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	<title>EHrlichkeit Archive - Mostdope</title>
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		<title>MelloKitty – Radikale Echtheit in einer normierten Musikindustrie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Victoria Schumacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Jul 2026 13:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Musik als Kunstform ist immer &#8211; so wie jede andere auch &#8211; unweigerlich verbunden mit dem Entblößen seiner selbst. Kontrolle darüber, wie viel man jedoch preisgibt, bleibt in der Regel bei der Künstler*in selbst. MelloKitty aus Bonn wählt ganz bewusst den Weg der radikalen Ehrlichkeit und gewährt viel Einblick in ihr Innerstes. Im Gespräch mit Mostdope-Redakteurin Victoria reflektiert die Musikerin diesen Ansatz. Kompakt &#38; Deep MelloKittys Tracks basieren auf ihren unmittelbaren Lebenserfahrungen, den dunklen Facetten sowie den bunten Momenten. Das [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/next-up/mellokitty-radikale-echtheit-in-einer-normierten-musikindustrie">MelloKitty – Radikale Echtheit in einer normierten Musikindustrie</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Musik als Kunstform ist immer &#8211; so wie jede andere auch &#8211; unweigerlich verbunden mit dem Entblößen seiner selbst. Kontrolle darüber, wie viel man jedoch preisgibt, bleibt in der Regel bei der Künstler*in selbst. MelloKitty aus Bonn wählt ganz bewusst den Weg der radikalen Ehrlichkeit und gewährt viel Einblick in ihr Innerstes. Im Gespräch mit Mostdope-Redakteurin Victoria reflektiert die Musikerin diesen Ansatz. </strong></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/image00001-1024x576.jpeg" alt="" class="wp-image-21184" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/image00001-1024x576.jpeg 1024w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/image00001-300x169.jpeg 300w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/image00001-768x432.jpeg 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/image00001-770x433.jpeg 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/image00001.jpeg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto via @maximilian_hock</figcaption></figure>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kompakt &amp; Deep</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>MelloKittys </strong>Tracks basieren auf ihren unmittelbaren Lebenserfahrungen, den dunklen Facetten sowie den bunten Momenten. Das ist der Katalysator für ihre kreative Energie beim Schreiben der Texte. Wo keine bewegende Erfahrung, da keine Muße etwas zu erschaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ich habe einfach versucht alles, auch wenn es nicht positiv war, was in meinem Leben</em> <em>passiert ist oder was ich erlebt habe, in Kunst umzuwandeln und dementsprechend fällt es mir</em> <em>schwer, zu sagen, ich mache jetzt und ich zwinge mich dazu, einen Song zu machen, wenn das</em> <em>nicht mit einer wahren Erfahrung oder mit einem wahren Gefühl verbunden ist.“</em></p>



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<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Symbiose im Studio</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten Tracks, die bis jetzt veröffentlicht worden sind, entstanden in Zusammenarbeit mit Liam oder auch <strong>LYME SIXTEEN</strong>. Ihn zu treffen beschreibt sie als schicksalhaft, denn er war es auch, durch den ihr Wunsch nach kreativem Ausdruck in Form von Musik endlich Ausdruck finden konnte. Zum ersten Mal hielt sie vor ihm ein Mic in der Hand, sang, schrieb und dachte sich Melodien aus. Hier wird auch die Rolle der Producer*in als Begleiter des kreativen Outputs besonders wichtig. Wenn man sich wohlfühlt und sich traut, seine rohen unfertigen Ideen und Gefühle vor einem Gegenüber auszubreiten, zeugt das nicht nur von einem sicheren Kreativspace, sondern auch von hoher Kompetenz. Jackpot ist dann natürlich, wenn die kreativen Geister auch synergetisch matchen wie bei den beiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ich hatte auch keinen in meinem Kreis, der irgendwas mit Musik oder Kunst macht und durch</em> <em>Liam fing das dann alles an und der erste Song, den ich dann aufgenommen habe, war auch</em> <em>der erste Song, den ich mit fester Überzeugung releast habe, weil ich mir so sicher war, dass ich</em> <em>das mit der Welt teilen will und mit der Welt teilen muss einfach und ab dem Tag an wusste</em> <em>ich, dass ich immer wieder Musik machen werde und das für mich ab dort auf jeden Fall die</em> <em>Karriere einfach beginnt.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass dieser radikal ehrliche Ansatz Früchte trägt, zeigt sich schnell in den Reaktionen auf ihre Veröffentlichungen. Die Resonanz aus der Community, von Freunden und sogar von völlig Fremden ist geprägt von einer tiefen, emotionalen Verbundenheit. Es sind Momente, die ihr zeigen, dass ihre Kunst genau dort ankommt, wo sie gebraucht wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Das waren auf jeden Fall Momente, wo ich wusste, okay, es gibt auf jeden Fall einige</em> <em>Menschen, die meine Musik sehr fühlen und denen es auch nahe geht [&#8230;] und zu denen ich gar</em> <em>keinen Kontakt habe, die mir einfach in meinem DM sliden und mir sagen, wie sehr sie zu</em> <em>einem Song relaten können.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese spürbare Liebe der Hörer*innen fungiert als Bestätigung für einen kompromisslosen Weg. Für MelloKitty ist Musik kein mathematisch kalkuliertes Produkt, sondern ein intimes Kommunikationsmittel. Es geht ihr nicht um austauschbare, algorithmengerechte Hits, sondern darum, nahbar zu sein und eine echte Brücke zu den Menschen zu schlagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Mir ist es auf jeden Fall sehr, sehr wichtig, authentisch zu bleiben in meiner Kunst.</em> <em>Dementsprechend lege ich auch viel Wert in meinen Texten, nahbar zu sein mit den Leuten</em> <em>und mit den Erfahrungen anstatt etwas Schönes aufeinander zu reimen, sondern eher die</em> <em>Gefühle und Emotionen, die wirklich vorhanden sind, in schönem Wort wiederzugeben.“</em></p>



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<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Machtstrukturen und Männlichkeitsdomäne</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hinter den melancholischen Melodien steht eine Künstlerin, die gehört und verstanden werden will, nämlich als ganzer Mensch und nicht als bloße Projektionsfläche. Doch der Weg als Newcomerin in einer nach wie vor stark männlich dominierten Musikindustrie bringt unweigerlich auch Schattenseiten mit sich. Sobald man den geschützten Raum des vertrauten Studios verlässt und sich nach anderen Kooperationen umschaut, wird die Grenze zwischen professionellem Interesse und grenzüberschreitendem Verhalten oft schmerzhaft dünn. MelloKitty berichtet von gemischten Erfahrungen und einer strukturellen Diskrepanz, mit der Frauen in der Szene permanent konfrontiert sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Es kamen halt immer wieder Anfragen von männlichen Produzenten, wo ich aber nicht</em> <em>wirklich unterscheiden konnte: Geht es diesem Produzenten gerade um mich, um meine Kunst</em> <em>oder geht es diesem Produzenten um mich als Frau, weil hier und da immer mal Kommentare</em> <em>kamen oder eher auf Aussehen und Sachen eingegangen worden ist, als auf das Wesentliche,</em> <em>wofür ich eigentlich stehe.“</em></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img decoding="async" width="819" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/mellokitty-komprimiert-819x1024.png" alt="" class="wp-image-21216" style="aspect-ratio:0.7998052422299765;width:336px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/mellokitty-komprimiert-819x1024.png 819w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/mellokitty-komprimiert-240x300.png 240w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/mellokitty-komprimiert-768x960.png 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/mellokitty-komprimiert-770x963.png 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/mellokitty-komprimiert.png 1080w" sizes="(max-width: 819px) 100vw, 819px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto via <em>@nessas_shots</em><br><em>Styling: @angelina.dgs</em></figcaption></figure>
</div>


<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Skepsis ist kein unbegründetes Gefühl, sondern das Resultat einer Industrie, die weibliche Körper allzu oft als Marketinginstrumente sexualisiert, statt das künstlerische Talent in den Vordergrund zu stellen. Unterschwellige Hintergedanken und plumpe Ratschläge zur Selbstinszenierung gehören für viele Künstlerinnen leider zum Alltag.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ja, habe ich tatsächlich auch des Öfteren leider [&#8230;] ob&#8217;s irgendwie Männer sind,</em> <em>die mir gesagt haben, ey, wenn du bisschen mehr Haut zeigen würdest, wenn du bisschen mehr</em> <em>dich zeigen würdest, wenn du dein Aussehen in Vordergrund stellen würdest, dann würde das</em> <em>alles noch besser poppen und solche Kommentare und einfach Sexualisierung, die ich einfach</em> <em>wirklich sehr ekelhaft finde.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders alarmierend ist dabei, dass solches Verhalten keineswegs nur im „unprofessionellen“ Underground stattfindet. Gerade etablierte Namen nutzen ihre Machtpositionen aus, eine Dynamik, die gerade für Neueinsteigerinnen gefährlich werden kann und Wachsamkeit erfordert. MelloKittys Konsequenz daraus ist klar: Sie bricht Kontakte ab, bei denen die Kunst zur Nebensache degradiert wird, und wünscht sich für die Zukunft eine Szene, in der Frauen frei, geschützt und auf Augenhöhe arbeiten können und das idealerweise auch vermehrt mit weiblichen Produzentinnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Es müsste sich auf jeden Fall einiges in der Szene ändern, damit Frauen auch frei arbeiten</em> <em>können [&#8230;] dass man als Frau ein sicheres Gefühl einfach hat, wenn man mit einem neuen</em> <em>Produzenten zusammenarbeitet, dass man weiß, okay, diese Person ist nicht fixiert und</em> <em>fokussiert auf mein Aussehen [&#8230;] sondern wirklich auf das Innere, was aus mir</em> <em>rauskommt, die Kunst, die ich gerade hier versuche in Gold umzuwandeln.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kein Bock auf Kopien</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Musikalisch bewegt sich MelloKitty abseits starrer Konventionen. Sie beschreibt ihren Sound selbst als „melancholisch, düster, ein bisschen mystisch“. Tracks wie »Astral« sollen genau das transportieren, was ihr Titel verspricht: eine fast außerkörperliche Erfahrung, bei der Emotion und Klangkulisse nahtlos miteinander verschmelzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ein Künstler, der mich auf jeden Fall stark geprägt hat, ist The Weeknd. Sein Sound und die Entwicklung von diesem Dark-Vibe bis zum Synthetischen ist für mich als Hörer der ersten Stunde extrem interessant. Ich bewundere seinen Entwicklungsprozess als Künstler und ziehe mir daraus immer wieder Inspiration.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch genau diese Verweigerung, sich in klassische Genregrenzen pressen zu lassen, wird in der deutschen Musiklandschaft zur doppelten Herausforderung. Der hiesige Markt zeigt sich oft träge und risikoavers. Statt innovative Impulse zu pushen, regiert allzu oft die sichere Gewohnheit der Wiederholung und das Kopieren internationaler Trends. Newcomer*innen, die mit außergewöhnlichen oder mehrsprachigen Ansätzen experimentieren, stoßen anfangs auf Skepsis.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ich finde, die deutsche Musikindustrie reagiert zur Zeit noch nicht wirklich überhaupt auf</em> <em>etwas, was sich klassischen Schubladen entzieht. Anstatt auf dieses Potenzial zu schauen,</em> <em>wird das halt etwas kleingeredet oder Menschen sagen, okay, damit wirst du in Deutschland</em> <em>nicht weiterkommen [&#8230;] weil Deutschland Sound und Musik hören will, die bereits bestehen, die</em> <em>wollen nichts Neues.“</em></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img decoding="async" width="819" height="1024" src="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/mellokitty-2-819x1024.png" alt="MelloKitty besticht durch radikale Ehrlichkeit" class="wp-image-21218" style="aspect-ratio:0.7998052422299765;width:336px;height:auto" srcset="https://mostdope.tv/wp-content/uploads/mellokitty-2-819x1024.png 819w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/mellokitty-2-240x300.png 240w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/mellokitty-2-768x960.png 768w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/mellokitty-2-770x963.png 770w, https://mostdope.tv/wp-content/uploads/mellokitty-2.png 1080w" sizes="(max-width: 819px) 100vw, 819px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto via @nessas_shots<br>Styling: @angelina.dgs</figcaption></figure>
</div>


<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz dieser Hürden bleibt MelloKitty unnachgiebig. Das anfängliche Hindernis, nirgends sofort reinzupassen, begreift sie als langfristigen Vorteil. Denn wahrer, eigenständiger Sound braucht vielleicht Zeit, um verstanden zu werden, aber er besitzt eine Langlebigkeit, die keinem kurzfristigen Trend innewohnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Deshalb ist es eine große Herausforderung, aber ich denke, sobald man seinem eigenen Sound</em> <em>treu ist, werden sich die Leute, die dich finden sollten, auch finden. Manche checken&#8217;s direkt,</em> <em>manche brauchen deren Zeit, aber egal wie lange es dauert, irgendwann wird&#8217;s auf jeden Fall</em> <em>verstanden.“</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mostdope.tv/next-up/mellokitty-radikale-echtheit-in-einer-normierten-musikindustrie">MelloKitty – Radikale Echtheit in einer normierten Musikindustrie</a> erschien zuerst auf <a href="https://mostdope.tv">Mostdope</a>.</p>
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