</p>



<p>»denkt drüber nach« und »sad baddie anthem« sind auch in der gleichen Woche entstanden. Stilistisch passen sie auch gut zusammen, gerade die beiden Beats. Es war auch lange die Überlegung, ob das ein Doppel-Release wird, dass es nur diese zwei Songs gibt.&nbsp;</p>



<p><strong>Ich finde es spannend, dass du meintest, die toxischen Erfahrungen haben für dich dafür gesorgt, dass deine Erwartungen hoch sind. Ist das nicht ein bisschen kontraintuitiv? Es ist doch oft so, dass Leute eher gegenteilig konditioniert werden und sich dann schon mit dem Minimum zufriedengeben.&nbsp;</strong></p>



<p>Ja, auf jeden Fall. Ich glaube, das ist mir auch passiert. Aber es wurde immer gesünder. Ich war auch länger in einer Beziehung, wo ich dann gemerkt habe, eigentlich tut es nicht so gut. Und ich glaube, daraus lernt man viel darüber zu reden und sich selbst klar zu werden: Wie will ich eigentlich behandelt werden? Wie hätte ich gern, dass meine zukünftige Tochter behandelt wird? Oder wenn ich zum Beispiel sehe, wie meine besten Freundinnen behandelt werden, die eine hat einen Freund, der nicht gut zu ihr ist und ich bin sauer, und die andere hat einen Freund, der sie vergöttert und ich denke mir: Ja, genau so soll es sein. Das hat alles dazu beigetragen, dass man daraus lernt und am Ende die Bar höher stellt.&nbsp;</p>



<p><strong>Am Ende ist der Titelsong tatsächlich die Essenz der EP, oder? Es schwingt diese Traurigkeit mit – das Nachdenkliche, der Rückblick, was schiefgelaufen ist – aber du gehst stärker daraus hervor und ownst es, indem du sagen kannst, dass du das Beste daraus gemacht hast.</strong></p>



<p>Genau! Ich habe auch die Zeile, dass „<em>ich dafür Applaus krieg</em>’.” Einerseits weil meine Freundinnen, mein Umfeld und auch ich selber damals sehr dankbar für die Trennung waren – andererseits aber auch weil ich so viele Songs daraus geschrieben habe, für die bei Konzerten Applaus bekomme.&nbsp;</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><strong>Hätte vor paar Jahr&#8217;n noch keiner gеdacht<br>Dass es irgendwann aus ist<br>Und ich dafür Applaus krieg&#8217;</strong></p>
</blockquote>



<p><strong>Hast du das Gefühl, mit der EP ist das »sad baddie«-Thema erstmal abgeschlossen?</strong></p>



<p>Es schwebt auf jeden Fall gerade ein sehr prägnanter Song im Raum, der eine neue Richtung vorgibt. Das Stichwort lautet <em>„Veri-Victory-Music</em>”. Mehr werde ich dazu gerade noch nicht sagen. Aber es wird Spaß machen!</p>



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<div style="height:42px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
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			</item>
		<item>
		<title>Track by Track zur Debüt-EP: Shelly Coral im Interview über Anfänge, Banalität und Verwirrung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Magnus Menzer]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Dec 2025 14:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Track by Track]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein bisschen fühlt es sich an, als wäre Mostdope »von anfang an« dabeigewesen. Zunächst war es einer der ersten Live-Auftritte auf dem Sägewerk-Festival 2024, dann eine süchtig machende Soundcloud-Single und vor zwei Wochen endlich die offizielle Debüt-EP »stuhl im garten«. Unser Autor Magnus hat die Entwicklung mit Begeisterung verfolgt und sich nun im Zuge der Veröffentlichung mit Shelly Coral getroffen, um ihre ganz persönliche Perspektive auf das Entstehen und Gedeihen des Projektes zu hören. Mehr zu den Hintergründen der fünf [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/track-by-track/track-by-track-shelly-coral-ueber-banalitaeten-verwirrung-und-symbolische-anfaenge">Track by Track zur Debüt-EP: Shelly Coral im Interview über Anfänge, Banalität und Verwirrung</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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<p><strong>Ein bisschen fühlt es sich an, als wäre Mostdope »</strong><a href="https://soundcloud.com/shellycoral/vonanfangan?si=81a7ad66e4624f898f19b7ab8e1c48a6&amp;utm_source=clipboard&amp;utm_medium=text&amp;utm_campaign=social_sharing"><strong>von anfang an</strong></a><strong>« dabeigewesen.</strong> <strong>Zunächst war es einer der ersten Live-Auftritte auf dem <a href="https://mostdope.tv/events/saegewerk-festival-2024-unabhaengige-kultur-in-brandenburg">Sägewerk-Festival 2024</a>, dann eine süchtig machende <a href="https://www.instagram.com/p/DG-r0O-sdKC/">Soundcloud-Single</a> und vor zwei Wochen endlich die offizielle Debüt-EP »<em>stuhl im garten«</em>. Unser Autor Magnus hat die Entwicklung mit Begeisterung verfolgt und sich nun im Zuge der Veröffentlichung mit Shelly Coral getroffen, um ihre ganz persönliche Perspektive auf das Entstehen und Gedeihen des Projektes zu hören. </strong></p>



<p><strong>Mehr zu den Hintergründen der fünf Tracks, zu ihrem bisherigen Werdegang und großen Plänen für das kommende Jahr erfahrt ihr im Interview.</strong> </p>



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<p><strong>Würdest du sagen, es gibt ein Grundkonzept, das sich als roter Faden durch die EP zieht?</strong></p>



<p>Ja, ich glaube, das Grundkonzept ist, dass das unsere ganzen Babys, unsere Anfänge sind. Ich glaube bis auf »<em>stuhl im garten«</em> sind alle Songs vor ein bis zwei Jahren, wenn nicht sogar noch früher, entstanden. Es sind vor allem die Songs, die wir zuerst auf Bühnen gespielt haben, die Sachen, die uns geprägt haben, von Anfang an. Man hätte das auch überspringen können, aber ich fand es wichtig, dass sie jetzt in dem Rahmen alle zusammen für sich stehen dürfen, als EP.</p>



<p>Teilweise haben wir Aufnahmen gar nicht nochmal neu <em>recordet</em>, also es sind wirklich die allerersten Aufnahmen von Nico (Anm. d. Red.: Nicolás Lado) aus dem WG-Zimmer. Wir hatten eine Phase, wo wir zum Beispiel bei »von anfang an« dachten: „Als ob wir jetzt einen Soundcloud-Song hochladen, lass den auf jeden Fall nochmal neu machen.” Und dann haben wir uns eine Woche damit rumgeschlagen und waren so: „Nee, der wird nicht nochmal neu gemacht.” Es gibt diese Erwartungshaltung, dass etwas fertig sein muss, und ich glaube, davon haben wir uns kurz beeinflussen lassen, weil wir dachten, ein Song kann ja noch nicht fertig sein, wenn wir ihm nur einen Nachmittag geschenkt haben. Und daraus ist am Ende das gegenteilige Konzept geworden, dass eigentlich alle Songs genau diesen rohen und authentischen Vibe haben.</p>



<p><strong>Ich hatte das Gefühl, dass die Songs auch auf emotionaler Ebene sehr gut zusammenpassen. Für mich liegt der gemeinsame Nenner im heilsamen Akzeptieren und Zulassen unterschiedlicher Gefühlszustände. Siehst du das ähnlich?</strong></p>


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<figure class="alignright size-full is-resized"><img decoding="async" width="634" height="640" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Mittel-PHOTO-2025-10-24-17-37-44.jpeg" alt="" class="wp-image-20111" style="width:250px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Mittel-PHOTO-2025-10-24-17-37-44.jpeg 634w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Mittel-PHOTO-2025-10-24-17-37-44-297x300.jpeg 297w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Mittel-PHOTO-2025-10-24-17-37-44-150x150.jpeg 150w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Mittel-PHOTO-2025-10-24-17-37-44-120x120.jpeg 120w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Mittel-PHOTO-2025-10-24-17-37-44-125x125.jpeg 125w" sizes="(max-width: 634px) 100vw, 634px" /></figure>
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<p>Also wir haben sehr viele Songs aus dieser Zeit und für mich passen diese fünf schon auch in eine emotionale Welt. Aber ich glaube, ich habe eine sehr andere Wahrnehmung, was die Songs für mich bedeuten, als was sie nach außen tragen. Was ja auch geil ist!&nbsp;Eigentlich möchte ich gar nicht zu doll vorwegnehmen, was meine Gedanken dahinter sind, weil es ja total schön ist, wenn du zum Beispiel sagst, du ziehst da ein <em>Gesamtgefühl</em> aus den Songs. Ich finde es total interessant anderen Personen zuzuhören, was sie dabei fühlen und wahrnehmen, weil ich meine Version ja natürlich schon kenne.</p>



<p><strong>Du sprichst immer von „wir”, hast auch Nico schon namentlich erwähnt. Als ich dich auf dem <a href="https://mostdope.tv/events/saegewerk-festival-2024-unabhaengige-kultur-in-brandenburg">Sägewerk-Festival</a> gesehen habe, seid ihr ja sogar noch als Shelly Coral &amp; Lado aufgetreten. Der Künstlername ist jetzt kürzer geworden, aber die meisten Songs sind immer noch von ihm produziert. Wie hat sich eure Zusammenarbeit entwickelt?</strong></p>



<p>Genau, es ist fast alles von ihm produziert. Unsere Geschichte ist ein bisschen so: Lado bzw. Nico hatte sein eigenes Musikprojekt, <em><strong>siebzehnzwölf</strong>,</em> und ich war ein krasser Fan davon.<br>Eines Tages hatte ich einen Anflug und meinte zu ihm: „Guck mal Nico, ich muss jetzt wirklich auch mit Musik anfangen, ich muss Produzieren lernen.”</p>



<p>Dann hat er versucht, es mir beizubringen an zwei Nachmittagen, und ich war extrem ungeduldig. Aber wir hatten trotzdem so viel Spaß daran, dass wir uns dann einfach jeden zweiten Tag gesehen und Mucke gemacht haben – das war ungefähr vor zweieinhalb Jahren. Ich sage immer ganz lieb, dass ich ihn ein bisschen aus seinem eigenen Musikprojekt rausgeklaut habe, was glaube ich auch okay ist, und daraus ist am Ende unser Projekt entstanden.</p>



<p>Für mich ist es auf jeden Fall so, dass hinter dem Projekt zwei Leute stehen und eigentlich auch noch viel, viel mehr. Da steht eine große Welt, ein ganzer Freundeskreis aus voll vielen kreativen Köpfen, dahinter. Irgendwann haben wir es uns ein bisschen leichter gemacht, einfach zu sagen: Es ist Shelly Coral, und wir fühlen uns alle dazugehörig. Was ein bisschen lustig ist, weil es halt mein wirklicher Name ist, aber Nico ist da auf jeden Fall nach wie vor und auch in Zukunft komplett mit dabei. Wir haben beide das Gespür dafür, was unser Projekt bedeutet und was nicht. Und wir haben es gemeinsam auf die Beine gestellt.</p>



<p><strong>Du hast gerade den Moment angesprochen, als du das Gefühl hattest, du musst jetzt anfangen, selbst Musik zu machen. Wo kam dieser Drang her?</strong></p>


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<p>Ich finde es immer ein bisschen cringe, das so zu sagen, aber ich habe früher mit meiner Gitarre viele Songs für mich selbst gemacht – damals noch auf Englisch. Irgendwann hat mir das nicht mehr gereicht, weil ich leider nicht wirklich gut Gitarre spiele. Dann kam der Punkt, wo ich dachte: „Entweder ich probiere das jetzt richtig oder ich lasse es.” Aus irgendeinem Grund dachte ich damals, dafür müsste ich Ableton können.&nbsp;Aber zu dem Zeitpunkt habe ich auch noch nicht gedacht, dass ich singen kann.</p>



<p><strong>Fühlt es sich jetzt an, als wäre dann doch alles ganz schnell gegangen in diesen zweieinhalb Jahren?&nbsp;</strong></p>



<p>Jetzt ja, jetzt ging schon alles sehr schnell. Aber davor haben wir das ganz, ganz lange nur für uns gemacht, ohne den Plan, dass es rauskommt. »<em>sonne royale</em>« haben wir als Gag hochgeladen. Wir haben viel Quatsch gemacht ohne richtige Ernsthaftigkeit dahinter.</p>



<p>Dass es jetzt diese Form angenommen hat, verdanken wir Leuten wie <strong>Pavelo &amp; Schnell</strong>, dem <strong>Sägewerk- </strong>und dem <strong>Sensus-Festival</strong> – Menschen, die unsere Demos gehört und uns einfach eingeladen haben. Oder auch Elena (Anm. d. Red.: <strong>3LNA</strong>), einer Freundin von mir, die uns einfach mit auf Tour genommen hat, als wir noch nichts draußen hatten. Und erst als ich zum fünften Mal auf der Bühne stand, habe ich realisiert: „Digga, ich glaube, das ist jetzt das, was wir machen.” Dann haben wir uns explizit nochmal Zeit genommen, uns zu sortieren, und irgendwann war es eine richtige Vision, dass wir die Sachen auch veröffentlichen wollen. Aber es hat auf jeden Fall kurz gedauert, bis es bei uns in den Köpfen angekommen ist.</p>



<p><strong>Das ist doch eine gute Überleitung zum ersten Song der EP.</strong></p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1014" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-37-59-1014x1024.jpg" alt="" class="wp-image-20109" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-37-59-1014x1024.jpg 1014w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-37-59-297x300.jpg 297w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-37-59-150x150.jpg 150w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-37-59-768x776.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-37-59-1521x1536.jpg 1521w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-37-59-120x120.jpg 120w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-37-59-770x778.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-37-59-1400x1414.jpg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-37-59-125x125.jpg 125w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/PHOTO-2025-10-24-17-37-59.jpg 1584w" sizes="(max-width: 1014px) 100vw, 1014px" /></figure>
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<h2 class="wp-block-heading"><strong>1. »VON ANFANG AN</strong>«</h2>



<p>Wir waren bei Nico zu Hause und ich meinte: „Elena nimmt uns in zwei Wochen mit auf Tour. Wir müssten vielleicht mal noch ein, zwei Songs machen. Und vielleicht laden wir auch einfach mal einen hoch.” Durch den Tourbeginn standen wir tatsächlich ein bisschen unter Zugzwang. <em>»von anfang an<em>«</em></em> ist dann wirklich innerhalb von zwei, drei Stunden entstanden und danach waren wir uns relativ schnell sicher, den auf Tour spielen zu wollen.&nbsp;</p>



<p>Davor waren wir eigentlich viel mehr in so einer Party-Quatsch-Richtung. Deswegen war »<em>von anfang an«</em> für uns zu dem Zeitpunkt noch total fremd, von der Stimmung und auch der Ästhetik. Gleichzeitig waren wir in diesem Modus, endlich einen Song online haben zu wollen, bevor wir zwölf Tage mit auf Tour gehen. Also haben wir den einfach so hochgeladen. Und es ist irgendwie lustig, weil er »<em>von anfang an«</em> heißt – und so viel ausgelöst hat. Auch wenn er „nur” auf Soundcloud war.</p>



<p>Mittlerweile ist der Song für mich sehr, sehr symbolisch geworden. Es ist auch einer der Songs, die ich gerne von mir selber noch höre und genieße, weil er für mich persönlich so sinnbildlich ist. Ich habe das Gefühl, dass er mit mir mitwächst.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>2. »100 MEILEN</strong>«</h2>



<p>Den habe ich mit Parsa (Anm. d. Red.: Parsa Sarraf) zusammen gemacht. Und das war für mich auf jeden Fall ein klassischer Fall von: Ich hab den gemacht, dann hab ich eine Woche nicht drüber nachgedacht, dann hab ich den gehört und war so: „Was geht? Der ist ja voll nice.” Der war irgendwie einfach plötzlich da.</p>



<p>Ich schreibe gerne aus traurigeren Emotionen heraus, weil die für mich musikalisch am leichtesten zu greifen sind. An dem Tag, als ich den Song geschrieben habe, hatte ich Sehnsucht nach einem Ort der Ruhe – einem Ort, wo man alles ablegen kann und sorglos ist. Das ist bei mir voll assoziiert mit Meer und Sonne. Und aus diesem Gefühl ist »<em>100 meilen«</em> entstanden.</p>



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<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>3. »DELFINE IN DER SPREE</strong>«</h2>



<p>»<em>delfine«</em> habe ich alleine auf Gitarre geschrieben. Das ist ein Jugendsong von mir. Der ist sehr alt, vielleicht vier Jahre.Deshalb ist er für mich sehr weit entfernt, aber gleichzeitig bedeutet er mir nach wie vor wahnsinnig viel. Und weil es jetzt genau darum ging, alle Songs, die unsere Wurzeln und Anfänge darstellen, auf die EP zu packen, war es mir sehr wichtig, dass der auch dabei ist.</p>



<p>Ich habe den für mich geschrieben, lange liegen gelassen und dann haben ihn immer wieder andere Leute gehört, und mich gefragt, ob er noch veröffentlicht wird, weil er so viel in ihnen ausgelöst hat.&nbsp;Es gibt 87 Milliarden Versionen davon. Ich habe ihn mit meiner Mitbewohnerin aufgenommen, wir haben ihn auf Klavier gespielt, wir haben ihn auf Gitarre gespielt, es gibt die Anfangsversion von mir und noch viele mehr. Dieser Song wurde wirklich komplett zerlegt. Aber am Ende haben wir uns auch da wieder für eine relativ ältere, unaufgeregte Version entschieden. Dabei war das so ein Song, wo viele Leute meinten: „Das ist ein Hit. Den machen wir ganz groß.” Gerade deshalb finde ich es sympathisch, dass keiner den so richtig geknackt und zum Hit gemacht hat und wir stattdessen die Entscheidung getroffen haben, ihn einfach so klein zu lassen, wie er am Anfang war. Ich finde, das steht ihm sehr gut und für mich ist er auch gar nicht so traurig.</p>



<p>Es ist wie bei <em>»100 meilen«</em> eine Art Utopie, die ich geschrieben habe, nach dem Gedankenspiel von diesem Kreislauf: Wenn alle heulen würden, dann würden die Tränen wieder in die Wolken gehen. Wenn die Tränen in die Wolken gehen, dann regnet es ganz viel und dadurch kann die Stadt sich regenerieren. Deswegen schwimmen irgendwann Delfine in der Spree.</p>



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<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>4. »STUHL IM GARTEN</strong>«</h2>



<p>»<em>stuhl im garten«</em> haben wir vor einem Monat geschrieben, auch aus dem Bedürfnis heraus, einen aktuelleren Song dabei zu haben.&nbsp;Wir haben uns über meinen Geburtstag aufs Land verkrochen, Nico und ich. Das war schon für sich voll schön, weil wir über die letzten zwei Jahre immer wieder mit anderen Leuten gearbeitet und rechts und links ganz viel ausprobiert haben.<br>So hatten wir nochmal ein paar Tage zu zweit auf dem Land und haben einfach unsere kleinen Songs nach Hause gebracht, unter anderem auch diesen.</p>



<p>Ich habe&nbsp;»<em>stuhl im garten«</em> tatsächlich mit einem konkreten Bild im Kopf geschrieben: Überall sitzen Leute in diesen weißen Plastikstühlen und warten auf den nächsten Tag. Es ist ein generelles Gefühl von Stillstand. Du kannst nicht so richtig was verändern, aber eigentlich willst du. Und gleichzeitig hat es auch etwas total Friedliches, auf diesem Stuhl zu sitzen.&nbsp;Als ich dann Geburtstag hatte, mochte ich den Gedanken, dass man irgendwann, wenn man alt ist, auch auf genau so einem Stuhl in seinem Blumengarten sitzt – dass wir überhaupt alle an den schönsten Orten der Welt auf diesem unglaublich hässlichen Plastikstuhl sitzen. Mit solchen Banalitäten und alltäglichen Sachen spiele ich sehr gerne.&nbsp;</p>



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<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>5. »TAGE NIE GEZÄHLT</strong>«</h2>



<p>»<em>tage nie gezählt« </em>&nbsp;kommt von einem Tag, an dem es mir nicht so gut ging. Die gibt es auch. Da habe ich dann ganz doll Vermissungen oder Sehnsüchte. In dem Fall habe ich an eine Person geschrieben, die ich sehr, sehr vermisse. Das fühlt sich so an, wie <em>mein</em> Song <em>für mich</em>. Er ist wirklich sehr persönlich und deshalb auch keine Single, weil es nichts ist, womit ich mich profilieren möchte. Der Song ist ein Teil des Ganzen und hat da seinen richtigen Platz.</p>



<p>Viel mehr kann ich dazu gar nicht sagen. Im Kern ist die Message: Zähl&#8217; die Tage nicht, am Ende ist es scheißegal, wie lange etwas her ist, wenn das Gefühl da ist. Was auch immer die Person fühlt, die den Song hört – fühl’ es! Und wenn es dir nichts gibt, dann hör’s nicht…</p>



<p><strong>Zur EP gibt es auch eine Release-Party – mit welchen Gefühlen blickst du darauf?</strong><br><br>Das wird sensationell! Das wird so ein Full-Circle-Moment. Alle unsere Leute sind da, die ganzen Menschen, die uns bis hierhin begleitet haben.</p>


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</div>


<p>Ich habe früher, wenn man mich gefragt hat, was ich mal werden möchte, immer gesagt: Egal was es ist, ich will so arbeiten, dass alle meine Freunde mit mir arbeiten können und wir irgendwas Geiles machen. Und heute – als ich mit einer Freundin im Café saß und wir ein Plakat designt haben – hatte ich den Moment, in dem ich realisiert habe, dass wir jetzt genau das machen. Das ist so schön, weil morgen einfach so viele Freunde von mir da sind, die an diesem Projekt mitgearbeitet haben, auf ihre kreative Art und Weise. </p>



<p>Ich habe eine verfickt geile Bubble – wir sind richtig tolle, talentierte Leute. Deswegen ist diese Party für uns alle: Wir haben dieses Projekt nach Hause gebracht, alle zusammen. Darüber freue ich mich total und bin voller Stolz, das morgen zu zeigen.</p>



<p><strong>Was können wir im nächsten Jahr von euch erwarten?</strong></p>



<p>Ich will nicht zu viel vorwegnehmen. Aber es kommen richtig viele geile Projekte. Wir hätten uns nicht so viel Zeit gelassen mit unserem ersten Release, wenn wir nicht schon die nächsten Sachen in Petto hätten. Und ich glaube, es wird sehr überraschend sein.&nbsp;Wir probieren in unserem nächsten Projekt, vieles neu zu denken und etwas zu machen, was man so nicht erwarten würde. Ich finde nämlich, dass Verwirrung ein geiles Tool ist, das man zu wenig nutzt. Es könnte also vielleicht verwirrend sein, aber es wird verwirrend gut!</p>



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<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/track-by-track/track-by-track-shelly-coral-ueber-banalitaeten-verwirrung-und-symbolische-anfaenge">Track by Track zur Debüt-EP: Shelly Coral im Interview über Anfänge, Banalität und Verwirrung</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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		<title>Track by Track: Orbit über sein Debütalbum »Countless Feelings but So Few Words«</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lara Marie Binge]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Nov 2025 14:50:43 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Das Warten hat ein Ende. Nach einer fünfjährigen Reise gipfelt das Projekt Orbit nun im Debütalbum »Countless Feelings But So Few Words« – eine Coming-of-Age-Story getränkt in Nostalgie und jugendlicher Leichtigkeit. Es bleibt uns also nichts anderes übrig, als die Augen zu schließen, tief durchzuatmen und abzutauchen in die Welt des Orbit. Marcel Heym, besser bekannt unter dem Alias Orbit, nimmt uns per Video Call mit auf einen Spaziergang durch seine Heimatstadt, durch seine Gefühlswelt und hin zu den Ursprüngen, [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/track-by-track/track-by-track-orbit-ueber-sein-debuetalbum-countless-feelings-but-so-few-words">Track by Track: Orbit über sein Debütalbum »Countless Feelings but So Few Words«</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Das Warten hat ein Ende. Nach einer fünfjährigen Reise gipfelt das Projekt Orbit nun im Debütalbum »<a href="https://www.youtube.com/watch?v=2oCqAPaubJA">Countless Feelings But So Few Words</a>« – eine Coming-of-Age-Story getränkt in Nostalgie und jugendlicher Leichtigkeit. Es bleibt uns also nichts anderes übrig, als die Augen zu schließen, tief durchzuatmen und abzutauchen in die Welt des Orbit</strong>.</p>



<p><strong>Marcel Heym, besser bekannt unter dem Alias Orbit, nimmt uns per Video Call mit auf einen Spaziergang durch seine Heimatstadt, durch seine Gefühlswelt und hin zu den Ursprüngen, die sein erstes Album prägen.</strong></p>



<p><strong>Orbit:</strong> Ich kann mal ein bisschen Kontext geben: Ich habe das Album in den letzten zwei Jahren geschrieben, aber es sind auch viele Songs drauf, die schon ein bisschen älter sind. Das Album ist für mich ein Abschluss von einer Phase meines Lebens, die 2020, mit dem Anfang von Orbit, begonnen hat. 2020 habe ich angefangen, die ersten Songs als <strong>Orbit </strong>rauszubringen. Sie handelten viel vom Kleinstadtleben, davon hier groß zu werden. Ich wohne in der Nähe von Bremen und bin hier mit meinen Freunden aufgewachsen. Darüber habe ich schon von Anfang an viel berichtet. Das Album ist ein Abschluss von dieser Phase, weil ich das Gefühl habe, dass ich in eine neue Ära meines Lebens komme, dass ich erwachsener geworden bin.</p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="679" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/orbit_CFBSFW_1-@Marc-Bischoff-3-1024x679.jpg" alt="" class="wp-image-20018" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/orbit_CFBSFW_1-@Marc-Bischoff-3-1024x679.jpg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/orbit_CFBSFW_1-@Marc-Bischoff-3-300x199.jpg 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/orbit_CFBSFW_1-@Marc-Bischoff-3-768x509.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/orbit_CFBSFW_1-@Marc-Bischoff-3-1536x1019.jpg 1536w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/orbit_CFBSFW_1-@Marc-Bischoff-3-2048x1358.jpg 2048w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/orbit_CFBSFW_1-@Marc-Bischoff-3-360x240.jpg 360w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/orbit_CFBSFW_1-@Marc-Bischoff-3-770x511.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/orbit_CFBSFW_1-@Marc-Bischoff-3-1400x928.jpg 1400w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
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<h2 class="wp-block-heading"><strong>1. »SUMMERTIME</strong>«</h2>



<p><strong>Orbit: </strong>»<a href="https://www.youtube.com/watch?v=IMjsAMRXwBw">Summertime</a>« eröffnet für mich ein bisschen die Sommer-Szenerie, die Erinnerung an den Sommer zu Hause. Ich war in meiner Jugend viel mit meinen Freunden hier am Fluss. Ich kann es euch vielleicht sogar gleich mal zeigen, wenn ich daran vorbeilaufe (Dreht die Kamera und zeigt die Umgebung). Hier sind wir immer zusammen mit dem Fahrrad an den Strand gefahren. Dann haben wir entweder gekickt oder sind schwimmen gegangen. Das war schon sehr Bilderbuch-mäßig. Irgendwann ist die Phase ein bisschen zu Ende gegangen. Ich glaube, der Song ist für mich eine Erinnerung an die Sommer damals, die sich sehr magisch angefühlt haben. Ich zeige es euch mal kurz: Da drüben auf der anderen Seite ist einer dieser Strände (zeigt auf das andere Ufer des Flusses).</p>



<p><strong>Magnus: Ich finde, durch deine ganze Diskographie zieht sich immer so ein sehr warmer, sommerlicher Vibe. Und du sagst, das ist für dich jetzt der Abschluss einer Lebensphase, das Ende von einem scheinbar nie endenden Sommer. Würdest du dann sagen, dass jetzt vielleicht danach, auch eine neue Jahreszeit bevorsteht, neue Temperaturen, die man in deinen Songs hören kann?</strong></p>



<p><strong>Orbit:</strong> Zumindest kann ich von mir selber behaupten, dass ich den Herbst mittlerweile viel, viel lieber mag. Früher konnte ich den nicht ganz annehmen, weil ich für immer im Sommer bleiben wollte. Denn der Sommer hat sich für mich immer nach der Jahreszeit angefühlt, in der ich am meisten lebe. Aber ich habe das Gefühl, dass sich bei mir auf jeden Fall ein bisschen was verändert. Und ich glaube, auch meine Musik wird sich sicherlich verändern. Ob sie dann weniger sommerlich sein wird, weiß ich nicht. Aber es wird auf jeden Fall anders sein. <br>Ich mag auch den Gedanken, davon jetzt Abschied zu nehmen und in eine neue Phase meines Lebens einzutreten.</p>



<p><strong>Magnus: Was verbindest du denn konkret mit dem Herbst? Oder welche metaphorische Veränderung steckt für dich im Wandel von Sommer auf Herbst?</strong></p>



<p><strong>Orbit: </strong>Herbst steht für mich für Ruhe und etwas Behutsames und irgendwie für Sicherheit. Wenn ich es auf mich und mein Leben beziehe, dann ist es das Bedürfnis, sich settlen zu wollen. Ein bisschen weniger den Drang nach dem Leben im Außen zu haben. Ich glaube, ich bin fine damit, dass mein Leben nicht mehr ganz so turbulent ist, nicht mehr diese Achterbahnfahrt. Ja, so ein bisschen ankommen. Weniger suchen.</p>



<p><strong>Lara: Suchen und am Ende den Weg zurückzufinden – das klingt nach einer sehr guten Überleitung zum zweiten Song des Albums.</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>2. »BERLIN</strong>«</h2>



<p><strong>Orbit:</strong> Ja, genau, »Berlin« steht symbolisch dafür, sich auf die Reise zu machen. Diesen Drang zu haben, etwas erleben zu wollen. Berlin war für uns als Teenager in der Kleinstadt immer genau dieser Ort, der uns motiviert hat, auszubrechen. Es war so ein magischer Sog, in diese Großstadt zu kommen und dort das spannende Leben zu leben. Ich habe all das ausprobiert und dann gemerkt, dass es nicht die richtige Richtung für mich ist. Ich habe dort viel produziert und erlebt und Berlin hat nach wie vor eine wichtige Bedeutung für mich. </p>



<p>Dieses Gefühl von damals, diesen Drang, kann ich immer noch nachvollziehen. Ich finde die Stadt unglaublich spannend, aber ich habe festgestellt, dass das nicht die Stadt ist, in der ich mich zu Hause fühle. Ich habe dort ganz viel über mich selbst gelernt und darüber, wer ich sein will und wer ich dachte, wer ich sein müsste. Genau diese ganzen Erkenntnisse sind mit in den Song geflossen.</p>



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<div style="height:60px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Lara: Denkst du, dass diese Zeit trotzdem irgendwie fundamental wichtig dafür war, jetzt andere Songs machen zu können, die dir eben das Gefühl von nach Hause kommen geben?</strong></p>



<p><strong>Orbit:</strong> Ja, ich glaube, das ist so ein bisschen eine der Aufgaben in meinem Leben gewesen. <br>Berlin war sozusagen einfach nur symbolisch für etwas, was ich in meinem Leben erst mal herausfinden musste. Sozusagen eine Challenge, die ich bestehen und verstehen musste, um dann auch wieder andere Sachen erkennen zu können. Und ich glaube, dadurch hat sich auch meine Musik noch mal intensiviert.<br><br><strong>Magnus: Hattest du einen Moment, wo es sich angefühlt hat wie ein Scheitern, dass du nicht glücklich geworden bist in Berlin? Oder war es durchweg positiv, dass du gesagt hast, ich höre jetzt auf mein Herz und ich gehe zurück und das fühlt sich alles richtig an?</strong></p>



<p><strong>Orbit:</strong> Das ist eine sehr gute Frage. Da muss ich ganz kurz drüber nachdenken. Ja, ich glaube schon, dass es sich kurz so angefühlt hat. Es war so lange ein Traum von mir, Musik zu produzieren. Ich denke, ich habe auf jeden Fall länger mit der Entscheidung abgewartet, gerade weil ich das Gefühl hatte, ich muss mir etwas beweisen. Ich muss mir dieses Narrativ, das ich von mir selbst hatte, oder diesen Traum, in Berlin zu leben und Musikproduzent zu werden, erfüllen. Dieses Bild, das ich von mir selber hatte, konnte ich sehr lange nicht aufgeben. Bis es mir körperlich und mental nicht gut ging und ich irgendwann gezwungen war, zu reflektieren, was ich eigentlich will. Und dann bin ich zurückgezogen. Es gab schon diesen Moment des Scheiterns. Aber dann auch das Gefühl, dass es vielleicht gar nicht Scheitern, sondern eine total wichtige und gute Erkenntnis ist.</p>



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<h2 class="wp-block-heading"><strong>3. »YOUTH</strong>«</h2>



<p><strong>Orbit:</strong> Ich habe dem Song den Titel eigentlich eher aus einem Gefühl heraus gegeben. <br>So entstehen Songs oft bei mir. Ich mumble irgendwas und dann muss ich dafür später Worte finden. Erst bestand der Song nur aus diesen  Mumble-Lyrics, und dann habe ich überlegt, wonach sich dieser Song anfühlt. Und der Song hat sich für mich angefühlt wie mit meinen Freunden früher durch Gärten zu jumpen. Ein bisschen dumm, ich weiß (lacht). Wir haben in einem Garten angefangen und sind dann irgendwie so weit gekommen, bis wir von anderen Leuten gestoppt wurden oder irgendwas passiert ist. Ich weiß nicht, ob andere Menschen das auch machen, aber die Erinnerung daran transportiert ein sehr energetisches Gefühl von Jugend, davon unterwegs zu sein und immer seine Freund*innen um sich zu haben. Ich glaube, es ist ein sehr gedankenbefreites Leben, einfach nur da zu sein und Scheiße zu bauen. Genau das ist der Song für mich. Dann lassen sich die Lyrics auch ein bisschen von alleine schreiben.</p>



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<div style="height:61px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>4. »BACARDI BEACH</strong>«</h2>



<p><strong>Lara: Geht »Bacardi Beach« dann auch in eine ähnliche Zeit zurück?</strong></p>



<p><strong>Orbit:</strong> Ja, der Bacardi Beach war einer unserer Treffpunkte. Es gibt viele verschiedene Kleinstadt-Mythen, weswegen er so heißt. Woher der Name  genau kommt, weiß ich nicht. Aber der Song hat nichts mit irgendeiner Vorliebe zu Alkohol zu tun oder so. Bacardi ist auch echt nicht so geil, finde ich. Die erste Idee vom Song ist an einem Tag entstanden, an dem ich mit meinen Freunden am Bacardi Beach war und dann abends nach Hause gekommen bin. Jahre später habe ich diese Skizze wiedergefunden und weitergemacht.</p>



<p><strong>Lara: Aber konntest du denn auch nach diesen Jahren immer noch genau am selben Gefühl anknüpfen?</strong></p>



<p><strong>Orbit: </strong>Ja, das kann ich irgendwie ziemlich gut. Manchmal neige ich dazu, mich stark in Gefühle reinzusteigern und werde sehr nostalgisch. Das ist eine Stärke und vielleicht zugleich auch eine Schwäche von mir. Aber ich bin auf jeden Fall gut darin, mich in gewisse Situationen zurückzuversetzen, wieder an diesem Ort, in dieser Zeit zu sein und kann das dann in Musik zu übersetzen. Viel Musik entsteht bei mir aus Erinnerungsstücken.</p>



<p><strong>Magnus: Ich habe mich gefragt, ob du vielleicht ein konkretes Setting im Kopf hast, in welcher Landschaft oder an welchem Ort man das Album so am besten aufnehmen und am besten hören kann.</strong></p>



<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<p><strong>Orbit:</strong> Also ich weiß nicht genau, ob es ein Ort ist, den ich beschreiben kann, ich würde aber sagen, dass der geistige Zustand auf jeden Fall Ruhe sein sollte. Ich kenne es von mir selber, es ist auch manchmal schwierig, diese Ruhe in den Alltag zu integrieren. Wenn ich in so einem Rush-Modus bin, gerade viel auf dem Zettel habe und nicht so richtig bei mir bin, konsumiere ich Musik ganz anders, als wenn ich mir beispielsweise eine Platte im Wohnzimmer anmachen würde. Von daher wäre es das Allerschönste, wenn Menschen das Album so hören würden, aber das kann ich natürlich von niemandem erwarten, vor allem heutzutage. Aber ja, in Ruhe, in einem Setting, wo man sich wohlfühlt, das wäre meiner Meinung nach die schönste Weise, dieses Album wahrzunehmen, weil ich auch das Gefühl habe, dass man so am besten in diese Welt eintauchen kann.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img decoding="async" width="1024" height="679" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/orbit_CFBSFW_3-@Tobewhy-2-1024x679.jpg" alt="" class="wp-image-20016" style="width:600px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/orbit_CFBSFW_3-@Tobewhy-2-1024x679.jpg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/orbit_CFBSFW_3-@Tobewhy-2-300x199.jpg 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/orbit_CFBSFW_3-@Tobewhy-2-768x509.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/orbit_CFBSFW_3-@Tobewhy-2-1536x1019.jpg 1536w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/orbit_CFBSFW_3-@Tobewhy-2-2048x1358.jpg 2048w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/orbit_CFBSFW_3-@Tobewhy-2-360x240.jpg 360w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/orbit_CFBSFW_3-@Tobewhy-2-770x511.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/orbit_CFBSFW_3-@Tobewhy-2-1400x928.jpg 1400w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
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<h2 class="wp-block-heading"><strong>5. »FORMULA</strong>«</h2>



<p><strong>Orbit:</strong> »<a href="https://www.youtube.com/watch?v=HpsWmmP0cYY&amp;list=OLAK5uy_k88yxOopmYdHsFkBY1e9Av0bz9i1JRRXQ&amp;index=5">Formula</a>« ist eine Drum&#8217;n&#8217;Bass-Partyserie im <strong><a href="https://www.droen.de">Dröönläänd</a></strong>, einem Club in Achim, der tatsächlich relativ<strong> </strong>renommiert in der Drum&#8217;n&#8217;Bass-Szene ist. Total witzig, weil Achim eigentlich eine relativ konservative, mittelständische Normalo-Stadt ist. Und dann gibt es diesen einen Club, der echt ziemlich underground und cool ist. In diesem Song geht es um eine Beobachtung von mir selbst, wie ich bei einem Event dieser Partyreihe eine Person kennengelernt habe, die mich sehr geflasht hat. Das ist tatsächlich eine sehr konkrete Erinnerung.&nbsp;<br><br><strong>Magnus: Wenn du wieder dort wohnst, wo du aufgewachsen bist und so viele Orte etwas in dir auslösen, passiert es&nbsp; dann oft, dass dich plötzlich alte Gefühle oder Erinnerungen überfallen, ohne dass du darauf vorbereitet bist?</strong></p>



<p><strong>Orbit: </strong>Ja, manchmal werde ich dadurch nostalgisch und muss aufpassen, dass ich nicht in der Vergangenheit lebe oder da zu tief eintauche, weil sich Dinge natürlich verändern. Aber ja, ich bin schon immer damit konfrontiert.</p>



<p><strong>Magnus: Hast du das Gefühl, du kannst gut damit umgehen, wenn sich dort Dinge verändern?&nbsp;</strong><br><br><strong>Orbit:</strong> Ich habe mich mittlerweile besser damit abgefunden, aber eine lange Zeit konnte ich echt schlecht mit Veränderungen umgehen. Es fiel mir total schwer, mich von Dingen zu verabschieden, in neue Kapitel reinzugehen und vor allem von meiner Kindheit loszulassen. Auch nach der Schule war ich der Einzige, der nicht richtig gefeiert hat, dass wir jetzt alle durch sind mit dem Abi und uns irgendwo verstreuen. Ich wusste nicht, ob ich diese Vorstellung so schön finde. Mittlerweile bin ich, glaube ich, ganz gut darin geworden, Veränderungen anzunehmen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>6. »SEPTEMBER</strong>«</h2>



<p><strong>Orbit:</strong> Ich glaube, das, was gerade schon thematisiert wurde, passt auch sehr gut zu diesem Song. Es geht ums Loslassen. Die Blätter fallen und es beginnt etwas Neues. Und vor allem geht es darum, genau das zu akzeptieren. Den Song<strong> </strong>gab es auch schon vorher als Demo-Version auf einem anderen Tape. Und irgendwie hat er sich nach einem wichtigen Bestandteil der Geschichte dieses Albums angefühlt, sodass ich ihn auf jeden Fall unbedingt drauf haben wollte.</p>



<p><strong>Lara: Ich weiß nicht, wie groß die Intention dahinter war, aber hast du ihn auch gezielt in der Mitte des Albums platziert? Als eine Art Wendepunkt?</strong></p>



<p><strong>Orbit: </strong>To be honest, ich habe die Platzierung der Songs gar nicht so sehr nach einer Geschichte, sondern viel mehr nach einem Gefühl sortiert. Aber ich finde es krass, dass es gerade total Sinn ergibt. Vielleicht male ich es mir auch gerade<strong> </strong>einfach so schön, aber ich finde es total passend, weil der Sommer sich dem Ende neigt. Und ich finde September ist auch irgendwie so der Monat, der für mich immer am melancholischsten war.</p>



<p>Die Sonne hat noch geschienen, man war schon auch noch viel draußen mit Freunden. Aber man hat schon gespürt, dass all das bald ein Ende hat. Man spürt diese Endlichkeit von Dingen. Der Geruch und das Licht zu dieser Zeit triggern so viele Erinnerungen. Ich glaube, vielleicht ist es auch das, warum ich es deswegen heute besser annehmen kann, weil ich mich auf diese Art von Nostalgie mittlerweile immer ein bisschen freue.&nbsp;</p>



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<div style="height:60px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>7. »CATO</strong>«</h2>



<p><strong>Orbit: </strong>»<a href="https://www.youtube.com/watch?v=HxfJLKUE2i4&amp;list=OLAK5uy_k88yxOopmYdHsFkBY1e9Av0bz9i1JRRXQ&amp;index=7">Cato</a>« ist benannt nach meiner Schule, die wiederum benannt ist nach <strong>Cato Bontjes van Beek</strong>, einer Widerstandskämpferin aus NS-Zeiten. Der Song hat keine Lyrics, aber er besteht aus&nbsp;einem Voice-Sample, was sich für mich immer angehört hat, wie Schulkinder, die auf dem Schulhof rumschreien. Die Schulzeit ist für mich irgendwie immer etwas, an das ich mich sehr gerne zurück erinnere. Also habe ich diesen Song meiner Schulzeit gewidmet.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>8. »YOU</strong>«</h2>



<p><strong>Orbit: </strong>Ich habe am Anfang gedacht, dass ich den Song über eine Person schreibe. Aber es geht eigentlich eher um das Gefühl, an eine Person zu denken. Ich habe das dann sehr personifiziert mit einer Person, die mir sehr lange sehr wichtig war. Eine Person, an die ich sehr viel gedacht habe. Aber es geht eigentlich eher um dieses Gefühl, jemanden nicht aus seinem Kopf zu bekommen und um die Intensität dieses Gefühls, als um die Person selbst.</p>



<p><strong>Lara: Ein spannender Ansatz, diese Differenzierung, dass es eben nicht um die Person als solche geht, sondern um das, was sie in einem auslöst. Auch wenn beides wahrscheinlich häufig vermischt wird.</strong></p>



<p><strong>Orbit:</strong> Total. Das ist auch eine Sache, die ich für mich noch nicht ganz geklärt&nbsp;habe. Inwiefern man sozusagen eine Person romantisiert und dieses Gefühl nur auf eine Person, wie in einer Traumvorstellung, projiziert.</p>



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<p></p>
</div>
</div>



<p><strong>Lara: Gibt es einen Bezug zwischen »<a href="https://www.youtube.com/watch?v=IVJ3005KDSY&amp;list=OLAK5uy_k88yxOopmYdHsFkBY1e9Av0bz9i1JRRXQ&amp;index=8">You</a>« und dem nächsten Track oder stehen sie komplett unabhängig&nbsp;voneinander? Denn beim Hören wirken sie, als würden sie zusammengehören.</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>9. »LOSING</strong>«</h2>



<p><strong>Orbit: </strong>Auf jeden Fall haben beide Songs die gleiche Bedeutungsebene. Ich habe sie nicht deswegen unbedingt so platziert, aber ich habe<strong> </strong>»Losing«<strong> </strong>da platziert, weil es für mich einen poetischen&nbsp;Sinn ergeben hat, das Album so mehr oder weniger zu beenden.<strong> </strong>»Losing«<strong> </strong>ist für mich der Abschied von ganz Vielem. Unter anderem von Personen, aber auch von Gefühlen. Von ganz vielen Dingen, an denen ich immer sehr lange gehangen habe und sehr, sehr lange gebraucht habe zu lernen, wie man sie gehen lässt.&nbsp;Und der Song hat mir dabei geholfen. »Losing« klingt heute für mich sehr positiv nach Leichtigkeit und Hoffnung.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>10. »COUNTLESS FEELINGS BUT SO FEW WORDS« (OUTRO)</strong></h2>



<p><strong>Orbit:</strong> Dieser Song verbindet für mich all das Gesagte:&nbsp;Alle Gefühle&nbsp;sind da und dürfen auch&nbsp;da sein. Ich glaube auch, die Erkenntnis, nur weil ich sie losgelassen habe oder weil ich mich verabschiedet habe von einer Zeit, von einer Ära, von Menschen in meinem Leben, sind sie trotzdem auch immer noch ein Teil von mir. Und das ist etwas sehr Schönes. Dieses Album hat mir geholfen zu akzeptieren, dass sich alles in einem fließenden Zustand befindet. Es war sehr selbsttherapierend dieses Album zu machen.</p>



<p><strong>Lara: Würdest du sagen, dass du das leichter akzeptieren kannst, eben weil du viele dieser Gefühlen und Lebensphasen in deinen Songs konserviert hast?&nbsp;</strong><br><br><strong>Orbit:</strong> Ja, also ich glaube erstmal, durchs Musikmachen selber passiert schon total viel. Weil ich dann erst Gefühle zulasse, die ich sonst nirgendwo ausspreche.&nbsp;Viele Dinge, die mir auf dem Herzen liegen, die ich aber gar nicht so richtig beschreiben kann, kann ich dann in dieser Musik transportieren. Ich habe mir mit dem Album auch schon ein bisschen vorgenommen, Dinge ganz bewusst loszulassen. Das ist für mich die Quintessenz des Albums: dass ich mein Stück Frieden in allem finde, sich der Kreis schließt und ich wieder neu aufatmen kann.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



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		<title>JULIA GRÖSCHEL ÜBER »HIP HOP LEBT« LIVE, COMMUNITY UND DEN DRANG NACH INHALTEN</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lara Marie Binge]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Jul 2025 15:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>In einer Welt, in der Inhalte oft innerhalb weniger Sekunden konsumiert und vergessen werden, geht Julia Gröschel bewusst einen anderen Weg. Mit ihrem Podcast »Hip Hop Lebt« tourt sie seit diesem Jahr durch Deutschland und bringt so das Gespräch zurück ins echte Leben. Das Konzept der Tour ist einzigartig: Den Zuschauer*innen wird nicht nur ein Live-Podcast, sondern außerdem eine exklusive Live-Performance geboten.Ihre Tour ist jedoch nicht nur reines Entertainment – sie ist ein Statement: für mehr Dialog, für echte Begegnungen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/julia-groeschel-ueber-hip-hop-lebt-live">JULIA GRÖSCHEL ÜBER »HIP HOP LEBT« LIVE, COMMUNITY UND DEN DRANG NACH INHALTEN</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>In einer Welt, in der Inhalte oft innerhalb weniger Sekunden konsumiert und vergessen werden, geht Julia Gröschel bewusst einen anderen Weg. Mit ihrem Podcast »Hip Hop Lebt« tourt sie seit diesem Jahr durch Deutschland und bringt so das Gespräch zurück ins echte Leben. Das Konzept der Tour ist einzigartig: Den Zuschauer*innen wird nicht nur ein Live-Podcast, sondern außerdem eine exklusive Live-Performance geboten.<br>Ihre Tour ist jedoch nicht nur reines Entertainment – sie ist ein Statement: für mehr Dialog, für echte Begegnungen und für das Vertrauen in Inhalte jenseits der Klicks.</strong></p>



<p><strong>In diesem Interview spricht Julia Gröschel über die Vision hinter dem Format und die Kraft von Live-Momenten. Sie erzählt von ihrer Beziehung zu Hip Hop und den Herausforderungen in der Industrie. Es geht um Mut, den Anspruch an sich selbst und darum, was passiert, wenn man sich mitten im Aufbau schon raus traut – auf die Bühne, ins Gespräch und zurück zur Community.</strong></p>



<p></p>



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<h2 class="wp-block-heading">DIE VORBEREITUNG</h2>



<p><strong>Was war deine Idee hinter dieser Tour?</strong></p>



<p>Für so viele Projekte, wie mein eigenes, ist es einfach super schwer, heutzutage digital Gehör zu finden und somit auch organisch zu wachsen. Es gibt so viele Sachen, es gibt so viel Content, und ein Podcast ist auch nur ein weiteres Content Piece – und dann auch noch super longform. Das heißt, die Leute müssen auch Bock haben, sich das eine Stunde zu geben. Und in einem Zeitalter, wo alle nur noch drei Sekunden Aufmerksamkeit haben, habe ich für mich die Lösung gefunden, dass wir uns wieder offline treffen können und wirklich einen Community-Space schaffen, in dem es wieder möglich ist, einem Gespräch zuzuhören, einen Impuls mitzunehmen und in den Austausch zu kommen. </p>



<p>Wir werden es auch trotzdem digital verlängern und als Podcast rausbringen. Das heißt, es war für mich so ein bisschen Best of both Worlds: Ich schaffe endlich den Fokus wieder auf das Offline-Geschäft. Und ich liebe einfach Live-Sachen, ich liebe Konzerte.</p>



<p><strong>Hast du eine Location oder eine Person, auf die du dich besonders freust oder bei der du vielleicht auch ein bisschen aufgeregt bist?</strong></p>



<p>Ehrlicherweise bin ich auf jede Show gespannt, weil die so individuell ist. Das heißt, wir haben kein Schema F, das wir jetzt immer abfrühstücken, und wir sagen nicht: „Ja, jede Show ist gleich und es ändert sich quasi nur der Gast.“ Das heißt, alles ist super individuell, und darauf freue ich mich.</p>



<p>Eine Sache, auf die ich sehr gespannt bin, ist die Show im Admiralspalast in Berlin. Das ist ein sehr geschichtsträchtiges, riesengroßes Theater, wo noch nie Hip-Hop in der Form stattgefunden hat. Und ich greife jetzt die Möglichkeit beim Schopf und sage: Das ist zwar für unsere Verhältnisse viel zu groß – also da passen 1.700 Leute rein, das ist komplett gestört. Aber I’ll give it a try. Das wird ganz sicher eine sehr, sehr besondere Produktion. Das heißt, da versuche ich, das eh schon neue Konzept „Podcast und Konzert“ dann auch noch in einem solchen Setting. Es wird spannend, ob und wie uns das gelingt.</p>



<p></p>



<p><strong>Bereitest du dich auf einen Live-Podcast genauso vor wie auf eine Studioaufzeichnung? Oder lässt du das eher wie ein richtiges Event wirken? Kann man sich überhaupt so richtig darauf vorbereiten?</strong></p>



<p>Ich sage mal, der Anfang der Vorbereitung ist der gleiche. Man geht in die Recherche, man scannt das durch, hört und guckt sich alles an, was es schon gibt. Da habe ich auch Unterstützung. Dann schreibt man ein Skript, damit ich einen Gesprächsfaden habe. Das heißt nicht, dass ich mich immer 100 % an diesen Faden halte. Aber ich möchte eben doch eine Interviewsituation haben und nicht nur eine reine Gesprächssituation. Ich möchte etwas aus meinen Gästen herauskitzeln und dass die Zuhörenden auch etwas mitnehmen aus dem Podcast. Es kann auch sein, dass ich mir ein ultralanges Skript schreibe und am Ende hatte ich ganz viele Fragen, die ich einfach nicht gestellt habe. Weil entweder gerade ein Moment entsteht bei einem Thema, wo ich sage: Okay, das ist gerade so special und so intim, da kann ich jetzt keinen harten Cut machen. Das heißt, das ist immer super individuell. </p>



<p>Aber was gleich ist: die Recherche und das Skriptschreiben. Und dann unterscheiden sie sich natürlich signifikant, dass das eine vor Publikum ist und das andere nicht. Sprich, man ist mit Publikum natürlich aufgeregter als im Studio. Und man muss das Publikum auch ein bisschen lesen, versuchen, sie noch mal ein bisschen zu hooken oder auch mit Humor zu arbeiten. Es gibt viele Parallelen, aber natürlich – emotional – ist live viel auftreibender als eine Studiofolge für mich.</p>



<figure class="wp-block-image alignwide size-large"><img decoding="async" width="1024" height="682" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Gross-Julia-Groeschel-Hip-Hop-Lebt-by-Bart-Spencer-2-1024x682.jpeg" alt="" class="wp-image-19473" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Gross-Julia-Groeschel-Hip-Hop-Lebt-by-Bart-Spencer-2-1024x682.jpeg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Gross-Julia-Groeschel-Hip-Hop-Lebt-by-Bart-Spencer-2-300x200.jpeg 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Gross-Julia-Groeschel-Hip-Hop-Lebt-by-Bart-Spencer-2-768x512.jpeg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Gross-Julia-Groeschel-Hip-Hop-Lebt-by-Bart-Spencer-2-360x240.jpeg 360w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Gross-Julia-Groeschel-Hip-Hop-Lebt-by-Bart-Spencer-2-720x480.jpeg 720w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Gross-Julia-Groeschel-Hip-Hop-Lebt-by-Bart-Spencer-2-770x513.jpeg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Gross-Julia-Groeschel-Hip-Hop-Lebt-by-Bart-Spencer-2.jpeg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p></p>



<p></p>



<h2 class="wp-block-heading">DER EIGENE ANSPRUCH</h2>



<p><strong>Du bringst deine Arbeit bewusst aus dem digitalen Raum auf die Bühne und suchst den direkten Kontakt mit dem Publikum. Geht es dir dabei auch um das unmittelbare Feedback – also um mehr als nur Likes oder Kommentare im Netz? Gibt dir die Live-Reaktion ein anderes Gefühl der Bestätigung?</strong></p>



<p>Ich muss sagen, ich ziehe keine Bestätigung per se aus dem Podcast. Deswegen mache ich das nicht, damit Leute sagen: „Du bist so toll.“ Mir geht es um die Mission dahinter. Ich möchte Einblicke in die Industrie geben und eine andere Gesprächsführung haben als die, die in den anderen Medien gerade häufig stattfindet.<br>Bloß, ich bin eine Frau – eine junge Frau. Darüber kann man streiten: Was ist jung, was ist alt? (lacht) Und die Stimmen gibt es ja eh schon viel zu wenig überall. Das heißt, ich finde es auch wichtig, dass man mal eine andere Perspektive hört – in dem Fall meine –, als jemand, der auch Erfahrung in der Industrie und mit Künstler*innen hat. Ich bringe also ganz viel Expertise mit, weswegen ich ein Gespräch auch einfach nochmal anders führen kann und ein bisschen tiefer gehe und schneller zum Punkt komme, weil ich es eben verifizieren kann.</p>



<p>Und was ich selber als Konsumentin nicht so gerne mag, ist dieses „Abkumpeln“ und man erzählt sich irgendwelche Geschichten, wie geil es früher alles war. Das finde ich ultra boring. Also, was soll ich da mitnehmen? Es sind immer die gleichen Geschichten, die da kommen. Und deswegen versuche ich, einen journalistischen Anspruch an meine Folgen zu haben. Dass man sagt: Klar, man kann lustige Momente haben, man kann auch oberflächliche Momente haben – das ist alles cool. Aber ich sehe es als Infotainment. Man ist eben auch unterhalten und kriegt jetzt nicht eine Stunde Frontalunterricht.</p>



<p><strong>Unterscheidet das »Hip Hop Lebt« von einem klassischen &#8220;Laber-Podcast&#8221; ?</strong></p>



<p>Ich meine Laber-Podcasts können auch Entertainment sein. Und wie man das bewerten möchte oder wann man was konsumieren möchte, ist ja sowieso nochmal eine ganz andere Frage. Denn manchmal braucht man auch dieses leichte Entertainment. Ich will die anderen Formate damit gar nicht downgraden. Ich sage nur, dass ein Podcast, so wie ich ihn mache, auch eine gewisse Schärfe braucht. In der Recherche, in der Durchführung und es eben kein Laber-Podcast ist, die genauso ihre Daseinsberechtigung haben.&nbsp; </p>



<p>Aber ein Gespräch zu führen, auch den Raum für den Gast zu lassen, ist mir sehr wichtig. Oft habe ich natürlich auch meine eigene Meinung und würde am liebsten auch etwas dazu sagen, aber an dem Punkt ist es dann einfach wichtig zu wissen, dass es nicht um mich geht in dem Fall. Denn ich bin eher das Medium, um die Message von dem Gast zu transportieren. Das Feingefühl zu haben, wann man bei einem Thema bleiben sollte und wann man es liegen lassen sollte, ist halt mental schon ein 100-Meter-Lauf. Ich glaube dieses Bild passt ganz gut. Ein Podcast hat ja leider oft den Stempel: <em>diese Person redet einfach nur drauf los</em>.</p>



<p></p>



<h2 class="wp-block-heading">EIN BLICK ZURÜCK</h2>



<p><strong>Wusstest du schon immer, dass du das machen möchtest, also dass du deine Stimme nutzen möchtest und als Medium, wie du es ja beschrieben hast, zu arbeiten?</strong></p>



<p>Ich wollte schon sehr lange so ein Format machen, aber es hat sich nie wirklich passend angefühlt. Ich hatte einfach nicht das Gefühl, dass ich voll und ganz dahinterstehe. Vor über zehn Jahren habe ich an einem kleines Interviewformat auf YouTube mitgewirkt – im Rahmen einer Veranstaltungsreihe. Wir haben dort Backstage einfach Künstler*innen interviewt. Das war ganz simpel, aber es hat mir einen ersten Eindruck gegeben, wie sich das anfühlt. Und da habe ich gemerkt: Ich kann das. Es liegt mir. Damals bin ich selbst überall hingefahren, habe viel organisiert – auch als bewusster Kontrast zu den Jungs, mit denen ich das gemacht habe. Die meisten Künstler, die wir gebucht haben, waren männlich.</p>



<p>Es war eben eine andere Zeit – vor elf, zwölf Jahren. Ich sollte da so ein bisschen &#8220;die Frau im Raum&#8221; sein – als Kontrast. „Setz dich mal hin, mach das mal“ – so ungefähr. Und da habe ich gemerkt: Das macht mir Spaß. Besonders der Kontrast: Ich bin eben kein Kumpel. Kein Bro. Mit mir kann man nicht einfach locker rumhängen, Joints rauchen. Allein dadurch, dass mich viele nicht kennen, entsteht automatisch eine gewisse professionelle Distanz – und das ist ein Vorteil. Ich kann dadurch kritische Fragen stellen. Nicht, weil ich jemanden bloßstellen oder roasten will – sonst würde ich die Person ja gar nicht einladen. Aber kritische Nachfragen sollten möglich sein. Ich will kein reiner Feelgood-Podcast sein. Ich will auch Themen ansprechen, die kontroverser sind – vor allem dann, wenn ich weiß, dass mein Gast dazu eine klare Meinung hat. </p>



<p>Die Idee hatte ich also schon lange, aber erst mit <strong>»Hip Hop Lebt«</strong> vor zweieinhalb Jahren habe ich mich wirklich bereit dafür gefühlt. Persönlich. Und auch, was mein Standing betrifft. Denn wenn man sich in die Öffentlichkeit stellt, wird man – ob man will oder nicht – bewertet und kommentiert. Und das hätte ich in jüngeren Jahren sicher nicht so leicht weggesteckt wie heute.</p>



<p><strong>Erinnerst du dich an diesen einen Moment, in dem du zum ersten Mal das Gefühl hattest, dass Hip-Hop mehr ist als nur Unterhaltung, sondern etwas, über das du in deiner Arbeit sprechen möchtest? Und wie hat sich deine Beziehung zu Hip-Hop seitdem verändert?</strong></p>



<p>Ich glaube, ich habe gar keine andere Wahl, als über Hip-Hop zu sprechen, über Kultur zu sprechen und über das Ökosystem, in dem ich mich bewege, nämlich Musik- und Medienindustrie – das ist zu 100 Prozent meine Expertise. Da kenne ich mich aus, das heißt, es wäre für mich jetzt auch völlig&nbsp;<em>out of character</em>, über Fashion zu sprechen. Also, ich schließe das jetzt nicht kategorisch aus, dass ich irgendwann über etwas anderes sprechen werde, aber intrinsisch ist das immer mein erstes Thema, worüber ich mit Leuten auch sprechen möchte. Also, ich bin vielleicht älter geworden und bin gereift, aber meine Liebe und mein Verständnis für Community und Kultur sind gleich geblieben. Und ich möchte einfach etwas zurückgeben, was mir Hip-Hop gegeben hat. Ich versuche einen Beitrag beizusteuern mit den Mitteln, die ich habe.</p>



<p>Podcast ist ein super dankbares Format, weil es eben auch so lang ist und so individuell, vom Gast abhängig. Man hat die Möglichkeit in die Lebensrealitäten von Künstler*innen, die man feiert oder z.B. von Songwriter*innen, die Nummer-Eins-Hits geschrieben haben, einzutauchen. Was geht denn in denen vor, also sind das normale Menschen oder sind die komplett fernab von meiner Realität? Was sind die Struggles, die die haben? Sind die auch mal unsicher? Wie gehen die mit Streaming-Druck um? Wie gehen die mit Geldsorgen um? Und all das mal wirklich auf den Tisch zu packen um am Ende festzustellen: Überraschung, wir sind alles nur Menschen. </p>



<p></p>



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<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">WÜNSCHE</h2>



<p><strong>Gibt es denn irgendjemanden</strong>, <strong>den du gerne mal als Gast in deinem Podcast hättest, egal ob realistisch oder Träumerei?&nbsp;</strong></p>



<p>Man sagt ja, <em>never meet your idols</em>, von daher, mit Drake wäre bestimmt witzig. Da weiß ich aber nicht, ob ich das wirklich machen wollen würde (lacht). Also klar, ich habe halt gewöhnlich so ein paar Idole, <strong>Drake</strong>, <strong>Stormzy</strong>, <strong>Skepta</strong>, <strong>Jack Harlow</strong>. Das sind so meine Idole, bei denen ich sage, oh Gott, da würde ich wirklich Schnappatmung bekommen, wenn sie plötzlich vor mir stehen. Aber ich finde auch einige Leute aus der Industrie interessant. Persönlichkeiten wie <strong>Scooter Braun</strong>, dem ehemaligen Manager von <strong>Taylor Swift </strong>und <strong>Justin Bieber</strong>. Ich glaube, mit dem könnte man über so einiges sprechen. Bei Personen wie bei ihm ist das Problem, die haben dann natürlich auch ihre Standardantworten, da kommst du wahrscheinlich eh nicht durch und das Gespräch wäre wahrscheinlich nicht wirklich spannend.&nbsp;</p>



<p>Aber ich möchte mich tatsächlich, auch wenn es um meine Gäste geht, gar nicht festlegen. Denn ich habe das Gefühl, es kommt auch immer zu einem. Das heißt, ich versuche die Sachen nicht so zu forcieren und lasse mich da auch einfach ein bisschen treiben.&nbsp;Das ist ein ganz guter roter Faden, für dieses ganze Projekt: einfach offen zu sein, du als Person, aber auch deine Zuhörer*Innen. Ich glaube, das fasst es ganz gut zusammen.</p>



<p><strong>Gibt es denn noch eine Sache oder eine Information, die du Leuten mitgeben möchtest, bevor sie zum Beispiel zu einem Live-Event kommen oder sich in diese Welt rein begeben?&nbsp;</strong></p>



<p>&nbsp;Neugierig zu sein, Lust auf etwas Neues zu haben und auch wieder ein bisschen der Kuration von Menschen zu vertrauen, weg von einem Algorithmus und einer KI. Viele denken sich wahrscheinlich: Ich kenne sie nicht, was ist »Hip Hop Lebt«? Die Zahlen sind auch noch nicht so doll, bla bla bla. Etwas, das irgendwie jeder von uns heutzutage macht: Man scannt erst mal ab, und ganz oft ist die Reaktion: Ich kenne das nicht, das wird von niemandem gehört, interessiert mich nicht. Ich würde mir wünschen, dass Leute sagen: Okay, ich kenne es vielleicht nicht, aber ich mag Hip-Hop, ich mag Gespräche.</p>



<p>Es ist mein Wunsch, dass die Leute einfach offen bleiben und sagen: Hey, ich interessiere mich für das Thema. Ich interessiere mich für Hip-Hop, für Kultur, vielleicht für die Musikindustrie, für persönliche Entwicklungen. Dass sie dem Ganzen eine Chance geben – das würde ich mir wünschen. Das ist ja auch im Grunde genau das, was alle an dieser Industrie oder an dieser ganzen Bubble – mich jedenfalls – total inspiriert: Wenn man dem Ganzen offen gegenübersteht, kriegt man super viel zurück.</p>



<p><strong>Gibt es sonst noch irgendwas, das du gerne zu dieser Tour noch loswerden möchtest?&nbsp;</strong></p>



<p>Dass wir die Ersten sind, die das machen. Wir sind so wirklich die Ersten, die Podcast mit einem Live-Konzert verbinden. Und auch der Mut, den wir als Team haben. Das bin ja nicht nur ich, die man vorne sieht. Es sind ja immer Leute im Hintergrund, die mit mir an dem Projekt arbeiten. Sie sorgen dafür, dass es so aussieht und auch inhaltlich so ist, wie es ist. Und diesem Team bin ich jeden Tag dankbar, dass die mit mir an dieser Vision zusammenarbeiten. Und dafür, dass wir aus eigener Kraft was auf die Beine stellen und jetzt mutig genug sind, unser kleines Format, was noch mitten im Aufbau ist, auf die Bühne zu bringen.</p>



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<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/julia-groeschel-ueber-hip-hop-lebt-live">JULIA GRÖSCHEL ÜBER »HIP HOP LEBT« LIVE, COMMUNITY UND DEN DRANG NACH INHALTEN</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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		<title>Skuff Barby bringt mit »Barbylon« frischen Wind in die deutsche D&#8217;n&#8217;B Szene</title>
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					<comments>https://mostdope.tv/interviews/skuff-barby-bringt-mit-barbylon-frischen-wind-in-die-deutsche-dnb-szene#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hannah Wietbrock]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 May 2025 09:58:52 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Drum and Bass ist etwas, das Fans internationaler Musik wahrscheinlich direkt mit dem Vereinigten Königreich verbinden und hierzulande eher in der Techno-Szene bekannt ist. Dass D’n’B auf Deutsch aber genauso gut klingen kann, zeigt uns jetzt Skuff Barby. Die Wahl-Kölnerin hat sich bereits auf früheren Tracks vereinzelt an das Genre herangetastet und ist ihm auf ihrer neuen EP »Barbylon« nun vollständig verfallen. Dabei drückt sie der Musik jedoch ihren ganz eigenen Stempel auf und mischt gekonnt verschiedene Genres. Das Ergebnis: ein spannender Sound, der [&#8230;]</p>
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<p><strong>Drum and Bass ist etwas, das Fans internationaler Musik wahrscheinlich direkt mit dem Vereinigten Königreich verbinden und hierzulande eher in der Techno-Szene bekannt ist. Dass D’n’B auf Deutsch aber genauso gut klingen kann, zeigt uns jetzt Skuff Barby. Die Wahl-Kölnerin hat sich bereits auf früheren Tracks vereinzelt an das Genre herangetastet und ist ihm auf ihrer neuen EP <em>»</em>Barbylon<em>«</em> nun vollständig verfallen.    Dabei drückt sie der Musik jedoch ihren ganz eigenen Stempel auf und mischt gekonnt verschiedene Genres. Das Ergebnis: ein spannender Sound, der frischen Wind in die Szene bringt.</strong></p>



<p><strong>Wir haben die Gelegenheit genutzt und uns anlässlich des neuen Releases mit&nbsp;Skuffy&nbsp;via Zoom zu einem kleinen Schnack getroffen.</strong></p>



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<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Erstmal alles Gute nachträglich zum Geburtstag.</strong></p>



<p>Dankeschön.</p>



<p><strong>Wie fühlt es sich an, das neue Lebensjahr mit der neuen EP zu beginnen?</strong></p>



<p>Fühlt sich sehr gut an! Ich habe wirklich das Gefühl, je älter man wird, desto mehr steht man in seiner Energie und in seinem Strahlen. Also ich fühle mich richtig gut.</p>



<p><strong>Sehr schön. Bevor wir tiefer in die Musik eintauchen, wollte ich mit dir über den Titel deiner EP sprechen –&nbsp;»Barbylon«. Da verbergen sich viele kulturelle Anspielungen. Neben Barbie und Nicki Minaj denke ich da sofort an den Rastafari-Glauben, Reggae-Musik und natürlich auch die biblische Bedeutung. Was steckt für dich hinter dem Namen?</strong></p>



<p>Barbylon ist – wie du schon richtig erkannt hast – symbolisch eine Anspielung auf den Weltuntergang. Das hat auch mit der Bibel zu tun. In Kombination mit meinem Künstlernamen habe ich beim Schreiben viel darüber nachgedacht, wie unsere Gesellschaft gerade funktioniert, wie ich mit sozialen Medien und der Schnelllebigkeit der Technologie umgehe, mit dem ständigen Informationsfluss. Was macht das mit mir, mit meinem Umfeld? Wir leben in einer extrem schnellen Zeit und in einem krassen Wandel. Es fühlt sich manchmal wirklich an, als würde die Welt untergehen – mit allem, was passiert. Unsere Generation versucht, das irgendwie zu kompensieren. Und das spiegelt sich auch in meiner Musik wider. Ich habe das Gefühl, dass elektronische Musik seit Corona viel präsenter geworden ist – was ich schön finde, weil ich dadurch eine neue Seite von mir entdeckt habe. All das fließt in den Titel mit ein – auch viele persönliche Erfahrungen.</p>



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<div style="height:52px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Was ich auch ganz spannend fand, waren die Cover deiner bisherigen Singles. Die hatten für mich so einen nostalgischen Vibe – im positiven Sinne. Besonders bei&nbsp;»Neuanfang« hat mich das total an&nbsp;<em>Winx Club</em>&nbsp;erinnert. Was sind deine musikalischen Einflüsse aus deiner Kindheit und Jugend? Wer beeinflusst dich heute noch?</strong></p>



<p>Shoutout an meine beste Freundin, <strong><a href="https://www.instagram.com/skep_sis_/">SKEP-SIS</a></strong> – sie hat alle Cover gezeichnet und da richtig viel Herzblut reingesteckt. Musikalisch waren meine Vorbilder in der Kindheit Frauen wie                   <strong>Tina Turner</strong>, <strong>Aretha Franklin</strong>, <strong>Rihanna</strong>, <strong>Beyoncé</strong> und <strong>Shakira</strong>. Das waren meine Heldinnen – das lief auch viel bei uns zu Hause. Ich hatte auch eine ältere Cousine, die mir das Tanzen beigebracht und mir gezeigt hat, wie ich meine Hüften bewege. Heute bin ich mehr im         Drum-and-Bass-Film. Ich setze mich gerade intensiv mit der Szene und Musikkultur auseinander. Über Freunde habe ich Zugang dazu gefunden. Einer meiner ersten Tracks vom alten Album,&nbsp;<em>»</em><a href="https://www.youtube.com/watch?v=E06N-7o5_Is">Locker</a>«, hatte schon Elemente davon – schnellere Drums, mehr Energie, auch Melancholie. Das fand ich spannend – da hat’s für mich angefangen. Sorry. Kann sein, dass ich gerade ein bisschen abschweife.</p>



<p><strong>Eigentlich der perfekte Übergang! Ich bin großer Fan von Jungle und Drum’n’Bass und freue mich total, dass das in Deutschland endlich mehr Aufmerksamkeit bekommt. Magst du erzählen, wie du zur Szene gefunden hast?</strong></p>



<p>Durch zwei meiner Produzenten – vor allem <strong>Jaromyr</strong>. Den kenne ich schon länger, und er macht Drum’n’Bass seit über 20 Jahren. Er hat »Locker« gehört und meinte direkt: „Da kann man noch mehr draus machen.“ Kurz bevor ich von Münster nach Köln gezogen bin (wo er auch lebt), haben wir schon an zwei Songs gearbeitet, die auch schon in die Richtung gingen.          Da habe ich gemerkt, wie spannend es ist, mit der Geschwindigkeit und den Flows zu spielen. Meine Lyrics passen sich dem Sound an und jetzt schnuppere ich immer mehr in die Szene rein. Ich entdecke immer neue Sounds und Flows, die sich mit anderen Genres kombinieren lassen – wie RnB, Jungle, Reggae. Ich singe z. B. auch auf D&#8217;n&#8217;B-Tracks. Da kommt vieles zusammen und wir sind gerade ganz viel am Experimentieren.</p>



<p><strong>Sehr spannend. Und wie würdest du so die Szene in Deutschland beschreiben? Oder vielleicht auch speziell in Köln? Ich habe das Gefühl, da geht immer noch ein bisschen mehr als zum Beispiel bei uns in Hamburg.</strong></p>



<p>Tatsächlich habe ich das Gefühl, dass in Hamburg mehr geht. Ich bin übrigens auch gerade in Hamburg (lacht). Unsere DJane <strong><a href="https://www.instagram.com/so.su.sa/">SO’SU’SA </a></strong>ist voll in der Szene drin und legt z. B. regelmäßig im<em> Thier</em>&nbsp;auf. Ich habe das Gefühl, in Hamburg ist es größer als in Köln. In Köln habe ich noch nicht so viel mitbekommen – es gibt halt ein- bis zweimal im Monat eine Party im Bootshaus, aber ich bin leider noch nicht dazu gekommen, da mal hinzugehen. Ich hoffe, dass ich über Gigs mehr Anschluss finde und mich inspirieren lassen kann.</p>



<p><strong>Sehr cool. Ich hatte im Januar ein Interview mit einer jungen DnB-Künstlerin aus London, die musikalisch viele parallelen zu deiner Musik hat. Sie macht auch alles Indie und meinte, dass die elektronische Szene sie zwar sehr herzlich aufgenommen hat, aber oft als sehr weiß und männlich wahrgenommen wird – obwohl die Wurzeln ja nicht aus der weißen Musik kommen.  Ihr Ziel ist es, als Schwarze Frau mit ihrer Musik die Szene wieder für ein diverses Publikum zu öffnen. Wie ist deine Erfahrung in der deutschen Szene? Kannst du da parallelen sehen?</strong></p>



<p>Die Szene ist schon sehr dominiert von Personen mit weißer Haut. Aber ich würde das genauso unterschreiben, dass ich deshalb einen Zugang für PoCs schaffen möchte. Es ist wichtig, dass sich Menschen wie ich in solchen Räumen wohlfühlen. Ich werde da total herzlich aufgenommen – die Leute freuen sich über Diversität in solchen Räumen. Ich hoffe, wir können da ein bisschen  die Game Changer sein. Bei der&nbsp;<strong>c/o pop</strong>&nbsp;habe ich gemerkt, dass es sehr viele Leute gibt, die eben auch dunkelhäutig sind und die Bock haben, auch auf solche Beats abzugehen. Weil man da wirklich ausrasten kann, man kann emotional sein, man kann sich da einfach fallen lassen in in den rhythmischen elektronischen Sound. Wenn wir dranbleiben, können wir die Türen öffnen und es zugänglicher machen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/c-Sauerkirsche-Fotografie-by-Jessica-Sacher-7-2-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-18890" style="width:903px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/c-Sauerkirsche-Fotografie-by-Jessica-Sacher-7-2-1024x683.jpg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/c-Sauerkirsche-Fotografie-by-Jessica-Sacher-7-2-300x200.jpg 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/c-Sauerkirsche-Fotografie-by-Jessica-Sacher-7-2-768x512.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/c-Sauerkirsche-Fotografie-by-Jessica-Sacher-7-2-1536x1024.jpg 1536w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/c-Sauerkirsche-Fotografie-by-Jessica-Sacher-7-2-2048x1365.jpg 2048w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/c-Sauerkirsche-Fotografie-by-Jessica-Sacher-7-2-360x240.jpg 360w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/c-Sauerkirsche-Fotografie-by-Jessica-Sacher-7-2-720x480.jpg 720w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/c-Sauerkirsche-Fotografie-by-Jessica-Sacher-7-2-770x513.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/c-Sauerkirsche-Fotografie-by-Jessica-Sacher-7-2-1400x933.jpg 1400w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Skuff Baby by Jessica Sacher</figcaption></figure>



<div style="height:31px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Du veröffentlichst ja alles ohne großes Label im Rücken. Was sind aktuell die größten Herausforderungen?</strong></p>



<p>Also ich habe Gott sei Dank meine Managerin <strong>Li</strong> – sie hält mir den Rücken frei, sodass ich mich frei bewegen kann. Aber gerade die Promophase ist hart. Man muss ständig aktiv dabei sein, präsent sein, posten. Aber es macht mir persönlich auch Spaß, weil ich auch merke, dass meine Community dadurch wächst und mich immer mehr als Person wahrnimmt. Ich fühle mich unterstützt von den Leuten dir mir folgen und mich sehen.</p>



<p><strong>Wenn du schon über deine Community sprichst, du hast bei Insta zum Release von&nbsp;»Erinner mich« darüber geschrieben wie wichtig die Menschen und deren Support um dich herum sind. Was würdest du jungen Artists raten, die so einen Rückhalt noch nicht haben?</strong></p>



<p>Immer fragen! Fragen kostet nichts. Sei einfach dabei. Geh zu Events, wo Leute Musik machen, connecte dich, trau dich, dich zu zeigen. Ja, vielleicht auch ab und zu mal auf Partys gehen, wo eben Leute am Freestylen sind. Einfach trauen und sich öffnen. Und man wird immer jemanden finden, der deine Sachen cool findet – Auf jeden Fall.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="Skuff Barby – Erinner mich (prod. by Jaromyr aka Loy Beatz)" width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/hLvUKkM0gY8?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
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<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Hoffentlich! Ich wollte noch über »Wer bin ich« sprechen. Du singst im Refrain:<br>„Ich weiß genau, wer ich bin / lauf durch den Regen und den Wind / brenn alles nieder mit Absinth / bevor die Zeit mir entrinnt.“ Das fand ich beeindruckend – so viel Selbstbewusstsein ist in unserem Alter gar nicht so selbstverständlich. Was ging dir bei dem Song durch den Kopf?</strong></p>



<p>Ich war ehrlich gesagt wütend. Auf Menschen, die mich unterschätzt und mein Potenzial nicht gesehen haben. Ich musste mir selbst immer wieder vor Augen halten, dass ich die Person bin, die mich erschafft – die diese Kunst macht. Es gibt immer wieder Leute da draußen , die einem vom Gegenteil überzeugen und die dich kleinhalten wollen. Ich würde auch behaupten, dass wir Menschen nie vollständig wissen werden, wer wir sind, weil wir uns immer weiterentwickeln und immer neue Eigenschaften an uns erkennen. Aber ich weiß, wer ich bin – eben, weil ich weiß, dass ich mich weiterentwickle. ich werde mich neu entdecken und ich werde mir nicht mehr einreden lassen, dass ich nicht gut genug bin. Ich werde durch den Regen und Wind gehen und meinen Weg erkämpfen. Der Song soll dich pushen und und dich aufbauen und dich niemals vergessen lassen: Du bist eine Kämpferin.</p>



<p><strong>Sehr schön.</strong></p>



<p>Vielen Dank.</p>



<p><strong>Was sind jetzt für dich nach der EP deine nächsten Schritte? Bist du im Sommer jetzt groß auf Festivals unterwegs, oder geht es direkt weiter mit dem nächsten Projekt?</strong></p>



<p>Ich bin auf jeden Fall irgendwie auf beiden Gleisen unterwegs! Ich spiele auf schönen Festivals, z. B. am 10. Mai bei&nbsp;<strong><a href="https://www.instagram.com/p/DJkLc8ksQJS/">Floating Bars</a></strong>&nbsp;mit <strong>Eko Fresh</strong> und einem befreundeten Künstler <strong>Omar Jatta</strong> – das wird auf einem Boot sein. Also das wird ganz sweet, wir schippern so ein bisschen und dann gibt&#8217;s Livemusik. Dann spiele ich auf der&nbsp;<strong>Fusion</strong>&nbsp;und beim&nbsp;<strong>BURGBEBEN STRNBRG</strong>. Es wird spannend, da kommt einiges auf mich zu. Ich hatte eine tolle Geburtstagswoche – du gehörst auch zu dieser Zeit. Ich habe übrigens Udo Lindenberg getroffen!</p>



<p><strong>Das habe ich gesehen – krass!.</strong></p>



<p>Ja, das war wild. Ich wollte nur auf Toilette, und zack – saß er da. Ich dachte: Wenn ich jetzt vorbeilaufe, bereue ich das. Wir haben cool gequatscht, und er hat nach meiner Mucke gefragt. Vielleicht sieht man sich wieder – ich bin ja öfter in Hamburg.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/skuff-barby-bringt-mit-barbylon-frischen-wind-in-die-deutsche-dnb-szene">Skuff Barby bringt mit »Barbylon« frischen Wind in die deutsche D&#8217;n&#8217;B Szene</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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		<title>Leve &#038; Bo über ihren Weg zur Musik, Vertrauen und ihre Vorsätze für 2025</title>
		<link>https://mostdope.tv/interviews/leve-und-bo-ueber-ihre-vorsaetze-fuer-2025</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Lara Marie Binge]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Apr 2025 13:54:30 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die Geschichte des Hamburger Produzenten-Duos beginnt zwar erst im Sommer 2022 – doch seither sind Leve und Bo unzertrennlich und ein eingespieltes Team. Was als spontane Begeisterung in der Kindheit begann, hat sich für beide zu einem gemeinsamen Lebenstraum entwickelt. In ihrem Hamburger Studio verbinden sie Leichtigkeit und Leidenschaft, um Musik zu kreieren, die Ihnen am Herzen liegt. Dabei arbeiten sie sowohl mit aufstrebenden Newcomern als auch mit bereits etablierten Artists zusammen. Zu ihren wichtigsten Projekten zählen die Zusammenarbeit mit [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/leve-und-bo-ueber-ihre-vorsaetze-fuer-2025">Leve &amp; Bo über ihren Weg zur Musik, Vertrauen und ihre Vorsätze für 2025</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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<p><strong><strong>Die Geschichte des Hamburger Produzenten-Duos beginnt zwar erst im Sommer 2022 – doch seither sind Leve und Bo unzertrennlich und ein eingespieltes Team. Was als spontane Begeisterung in der Kindheit begann, hat sich für beide zu einem gemeinsamen Lebenstraum entwickelt. In ihrem Hamburger Studio verbinden sie Leichtigkeit und Leidenschaft, um Musik zu kreieren, die Ihnen am Herzen liegt. Dabei arbeiten sie sowohl mit aufstrebenden Newcomern als auch mit bereits etablierten Artists zusammen. Zu ihren wichtigsten Projekten zählen die Zusammenarbeit mit Danju, dessen Album »Zwischen Gestern und Morgen« sie maßgeblich geprägt haben, sowie die mit Singer-Songwriter TJARK. </strong></strong></p>



<p><strong>Mostdope-Autorin Lara hat sich mit den beiden in ihrem Studio in Hamburg getroffen. Ein Ort, an dem sie schon des Öfteren war, um ihren großen Bruder (Leve) zu besuchen. Sie begleitet das Duo nun schon von Beginn an und trotz dessen, oder vielleicht auch genau deshalb, hatte sie einige Fragen und das Bedürfnis zu dokumentieren, wer die beiden sind und wohin sie mit ihrer Musik möchten.</strong></p>



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<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Der Startpunkt</h2>



<p><strong>Wo genau beginnt eure Beziehung zur Musik? Und wie seid ihr dann später zum Produzieren gekommen?</strong></p>



<p><strong>Bo: </strong>Früher&#8230; ganz lange her. Mit zwölf war ich auf der Weihnachtsfeier vom Sportverein meines Bruders&#8230; das habe ich dir (Leve) noch nie erzählt. Dort hat ein DJ, ungefähr in meinem Alter, aufgelegt. Ich fand es sehr cool, dass er eben so Musik für andere macht. Dann habe ich mir ein Mischpult zu Weihnachten gewünscht und ab da in meinem Kinderzimmer aufgelegt. Später hat mir ein Kollege FL Studio gezeigt. Ich habe einfach random drauf losgelegt. Und ab dann war es eigentlich immer da. Zu Beginn habe ich hauptsächlich EDM gemacht. Ich weiß auch nicht, wieso&#8230; wahrscheinlich, weil ich nicht wirklich einen musikalischen Background habe, bis dahin kein Instrument gelernt habe. Nach der Schule kam ich dann ganz zufällig in dieses Studio hier, und es hat sich irgendwie so ergeben, dass es jetzt so ist, wie es heute ist.</p>



<p><strong>Leve: </strong>So eine Erinnerung aus der Kindheit war bei mir mein Opa, der mit einem alten Schifferklavier für uns gespielt hat. Und es hat mich irgendwie schon damals inspiriert, wie Musik uns alle zusammenbringen kann. Ah, und ich weiß noch, in der Schule sollten wir mal aufschreiben, was unser größter Traum ist, und ich habe aufgeschrieben: „Gitarre spielen können.“ Dann hat mich irgendwann mal ein Kollege mit zu seinem Gitarrenunterricht genommen. Als ich später angefangen habe, E-Gitarre zu spielen, habe ich mich gefragt, wie man das aufnehmen kann, und es mir dann hauptsächlich mit Tutorials auf YouTube selbst beigebracht. Durch die Pandemie habe ich viel Musik alleine gemacht, in einem kleinen Proberaum in der Heimat. Da habe ich Tag und Nacht verbracht. Nach dem Abi bin ich nach Hamburg gezogen, um Tontechnik zu studieren. Aus Zufall habe ich von einem Praktikum in diesem Studio hier erfahren und habe dann Bo kennengelernt.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" width="683" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF2646-683x1024.jpg" alt="" class="wp-image-17852" style="width:338px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF2646-683x1024.jpg 683w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF2646-200x300.jpg 200w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF2646-768x1152.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF2646-1024x1536.jpg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF2646-1365x2048.jpg 1365w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF2646-500x750.jpg 500w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF2646-800x1200.jpg 800w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF2646-1280x1920.jpg 1280w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF2646-1920x2880.jpg 1920w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF2646-770x1155.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF2646-1400x2100.jpg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF2646-scaled.jpg 1706w" sizes="(max-width: 683px) 100vw, 683px" /></figure>
</div>


<p><strong><strong>War das, was ihr heute macht, euer Plan A, oder gab es eigentlich andere Zukunftspläne?</strong></strong></p>



<p><strong>Leve: </strong>Ich wollte eigentlich Politikwissenschaften studieren. Aber als ich mich dann für das Studium hier in Hamburg entschieden habe, dachte ich eigentlich, ich werde Tontechniker. Als ich dann hier im Studio war und gesehen habe, wie die Leute hier arbeiten, habe ich erst wirklich gecheckt: Das kann auch ein Beruf sein&#8230; Songs zu schreiben und zu produzieren.</p>



<p><strong>Bo: </strong>Also für mich war das hier schon immer irgendwie ein Traum, seit ich circa sechzehn war. Aber ich wusste, dass es super schwer wird, damit sein Geld zu verdienen. Also realistisch gesehen habe ich gedacht, dass es vielleicht auch nicht funktionieren wird. Aber wie gesagt, es war schon immer irgendwie mein Traum.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Arbeit als Duo</h2>



<p><strong><strong>Nun wäre es natürlich auch möglich gewesen, diesen Traum alleine zu verwirklichen. Warum geht ihr den Weg zu zweit?</strong></strong></p>



<p><strong>Leve: </strong>Ein ganz großer Punkt, der zu zweit wegfällt, sind diese großen Selbstzweifel, die man hatte, als man noch versucht hat, sich alleine durchzuschlagen. Dadurch, dass wir diese gemeinsame Idee, diese Vision haben und immer weiter nach vorne gehen wollen, hat man auch eine gewisse Verantwortung dem anderen gegenüber, das stimmt. Aber gerade, wenn man mal wieder ins Grübeln kommt und sich fragt: „Ist es das jetzt?“, fängt der andere das immer ganz gut auf. Eigentlich stellen wir uns diese grundsätzliche Frage, „kann das überhaupt was werden?“, gar nicht mehr. Auf jeden Fall nicht mehr so oft, als wäre man alleine. Das ist, glaube ich, der Punkt, weshalb es zu zweit so gut funktioniert. Ich glaube auch, dass wir es nie wirklich formulieren mussten, um zu wissen: Okay, wir wollen das hier jetzt wirklich machen. Wir haben da nie drüber sprechen müssen, ob wir das hier jetzt noch Jahre machen wollen. Das Commitment war eigentlich schon immer da.</p>



<p><strong>Bo: </strong>Ja, zu hundert Prozent. Ich wüsste nicht, was ich dem Ganzen noch hinzufügen sollte.</p>



<p><strong>Was konntet ihr in der Vergangenheit von dem jeweils anderen lernen, von dem ihr denkt, dass ihr das nicht hättet alleine schaffen oder sein können?</strong></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" width="683" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF1753-2-683x1024.jpg" alt="" class="wp-image-17853" style="width:296px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF1753-2-683x1024.jpg 683w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF1753-2-200x300.jpg 200w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF1753-2-768x1152.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF1753-2-1024x1536.jpg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF1753-2-1365x2048.jpg 1365w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF1753-2-500x750.jpg 500w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF1753-2-800x1200.jpg 800w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF1753-2-1280x1920.jpg 1280w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF1753-2-1920x2880.jpg 1920w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF1753-2-770x1155.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF1753-2-1400x2100.jpg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF1753-2-scaled.jpg 1706w" sizes="(max-width: 683px) 100vw, 683px" /></figure>
</div>


<p><strong>Bo: </strong>Es ist schwierig zu beschreiben, aber Leve kommt irgendwie immer ans Ziel, egal wobei. Dann kämpft er sich dahin, und manchmal gucke ich ihm dabei zu und frage mich, was er da eigentlich macht. Aber am Ende hört es sich dann geil an. Und ich denke mir, ich wäre sehr wahrscheinlich selber gar nicht dahin gekommen. Einfach dieses Durchhaltevermögen. Durch ihn bin ich auch etwas mehr Entdecker geworden. Einfach offener Neuem gegenüber in musikalischen Bereichen.</p>



<p><strong>Leve: </strong>Also von Bo habe ich auf jeden Fall viel Optimismus gelernt, euphorische Momente zuzulassen. Sich auch mal sagen zu können, dass es gerade richtig gut ist, was wir hier machen. Das habe ich mich alleine nie getraut, weil es sich in meinem Kopf immer so falsch angehört hat.</p>



<p><strong>Bo: </strong>Das ist ja fast wie in einer Paartherapie hier (lacht).</p>



<p><strong>Wie kann ich mir einen typischen Tag in eurem Leben vorstellen? Wie arbeitet ihr? Wo fangt ihr an?</strong></p>



<p><strong>Leve: </strong>Es gibt auf jeden Fall Tage, an denen treffen nur wir beide uns, erledigen Bürokratisches, planen die Woche oder verarbeiten Feedback. Wir probieren auch gerne zu zweit viel herum. Die Mehrheit der Tage arbeiten wir aber mit Artists zusammen. Am Anfang setzen wir uns gerne einfach gemeinsam hin und reden viel über das, was einen bewegt. Wir starten eigentlich immer mit einer Thematik, manchmal auch einfach mit einem Satz, der im Gespräch fällt. Meistens setzt sich dann jemand ans Klavier oder an die Gitarre, und es ergibt sich ein fließender Übergang. Wir sitzen dann oft bis spät in die Nacht an den Songs. Häufig ähneln sich die Tagesabläufe auch, gleichzeitig ist aber keine Woche wie die andere.</p>



<p><strong>Kann es dann für euch, vor allem weil ihr euch ja auch noch am Anfang befindet, so etwas wie eine Routine oder Grenzen geben?</strong></p>



<p><strong>Bo: </strong>Das ist noch super schwierig für uns. Da haben wir auch noch keine richtige Lösung gefunden. Denn wir wollen immer das Maximale an einem Tag schaffen. Und da bleibt leider super viel, vor allem Privates, auf der Strecke, weil wir einfach irgendwie den Drang haben, immer noch mehr zu machen. Da fällt es uns auch sehr schwer, uns gegenseitig zu stoppen, habe ich das Gefühl. Also da gibt es keinen von uns, der zum anderen sagt: „Bro, chill jetzt mal kurz.“</p>



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<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Die große Leidenschaft</h2>



<p><strong>Was ist denn euer liebster Teil an eurer Arbeit?</strong></p>



<p><strong>Leve: </strong>Ich glaube, wenn man das Gefühl hat, dass es läuft. Wenn man merkt, hier ist etwas in der Luft. Es gibt diese Momente im Studio, die man sich selber nicht wirklich erklären kann, in denen sich alle Beteiligten denken: Was passiert hier gerade? Man muss es auch gar nicht immer aussprechen. Das ist dieses Gefühl, das uns, glaube ich, auch so antreibt. Es kann auch ein super trauriges Gefühl sein. Etwas, bei dem man merkt, dass es noch nie da gewesen ist, eine Emotion, die man noch nicht kannte.</p>



<p><strong>Bo: </strong>Ja, auf jeden Fall. Ich glaube, bei mir ist es besonders der Moment, wenn der oder die Künstler anfängt zu singen und du weißt: Okay, das hier wird jetzt etwas Großes.</p>



<p><strong>Ihr arbeitet ja sowohl mit Newcomer*innen als auch mit bereits erfahrenen Künstler*innen zusammen. Wo liegen dort die größten Unterschiede, und welche Arbeit macht euch besonders Spaß?</strong></p>



<p><strong>Leve: </strong>Die Arbeit mit Newcomern macht uns natürlich super viel Spaß. Diese Arbeit ist meistens aber auch etwas sensibler. Oft sind es die ersten Sachen, die veröffentlicht werden, und da spürt man dann auch etwas mehr Verantwortung. Dort spielt unsere Meinung oft eine größere Rolle, und uns wird gleichzeitig auch mehr vertraut. Es ist super intensiv. Wenn wir jetzt zum Beispiel mit einem <strong>TJARK </strong>arbeiten, verteilt sich die Verantwortung ganz anders. Vor allem, weil er jemand ist, der eine ganz genaue Vorstellung von dem hat, was er machen möchte. Es macht beides Spaß. Egal, ob mit einem <strong>Danju</strong>, der das schon seit über 15 Jahren macht, oder mit jemandem, der erst dieses Jahr angefangen hat. Am Ende unterscheidet es sich dann doch gar nicht so krass.</p>



<p><strong>Bo: </strong>Im Endeffekt möchte ja jeder einfach einen guten Song machen. So simpel es auch klingt, kommt es dann am Ende, egal bei wem, wirklich nur darauf an.</p>



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<iframe title="TJARK - nimmerland (Official Visualizer)" width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/FQ9emuZMl5A?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Empfehlungen, Träume und Inspirationen</h2>



<p><strong>Welche deutschen Künstler (Newcomer) sollten wir denn eurer Meinung nach im Auge behalten?</strong></p>



<p><strong>Leve: </strong>Mir fällt direkt <strong><a href="https://mostdope.tv/next-up/next-up-cuffa-zwischen-boombap-und-cloudrap">cuffa</a> </strong>ein&#8230; der hat mich im letzten Jahr richtig umgehauen.</p>



<p><strong>Bo: </strong>Ich würde sagen, <strong>skuth </strong>ist auch ein echt insaner Typ. Und <strong>Katha Pauer </strong>finde ich auch echt mega. Es gibt aber auf jeden Fall noch so viele andere.</p>



<p><strong>Stellen wir uns mal vor, nichts wäre unmöglich: Mit wem würdet ihr gerne einmal zusammenarbeiten?</strong></p>



<p><strong>Bo: </strong>Ich glaube, wir würden einen mega Song mit <strong>Dua Lipa </strong>machen. (Beide lachen herzhaft)</p>



<p><strong>Leve: </strong>Es gibt noch einen Newcomer, den ich eben vergessen habe, mit dem ich gerne einen Song machen würde. Und zwar <strong>Tuffy</strong>. Auch ein richtig krasser Typ. Und natürlich mit <strong>Udo Lindenberg </strong>würden wir beide unfassbar gerne zusammenarbeiten.</p>



<p><strong>Wer waren beziehungsweise sind immer noch eure Idole aus der Musikwelt? Wer hat euch besonders geprägt und inspiriert?</strong></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF3151-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-17851" style="width:354px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF3151-1024x683.jpg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF3151-300x200.jpg 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF3151-768x512.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF3151-1536x1024.jpg 1536w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF3151-2048x1365.jpg 2048w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF3151-360x240.jpg 360w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF3151-500x333.jpg 500w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF3151-800x533.jpg 800w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF3151-1280x853.jpg 1280w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF3151-1920x1280.jpg 1920w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF3151-720x480.jpg 720w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF3151-770x513.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/DSCF3151-1400x933.jpg 1400w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
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<p><strong>Leve: </strong>In meiner Schulzeit habe ich viel <strong><a href="https://mostdope.tv/news/brockhampton-letzte-alben-the-family-tm">BROCKHAMPTON</a> </strong>gehört. Deren ganze Energie, dass es bei ihnen um mehr ging als Musik, und das Konzept, auch die Menschen aus dem Hintergrund nach vorne zu holen, hat mich beeindruckt. Einfach das kompromisslose Erschaffen von Kunst. Das hat mir damals viel Mut gegeben. In Deutschland war es unter anderem <strong>CRO</strong>, mit »<a href="https://mostdope.tv/essentials/cro-tru">tru.</a>«. Das ist auch auf jeden Fall etwas, das Bo und mich verbindet. Natürlich auch viel <strong><a href="https://mostdope.tv/soundchecks/kendrick-lamar-mr-morale-the-big-steppers-review">Kendrick</a> </strong>oder <strong><a href="https://mostdope.tv/spotlights/frank-ocean-schoene-stimme-und-viel-dahinter">Frank Ocean</a></strong>. Alles Mögliche einfach. Wir hören ja auch viel Singer-Songwriter-„Schmuse-Pop“. Für mich gab es irgendwie immer aus vielen Bereichen Leute, die mich fasziniert haben, die einfach eine tolle Aura hatten.</p>



<p><strong>Bo: </strong>Bei mir ist es auch ähnlich. Ich habe schon immer viel Verschiedenes gehört. Angefangen in dieser Dance-Bubble mit <strong>Avicii</strong>, der mich von seiner Persönlichkeit inspiriert hat und damit, dass er einfach eine Art eigenes Genre erschaffen hat. <strong><a href="https://www.instagram.com/p/C1IGzd4sJle/?img_index=3">RAYE</a> </strong>ist für mich auch auf jeden Fall noch zu nennen. Aber so wie Leve gesagt hat, mag ich auch Singer-Songwriter-Musik. Zum Beispiel <strong>Sasha Alex Sloan </strong>finde ich mega, wie sie schreibt und Emotionen verpacken kann.</p>



<p><strong>Leve: </strong>Bei mir sind es vom Sound und der Produktion auch noch <strong>Bon Iver </strong>und <strong>Tame Impala</strong>. Ja, so viele&#8230; Aber immer etwas super Ehrliches. Ich glaube, das fasst es ganz gut zusammen.</p>


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<p><strong>Könnt ihr beiden eigentlich noch ganz normal, unvoreingenommen Musik hören? Oder ist es eurem Beruf geschuldet, dass man ständig ein bisschen kritischer und vielleicht etwas zu genau hinhört?</strong></p>



<p><strong>Leve: </strong>Ich glaube, wenn man Songs hört, die einen so richtig berühren, dann ist man schnell wieder so wie mit 14 und denkt sich: Das klingt so gut. Man achtet aber auf jeden Fall deutlich mehr auf Details. Klar gibt es auch Songs, bei denen mich etwas nervt, bei denen man sich schon manchmal denkt: „Das hätte ich vielleicht anders gemacht.“ Aber ich glaube, bei Musik, die so super authentisch ist, ist das egal.</p>



<p><strong>Bo: </strong>Also ich persönlich kann auch gut einfach nur Zuhörer sein.</p>



<p><strong>Leve: </strong>Aber ich höre auf jeden Fall privat viel weniger Musik als früher.&nbsp;</p>



<p><strong>Bo: </strong>Weil man auch einfach keine Zeit mehr dazu hat.</p>



<p><strong>Leve: </strong>Eine Sache, die ich auch noch zu dem Thema sagen wollte, ist, dass ich nicht glaube, dass wir Musik „besser“ beurteilen können. Ich glaube, dass jede Person, die emotional fähig und bereit ist, Sachen zu spüren, alles gut bewerten kann. Egal welche Art von Kunst. Da geht es dann auch nicht darum, zu erklären, woher das Gefühl kommt. Man nimmt es einfach an.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Blick zurück</h2>



<p><strong>Bevor wir gleich einen kleinen Blick in eure Zukunft werfen, möchte ich kurz mit euch über das sprechen, was in der vergangenen Zeit passiert ist. Auch wenn die Antwort wahrscheinlich etwas schwerfallen mag&#8230; Auf welches gemeinsame Projekt seid ihr besonders stolz?</strong></p>



<p><strong>Bo: </strong>Super schwer. In allem, was wir machen, steckt auf jeden Fall unser Herz drin. Wir machen nie etwas, worauf wir keinen Bock haben. Aber etwas, das auf jeden Fall einen ganz besonderen Platz in unserem Herzen hat, ist die Arbeit an dem Album »Zwischen Gestern und Morgen« von Danju. Das war das erste Album, das wir machen durften.</p>



<p><strong>Leve: </strong>Dabei haben wir super viel gelernt. Es ist auch eigentlich immer noch super random, dass er uns beiden da so früh so sehr vertraut hat. Das war schon krass. Wir sind währenddessen, glaube ich, über uns selber hinausgewachsen, haben viel gelernt auf dem Weg, viele Dinge zum ersten Mal gemacht. Das war eine ganz tolle Erfahrung, für die wir sehr dankbar sind.</p>



<p><strong>Bo: </strong>Und eine Sache, die man auf jeden Fall noch erwähnen muss, ist unsere Band <strong>Hotbeanwater</strong>. Definitiv bedeutet uns diese Zeit auch super viel.</p>



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<div style="height:34px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>In den letzten zwei Jahren ist bei euch eine Menge passiert. Könnt ihr euch an einen „Wie bin ich hier gelandet“-Moment erinnern?</strong></p>



<p><strong>Bo: </strong>Es sind, glaube ich, vor allem die Momente, die wir jetzt im letzten Jahr gehabt haben&#8230; Wenn wir auf Konzerte von Künstlern gegangen sind und wir hören, wie ein Song, der mit uns erschaffen wurde, vor so vielen Leuten gespielt wird. Das erste Mal, als ich das hatte, war in Kiel, bei <strong><a href="https://open.spotify.com/intl-de/artist/237KrHWanV4SzWmqWRdpyg?si=JtO_rre2QpuOlg8UY2cSGw">Charlotte</a></strong>, als sie Support bei der Mark-Forster-Tour war. Da waren dann einfach fünftausend Leute in dieser Arena, die unseren Song live hören. Das fühlte sich irgendwie etwas falsch an. (Lacht)</p>



<p><strong>Leve: </strong>Ich habe das manchmal bei Songs, bei denen man gar nicht das Gefühl hat, als hätte man sie wirklich gemacht. Man hört sich dann den fertigen Song an und fragt sich: „War ich da überhaupt dabei?“ Aber so oft blicken wir eigentlich gar nicht zurück. Denn normalerweise fühlt es sich noch gar nicht so an, als hätten wir schon etwas geschafft. Klar, es ist natürlich ein großes Privileg, dass wir das hier machen dürfen&#8230;</p>



<p><strong>Bo: </strong>Ja, ich glaube, das fühlt sich so an, weil das Setting immer das bleibt, wie vorher. Die Grundvoraussetzungen bleiben die gleichen.</p>



<p><strong>Leve: </strong>Ja, man fängt eigentlich jeden Tag von vorne an.</p>



<p><strong>Bo: </strong>Genau&#8230; wir zwei, im Studio. Ob das jetzt hier ist in Hamburg, in Berlin oder sonst irgendwo. Es fängt alles immer ähnlich an.</p>


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<p><strong>Gibt es etwas, das ihr euch noch nicht zugetraut habt?</strong></p>



<p><strong>Leve: </strong>Wir würden uns auf jeden Fall gerne trauen, mehr englischsprachige Musik zu machen. Das ist auf jeden Fall geplant für nächstes Jahr. Dass wir nicht nur aus Deutschland raus arbeiten, sondern uns auch im Ausland nach Projekten umschauen. Das würden wir super gerne mal ausprobieren. Und das ist es auch, wo wir uns in Zukunft sehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Blick nach vorn</h2>



<p><strong>Was steht für euch 2025 an? Worauf freut ihr euch am meisten?</strong></p>



<p><strong>Leve: </strong>Wir wollen auf jeden Fall versuchen mal wieder live zu spielen. Das hat uns schon immer sehr viel Spaß gemacht. Und dann kommt sehr wahrscheinlich noch ein Projekt unter unserem eigenen <a href="https://open.spotify.com/intl-de/artist/0MUdIGFD7D8gcEfxpiAPk8?si=31IgtajwQlKnLqkZKrlvaQ">Artist-Profil</a>&#8230; Wer weiß, was es genau wird, aber es kommt auf jeden Fall etwas. Generell möchten wir in Zukunft auch eigene Musik releasen.</p>



<p><strong>Bo: </strong>Es gibt eine Art Masterplan (lacht).</p>



<p><strong>Gibt es irgendwelche Vorsätze oder Ziele für die nächste Zeit?</strong></p>



<p><strong>Leve: </strong>Wie wir vorhin schon gesagt haben, wollen wir mal ins Ausland, einfach mal rauskommen. Neue Leute kennenlernen, sowohl im Ausland als auch hier in Deutschland. Mit den Leuten, mit denen wir hier jetzt schon zusammenarbeiten, die wir lieben, wollen wir natürlich weitermachen. Einfach weiter fleißig Songs produzieren. Vielleicht auch lernen, alles ein bisschen entspannter zu sehen, nicht so verbissen zu sein. Aber etwas, was wir auf jeden Fall beibehalten wollen, ist, Dinge zum ersten Mal zu machen.</p>



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<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/leve-und-bo-ueber-ihre-vorsaetze-fuer-2025">Leve &amp; Bo über ihren Weg zur Musik, Vertrauen und ihre Vorsätze für 2025</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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			</item>
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		<title>error über »Aspartam-Bitter«, Chaos und Newcomerdasein</title>
		<link>https://mostdope.tv/interviews/error-ueber-aspartam-bitter-chaos-und-maennlichkeit</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Matthi Hilge]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Oct 2024 17:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Aspartam-Bitter]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir treffen error kurz vor seiner Show im Stage 15 Club am Samstag des Reeperbahn Festivals. Ein Hamburger Newcomer bei einem primär auf Newcomer*innen ausgelegtes Festival im Herzen Hamburgs &#8211; das passt fast zu gut. Nach einer Reihe von losen Singles und einem atemlosen ersten Jahr in der Musikszene hat der Rapper &#38; Producer nun seine Debüt-EP »Aspartam-Bitter« veröffentlicht. Ein Gespräch über die ersten Schritte in der Musikindustrie, Genrefluidität und Studiosessions zwischen Chaos und Kohärenz. Deine erste Single »Starkes Drehbuch, [&#8230;]</p>
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<p><strong>Wir treffen error kurz vor seiner Show im Stage 15 Club am Samstag des Reeperbahn Festivals. Ein Hamburger Newcomer bei einem primär auf Newcomer*innen ausgelegtes Festival im Herzen Hamburgs &#8211; das passt fast zu gut. Nach einer Reihe von losen Singles und einem atemlosen ersten Jahr in der Musikszene hat der Rapper &amp; Producer nun seine Debüt-EP <strong>»Aspartam-Bitter« veröffentlicht. Ein Gespräch über die ersten Schritte in der Musikindustrie, Genrefluidität und Studiosessions zwischen Chaos und Kohärenz. </strong> </strong></p>



<p><strong>Deine erste Single »Starkes Drehbuch, schwacher Cast«</strong> <strong>ist vor ziemlich genau einem Jahr erschienen. Fühlt es sich an wie ein Jahr? </strong></p>



<p>Ich sag mal ja. Aber es ist ambivalent. Also einerseits ist so viel passiert, dass man sagen könnte, es fühlt sich länger an. Andererseits ist so viel passiert, dass ich das Ganze ja auch nicht mitbekommen habe &#8211; also beides. Auf jeden Fall wahrscheinlich das aufregendste Jahr in meinem Leben.</p>



<p><strong>Jetzt geht&#8217;s ja erst richtig los zur zweiten Hälfte des Jahres: Du released deine EP <strong>»Aspartam-Bitter«</strong>. Wo kommt der Bezug zum Süßstoff im Titel her? </strong></p>



<p>Ich habe schon immer eine Vorliebe für so eine gewisse Kryptik gehabt. Worum es mir so ein bisschen geht, ist dieses Paradoxon: Das ist tierisch süß. Das ist nicht bitter. Insofern schließt sich das eigentlich aus, es gibt dieses Wort offensichtlich nicht. Aber für mich passt das zusammen: Wie das letzte Jahr war, wie auch so mein Gefühl zum Leben allgemein ist. Irgendwie gibt es Höhen und Tiefen und alles gehört dazu. Und musikalisch ist es bei mir ja auch irgendwo facettenreich. Es gibt so viele unterschiedliche Genrepools. Da könnte man auch sagen, das sind irgendwie Gegensätze, die sich da zusammenfinden.</p>



<p><strong>Nach deiner ersten Single gab&#8217;s noch ein paar lose Veröffentlichungen, jetzt aber kommst du mit deinem ersten richtigen Projekt. Was hat sich getan bei dir, dass du jetzt gesagt hast „Jetzt möchte ich mal ein bisschen was Kohärenteres veröffentlichen“?</strong></p>



<p>Zum einen &#8211; das klingt super pragmatisch &#8211; um überhaupt auch mal mit ein paar Songs mehr rauszukommen, damit man auch was hat, womit sich eine Tour auch lohnt. Wenn man immer nur dieses Single-Business hat, sind die Zyklen ja so, dass man auch mal zwei Jahre auf der Uhr haben muss, um die 90 Minuten für ein Konzert voll zu haben. Aber dann ist es natürlich auch so, dass ich Bock hatte, ein bisschen was Übergreifendes zu haben. Also sei es inhaltlich, sei das in den Artworks. Das finde ich einfach schön, wenn die Dinge ein bisschen aus einem Guss sind und nicht immer alles so super zerfleddert, diffus, einzeln für sich steht. </p>



<p>Und auch gedanklich, dass ich mal das erste Jahr oder diese erste Phase, diese ersten Schritte irgendwie auf einer Platte so vereinigt habe und sagen kann okay, das ist so das erste Chapter und das auch irgendwie intrinsisch ein bisschen einordnen kann zeitlich. Weil sonst fließt das einfach immer, immer weiter und es hört ja nicht auf. Es geht ja auch wirklich ungehindert Song an Song an Song und mir tut das gut, da jetzt noch kurz irgendwie einen Schritt zurück zu machen und zu sagen: „Okay, das ist das Ding, jetzt geht es auch weiter.“</p>



<p><strong>Deine engsten musikalischen Verbindungen scheinen &#8211; wenn man Instagram glauben mag &#8211; RAR und Paula Engels zu sein. Auf der EP ist es jetzt Wa22ermann geworden. Wie ist es denn dazu gekommen? </strong></p>



<p>Alles andere kann auch noch kommen (lacht). Der Tag ist noch jung. Wie ist das gekommen? Ich habe ganz stumpf überlegt, mit wem ich ein Feature machen kann und hatte unterschiedliche Namen auf der Liste und dann auch sie. Hab&#8217; sie dann gefragt und sie war nicht schnell genug im Nein sagen und zack saßen wir im Studio, haben zusammen Musik gemacht und jetzt ist es auf der Platte. Also ich glaube, einfach so gegenseitige künstlerische Wertschätzung. Aber es ist jetzt nicht so, als ob wir davor jahrelang schon befreundet gewesen wären.</p>



<p><strong>Wie war es jetzt, das erste Mal nicht solo sozusagen drin zu stecken? Du hast natürlich schon mit Producer*innen zusammengearbeitet, aber sonst noch keine Features gehabt. Wie ist es dann so, sich auch mal drauf einzulassen, wie auch eine andere Person auf einem Beat von dir irgendwie klingen könnte? </strong></p>



<p>Genial. Also auch ehrlicherweise: Ich bin ein schüchterner Typ. Jede Person mehr, die da im Studio sitzt, da geht mir echt die Pumpe. Da sitze ich mit schwitzigen Händen und rotem Kopf und tippe irgendwas ins iPhone. Aber was ich total inspirierend finde, dass sie ganz anders als ich arbeitet. Ich hoffe, ich lege ihr da nichts in den Mund, aber viel intuitiver. Viel mehr Bauchgefühl. Nicht so verkopft, wie ich das manchmal bin. Und das hat mir total gut getan, das zu beobachten. Sie war auch super ermutigend, finde ich. Wenn ich da dann wieder in der Ecke saß, was habe ich denn hier jetzt schon wieder geschrieben? „Meine Güte, jetzt mach doch einfach.“ Und das hat mir total gut getan.</p>


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<p><strong>Lass uns mal ein bisschen über dein Soundbild sprechen. Du hast ja vorhin schon gesagt, du bist genremäßig nicht so richtig zuordbar. Vielleicht kann man mal einen Schritt zurückgehen und überlegen: Wie bist du denn überhaupt so sozialisiert worden musikalisch, dass du dich jetzt in so vielen Sachen ausprobierst? </strong></p>



<p>Gar nicht. Anarchie ist auch ein Ergebnis mangelnder Erziehung. Also, wenn wir ganz zurückgehen, dann habe ich schon ein bisschen klassischen Einfluss. Das fällt jetzt in der Musik natürlich überhaupt gar nicht mehr auf, aber es hat mir gut getan. Ich hatte Klavierunterricht und musste eigentlich Tonleitern üben, das hat mir auf jeden Fall geholfen im weiteren Prozess und davon habe ich mich dann irgendwann versucht zu emanzipieren und bin auf diese Popschiene gekommen. Mein Held war dann auf einmal <strong>Tom Odell</strong>, der hat was mit Klavier gemacht und das war aber mal eben nicht Händel. </p>



<p>Und dann irgendwann habe ich dann auch Hip-Hop für mich entdeckt und dachte: „Ah, das ist auch spannend.“ Dann gab&#8217;s noch &#8216;ne Indie-Phase und so hat sich das dann irgendwie geformt. Und jetzt ist es halt dieses Konglomerat von allem und nichts. Aber unterschiedliche Phasen im Leben haben so ihre eigenen Soundtracks und jetzt versuche ich, die irgendwie zusammenzupacken</p>



<p><strong>Stichwort Klassik: Hilft dir das auch beim Komponieren deiner eigenen Musik? Also hat das ein bisschen was bei dir hinterlassen, dass du ein anderes Gespür dafür hast, wie Songstrukturen auch aussehen könnten? </strong></p>



<p>Ich weiß ja nicht, wie es ist, wenn man das nicht hat. Ich habe schon das Gefühl, dass einen das freier machen kann, wenn man auch Verständnis hat für das, was man tut. Ich würde aber auch das Gegenteil sagen und widersprechen: Je weniger man weiß, desto besser, weil dann kann man einfach frei aus dem Bauchgefühl heraus machen und dann nicht so alles zerdenken. Ich glaube, wenn man weiß, in welchen Anwendungsbereichen es gut ist auf die Tools, die man hat, zurückzugreifen, dann ist es super. Und wenn man sich dann nicht nehmen lässt, auch dem Zufall und dem Quatsch eine Chance zu geben beim Producing, damit nicht alles total statisch gleich perfekt klingt und eine Symbiose kriegt, dann ist&#8217;s perfekt.</p>



<p><strong>Apropos Producing: Du machst ja eigentlich fast alles selber. Du hast natürlich immer mal wieder Leute mit drin, aber wie sehen deine Sessions so aus? Sitzt du dann einfach in deinem stillen Kämmerchen und probierst dich aus oder kommst du schon mit festen Ideen? </strong></p>



<p>Alles pures Chaos. Wenn ich das alleine mache, ist das auch wirklich total undiszipliniert. Nichts mit irgendwelchen Autor*innen, die dann jeden Tag fünf Seiten schreiben müssen. Bei mir ist wirklich viel Faulheit und viel: „Wann küsst mich die Muse?“ Nie. Dann muss ich mich doch dazu zwingen und dann passiert vielleicht auch was. Mit anderen zusammen habe ich auch wenig vorbereitet, meistens. Was es schon gibt, sind so Textstrukturen, Worte, Satzfetzen, die ich ganz klischeehaft da ins Handy hacke. Die bringe ich manchmal mit, aber selten ist&#8217;s wirklich so dezidiert, dass ich sage: „Okay, ich muss einen Song schreiben über ein Thema XY.“ Heißt nicht, dass es das nicht auch gibt aber ich würde sagen, die Mehrheit der Songs sind irgendwie intuitiv.</p>



<p><strong>Und wenn du jetzt andere Leute in dein Chaos reinlässt, was du gerade beschrieben hast, zum Beispiel Alexis Troy &#8211; sieht&#8217;s dann anders bei dir aus und du versuchst dich ein bisschen mehr auf die anderen Personen einzulassen? </strong></p>



<p>Andere Leute haben da natürlich auch ihre eigenen Visionen und ihre eigenen Ideen und da gibt es schon oft den Impuls oder Moment, wo ich sage: „Ach, ist es das?“ Und manchmal ist es aber total gut, dem dann nachzugeben. Und man merkt, man ist viel vielfältiger, als man das vielleicht bis dato so dachte. Mit Alexis war super entspannt. Der macht das ja nicht zum ersten Mal. Der weiß, was er tut, der hat da einen sehr professionellen Job gemacht und mir sehr viel Freiraum gegeben, das zu machen, was ich gerne machen wollte. Und dann hab ich meinen Kram geschrieben. Er hat sein Instrumental gebaut. Ich hab dann drüber gerappt, gesungen, ge-was-auch-immer-t. Wir haben also beide unsere Aufgabe wirklich relativ ernst genommen. Da bin ich auch happy.</p>



<p><strong>Du hast vorhin schon angesprochen, dass dir eine kohärente Ästhetik generell und im Speziellen jetzt bei dieser EP sehr wichtig ist. Jetzt bist du ja noch gar nicht so lange dabei, aber hast schon Kontakte geknüpft mit Leuten, die gerade in dieser ästhetischen Schiene große Namen sind &#8211;  Mathias Fleck oder Zeitfang. Wie sind so da die Kontakte entstanden? </strong></p>



<p>Ja, also eigentlich in beiden Fällen würde ich sagen diametral unterschiedlich. Weil bei Zeitfang mach ich irgendwann das Handy auf und seh da eine DM und dann ist die von ihm und er schreibt: „Hey, wollen wir mal Fotos machen?“ Was natürlich ein Ritterschlag war für mich, weil ich kannte die Fotos, ich kannte die Person dahinter aber überhaupt nicht und habe mich da extrem drüber gefreut. Ich weiß nicht, ob da überhaupt schon irgendwas von mir draußen war, aber ich glaube nicht. Mittlerweile sind wir auch privat super miteinander!</p>



<p>Und mit Mathias war es andersherum, da wollte ich gerne was mit ihm machen. Ich bin dann auf ihn zugegangen, wir haben geschnackt: Was ich mir so vorstellen kann, was er sich so vorstellen kann. Und jetzt haben wir zusammen diese EP gemacht, was mich wirklich extrem freut.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/ERROR_ASPARTAM-BITTER_COVER_2000px-1024x1024.jpg" alt="" class="wp-image-16698" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/ERROR_ASPARTAM-BITTER_COVER_2000px-1024x1024.jpg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/ERROR_ASPARTAM-BITTER_COVER_2000px-300x300.jpg 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/ERROR_ASPARTAM-BITTER_COVER_2000px-150x150.jpg 150w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/ERROR_ASPARTAM-BITTER_COVER_2000px-768x768.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/ERROR_ASPARTAM-BITTER_COVER_2000px-1536x1536.jpg 1536w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/ERROR_ASPARTAM-BITTER_COVER_2000px-500x500.jpg 500w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/ERROR_ASPARTAM-BITTER_COVER_2000px-800x800.jpg 800w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/ERROR_ASPARTAM-BITTER_COVER_2000px-1280x1280.jpg 1280w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/ERROR_ASPARTAM-BITTER_COVER_2000px-1920x1920.jpg 1920w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/ERROR_ASPARTAM-BITTER_COVER_2000px-120x120.jpg 120w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/ERROR_ASPARTAM-BITTER_COVER_2000px-240x240.jpg 240w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/ERROR_ASPARTAM-BITTER_COVER_2000px-360x360.jpg 360w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/ERROR_ASPARTAM-BITTER_COVER_2000px-540x540.jpg 540w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/ERROR_ASPARTAM-BITTER_COVER_2000px-720x720.jpg 720w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/ERROR_ASPARTAM-BITTER_COVER_2000px-770x770.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/ERROR_ASPARTAM-BITTER_COVER_2000px-1400x1400.jpg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/ERROR_ASPARTAM-BITTER_COVER_2000px-125x125.jpg 125w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/ERROR_ASPARTAM-BITTER_COVER_2000px.jpg 2000w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
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<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Hattest du schon deine Vision, wie&#8217;s aussehen könnte und hast gedacht: er ist quasi der, der dem am meisten entsprechen könnte?  </strong></p>



<p>Also ich finde es gut, wenn man dann den Leuten auch die Freiheit gibt, ihr Ding zu machen. Also ich war nicht so auf dem Trip, ihm da ganz konkrete Vorstellungen reinzugeben, sondern ich wollte ja seinen Einfluss zu mir holen. Und deswegen gab es bestimmte Rahmenbedingungen. Es gab auch schon die ein oder andere Schleife, aber all in all ist er sich da extrem treu geblieben. Und deswegen mag ich das aber auch so gerne. Der ist echt ein lieber Kerl. Das finde ich ja besonders schön, wenn das in zwei Komponenten und nicht nur auf dieser professionellen Ebene funktioniert, sondern man sich auch darüber hinaus noch nett danach hinsetzen kann.</p>



<p><strong>Ich würde auch mal gerne über zwei Songs von der EP ein bisschen genauer sprechen, die beide ein großes Themenfeld aufmachen. Zum einen ist da »00,00KG« mit dem Schönheitsideale-Thema. Woher kam dieses Anliegen, so einen Song zu schreiben, der ja schon auch tief schürft?</strong></p>



<p>Ich habe eben gesagt, es ist immer alles völlig unintendiert und völlig ungerichtet &#8211; aber das ist einer der Songs, wo ich am meisten Vorstellungen vorher hatte und auch am stärksten dran werkeln musste, bis ich das Gefühl hatte, das passt jetzt irgendwie halbwegs und wird dem gerecht.</p>



<p>Ich habe den Song zusammen mit RAR gemacht. Mir gefällt&#8217;s gut, wenn es inhaltlich um etwas geht und ein bisschen über die eigenen Befindlichkeiten hinausgeht, sodass man dieses das gesellschaftliche Sieb an Leuten, die das was angeht ein bisschen größer zieht. Und das finde ich jetzt bei diesem Thema Schönheit im Allgemeinen sehr universell und geht alle irgendwie was an. Ich glaube, mir war das wichtig, ein paar Songs auf der EP zu haben, die ein bisschen über „Oh Gott, mein Herz ist gebrochen und ich bin jung und verliebt“ hinausgehen und dann mal kurz über den Tellerrand versuchen zu blicken. Ob mir das gelungen ist, das weiß der liebe Herrgott.</p>



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<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Ich habe in den Reaktionen zu diesem Song am meisten gelesen, dass sich da Leute sehr gesehen gefühlt haben. War das auch eine Sache, die dir so beim Schreiben durch den Kopf ging, dass du das Gefühl hast, der könnte jetzt auch tatsächlich besonders doll räsonieren mit Leuten?</strong></p>



<p>Ja, das glaube ich schon. Also ich weiß ja, wenn ich was völlig Verklausuliertes schreibe, dass dann die Reaktionen vielleicht ein bisschen verhaltener ausfallen, als wenn das ein bisschen direkter ist. Andererseits kann man das auch nie wirklich voraussehen. Also ich habe da ein ganz schlechtes Gespür für, ob Sachen gut ankommen oder nicht so gut &#8211; ich lasse das dann einfach passieren.</p>



<p><strong>Hättest du dir auch früher für dich selber vielleicht mal Songs gewünscht, die in die Richtung gehen? Oder hattest du da auch sogar selber welche, wo du dich ein bisschen wiedergefunden hast?</strong></p>



<p>Ja, doch. Also ich bin ein Fan der Tragik und des Schmerzes in Songs. Nicht unbedingt im echten Leben, aber ohne Konflikt ist ein Song auch Käse. Und ich mochte auch gerne Songs, die irgendwie schwer sind. Das würde ich schon über mich behaupten.</p>



<p><strong>Ein anderer Song, der auch ein großes Themenfeld aufmacht, ist <strong>»XY«</strong>, der Männlichkeit und Gender-Identität behandelt. Da hast du die Zeile „Wenn Männer so sind, dann bin ich das nicht.“ Wie nimmst du das Thema gerade in der Gesellschaft wahr? Ist es schon ein bisschen einfacher geworden, nicht ganz klassisch Mann zu sein oder ist da immer noch sehr viel zu tun? </strong></p>



<p>Also ich bin ja wirklich der Allerletzte, der da eine fundierte Einschätzung zu geben kann. Ich glaube, es kommt total drauf an, wo man hinschaut. Ich habe das Glück, ja irgendwie in einer Blase zu leben, wo diese Geschlechterrollen aufgebrochen werden und das alles irgendwie weniger Raum einnimmt und mehr möglich ist. Bin ich auch heilfroh drüber. Man muss aber nur einmal das Handy aufmachen und Instagram checken und dann weiß man: „Okay, das ist nicht überall so, auf keinen Fall.“ Und ganz im Gegenteil: ich habe fast das Gefühl, demgegenüber steht auch ein totaler Anti-Trend, der dann damit zusammenhängt so nach dem Motto: „Wer ist hier der härteste Hund im Raum?“ Ich habe nicht das Gefühl, dass ich jetzt wirklich die ganz große Lupe ansetze und das gesamtgesellschaftlich angucke. Da hat sich bestimmt irgendwie einiges geändert, aber noch viel zu wenig.</p>



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<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Und vielleicht ist es auf der anderen Seite umso stärker geworden. Es driftet irgendwo auch ein bisschen auseinander. Wenn man jetzt so ein Stichwort wie Alphamentalität oder so guckt.</strong></p>



<p>Aber ich glaube &#8211; also meine Lebenszeit ist zwar noch begrenzt &#8211;  aber ich glaube, es hat auch mit Fortschritt immer zu tun, dass es auch Gegner gibt und dass es auch für Widerstand sorgt und sich nie weiterbewegt, wenn alle dafür sind und totale Harmonie herrscht. Ich finde, das kann man an allen Ecken und Enden gerade beobachten: Wo sich wirklich wichtige Dinge verschieben, da führt es auch zu Reibungen. Und insofern versuche es ich als gutes Omen für die Zukunft zu deuten. Aber fürs Jetzt ist es natürlich schrecklich, denn es macht wirklich das Leben jetzt auch nicht schöner.</p>



<p><strong>Wie würdest du sagen, verhält es sich momentan im Deutschrap? Muss man da, überspitzt formuliert, immer noch hart sein?</strong></p>



<p>Also ich würde sagen, auf jeden Fall wird es aufgeweicht. Es gibt nicht nur Kollegahs und Farid Bangs in der Welt. Also es gibt nicht nur Bosse der Bosse der Bosse und muskulöse Zuhälter, sondern natürlich auch andere Typen. Trotzdem: Ich war auf dem Splash!. Und ich höre diese Texte und ich höre auch die Texte von &#8211; da muss ich jetzt nicht gendern &#8211; von Künstlern, wo es dann heißt: „Das ist jetzt krasse Kunst, progressiv“, und dann ist es halt trotzdem echt super frauenverachtend und irgendwie schwierig. Ich habe das Gefühl, dass das jetzt ein großes Ziel ist, das aber noch nicht durchgedrungen oder irgendwie in allen Räumen, wo ich mich dann auch gerne aufhalten würde, angekommen ist. Wenn das immer so derbe und grob und so viel Protz ist, da muss ich ganz ehrlich sagen: Bin ich nicht der Typ für.</p>



<p><strong>Jetzt sind wir hier auf dem Reeperbahnfestival, das sehr auf Newcomer*innen spezialisiert. Du bist jetzt selber ein Jahr so richtig dabei: Wie ist es so, Fuß zu fassen in einer so wahnsinnig schnelllebigen Welt, wo man innerhalb von drei Singles auch schon wieder vergessen sein kann, wenn man irgendeinen Algorithmus nicht richtig bedient hat? </strong></p>



<p>Also ich finde es schon schwierig, muss ich ehrlich sagen. Ich will mich gar nicht beschweren, ich bin in einer tollen Position, aber: Das Tempo ist krass. Ich weiß nicht, ob man das von außen so weiß, was da eigentlich alles so dranhängt, wenn man einen Song releast. Das ist halt mehr als irgendwie mal einen Text zu schreiben oder am Klavier sitzen, das sind extrem viele Schritte und zwangsweise sind da auch viele unterschiedliche Leute dran beteiligt, je nachdem. </p>



<p>Wenn du alle sechs Wochen einen Song rausbolzen willst und ein Musikvideo, dann&#8230; Also Santa Maria, das ist echt eine Heidenarbeit. Das fand ich dann zu dem Zeitpunkt auch wirklich auslaugend, was dann gut war. Ich habe mich dann ja entschieden diese EP zu machen, zu dem Zeitpunkt hatte ich auch schon ein paar Songs und habe mich für spezifische Songs entschieden und konnte an denen arbeiten. Es war jetzt nicht so, dass ich irgendwie super kurzfristig jeden Monat überlegen musste: „Scheiße, was ist denn eigentlich in vier, fünf, sechs, acht Wochen? Was mache ich da?“ Sondern auf einmal gab es einen bisschen weiteren Horizont und das hat es super entschleunigt und mir wirklich gut getan. </p>



<p>Man sagt immer, es ist schnelllebig, das habe ich das erste Mal gefühlt und dann kommt ja auch immer noch diese Promo Sache, Social Media und etwaige Termine und dann spielt man ja auch noch live und dann hat man so ein schönes Puzzle an Dingen, die auch alle viel Spaß machen, aber die auch viele unterschiedliche Skills irgendwie erfordern, wenn man das so alles zum ersten Mal macht. Das ist ganz schön viel und ganz überwältigend. Und manchmal denkt man auch: „Boah, bin ich dafür überhaupt gemacht?“ Oder: „Wer bin ich, dass ich mir das anmaße, das zu tun?“</p>



<p><strong>Im Vergleich das Motto vom Reeperbahn Festival „Let the music grow“: Das klingt ja so wahnsinnig organisch. Würdest du sagen, heutzutage Fuß zu fassen ist noch ein organischer Prozess? Oder hat man da nicht mehr so viel Platz zum growen?</strong></p>



<p>Ich glaube, man muss sich den nehmen. Wenn du anfängst, dann erzählen dir alle irgendwas vom Pferd. Alle wissen, wie es geht und am Ende weiß halt keiner irgendwas. Sich davon zu emanzipieren und zu sagen: „Scheiß drauf, ich mach das so, wie ich das will, das und das mache ich. Das und das mache ich aber das und das auch nicht“ &#8211; das musste ich erstmal checken und muss ich auch immer noch lernen. Jetzt habe ich das Gefühl: „Je mehr ich mir da rausnehme, meinen Kram so zu machen, wie ich das will, desto besser geht es mir.“ Im besten Fall geht&#8217;s damit auch der Musik besser. Ob sich das jetzt immer so in Erfolg ummünzen lässt, das weiß ich nicht. Aber ich vermute, man darf sich da echt nicht zu sehr stressen. Gleichzeitig muss man sich irgendwie reinhängen und sich trotzdem mal in den Arsch treten oder sich in den Arsch treten lassen.</p>



<p><strong>Du releast ja nicht nur deine EP, du hast auch die Tour im November im Anschluss und hast im Sommer auch viele Festivals gespielt. Im Vergleich: Was fühlst du mehr?</strong></p>



<p>Ich würde sagen, es hat beides auf jeden Fall seine Daseinsberechtigung. Aber da ich ja noch nie eine Tour gespielt habe, weiß ich nicht, wie das ist. Ich freue mich da wirklich extrem drauf. Ich glaube, das werden sehr schöne Abende. Hoffe, irgendwer kommt. Aber irgendwer wird schon da sein und dann machen wir da schöne Shows draus. Wir haben uns auf jeden Fall viel coolen Kram überlegt und ich bin auch sehr froh, dass es die Clubs sind, die es dieses Jahr geworden sind, weil die so schön gemütlich und kuschelig und intensiv sein werden. Ich glaub, es wird wirklich ein schönes Destillat der Gefühle.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/error-ueber-aspartam-bitter-chaos-und-maennlichkeit">error über »Aspartam-Bitter«, Chaos und Newcomerdasein</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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		<title>Priorität echt bleiben: nikan über »Fremde« und sein Producer-Alias A9</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Magnus Menzer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Sep 2024 13:48:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[A9]]></category>
		<category><![CDATA[Anthony Wills]]></category>
		<category><![CDATA[Dizzee Rascal]]></category>
		<category><![CDATA[Flucht]]></category>
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		<category><![CDATA[nikan]]></category>
		<category><![CDATA[Producer]]></category>
		<category><![CDATA[Rap]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Modebrands zur Seite, Rappershit zur Seite&#8230;&#8221; &#8211; Auf »Fremde« zeigt nikan sich persönlich, politisch und verletzlich wie nie zuvor. Doch nicht nur diese Facette ist neu im musikalischen Kosmos des Düsseldorfers. Seit Juli releast nikan unter dem Alias A9 als Producer und möchte sogar ein ganzes Producer-Tape an den Start bringen. Wir haben ihn auf dem Splash gemeinsam mit seinem Kindheitsfreund Ian exklusiv für euch interviewt, um mehr über seine Beweggründe zu erfahren. Auf »Fremde« öffnest du eine für deine [&#8230;]</p>
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<p><strong>„Modebrands zur Seite, Rappershit zur Seite&#8230;&#8221; &#8211; Auf »Fremde« zeigt nikan sich persönlich, politisch und verletzlich wie nie zuvor. Doch nicht nur diese Facette ist neu im musikalischen Kosmos des Düsseldorfers. Seit Juli releast nikan unter dem Alias A9 als Producer und möchte sogar ein ganzes Producer-Tape an den Start bringen. Wir haben ihn auf dem Splash gemeinsam mit seinem Kindheitsfreund Ian exklusiv für euch interviewt, um mehr über seine Beweggründe zu erfahren. </strong> </p>



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<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong><strong>Auf »Fremde«</strong> öffnest du eine für deine Diskographie ganz neue inhaltliche Ebene. Woher kam der Impuls, einen derart persönlichen Song zu veröffentlichen?</strong></p>



<p>Mir ist es wichtig, echt zu bleiben in der Musik! Und was ich auf »Fremde« erzähle, ist auf jeden Fall ein großer Teil von meinem Leben: Flucht, das Leben hier und viele Erfahrungen, die damit einhergehen. Am Anfang habe ich mir sehr lange erstmal die Zeit gegeben, um in der Szene anzukommen und mich selbst zu finden. Irgendwann kam dann der Moment, wo ich wusste, okay &#8211;&nbsp; jetzt kann ich darüber sprechen, jetzt fühle ich mich dazu in der Lage. Wir saßen auch sehr lange an dem Song, bis der Punkt kam, dass wir bereit waren, ihn zu veröffentlichen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><strong>Es gab kein Release, das mich bisher so glücklich gemacht hat.&nbsp;</strong></p>
<cite>nikan über seinen Song<em> »Fremde«</em></cite></blockquote>



<p><strong>Würdest du sagen, der Writing-Prozess war schwieriger als bei anderen Songs oder ging das einfach von der Seele runter?</strong></p>



<p>Ich glaube, es war eine gute Mischung. Klar, es gab ein paar Sätze, die waren schon sehr hart. Aber ich fand gar nicht mal das Recorden und Schreiben schwer, sondern vor allem den Song dann meinen Eltern und meinen Freunden zu zeigen. Dafür bin ich sehr froh, wie die darauf reagiert haben und wie ich bis heute noch Nachrichten bekomme. Das zeigt mir einfach, dass ich den Leuten da was gegeben habe und das macht mich unfassbar glücklich. Es gab kein Release, das mich bisher so glücklich gemacht hat.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/nikan-ian-live-muenchen-scaled.jpg"><img decoding="async" width="768" height="1024" data-id="15801" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/nikan-ian-live-muenchen-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-15801" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/nikan-ian-live-muenchen-768x1024.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/nikan-ian-live-muenchen-225x300.jpg 225w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/nikan-ian-live-muenchen-1152x1536.jpg 1152w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/nikan-ian-live-muenchen-1536x2048.jpg 1536w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/nikan-ian-live-muenchen-500x667.jpg 500w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/nikan-ian-live-muenchen-800x1067.jpg 800w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/nikan-ian-live-muenchen-1280x1707.jpg 1280w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/nikan-ian-live-muenchen-scaled.jpg 1920w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/nikan-ian-live-muenchen-770x1027.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/nikan-ian-live-muenchen-1400x1867.jpg 1400w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Foto via Noah Fackelmann (@nhfklmn)</figcaption></figure>
</figure>



<p>&nbsp;</p>



<p><strong>Könntest du dir vorstellen, dass nochmal ein Song in diese Richtung kommt?</strong></p>



<p>In die Richtung kann ich nicht sagen, aber wir wollen auf jeden Fall genauso echt bleiben und wenn wir echt bleiben, wird es immer wieder Themen geben. Ich lebe jetzt schon seit 24 Jahren hier und habe genügend Erfahrungen gemacht, genügend Schmerz, den man mit den Leuten teilen kann</p>



<p><strong>Ian:</strong> Aber auch positive Sachen, die man mit den Leuten teilen kann.</p>



<p>Klar. Wir haben schon immer den Mund aufgemacht, wenn uns etwas nicht gepasst hat und das ändert sich dann auch nicht, wenn man mehr Reichweite hat.</p>



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<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Es kam ja auch ein bisschen überraschend, dass du jetzt unter neuem Pseudonym als Producer releast. Wie kam es zu der Entscheidung?</strong></p>



<p>Ich produziere ja schon extrem lang. Meine ersten Songs habe ich auch komplett selbst produziert.</p>



<p><strong>Ian:</strong> Hast du nicht sogar damit angefangen?</p>



<p>Ja genau, der Anfang war eigentlich so eine Mischung aus produzieren und DJ-Sein, weil ich mich da noch gar nicht getraut habe zu rappen. Das hätte ich meinen Eltern damals gar nicht erzählen können, dass ich jetzt „rappe”.</p>



<p>Auf jeden Fall hatte ich bei allen Songs, die ich später veröffentlicht habe, meine Finger im Spiel bei der Produktion. Mir war immer sehr wichtig, dass ich da entweder Welten vereine oder meine eigene Welt erschaffe. </p>



<p>Dadurch dass wir uns jetzt auch eine sehr lange Auszeit genommen hatten, konnten wir in Ruhe überlegen, was die nächsten Steps sein sollen. Da wurde ziemlich schnell klar, dass wir ein Produzenten-Tape machen wollen. Der Name kommt daher, dass ich in die Zukunft denke und Bock habe, mit <strong>A9 </strong>eine neue Welt zu eröffnen, die nicht nur auf Deutschrap beschränkt ist, sondern auch europaweite bzw. generell internationale Connections möglich macht. Ich habe einfach Bock, mit frischen Leuten im Studio zu sitzen und deren Welt mit meiner zu kombinieren. Dann entstehen immer die geilsten Sachen.</p>



<p><strong>Es sind also noch mehr Kollaborationen geplant?</strong></p>



<p>Auf jeden Fall! Ich musst einfach erstmal mit so einem OG Sample von <strong>Dizzee Rascal </strong>reinstarten. Als nächstes war auch klar, dass <strong>Ian</strong>, mein Kindheitsfreund gefeatured werden muss. Dann kommt noch ein Song mit <strong>Anthony Wills</strong> und wir haben auch schon ein paar andere coole Namen am Start. Da will ich aber mal noch nicht zu viel verraten.</p>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Für mehr von nikan &amp; Ian, folgt ihnen auf Social Media:</strong></p>



<p><strong>nikan</strong> Instagram: <a href="https://www.instagram.com/nikankhm/?hl=de">https://www.instagram.com/nikankhm</a><br><strong>nikan</strong> YouTube: <a href="https://www.youtube.com/@nikankhm">https://www.youtube.com/@nikankhm</a><br><strong>A9</strong> Instagram: <a href="https://www.instagram.com/__angelnine">https://www.instagram.com/__angelnine</a><br><strong>Ian</strong> Instagram: <a href="https://www.instagram.com/wusgoodg">https://www.instagram.com/wusgoodg</a></p>
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		<title>Common &#038; Pete Rock über gutes Timing und die Liebe zur Musik</title>
		<link>https://mostdope.tv/interviews/common-pete-rock-ueber-gutes-timing-und-die-liebe-zur-musik</link>
					<comments>https://mostdope.tv/interviews/common-pete-rock-ueber-gutes-timing-und-die-liebe-zur-musik#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hannah Wietbrock]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Aug 2024 11:22:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn man die Musik von Common und Pete Rock beschreiben möchte, dann geht das nur mit ganz großen Gefühlen. Weil es genau darum in der Musik der beiden geht, und das schon seit über dreißig Jahren. Beide sind Meister ihres Fachs. Common ist dabei nicht nur ein wahrer Künstler, wenn es um hohe Lyrik geht, sondern hat sich nebenbei auch noch eine beachtliche Karriere in der Filmindustrie erarbeitet. Pete Rock hat die Schule von J Dilla in die heutige Zeit [&#8230;]</p>
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<p><strong>Wenn man die Musik von Common und Pete Rock beschreiben möchte, dann geht das nur mit ganz großen Gefühlen. Weil es genau darum in der Musik der beiden geht, und das schon seit über dreißig Jahren. Beide sind Meister ihres Fachs. Common ist dabei nicht nur ein wahrer Künstler, wenn es um hohe Lyrik geht, sondern hat sich nebenbei auch noch eine beachtliche Karriere in der Filmindustrie erarbeitet. Pete Rock hat die Schule von J Dilla in die heutige Zeit gebracht, und wenn es ums Samplen geht, wird kaum über das Thema gesprochen, ohne dass sein Name fällt.</strong></p>



<p><strong>Nach all den Meilensteinen müssen sie niemandem mehr etwas beweisen, und genau das hört man auch in ihrer Musik. »The Auditorium Vol. 1«, das neue und erste gemeinsame Album der beiden, ist erfüllt von Herz und Seele und füllt damit eine Lücke, die sich in den letzten Jahren gebildet hat. Wir hatten die Gelegenheit, über ZOOM mit beiden zu sprechen.</strong></p>



<p></p>



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<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><strong>Es waren nur wir beide, die rumsaßen und wieder einen Draht zueinander fanden, nachdem wir uns jetzt schon all die Jahre kannten. Einfach wieder diese Verbindung zueinander aufbauen, die Musik hören und vor allem die Musik auch lieben.</strong></p>
<cite>Common über die Zusammenarbeit mit Pete Rock</cite></blockquote>



<p><strong>Ihr beide kennt euch seit Anfang der neunziger Jahre und habt bereits 1998 auf »Verbal Murder 2« kollaboriert. Wieso mussten wir solange auf ein gemeinsames Album von euch beiden warten?</strong><br><strong>Pete Rock:</strong> Wir haben uns schon länger danach gesehnt, auf diese Weise zusammenzuarbeiten. Wir haben phasenweise unterschiedliche Wege im Hip Hop eingeschlagen. Common ist zudem ein großartiger Schauspieler, er macht Filme und sowas. Als es im Hip Hop drunter und drüber ging, wählten wir einen anderen Weg. Ich suchte mir meinen Weg, indem ich einfach andere Sachen innerhalb der Musik machte. Aber Gott hat seine eigene Zeit, in der er Menschen wieder zusammenführt. Er macht keine Fehler. Als es dann unsere Zeit war, machten wir auch was draus.<br><strong>Common:</strong> Timing ist wirklich alles. Pete und ich haben beide unterschiedliche Erfahrungen gesammelt und Dinge getan. Er hat seine Produktion, die er auf dem »Petestrumentals« Alben veröffentlichte, und wie er eben Musik mit Live Musiker*innen macht. Außerdem Deejaying und alles, was er begriffen und durchs Leben gelernt hat und auch ich erlebt habe. Ob es nun einfach Alben machen ist, manche experimentell, manche Hip Hop basiert. All das hat uns beide geschärft. Als wir nun also zu diesem Zeitpunkt zusammengekommen sind, fühlte sich das Timing einfach gut an. Es war nicht nur dieses Gefühl, dass wir wirklich gewachsen und bessere Creator geworden sind. Sondern auch das Timing für Leute, die Appetit auf Hip Hop haben, ist ehrlicherweise gerade großartig. Wie Pete schon sagte, Gottes Timing ist perfekt.<br><strong>Pete Rock:</strong> Yes, exactly.</p>



<p></p>



<p><strong>Und was war der ausschlaggebende Moment, in dem ihr zueinander gesagt habt: Wir müssen jetzt mit dem Album anfangen?</strong><br><strong>Pete Rock:</strong> Einfach weil es der perfekte Zeitpunkt war, absolut großartiges Timing. In diesem Genre ein Album zu machen, dem die Leute Bedeutung schenken&#8230; Das war meine Taktik, einfach ein großartiges Album zu machen. Common liebte die Beats, die ich ihm gab. Das gleiche gilt für mich, wenn ich seine Lyrics höre. Ich mag ein paar der Dinge, die er aufschreibt, eigentlich alle, weißt du?<br><strong>Common:</strong> Ja, als wir erstmals wieder zusammen waren&#8230; Ich bin raus zu Petes Haus gefahren und er spielte mir dort all diese Beats vor. Es waren nur wir beide, die rumsaßen und wieder einen Draht zueinander fanden, nachdem wir uns jetzt schon all die Jahre kannten. Einfach wieder diese Verbindung zueinander aufbauen, die Musik hören und vor allem die Musik auch lieben. Man, Pete ist in der Lage, all diese unterschiedlichen Stile von Musik zu kreieren. Er fragte mich einfach: &#8220;Oh du willst Sample-Joints?&#8221; Und ich meinte nur: &#8220;Ja, mehr will ich nicht.&#8221; Und dann war er so: &#8220;Ja klar, das liefere ich dir!&#8221;<br>Zu dem Zeitpunkt wussten wir schon: Das wird ein ganzes Projekt. Ich will jetzt nicht heucheln. Wir wussten nicht, dass es dieses Level erreichen würde, aber es ist dann so geschehen, und dafür danke ich Gott. Ich wusste, dass wir beide schöpferisch sind, aber die Art unseres Zusammenspiels und die Art, wie sich das Album anhört, ist einfach sehr kraftvoll für mich. Dafür danken wir Gott. Ihm würde ich auch den Ruhm der Musik zuschreiben.<br><strong>Pete Rock:</strong> Ja, genau so.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><strong>Ich bin immer dabei, mir alles um mich herum anzuhören, weißt du? Selbst wenn ich es nicht mag, höre ich es mir trotzdem an. Nur so bleibst du relevant.</strong></p>
<cite>Pete Rock über die Relevanz neuer Einflüsse</cite></blockquote>



<p><strong>Hattet ihr schon eine Idee, was das Ziel sein soll, bevor ihr ins Studio gegangen seid?</strong><br><strong>Pete Rock:</strong> Ja manchmal machen wir diese rough Takes, weißt du? Er schickt mir dann eine rohe Version meines Beats mit Lyrics und fragt: &#8220;Yo, was hältst du davon?&#8221; Ich höre mir das dann an und wenn es etwas gibt, das mir nicht gefällt, dann sage ich ihm das auch. Aber solche Momente, wo ich Kritik und Änderungswünsche ausgesprochen habe, gab es fast nie. Die meisten Lieder, die er schreibt, sind perfekt. Ungefähr die Hälfte des Albums haben wir innerhalb des ersten Viertels des Albumprozesses fertig gehabt. Das ist definitiv unsere Taktik, wenn wir zusammenarbeiten.</p>



<p><strong>Ihr hab »The Auditorium Vol. 1« quasi gemacht, um den Hip Hop der neunziger Jahre zu zelebrieren. Es ist auch die Ära, aus der ihr beide kommt. Hat sich eure Herangehensweise von damals zu heute geändert?</strong><br><strong>Pete Rock:</strong> Ich bin immer dabei, mir alles um mich herum anzuhören, weißt du? Selbst wenn ich es nicht mag, höre ich es mir trotzdem an. Nur so bleibst du relevant. Ich versuche immer, an mir und meiner Denkweise zu arbeiten und wie ich an Musik herangehe zu ändern, eben weil wir in 2024 sind. Das sind die Dinge, an denen ich schon immer gearbeitet habe. Seit den Neunzigern bis heute. Aber der Sound ist nur eine Aura der Neunziger, nur das Gefühl, es ist wirklich neue Musik und ein neuer Stil. Das kann Common bestätigen.<br><strong>Common:</strong> Ja, das stimmt wirklich. Als ich angefangen habe zu rappen, wusste ich einfach nur, dass ich dope sein will. Ich wusste nichts über Songstrukturen oder all diese Dinge. Und ich bin auch froh, dass es so war, weil gewisse Dinge einfach natürlich kamen und funktioniert haben. Alles im Hip Hop ist, wie Pete mal sagte: &#8220;It&#8217;s free, man.&#8221; Es geht nicht nur darum, einen Sixteen-Hit zu haben, aber manche Songs verdienen halt einen 16er. Heute wissen Pete als Produzent und Komponist und ich als Songwriter einfach: &#8220;Man dieser Song, wie zum Beispiel »Dreamin’«, da will ich einen Sixteen Bar Vers draus machen, sobald wir die Hook richtig haben, könnte das wirklich…<br><strong>Pete Rock:</strong> &#8230; ein sehr schöner&#8230;<br><strong>Common:</strong> &#8230; ja genau, ein schöner, ein geglückter Song werden.&#8221; Aber auf einem Song wie »Stellar« kann ich einen 24-Bar-Vers nehmen. Wir wissen da einfach, dass es direkt in die Köpfe gehen wird. Und ich denke, in der Lage zu sein, sich Musik so zu nähern, dass wir die Persönlichkeit eines Beats und eines Songs erkennen und wissen, was daraus werden kann, wie man daraus einen großartigen Track macht. Daran bin ich selber gewachsen. Ich lernte immer mehr darüber, wie man Hooks macht und Songs zusammen stellt. Ich schätze gut gemachte Songs. Wenn ich mir <strong>Stevie Wonder</strong> anhöre, oder <strong>Atlantic Starr </strong>oder sogar eine <strong>Cleo Sol</strong>. Ich mag es einfach, Songs zu machen.</p>



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<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Wo wir gerade über Künstler*innen sprechen, die du magst <strong>–</strong> auf dem Album benutzt ihr eine Menge Samples von Artists wie Aretha Franklin, Loleatta Holloway oder Roy Ayers Ubiquity. Was ist eure Verbindung zu diesen Musiker*innen?</strong><br><strong>Pete Rock:</strong> Oh, einfach alles, weißt du? Das war unsere erste Hip Hop Musik in den späten Siebzigern und frühen bis Mitte der Achtziger. Die Disco-Ära, in der Schwarze Musiker*innen funky Discomusik machten, die wir liebten und mit der wir aufgewachsen sind. Genau das gleiche gilt für Common, weil Chicago einen großen Stolz besitzt, wenn es um diese Form von Schwarzer Musik geht. Und dazu steppen sie und machen all diese wunderschönen Dinge, wenn diese Schwarze Musik gespielt wird. Das sind diese Künstler*innen, nach denen ihr fragt, das ist die Musik, die wir schon als Kinder aufgesogen haben.</p>



<p><strong>Das ist jetzt vielleicht eine sehr deutsche Frage, aber Common, du benutzt in deinen Lyrics oft das Wort &#8220;Soul&#8221; und das spiegelt sich genauso auch in der Musik wider. Natürlich haben wir alle ein allgemeines Verständnis davon, was das Wort bedeutet. Aber was bedeutet es speziell für euch und wieso ist die Seele so ein essenzieller Teil eurer Musik?</strong><br><strong>Common:</strong> &#8220;Soul&#8221; ist dieses spirituelle und himmlische Ding, das Gott jedem Menschen auf dem Planeten gegeben hat. Deine Seele, weißt du? Wenn jemand sagt: Ich spüre es in meiner Seele. Dann in der Lage zu sein, sich musikalisch mit der Seele von jemandem zu verbinden&#8230; Das bedeutet auch, dass es aus deiner eigenen Seele kommen muss, aus deiner Wahrheit und deinem Geist. Es muss aus der wahrhaftigsten Form gegeben werden, auf die befreiendste Weise.<br>Ich glaube, Soul Music hat die Möglichkeit, das Leben von Menschen zu verändern, eben weil es die Seele berührt. Musik inspiriert Menschen, es heilt Menschen und motiviert sie. Ich rede immer über die Seele, weil es das ist, was ich mit meiner Musik berühren möchte. Ich möchte in der Lage sein, deine Seele zu berühren, dein Herz, noch mehr als deinen Verstand. Weil du denkst und intellektuell sein willst, aber darum geht es nicht! Wie lässt dich diese Musik fühlen? <br>Das ist der Kram, der bei mir schon mein ganzes Leben lang nachhallt. Ob es nun beim Filme gucken ist oder sogar die Zeit, die ich mit Menschen verbringe. Wie fühle ich mich in diesen Zeiten? Ich glaube, Dr. <strong>Maya Angelou </strong>hat etwas darüber gesagt: Wenn du eine Person triffst, geht es nicht darum, was sie sagt, sondern wie du dich dabei gefühlt hast. Und ich denke, danach suche ich auch in der Musik. Wie kann ich das reinste Gefühl in mir selbst und meinem Kollaborateur erreichen, sodass wir es Menschen ermöglichen, auch etwas zu fühlen? Ohne bestimmen zu können, was sie fühlen?<br>Das ist immer das eine, um das es geht, wenn man versucht Musik zu beschreiben und die Kreation von Musik. Aber es ist eben nur ein Teil, weil es eigentlich gar nicht geht. Es geht nicht, weil es zu überragend ist. Es ist eher so: &#8220;Yo, ich kann dir nur so viel über meine Gefühle sagen, aber vielleicht bist du in der Lage zu fühlen, wie ich mich gefühlt habe.&#8221; Man kann es nicht immer in Worte fassen. Aber für mich geht es darum, das zu nutzen, was Gott kreiert hat und unsere Musik dazu zu bringen, das ebenfalls anzuzapfen und der Menschheit zu überliefern.</p>



<p><strong>Wenn man jetzt an die aktuelle erfolgreiche Mainstream Musik denkt, besonders was gerade so im Hip Hop trendet, glaubt ihr dann, dass eine Teil dieser Seele fehlt? Oder verloren gegangen ist?</strong><br><strong>Pete Rock:</strong> Schon ein bisschen, aber dann haben sie es wiederum ein bisschen zurückgebracht. Es ist jetzt vielleicht ein bisschen beschleunigt, aber das ist nun mal der Stil der jüngeren Generation: ein bisschen geistreich und mit viel Aufregung. Die Art, wie wir es damals getan haben, war einfach zu sampeln. Mit den Drums dazu hat es dann funktioniert. Es ist ein perfektes Beispiel dafür, wie Soulmusik zurückgebracht wurde, indem man sie in den Hip Hop integrierte.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Common-Pete-Rock-3-by-Monaris-1-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-15378" style="width:771px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Common-Pete-Rock-3-by-Monaris-1-1024x683.jpg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Common-Pete-Rock-3-by-Monaris-1-300x200.jpg 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Common-Pete-Rock-3-by-Monaris-1-768x512.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Common-Pete-Rock-3-by-Monaris-1-1536x1024.jpg 1536w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Common-Pete-Rock-3-by-Monaris-1-2048x1365.jpg 2048w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Common-Pete-Rock-3-by-Monaris-1-360x240.jpg 360w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Common-Pete-Rock-3-by-Monaris-1-500x333.jpg 500w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Common-Pete-Rock-3-by-Monaris-1-800x533.jpg 800w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Common-Pete-Rock-3-by-Monaris-1-1280x853.jpg 1280w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Common-Pete-Rock-3-by-Monaris-1-1920x1280.jpg 1920w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Common-Pete-Rock-3-by-Monaris-1-720x480.jpg 720w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Common-Pete-Rock-3-by-Monaris-1-770x513.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/Common-Pete-Rock-3-by-Monaris-1-1400x933.jpg 1400w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto via Monaris</figcaption></figure>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><strong>Ich denke, dieses Element im Hip Hop ist immer notwendig. […] Hip Hop war da schon immer real. Ob wir dir erzählen, wie es in Queensbridge ist, oder in Vernon, oder Chicago oder wie Compton wirklich ist.</strong></p>
<cite>Common über Authentizität im Hip Hop</cite></blockquote>



<p><strong>Da ihr beide schon lange Teil von Hip Hop seid, habt ihr sehr viele Subgenres und Stile mitbekommen, von denen es einige schon gar nicht mehr gibt. Dennoch sind viele Artists bis heute inspiriert durch den Hip Hop der Neunziger, indem sie Boom Bap Drums und Soul Samples verwenden. Warum glaubt ihr ist dieser Neunzigersound noch immer so relevant?</strong><br><strong>Pete Rock:</strong> Da muss ich direkt eine Sache sagen: Ich möchte mich bei <strong>J Dilla </strong>bedanken, er war ein wichtiger und essentieller Teil dieses Genres. Er hat viele Dinge zurückgebracht, von denen die Leute gar nichts mehr wussten, weißt du? Er war der Grund, wieso Producer wie ich sehr, sehr doll auf das achteten, was er machte, und uns dadurch auch gezwungen wurden, uns selbst zu verbessern. Es ist mir sehr wichtig, das einmal zu sagen.<br><strong>Common:</strong> Ja, und ich denke auch das Ding mit 90er Musik ist, dass diese immer noch existieren kann, selbst wenn es nur in kleinen Kreisen ist, liegt daran, dass sie einfach <em>wahr</em> ist. Eine gewisse Rohheit. Die Menschen sehnen sich danach in der Welt. In dieser ganzen politischen Korrektheit, in der Menschen zu große Angst davor haben, die Wahrheit zu sagen&#8230; Hip Hop war da schon immer <em>real</em>. Ob wir dir erzählen, wie es in Queensbridge ist, oder in Vernon, oder Chicago oder wie Compton wirklich ist. Und wir erzählen es, wie wir das erzählen wollen.<br>Ich denke, dieses Element im Hip Hop ist immer notwendig. Und die Boombapness des ganzen ist einfach&#8230; Boom Bap kommt, danach Soul und Musik der Achtziger. Boom Bap und Hip Hop waren das nächste Genre, das die Welt erobert hat und sich bis heute sich dort gehalten haben. Das liegt daran, dass Boom Bap immer noch so satt ist und einige der Traditionen anderer Musikgenres weiter trägt. <br>Pete Rock kann über seine ganze Sammlung sprechen. Der Mann besitzt Musik aus all diesen unterschiedlichen Genres. Genau das bedeutet es, Traditionen aus Musik weiterzutragen. Dadurch bleiben wir fresh. Und ich muss ehrlich sein, besonders in den letzten Jahren bin ich mehr in <strong>MF Doom </strong>drin als zuvor und man, der Typ hatte ein breites Publikum und er hat nie versucht, es irgendwem recht zu machen. Das war befreiend für mich. Weil, auch wenn das Radio für einige Leute relevant ist, gibt es wiederum andere Leute, die es eben nicht benutzen, um erfolgreich zu werden und dadurch ihre Kunst so ausdrücken, wie sie es wollen und Leute damit berühren.</p>



<p><strong>Redet ihr deshalb auch über Hip Hop als Bewegung und nicht nur als Genre?</strong><br><strong>Pete Rock:</strong> Es war definitiv schon immer eine Bewegung. Eine meiner Lieblings Hip Hop Gruppen, die auch richtig kraftvoll ist, ist <strong>Public Enemy</strong>. Aber wenn man von einzelnen Artists redet, dann wären es Emcees wie <strong>Rakim</strong>, <strong>KRS One</strong>, <strong>Big Daddy Kane</strong>, solche eben. Das ist die Richtung, in die wir das Schiff steuern wollen. <br><strong>Common:</strong> Genau, und diese Bewegung, wie Pete schon sagte, mit Public Enemy und KRS. Das hörte nicht bei den Songs auf, sie beeinflussten die Art, in der die Leute dachten. Ich habe über bestimmte Bücher der Bibel gelernt, weil Chris das runterbrach: &#8220;Abraham was the father of Isaac. Isaac was the father of Jacob…&#8221; Ich lernte über verschiedene Schwarze Anführer*innen durch <strong>Chuck D</strong>. Das ist Schule. Genau das ist die Bewegung. Und die Leute haben stolz afrikanische Medaillen getragen und dadurch konnte es mehr werden als nur die Musik. Es ist die Art, in der wir redeten. Wenn man darüber nachdenkt, dann ist das eines der Dinge, die Amerikanische Schwarze und Latinos kreiert haben, die unsers ist. Es wurde von keinem Konzern bestimmt und keiner konnte es wahrlich zerstören. Von daher ja, etwas sehr kraftvolles.</p>



<p><strong>Ein wichtiger Teil davon sind Lyrics und Lyricism. Ich muss da an Rapsody denken und ihr neustes Album »Please Don’t Cry«, wo sie zum einen das Thema Sexismus in der Industrie anspricht. Es ist auch einer der Gründe, wieso sie nicht die Anerkennung bekommt, die sie verdient hat. Das ist auch etwas, das ihr auf dem Album behandelt: Anerkennung für, ich nenne es jetzt mal </strong>&#8220;<strong>wahre Musik</strong>&#8220;<strong>, wo Lyrics und Beats Bedeutung haben, könnt ihr dazu was sagen?</strong><br><strong>Pete Rock:</strong> Zum Thema Beats: Ich war schon immer eine sehr tiefgründige, gefühlvolle Person. Wenn ich Platten oft abspiele, dann höre ich da eine Menge sentimentaler Sachen. Und dann arbeite ich einfach rückwärts, damit es sich mehr nach Hip Hop-Soul anhört, weißt du? Dann präsentiere ich es Common und er macht den Rest und das macht es dann zu einer Soulful-Hip-Hop-Platte.&nbsp;<br><strong>Common:</strong> Ja, und für mich ist das auch einer der Gründe, weshalb Pete so echt und wahrhaftig ist. Dafür können wir ihn zelebrieren und seinen Fortschritt anerkennen, genau aus den Gründen, die du gerade genannt hast. Es gibt Leute, die diesen populären Ort nicht anerkennen. Es geht um die Liebe, die du für die Musik haben solltest. Mit diesem Album wollen wir natürlich hunderte Millionen von Menschen erreichen, aber das wird es nicht. Wen wir damit erreichen werden, war nicht der Keim, aus dem wir kreiert haben. Es geht einfach nur darum, zu tun was wir lieben.<br><strong>Pete Rock:</strong> Yeah.<br><strong>Common: </strong>Und ich denke, Rap(sody) tut auch das, was sie liebt. Sie ist ein MC. Es ist großartig, wenn es Künstler*innen gibt, wie wir sie schon genannt haben: MF Doom oder auch <strong>Earl Sweatshirt</strong>. Für mich tun sie das, weil sie es lieben. Wen es erreicht, den erreicht es. Und ich denke, darüber gibt es eine Menge zu sagen: über Dinge, die manchmal nicht den ganzen Weg zum Mainstream schaffen. Dennoch haben sie ein Publikum, das sich danach sehnt, die zu deinen Shows kommen, denen es wichtig ist und die dann dein Merchandise kaufen. Sie lieben die Musik und spielen sie auch. In einem anderen Interview sprachen Pete und ich darüber, dass wir niemals vom Geld motiviert waren. Wir kreieren der Kreativität zuliebe. Du hoffst, dass es möglichst viele Menschen erreicht, aber du musst es aus einem Ort heraus schaffen, der der wahrhaftigste ist.</p>



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</div></figure>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Ein anderes Problem beim Thema Anerkennung ist auch der Unterschied, der zwischen Produzent*in und Künstler*in gemacht wird. Das Thema geht gerade wieder viel durch die Medien. Auf eurem Album habt ihr es schon mal anders gelöst, ihr habt das Album zusammen veröffentlicht und steht mit euren Namen gleichwertig nebeneinander. Wie fühlt ihr die Dynamik zwischen Künstler und Produzent?</strong><br><strong>Pete Rock:</strong> Ich liebe es einfach, weil ich einen guten MC habe, mit dem ich Musik machen kann.&nbsp;<br><strong>Common:</strong> Ja, das stimmt, und ich denke auch wir Artists würden ohne Produzent*innen keinen Erfolg haben. Ich meine, was sollen wir tun? Wozu sollen wir singen oder rappen? Besonders bei einem Producer wie Pete Rock, bei allem was er schon für die Industrie und Musik getan hat. Es ist einfach großartig mitzuerleben, wenn wir an Orte gehen und die Leute sagen: Man, ich kann es kaum erwarten, das neue Pete Rock Album zu hören! Einen Künstler neben einen Produzenten zu stellen, der sich auf diese Weise etabliert hat und einen eigenen Sound besitzt. Es ist großartig, dass Producer genauso anerkannt werden, einfach weil sie so viel bedeuten.</p>



<p><strong>Ja, vor allem wenn man bedenkt, wie damals alles angefangen hat&#8230;</strong><br><strong>Pete Rock:</strong> Ja, ja, sicher!<br><strong>Common:</strong> Exactly!</p>



<p><strong>Weil ihr beide das schon so lange erfolgreich macht, habt ihr auch eure Fußabdrücke in der Bewegung hinterlassen. Gibt es noch Ziele, die ihr erreichen wollt? Was bleibt euch noch zu erreichen?</strong><br><strong>Pete Rock:</strong> Oh, ich denke, da gibt es noch eine Menge.. Ich mag kochen und sowas. Also, vielleicht werde ich als nächstes Chefkoch und koche dann richtig. Wie wär&#8217;s damit? (alle müssen lachen)<br><strong>Common:</strong> (schmunzelt noch) Ich meine für mich&#8230; Ich möchte unbedingt weiter als Künstler wachsen. Ich habe das Ziel, noch mehr Musik mit Pete Rock zu machen und Musik zu machen, die einfach Musik ist, die ich liebe und die die Leute dann hoffentlich auch lieben. Natürlich möchte ich auch als Schauspieler wachsen und mehr Filme und Serien in die Kinos da draußen bringen. Ich würde auch gerne produzieren. Eines meiner Ziele ist es, dass Pete Rock den Soundtrack für etwas macht, das ich produziere, für einen Film oder etwas fürs TV. Das wäre eines meiner Ziele.</p>



<p><strong>Dafür hättest du unsere vollste Unterstützung!&nbsp;</strong><br><strong>Common: </strong>Das ist eines meiner Ziele.</p>



<p><strong>Perfekt! Und es gibt eine offensichtliche Frage, die wir abschließend stellen müssen: Euer Album heißt »The Auditorium Vol. 1«, gibt es schon Pläne für Vol. 2? Könnt ihr da schon was zu sagen?</strong><br><strong>Pete Rock: </strong>Es ist am köcheln, ich würde sagen, es köchelt.<br><strong>Common:</strong> Ja, wie er&#8217;s schon sagt, es ist am köcheln.&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/common-pete-rock-ueber-gutes-timing-und-die-liebe-zur-musik">Common &amp; Pete Rock über gutes Timing und die Liebe zur Musik</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Dizzee Rascal über »Don&#8217;t Take It Personal«, seinen Arbeitsprozess und seine Rolle für Grime</title>
		<link>https://mostdope.tv/interviews/dizzee-rascal-ueber-dont-take-it-personal-seinen-arbeitsprozess-und-seine-rolle-fuer-grime</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Roman Zingel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Feb 2024 11:55:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Eigentlich bedarf Dizzee Rascal keiner Einleitung mehr. Wer sich jemals mit Rap aus dem Vereinigten Königreich beschäftigt, wird zwangsläufig über Tracks wie »I Luv U«, »Jus&#8217; a Rascal« oder eben auch »Dance Wiv Me« stolpern. Der East-Londoner bereitete mit seinem eklektischem und unverkennbarem Debüt »Boy In Da Corner« einem ganzen Genre den Weg und etablierte Grime als eigenständige Bewegung in der Musikszene der Insel. Das Album wurde noch in seinem Erscheinungsjahr mit dem renommierten Mercury Prize ausgezeichnet und feierte vor [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/dizzee-rascal-ueber-dont-take-it-personal-seinen-arbeitsprozess-und-seine-rolle-fuer-grime">Dizzee Rascal über »Don&#8217;t Take It Personal«, seinen Arbeitsprozess und seine Rolle für Grime</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Eigentlich bedarf Dizzee Rascal keiner Einleitung mehr. Wer sich jemals mit Rap aus dem Vereinigten Königreich beschäftigt, wird zwangsläufig über Tracks wie »I Luv U«, »Jus&#8217; a Rascal« oder eben auch »Dance Wiv Me« stolpern. Der East-Londoner bereitete mit seinem eklektischem und unverkennbarem Debüt »Boy In Da Corner« einem ganzen Genre den Weg und etablierte Grime als eigenständige Bewegung in der Musikszene der Insel. Das Album wurde noch in seinem Erscheinungsjahr mit dem renommierten Mercury Prize ausgezeichnet und feierte vor einigen Monaten sein 20-jähriges Jubiläum. Es folgten noch viele weitere, teils kommerziellere, aber auch erfolgreichere Alben.</strong></p>



<p><strong>Doch anstatt sich zur Ruhe zu setzen, ist Dizzee auch heute noch überaus aktiv und veröffentlichte am 9. Februar sein bereits achtes Studioalbum »Don&#8217;t Take It Personal«. Wir hatten im Vorfeld die Chance, ihm dazu per Videocall einige Fragen zu stellen, um herauszufinden, was ihn heute inspiriert und wie er auf die Entwicklung der letzten Jahre zurückblickt.</strong></p>



<p><strong>Das Album kommt am Freitag raus. Wie fühlst du dich?</strong></p>



<p>Es ist an der fucking Zeit. Ich will einfach, dass es jetzt rauskommt, damit ich nicht daran denken muss, dass es rauskommt.</p>



<p><strong>Also, auch wenn es jetzt dein achtes Album ist, ist es nicht nur eine Routine, die du einfach abspielen kannst und das war&#8217;s?</strong></p>



<p>Ja, weil ich es promoten und alles machen musste. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich mir kein Album, das ich gemacht habe, öfter angehört habe als dieses. Ich spiele es tatsächlich und genieße es sehr. Und ich bin nicht jemand, der seine eigene Musik oft hört. Aber dieses Album höre ich mir wirklich gerne an. Es macht Lust darauf, mehr Musik zu machen. Das ist echt gut.</p>



<p><strong>Du hast dich also wieder gut eingelebt. Arbeitest du schon am nächsten Projekt?</strong></p>



<p>Ja, ich habe angefangen, neue Musik zu machen. Auf jeden Fall.</p>



<p><strong>Interessant! Aber jetzt wollen wir uns natürlich auf dieses Projekt konzentrieren. Der Titel »Don&#8217;t Take It Personal« ist durchaus interessant. Was ist die Bedeutung dahinter?</strong></p>



<p>Es sind sehr sensible Zeiten und jeder nimmt alles persönlich. Wir leben in einem Zeitalter, in dem sich alle in Dinge einmischen, die sie nichts angehen, um sie zu kommentieren. Und sie reden darüber, wie empört sie sind. Wenn sie sich um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern würden, würden sie sich nicht aufregen. Das ist es also. &#8220;Nimm&#8217;s nicht persönlich&#8221;. Auch generell, wenn du das Gefühl hast, dass die Leute dich nicht so behandeln, wie du denkst, dass du behandelt werden solltest. Es geht nicht immer um dich, es geht um sie.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="1017" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-02-1024x1017.jpg" alt="Ein wütender Dizzee Rascal mit Handy in der Hand" class="wp-image-13748" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-02-1024x1017.jpg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-02-300x298.jpg 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-02-150x150.jpg 150w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-02-768x763.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-02-1536x1526.jpg 1536w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-02-500x497.jpg 500w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-02-800x795.jpg 800w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-02-1280x1272.jpg 1280w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-02-1920x1908.jpg 1920w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-02-120x120.jpg 120w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-02-770x765.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-02-1400x1391.jpg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-02-125x125.jpg 125w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-02.jpg 2000w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto via RANKIN</figcaption></figure>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Du sprichst auf dem Album offensichtlich einige dieser Themen und Dinge an, die einige Leute vielleicht persönlich genommen haben, aber auch klanglich ist das Album besonders. Es schlägt teils eine neue Richtung ein. Was hat dich in dieser Hinsicht inspiriert?</strong></p>



<p>Als ich anfing, Beats zu machen und zu produzieren, habe ich mich mehr auf Upbeat-Sachen konzentriert. Ich wollte hauptsächlich einfach ein lustiges, leichtes Album machen. Und dann hat es natürlich auch noch andere Teile. Es wird immer ein paar entspannte, eher nachdenkliche Songs geben. Das habe ich schon immer gemacht. Aber ja, ich bin sehr basslastig auf diesem Album, eher die britische Art von Drum-and-Bass-Garage-Basslines. Es klingt sehr britisch.</p>



<p><strong>Es klingt definitiv nach Großbritannien. In der Pressemitteilung zu diesem Album heißt es, dass es deine Interpretation der 90er Raves ist. Inwiefern?</strong></p>



<p>Der Sound von Drum and Bass und Garage war ziemlich genau Ende der 90er, Anfang der 2000er. Aber auch beim Gesamtsound war ich sehr auf Analoges bedacht. Ich weiß, wenn man anfängt, über dieses Zeug zu reden, kommt das nicht bei jedem gut an. Aber ich wollte da raus, dass man alles ganz steril abmischt – also digitales Mixing. Deshalb habe ich mich für Hardware entschieden.</p>



<p>Vieles auf dem Album wurde mit Synthesizern, Kabeln und Dingen wie der Bass Station eingespielt. War es Proteus? Wie heißt das andere? Ich kann mich nicht mehr an die Namen der Keyboards erinnern. Aber Proteus war wie ein Modul, also alte Module und so ein Kram. Ich habe versucht, einen wirklich organischen und analogen Sound hinzubekommen, und in meinem kleinen Studio habe ich alles durch SSL und dann Neve-Kompressoren und all das Zeug geschickt. Dinge, für die ich mich vorher nie interessiert habe. Ich habe mich viel mehr darauf eingelassen. Auch Novation-Keyboards. Ich wollte diesen analogen Sound der 90er Jahre.</p>



<p><strong>Der Sound ist bei einigen Tracks ziemlich ausgefallen, und einer davon ist »Switch and Explode«, der super eklektisch ist und von dir selbst produziert wurde. Bei allem, was darauf passiert, habe ich mich gefragt, wo fängt man mit so einem Beat an, zu produzieren?</strong></p>



<p>(Dizzee steht auf und geht hinüber in seinen Wohnbereich, wo er mir seine Einrichtung zeigt).</p>



<p>Guck mal, hier habe ich den gemacht. In der Küche, während die Beerdigung der Queen lief. Der Name des aktuellen Beats ist »Full Coverage«, weil sie in voller Länge gespielt haben. Es war die volle Berichterstattung über die Beerdigung der Queen. Das habe ich also gemacht, bevor ich den Song überhaupt aufgenommen habe. Ich habe also diesen Beat und »POV« am gleichen Tag gemacht. Die Prozession lief durch West London und all das in der Nähe von meinem Haus. Ich habe immer gedacht, es ist ein bisschen peinlich, das zu sagen, oder komisch, ich weiß. (beide lachen)</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="785" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-03-785x1024.jpg" alt="Dizzee Rascal, wie er verrückt in die Kamera guckt und sich an den Kopf greift" class="wp-image-13746" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-03-785x1024.jpg 785w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-03-230x300.jpg 230w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-03-768x1002.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-03-1177x1536.jpg 1177w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-03-500x652.jpg 500w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-03-800x1044.jpg 800w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-03-1280x1670.jpg 1280w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-03-770x1005.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-03-1400x1826.jpg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-03.jpg 1533w" sizes="(max-width: 785px) 100vw, 785px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto via RANKIN</figcaption></figure>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Der Song hört sich nicht so an, als wäre das die Situation gewesen.</strong></p>



<p>Ich habe nicht gesagt, dass es der Soundtrack ist. Das war, was ich gerade getan hab’, ich hatte das im Hintergrund und habe ihn gespielt. Damit habe ich einfach angefangen. Ich mag Splice wirklich (Anm. d. Red.: Splice ist eine cloudbasierte Plattform, die vor allem als Sample-Bibliothek genutzt wird). Ich denke, es ist sehr nützlich. Um ehrlich zu sein, habe ich das alles vielleicht mit Splice gemacht. Ich habe einfach die Sounds gefunden. Das ist es, was ich an Ableton liebe. Es ist so einfach, Dinge zu schneiden und zu sampeln, sie zu platzieren und zu manipulieren und mit ihnen das zu tun, was man will. Es gibt eine Menge cooler Sounds.</p>



<p>Das Einzige ist, dass die Sounds manchmal etwas dünn klingen, aber dafür habe ich ja die Kompressoren und Equalizer und das Mischpult, um sie aufzuwärmen und sie größer und fetter klingen zu lassen. Sie klingen dann nicht mehr so wie im Schlafzimmer. Und dann auch das Mastering, das Finden des richtigen Masters und all das. Einige dieser Stücke wurden so oft neu abgemischt, aber das ist nun mal so. Ich habe einfach versucht, all die verschrobenen Sounds zu verwenden und sie zusammenzufügen. Ich hatte einfach nur Spaß und wusste nicht, was es werden würde.</p>



<p><strong>Es gibt also keine Formel dahinter? Du nimmst einfach alles, von dem du denkst, dass es zusammenpassen könnte, und überlegst dir dann einen Weg?</strong></p>



<p>Das bin ich im Allgemeinen. Ich schreibe nie Songs über etwas. Normalerweise fängt es mit einem Beat an, und vielleicht habe ich nicht einmal einen Refrain oder ein Thema. Ich lege einfach los. Wenn mich also der Beat anspricht, fange ich einfach wo auch immer an. Ich murmle vor mich hin und finde ein Reimschema, bevor ich überhaupt Worte eingefügt habe, wie bei einem Puzzle. Jeder Song ist wie ein Puzzle. Es ist, als würde man ein Puzzle zusammensetzen, von dem man das Bild noch nicht gesehen hat, und dann einfach wissen, wann man aufhören muss.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="Dizzee Rascal - Switch and Explode (Official Music Video)" width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/Xvp--0m_zvA?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Dieses Puzzle fügt sich manchmal recht gut zu einem Gesamtbild zusammen. Einer der Tracks mit einem klareren Konzept ist wahrscheinlich »How Did I Get So Calm«. Für mich ist dieser Song auch eine Reflexion über das Älterwerden und das Erwachsenwerden.</strong></p>



<p>Und es zu akzeptieren.</p>



<p><strong>Bist du schon da? Hast du es akzeptiert?</strong></p>



<p>Ja, 100%. Ich denke, das war bei diesem Album sogar noch wichtiger. Ich höre immer von allen, dass ich zurückkehren soll. Das geht vielen Künstlern so, vor allem, wenn es um ihr erstes oder ihr früheres Material geht. Alle wollen, dass sie dahin zurückkehren. Also bin ich in dem Sinne zurückgegangen, dass ich einen Großteil dieses Albums produziert habe. Ich habe viele meiner anderen Alben produziert, aber ich wollte unbedingt, dass dieses Album mich heute widerspiegelt. Vor allem in den Dingen, die ich gesagt habe, so dass es, wenn ich es mir in 5 oder 10 Jahren anhöre, wie ein Schnappschuss dessen ist, wo ich heute war.</p>



<p><strong>Dein letztes Album »E3 AF</strong><strong>«</strong><strong> hat sich in gewisser Weise auch wie eine Rückkehr angefühlt, aber inwiefern hat sich das in Bezug auf deine Herangehensweise bei der Produktion dieses Projekts geändert?</strong></p>



<p>Ich glaube, bei »E3« habe ich nicht so viel produziert. Bei diesem Projekt habe ich die Hälfte produziert, definitiv die Hälfte. Lass mal sehen. Ich habe »POV« komplett produziert, »Switch And Explode«, »Calm«, »Keep That Same Energy«.</p>



<p><strong>»London Boy«.</strong></p>



<p>Ja, »London Boy« komplett. Und dann habe ich »Tell Me About It« und »Stay in Your Lane« mitproduziert. Das ist also mehr als die Hälfte davon. Es gibt mehr meiner Einflüsse als auf »E3 AF«. Da habe ich vielleicht 3 oder 4 produziert. Darum ging es mir.</p>



<p><strong>In gewisser Weise klingt es auch ein bisschen experimenteller.</strong></p>



<p>Ich glaube, bei »E3« ging es mehr um Rap oder Hip-Hop. Das hier hat ein bisschen mehr von dem Dance-Element an sich. Ziemlich genau fünf dieser Tracks habe ich gerade erwähnt. Die sind alle um die 144 bpm oder so.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="667" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-04-1024x667.jpg" alt="Dizzee Rascal von etwas weiter weg mit offenen Armen" class="wp-image-13750" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-04-1024x667.jpg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-04-300x195.jpg 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-04-768x500.jpg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-04-1536x1001.jpg 1536w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-04-500x326.jpg 500w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-04-800x521.jpg 800w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-04-1280x834.jpg 1280w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-04-1920x1251.jpg 1920w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-04-770x502.jpg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-04-1400x912.jpg 1400w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/dizzee-rascal-interview-rankin-04.jpg 2000w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto via RANKIN</figcaption></figure>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Du hast immer betont, dass Dance ein wichtiges Element im Hip Hop und auch Grime ist. Gilt das heute immer noch? Ist das etwas, zu dem die Leute deiner Meinung nach zurückkehren?</strong></p>



<p>Ich habe einfach für mich persönlich gefühlt. Es ist nicht einmal immer so, dass ich Dance machen will. Ich entdecke einfach diese Genres, besonders Drum and Bass. Ich denke, die sind die Besten, was die Sounds angeht, die sie verwenden. Gestern habe ich im Auto <strong>Bou</strong> gehört und habe mir all diese Tracks auf Spotify gegeben. Einige der Sounds und Synthesizer und die Art und Weise, wie sie verwendet werden. Du musst dir mal einen Song namens <a href="https://www.youtube.com/watch?v=aUURI3SuWP0">»Nan Slapper«</a> anhören.</p>



<p><strong>Okay. (beide lachen)</strong></p>



<p>Ich weiß, es klingt verrückt, aber die Bassline darauf klingt wie ein böses wissenschaftliches Experiment, wenn diese Bassline wie nirgendwo sonst droppt. Ich sehe niemand anderes, der das hinbekommt. Und das, ohne dass es so abwegig ist, dass man es nicht will oder dass es zu schräg ist. Es ist immer noch organisiert. Die klangliche Qualität, die Drum and Bass und viele Garage-Sounds hatten, schätze ich jetzt, wo ich älter bin, noch mehr. Der Einbezug dieser Sounds macht die Dinge für mich einfach viel interessanter. Deshalb habe ich mich bei diesem Album wohl auch mehr damit beschäftigt.</p>



<p><strong>Man kann diese Einflüsse ganz klar heraushören. Ich würde aber gerne auf »How Did I Get So Calm« zurückkommen. Es gibt da eine interessante Zeile. Du sagst: „Wieso habe ich mich wie 40 gefühlt, obwohl ich erst 30 war?“ Konntest du diese Frage schon beantworten?</strong></p>



<p>Ja, ich wusste es schon, als ich es gesagt habe. Es liegt einfach daran, dass ich ziemlich jung so bekannt wurde. Aber dann war ich in der Lage, mich in eine Position zu bringen, in der ich eine Menge Verantwortung hatte. Es gab Vorschüsse, Zeitpläne und so einen Scheiß, den viele Leute nicht erreichen, bis sie in ihren 40ern, späten 50ern sind.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p></p>



<p>How did I feel like 40 when I was only 30?</p>
<cite>»How Did I Get So Calm«</cite></blockquote>



<p><strong>Die 40er sind quasi die nächste Ära, in die du eintrittst. Du wirst ja dieses Jahr 40.</strong> <strong>Fühlst du dich jetzt mehr deinem Alter entsprechend?</strong></p>



<p>Manchmal, körperlich schon. Manchmal bin ich müde, oder ich habe Rückenschmerzen und so einen Scheiß. Oder meine Kinder nerven mich zu Tode und ich bin einfach kaputt. (lacht) Aber ich weiß nicht, ich war gestern Abend mit jemandem unterwegs. Ich habe <strong>Eliza Rose</strong> getroffen, ganz zufällig bei einer Party getroffen. Sie hat diesen Song <a href="https://www.youtube.com/watch?v=KtGFByAJRQQ">»The Baddest Of Them All«</a> mit Interplanetary DJs gemacht.</p>



<p>Ich ging zu einem Typen namens <strong>LZee</strong>, der das Musikvideo gedreht hat. Er hat mich dorthin eingeladen, aber es war nur ein Haufen 20-Jähriger. Und ich hab’ zu ihr gesagt, dass ich mich dort wie ein alter Onkel fühle. Sie meinte: „Nein, Mann, du alterst nicht so.“ Und ich dachte darüber nach. Ich sehe das auch so.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="Dizzee Rascal - How Did I Get So Calm (Official Video)" width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/aSWLJUIQMvA?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Auf dem Album sind eine Menge lokaler Legenden wie P Money, D Double E und viele bekannte Künstler aus deiner Gegend und London im Allgemeinen vertreten. Aber welche jüngeren Künstler, die nicht auf diesem Album vertreten sind, hörst du derzeit?</strong></p>



<p>Oh, okay. Wie ich schon sagte, <strong>LZee</strong>. Ich mag <strong>Kwengface </strong>total. Ich habe gerade angefangen, <strong>Nemzzz</strong> aus Manchester zu hören. Ich liebe die Beats, die er benutzt. Ich mag den Sound seiner Musik. Das sind nur ein paar Namen.</p>



<p><strong>Es gibt also keine große Kluft zwischen der jüngeren und der älteren Generation, wenn man so will?</strong></p>



<p>Nein. Ich bin nicht mehr dem Punkt, an dem ich als erstes von Newcomern höre. Aber wenn ich es mitbekomme und tatsächlich anhöre, fühle ich es normalerweise.</p>



<p><strong>Es war interessant, das <a href="https://www.youtube.com/watch?v=Tyt1Dv0j2Js&amp;t">Interview zu sehen, das du mit Kwengface gemacht hast,</a> und die Kommentare zu lesen. Die Leute haben gesagt, dass es da eine kleine Lücke gibt.</strong></p>



<p>Fast 20 Jahre liegen zwischen uns! Das ist schon ein bisschen verrückt, weil wir alle aus demselben Ort kommen, aber man merkt gar nicht, wie unterschiedlich es ist. Ich sehe seinen Onkel oft beim Training und plaudere mit ihm. Er ist ein bisschen älter als ich, aber er gehört irgendwie zu meiner Generation. Es gibt Dinge, die wir mögen und über die wir reden, die Kwengface nicht verstehen wird.</p>



<p><strong>Aber es ist schön, dass du dir seine Musik trotzdem anhörst. Wenn es um die alte Generation und lokale Gegenden und Wahrzeichen geht, ist »What You Know About That</strong><strong>«</strong> <strong>ein </strong><strong>ziemlich wichtiger Song, in dem du all diese Orte aufzählst. Warum ist es so wichtig, über diese Dinge Bescheid zu wissen?</strong></p>



<p>Genauso wie wir so viel über die Bronx wissen und die ganze Geschichte, die sich dort zugetragen hat. Es ist unsere Version, vor allem da, wo das Vereinigte Königreich ziemlich einflussreich war. Musikalisch gesehen ist Drum and Bass gerade wieder in aller Munde. Auch Garage macht sein eigenes Ding. Grime ist fest etabliert und sogar britischer Drill hat amerikanischen Drill beeinflusst. All diese Sachen, auf die <strong>Pop Smoke</strong> aufgesprungen ist. Er war im Begriff, der größte Artist der Welt zu werden. Das war eine britische Variante einer ursprünglich amerikanischen Sache, genauso wie bei Garage. UK-Garage war auch eine Adaption von Chicago-House, aber es hatte seine eigene Identität. Es war also gut, das zu zeigen. Diese Orte, die ich erwähnt habe, waren auch ein Markenzeichen für Garage und Drum and Bass. Wir haben diese Orte gemeinsam genutzt. Wenn man sich die Kommentare anschaut, gibt es Leute, die diese Orte besucht haben, mit Grime aber überhaupt nichts am Hut hatten.</p>



<p><strong>Ich nehme an, das sind auch die Orte, an denen du damals angefangen hast, als DJ zu arbeiten, oder?</strong></p>



<p>Es war mehr zu der Zeit, als ich ein MC war. Na ja, einige von ihnen waren, als ich ein DJ war, einige der Piratensender.</p>



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<iframe title="Dizzee Rascal - What You Know About That feat. JME &amp; D Double E (Official Music Video)" width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/OWARoFa9Pzw?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Du warst die ganze Zeit bei all diesen Entwicklungen dabei. Grime und vor allem Drill sind heute auf einem viel größeren Level als vielleicht vor 10 oder 15 Jahren. Was ist eine Entwicklung, die du miterlebt hast, die dem Genre am meisten geholfen hat, und was ist eine Sache, von der du kein so großer Fan bist?</strong></p>



<p>Das ist eine gute Frage, Mann. Das Internet und die sozialen Medien haben uns sehr geholfen. Das Gatekeeping-Element gibt es nicht mehr so sehr. Den Leuten steht es frei, ihre eigenen Sachen zu veröffentlichen. Natürlich müssen sie einen Vertrieb finden, aber sie müssen sich erst einmal selbst bekannt machen. Das hat geholfen. Das Gleiche ist aber auch ärgerlich, denn manchmal muss man nicht hören oder sehen, was die Leute über das eigene Zeug denken. Ich habe Künstler gesehen, die wegen des Kommentarbereichs auf YouTube sehr gestresst waren. Das haben wir alle irgendwann mal, aber zumindest bin ich älter, also bin ich alt genug dafür.</p>



<p>Meine Musik kam vor YouTube raus. Die Top-Kommentare waren ein Thema, als ich mit einem anderen jüngeren Künstler zusammen war. Er meinte: „Oh, es ist bei den Top-Kommentaren,“ und so weiter. Ich habe dieses Konzept nicht verstanden. Aber er ist jünger, also wächst er in einer anderen Zeit auf, und das ist ein Hindernis. Wäre das ganze Zeug schon draußen gewesen, hätte ich vielleicht bei <a href="https://www.youtube.com/watch?v=YH0KWX2a8zY">»I Luv U«</a> aufgehört. Denn zu der Zeit, als der Song rauskam, war er so abgefahren und so verrückt, dass die Meinung der Leute darüber mich vielleicht zum Nachdenken gebracht hätte. Oder »Boy In Da Corner&#8221;. Nicht alle haben dieses Album geliebt, als es herauskam. Es gab Momente, da dachten die Leute, das wäre Autounfall-Musik. Was zum Teufel ist das? Das ist doch Scheiße. Das gab es auch oft. Vielleicht hätte ich mir das zu Herzen genommen, wenn ich es schriftlich auf meinem Handy gesehen hätte.</p>



<p><strong>Es ist komisch, das zu hören mit dieser zeitlichen Distanz, denn jetzt hat man das Gefühl, dass sich alle auf dieses Album einigen können. Aber eine andere Ära deiner Musik, über die sich nicht alle einig sind, ist die Zeit, als du all diese großen Dance-Songs mit Calvin Harris und Co. gemacht hast. Mit welchem Popkünstler oder -künstlerin hättest du damals gerne zusammengearbeitet, bist aber nie dazu gekommen?</strong></p>



<p>Oh, das ist eine gute Frage. Um ehrlich zu sein, ich weiß es nicht. Ich bin eigentlich ganz zufrieden damit, wie es gelaufen ist. Aber was die Popkünstler angeht, die ich immer bewundert habe – und ich sehe sie als Maßstab dafür, wie man sich über die verschiedenen Epochen hinweg neu erfindet – ist <strong>Madonna</strong>. Wenn man ihre Karriere betrachtet und weiß, wie sie das in großem Stil und auf recht glaubwürdige Weise geschafft hat. Selbst jetzt, wo sie zurückkommt und ihren ersten Top-20-Song seit 15 Jahren oder so hat. (Anm. d. Redaktion: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=K6WCcBP4lSs">»Popular«</a> mit The Weeknd und Playboi Carti ist im UK auf Platz 10 gechartet) Ich habe das Gefühl, sie ist der Maßstab. Seit wie vielen Jahrzehnten ist sie schon relevant?</p>



<p><strong>Ich schaffe es gar nicht mehr, mitzuzählen.</strong></p>



<p>Das ist es halt. Es gibt so viele ikonische Momente aus dieser Zeit mit verschiedenen Stilen. Die meisten Leute würden nicht erwarten, das von mir zu hören, aber alles von »Human Nature« bis zu fucking &nbsp;»Evita«. Oder auch »Like A Prayer«. Jedes Mal, wenn sie im Fernsehen auftauchte, war es etwas Großes, wie mit »Don&#8217;t Cry For Me Argentina«. Nicht, dass ich diese Lieder mag, aber ich respektiere sie. Und jetzt bin ich in der Branche und verstehe, was es einem abverlangt. Damals hat sie Filme für Musikvideos gedreht und ist damit weltweit viral gegangen, bevor es einfacher war, dies über die sozialen Medien zu tun, manchmal auch aus Versehen. Verstehst du, was ich damit sagen will?</p>



<p><strong>Auf jeden Fall.</strong></p>



<p><strong>Beyoncé </strong>hat sich auch gut geschlagen. Natürlich hätte ich gerne ein paar Songs mit Beyoncé oder <strong>Rihanna </strong>oder so gemacht. Aber nein, ich bin wirklich froh, dass ich mit <strong>Calvin Harris </strong>gearbeitet habe. Einfach zu sehen, wie viel er arbeitet und wie weit er es gebracht hat. Es ist wirklich verrückt. Und je mehr er macht, desto mehr habe ich das Gefühl, dass ich verdammt nochmal richtig lag. (beide lachen) Ich mag das. Man sollte ihn wirklich erwähnen werden, wenn man bedenkt, dass er Produzent, Autor, Sänger, Künstler, all das ist. Er ist einer der produktivsten Produzenten vielleicht aller Zeiten. Er hat es nur in kürzerer Zeit geschafft, und die Leute haben ihre Meinung darüber, was sie für gute Musik halten, oder was auch immer. Aber sein Rap-Sheet ist verrückt. Wenn du es einfach auf Spotify nachsiehst – das ist abgefahren. Ich bin mir sicher, dass nur jemand wie <strong>Max Martin </strong>(Anm. d. Red.: ein schwedischer Songwriter)<strong> </strong>so viele Hits hat wie er haben könnte, wenn wir mal ganz ehrlich sind.</p>



<p><strong>Er ist definitiv einer der größten Künstler dieser Generation. Um aber auf dich zurückzukommen – in einem <a href="https://www.laut.de/Dizzee-Rascal/Interviews/Ich-bin-eher-Produzent-als-Rapper-06-10-2004-246">älteren Interview mit Laut.de,</a> das war ungefähr zu der Zeit, als »Showtime« herauskam, hast du einmal gesagt, dass du kein Rapper bist, sondern hauptsächlich ein Produzent. In <a href="https://www.nme.com/big-reads/dizzee-rascal-cover-interview-2020-e3-af-2761243">einem Interview mit NME</a> zu »E3 AF« hast du gesagt, du bist ein „fucking serious rapper“. Das ist eine ziemlich interessante Veränderung. Was denkst du, wo du mit diesem Album stehst?</strong></p>



<p>Jetzt ist es ein Gleichgewicht. Ich habe nicht als Rapper angefangen, denn ich habe eigentlich gelernt, auf Drum and Bass zu spitten. Ich habe keinen richtigen Hip-Hop gelernt. Aber ich denke, im Großen und Ganzen ist es Rappen. Nach »Tongue n&#8217; Cheek« habe ich mit dem Produzieren ganz aufgehört. Erst mit der »Don&#8217;t Gas Me« EP von 2017 habe ich wieder angefangen. Das war quasi, um neu zu lernen und es wieder bis zu diesem Punkt aufzubauen. Jetzt würde ich sagen, ich bin 50/50, aber wahrscheinlich immer noch mehr Rapper als Produzent. Ich habe die Hälfte der Tracks produziert oder ein bisschen mehr, aber ich habe auf allen gerappt.</p>



<p><strong>Fair. Die Rechnung geht auf.</strong></p>



<p>Math is mathing. (beide lachen)</p>



<p><strong>Herzlichen Dank! Ich bin neugierig, wohin du als nächstes gehen wirst.</strong></p>



<p>Jederzeit, Mann.</p>



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<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/interviews/dizzee-rascal-ueber-dont-take-it-personal-seinen-arbeitsprozess-und-seine-rolle-fuer-grime">Dizzee Rascal über »Don&#8217;t Take It Personal«, seinen Arbeitsprozess und seine Rolle für Grime</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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